Personalmangel in Kitas: „Fachkräfte verletzten regelmäßig die Aufsichtspflicht“

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FRANKFURT/MAIN. Die GEW mahnt die Bundesregierung, die Empfehlungen des Robert Koch-Institutes für die Kindertagesstätten (Kita) schnell umzusetzen. Zudem seien die Kommunen sowie freie und konfessionelle Kita-Träger mit den notwendigen Ressourcen auszustatten, damit diese ihre Beschäftigten schützen können und so das Vertrauen in die Arbeitgeber wieder gestärkt wird. „Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) muss jetzt handeln“, sagte Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied Jugendhilfe und Sozialarbeit, am Montag mit Blick auf den heute tagenden Corona-Kita-Rat. „Die Situation in der frühkindlichen Bildung ist bundesweit dramatisch. Es darf kein Tag mehr verschenkt werden, sonst droht ein System-Burnout.“ Der Kita-Fachkräfteverband ruft zu Protestaktionen auf.

Die Bedingungen in den Kitas sind häufig alles andere als optimal (Symbolbild). Foto: Shutterstock

„Täglich erreichen die GEW unzählige Schilderungen der Fachkräfte aus der pädagogischen Praxis: Die Erschöpfung der Kita-Teams, der Fachkräfte und Leitungen ist groß und legt sich wie ein bleierner Nebelschleier über den Alltag in den Einrichtungen“, betonte Siebernik. Viele Kolleginnen und Kollegen hätten ein Gefühl des „Ausgeliefertseins“.

Nach wie vor könnten sich Erzieherinnen und Erzieher wegen des engen Kontakts zu den Kindern weder durch Abstandhalten noch mit Masken schützen. Gleichzeitig gebe es vielfach negative Rückmeldungen, weil die Lolli-Tests nicht verlässlich genug seien. „Die Situation, dass die Eltern nicht nur mit falsch positiven Ergebnissen umgehen müssen, sondern zunehmend auch mit falsch negativen, ist für alle frustrierend“, unterstrich Siebernik.

„Nur wenn die Rahmenbedingungen der Beschäftigten in den Einrichtungen stimmen, kann qualitativ gute Arbeit geleistet werden“

Der Umgang mit der Pandemie und die Infektionsgefahr, der die Kolleginnen und Kollegen ausgesetzt werden, zeuge nicht von Verantwortungsbewusstsein der politisch Verantwortlichen. „Es ist längst überfällig, dass endlich auf die Bedarfe der Fachkräfte, Kinder und Familien in den Einrichtungen der frühkindlichen Bildung gehört wird – statt mit Spar-Modellen zu versuchen, Fehlentscheidungen zu übertünchen. Wenn wir es nicht schaffen, die Situation zu entspannen, werden wir erleben, dass unzählige, gut qualifizierte Fachkräfte den Beruf verlassen“, warnte die GEW-Kita-Expertin. „Nur wenn die Rahmenbedingungen der Beschäftigten in den Einrichtungen stimmen, kann qualitativ gute Arbeit geleistet werden und die Kinder fühlen sich wohl und geborgen wie in einer kleinen Familie.“

Hintergrund: Der Corona-Kita-Rat wurde als Fachgremium während der Pandemie eingerichtet. Er soll die Arbeit in den Kindertageseinrichtungen begleiten und die bundesweite Situation bewerten. Auf dieser Grundlage berät er die Bundesregierung. Das Robert-Koch-Institut empfiehlt für den Kita-Betrieb „die Kohortierung in möglichst kleinen definierten Gruppen, Lüftungskonzepte (ggf. unter Nutzung von Luftreinigern) sowie systematische Testkonzepte.“

Unter den Hashtags #kitasamlimit, #esreicht und #unsglangts (in Bayern) protestieren aktuell Kita-Fachkräfte in Sozialen Medien bundesweit. „Sie sind am Limit und es ist kein Ende in Sicht. Sowohl die Personalsituation, als auch die schlechten Rahmenbedingungen, auf die immer wieder aufmerksam gemacht wird, führen unter den Kita-Fachkräften zu Frust und Ärger. Die Pandemie tut ihr Übriges, indem sie den Krankenstand in die Höhe treibt und die Gesundheit von Kindern, Personal und Familien bedroht“, so heißt es beim Verband Kita-Fachkräfte Bayern.

„Die gesunden Fachkräfte arbeiten teilweise alleine mit bis zu 25 Kindern und verletzen damit regelmäßig die Aufsichtspflicht“

„Immer mehr Fachkräfte verlassen ihren Beruf und orientieren sich neu. Der Fachkräftemangel verstärkt sich weiter“, so heißt es. „Kitas sind keine ‚Aufbewahrungsstätten‘ für Kinder. Wir unterstützen Kinder in ihrem Handeln und legen den Grundstein für ihren weiteren Werdegang. Wir sind eine Bildungsstätte und das Sprachrohr der Kinder. Wir wollen mit ihnen lachen und Spaß haben, auf ihre Bedürfnisse eingehen und ihre Individualität sehen. Wir wollen Kinderrechte sichern und ein Schutzhaus für die Kleinsten sein. Doch es fehlt an Kapazität, es fehlt die Zeit, das Personal und inzwischen die Kraft.“

