Bildungsministerin sieht wachsenden Bedarf an Lehrkräften – auch an Seiteneinsteigern

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An Brandenburger Schulen ist nach Ansicht von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) auch künftig eine wachsende Zahl von Lehrkräften notwendig. «Wir brauchen mehr Lehrerinnen und Lehrer, weil die Zahl der Schülerinnen und Schüler steigt», sagte Ernst am Mittwoch während der Debatte über den Haushalt 2022 im Landtag in Potsdam. Dafür seien auch Seiteneinsteiger nötig.

Lehrermangel bleibt: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Foto: Nicola, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0

Für die Qualifizierung von Seiteneinsteigern seien 1,45 Millionen Euro zusätzlich vorgesehen. Die Relation von Lehrkräften zu Schülerinnen und Schülern in Brandenburg sei mit eins zu 14,4 gut – das sei die dritthöchste Ausstattung im bundesweiten Vergleich. Ernst ist amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

In der Vergangenheit waren Lehrer von Berlin nach Brandenburg abgewandert, weil sie in Brandenburg verbeamtet wurden und in Berlin nicht. Nun will die rot-grün-rote Koalition in der Hauptstadt Lehrer wieder verbeamten.

Die Opposition kritisierte die Politik von Ministerin Ernst in der Corona-Pandemie. Die Linke-Abgeordnete Kathrin Dannenberg sagte: «Die Schere zwischen unseren Kindern droht weiter auseinanderzugehen.» Der AfD-Politiker Volker Nothing warf Ernst vor, sie habe eine «bildungspolitische Trümmerwüste» hinterlassen. Der Haushalt des Bildungsministeriums hat mit knapp 2,6 Milliarden Euro den größten Einzeletat. Der Landtag entscheidet am Freitag abschließend darüber. dpa

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21 KOMMENTARE

  1. Seiteneinsteiger – das sind die gut bezahlten Gymnasiallehrer, die von schlecht bezahlten Grundschullehrerin monatelang betüddelt werden müssen. Um dann festzustellen, dass sie an der GS falsch sind. Zum Kotzen!

  2. Noch s hlimmer sind allerdings die Seiteneinsteiger, die die meinen Grundschule kann ja jeder. Und die bei der ersten Vertretung gsstunde mit dem Runden von Zahlen überfordert sind.

    Unser Bildungssystem ist grottig!!!

    • Es gibt auch Seiteneinsteiger, die das komplette Ref mit dem 2. Staatsexamen gemacht haben. Diese sind genauso vollständig ausgebildet. Nicht alle sind schlecht.

  3. Nicht in der Lage, genug Lehrer auszubilden, dann müssen eben Quereinsteiger ran. Bisschen Vormittags auf Kinder aufpassen kann ja jeder. Es ist so bitter.

  4. Die Situation zieht sich durch alle Bundesländer.

    Ihr 16 Checker aus dem KM-Wonderland müsst nur einfach
    – das Berufsbild immer unattraktiver machen,
    – das Aufgabenfeld immer unübersichtlicher gestalten und mit immer mehr unsinnigen und schulfremden Aufgaben überfrachten – da geht noch viiiieeeel meeeeehr,
    – die Gebäude und die materielle Ausstattung immer mehr verkommen lassen,
    – immer größere „Lücken“ schaffen zwischen den o.g. Punkten und der „Anerkennung“ durch Besoldung,
    – LuL immer stärker alleine lassen, noch besser (Ironie) immer stärker in den Rücken fallen und dummfrech abkanzeln, Ihr wisst ja wie das geht,
    – LuL immer, immer, immer (!!!) alles, was schief läuft, ausbaden lassen
    – Verbesserungsvorschläge der LuL (das sind u.a. auch Remonstrationen) komplett ignorieren,
    – auch alle anderen an Schule beteiligten Menschen und deren Bedürfnisse unbedingt komplett ignorieren,
    – noch WENIGER Geld in Schule und Bildung investieren und falls Geld investiert wird, unbedingt nur als unsinniges Flickwerk für kurzfristige Projekte (Marke „öfter eine neue Sau durchs Dorf treiben, aber nichts zu Ende denken/bringen“) bzw. nach Gießkannenprinzip
    – in Verbindung mit dem letzten Punkt idealerweise täglich einen neuen Erlass (nach 22.00 Uhr und umzusetzen am Folgetag), der sollte möglichst vielen vorigen Erlassen widersprechen, aber auch für sich selbst betrachtet möglichst unsinnig und weltfremd sein,
    – (Liste bei Bedarf ergänzen)
    DANN wird das schon …

