Start Politik Streit um schriftliche Division: Kultusministerin sieht in Reform Basis für Nobelpreise

Streit um schriftliche Division: Kultusministerin sieht in Reform Basis für Nobelpreise

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HANNOVER. Von 2027/28 an lernen Grundschüler anders, Zahlen zu teilen. Das stößt auf Kritik. Die CDU spricht von einem Ende der Leistungsgesellschaft. Doch Niedersachsens Kultusministerin widerspricht: Sie sieht darin sogar einen Grundstein für mögliche künftige Nobelpreisträger.

Nobelpreis für Mathematik. (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Die Änderungen beim Dividieren an Niedersachsens Schulen sorgen weiter für Streit: Im Landtag kritisierte die Opposition die Umstellung scharf. Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg verteidigte die Reform dagegen. «Was mich ärgert, ist, dass suggeriert wird, wir würden die schriftliche Division abschaffen. Das tun wir nicht», sagte die Grünen-Politikerin im Gespräch. Vielmehr kämen Elemente hinzu, die das sichere Erlernen der schriftlichen Division in der weiterführenden Schule gewährleisteten.

Mit der von 2027/28 greifenden Änderung wird an den Grundschulen hauptsächlich das sogenannte halbschriftliche Dividieren gelehrt, bei der die Zahlen in übersichtlichere Teilzahlen zerlegt und dann geteilt werden. Die klassische Division wird dafür erst verbindlich ab Klasse 5 unterrichtet.

«Wir reduzieren keine Standards, sondern wir steigern das Verständnis», betonte Hamburg. «Ich gehe fest davon aus, dass die Kinder dadurch besser in Mathe werden.» Die Schülerinnen und Schüler würden sicherer Kopfrechnen können und auch eigene Lösungswege für mathematische Probleme finden. «Damit legen wir den Grundstein, dass Kinder später auch richtig hochspringen und im Studium ganz neue eigene Modelle entwickeln können und vielleicht sogar mal einen Nobelpreis gewinnen.»

“Das Ministerium erschafft weiter eine Welt für die Kinder, in der ihnen nichts mehr zugetraut wird”

Die Opposition sieht das ganz anders. Sophie Ramdor von der CDU beklagte eine generelle Abkehr von der Leistungsgesellschaft. «Wenn das Ministerium weiter eine Welt für die Kinder erschafft, in der ihnen nichts mehr zugetraut wird, in der nicht zugelassen wird, dass sie sich anstrengen und über sich selbst hinauswachsen können, dann wird es in Zukunft keine Spitzensportler, keine Innovation mehr aus diesem Land geben», sagte sie.

In die gleiche Kerbe schlägt der Philologenverband Niedersachsen (PhVN). Zwar werde durch die Streichung der schriftlichen Division aus dem Grundschulunterricht «nicht das Ende des Abendlandes eingeläutet», erklärt der Landesvorsitzende Christoph Rabbow, dennoch gebe es «gute Gründe für den Verbleib des schriftlichen Dividierens in der Grundschule». Die schriftliche Division sei das komplexeste der vier Grundrechenverfahren und werde deshalb traditionell erst am Ende der Grundschulzeit in der vierten Klasse eingeführt.

Gerade diese Komplexität misst der Verband jedoch eine zentrale didaktische Bedeutung bei. Die schriftliche Division verknüpfe Kopfrechnen, Multiplikation und Subtraktion in einem strukturierten Verfahren. «Wenn die Vernetzung dieser Kompetenzen nicht mehr sichtbar ist, dann ist es auch schwieriger zu erkennen, ob ein Kind komplexe Zusammenhänge erfassen kann oder eben nicht», so Rabbow. Aus Sicht des PhVN erfüllt das Verfahren damit nicht nur eine rechnerische, sondern auch eine diagnostische Funktion im Grundschulunterricht.