Weiter heißt es: „Die Leitungen in den Kitas versinken in Bürokratie und haben kaum noch die Chance, sich um pädagogische Aufgaben zu kümmern. Die gesunden Fachkräfte in den Gruppen fangen die Krankheitswelle auf, arbeiten teilweise alleine mit bis zu 25 Kindern und verletzen damit regelmäßig die Aufsichtspflicht. Unserem Bildungsauftrag und einer bedürfnisorientierten Betreuung können wir immer weniger nachkommen. Von fachgerechter Dokumentation und individueller Förderung ist schon lange keine Rede mehr. Individuelle Förderung und fachliche Dokumentation müssen sich seit Beginn dieser Pandemie stets der fortan priorisierten Betreuung aller Kinder – koste es, was es wolle – unterordnen. Immer mehr Gruppen müssen geschlossen werden, da vermehrt das Personal erkrankt, aufgibt oder Stellen gar nicht erst besetzt sind.“ News4teachers

Hier geht es zum RKI-Bulletin „Warum müssen wir Kinder vor einer SARS-CoV-2-Infektion schützen?“ mit Empfehlungen für den Kita-Betrieb.

Kita-Tarifverhandlungen – Verdi: Nur Streik, wenn es gar nicht anders geht

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Sissi
4 Monate zuvor

Eine weitere Folge: bei uns brechen immer mehr SuS, weit über 30%, die Ausbildung zur Kinderpfleger*in ab, zu viel Stress, überfordert, corona erwischt,- leider oft gerade die, die die Kindergärten gut brauchen könnten. Dass in der Krankenpflege auch viele überlegen, dürfte klar sein. Schade, es geht gerade so viel durch Ignoranz kaputt und es werden qualifizierte Fachleute, die wir dringend brauchen, krank gemacht, verheizt, ohne Nachdenken, ohne Rücksicht, ohne Plan.

Rosa
4 Monate zuvor

Immer mehr Eltern müssen die Arbeitszeit reduzieren.https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/corona-deutschland-eltern-muetter-1.5529485 In den Einrichtungen wird weiterhin durchseuchung gefahren. Der Personalmangel gehört zum Alltag und Eltern müssen teilweise ihre Kinder zu Hause lassen, oder dürfen nur tageweise in den Kindergarten kommen, manchmal erhält man einen kurzfristigen Anruf….können sie bitte ihr kind zu Hause lassen. Tolles Arbeitsklima in der Einrichtung von Kindern, genervte Erzieherin die über die Corona Jahre ausgelaugt sind und keine reserven mehr besitzen. Oft muss eine Erzieherin die Gruppenalltag alleine bewältigen und von fördernder Betreuung sind wir weit éntfernt.

Realist
4 Monate zuvor

Das System kollabiert vor unseren Augen:

Erst die Kitas, dann die Grundschulen, schließlich die anderen allgemeinbildenden Schulen.

Wir hier woanders schon jemand schrieb: Corona ist nicht der Auslöser, aber der Katalysator.

Marc
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Der freie Markt kann nicht wirken, da die Gehälter fix sind. Normalerweise müssten die Gehälter am Gymnasium wegen Überangebots sinken und die Kitas und Grundschulen steigen. Da das aber nicht passiert, haben wir massiven Mangel

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Der gesamte „soziale“ Bereich ist für qualifizierte(!) Arbeitnehmer nicht mehr attraktiv (einzige Ausnahme: Ärzte, die haben eigene Tarifverträge mit einer durchsetzungfähigen Gewerkschaft (Marburger Bund) bzw. können immer noch freiberuflich tätig werden mit, je nach Fachrichtung, noch durchaus auskömmlichen Honorarordnungen).

In den Kitas und Grundschulen ist der soziale Bereich mittlerweile besonders unattraktiv: Überlastung mit immer neuen Aufgaben einerseits (Stichwort: Reperaturbetrieb für alles, was in der Gesellschaft schief läuft) und kaputtsparen andererseits (besonders schlechte Bezahlung in Relation zu den geforderten Qualifikationen).

Ein Känguru
4 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Einen freien Markt gibt es doch schon lange nicht mehr.

Überangebot von SuS am Gymnasium – nur, weil die Kids nicht auf die Looserschulen sollen – das ist keine Garantie für Qualität. Die kommen spätestens in Klasse 7 zu der Looserschule. (Ich arbeite an einer Gem-Schule und halte diese nicht für eine Looserschule!)

Der Mangel ist seit JAHREN da, interessiert nur niemanden, denn Geld muss rein und Geld kommt nicht raus – Schulen schreiben ständig rote Zahlen. Das „Kapital“, die SuS, verlassen uns mit einem Abschluss und fangen ihre Berufsausbildung an – DIE ernten dann die schwarzen Zahlen!

