Rettet dies den Präsenzunterricht? Corona-Impfungen mit Kindervakzin können jetzt starten

28

BERLIN. Die Ständige Impfkommission hat sich zur Kinderimpfung positioniert, nun wird speziell dosierter Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige ausgeliefert. Wie ist der Start der Impfkampagne für diese Altersgruppe geplant?

Die Impfungen von Kindern gegen das Coronavirus können jetzt in Deutschland starten. Foto: Shutterstock

Die Kinderimpfungen mit einem Corona-Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige sollen in dieser Woche in Deutschland anlaufen. Das Bundesgesundheitsministerium hatte den Start der Auslieferung des Kindervakzins von Biontech/Pfizer angekündigt. Neben Kinderarztpraxen sind auch in öffentlichen Impfzentren Kinderimpfungen vorgesehen, aber nicht überall. Mancherorts sind auch besondere Impf-Aktionen geplant – in Berlin etwa im Zoo oder im Naturkundemuseum, in Niedersachsen im Fußballstadion von Hannover 96 und im Zoo der Landeshauptstadt. Wann es konkret losgeht, unterscheidet sich aber.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums werden über 2,2 Millionen Dosen des Kinderimpfstoffs an die pharmazeutischen Großhandlungen verteilt. Zusätzlich gebe es noch Länderkontingente, die zur Verfügung gestellt werden. Arztpraxen bestellen die Impfstoffe über die Apotheken. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung, die sich auf das Ministerium berief, haben die Praxen für diese Woche rund 800.000 Dosen angefordert. Diese würden bis spätestens Mittwoch komplett ausgeliefert.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte eine Impfung von Kindern von fünf bis elf Jahren empfohlen, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen. Das am Donnerstag veröffentlichte Papier ist noch keine finale Entscheidung, es läuft wie üblich noch ein Abstimmungsverfahren mit Fachgesellschaften und Ländern.

«Die Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen, weil die Stiko-Empfehlung so erwartet worden war»

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht in den Kinderimpfungen einen wichtigen Beitrag, um den Präsenzunterricht zu sichern, wie sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte. Die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Katharina Swinka, fordert in einem Interview mobile Impfteams in den Schulen und eine bessere Aufklärung über die Impfung.

Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, hält auf längere Sicht Kinderimpfungen gegen das Coronavirus an Schulen und Kitas für richtig, etwa wenn Auffrischungsimpfungen anstehen. Aktuell sei der Weg über Kinderarztpraxen und separate Impfstraßen in den Impfzentren aber der richtige, sagte die Amtsärztechefin der «Rheinischen Post». Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, geht davon aus, dass das Gros seiner Kollegen beim Impfen der Kinder mitmacht. «Die Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen, weil die Stiko-Empfehlung so erwartet worden war», sagte Fischbach der «Rheinischen Post».

In Bayern sollen Kinder ab fünf Jahren laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) von Mittwoch an in Impfzentren und Arztpraxen geimpft werden können – sofern der Bund seine Lieferzusagen einhalte. Allein die Impfzentren im Freistaat haben rund 240.000 Dosen bestellt. «Wir haben die Impfzentren bereits gebeten, spezielle Familienimpftermine anzubieten», sagte Holetschek. Zudem sollen die Stationen laut einer Ministeriumssprecherin kindgerecht gestaltet werden, die Kinder sollen etwa «Give-Aways» wie Buntstifte bekommen.

In den Impfstellen der Kommunen und Kreise in Nordrhein-Westfalen soll es für Fünf- bis Elfjährige ab Freitag ein Angebot geben. Mindestens die Hälfte der Impfungen soll mit Termin vergeben werden. Der Apothekerverband Nordrhein geht davon aus, dass die ersten Kinderärzte schon am Montag mit dem Kinderimpfstoff impfen werden.

In Bremen wurde ein zentrales Kinderimpfzentrum für diese Altersgruppe eingerichtet, das ab Dienstag den Betrieb aufnimmt. Dort stehen Kinder- und Jugendärzte für die Beratung zur Verfügung, außerdem werden speziell für Kinder geeignete Info-Materialien erstellt. Mobile Impfangebote für Kinder sind aktuell nicht geplant.

