Österreich zurück im Lockdown: Appell an Eltern, Kinder aus Schulen herauszuhalten

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WIEN. Österreich ist mit den Corona-Schutzmaßnahmen gescheitert, die die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer gestern erst vereinbart haben – und verhängt nun einen neuen landesweiten Lockdown für alle. Das kündigte Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitag an. Auch die Schulen sind davon betroffen. Nach zuletzt widersprüchlichen Meldungen verkündete Schallenberg in einer Pressekonferenz am Freitagmorgen: Schließungen soll es zwar nicht geben – an Eltern wird aber appelliert, ihre Kinder zu Hause zu lassen.

„Entscheidungen zu Schulen sind immer schwierig“: Bundeskanzler Alexander Schallenberg. Foto: Florian Schrötter / BKA

Österreich geht wegen Corona erneut in einen Lockdown und wird im Februar eine Impfpflicht einführen. Das kündigte Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitag an. Österreich leidet unter einer massiven vierten Infektionswelle, die mit den bisherigen Maßnahmen nicht gebrochen werden konnte. Trotz aller Überzeugungsarbeit und Kampagnen hätten sich zu wenige Menschen impfen lassen, sagte Schallenberg. Daher werde es ab 1. Februar 2022 zu einer Impfpflicht kommen. „Wir wollen keine fünfte Welle, wir wollen keine sechste und siebte Welle.“ Das Virus werde nicht weggehen, sondern bleiben.

„Das schmerzt enorm“

Der Lockdown sei ein schwerer Schritt. „Das schmerzt enorm“, sagte der Kanzler weiter. Ohne sie beim Namen zu nennen, kritisierte er die in Österreich einflussreiche rechte FPÖ heftig. Deren Impfkritik sei eigentlich ein „Attentat auf unser Gesundheitssystem“. Der Lockdown werde nach zehn Tagen bewertet und höchstens 20 Tage dauern. Ab spätestens 13. Dezember sei für Geimpfte und Genesene der Lockdown vorbei, sagte Schallenberg. Dann soll wieder die 2G-Regel gelten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steht in Österreich bei knapp 1.000 und seit mehr als einer Woche werden täglich mehr als 10.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Kliniken gelangen an ihre Kapazitätsgrenzen. Besonders dramatisch ist die Lage in Salzburg und Oberösterreich mit Inzidenzen über 1.500 pro 100.000 Einwohnern.

Zu den bisherigen Maßnahmen zählte eine 3G-Regel am Arbeitsplatz. Die Beschäftigten müssen nachweisen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind. Am 8. November folgte die 2G-Regel für Veranstaltungen, Gastronomie und Tourismus, die Ungeimpften den Zutritt zu weiten Bereichen in der Freizeit verwehrte. Die Maßnahmen hatten den Zweck, die Impfbereitschaft zu erhöhen. Allerdings wirken die Vakzine erst nach einigen Wochen. In Deutschland sind Regelungen wie die 3G-Regel am Arbeitsplatz erst gestern von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen worden.

„Es gibt den Präsenzunterricht“ – aber…

Der österreichische Regierungschef und sein konservatives Regierungsteam hatten sich bis zuletzt gegen weitere Einschränkungen ausgesprochen. Vorschläge des grünen Gesundheitsministers Wolfgang Mückstein zum Beispiel zu nächtlichen Ausgangsbeschränkungen für alle wurden kritisiert. Doch am Donnerstag preschten die von der ÖVP regierten Bundesländer Salzburg und Oberösterreich mit der Ankündigung regionaler Lockdowns vor. Lokale und die meisten Geschäfte schließen, Schulen stellen auf Fernunterricht um. Auch einige andere Länder signalisierten am Donnerstag, dass sie mitziehen würden.

Kanzler Schallenberg erklärte nun am Freitagvormittag, die Schulen sollten zwar offenbleiben. „Es gibt den Präsenzunterricht.“ Eltern sei es aber freigestellt, die Kinder zu Hause zu lassen. Mehr noch: Es werde appelliert, dies, wo es möglich ist, auch umzusetzen. Entscheidungen in Bezug auf Schulen seien immer schwierig, meinte der ÖVP-Politiker.