Susanne
4 Monate zuvor

In der Rheinpfalz dazu heute zwei Artikel : (
Erzieher ausgebrannt durch quasi nicht vorhandenen Corona Schutz, massenhaften Ausfall der Erzieher auf Grund von Erkrankungen, was den Fachkräftemangel weiter verschärft, Eltern, die die daraus resultierenden reduzierten Öffnungszeiten nicht mehr hinnehmen können/wollen…
Junge Mitarbeiterinnen entscheiden sich zur Schwangerschaft, um dem Chaos und der Überforderung zu entgehen, andere wechseln in andere Bereiche und/oder reduzieren die Arbeitszeit, um irgendwie durchzuhalten. Alles, was diesen Beruf einmal schön gemacht hat geht unter … von frühkindlichen Bildung bleibt nicht viel übrig, da oft tatsächlich nur noch eine Betreuung gesichert werden kann. Die vorhandenen Bildungs-und Erziehungsempfehlung von RLP existiert zwar noch, in vielen Einrichtungen aber wohl nur noch auf dem Papier.
Die Auswirkungen der letzten zwei Jahre werden wohl als erstes die Grundschulen merken und ausbaden dürfen. Ob sie die vorhandenen Defizite ausgleichen können, bezweifle ich persönlich stark.
Grundlagen einer guten Bildung werden nun einmal in der Kita gelegt.

Gizi
4 Monate zuvor

Und wie soll mehr Geld die armen Erzieher vor der ach so grossen Belastung schützen. Es gibt andere Arbeitsbereiche, da geht es heftiger zu. Also nicht so viel jammern sondern schaffen.

Martin
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Genau, warum die Probleme ernst nehmen? Einfach A-Backen zusammenkneifen dann geht das schon.
Ich hoffe Sie kommen dann aber nicht auf die Idee eine Kita zu verklagen weil ihr Kind/ Enkel/wasauchimmer in einer Einrichtung verunglückt weil Erzieher eben alle nur 2 Augen haben. So viel Ignoranz ist unglaublich.

Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Martin

Gigi meint bestimmt, dass EuE auch Augen auf dem Rücken haben und sich mit Warp-Geschwindigkeit von einem Kind zum anderen beamen können. Außerdem haben sie mindestens 8 Arme, wie jeder vernünftige Oktopus und können 4 Kindern gleichzeitig zuhören. Multitasking eben! Das alles sind doch Grundvoraussetzungen, um den Job überhaupt zu ergreifen!

In unserer OGS waren Ende Dezember noch genau 4 (in Worten: vier) Erwachsene ( ein ausgebildeter Erzieher, 2 Aushilfskräfte ohne pädagogische Ausbildung und eine unbezahlte Praktikantin) für 143 Kinder zuständig, weshalb die Betreuung auf Notbetrieb heruntergefahren werden musste, obwohl die 4 bereit waren zu „schaffen“. Aber es war halt nicht zu „schaffen“.
Schade, dass wir Gizi nicht vor Ort hatten! Wir hätten von ihm/ ihr lernen können, wie man es „schafft“ ohne zu „jammern“!
Wobei mit „Jammern“ wohl die Problene der vernachlässigten Kinder gemeint sind, oder, Gizi?

Unerträglich
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Wie widerlich ist dieser Kommentar? Sehr widerlich Gizi.

Erzieherin2007
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Hallo Gizi, natürlich gibt es Berufe in denen es noch schlimmer aussieht. Aber wer seinen Beruf als Erzieher wirklich ernst nimmt, muss sich auf die Hintbeine stellen. Schon vor der Pandemie waren die meisten Kolleginnen und Kollegen so gestresst, dass individuelle Förderung, das Kind abholen wo es steht, auf individuelle Neigungen eingehen nicht mehr möglich sind. Es ist kein Jammern, sondern ein Hilferuf. Kitas stehen ständig in den Schlagzeilen weil Dinge passieren, die nicht passieren dürften. Sollen wir wirklich einfach die Augen zu machen, die Klappe halten und weiter schaffen? Falls sie im pädagogischen Bereich arbeiten kann ich Sie nur bitten, nehmen Sie die „Jammerer“ ernst! Die Rahmenbedingungen sind unterirdisch. Wer einen gewissen Anspruch hat, kann nicht einfach weiter schaffen wenn man sieht was hinter verschlossenen Türen in den Kitas abgeht. Unser Bildungssysthem funktioniert entspricht nicht mehr den Anforderungen das weiß man seit über 20 Jahren, aber kein Politiker, keine Partei traut sich da ran zu gehen. Kein Wunder würde ja auch länger als eine Amtsperiode dauern und wer will sich heutzutage schon den Unmut der Wähler aussetzen weil am Anfang Neues meistens Angst macht. Aber egal ist nur meine bescheidene Meinung. Viel Spaß beim weiter schaffen!

Michael
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Danke für deinen abwertenden Kommentar.
Ich erinnere noch an das Ende des ersten Lockdowns, als Eltern froh waren, ihre 2 Kinder wieder abgeben zu dürfen, weil sie es einfach nicht ausgehalten haben, wenn die Kids auch zu Hause sind. Übrigens nicht nur von Leuten im Home Office geäußert, sondern auch von jenen in „Kurzarbeit“ (zu Hause sitzen und nix tun). Aber wenn man aber täglich mit mehr als 20 Kindern arbeitet, wird diese „ach so große Belastung“ wieder nur belächelt.. Achja. Hast du eine Ahnung.