Die rheinland-pfälzische Landesregierung peilt den Auftakt für die Impfungen in einem der neun Zentren des Landes für Donnerstag an. Eltern können ihre Kinder bereits seit dem 1. Dezember online oder über eine Hotline anmelden. Eltern können ihre Kinder bereits seit dem 1. Dezember anmelden. Hauptanlaufstelle sollen aber die Kinder- und Jugendärzte sein, wo die Termine individuell vergeben werden.

Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg sieht für die Impfungen der Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zunächst vor allem die Kinderarztpraxen am Zug. Diese kennen ihre Patientinnen und Patienten am besten und wüssten, welche Kinder prioritär geimpft werden sollten, hieß es. Neben den Praxen soll es auch Impfaktionen der Stadt- und Landkreise sowie in Kliniken geben. Konzepte für spezielle Angebote für Kinder und deren Eltern gibt es den Angaben zufolge etwa im Rems-Murr-Kreis und in Tübingen.

In Berlin sollen die Corona-Impfungen für Kinder in den drei landeseigenen Impfzentren am Mittwoch beginnen. Dort soll es insgesamt 35 zusätzliche Impfkabinen für Kinder geben. Geplant sind auch Kinderimpfungen in Grundschulen durch mobile Impfteams. Impfangebote für Kinder sind auch in den Weihnachtsferien vorgesehen.

«Wir sind erst einmal vorsichtig, ob der versprochene Impfstoff auch tatsächlich ankommt»

In Sachsen-Anhalt haben sich laut Sozialministerium bislang 87 Kinder- und Jugendärzte bereiterklärt, Kinder der Altersgruppe zu impfen, davon hätten 40 ihre Bereitschaft signalisiert, bei Bedarf Impfzentren zu unterstützen. Zudem organisierten einige Landkreise und kreisfreie Städte zusätzliche Impfangebote. Die öffentlichen Impfstellen in Magdeburg, dem Burgenlandkreis und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld würden voraussichtlich erst im kommenden Jahr mit den Kinderimpfungen beginnen.

In Thüringen sind vorerst 3000 Termine für Impfungen von Fünf- bis Elfjährigen in mehreren öffentlichen Impfstellen freigeschaltet worden. «Wir sind erst einmal vorsichtig, ob der versprochene Impfstoff auch tatsächlich ankommt und ob das Angebot überhaupt angenommen wird», sagte der Impfmanager der Kassenärztlichen Vereinigung, Jörg Mertz. Ab 27. Dezember sollen die Termine dann auf die Impfstellen in ganz Thüringen ausgedehnt werden.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen die Kinder dieser Altersgruppe vorrangig bei den Kinderärzten geimpft werden. Dort, wo impfende Kinderärzte nicht zur Verfügung stünden, werde es Angebote in Impfstützpunkten der Landkreise und kreisfreien Städte geben, sagte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) am Freitag. Zudem seien Impf-Aktionstage für Kinder und deren Familien in Planung.

Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosiertes und anders abgefülltes Präparat im Vergleich zum herkömmlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet. Von dem mRNA-Vakzin sollen laut Stiko zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden. Für jüngere Kinder gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff.

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hatte den Start der Kinderimpfungen ein gutes Signal genannt. Für viele Fünf- bis Elfjährige und ihre Familien sei das eine «große Erleichterung», sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Überall im Land seien kindgerechte Impfangebote erforderlich. News4teachers / mit Material der dpa

Hintergrund: Die Stiko empfiehlt Kinder-Impfungen nicht generell, ermöglicht sie aber

Anzeige


28 KOMMENTARE

  1. Nach den Weihnachtsferien geht die Kinderimpfung also los?
    Das ist eine gute Nachricht!

    Leider gibt es dabei ein paar kleine Probleme.
    Wenn ich Kinder ab Mitte-Januar impfe dauert es 6 Wochen bis zur zweiten Impfung und noch mal zwei Wochen bis zum Impfschutz. Dann haben wir also ab Mitte-März, wenn es dank Frühling erfahrungsgemäß eh vorbei ist, Impf-Schutz an den Grundschulen und Unterstufen.
    Prima!

