Gebauer hält Schulstart in Präsenz für „gut gelungen“ – Schülervertretung widerspricht

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DÜSSELDORF. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat sich mit dem Beginn des Präsenzunterrichts am Montag zufrieden gezeigt.  «Die bisher vorliegenden Rückmeldungen zeigen, dass der erste Tag mit Tests vor Unterrichtsbeginn für alle rund 2,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie für das gesamte Personal in Schulen gut gelungen ist», sagte sie. Die Landesschüler*innenvertretung NRW sieht das allerdings anders. Sie legte der Schulministerin einen Forderungskatalog vor – einschließlich Wechselunterricht.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer pocht auf Präsenz. Foto: Land NRW

Der Start nach den Weihnachtsferien sei von den Schulen bestmöglich vorbereitet worden, sagte Gebauer. Aktuelle Zahlen, wie viele Schüler und Schülerinnen am Montag in der Schule positiv getestet wurden, teilte das Ministerium nicht mit. Die Veröffentlichung der stichtagsbezogenen Daten aus der Schulabfrage erfolge wie üblich stets in der Folgewoche, hieß es aus dem Schulministerium. Man beobachte das Infektionsgeschehen aber sehr genau.

Die Landesschüler*innenvertretung (LSV) NRW kritisiert das Festhalten am Präsenzunterricht und forderte zum Schulstart eine Rückkehr zum Wechselunterricht. «Schon vor den Ferien mussten einige Schulen komplett geschlossen werden – nur durch den sofortigen Wechselunterricht nach den Ferien können wir jetzt den vollständigen Distanzunterricht verhindern und die soziale Isolation möglichst gering halten», sagte Laura Körner aus dem Landesvorstand der LSV NRW.

„Seit mehreren Monaten fordern Expert*innen nun schon Luftfilter für die Schulen.“

„Auch befürworten wir eine FFP2-Maskenpflicht, vorausgesetzt, alle Schüler*innen werden ausreichend und kostenfrei mit diesen ausgestattet, um diese täglich alle zwei bis drei Stunden wechseln zu können. Gesundheitsschutz darf nicht auf Kosten jener betrieben werden, die diese Hürde finanziell nicht stemmen können”, so Xueling Zhou, ebenfalls Mitglied in der LSV NRW.

Zudem fordern die Schülerinnen und Schüler, die Schulen mit Luftfiltern auszustatten. „Seit mehreren Monaten fordern Expert*innen nun schon Luftfilter für die Schulen. Dass die Schulen immer noch nur absolut mangelhaft mit diesen ausgestattet sind, während gleichzeitig Milliarden im Verteidigungsministerium oder für die Rettung von Großkonzernen verpulvert wurden und werden, zeigt die politische Schieflage und Prioritätensetzung der Regierun.”, kritisiert Xueling Zhou.

Weiterer Punkt: Die Landesregierung müsse sich von der Illusion verabschieden, dass alle Schülerinnen und Schüler sämtliche Lehrinhalte nacharbeiten können. Dies ist schlichtweg nicht für alle Schüler*innen möglich, insbesondere dann nicht, wenn Schüler*innen aufgrund ihres sozioökonomischen Hintergrundes nicht richtig oder auch gar nicht am Distanzunterricht teilnehmen konnten. „Damit Abschlüsse nicht noch ungerechter als schon zuvor werden, ist es dringend notwendig, dass Abschlussprüfungen dezentral von den einzelnen Schulen erarbeitet werden, da die Lehrkräfte am besten wissen, welche Lerninhalte bearbeitet werden konnten und welche zeitbedingt weniger thematisiert wurden”, erklärt Laura Körner. „Auch muss das generelle Klausuraufkommen reduziert werden, um die Schüler*innen zu entlasten und Raum für die mentale und seelische Aufarbeitung der Pandemie zu bieten”, so Körner weiter.

Die Krise habe gezeigt, wie sehr die seelische Gesundheit unter sozialer Isolation und den notwendigen Maßnahmen leide, bei manchen mehr und bei anderen eben weniger – leider viel zu oft auf Basis des sozioökonomischen Hintergrundes. Es brauche deshalb  vor allem mehr Schulpsycholog*innen und Schulsozialarbeiter*innen.