Nicole
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Ganz ehrlich, dafür dass wir jeden Tag mit einem Bein im Knast stehen, die Eltern immer mehr und mehr fordern genauso wie der Staat, ist unser Beruf extrem unterbezahlt.
Und da kann ich noch zig andere Berufe aufzählen wo das der Fall ist.
Und was heißt nicht jammern sondern schaffen?
Wir sitzen nicht den ganzen Tag und trinken Kaffee oder gucken den Kinderchen schön beim Spielen zu. Auch für uns gibt einen sogenannten Bildungsauftrag den wir zu erfüllen haben.
Was nicht geht mit einer Fachkraft auf 25 Kinder. Wenn dann noch Wickel-Kinder dazu kommen wird es richtig brenzlig.
Da man zum wickeln den Raum verlassen muss um die Intimsphäre des Kindes zu schützen, allein nicht machbar.
Selber mal zur Toilette gehen, nicht machbar, die Türe zu öffnen, nicht machbar……
Schon gar nicht im Kleinkind Bereich oder U3.
Sollte alles mal bedacht werden.
Man ist in diesem Beruf wie eine Mama auch alles, von Spielkamerad bis Krankenschwester nur nicht mit 1-2 Kindern sondern mindestens 10 -25.

Wie gesagt es gibt noch verdammt viele andere Berufe wo das der Fall ist.
Vor allem alles was im sozialen Bereich ist.

Ich musste mich jetzt in der Pandemie Zeit so oft anpöbeln lassen von wegen ich hätte einen Knall wegen der Maske es gibt kein Corona oder stellen Sie sich mal nicht so an wenn sie mein total verschnupftes Kind mit Fieber hier betreuen sollen. Zu Hause geht’s mir auf den Keks.
Das ist die Realität oder ein zu spätes abholen ohne Entschuldigung. Wir Erzieher haben doch schließlich keine Familie deswegen machen wir den Job.

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Geld ist in unserer Gesellschaftsordnung nun einmal das prägnanteste Zeichen für Wertschätzung („Wert“ im wahrsten Sinne des Wortes). Von Klatschen (Pflege) oder Beschimpfungen (Kitas, Schulen) können sich die dort Beschäftigten nichts kaufen. Es ist einfach erbärmlich für eine Gesellschaft z.B. in der Pflege seit Jahren (schon vor Corona!) den dort Beschäftigten große Versprechungen zu machen und dann um ein paar hundert Euro Corona-„Prämie“ zu streiten, diese zu neiden und am Ende gar nicht oder stark verzögert auszuzahlen. Für Banken, Lufthansa und Co. standen bekanntermaßen über Nacht dutzende Milliarden bereit. Menschen sind offentsichtlich weniger „systemrelevant“ als Konzerne.

Darfdaswahrsein
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

@Gizi
Das ist ein absolut dummer, egoistischer und engstirniger Kommentar von Ihnen.

Dil Uhlenspiegel
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Sieh an – und ich dachte, solche Bilder malt man nur über Lehrer … ich lern doch nie aus.

Mona
4 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Danke, @Gizi. Ich find es gut, dass so eine Meinung auch mal in der Öffentlichkeit (wenn auch feige anonym) artikuliert wird.

Leute wie du sind nämlich schuld, dass ich letztes Jahr auf den Beruf der Erzieherin geschissen und den Beruf gewechselt habe. Jetzt habe ich einen dankbaren Arbeitgeber und glückliche Kunden statt Dummschwätzer wie dich, die nur sich selbst sehen. Ach ja, außerdem mehr Geld, frei einteilbare Zeit, frei einteilbaren Urlaub, nicht zuletzt endlich Arbeitsschutz. Perfekt.

Achja, meine Zusatzhaftpflichtversicherung, die ich zuletzt wegen der erheblichen Zusatzrisiken abschließen musste, konnte ich dann auch wieder kündigen.

Manu
2 Monate zuvor
Antwortet  Mona

Mona, darf ich fragen, in welchen Job Du gewechselt bist mit der Erzieherausbildung und dann noch mehr Gehalt? Würde mich interessieren, ich habe die Schnauze nämlich auch langsam voll…

MASch
3 Monate zuvor
Antwortet  Gizi

Wenn Frau keine Ahnung vom Job hat,bitte Mund halten!DUMMSCHWÄTZER

Susanne
4 Monate zuvor

https://kitafachkraefteverband-rlp.de/protestaktion-kitasamlimit-macht-laenderuebergreifend-auf-missstaende-in-den-kitas-aufmerksam/
Anbei noch ein Link, der unbedingt weiter geteilt werden sollte, die Defizite scheinen in allen Bundesländern vergleichbar groß zu sein. Leider : (

Müller
4 Monate zuvor

Mit 40 Jahren habe ich letztes Jahr meine Umschulung zur pädagogischen Fachassistentin gemacht, um dann in einer Kita arbeiten zu können. Du bekommst quasi schon in einer 6 monatigen Schulung Regelmäßig gesagt, das es Tage gibt, wo man als nicht Fachkraft eine Gruppe alleine hat. Und so war es dann auch, manchmal fühlte ich mich verloren und manchmal lief es super. Verloren fühlte ich mich, wenn ich eine Gruppe hatte, die ich nicht kannte. Leider merkt man es den Gruppen an, wo Regelmäßig der Stammerzieher da ist und wo nicht. Die Kinder die schon länger ohne festen Erzieher waren, waren unkonzentrierter, hippelig, konnten nicht richtig spielen. Am Ende muss ich sagen, dachte ich, das ich nach einem Jahr meinen Quereinsteiger beantragen kann, um dann auch offiziell meine eigene Gruppe leiten darf. Nur leider ist es doch nicht so einfach, wie es damals in der Umschulung gesagt wurde. In meinem Fall muss ich die 3jährige Erzieher Ausbildung berufsbegleitend anfangen und das zieht sich. In den kommenden 5 Jahren geht ein großer Teil der Erzieher innen in die Rente, wie soll es dann weiter gehen?