„Was uns von Virologen empfohlen wird wie Kontaktreduzierung und Abstand, das müsste auch in der Schule umgesetzt werden“

Laut Bildungsministerium gibt es allerdings kein flächendeckendes „Distance Learning“, da der Unterricht grundsätzlich in Präsenz stattfindet – Kinder, die nicht in die Schule kommen, sollen sich aber über die durchgenommenen Stoffgebiete bei den zuständigen Lehrerinnen und Lehrern informieren können, wie vienna.at berichtet. Sie könnten auch Lernpakete für daheim erhalten. Falls sie die technischen Möglichkeiten hätten und die Lehrer dies anbieten, können sie sich auch von daheim in den Unterricht „dazuschalten“. Eine Verpflichtung dazu bestehe nicht.

Kritik kommt aus der Lehrerschaft. Man werde ab Montag sehen, ob die Appelle, die Kinder nach Möglichkeit nicht in die Schule zu schicken, auch helfen, so Gewerkschafter Paul Kimberger laut Bericht: „Aus meiner Sicht sind die Maßnahmen ungenügend, um Lehrerinnen und Lehrer, aber auch Kinder und Familien, die man ja auch mitdenken muss, zu schützen. In Wirklichkeit müssten jetzt die Präsenzphasen deutlich reduziert werden. Was uns von Virologen empfohlen wird – Kontaktreduzierung, Abstand -, das müsste auch in der Schule umgesetzt werden.“ News4teachers / mit Material der dpa

RKI meldet Schüler-Inzidenz 780 – Schulen bleiben offen: Deutschland gibt seine Kinder zur Durchseuchung frei!

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46 KOMMENTARE

    • Kommen Sie zu uns in den Kreis, wir haben mehrere Familien, die ihre Kinder seit über einem Jahr nicht schicken und dass Jugendamt tut… …nichts!
      Diese Familien lassen ihre Kinder übrigens nicht Zuhause, weil sie sie schützen wollen, sondern weil sie Coronaleugner sind und unsere Gesellschaft ablehnen, sie haben sich im Laufe der Zeit zunehmend radikalisiert. Die Kinder sind noch an unserer Schule gemeldet, die Eltern machen aber auf diversen Plattformen Werbung für die ‚alternative und bessere‘ Schule, die sie selbst für die Kinder eröffnet haben. Für mich hatte das im letzten Schuljahr einen ungeheuren Dokumentatuionsaufwand zur Folge. Nicht nur, dass die Eltern eines dieser Kinder mich angezeigt haben, weil ich verpflichtet war die Maskenpflicht auch bei ihrem Kind umzusetzen (als es noch zur Schule kam), nein schlussendlich halten sie ihr Kind von Gleichaltrigen fern, deren Eltern vielleicht anders denken als sie und lassen nicht zu, dass das Kind auch andere Meinungen hören kann. Das ist nicht im Sinne des Kindeswohls, sodass sich das Kind nach und nach eine eigene Meinung aus den vielen, die es mitbekommt, bilden könnte. Wir als Schule dokumentieren uns die Finger wund, weil das Jugendamt es von uns fordert. Bisher müsste das Amt eine so um die 500 – 1000 seitige Dokumentation von unserer Seite bekommen haben. Aber getan hat es noch gar nichts. Der ebenfalls informierte Schulträger tut…nichts, genausowenig wie die von den Vorgängen unterrichtete Landesschulbehörde. Die Schule sendet jede Woche die nötige Dokumentation, stellt Strafantrag und ALLE zuständigen Behörden zucken nur mit den Schultern: ‚Wir sind nicht zuständig, wir können nichts machen.‘

      Die Untätigkeit der zuständigen Behörden könnten Sie ja auch zumindest zeitweise sinnvoll nutzen, um Ihre Kinder in der aktuellen Situation zu schützen. Also ich dafür hätte Verständnis.

      • Und deshlab müssen auch unsere Kinder bestrafft werden, die zu Hause brav sitzen und lernen, die jeden Tag rum herum um Stoff beteln müssen, weil von fast keinen Lehrer Materialien bekommen und trozdem SA und Proben schreiben müssen?

        Aber das nehem ich auch gerne in Kauf, nur dass sie in der Sicherheit bleiben.

        • Kann es sein, dass Sie mich falsch verstanden haben? Vielleicht habe ich mich auch nicht klar ausgedrückt, weil mich der Ärger über den oben geschilderten Fall eingeholt hat.