    Der Impfschutz hält dann 6 Monate. Das wäre etwa bis Mitte September. Also kurz bevor sich wieder eine neue Welle aufbaut.

    Läuft also wie alles bisher in der Pandemie.
    Zuerst tun wir von staatlicher Seite mal nichts außer schwerwiegende Bedenken zu wälzen. Aber wenn wir was tun, dann doch wenigstens zu spät oder zum falschen Zeitpunkt.

    Wenn die Impfung von Kindern möglich ist, was die Hersteller schon lange versichern, dann hätte sie bis Ende-Oktober, vor der vierten Welle, durch sein müssen.
    So läuft es mal wieder nach dem Motto “ Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann bauen wir einen Zaun.“

    • Genau, im September verschleppen wir dann die Booster-Impfung für Kinder (brauchen Kinder nicht) und/oder den Impfstoff für die Omikron-Variante (hat die Stiko für Kinder noch nicht empfohlen).
      Brauchen wir aber alles nicht, in der Bremsscheiben-Hygienefilter-Schule ist es ja sicher.
      Nächstes Jahr wandere ich nach China aus, die können sogar Distanzunterricht.

    • „Wenn ich Kinder ab Mitte-Januar impfe dauert es 6 Wochen bis zur zweiten Impfung und noch mal zwei Wochen bis zum Impfschutz.“

      Das Hagener Impfzentrum bietet den zweiten Termin genau 3 Wochen nach dem ersten an. Das erscheint mir in der aktuelle Lage sinnvoll und entspricht auch dem, was zu Beginn bei Erwachsenen gemacht wurde. Die spätere Verlängerung auf 6 Wochen resultierte ja aus der Idee, dass möglichst viele möglichst bald wenigstens eine Impfung bekommen sollen.

      Boosterimpfung wird dann tatsächlich interessant für die Kinder… vermutlich wird die Stiko sich dagegen auch dann noch stemmen, wenn die ganze Welt es tut und die Infektionszahlen nach oben schießen.

      Ich hoffe aber, dass die Hersteller gelernt haben und beim eventuell nötigen Omikronimpfstoff von Beginn an auch an die Kinder denken…

  2. Aha, ja, klar…. schon den ganzen Tag versuchen wir einen Termin für unsere Kinder vereinbaren! Ganzen Tag! Unser Kinderarzt bekommt 5 Dosen und sie verimpft sie zuerst an behinderte Kinder uns so soll es auch sein!

    Impfzentrum- man kann kein Termin bekommen, entweder impfen sie keine Kinder über 12, oder keine Kinder unter 12 und unsere Tochter ist an der Grenze, in einen Monat wird sie 12. Natürlich will ich einen Impfstoff für ab 12! Die Leute, die dort arbeiten sind schon jetzt verwirrt! Und man sitzt am Telefon und wartet und wartet und wartet!!!

    Warteschliefe 35 Minuten und wir warten am Telefon immer noch! Könnte man nicht das alles schon im Voraus organisieren? Nein, könnte man nicht, weil wen juckt es!

  3. ALso wenn jemand hier eine vernünftige Info hat, wo kann man in München ab SOFORT Kinder unter 12 und 1 Monat vor 12 impfen lassen kann, Bitte!

    Oder müssen wir noch 2 Monate warten!?

    • Hallo Monika,

      Unser ganz normaler Hausarzt (nicht Kinderarzt) hat meine Tochter geimpft. Wir befinden uns zwischen München und Ingolstadt.

      Auch hat mir eine Mutter heute erzählt, dass es bei uns sehr simpel möglich war, einen Kinderimpftermin beim Zentrum zu buchen. Das Zentrum ist in Reisgang.

      Vielleicht hilft Ihnen das? Kommen Sie zu uns?