Ein weiterer Aspekt ist für den Verband die Rolle der Division bei der Erweiterung des Zahlbegriffs bereits in der Primarstufe. Anders als bei anderen Rechenverfahren könne es bei der Division zu Resten kommen. Schülerinnen und Schüler machten so erstmals systematisch Erfahrungen jenseits «glatter» Ergebnisse. Diese Zahlbereichserweiterung sei ein grundlegender Lernschritt, der an alltagsnahen Beispielen vermittelt werden könne und Kindern nicht vorenthalten werden solle.

Allerdings ist die neue Vermittlung der Division kein grünes Projekt, wie Kritiker behaupten: Die Anpassungen orientieren sich an den Bildungsstandards der Länder, wie sie die Kultusministerkonferenz (KMK) festgelegt hat – darunter eben auch Kultusminister der Union.

“Um die schriftliche Division zu lehren, ist die Zeit zu schade. Es gibt wichtigere Inhalte”

Auch mehrere Experten sprachen sich dafür aus, darunter der Mathematikdidaktiker Prof. Timo Leuders, Prorektor für Forschung und Nachwuchsförderung an der Pädagogischen Hochschule Freiburg. Er verteidigte die Entscheidung unlängst in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Die Abschaffung der schriftlichen Division in der Grundschule sei «richtig». «Um die schriftliche Division zu lehren, ist die Zeit zu schade. Es gibt wichtigere Inhalte, die wir den Kindern vermitteln sollten: Kopfrechnen, halbschriftliches Rechnen, Textaufgaben», sagt Leuders.

Der häufig geäußerten Sorge, es gehe mit dieser Entscheidung eine mathematische Grundkompetenz verloren, widerspricht er deutlich. «Die Menschen sehen nur: Da ist ein Inhalt. Der wird weggenommen. Also sinkt die Bildung. Eine Bildungslücke entsteht.» Das sei jedoch ein Trugschluss. In der Mathematik unterscheide man zwischen konzeptuellem Wissen – also Verständnis – und prozeduralem Wissen, also eingeübten Fertigkeiten. Beide seien wichtig, aber nicht in jedem Fall gleichermaßen notwendig. «Am wichtigsten ist das Verständnis, das brauche ich immer, um weiterzulernen. Mathematik baut aufeinander auf.»

Fertigkeiten wie das schriftliche Dividieren hätten aus seiner Sicht einen begrenzten Nutzen. «Wenn ich schriftlich dividieren kann, ist das schön. Aber ich kann nichts anderes lernen. Eine Fertigkeit lässt sich nicht auf eine andere übertragen.» Anders als das kleine Einmaleins, das ständig benötigt werde, spiele die schriftliche Division im späteren Leben kaum eine Rolle. «Die schriftliche Division beherrschen die wenigsten im Erwachsenenalter», schätzt Leuders. «Ich schätze, 90 Prozent hätten das nicht hingekriegt.»

Stattdessen plädiert er für das halbschriftliche Dividieren, das in Niedersachsen künftig im Mittelpunkt stehen soll. Dieses Verfahren verbinde Verständnis und Fertigkeit. «Halbschriftlich meint nichts anderes als geschicktes Kopfrechnen auf Papier.»

Neben Niedersachsen haben der Landesregierung zufolge bereits fünf weitere Länder die Änderung angeschoben. Darauf verwies auch der SPD-Abgeordnete Thore Güldner. Er kritisierte, eine gemeinsame Vereinbarung werde nun «zu einem Kulturkampf aufgeblasen». News4teachers / mit Material der dpa

Reform: Warum Grundschüler künftig kein schriftliches Dividieren mehr lernen

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unfassbar
1 Monat zuvor

Die Kinder aus früheren Generationen waren erheblich sicherer im Kopfrechnen als die heutigen Kinder — trotz schriftlicher Division in der Grundschule. Das Argument zieht also nicht wirklich. Für Nobelpreise (außer Frieden, Literatur und Alternativ) müsste man wieder führend in der wissenschaftlichen Forschung werden, wofür man die Universitäten wieder auf ein entsprechendes Niveau anheben und die Schulen dafür vorbereitend machen müsste.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Die Kinder aus früheren Generationen waren erheblich sicherer im Kopfrechnen als die heutigen Kinder“
Die Kinder – schon mal nicht, aber es gab sicher früher Kinder, die sehr sicher im Kopfrechnen waren, ebenso wie gute Leser:innen oder gute Sportler:innen.
Viele Kinder von heute sind im Allgemeinwissen gut und könnte Zusammenhänge erklären, die früher erst sehr viel später erlernt wurden … oder aber gar nicht, weil es diese Kenntnisse noch gar nicht gab.
Führend in der Wissenschaft wird man sicher nicht, weil diese Einführung 3 Monate früher oder später erfolgt.