          Ich würde es sehr befürworten, den Dokumentationsaufwand gerne betreiben und auch versuchen, das Kind zu unterstützen, wenn Eltern ihr Kiind (in der aktuellen Situation) wirklich schützen möchten. Denn im Moment halte auch ich den erzwungenen Präsenzunterricht für unverantwortlich. Ich meinte meine Schilderung eigentlich nur als Beispiel, dass es Gegenden in Deutschland gibt, wo eben NICHTS passiert, wenn Kinder einfach der Schule fern bleiben. In besagtem Fall ist der Grund eben nur leider nicht der Schutz des eigenen Kindes, das wollte ich nicht verschweigen (zumal mich der Ärger, den ich deswegen hatte, schon ziemlich mitgenommen hat).

          Nach Ihren Schilderungen, die ich häufig schon verfolgt habe, nehme ich aber an, dass Sie nicht vorhaben, Lehrkräfte einfach anzuzeigen und Ihr Kind sozial dauerhaft zu isolieren und zu indoktrinieren sondern einfach in der aktuellen Situation zu schützen. Auch vermute ich, dass Sie Ihr Kind wieder in die Schule schicken würden, wenn die Gefahr schwindet. Zugegeben, viele Spekulationen. Ich hoffe trozdem, dass ich damit richtig liege.

          Unter diesen Voraussetzungen, wollte ich eigentlich vermitteln, dass es vielleicht nicht immer sofort zu einem Bußgeld kommt und auch nicht die Polizei vor der Tür steht, um Ihr Kind abzuholen. Als Lehrkraft wäre ich sogar sehr dafür, dass möglichst viele Eltern so denken würden wie Sie! Wenn keine Kinder mehr in die Schule kämen, könnten die Obrigen sowieso nichts mehr machen… Fänd ich super und würde versuchen, (wie auch im angeordneten Distantunterricht) meine Kids (= SchülerInnen) so gut wie möglich zu unterstützen.

          Btw.: Ich habe tatsächlich noch einen Schüler, der im Homeschooling sitzt, ganz regulär und von oben abgesegnet, der wird bei uns in den Hauptfächern zugeschaltet und in anderen Fächern über unsere Platform mit Material versorgt. Die Klassenarbeiten schreibt er an einem Sondertermin in einem sepatraten Raum. Er ist nicht schwer krank, aber die Eltern haben es geschafft, ein wasserrdichtes Attest zu bekommen. (Das ist KEINE Beschwede meinerseits! Ich kann das voll verstehen.)
          Vielleicht gibt es auch für Sie diese Chance irgendwo noch?!
          Ich würde es unterstützen, wenn mehr Eltern so dächhten wie Sie!

          • Ja, ich habe es nicht richtig verstanden, entschuldigung.

            Die Beide Schule kennen uns sehr gut, sie haben uns ohne Zweifel bestimmt noch überprüft und sie könnten nur feststellen, mit Kindern stimmt alles, mit uns auch, keine Radikalen, keine Psychos etc. Attest könnten wir nicht mehr bekommen, weil wir Beiden schon 3. Impfung bekommen haben und obwohl mein Mann immer noch hoch RIsiko ist, ist er jetzt einigermaßen geschützt. SIe zwingen unsere Kinder nicht mehr in der Schule, ihnen allen ist schon bewusst, dass alles unsererseits einwandfrei funktioniert. Wir sind ein offenes Buch. Kinder sind fit seelisch, körperlich, psychisch, aber trotzdem einige Lehrer wollen nicht helfen, wollen es einfach nicht Materialien auf Mebis hinstellen. Trotzt ein Paar anderer Lehrer, die zusammen mit uns versuchen diese Lehrer umstimmen. Sie wollen es einfach nicht, weil unser KM auch nicht so will.

            Also besser Durchseuchen lassen, erkranken lassen, Jahr wiederholen lassen, lieber also alles, nur dass die Kinder nicht im Präsenzunterricht fehlen.