      • Risikomama danke! Ich rufe sofort da, wenn es nicht klappt, ich würde dann einfach meine EMail hier hinterlassen um Sie zu bitten Telefonnummer von Ihren Hausarzt.

        Unsere Hausärztin behauptet, dass sie keine Kinder impfen darf.

        Unsere Beide sind unter 12.

  4. Wir haben heute spontan beim Hausarzt 2 Impftermine am Donnerstag auch ohne das Vorliegen Risikofaktoren erhalten. Ein Anruf genügte dafür.

  5. Der Präsenzunterricht wird doch ohnehin „gerettet“. Eltern lassen ihre Kinder impfen, um sie vor den möglichen Folgen der Durchseuchung zu schützen. Das ist die einzige Alternative zu „Augen zu und durch“.

    • Aber leider wohl nicht in Thüringen…

      „Thüringer Eltern stehen der Kinder-Impfung eher skeptisch gegenüber. Das ergab eine Umfrage von „MDRfragt“. Dabei antworteten 54 Prozent auf die Frage, ob sie vorhaben, ihre fünf- bis elfjährigen Kinder gegen Corona impfen zu lassen, mit Nein. In Thüringen beteiligten sich 524 Menschen freiwillig an der Befragung. Sie wurden nicht repräsentativ ausgewählt.
      18 Prozent würden ihre Kinder so bald wie möglich impfen lassen. 15 Prozent sind unentschlossen. Zwölf Prozent stehen der Kinderimpfung generell aufgeschlossen gegenüber, möchten aber noch abwarten. In Sachsen sprach sich mit 53 Prozent ebenfalls die Mehrheit gegen die Impfung von Kindern zwischen fünf und elf Jahren aus, in Sachsen-Anhalt lehnen nur 47 Prozent die Impfung ab. Insgesamt beteiligten sich in den drei Bundesländern 2.013 Eltern an der freiwilligen Befragung.“

      https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-regeln-hildburghausen-gaststaetten-freizeiteinrichtungen-100.html

  6. Stand jetzt sind die Kinderimpf-Termine im Impfzentrum bei uns alle schon weg… aber von Freitag bis Sonntag war es kein Problem, einen Termin zu bekommen (für 17.-19.12.). Sieht also so aus, als wenn viele Impfwillige zum Zuge gekommen wären.

    • Hoffentlich geht jetzt was voran.
      Erst heute wieder gehört: Meine Eltern wollen erst noch abwarten, wie die Impfung bei Kindern überhaupt vertragen wird (14 Jahre alt). Sie selber wollen auch noch nicht … pfff

      • Vermutlich werden diese Eltern vorher herausfinden, wie ihre Kinder die Infektion vertragen… und sie selbst vielleicht auch. Mit viel Pech finden Eltern und/oder Kinder auch noch ganz andere Dinge heraus.

  7. Omikron wird schneller sein als die Kinderimpfungen sein können (https://twitter.com/EckerleIsabella/status/1469626432460623879) und zwei Impfungen reichen dagegen ja noch nicht einmal aus, aber ein Booster ist momentan erst ab 18 möglich und solange die Erwachsenen nicht durch sind, wird sich das wahrscheinlich auch nicht so schnell ändern. Und die Kita-(Geschwister-)Kinder sind noch nicht impfbar und haben somit nun das Risiko, zu Treibern der nächsten Pandemie-Welle zu werden … Hoffentlich gibt es noch VOR Ende der Weihnachtsferien aussagekräftige Daten zum Schweregrad der neuen Variante, um die Maßnahmen anzupassen (Aufhebung Präsenzpflicht u.ä.).