Erzieherin aus Berlin
4 Monate zuvor

Ja so sieht es bei mir auf Arbeit auch aus. Unsere Integrationserzoeherin ist in Rente gegangen und eine Kollegin hat gekündigt. Jetzt bin ich (ausgebildete Erzieherin) alleine mit einer Sozialasisstentin und einem Azubi(2 Tage in der Schule). Wir haben 30 Kinder und davon 3 Integrationskinder die jetzt keine Förderung mehr bekommen, da es einfach nur ums „Überleben“ geht. Wir sind mittlerweile alle am Ende. Der Job war mal mein Traumberuf aber seit der Pandemie macht es kein Spaß mehr. Ich bin ehrlich und überlege auch den Beruf zu wechseln denn in keiner Kita sieht es besser aus.
Der Senat sollte mal langsam anfangen sich auch um die Kitas/Schulen zu kümmern. Kinder sind schließlich unsere Zukunft und in der Kita geht es los Grundbausteine für die Zukunft zu legen. Alles leider nicht machbar….

Susanne
4 Monate zuvor

Es wäre machbar, man müsste nur endlich dafür Geld in die Hand nehmen und nicht ungebremst und ohne Förderung fremde Nationen oder Riesenkonzerne unterstützen.

Wir legen un

M.B
4 Monate zuvor

Ich kann nicht mehr,wir werden ausgesaugt von allen Seiten…bald werde ich diesen Beruf verlassen bzw. noch was anderes zusätzlich lernen… ich liebe diesen Beruf, die Rahmenbedingungen müssen sich ändern!

M. seit 22 Jahren Erzieherin
4 Monate zuvor

Lieber Gizi,
ich glaube du hast leider keine Ahnung von was du schreibst, denn ich glaube zumindest in den letzten beiden Jahren sind keine Erzieher, Kinderpfleger usw. In der Praxis tätig, die nicht täglich weit über ihre Verträge hinaus die Arme hoch krempeln und schaffen. Alle anderen sind nämlich langzeitkrank oder haben den Job schon verlassen. Natürlich schützt uns ein besseres Gehalt nicht mehr als zuvor.Man könnte es allerdings als Gefahrenzulage oder angemessene Ausgleichszahlung für die hohen Belastungen durchaus vertreten, denn bei aller Liebe, während hohe Beamte und Politiker sicher in ihren ruhigen Büros sitzen und Pressemitteilungen erstellen die ihre Unfähigkeit verschleiern, sind wir der Prellbock für alles was schief läuft, nicht erst seit Corona. Unzufriedene und gestresste Eltern, Vorgesetzte die selbst völlig planlos sind, Ministerien die zwar Entscheidungen treffen, sich deren Auswirkungen aber gar nicht bewusst sind weil sie völlig praxisfern sind usw.usw. und letztlich bleiben die Kinder, die ein Recht auf individuelle Bildung und Förderung haben und diese auch aufgrund immer weiter steigender Verhaltensauffälligkeiten auch dringend benötigen.
Aber ich will nicht zu viel jammern, denn es war Mal mein Traumjob, den ich allerdings unter den Rahmenbedingungen leider heute allen jungen Menschen nicht mehr empfehlen würde, denn ja auch in anderen Branchen geht’s heiß her, aber was Wertschätzung und Ansehen in der Gesellschaft, sowie das Gehalt betrifft ist man da in vielen anderen Branchen zur Zeit sicher besser aufgehoben, außer man ist gerne der Prellbock der Nation oder ein Versuchskaninchen, denn das sind die Worte die glaube ich, zumindest derzeit unser Empfinden am besten beschreiben.

Mini
4 Monate zuvor

Es ist leider auch nicht einfach einen Ausbildungsvertrag zu bekommen.Ich bin 40 Jahre alt und möchte seit Jahren eine Umschulung machen.Bekomme ich nicht genehmigt da ich einen Job habe.Und eine Pia Ausbildung zu ergattern ist ein sechser. im Lotto habe ich das Gefühl.Von 18 Bewerbungen in den letzten Monaten habe ich 17 direkte Absagen bekommen.Die meisten Kitas wollen auch schon einen Schulplatznachweis.Die Schule möchte aber zur Anmeldung einen Praktikumsstelle für 3 Jahre.Ich finde das alles super kompliziert.Wären die Hürden da einfacher ,würden sich wahrscheinlich auch mehr dafür entscheiden.

Manu
2 Monate zuvor
Antwortet  Mini

In Hessen sind die Hürden an den Schulen nicht so hoch und die meisten Kommunen froh um alle, die nachkommen wollen.

