Landeselternrat greift Schwesig an: „Dieselben Diskussionen wie vor einem Jahr“

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SCHWERIN. Die Corona-Lage an den Schulen wird schlechter: Allein im Landkreis Vorpommern-Rügen sind am Mittwoch fünf Klassen komplett in Quarantäne geschickt worden. Der Landeselternrat ist sauer auf die Politik – relativiert aber mögliche Infektionsfolgen für Kinder selbst.

Hat die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern deutlich gewonnen – und steht schon wieder in der Kritik: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Foto: SPD Mecklenburg-Vorpommern

Corona stellt die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern vor wachsende Probleme. In Schwerin waren mit Stand Mittwoch drei komplette Schulklassen in Quarantäne, im Landkreis Rostock acht. Der Landkreis Vorpommern-Rügen schickte allein an diesem Tag fünf Klassen nach Hause. Das berichteten Sprecher der Kommunen auf Anfrage. In der Hansestadt Rostock sind demnach aktuell Klassen aus acht Schulen betroffen. Dabei werden komplette Klassen erst nach Hause geschickt, wenn es mindestens drei nachgewiesene Corona-Infektionen gibt.

Der Landeselternrat warf der Politik in Mecklenburg-Vorpommern angesichts der Situation Versagen vor. «Ich bin entsetzt, dass wir jetzt dieselben Diskussionen führen wie vor einem Jahr», sagte der Vorsitzende Kay Czerwinski. Die Politik sei nicht in der Lage gewesen, Schlüsse aus der Krise im vergangenen Jahr zu ziehen und die Schulen pandemiefest zu machen.

«Sonst ist nie etwas zu teuer, nur wenn es um Schule und Kinder geht, dann ist das so»

Es sei bezeichnend, dass die flächendeckende Ausstattung der Schulen in MV mit Luftfiltergeräten als zu teuer eingeschätzt worden sei, «Sonst ist nie etwas zu teuer, nur wenn es um Schule und Kinder geht, dann ist das so», kritisierte Czerwinski.

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen betrug am Dienstag bei den Sechs- bis Elfjährigen in MV 427,6, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Bei den Zwölf- bis Siebzehnjährigen erreichte der Wert demnach 303,7. In der Gesamtbevölkerung lag die Sieben-Tage-Inzidenz «nur» bei 193,8. Sie steht für die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche.

Czerwinski forderte, die Schulen und auch die Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in Mecklenburg-Vorpommern offen zu halten. Dass die Sieben-Tage-Inzidenz unter Schülern so hoch angegeben werde, liege auch daran, dass diese Gruppe mit am häufigsten getestet werde – zweimal pro Woche.

Von den rund 152.000 Schülern im Land waren mit Stand Mittwoch 318 infiziert. Am Tag zuvor waren es 263 und vor einer Woche 235. In Quarantäne sind deutlich mehr. Allein im Landkreis Nordwestmecklenburg waren mit Stand Mittwoch nach Angaben eines Sprechers 148 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren in häuslicher Quarantäne – «davon 68 positiv getestete Personen und 80 enge Kontaktpersonen». Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte meldete rund 100 Schüler in häuslicher Isolation, weil sie an Corona erkrankt, positiv getestet oder eine enge Kontaktperson seien.

Czerwinski gab zu bedenken, dass Kinder und Jugendliche fast nie schwer an Covid-19 erkrankten. Die Schäden durch Schulschließungen und die Schließung von Freizeitangeboten seien um ein Vielfaches größer. Er forderte eine zentrale «digitale Schule» für die Kinder in Quarantäne. Wechselunterricht, um die Kontakte zu begrenzen, sei in MV nicht umsetzbar. «Dafür fehlen uns schlicht die Lehrer, das wissen wir aus dem Vorjahr.»

Das Robert-Koch-Institut warnt davor, die Corona-Folgen von Kindern zu unterschätzen – die Abstandsregel und damit Wechselunterricht wird vom RKI nach wie vor bei hohen Inzidenzen empfohlen, wie News4teachers aktuell berichtet. News4teachers / mit Material der dpa

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6 KOMMENTARE

  1. Liebes N4T Team…. Jeden Tag die selbe Leier.
    WAS GENAU SOLL MAN TUN?
    Und wenn man das tut, was ihrer Meinung nach richtig ist, garantieren Sie, dass es funktioniert???????

  2. Wieso soll Wechselunterricht in MV nicht funktionieren? Ist doch Quatsch.Wir haben ihn hier in MV phasenweise durchgeführt, mit Woche A, eine Hälfte der Klasse, und Woche B, die zweite Hälfte.Die jeweils andere Hälfte blieb zuhause und bekam Aufgaben.Dazu braucht man keine zusätzlichen Lehrer, aber die Abstände können mal eingehalten werden, was ansonsten pure Illusion ist.Außerdem arbeitet es sich mit den halben Gruppen viel besser, sie lernen definitiv mehr als in den vollgestopften Klassen.Da sollte sich der Herr Czerwinski doch nochmal kundig machen….

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