    • Wenn man so was liest, dann können wir uns für Januar schon mal warm anziehen. Nicht nur wegen der winterlichen Temperaturen in den super gelüfteten Klassenräumen…

      „Coronavirus-Ausbruch nach 2G-Plus-Tanzfest
      19.13 Uhr: Bei einem Tanzfestival in Münster hat es trotz 2G-Plus-Regelung einen Coranavirus-Ausbruch gegeben. Das Amt für Kommunikation der Stadt sprach dabei am Montag auch von drei bereits bestätigten Fällen der neuen Omikron-Variante. Allerdings blieb zunächst unklar, ob diese Fälle tatsächlich durch Genomsequenzierung bestätigt wurden. Für eine entsprechende Nachfrage war das Amt am Montagabend nicht erreichbar. Obwohl nur Geimpfte und Genesene an der Veranstaltung teilnehmen durften, die zusätzlich einen gültigen negativen Test vorweisen konnten, sei nach einer dreitägigen Tanzveranstaltung Anfang Dezember bei mindestens 14 Teilnehmenden eine Corona-Infektion festgestellt worden.
      Weshalb es zur Ansteckungsserie kam und wie viele Personen darüber hinaus betroffen seien, werde nun ermittelt. Nur wenige der insgesamt bis zu 134 auch internationalen Teilnehmer kommen dabei aus Münster. Alle seien zu einem PCR-Test aufgefordert worden. Unter den 14 bislang bekannten Infizierten wohnen zwei in Münster.“

      https://www.focus.de/gesundheit/news/news-zur-corona-pandemie-niedersachsen-verschaerft-corona-regeln-intensivmediziner-rechnen-mit-einer-zunahme-der-corona-erkrankungen-bei-kindern_id_13512540.html

  8. Gutes Signal?
    Präsenzunterricht sichern?

    Kinder sind dich keine Treiber der Pandemie!

    Ach ich habe dieses Pipi Langstrumpf Prinzip als „ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt“ so satt.
    Jeder schnappt sich ein Bröckchen einer Aussage und leitet sich seine liebste Fassung ab. Es nervt nurnoch.

    Entweder sind Kinder in den Schulen gefährdet, dann sollten sie geimpft werden. Oder sie sind es nicht und eine Impfung hat keinen Einfluss auf die Sicherstellung des Präsenzunterrichts.
    Man könnte aber auch ehrlich sein und zugeben, dass man keine Ahnung hat ob die Kinder Treiber der Pandemie sind und ob das Impfen von Kindern einen positiven Effekt hat.

    Eigentlich vertrete ich die Meinung: Wenn man keine Ahnung hat, lieber die Klappe halten. Als Politiker, als Entscheider in so einer Situation vielleicht nicht die beste Entscheidung.
    Das Klügste wäre ehrlich zu sagen, dass man es nicht weiss. Das wäre Größe.
    Aber einfach irgendwas in die Welt zu posaunen um noch mehr Verunsicherung zu schaffen, eher ungünstig.

  9. Fr. Priesemann, die wegen Omikron derzeitig die rechtssichere Installation eines Not-Schutzschalters fordert, wollte Alternativkonzepte zum Präsenzunterricht sichten und hat einen Aufruf dazu gestartet und siehe da, es gibt offenbar keine wirklich brauchbaren Konzepte mit systematischem Vergleich untereinander oder gar Evaluationen: https://twitter.com/ViolaPriesemann/status/1469580091596357635 Konnte scheinbar keiner mit rechnen, dass sowas nochmal gebraucht würde und Mantras als Methode vielleicht nicht ganz bis ans Ende der Pandemie reichen würden …

    • Es gibt keine offiziellen Konzepte, weil Distanzunterricht politisch und gesellschaftlich nicht gewollt ist. So einfach. Präsenzunterricht koste es, was es wolle. Und möglichst die “Kosten” (Folgen) verheimlichen, bis es den KuMis nachgewiesen werden kann.

      • Es war von Anfang an vor allem von Seiten der Wirtschaft nicht gewollt. Da laufen seit 2 Jahren Kampagnen gegen jede Art der Aufweichung der Präsenzpflicht. Es wurden extra „Eltern“Initiativen gegründet, von so tollen Wirtschaftsverbänden wie dem INSM finanziert. Das Mantra von den armen Kindern wird rauf und runter gebetet, bis der letzte Depp es glaubt. Alles nur damit die Eltern arbeiten gehen können.
        Wieso werden Eltern denn nicht freigestellt und finanziell unterstützt, wenn sie Kinder daheim betreuen müssen? Weil das Geld lieber großen Firmen hinterher geschmissen wurde. Das alles ist einfach nur widerlich. Aber alle machen mit und denken es geht nicht anders. Ohne Worte.