Gaku
4 Monate zuvor

Gizi erkennt nicht, weshalb „gejammert“ wird. Kinder, die in diesen schwierigen Situationen ihre Betreuung finden, sind die Zukunft der Gesellschaft! All das, das seit Jahrzehnten wegen widrigen Umständen nicht durch Fachpersonal abgeleistet werden kann und wird, holt die gesamte Gesellschaft ein. Dies zeigt sich u.a. an nicht voll belastbarem Personal, egal welche Berufe.
Seit Jahrzehnten wird der soziale Berufszweig ausgenutzt! Die Mentalität dieser Menschen ist nun mal, dass geholfen, gepflegt, betreut wird ohne Ende. Es geht schließlich um Menschen.
Kinder,, Jugendliche, evtl. Behinderte sind keine Wähler! Warum sollte die Politik dort besonders tätig werden?! Im Gegenteil werden Finanzen nicht entsprechend ausgebaut, sondern sogar abgebaut und noch mehr Einsatz vom bestehenden Personal verlangt.
Schließung und Abschaffung von Schulen und Förderbereichen, Ausbau der Ganztagsschulen ohne entsprechendes Personal usw.!
Zahlen und Statistiken belegen diese Aussagen auch seit Jahren!
Kein Ende in Sicht!

Tiffi
4 Monate zuvor

Der Fachkräftemangel ist groß seitdem ich denken kann! Aber gut, dass wir jetzt einen geeigneten Hintergrund haben.
Ich stehe 39 Stunden die Woche in der Kita, ich bin vielleicht 5 Stunden davon tatsächlich aktiv am Kind, da ich mit tests zählen, dokumentieren, abheften, neu verteilen und wieder zählen, neue Listen erstellen( weil neue gegebenheiten) den Eltern hinterherlaufen weil sie die Zettel nicht abgeben und somit tests noch haben müssten, aber nicht nutzen, ausrechnen wie lange wir nun mit vorhandenen test auskommen, wie viele noch wie viele tests zu Hause haben, den Eltern aus allen Verordnungen raus klamüsern wie lange wer nicht kommen darf und wieso, natürlich aber zu spitzen Zeiten dann den Kindern in Quarantäne die pädagogischen Angebote selbstverständlich per Post nach Hause schicken…. Durch corona selbst, ist kaum ein Schaden bemerkbar. Selten wird einer krank und dann ist er aber auch wieder da nach Gesundung. Das was sich deutlichst bemerkbar macht ist die 3 Fach Arbeit die wir nun haben! Und nebenbei verliert man Kollegen, weil sie weg gemobbt werden weil sie sich nicht impfen lassen wollen. (Wofür ich Verständnis pflege)

Einfach Mal machen ...
4 Monate zuvor
Antwortet  Tiffi

Liebe Tiffi

Vielleicht sollte man die ‚ungeimpften ‚ einfach Mal lassen. In sehr sehr vielen Bereichen sind es nämlich genau diejenigen die mit ihren täglichen Tests beim arbeiten sind. Zuhause sind des öfteren diejenigen die sich impfen ließen. Die ungeimpften ständig zu mobben und zu nerven macht doch keinen Sinn. Mir als Mutter ist es wichtig ,dass mein Kind GUT betreut ist und seinen Spaß hat , da ist es doch Scheiß-egal ob diese Person sich einen noch immer nicht zu 100% zugelassenen Impfstoff hat geben lassen oder nicht . Und nur weil die Regierung nicht in der Lage ist diese Thema ‚ impfen ‚ zu regeln, kann man sich doch nicht ernsthaft das Leben so unnötig schwer machen. Jeder schreit , will, erwartet ist aber NICHT bereit auch Mal zu GEBEN und einfach Mal zu akzeptieren. Setzt euch zusammen , habt wieder euren Spaß und lebt euer Leben. Jeder so wie ER es für gut und richtig hält und hört auf immer einen Schuldigen zu suchen.

Rena
4 Monate zuvor

Nicht erst seit gestern!
Mein Sohn kam in die Kita mit 3. Er wurde von den Erziehern gekonnt ignoriert und alleine gelassen. 2 der 3 Erzieher waren immer rauchen. Kinder waren auf sich gestellt und mein Sohn haben sie am Waschbecken geparkt, damit er dort mit Wasser spielen kann. Und wenn er nass war vom spielen, war es denen egal, sie sind auch so mit ihm raus, auch im Winter!

Ich habe meinen Sohn aus der Kita genommen und ein Jahr lang alleine zu Hause betreut!
In seiner alten Gruppe, die Kinder die mit ihm eingeschult werden sollten, sind großteils auffällig geworden! Ich möchte mein Kind nicht mit denen in eine Klasse stecken.

Die Kinder haben sich vor den Erziehern gegenseitig heftig beleidigt (und teilweise von den Erziehern auch!) und dagegen hat haben sie nichts getan. Auch haben andere Kinder angefangen zu schlagen, zu schubsen und zu beißen. Mein Sohn kam eines Tages mit Bissspuren nach Hause und keiner wusste woher er sie hatte.

Und meine ganzen Versuche, mit der Kita in ein Gespräch zu kommen, wurden abgeblockt oder kommentiert mit „so schlimm ist das doch nicht!“

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Rena

Die neoliberale Antwort auf Ihr Problem lautet:
Die Arbeitsbedingungen in den Kitas noch unattraktiver machen, damit man auch garantiert kein qualfiiziertes, engagiertes Personal mehr bekommt!