          • @Monika, BY
            Gar kein Problem, das mit dem Missverständnis! 🙂

            Bei uns allen liegen die Nerven blank und ich habe meinen Standpunkt wirklich nicht sehr klar gemacht.
            Ich bin zwar Lehrkraft, aber deswegen noch lange kein großer Freund der Präsenzpflicht in der momentanen Situation.
            Ich hoffe, dass Sie und Ihre Kinder vielleicht mithilfe der einsichtigen Lehrkräfte doch die Schulen zur Einsicht bewegen können und dann die nötige Unterstützung bekommen.

      • Ja, sage ich immer, Menschfaktor.

        Andererseits gerade gestern müsste ich Detuschlehrerin anfelehen, dass ein Paar Kinder, die mit meiner Tochter SA nachschreiben, mindestenes FFP2 Masken tragen.

        Ihr Antwort: „Gesetzlich ist mir nicht mögliche den Kindern FFP2 Masken vorzuschreiben.“

        Na, wunderbar. Sogar meine Bitte, dass Sie wenigstens die Kinder darum bittet FFP2 Masken zu tragen und meine Tochter bringt wieiviele FFP2 Masken nötig sind mit, wurde abgelent.

    • In Österreich gibt es keine „Schulpflicht“, nur eine „Bildungspflicht“. Dieser kann man auch außerhalb eines Schulgebäudes nachkommen!

      • Das wäre auch für DE sehr zielführend, denn die Pandemie hat deutlich gezeigt, welches Missbrauchspotential die Schulpräsenzpflicht hat (nämlich Aushebelung des Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit). Zudem würde es die Möglichkeit eröffnen, auch ganz andere Schulformen auszuprobieren.

        • In Schweden wurde die Schulpflicht bis Klasse 9 wieder eingeführt, da christlich fundamentalistische Gruppen, die ihre Kinder zu Hause oder in eigenen Schulen unterrichteten, mit ihrer Haltung zum Problem wurden. Bei uns war es die Schule der „12 Stämme“, die für Schlagzeilen sorgte!
          Allerdings muss das, was in einem riesigen, dünnbesiedelten Land mangels Überwachung zum Problem wurde, bei uns ja nicht so schlecht laufen (siehe alle anderen EU Länder)!
          Allerdings hat Schweden gleichzeitig dafür Sorge getragen, dass die Schulgebäude schon lange vor Corona keine Virenschleudern mehr waren, z.B. durch eingebaute Lüftungsanlagen (mit Hepafiltern), konsequente Reinigung und Sanierung usw.
          Diese Wertschätzung für alle an der Schule beteiligten würde ich mir auch im Deutschland wünschen!

  1. „In Landkreisen mit einer Inzidenz über 1000 werde ein Lockdown verhängt, erklärte Ministerpräsident Söder.“

    Erst bei 1000 Inzidenz??? Unverschämt!!

    ABer Schule und Kitas weiterhin offen halten!! Schämt euch alle!! Um Gottes willen, was macht ihr aus diesen Kindern??

    IHR macht ganze Generationen von Kindern psychisch, seelisch, körperlich kaputt, nicht der Distanzunterricht, kappiert doch endlich!

  2. Das Zögern beschädigt mehr als das jeder Lockdown könnte. In Bayern ist es höchste Zeit für einen Gesamtlockdown. Die KH rechnen mit Triage. Sind wir inzwischen alle so abgestumpft, dass Leben und Gesundheit nichts mehr wert sind?
    Wie oft sollen Mediziner und Forscher denn noch warnen?
    Österreich macht wenigstens einen Lockdown, Deutschland kosmetisiert nur an dem Problem herum und wir fahren weiter Richtung Abgrund.

    • Wie im letzten Jahr, als wir bei geringeren Inzidenzen als jetzt den Lockdown light gemacht haben, von dem man mit bisschen gesundem Menschenverstand schon vorher ahnen konnte, dass er nicht ausreicht, um die Infektionszahlen wirklich herunterzubekommen. Wir vergeuden wieder wahnsinnig viel kostbare Zeit, in der das exponentielle Wachstum lustig weitergeht und am Ende alles für länger dichtgemacht werden muss, um der Katastrophe irgendwie Herr zu werden…. Ach ne, ganz dichtmachen geht ja dann nicht mehr, ist ja verboten. Was machen wir denn dann ab Mitte Dezember, wenn die wirklich wirksamen Maßnahmen, wenn ganz schnell was passieren muss, nicht mehr zur Verfügung stehen? Impfen wird die Welle nicht brechen, hat auch Stiko-Mertens gesagt. Ist auch logisch. Dauert zu lange und die Impfgegner lassen sich eh nicht impfen und werden wohl noch über Monate die Intensivstationen blockieren und die Behandlung anderer Erkrankter massiv behindern. Und das muss man sich alles gefallen lassen… Sachsen setzt wenigstens die Präsenzpflicht aus. Fraglich, wie viele Eltern davon Gebrauch machen.