        • Das frage ich mich auch.

          Strikter Kündigungsschutz, Übernahme der Personalkosten usw wären dringend notwendig..für alle anderen zugezogenen ist genug Geld da, nur für die eigene, arbeitende Bevölkerung mal wieder nicht. Nicht mal während einer Pandemie mit Ausnahmezustand. Im Gegenteil, man will nochmal.25.000 aufnehmen

          • Kannst du dich mit deinem billigen Rassismus bitte sofort aufhören. Das ist widerlich und ekelhaft. Du merkst überhaupt nicht, wer hier Geld bekommt und wer nicht. Es gibt da ein schönes Bild:
            Sitzen ein Deutscher, ein Einwanderer und ein Vertreter der Großkonzerne am Tisch. In der Mitte liegen 20 Plätzchen, wovon sich der Vertreter der Großkonzerne 19 nimmt und zu dem Deutschen sagt: Pass auf, der Einwanderer will dir das Plätzchen klauen.
            Aber ob du das verstehst? Ich drück dir die Daumen.

  10. Auch wenn viele Kinder geimpft werden (was in Thüringen kaum passieren wird, wenn man den Umfragen glaubt und die vielen ungeimpften Eltern betrachtet), dürfte sich das Erkrankungsrisiko für LuL und andere Erwachsene, die im Schul- und Kitabetrieb tätig sind, erhöhen.

    „[…] liefern ganz neue Daten aus Südafrika aber erste Hinweise, dass eine Zweifach-Impfung mit Biontech/Pfizer bereits einen 70-prozentigen Schutz vor einem schweren Verlauf bieten könnte, der im Krankenhaus behandelt werden muss. Laut „Reuters“ wurden diese Daten von Südafrikas größtem privatem Krankenversicherer Discovery Health am Dienstag veröffentlicht. Die Forscher gaben aber zu Bedenken, dass es sich dabei um vorläufige Ergebnisse handle.“

    https://www.focus.de/gesundheit/news/nur-impfung-kann-schuetzen-omikron-auf-dem-vormarsch-was-ungeimpfte-genesene-und-geimpfte-jetzt-wissen-muessen_id_24515369.html

    „[…] Biontech und Pfizer hatten vergangene Woche selbst Studienergebnisse veröffentlicht, wonach ihr Vakzin nach drei Dosen effektiv gegen die Omikron-Variante wirkt – nach zwei Dosen aber noch deutlich weniger wirksam gegen Omikron ist. Biontech-Chef Ugur Sahin hält daher frühere Booster-Impfungen für ratsam, womöglich schon nach drei Monaten. (evo)“

    https://www.rtl.de/cms/impfwirkung-von-biontech-dritte-impfung-schuetzt-vor-omikron-offenbar-sehr-gut-4883080.html