Im übrigen bereiten Schulen weiterhin auf die Uni vor, sie verteilen Hochschulzugangsberechtigungen und vermitteln die Kompetenzen, die man benötigt, um im Studium erfolgreich sein zu können. Sollte das Abitur allein an der schriftlichen Division scheitern, will ich aber gerne anzweifeln, dass die SekII aufs Studium vorbereitet.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Zusammenhänge erklären artet leider viel zu oft in oberflächliches Geblubber aus bei gleichzeitig fehlenden Fähigkeiten und Fertigkeiten. Es gibt halt einen Unterschied zwischen Wissen und Kompetenzen.

Katze
1 Monat zuvor

«Wir reduzieren keine Standards, sondern wir steigern das Verständnis», sagt die Ministerin – und gleichzeitig: «Was mich ärgert, ist, dass suggeriert wird, wir würden die schriftliche Division abschaffen. Das tun wir nicht», man füge nur „Elemente“ hinzu, die das sichere Erlernen später gewährleisten sollen. Klingt nach dem alten Muster: Man nimmt etwas raus, nennt es Reform – und hofft, dass es irgendwann später schon irgendwie wieder auftaucht. Hä?? Kommt uns doch bekannt vor: «Wir reduzieren keine Standards, sondern wir steigern die Kompetenzen». Kompetenzsimulation im Dauermodus. Jetzt in Mathematik. Und das Absurde: Die Kinder früher waren im Kopfrechnen deutlich sicherer – sie hatten schlicht mehr drauf und wirkten deutlich weniger angestrengt, trotz schriftlicher Division in der Grundschule. Oder wie meine Oma sagte: Später, später – nur nicht heute – sagen alle faulen Leute.

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Es ist die reinste Satire. Aber zum Lachen ist mir nicht zumute!

Hans Malz
1 Monat zuvor

“Es gibt wichtigere Inhalte, die wir den Kindern vermitteln sollten: Kopfrechnen, halbschriftliches Rechnen, Textaufgaben», sagt Leuders.”

Textaufgaben! Die sind doch Teil allen übels. Man schaue sich die ZAPs oder Lernstandserhebungen an. Seitenweise Text und dann eine kurze Rechnung.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Wobei die Rechnung aus teils sehr verschwurbelten Texten zu entschlüsseln sind. Gerade bei Schwächen in Deutsch ist das schwierig bis unlösbar.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Genau, die können nämlich weder Mathematik (was damit ja gar nicht abgeprüft wird), noch Lesen. Tja, schade.

GriasDi
1 Monat zuvor

Natürlich: es wird Nobelpreise regnen.

Andreas Schwichtenberg
1 Monat zuvor

Hätte ich mein Nachhilfeinstitut in Niedersachsen, könnte ich mich freuen weil ich dann expandieren kann. Z.B. mit dem Werbespruch: “Rechnen Lernen trotz Lehrplanreform”.
Gut, das bayerische Kultusministerium ist auch ein effektiver Werbepartner für Nachhilfeunternehmen, wenn auch unfreiwillig.

Aber Spott beiseite, es ist einfach traurig sowas zu lesen.
Es ist traurig, was für einen Stuss sich Bildungspolitiker erzählen lassen.
Und es ist traurig, wenn angebliche Bildungsexperten anscheinend glauben, schriftliches Dividieren (bzw. Lösungsverfahren) zu unterrichten sei irgendwie ein Widerspruch zum Verständnis.
So einen Blödsinn redet man nur, wenn man nur Studenten der Mathematik unterrichtet und bei Bedarf Rausprüfen kann, aber nie Kindern/Jugendlichen Rechnen beibringt in einem Alter, in dem Rausprüfen keine Option ist. Dann muss das Lernen nämlich auch klappen und wer glaubt, man könnte allen Kindern Rechnen beibringen ohne automatisierte Rechenverfahren, der hat einfach keine Ahnung.