Angelika
4 Monate zuvor
Antwortet  Rena

Ja, es gibt grobes Verhalten von ErzieherInnen zu Kindern und Kolleginnen und Kollegen. Lesenswert und realistisch ist das Buch „Seelenprügel“ von Anke Ballmann.
ABER WARUM GIBT ES GROBES FEHLVERHLTEN? – Wirklich sensible ErzieherInnen entschuldigen sich schleunigst beim Kind, wenn sie es mit Worten verletzt haben und es kommt bei ihnen kaum vor. Und wenn, dann waren sie tatsächlich am Limit und wollten dennoch nicht der Arbeit fernbleiben. Manchmal ist ein Missverständnis der Auslöser und das Problem wird geklärt. Aber „die Groben“ nutzen es aus, dass mancher Träger solange nicht kündigen will, wie er es vermeinden kann. Die Stelle könnte ja nicht neu besetzt werden. Eine Abmahnung wird auch vermieden. – Dann gehen diese „KollegInnen“ zum Arzt und lassen sich krank schreiben… Endet das Arbeitsverhältnis dann doch, haben sie Anspruch auf ein passables Zeugnis, denn es gab ja keine Abmahnung, die ein angemessen aussagekräftiges möglich machen würde.

Als Springerin habe ich vor Corona vieles miterlebt. Da der Erziehermangel so groß ist, arbeiten leider nur noch wenige als Vertretungskräfte. – Übrigens eine viel zu schlecht bezahlte Tätigkeit, wenn man nicht nach Tarif fest bei nur einem Träger arbeitet. – Und wir sollten nicht vergessen, wie viele Fachkräfte nicht nach dem TVöD SuE bezahlt werden. Immer mehr Städte und Gemeinden haben die Verantwortung für Krippen und Kitas an private Träger abgegeben. Wie dort bezahlt und schickaniert wird, mögen die Betroffenen selbst kundtun.

25 Jahre alte Erzieherin
4 Monate zuvor

Ich bin nun in meinem dritten Arbeitsjahr. Als ich die Ausbildung im Jahr 2017 angefangen habe, wurde uns in der Fachschule aufgezeigt, dass das was wir theoretisch erlernen werden wir selten is gar nicht praktisch umsetzen können (bzw. Es mehr können wie vor ein paar Jahren).
Selbst in größeren Kitas (ab 5 Gruppen) ist der Fachkräftemangel zu spüren, es wird selten der genaue Personalschlüssel eingehalten, wie auch wenn Kollegen/innen krank (Langzeit), gekündigt oder im Rentenalter sind.
Viele die mit mir die Ausbildung begonnen haben arbeiten heute nach 3 Jahren nicht mehr in ihrem Beruf sondern haben ihn als Sprungbrett für die Universität oder Fachhochschule benutzt.

Ich arbeite zurzeit (39 Stunden, Erzieherin) mit einer studierten Fachkraft der frühen Kindheit sowie einer Kinderpflegerin zusammen & man merkt, dass beide noch wenig praktische Berufserfahrung haben obwohl ich selbst nicht die meiste habe. Aber sie lassen sich nichts sagen weder von mir noch von unserer Gruppenleitung (50 Jahre seit 25 Jahren im Beruf) & da fragt man sich wie man eine Gruppe mit einer Überbelegung von 29 Kinder (seit Januar 2022)leisten soll? Wo beginnt denn die pädagogische Arbeit? Wo betreuen wir nur noch? & Dieses Problem hat sich nun durch corona noch verstärkt.

Wir fangen die Eltern auf, die gestresst sind & wir haben Verständnis dafür. Sie ärgern sich, dass die Kita in notbetreuung ist, weil 2/3 des Personals bedingt durch corona fehlen, aber wer sieht uns? Statt die Erzieherin zu entlassen, da außer mir keine mehr aus dem Ü3 Bereich da ist & ich aufgrund der notbetreuung darum gebeten habe, dass sie wenn sie es möglich ist die Kinder zuhause zu betreuen, schicken sie mir trotzdem die Kinder (20 Stück aus 2 Gruppen) & beschweren sich dann das nun fasching ausfällt oder keine pädagogischen Angebote gemacht werden? Man fühlt sich VERARSCHT VON DER GESELLSCHAFT.
Jeder ist sich der nächste aber niemand denk daran, wie es den anderen Menschen geht. Die nächste Generationen werden die Bürde der anderen tragen.

Anonym
4 Monate zuvor

Es ist nur nicht die Verletzung der Aufsichtspflicht! Ich habe selbst bezeugen müssen wie Kinder körperlich aber aus psychisch misshandelt werden. Auf meine Beschwerde, wurde ich gemobbt. Es sind Umstände in den Förderschulen, die einfach nicht zu rechtfertigen sind.

Frustriert
4 Monate zuvor

Ich selbst habe damals einige Jahre vor dem Krippenausbau eine Ausbildung zur Sozialassistentin gemacht und mich danach gegen eine Ausbildung zur Erzieherin und für ein pädagogisches Universitätsstudium entschieden, da es damals kaum Arbeitsstellen gab (auf eine Stelle bewarben sich damals 100-200 Erzieherinnen) und mehr als genug arbeitslose Fachkräfte. Kurz nach meinem Studium gab es dann mehr als genug Stellen. Ich arbeitete wieder in Kitas aber nur in Privaten mit weit überdurchschnittlichen Personalschlüssel, dort konnte man wirklich pädagogisch tätig sein. Es war aber nicht wirklich alles Gold das dort glänzte und ich habe mich wegen der Rahmenbedingungen mit den Arbeitgeber überworfen (habe z.B. die Kitaaufsicht informiert über die unhaltbaren Zustände, oder als ich eine völlig unfähige Kollegin vor die Nase gesetzt bekam die kindeswohlgefährdend agiert hat), habe daraufhin ein wirklich schlechtes Zeugnis als Quittung erhalten.
Merke: Als Beschäftigte soll man alles Schlucken und ja die Füße still halten, nichts soll ans Licht kommen (z.B. Anwaltsschreiben bekommen um einen Einzuschüchtern etc.), sonst wird man ganz schnell rausgemobbt.