„Schulen müssen die Kompetenz erhalten, den Lehrplan auf die Bedürfnisse der Schüler*innen anzupassen”

Schülerinnen und Schüler müssten die Möglichkeit bekommen, Erlebtes in einem sicheren Rahmen zu verarbeiten und zu reflektieren. Dafür müssen diese Gespräche auch während der Unterrichtszeit aktiv gefördert werden, indem Räumlichkeiten und ausreichend Kapazitäten, etwa durch Kürzung der Lehrpläne geschaffen werden. „Ziel darf es nicht sein, Lernrückstände durch noch intensiveres und enger getaktetes Lernen auf Kosten der seelischen Gesundheit der Schüler*innen nachzuarbeiten, Schulen müssen die Kompetenz erhalten, den Lehrplan auf die Bedürfnisse der Schüler*innen anzupassen”, fordert Laura Körner. News4teachers

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20 KOMMENTARE

  1. Ein kurzer Kommentar zum gelungenen Schulstart und der Zuverlässigkeit der Schnelltests:

    Alle Kinder meiner Klasse wurden gestern professionell an einer Teststation mit einem Schnelltest getestet, alle waren negativ. Gerade mal 15-17 Stunden später wurde der Pooltest durchgeführt und heute Nachmittag erfahre ich, dass unser Pooltest positiv ist…und trotz Frühstückspause ohne Maske sitzen morgen fast alle wieder in der Klasse und werden dann aber nicht getestet.

    • Da hilft nur der sofortige Wechsel in den Distanzunterricht… falls das Omikron war, dürfte es aber vermutlich wenigstens die Hälfte der Klasse erwischt haben.

    • Das heißt Ihre Klasse wurde sonntagabends professionell schnellgetestet. Am Montagmorgen dann der Pooltest (ich vermute PCR) und nachmittags dann schon das Ergebnis. Welche Fabrikate waren denn das? So eine schnelle Auswertung ist ja rekordverdächtig.
      Ich glaube eher Sie haben sich täuschen lassen oder wollen uns veräppeln. Ansonsten gratuliere ich Ihnen zu dieser Leistung!

  2. Guter Zeitpunkt, den Auftakt heute schnell für gelungen zu erklären – sämtliche Grundschüler*innen erhalten ihre Testergebnisse ja auch erst heute Abend bis morgen in der Frühe. Meine zwei Grundschüler waren von dem eklig chemischen Geschmack der neuen Rückstellprobe-Stäbchen noch den ganzen Tag nachhaltig beeindruckt.

    • Gelungener Auftakt heisst: es war erster Schultag nach den Ferien und fast alle waren da… und was haben sich meine Schüler gefreut. Eingenässt vor Freude haben sie sich fast, wieder im hochgelobten Land Schule zu sein.

      Taadaaa… gelungener Präsenzunterricht. Verkauft sich doch gut.

    • Das sich selbst loben der deutschen Minster ist das best grübelte Verfahren und zum größten Teil die Kernkompetenz der eigenen Vermarktung

      Die Ergebnisse sprechen zu 90% dagegen aber die die gleiche Clice kommt ja immer wieder ans Steuer in D..
      Von daher geht’s kontinuierlich bergab ins Chaos.

    • Heute morgen 5 Uhr die Meldung, der Pool sei positiv gewesen, aber die Einzelauswertung könne noch bis morgen auf sich warten lassen. Also ist die Klasse eines unserer Kinder zuhause heute. Wenn dann die Einzelergebnisse kommen, sollen auch die Kinder vorsorglich in Quarantäne, die beim Mittagessen in der OGS waren. Dass aber ALLE ohne Maske gemeinsam beim Schwimmen waren gestern, tut hinsichtlich Kontaktverfolgung nix zur Sache. Meine anderen Kinder haben heute gefordert, ihnen die Schulbrote in Häppchen zu schneiden, damit sie sie unter die Maske schieben können … das muss der schöne Alltag sein, den Fr. Gebauer den Kindern ermöglichen möchte. Ach ja, die Klassenfahrt übernächste Woche soll auch stattfinden – es sei ja auch NOCH sicherer, wenn die Kinder tagelang zusammen bleiben als wenn sie alltäglich zu ihren Familien zurückkehren!

  3. Lachhaft! Bei uns wurden 1 % der SchülerInnen positiv getestet. Wenn das in dem Tempo weitergeht, stehen wir bald vor leeren Klassen.

