Philologenverband fordert Omikron-Stufenplan (und dass Heizungen in Schulen auch nachts laufen)

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BERLIN. Angesichts einer neuen möglichen Coronawelle fordert der Deutsche Philologenverband von der Kultusministerkonferenz einen einheitlichen und kriterienorientierten Stufenplan. „Wir brauchen einen Stufenplan, der sich an Inzidenz, Impfquote und Hospitalisierungsrate orientiert und je nach Lage vor Ort entsprechend umgesetzt werden kann. So sind Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Eltern vorbereitet, geeignete Maßnahmen werden planbar und es wird mehr Vertrauen in politische Schulentscheidungen geschaffen“, erklärt die Bundesvorsitzende Prof. Susanne Lin-Klitzing.

„Bedingungen verbessern – schnell“: Philologen-Chefin Susanne Lin-Klitzing macht Druck. Foto: DphV

Zu einem solchen Vorhaben gehört für den Verband auch ein Plan, der festhält, bis zu welchem Quarantäne-Prozentsatz von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern weiter „voller Präsenzunterricht“ geleistet werden kann. Einheitliche Kriterien schützen außerdem auch vor politischen Alleingängen in einzelnen Bundesländern und gewährleisten trotzdem ein regional angepasstes Handeln. Lin-Klitzing: „Gerade in einem Jahr, in dem vier Landtagswahlen anstehen, sollte die Corona- und Schulpolitik kein Wahlkampfinstrument sein. Wir erwarten von den Kultusministerinnen und -ministern stattdessen vorausschauendes und verantwortungsbewusstes Handeln im Sinne der Kultushoheit der Länder.“

Gleichzeitig weist der Deutsche Philologenverband darauf hin, dass die Vorbereitungen für den Präsenzunterricht immer noch nicht gut genug sind. „Wir brauchen ausreichend FFP2-Masken, niedrigschwellige Impfangebote für Schülerinnen und Schüler mit Beratung für die Eltern, Boosterangebote für die Lehrkräfte und PCR-Tests für die Schulgemeinden, dreimal die Woche. Da an den Schulen weiterhin regelmäßig gelüftet werden muss, wäre es neben weiteren Maßnahmen gut, wenn nachts die Heizungstemperatur nicht mehr abgesenkt wird, damit die Schulgebäude nicht auskühlen und eine höhere Grundtemperatur trotz Lüften alle 20 Minuten erhalten bleibt“, mahnt Lin-Klitzing.

Der Philologenverband wiederholt außerdem seine Forderung an die Kultusministerkonferenz, die Bedingungen für Distanzunterricht zu verbessern. Laut einer Umfrage unter knapp 7000 Mitgliedern hatten bis November 2021 gut 43 Prozent der Lehrkräfte noch immer kein digitales Endgerät von ihren Dienstherren bekommen. Knapp 50 Prozent der befragten Lehrkräfte gaben an, an Schulen zu unterrichten, an denen das WLAN nicht optimal für den Unterricht nutzbar ist. 62,5 Prozent der befragten Gymnasiallehrkräfte können an ihrer Schule nicht auf einen professionellen IT-Betreuer zurückgreifen.

Die Philologen-Chefin: „Bei der derzeitigen Lage müssen sowohl die Bedingungen für den Präsenzunterricht als auch für einen möglichen Distanzunterricht von den Kultusministerinnen und Kultusministern verbessert werden – und zwar schnell. Außerdem muss das Programm zum Aufholen nach Corona endlich wirksam ausgestaltet werden, damit diejenigen Schülerinnen und Schüler, die in den Distanzunterricht müssen, bestmöglich gefordert und gefördert werden!“ News4teachers

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Krisenqueen
7 Monate zuvor

Nach fast 2 Jahren Pandemie gehört ein Maskengeldzuschuss für Hartz4-Kinder immer noch nicht zu den Maßnahmen! Was soll das? Erwachsene haben einmalig (befristet vom 1.1.2021-30.6.2021!) 150 Euro für Masken bekommen. Eine Hartz4-Mama mit Vorerkrankungen hat das ratzfatz für FFP2-Masken ausgegeben (es gibt genug, die 5 Tage pro Woche arbeiten und aufstocken und für 5 Tage in der Bahn eine Maske brauchen).

Die Kinder haben noch nicht einen Cent dafür bekommen! Die Folgen?
Eltern kaufen die viel günstigeren, aber auch für Grundschüler viel zu großen, OP-Masken, die dann durch mehrmaliges Drehen der Ohrbänder verkürzt werden (was zu großen Löchern an den Seiten führt, dann kann man die Maske auch gleich lassen). Einer Mutter vor unserer Schule fiel eine OP-Maske auf den Fußweg in den Matsch- sie hob sie auf :“Die kann man ja morgen noch benutzen „.

Da muss man sich nicht wundern. Es ist die pure Not. Das Geld für die Masken muss vom Essen abgezwackt werden. Schließlich gilt Präsenzpflicht und Maskenpflicht!!

Warum gibt es keinen Maskenzuschuss für Kinder??? Weil sie es mal wieder nicht wert sind? Aber tausende Euros für Tablets, die dann doch keiner nutzt, weil ja krin Kumi ernsthaft auf Distanzunterricht im Krisenfall vorbereiten will.