    Können alle LuL sehr zeitnah eine Boosterimpfung bekommen? Wie man hört, ist das regional sehr unterschiedlich.
    Was ist mit den älteren Menschen in der Bevölkerung, die ihren Booster bereits im September / Oktober bekommen haben? Ihr Booster erfolgte zum einen sehr spät, nämlich 7-8 oder sogar 9 Monate nach der Zweitimpfung. Andererseits gelten sie nun auch nicht mehr als „frisch“ geboostert 3 Monate nach dem 3. Pieks. Und man weiß ja noch nichts über die längerfristige Wirkung des Boosters. Und Omikron legt ja erst noch los bei uns. In Anbetracht all dieser Tatsachen plus volle Intensivstationen vielerorts wäre es doch angezeigt, für Schulen und Kitas endlich wirkungsvolle Schutzmaßnahmen zu ergreifen!!! Es kann doch nicht das Ziel sein, hier besonders viele Infektionen zuzulassen. Außerdem müssten endlich mal Impfquote, Hospitalisierungsinzidenz, Corona- Sterberate und allgemeine Inzidenz der Bundesländer und Kandkreise einbezogen werden, wenn es um zusätzliche Maßnahmen, auch an Schulen, geht. Da wäre Thüringen nämlich Spitzenreiter bei Inzidenz, Hospitalisierungsinzidenz und Sterberate ( zusammen mit Sachsen) und Bummel(vor)letzter bei den Impfungen. Damit könnte man schlüssig schärfere Maßnahmen begründen. Aber in Thüringen läuft alles irgendwie weichgespült und unser MP Ramelow hat schon fromme Weihnachtswünsche geäußert, nämlich keine weiteren Kontakt- und andere Beschränkungen über die Feiertage. Das kann im Januar dann lustig werden mit Feiertagsinfektionen, nur 2 Tests wöchentlich an den Schulen, auch bei Infektionsfällen, Omikron und super Lüftungskonzept bei Minusgraden und Schnee. (Voriges Jahr hatten wir einige Tage lang unter 20 Grad Frost! Und da wird diesmal ja wohl gnadenlos Präsenzunterricht gemacht werden…)

  11. „[…]Ein harter Lockdown würde den Prozess von Omikron, wie es sich durch die Bevölkerung bewegt, verlangsamen. Der ermöglicht es aber, lebenswichtige Antikörper zu entwickeln, die die Bevölkerung in Richtung ‚Herdenimmunität‘ bewegen.“ Gerade wenn die nächste Variante auftaucht, die schwerwiegender als Omikron ist, könnte das von Vorteil sein, glaubt die Ärztin. „Wir werden alle Hilfe brauchen, die wir von einer solchen natürlichen Immunität bekommen können.“

    https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/aerztin-die-variante-entdeckte-wenn-wir-ueberreagieren-laufen-wir-gefahr-die-vorteile-von-omikron-zu-verpassen_id_24536158.html

    Was die Ärztin sagt, könnte von den KuMis als Aufforderung verstanden werden, Omikron ungebremst durch die Schulen laufen zu lassen…

  12. Kaum zu glauben
    RND 14.12.2021, 18:45 Uhr
    Lauterbach: Bund hat zu wenig Impfstoff bestellt – reicht laut Bericht nicht für Booster-Kampagne

    Der neue Bundesgesundheitsminister Lauterbach hat sich in der Video-Konferenz mit den Gesundheitsministern der Länder äußerst besorgt gezeigt.
    Es gebe einen erheblichen Impfstoffmangel, da die Vorgängerregierung zu wenig Impfstoff bestellt habe, soll Lauterbach laut „Spiegel“ gesagt haben.
    Dies betreffe das gesamte erste Quartal 2022.

    https://www.rnd.de/politik/karl-lauterbach-impfziel-in-gefahr-bund-hat-offenbar-nicht-genug-corona-impfstoff-bestellt-YX333X5BCVA3FOUIFPQBA6ZNSQ.html

    • Wundert das irgendjemanden?

      Wie kann man von Politikern, die im SEPTEMBER die Impfzentren schließen ließen, erwarten, vorausschauend Impfstoffe einzukaufen?

      Wir erinnern uns… im September hat man in Israel erkannt, dass man die Delta-Welle nur mit Boosterimpfungen brechen kann.

    • Wieso kaum zu glauben.
      Es wundert einen hier doch mittlerweile überhaupt nichts mehr. Und dass Herr Spahn nix drauf hat, sollte auch dem letzten Depp mittlerweile klar sein. Zum Glück haben wir jetzt den Karl. Schade, dass er erstmal den Murks seines Vorgängers ausbaden muss.

    • Massen auf Halde interessieren den Verbraucher nicht, aber plötzliche Verknappung eines sichergeglaubten Angebots erhöht die Nachfrage erheblich. Das müssten aus der WC-Papier-Krise gelernt sein.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here