  3. Solange bei uns krampfhaft Schulen so weitermachen dürfen mit ihrem riesigen Hygienekonzept, wird die Inzidenz auch hier an die Decke knallen.

    Statt die Big Player der Pandemie (also auch Schulen) zu entschärfen, lässt man vorher lieber alles andere über die Klinge springen.

    Ab Klasse 10 gehören alle SuS in den Distanzunterricht. Da können sie dann auch schön ohne Maske weiterlernen, die armen luftknappen Kinder und Jugendlichen.

    • Vor allem da diese Schüler das selbst so wollen. Meine Frau erzählte mir diese Woche von einer Klasse mit erwachsenen Schülern, die zu mehr als der Hälfte geimpft waren, dass diese Schüler lieber als alles andere sofort in den Distanzunterricht gehen wollen, weil sie bei Inzidenzen über 800 Angst haben! Schüler erzählen einer Lehrkraft, dass sie Angst haben!!!
      Da brennt die Hütte!
      Warum werden diese Schüler in die Schulen gezwungen?

  4. Wenn Eltern in Deutschland ihre Kinder nicht in die Schule schicken, werden den Eltern die Kinder weggenommen wegen Kindeswohl-Gefährdung.

    Wirklich gefährdet werden die Kinder jedoch durch unzureichende Maßnahmen und vor allem durch Impfverweigerer.

    Das interessiert aber niemanden.

  5. Nach einem Ausbruch haben wir hier Einzelfälle, 40 von 90 Sechstklässlern Ware infiziert, danach einzelne Geschwister. Meine Tochter saß vor 10 Tagen, neben einem Mädchen, dass 2 Stunden später positiv getestet wurde. Das Mädchen geht in ihre Klasse, fährt mit dem gleichen Bus. Auch die beste Freundin nichts. Auch bei einer Geburtstagsparty der hiesigen Grundschule, ein Fall am nächsten Tag, ein weiterer 2 Tage später. An anderen großen Schulen Einzelfälle. Die riesengroße Ansteckung untereinander geschieht nicht. Oft haben die Kinder gar nichts, mal etwas Fieber. Was ist denn die Inzidenz von 1000? Das sind 1% der Schüler. Wie oft hätten Sie denn gerne Schulschließung?

    • Sehr geehrte/r Neu1,

      kleine Präzisierung: eine Inzidenz von 1.000 sind 1% Neuangesteckte – pro Woche. Daraus wird dann ein exponenzielles Wachstum.

      Herzliche Grüße
      Die Redaktion

      • Ja, genau das. Danke, liebe Redaktion. Ich bin mir sicher, dass es auch noch viele Politiker gibt, die das ebenfalls noch nicht kapiert haben.

        Und Neu1: hatte ich das richtig gelesen? 40 von 90 Sechstklässlern waren infiziert? Hoppla! Finden Sie das wenig? Das ist fast die Hälfte!

    • @Neu1:
      „Wie oft hätten Sie denn gerne Schulschließung?“

      Oh naja, das ist nett, dass mich mal jemand so fragt. Also ich sag mal, ich hätte das gerne so oft, wie Sie gerne intensivmedizinische Betreuung hätten: Immer wenn es notwendig wird.

  6. Tja, von proaktivem Handeln sind unsere Politiker noch sehr weit entfernt. Wieder wird nur reagiert und es wird wochenlang nichts bringen.

    Falls irgendjemand dieses Virus in einem Labor entwickelt haben sollte (das soll keine ernsthafte These sein), wäre es als eine äußerst perfide, aber gleichzeitig höchst effektive und subtile Waffe einzustufen, die langsam auch die stärksten Länder jahrelang zermürbt, bis sie schließlich nicht mehr handlungsfähig sind.
    Ich bin mir sicher, dass es in einigen Ländern, die bereits instabile Regierungssysteme haben, noch zu Aufständen und Bürgerkriegen aufgrund von andauernden Auswirkungen von Corona kommen wird.