    Auf den Punkt gebracht:
    KMs, macht nur so weiter wie bisher. Dann wird es immer noch besser laufen.
    Es wird so lange immer besser laufen, bis wir ALLE es gar nicht mehr aushalten können.
    Und dann macht Euren KMK-Laden endlich dicht.
    16 Freunde sollt Ihr sein, aber gerne woanders.
    Lieber 1 Person (das hätte sofortiges Einsparpotential und das ist doch immer sooo wichtig). Und wenn das noch jemand mit „Ahnung“ – besser Grips und Sachverstand – wäre … dann könnte tatsächlich noch „Licht am Ende des Tunnels“ sein.
    Allerdings: Die Zeit drängt, wir können nicht warten, bis noch weitere SuS-Generationen unter diesen miesen (auch Vor-Corona-)Bedingungen ihre Schulzeit absitzen und mit „Betreuung“ aka Aufbewahrung in viel zu großen Gruppen dahindämmern.

    • @Pit2020, du sprichst mir mal wieder aus der Seele. Bitte diesen Kommentar, der doch eigentlich alles auf den Punkt bringt und jene Verursacher zum Nachdenken anregen sollte, an alle 16 KMs schicken. Aber ich weiß natürlich auch, dass diese Damen und Herren äußerst beratungsresistent sind, bei Kritik werden sie allenfalls bockig. Fehler werden nie zugegeben und letztendlich so hingedreht, dass sie als Errungenschaften erscheinen. Seit der Referendarzeit habe ich nur negative Erfahrungen mit dem KuMi gemacht, und ich wette, es geht vielen so. Leider wird sich nichts ändern, da sie alle über Kritik erhaben sind, erhaben sein müssen, um ihre Unfähigkeit zu vertuschen.

  5. Seiteneinsteiger, Quereinsteiger, Lehrkräfte aus anderen Bundesländern oder anderen Ländern abwerben,
    darauf hinweisen, dass es bald weniger SuS geben wird … Was gibt es noch für unsinnige Vertrödelungen? ist es unmöglich, mehr (und besser) Lehrkräfte auszubilden? Alles andere ist nur Stückwerk und schadet uns allen!

  6. Quereinsteiger, Seiteneinsteiger…wenn ich das schon höre…kocht es in mir hoch…hab auch so ein Exemplar am Hacken. Von nichts ne Ahnung, aber Förderschule due Behinderten bespassen, kann wohl jeder. Dann frag ich mich, warum ich solange dafür studieren musste. Immer heißt es, das kann ich nicht , das liegt mir nicht, habe ich noch nie gemacht…nee, ohne Studium geht das auch nicht…Bildungssystem echt zum kotzen!!! Macht keinen Spaß mehr. Schuster bleib bei deinem Leisten. Ich kann auch nicht Haare schneiden und will Friseurin werden.

  7. In fast allen sozialen Dienstleistungsbereichen, und als vielmehr wird auch der Lehrerberuf meist nicht verstanden, wird seit Jahren nur gespart, gekürzt und auf eine vermeintliche Effektivität gesetzt. Beamte und Tarifbeschäftigte kommen dabei finanziell noch vergleichsweise gut weg. In vielen anderen sozialpädagogischen Bereichen, wie z.B. Jugendhilfe etc. ist die Tariforientierung durch Auslagerung der Aufgaben an freie Träger schon lange ausgesetzt. Ganz legal, obgleich eigentlich eine staatlich Aufgabe. So umgeht man die eigenen politischen Anforderungen, für die sich in Ansprachen vehement eingesetzt wird.
    Insgesamt ist einfach festzustellen, egal ob Beamter, tariforientiert Angestellter im Kindergarten o.ä. oder Mitarbeiter freier Träger, die oft nicht annähernd ihrer Qualifikation entsprechend bezahlt werden, dass Mitarbeiter in Schule, sozialen Einrichtungen, Pflege etc. in erster Linie Kostenfaktoren sind. Dementsprechend wird mit ihnen umgegangen.