Canishine
1 Monat zuvor

Vielleicht gibt es ja mal einen Nobel-Preis für visionäre Schuldidaktik und -pädagogik.

Augenblickfang
1 Monat zuvor

Die Grundschule, wenn sie bis Klasse 4 geht, kann auf die schriftliche Division verzichten. Das sage ich als Lehrer! Es reicht, wenn das in Klasse 5 folgt. Oder 6.

Die Grundschule soll Grundlagen vermitteln. Das 1×1 soll erstmal sitzen und die anderen Rechenarten. Es ist wie in Deutsch. Mein Gott, was soll man Grundschulkinder mit Subjekt, Prädikat, Akkusativobjekt, Dativobjekt… quälen. Das ist so absurd. Es interessiert sie nicht und sie verstehen es vielfach nicht. Das kann auch in Klasse 5 oder 6 folgen.

Wozu darauf verweisen, dass das immer so gemacht wurde. Früher. Es war dann eben immer falsch. Die Kinder haben’s mehrheitlich nicht verstanden. Es hat sie Null interessiert. Sie brauchten es Null in ihrem Leben. Es kann warten. Das hat man nun endlich verstanden! Gut so. Endlich.

Sollen sie in der Grundschule Grundlagen lernen. Lesen, Schreiben, (Grundlagen des) Rechnen(s). Es ist kaum noch Zeit dafür, das zu üben bei all den Projekten und was man sonst noch alles machen soll: Zahnprophylaxe, Verkehrsschule, Schwimmunterricht, Anti-Mobbing-Workshops, Fasching, Sportfest, Weihnachtssingen und und und…

(Geübtes) Lernen findet ja kaum noch Zeit. Dann rufen alle Lehrer nach den Eltern. Aber Eltern sind keine Lehrer. Es ist Aufgabe der Lehrer, nicht der Eltern!

HarneEinrichson
1 Monat zuvor
Antwortet  Augenblickfang

Den Lehrern würde es sehr helfen, wenn mehr Eltern ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen würden, dann wäre im Unterricht auch mehr Zeit zum Lernen.

Stubentiger
1 Monat zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Komisch, immer die gleichen Phrasen. Die Schule hat gesetzlich einen eigenen Erziehungsauftrag. Die Lehrer sollten ihn bitte auch wahrnehmen. Sie dürfen und sie müssen!

Opossum
1 Monat zuvor

Wie soll das Verschieben vom schriftlichen Dividieren in weitere Klasse damit helfen, dass “Die Schülerinnen und Schüler … auch eigene Lösungswege für mathematische Probleme finden würden”?

Warum ist das Kopfrechnen so wichtig, dass man es 4 Jahre üben soll? Ich habe immer in der Schule Papier und Stift zum rechnen benutzt, das hat mich nicht gehindert, Mathe gut zu verstehen.

Noch weniger verstehe ich die Verbindung zwischen späterem Erlernen vom schriftlichen Dividieren und potenziellen Nobelpreisen. Ist es wirklich ein Rezept, damit “Kinder… im Studium ganz neue eigene Modelle entwickeln können”?

Je mehr ich den Artikel lese, desto verwirrter hört es sich für mich an…

Marie
1 Monat zuvor

Vielleicht war das ja in Niedersachsen anders, hier in NRW wurde schon immer erst das halbschriftliche Dividieren gelernt (Ende Klasse 3). Das rein schriftliche Verfahren in Klasse 4 fiel den Kindern allerdings meist leichter, weil man da mit Einmaleinskenntnissen im Hunderterraum super klarkommt.