  4. Joooaaaahhhhhh, so hört sich das jetzt seit zwei Jahren nach den Ferien oder nach dem Lockdown an… alles sicher, alles easy, ewig grüßt die Ministerin…

    Koooomisch, wo dann doch immer wieder die hohen Infektionszahlen bei den Kindern und Jugendlichen herkommen, die in den Schulen doch gar nie auftauchen…???
    Meeerrrrkkkkwürdig, dass kurz nach den Ferien die Zahlen dann schon wieder hochgehen…

    Und noch schlimmer:
    Die Lehrer wussten das VORHER!
    Dann sind die Lehrer bestimmt dafür verantwortlich!
    Konnte ja sonst KEINER vorher wissen…
    (An dieser Stelle kann sich jeder ein Rumpelstielzchen-Emoticon denken…)

    Lernerfolg über zwei Jahre?
    Präventionsprinzip verstanden?
    Präventionsparadoxon???
    Oder fährt da jemand gerne mit uns Achterbahn???

  5. Witzig, wenn man den Titel einfach nur umdreht (faktisch das Gleiche, aber klingt ganz anders):

    Schülervertretung hält Schulstart in Präsens für misslungen – Gebauer widerspricht
    🙂

  6. Ivonne Gebauer im Wunderland
    Nachdem an unserer Grundschule erstmal schön alle miteinander gespielt haben, da es ja keine schnell Tests mehr gibt bei uns, kam dann die Meldung das in den ersten Klassen und der dritten Klasse mehrere Kinder positiv sind. Klasse war zu erwarten das es so kommt. Aber im Wunderland von Frau Gebauer läuft ja alles anders. Wehe meinen Kindern passiert was. Dann kann die sich ganz warm anziehen!!! Kind Nr 1 mit Rheuma vorbelastet, Kind Nr 3 ist zwei mal fast gestorben und konnte auf den letzten Drucker gerettet werden. Von meinen zwei verstorben möchte ich gar nicht erst reden. Bildung um jeden Preis? Die Frau ist geisteskrank. Aber jetzt warten alle Eltern das wir endlich mal die Ergebnisse der Einzeltests bekommen. Klasse die Kinder können mir mit Testergebnis in die Schule wo man jetzt jeden Tag warten darf das man die Meldung aufs Handy bekommt, irgendwann mal.. Oder auch gar nicht… Kennt man ja und dann bleiben mal hau ruck alle zu Hause. Diese Frau ist eine Schande!!!

    • Lassen Sie Ihre Kinder am besten zuhause die ersten ein zwei Wochen.
      Danach haben die Verantwortlichen gemerkt das es auch nach den Ferien noch Corvid gibt.

      Vielleicht

  7. Lachhaft. Allein heute wurden 1% unserer SchülerInnen positiv getestet. Wenn das in diesem Tempo weitergeht, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Klassen leergefegt sind.

  8. Ich weiß nicht was ich dazu sagen soll, obwohl es soviel zu sagen gibt. Leider kann ich nur den Kopf schütteln. Ich schließe mich den vorherigen Meinungen an und bin schockiert über das was Frau Gebauer von sich gibt.

  9. Gelungen für Frau Gebauer, möglichst viele Kinder in der Schule und damit das so bleibt kommen Infizierte nach 7 Tagen wieder. Kinder aus Haushalten mit positiven Eltern schon nach 5 Tagen!
    Die Kinder haben somit nicht nur die Pflicht sich anzustecken sondern nun auch konkret zu Wissen andere mit einer Restvirenlast anzustecken und zu Gefährden. Wer Übernimmt eigentlich die Verantwortung, das ist doch Vorsatz. Wenn Freitestesten dann PCR und nicht mit Schnelltest, der nur bei hoher Virenlast anschlägt.
    Und schon gar nicht per Präsenzpflicht

  10. Bei uns war auch der Pool einer Klasse positiv. Die Info des Labors kam aber nicht wie angekündigt bei allen Eltern an, sondern nur bei einigen. Einzeltestergebnisse konnten teilweise nicht abgerufen werden oder kamen erst heute morgen, als der Unterricht schon längst begonnen hatte. Sollte nicht mit den neuen Rückstellproben alles besser und schneller werden??

  11. Das Frau G. diese alte Platte wieder rausholt und auflegt war doch immer schon klar, oder?

    Was soll sie denn auch sonst sagen…wer keine Alternativen hat ist….halt alternativlos…..und niemand hat weniger Optionen als Frau G..

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