Maren
7 Monate zuvor
Antwortet  Krisenqueen

Wo bekam man 150 Euro für Masken?Hier in Nds.jedenfalls nicht.Eine Bekannte bekam eine Packung(bin gerade nicht sicher ob 10 oder 20)Masken für sich und ihr Kind (Erwachsenenmasken für einen 7jährigen)und das wars.

Emil
7 Monate zuvor
Antwortet  Krisenqueen

Eltern haben letztes Jahr 600 Euro Corona_Bonus pro Kind bekommen. Davon kann man Masken für ein ganzes Schulleben kaufen.

Jäger
7 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Der Corona-Bonus beinhaltet theoretisch deutlich mehr als ausschließlich Maskenkauf. Es ist u.a. anderen eine Ausgleichszahlung für fehlende soziale Teilhabe. Während die Kinder nicht in der Betreuung essen, sie im Stadtteil beispielsweise kaum sozialpädagogisch betreut werden können, Sportvereine geschlossen sind, muss privat Geld eingesetzt werden, damit die Kinder nicht nur vor der Glotze sitzen oder nicht genug zu essen bekommen. Es gibt Kinder, deren Kinderzimmer ist leer, weil deren Eltern kein Spielzeug anschaffen. Die haben das Kindergeld in die Wohnungseinrichtung gesteckt, die sie sich von ihrem kargen Lohn nicht leisten können. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten für unter Mindestlohn in einem Sektor der Homeoffice nicht erlaubt, haben dann noch Sonderausgaben für Öffentlichen Nahverkehr, Kleidung, all das, was man ausgeben muss, WEIL Sie arbeiten und bekommen ihre Kinder trotzdem nicht satt, weil Ihre Waschmaschine wieder einmal kaputt ist. Von was träumen Sie? Haben Sie noch nie mit Lehrern an Brennpunktschulen gesprochen?

Jan aus H
7 Monate zuvor

„Zu einem solchen Vorhaben gehört für den Verband auch ein Plan, der festhält, bis zu welchem Quarantäne-Prozentsatz von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern weiter „voller Präsenzunterricht“ geleistet werden kann“

Falscher Ansatz, denn er motiviert die KM zu unsinnigen Quarantäneregeln wie beispielsweise dem Spruch von Frau G. dass bei Maskenbenutzung trotz Omega nur das infizierte Kind in Quarantäne muss.

Hellus
7 Monate zuvor

Aber, aber.
Wenn alles nach Plan laufen würde, könnte man doch gar nicht mehr seine Macht ausspielen, willkürliche (gesundheitsgefährdende) Entscheidungen vom sicheren Schreibtisch aus treffen, „Untertanen“ nach Belieben über dieses (Aufhebung der Maskenpflicht, Präsenzzwang, verbindliche Sitzpläne, die doch keinen interessieren usw.) oder jenes Stöckchen springen lassen. Dann macht das doch unseren KuMis keinen Spaß mehr. Wie langweilig, nach Plan. Keine wichtigtuerischen Pressekonferenzen mit den immergleichen Worthülsen, keine kreativen Wortneuschöpfungen mehr kundtun dürfen (Hygienefilter etc.), einfach nur zusehen, wie es funktioniert, da wäre man am Ende noch überflüssig. Oder noch schlimmer: man müsste mal wirklich konstruktiv arbeiten.

Anne
7 Monate zuvor

Also bei uns läuft die Heizung nachts. Daher habe ich morgens muckelige 28 (!) Grad in meinem Raum. „Dank“ ständiger Lüfterei ist das aber spätestens zur 2. Stunde runter auf 16.
Statt nach mehr Heizungen zu rufen, sollte der Philologenverband mal besser DU fordern. Wenn ich mir die Zahlen in NRW anschaue, die jetzt schon deutlich hoch gehen, obwohl noch Ferien sind, wird mir ganz anders. Innerlich hoffe ich, dass möglichst viele Eltern ihre Kinder einfach krank melden. Wird natürlich nicht passieren, die Kiddies könnten ja was verpassen…