H. F.
1 Monat zuvor

// «Wenn ich schriftlich dividieren kann, ist das schön. Aber ich kann nichts anderes lernen. Eine Fertigkeit lässt sich nicht auf eine andere übertragen.» Anders als das kleine Einmaleins, das ständig benötigt werde, spiele die schriftliche Division im späteren Leben kaum eine Rolle. //

Beim schriftlichen Dividieren braucht man doch genau dieses Einmaleins, wendet es an und festigt es somit! Das Argument, dass man das XYZ später nicht brauche, hört man sonst nur von Einfaltspinseln und lässt sich auf den halben Schulstoff übertragen. Der Mann ist Didaktiker?!

Muxi
1 Monat zuvor
Antwortet  H. F.

“Der Mann ist Didaktiker?”
Ja, der Mann ist Didaktiker. Wir alle haben doch schon die Erfahrung gemacht, das aus dieser Ecke oft realitätsferner Blödsinn kommt, der in der Praxis eher schadet als nutzt. Natürlich alles streng wissenschaftlich. Aber niemand hat diesen Leuten erklärt, warum nach wie vor Künster Kunst produzieren, und nicht Kunstwissenschaftler, obwohl diese doch streng wissenschaftlich…..

Und wenn ich an mein Studium und die Didaktiker zurückdenke, ist das keine Überraschung.
Jeder weiß, dass es unter Uni-Dozenten eine große Bandbreite von Gut bis Schlecht gibt. Ich habe aber im gesamten Studium keinen einzigen Didaktiker erlebt, der wenigstens akzeptable Vorlesungen gehalten hat. Einmal mussten wir Studenten einem Didaktikprofesser vor der Klausur erst mitteilen, was er in der Vorlesung behandelt hatte. Das hatte er sich nicht aufgeschrieben und für die Klausur Prüfungsstoff angekündigt, den er vergessen hatte zu behandeln. Und das war leider keine Ausnahme, das war nur der Extremfall an Ausfällen aus dieser Ecke.

Mein Eindruck war, Didaktik macht man, wenn man als Lehrer in der Schule so schlecht ist, dass “Durchhalten bis zur Rente” nicht möglich ist, weil man den (berechtigten) Druck von Schülern und Eltern nicht aushält.

Palim
1 Monat zuvor

Es kommen gar keine neuen Inhalte dazu, das halbschriftliche Dividieren ist doch üblich, das schriftliche baut darauf auf.
Mit dem halbschriftlichen kann man die Zerlegung des Dividenden veranschaulichen und üben, es sind vielfältigere Schritte möglich, als bei der schriftliche Division, das Rechnen mit Rest ist ebenso möglich.
Bereits in den Curricula 2006 wurde festgesetzt, dass das schriftliche Dividieren gekannt werden soll, während die anderen schriftlichen Rechenverfahren beherrscht werden sollen.
Die Einführung verschiebt sich jetzt also um 3 Monate von Ende Klasse 4 zu Anfang Klasse 5, wenn die Curricula der SekI entsprechend angepasst werden.

Stine
1 Monat zuvor

Ich bin verwirrt. Als wir festgestellt haben in Klasse 4, dass es Heftchen gibt, mit denen man fit fürs Gymnasium werden soll, und dass uns so einige Themen leider fehlen, sind wir auch auf die schriftliche Division gestoßen. Ich hab es dem Kind erklärt, es hat ein wenig gerechnet und meinte, okay verstanden. Weder bin ich Lehrer, noch ist das Kind hochbegabt, noch ist das Verfahren hochkomplex. Ich habe keine Ahnung, wie viele Stunden Matheunterricht das Weglassen einsparen soll. Aber ich hätte ganz andere Ideen. Vielleicht erziehen Eltern ihre Kinder mal zu mehr Respekt, so dass man Unterrichtsstunden pünktlich starten kann und nicht ständig nur für Ruhe sorgen muss. Vielleicht legt man den Eltern nahe, auch mal zuhause etwas zu üben, anstatt ständig nur zu warten, bis alle mal in ihrem Tempo gelernt haben (oder irgendwie auch nicht) und dadurch die anderen Schüler auszubremsen… der Kommentar mit dem Nobelpreis muss komplett aus dem Elfenbeinturm kommen…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

Nur was haben Sie Ihrem Kind erklärt, halbschriftliche oder schriftliche Division?
Ich vermute einmal, dass nur die wenigsten wissen, wovon geredet wird.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Schriftlich… erscheint uns beiden tatsächlich irgendwie auch einfacher als halbschriftlich…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

Nicht nur ihnen beiden.