Als die Pandemie anfing habe ich wieder angefangen zu studieren (Master). Nebenbei wollte ich 10-20h arbeiten (habe zusätzlich noch selbst ein Kleinkind). Was soll ich sagen, auf meine erste generalisierte Bewerbung (es gab mehr als 20 offene Stellen beim Träger in der Region) erhielt ich das erste Mal in meinen Leben eine Absage. Also habe ich mich auf eine Stelle als Küchenhilfe in einer Kita beworben und erhielt überhaupt keine Reaktion. Ich weiß nicht was auf einmal los ist in dieser Region in der ich erst seit Corona ausgebrochen ist lebe und ob es normal ist so wählerisch zu sein. Denn um sicher zu gehen ob es wirklich nicht an meinen Lebenslauf liegt habe ich mich auch in anderen Regionen Deutschlands beworben und immer sofort (innerhalb von 1-2 Tagen) einen Zusage zum Bewerbungsgespräch erhalten.
Mir scheint es so als würde man hier im NRW, den bankrotten Bundesland, zwar Stellen ausschreiben, aber sie gar nicht besetzen wollen. Anders kann ich mir nicht vorstellen wieso ich nicht mal zum Vorstellungsgespräch eingeladen werde (laut schreiben des Landesjugendamt darf ich in vollen Umfang als pädagogische Fachkraft eingesetzt werden). Hatte nach diesen Erfahrungen keine Lust mehr mich in der Kita verheizen zu lassen und einen Job in der Einzelfallhilfe angenommen. Diesen musste ich aber wieder kündigen da der Kindergarten meines Sohn eigentlich permanent in Dauernotbetreuung läuft und ich ihn den wirklich miesen Betreuungsschlüssel bzw. die völlig erschöpfen Erzieherinnen nur max. zehn Tage zumuten will (das mache ich auch aus Rücksicht auf die Betreuer, trotzdem zahlen wir hier über 350 Euro Kindergarten-Elternbeitrag pro Monat.
Mein Angebot tageweise unentgeltlich auszuhelfen wurde mit der Begründung abgeschmettert, dass die Stadt Angst hat ich könnte sie auf Gehalt verklagen da ich ja Fachkraft bin und man auch ein Praktikum bezahlen müsste, aber kein Geld dafür zur Verfügung steht (deshalb hat die Stadt auch keine Praktikanten in den Kitas). Es ist so lächerlich und zum heulen was hier abgeht.

Elisabeth
4 Monate zuvor

Heute lese ich in den Fränkischen Nachrichten, dass Kommunen im Südwesten ihre Standards vorübergehend senken wollen – der Gemeindetag habe einen „Kita-Fahrplan2025“ beschlossen. Es geht um eine bedarfsgerechte Erfüllung des Rechtsanspruchs. Zur Überbrückung der Personalnot soll die Gruppengröße von 28 auf 30 Kinder erhöht werden der Personalschlüssel für sechs Monate um bis zu zwanzig Prozent unterschritten werden dürfen und fehlende Fachkräfte durch un- und angelerntes Personal vertreten werden ( daneben geht es noch um die Förderung der Qualifizierung von Quereinsteigern).
Sagen wir mal so – ich hab in meinen Berufsjahren schon Vieles gesehen und erlebt – ich könnte Bücher füllen über das Erlebte, meine Erfahrungen und meine Sichtweisen. Es war schon immer ein Kampf um Rahmenbedingungen und was selbstverständlich sein sollte, das war nie da. Bald werde ich 62 und habe mir mit der Entscheidung für Altersteilzeit den Weg und die gesundheitliche Belastung bis zur Rente abgekürzt. Noch stehe ich täglich draußen in der Praxis. Ich habe meinen Beruf immer sehr geliebt, bin gut ausgebildet worden und stets gut fortgebildet (weitgehend privat finanziert). Meine berufliche Laufbahn zieht sich durch alle Ebenen der Kita-Arbeit, so wie es zur jeweiligen familiären Phase gepasst hat.
Was uns Erzieherinnen heute wirklich zu schaffen macht ist eine noch nie dagewesene Überlastung (die sich ohne Frage vielfältig auch in zahlreichen anderen Berufsgruppen abzeichnet).
Ich bin Teil eines großen Teams mit 16 Erzieherinnen aller Altersgruppen und uns geht gemeinsam die Puste aus. Wir können das auch mit großer Solidarität und Professionalität nicht mehr leisten! Die Berufseinsteigerinnen steigen schnell wieder aus – junge Frauen gehen in Familienplanung, das mittlere Alter sucht berufliche Alternativen und wir Älteren…sind dann auch bald weg aus dem Kindergarten, aber nicht aus der Realität der pädagogischen Arbeit in Deutschland. Da gibt es noch viel zu tun!