Mama hoch 3
7 Monate zuvor
Antwortet  Anne

“ Kinder einfach krank melden“, wenn das so einfach wäre. Am 1. Tag nach den Ferien braucht man ein Attest. Z.z. ist der Gang zum Kinderarzt alles andere als ein Spaß und man kommt mit Durchfall, grippalem Infekt oder anderem vom Kinderarzt nach Hause. Spätestens am 3. Tag des Fehlens fordert die Schule dann auch wieder ein Attest ein, sonst heißt es Schulpflichtsverletzung und Bußgeld. Uns Eltern sind definitiv die Hände gebunden, auch wenn längst nicht alle die Kinder unter diesen Bedingungen in die Schule schicken möchten.
Ich ärger mich auch über die Eltern, die einfach nur froh sind, wenn die Kinder in der Schule verwahrt sind. Aber es ist halt nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint.
Es gibt Eltern, die könnten ohne Probleme eine Betreuung und Beschulung zu Hause gewährleisten. Es gibt aber auch Eltern, die Jobverpflichtungen haben, die zwar im Homeoffice sind, aber zu ihrer arbeitet nicht noch parallel ihrem Kinde das Schreiben beibringen können. Und es gibt Eltern, die gar nicht ins Homeoffice können, weil ihre Arbeit dies nicht zu lässt.
Ich würde mir wünschen, dass man als erstes die Präsenzpflicht aussetzt. Dann kann schon mal ein Teil von zu Hause lernen und jedes Kind weniger in der Schule, ist auch weniger Ansteckungsrisiko für die anderen. Und dann wäre es gut nach vielfältigen Möglichkeiten zu suchen. Vielleicht können die Homeschooleltern noch ein weiteres Kind aus der Klasse mitbetreuen. Dann reduziert sich der SuS Anteil noch einmal, der in der Schule ist. Und wenn man weiter überlegt, gibt es sicher noch weiter Möglichkeiten, man muss aber den Mut haben, nicht alle gleich zu behandeln, um das Optimale für alle herauszuholen.

Brick in the wall
7 Monate zuvor

Ich würde mir sehr wünschen, dass Schukpolitik zum Wahlkampfthema wird, damit es, wie es so schön heißt, einen Wettstreit der Ideen gibt.
Und keine kollektive Ideenlosigkeit jenseits geöffnteter Fenster und verkürzter Quarantäne.

Rosa
7 Monate zuvor

Die KM haben erneut keinen Plan B für die Schulen vorbereitet und keinen Maßnahmenplan angekündigt und dies auch erneut auf Kosten der Schulen. Das Rückenwindprogramm ist auch dem PhV bekannt und die Mogelpackung ist ohne Inhalt verteilt worden. Besonders von dem Aufholprogramm sind die G8 Schulen betroffen und nach einem G7 Schuljahr haben alle sozialen Schichten große Lernrückstände. Die Mogelpackung und das Märchen was Frau Schopper allen an der Schule aufgebunden hat, ist allen bekannt und keiner der Machthaber ist konfrontiert worden des nicht geleisteten Aufholprogramms. Es war auch allen bekannt, dass der Tropfen des Rückenwindprogramms nicht ausreicht. Frau Schopper kündigt nur etwaige Rückstände an und hat die Realität der Bildungsnot nicht anerkannt einer Schülerschaft. Dabei haben viele Schulleitungen aufgerufen ein Aufholprogramm an die Schulen zu verteilen und es ist immer noch nicht eingetroffen.

Schattenläufer
7 Monate zuvor

Utopische Forderungen.
Kehrt um, marsch, auf zur Sicherstellung der Bildungsgerechtigkeit in Präsenz.

Kritischer Dad*NRW
7 Monate zuvor

Schulen auf – alle 20-5-20 Min. Lüften… und wie wurde die gesetzliche Anforderung:
M I N D E S T E N S +19 ° C E L S I U S Raumtemperatur
gelöst?

Es ist jetzt kalt bei einstelligen Graden und ersten Frostansätzen.
Die Raumtemperatur in Arbeitsräumen mit überwiegend leichter und sitzender Tätigkeit beträgt nach Arbeitsschutz M I N D E S T E N S +19° C E L S I U S.

Zwiebellook ist langsam ausgereizt.

Läuft
7 Monate zuvor

Ehrlich gesagt, kann ich diese gesamten Forderungen nicht mehr hören.

Höchstwahrscheinlich bin ich die einzige Lehrkraft, die einfach primär Schutz für sich fordert. Natürlich möchte ich nicht, dass sich meine Schüler infizieren, aber ich habe auch Familie, die ich schützen muss. Und die ist mir wichtiger.

Lera
7 Monate zuvor

Es gibt doch einen Stufenplan:

Stufe 1: GS im Regelbetrieb
Stufe 2: GS im Regelbetrieb
Stufe 3: GS im Regelbetrieb plus Maskenpflicht auf dem Klo

Chorleiterin
7 Monate zuvor

Hallo “ Läuft“, nein Sie sind nicht die/ der Einzige, der/ die sich anmaßt, Schutz für sich selbst zu fordern. Ich habe mich auch in erster Linie für mich selbst impfen lassen, da ich eine Sch….angst hatte, mich anzustecken bei dieser Großveranstaltung Schule. Dass ich damit auch die anderen schütze, ist für mich ein angenehmer Nebeneffekt.

Achmensch
7 Monate zuvor

@Läuft
Genauso geht’s mir auch. Ich werde im Sommer in Pension gehen und das möchte ich möglichst gesund erleben. Ich hab genug Zipperlein, da brauche ich nicht noch mir „mutwillig zugefügtes“ Corona. Ich habe 37 Jahre viel für meine Schüler getan, aber bei soviel Missachtung für das lehrende Personal ist Schluss!

Osman
7 Monate zuvor

Ich weise nochmals auf die Arbeitsstättenverordnung hin.
Raumlufttemperaturen unter 20°C können nicht toleriert werden.
Wo bleiben die Lehrerinnen und Schulleiterinnen, die endlich
diese Verordnung auch im Stosslüftbetrieb umsetzen?