  7. Hoffen wir mal, dass die Bezirksregierung Braunschweig nicht auf die Idee kommt Herrn Alexander Schallenberg die deutsche Staatsbürgerschaft zu verleihen und aus der Registratur ein entsprechendes Vorstück hervorzaubert, um den Anschluss an die östereichischen Coronamaßnahmen herzustellen …

    • Ja, da rotten sich auch aus den grenznahen Regionen, aus Schweiz , Deutschland etc die Fanatiker mit dazu.
      Das sind nicht nur Österreicher.
      Aber diese … Menschen… (fällt mir gerade schwer sachlich zu bleiben) sind NUR ein kleiner Teil unserer Gesellschaft.
      Aber leider laut, krawallig, gewaltbereit, fanatisch und teilweise irre.
      Man muss sich nur umhören, was da verbreitet wird: Achtung Hubschrauber versprühen Impfung, unter Kanaldeckeln setzten Mitarbeiter, die in die Waden impfen….
      Die, die soetwas glauben und verbreiten sind irre!
      Wer mit Gewalt und Hetzte seine „Meinung“ kundtut, hat den Grundsatz Meinungsfreiheit nicht verdient und verstanden.

      • Ach, Quatsch, bei jeder unliebsamen Demonstration heißt es, die seien „alle“ von außerhalb angereist. Eine Reporterin will das sogar „beobachtet“ haben. Wie denn? Hat sie an allen Zufahrten gleichzeitig gestanden, die Nummernschilder notiert und dann geschaut, wohin die alle gehen, als sie ausstiegen??? Oder hat sie alle Demonstranten interviewt, woher sie kommen? Alle?

        In Belgien waren es heute auch 35.000 Demonstranten gegen die Corona-Politik. Ja klar, alles Zugereiste. Und deshalb zählen die nicht? Deshalb sind es eigentlich weniger?!?

  8. Das, was gerade in Österreich vorgesehen ist, hat Hand und Fuß. Okay, mindestens die Abstandsregelung sollte in den Schulen sichergestellt sein. Bleibt abzuwarten, ob die Freiwilligkeit, die den Familien zugestanden wird, die Abstandsregelung dennoch möglich macht, weil es genug Schüler(innen) freiwillig gibt, die von zuhause lernen wollen und das auch gut können. Für Deutschland könnte ich mir gut vorstellen, dass es gerade bei den älteren Schüler(innen) sehr viele gäbe, die von sich aus auf Distanz gehen würden, sodass es zu einer Entzerrung der Anwesenden in Präsenz kommen könnte insbesondere da, wo sich der Distanzunterricht bereits etabliert hatte in der Pandemie und auch gut technisch funktioniert (durch Dazuschalten z.B., selbstverständlichen Umgang mit den Lernplattformen und engagierter (digitaler) Kommunikation zwischen Lehrer- und Schülerschaft).

    Was den gestern auf den Straßen gezeigten Unmut eines Teils der Bevölkerung in Wien angeht (der ja wohl aus anderen Ländern wie Deutschland, Italien und der Schweiz Verstärkung vor Ort bekam), so sollten sich diese Menschen in Aufruhr mal fragen, ob sie, wenn sie keine moralische Ambitionen haben, die Gesellschaft zu schützen, auf der anderen Seite für sich in Anspruch nehmen können, von der Gesellschaft geschützt zu werden.

    Es ist nicht richtig, finde ich, dass für ungeimpfte Menschen für eine Covid-19-Infektion Intensivbetten freigehalten werden, WENN es bedeutet, dass Tumorpatienten nicht mehr (rechtzeitig) operiert werden können und Notfälle nach Erstversorgung in der Luft hängen, weil kein Intensivbett weit und breit zeitnah für die Weiterversorgung zur Verfügung steht. Man kann nur freihalten, was man anderen nicht weggenommen hat. Und dann muss man sich bei einem Mangel an Intensivbetten für Covid-19-Kranke schon die Frage gefallen lassen, ob derjenige, der alles getan hat, um die Schwererkrankung zu vermeiden nicht eher einen Anspruch auf ein Intensivbett haben sollte als demgegenüber ein Krawaller auf der Straße, der sich gegen die Eindämmung der Pandemie unter Berufung auf seine persönliche Freiheit und sein Recht auf Infektion, zum Teil sogar unter Androhung von Gewalt, an Politiker gerichtete Morddrohungen und Bürgerkrieg, krakeelend gestellt hat. Es wird wohl nur wenige geben, die diese Frage für sich nicht klar beantworten können.