    Wieso sollte also dann beispielsweise ein IT- ler, der heutzutage von seinem AG zum Teil geradezu hofiert wird, unter den geringschätzenden, potenziell eher sich verschlechternden Bedingungen, mit zunehmendender Arbeitsbelastung in einem starren System ohne wirkliche Aufstiegschancen, einen Anreiz haben, in die Schule zu wechseln? Die Ferien wiegen die Abende und Wochenenden im Büro, ohne Familienzeit, auch nicht auf, insbesondere wenn unterrichtfreie Zeiten für Korrekturen genutzt werden müssen. Bei ausreichender Arbeitszeitreduktion mit entsprechenden finanziellen Abzügen, kann es für Mütter mit gutverdienendem Partner, vielleicht noch interessant sein.
    Nun ja, anderer pädagogische Arbeitsfelder können aus finanzieller Sicht, ohnehin eher noch als Hobby betrieben werden. Wie man’s dreht und wendet, in den oben beschriebenen Arbeitsfeldern fühlen viele sich staatlicherseits (Land, Kommune) nur noch ausgenutzt und bevormundet mit Aussicht (außer verbeamtete Lehrer) auf eine schlechte Rente. Dabei haben viele hochwertige Ausbildungen oder Studiengänge absolviert.

    Aber die Kultusminister leben ohnehin in einer anderen Welt. Sollte sich doch mal ein Seiteneinsteiger in die Schule verirren, korrigieren die Landesschulbehörden dies oftmals mit unklaren, teils ambivalenten Vorgaben, dann auch ganz schnell wieder den Weg Richtung Ausgang. Häufig zum Wohl der Schüler, häufig zum Wohl des potentiellen Kandidaten.

    Solange das System Schule nur dem Selbsterhalt dient, wird keine Veränderung möglich sein, denn diese Veränderung muss von den Lehrern und Schülern aus dem Erfahrungen des Schullebens herraus geschehen dürfen. Das wird aber unterdrückt. Zufrieden kann in diesem System nur derjenige sein, der von dem hierarchischen System profitiert. Sicher nicht Schüler und Lehrer.

  8. Glücklicherweise gilt das nur in Brandenburg, hier in Niedersachsen sind die Schulen, insbesondere Sek 1, mit Lehrkräften gradezu überversorgt.

    Sonst würde man ja mit interessierten Quereinsteigern nicht so umgehen, wie es derzeit üblich scheint.

    Es erinnert ein wenig an den Schwenk in der Marschrichtung als die Bundeswehr überrascht feststellte, dass es mit Wegfall der Wehrpflicht keine automatische Zulieferung an Menschenmaterial mehr gibt und die Ausbilder deswegen angewisesen wurden, bestimmte Mindeststandards im menschlichen Umgang zu erlernen bzw. anzuwenden.

    Zur Ehrenrettung der Truppe sei gesagt, dass dies letztlich besser und schneller lief als die Schulbehörden es grad hinbekommen. Ein Tanker ist im Vergleich zur Schulbehörde wendig wie ein Kayak.

    Aber so lange der Minister immer wieder schreibt: „Alles tippi-toppi, läuft bei uns und Wir (im plural maiestatis) sind sowieso die Geilsten!“ ist das Bildungsland Deutschland noch nicht verloren.

  9. Lieber @Pit,
    Kann das alles aus eigener Erfahrung (auch als PM bekommt man im Laufe der Jahre eine Menge mit) nur nachdrücklich bestätigen!!!!!

    • @Mary-Ellen

      Hallo, liebe Mary-Ellen,
      ja, es ist ein Elend.
      Aber ich darf wenigstens dir schon herzlich gratulieren … zum (mittlerweile vollzogenen?) Ausstieg.

  10. Lieber@Pit:

    Drinnen! Im Warmen! Mit Luftfilter!
    (Wir nehmen uns ein bescheidenes Beispiel an unseren bemühten KultusministerInnen.)

    Savoir vivre! À la votre! 😉

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