KMK erhält 106.000 Unterschriften für mobile Luftfilter in Kitas und Schulen

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BERLIN. Drei große Luftfilter-Initiativen habendem Generalsekretär der Kultusministerkonferenz (KMK), Udo Michallik, ihre Petitionen mit insgesamt fast 106.000 Unterschriften überreicht. Gemeinsam fordern sie, Luftfilter für alle Schulen und Kitas zum Schutz der ungeimpften Kinder und Jugendlichen und dringen darauf, dass die Geräte zügig deutschlandweit angeschafft werden.

106.000 Unterschriften ergäben ausgedruckt eine Menge Papier. (‚Symbolbild) Foto: Shutterstock

Die Übergabe der Petitionen fand im Sekretariat der KMK in Bonn als Hybrid-Veranstaltung statt. Vor Ort in der Graurheindorfer Str. 157 überbrachten die Aktivistinnen Kerstin Lünenbürger, Isabel Ruland und Sava Stomperowski die drei Petitionen „Luftfilter in alle Klassenzimmer“ (fast 40.000 Unterschriften auf der Online-Plattform WeAct), „Bildungsgerechtigkeit und Gesundheitsschutz in der Pandemie“ (über 36.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner auf OpenPetition) und „Mobile HEPA-Raumluftreiniger für alle Schulen und Kitas in Deutschland JETZT!“ (fast 30.000 Unterschriften auf Change). Für die Übergabe zugeschaltet waren per Videokonferenz der Generalsekretär der KMK, Udo Michallik sowie die Pressesprecher zweier die Petitionen unterstützender Initiativen, Prof. Franz-Josef Kahlen von der „Elterninitiative mobile Raumluftfilter NRW“ und Stefan Hemler von #ProtectTheKids.

„Wir vertreten hier eine Mehrheit der Bevölkerung“, betonten die Initiatoren und wiesen auf eine Vielzahl an lokalen und regionalen Initiativen für Luftfilter hin sowie auf die hohe Zustimmungsrate für das Thema in Umfragen. Im „ARD-Deutschlandtrend“ haben sich im Juli 84 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, dass Luftfilter in alle Klassenzimmer kommen sollten. Für die „Elterninitaitive mobile Raumluftfilter NRW“ monierte Sprecher Prof. Franz-Josef Kahlen die Zögerlichkeit der meisten Bundesländer bei der Anschaffung: „Viele Landesregierungen haben sich entschieden, beim Schutz der Jüngsten den Elternwillen zu ignorieren. Sie kapitulieren beim Generationenvertrag von Alt und Jung und diskutieren die Abschaffung der letzten Schutzmaßnahmen in Schulen. Wir haben es mit einem Generationenvertrag zu tun, in dem die Kinder in den vergangenen 18 Monaten in Vorleistung getreten sind. Die Erwachsenen sind dafür verantwortlich, dass es keine Gelegenheiten zur Verbreitung des Virus und für die Bildung von Mutationen gibt.“

„Wenn ich mir Behörden und Landtage anschaue – da stehen ja Luftfilter, die bringen was!“

Statt die Problematik „runterzusteuern auf die Kommunen“, sollten die KMK länderübergreifend lieber die Luftfilter-Förderung aktiv selbst in die Hand nehmen: „Wir fordern jetzt eine schnellere Luftfilter-Anschaffung: Wenn ich mir Behörden und Landtage anschaue – da stehen ja Luftfilter, die bringen was!“, bemerkte Ruland. Sava Stomperowski wies mit Blick auf den gegenüber dem letzten Schuljahr nur wenig verbesserten Pandemieschutz auf die durchaus vorhandenen Gesundheitsgefahren hin, denen die immer noch ungeimpften Kinder durch eine COVID-19-Infektion ausgesetzt sind: „Schon jetzt haben wir eine Anzahl von Kindern und Jugendlichen, die an multisystemischen Entzündungen oder Long Covid erkranken. Es liegen zur Zeit ca. 18 auf der Intensivstation. Wie viele Kinder müssen schwer erkranken, damit die Kultusministerinnen und -minister alle Kinder vor gesundheitlichen Risiken schützen?“

Michallik sicherte zu, dass er der Kultusministerrunde über die Petitionen berichten werde – die Thematik sei auf der Agenda der nächsten KMK-Sitzung. News4teachers

Wie Schulträger begründen, warum sie keine mobilen Luftreiniger für Schulen anschaffen wollen – und was wirklich stimmt

 

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3 KOMMENTARE

  1. Leider waren Luftfiltergeräte bei den Triellen überhaupt kein Thema.

    Nur Frau Baerbock hat Luftfiltergeräte ein Mal nebenbei erwähnt.
    Allerdings gab es keinerlei Reaktion hierzu.

    Die Moderatoren haben völlig versagt.

    Hoffentlich bewirken die Petitionen nun etwas.

    • @Koogle
      Es stimmt schon, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber meine ist mittlerweile überstrapaziert.
      Auch ich habe mit unterzeichnet, doch an einen Erfolg glaube ich nicht (mehr). Die Wahl ist gelaufen, im Wahlkampf spielte dieses Thema keine Rolle, und ganz ehrlich, welchen Druck können 106000 sehr mühsam zusammengekratzte Elternunterschriften schon ausüben? Eine kraftvolle Lobby ist das wohl kaum.
      Nomen est omen: Petition hat, aus dem Lateinischen kommend, u.a. die Bedeutung von Bittschrift. Genau dazu werden Eltern degradiert, nämlich zu Bittstellern, die ausgerechnet bei solchen Entscheidungsträgern um diese Geräte für Schulen betteln (müssen), welche in freigiebig mit mobilen Luftreinigern ausgerüsteten Landtagen u.ä. Räumlichkeiten residieren, Stichwort „Wandelhalle“.
      Von irgendwie auch nur annähernd „auf Augenhöhe“ sind wir meilenweit entfernt.
      Wie man einem am Tisch winselnden Hund gnädig eine Krume hinunterfallen lässt, damit er eine Weile Ruhe gibt, bekommen wir Eltern als Bröckchen hingeworfen, das Thema werde auf der Agenda der nächsten KMK stehen, wann immer die sein wird.
      Damit vergibt sich keiner was, denn das besagt keineswegs, es würde sich ein Umdenken dazugesellen. Besprechen kann man viel, weiterhin ablehnen natürlich ebenso. Das zieht sich doch schon durch die gesamte Pandemie, hat sich also wunderbar eingespielt.
      Ich gehe fest davon aus, dass sich auf KMK-Ebene rein gar nichts an der festgefahrenen Einstellung ändern wird und dass auf niederer Ebene die Kreise bzw. Städte, zumindest die in meiner Gegend, in ihrer Funktion als Schulträger weiterhin reihum Prof. Exner als Vorzeigewissenschaftler einladen werden, auf dessen Rat hin der Landtag in NRW mit mobilen Luftreinigern ausgestattet wurde, news4teachers berichtete darüber, während sich die Schulträger sicher sein können, dass er an Schulen als höchstes der Gefühle den flächendeckenden Einsatz von CO2-Ampeln empfiehlt, damit die dummen Schüler und Lehrer endlich mal lernen, wie man ordentlich lüftet, die wiederum, so wurde mir aus informativen Kreisen berichtet, nach ein paar gescheiterten Versuchen, durch Fensterlüftung den CO2-Wert genügend zu drücken, entnervt den Stecker ziehen.
      Mein Fazit: Bei denen piepts wohl, und das darf man jetzt gern maximal doppeldeutig auslegen.

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