    Wie würden sich wohl diese ganzen Krawaller entscheiden, wenn sie die Möglichkeit bekämen, sich von der Impfpflicht im gegenseitigen Einvernehmen (Gesetzgebung/Ungeimpfte) befreien zu lassen, dafür aber den Anspruch auf ein Covid-19-Intensivbett in Zeiten, in denen nicht genügend Betten zur Verfügung stehen, verwirken? Wer A sagt, muss doch auch B sagen können. Die Intensivversorgung kann man nicht entsprechend, so wie sie gebraucht wird, herbeizaubern in Zeiten, in denen zu viele Menschen durch das Ereignis einer weltweiten Pandemie ungeimpft gleichzeitig schwer erkranken. Die Grenzen der Kapazitäten der Gesundheitssysteme müssen erkannt und anerkannt werden. Wenn Notfall- oder Tumoroperationen nicht mehr sichergestellt werden, um die vielen Schwererkrankungen von Coronaleugnern und Covid-19-Impfgegnern versorgen zu können, sind die Grenzen bereits überschritten. Auch moralisch. Ganz ehrlich? Vermutlich würden sie sich bei einer solchen Abwägung impfen lassen: die unpolitischen Zögerer, weil ihnen die Folgen einer Infektion doch schwerer wiegen als gedacht und die (meist rechtspopulistischen und rechtsextremen) Hartgesottenen mit viel Frust wegen der für sie verpatzten Chance, politisch (endlich) zum Zug zu kommen, ebenso. Letztere sind ja stets bemüht, solche Aufruhr-Chancen (auch zum Wählerfang) auch in Zukunft zu finden. Immer wieder.

    Neben der Pandemiebekämpfung und den die Menschheit erhaltenden Umgang mit der Erde wird auch die Innere Sicherheit eine enorme Rolle in der Politik noch verstärkter in Zukunft einnehmen müssen, denn die Krawaller haben wie im Rausch „Blut geleckt“ und das bedarf dringend einer entsprechenden gesellschaftlichen Einordnung. Es sind verdammt schwere und herausfordernde Zeiten, in denen wir gerade leben. Nie waren Politiker(innen) mehr gefordert, sich von Minderheiten nicht in die Knie zwingen zu lassen als jetzt!

    Während die Vernünftigen (die Geimpften) um ihr und das Leben allgemein und die Zukunft bangen, die Impfzweifler (die zukünftigen erstgeimpften Erwachsenen) bei dem sensiblen Thema der Impfpflicht zur Sicherheit finden, feiern Querdenker, Verschwörungstheoretiker und „Rechte“ ihre persönliche politische Party aufgrund des Konfliktpotenzials bei der Impfpflicht, das durch zögerliche und zaghafte Politiker(innen) wie in Deutschland nur befeuert wird. Die Wahrheit ist doch: Entweder alle, die können, werden gegen Covid-19 geimpft und bis dahin vor Infektion geschützt oder viel zu viele Ungeimpfte infizieren sich in diesem Herbst/Winter gleichzeitig und das wird im Falle einer dann anzunehmenden Überlastung des Gesundheitssystems tausende Todesfälle von Schwerkranken – ganz gleich ob aufgrund von Covid-19 oder anderem – zur Folge haben und obendrein rückt das Ende der Pandemie aufgrund immer neuer Wellen bei nachlassender Immunität ohne präventiv vor schweren Verläufen schützende Impfung in weite Ferne … und der gesellschaftliche Frieden ebenso!

    • Hmm…interessanter Ansatz. Dann müsste jeder der möchte (die Betonung liegt ja auf freiwillig) mit so einer Art Ausweis rum laufen: Ich will keine Impfung und verzichte damit auf meine Intensivbehandlung im Corona-Krankheitsfall. Organspende fällt dann allerdings eher flach, weil das bei einer Multiorganerkrankung wie Corona nicht empfehlenswert wäre, die Organe weiter zu verwenden.

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