HarneEinrichson
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

Schriftlich kann man halt immer anwenden und bei halbschriftlich muss man irgendwie richtig die Zahl zerlegen, das ist gerade für schwächere Kinder schwer

Die Balkon
1 Monat zuvor

Nobelpreise wie Trump welche hat? Für alles andere gilt: 10 % Talent und Begabung, 90 % Arbeit, Schweiß und Tränen. Die 10 % haben wir, die 90 % treten wir seit 30 Jahren in die Tonne.

Ça me fatigue
1 Monat zuvor

Wer Kindern nie etwas zutraut, sie immer nur in Schutzräumen “verstaut”, damit auch sicher keine Rückschläge und kein Scheitern stattfinden kann, der nimmt den Kindern die Möglichkeit an Erfolgen zu wachsen.

Etwas nicht zu können und nicht auf Anhieb zu verstehen ist nicht damit gleichzusetzen, dass man dumm wäre oder unfähig bei dem Thema.

Die Kinder sollten eher darauf trainiert werden nicht aufzugeben, sondern solange herumzuprobieren (mit und später ohne Hilfe), bis das unmöglich geglaubte klappt.

Kinder müssen irgendwann begreifen, dass der Weg zum Ziel das Wichtige ist … nicht das Ziel selbst (zumindest in den Naturwissenschaften). Das ist am Anfang schwierig, weil der Weg wie eine Art Dschungel vor einem liegt.
Wenn man aber genug Wege kennt, lichtet sich der Dschungel.
Dieses “Kennen” kann man sich aber nur durch Üben aneignen – so wie beim Vokabellernen. Die Lösungswege sind quasi Mathevokabeln … was kommt in welcher Reihenfolge nacheinander (… werfe ich zuerst das Mehl in den heißen Ofen, hole es dann heraus und verrühre es danach mit Eiern und Zucker…? Gibt das einen Kuchen? … auch hier gibt es viele verschiedene Reihenfolgen, aber nur manche führen zu einem genießbaren Ergebnis)

Je früher das bei einfacheren Themen gelingt (z.B. schriftliche Strichrechnungen), umso eher kommt das Gefühl, dass man es schaffen kann, auch wenn es am Anfang nicht so aussieht. Dann klappt auch die schriftliche Punktrechnung … dranbleiben und genügend Zeit einrechnen.

Wenn Kinder im frühkindlichen Alter Abzählreime auswendig lernen, mit ihren 10 Fingern Fingerspiele machen und beim gerechten Teilen von Geburtstagstorten einbezogen werden … etc …, ist das bereits ein guter Grundstock.

… aber das sind nur ein paar Gedanken …

Bildungsnah
1 Monat zuvor

Nobelpreise durch aufschieben von Stoff auf spätere Schuljahre? Warum hat denn bisher niemand diese geniale Strategie entdeckt?!

Klar kann man die Zeit besser nutzen. Z.B. für den drölfzigsten Mobbing-Workshop, für den dann wieder der Mathe Unterricht ausfällt und der meßbar das Problem nicht verringert. Oder für sogenannte Demokratiebildung aka weltanschauliche Erziehung. Wer braucht schon Mathe für einen Nobelpreis.

An Schluss geht es doch wieder wohl nur darum, die Anforderungen vor der Empfehlung auf eine weiterführende Schule möglichst zu verringern, um auch den Kindern aus bildungsfernen Haushalten mehr Gymnasialempfehlungen geben zu können. Alles wird nur aus sogenannte “Bildungsgerechtiogkeit” ausgerichtet.