Krieg in der Ukraine: Nachfrage nach Jugendoffizieren in Schulen steigt

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ESSEN. Das Verhältnis vieler Schulen zur Jugendarbeit der Bundeswehr zeigte sich in den letzten Jahren, gelinde gesagt, „gespalten“. Bringt der russische Angriff auf die Ukraine einen Umschwung?

Junge Frau in Marineuniform doziert in einer Schulklasse.
Die Kommunikation der Bundeswehr in die Schulen könnte sich erleichtern. Foto: Bundeswehr. Wir. Dienen. Deutschland. / flickr (CC BY-ND 2.0)

Unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine nimmt die Nachfrage der Schulen in NRW nach Informationsveranstaltungen durch Jugendoffiziere der Bundeswehr zu. „Die Zuwächse an Anfragen durch den Krieg in der Ukraine sind deutlich erkennbar. Die Jugendoffiziere sprechen von einem signifikanten Anstieg, manche sogar von einer Verdoppelung der Einsatzzahlen“, sagte Oberstleutnant Stefan Heydt vom Landeskommando NRW der Bundeswehr im Gespräch mit der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung).

Allein im ersten Quartal 2022 hätten die Jugendoffiziere in NRW bereits 170 durchgeführte oder beabsichtigte Vorträge gezählt. Alles beherrschendes Thema dabei: Der Krieg in der Ukraine. Im Jahr 2021 seien es insgesamt 250 Vorträge gewesen, so Heydt. (ots)

Widerstand gegen Neuauflage der Wehrpflicht – auch von der Bundesbildungsministerin

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gehtsnoch
1 Monat zuvor

Pop-Up Karrierelounge der Bundeswehr in Oberhausen Centro

Vom 19.03.-30.04.2022 findet im Westfield Centro Oberhausen die Pop-Up Karrierelounge der Bundeswehr statt.
Neugierige und Interessenten haben hier die Möglichkeit, in die Welt der Bundeswehr einzutauchen und sich über verschiedene militärische und zivile Karrierewege zu informieren.
https://de.westfield.com/centro/store/Bundeswehr-/77468

MeineMeinung
1 Monat zuvor

Die Bundeswehr hat nix in der Schule zu suchen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  MeineMeinung

Finde ich auch, vor allem nicht im Outfit – DAS ist für ukrainische Kinder doch wirklich beängstigend und auch für Deutsche.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Warum beängstigend?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

@PaPo
Weil so eine Uniform mit Krieg in Verbindung gebracht wird und wir diesen momentan ja sogar tatsächlich haben.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Projizieren Sie da nicht?
Was bringen Sie mit uniformierten Feuerwehrmännern in Verbindung?

Gabriele
1 Monat zuvor
Antwortet  MeineMeinung

Liebe(r)MeineMeinung,

Selbstverständnis unserer Parlamentsarmee (!) – siehe „Wehrbeauftragte(r) des Dt. Butages“ mit jährlichem Bericht über Zustand der Buwehr;

– sie (bzw. er) ist auch „Kummerkasten“: Meldung über Missstände, ggf. Fehlverhalten von Vorgesetzten, rechtsextreme Umtriebe etc. direkt (!) an sie (bzw. ihn), ohne Einhaltung des Dienstweges!!

– unsere SoldatInnen sind „BürgerInnen in Uniform“!- laut Selbstverständnis der Bundeswehr, ihr Leitbild!

Im Sozialkundeunterricht, Politikunterricht, können MdL, Bundestagsabgeodnete, Jugendoffiziere eingeladen werden. Völlig normales, übliches Vorgehen, externe ExpertInnenn, ReferentInnen einzuladen.

Wichtig ist aber stets Ausgewogenheit, parteipolitische Neutralität – notfalls durch kritischen Kontrapunkt durch Lehrkraft!

Gebt den Parolen keine Chance
1 Monat zuvor

Das ist 19. Jahrhundert pur!
Wer hätte es vor 4 Wochen für gut gehalten, dass Begriffe wie „Tapferkeit“, „Vaterland“, „Held“ usw. usf. plötzlich nicht nur sagbar, sondern positiv verstanden werden sollen?
Es ist erschreckend, wie rasend schnell ein Narrativ aktivierbar ist, das der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg entstammt.

Gabriele
1 Monat zuvor

ad: Gebt den Parolen keine Chance

Diese Ausführungen empfinde ich als Ausfluss von gutgläubigem, naivem Wunschdenken und völligem Verschließen der Augen vor der Wirklichkeit!

Es geht doch gar nicht um Glorifizierung des Dienstes an der Waffe, um Heldentum oder heldenhaften Opfertod für das Vaterland auf dem „Feld der Ehre“ – de facto ja Schlachtfeld.

Es geht nur um Fähigkeit zur und Stärkung der Selbstverteidigung (!!!) wohlgemerkt! Eingebunden im kollektivem Sicherheitsbündnis der NATO.
Es handelt sich schon gar nicht um Vorbereitungen zur ggf. Führung eines Angriffskrieges.

Sind Sie im Ernstfall bereit, sich sofort verteidigungslos, kampflos dem brutalen Recht des Stärkeren zu unterwerfen?

Ich jedenfalls nicht! Ich bin sehr friedensliebend, stets bereit zu verhandeln um Kompromisse zu finden.

Aber meine Lieben würde ich nie kampflos opfern!

Meine Werte habe ich zutiefst verinnerlicht:
mein Leben, meine Freiheit und meine Rechte würde ich niemals einfach wegwerfen, kampflos preisgeben. Undenkbar!

Das wäre nicht nur feige Kapitulation, Selbstverrat.

Es geht also nicht um einen Paradigmenwechsel, das etwaige Wiederbeleben eines alten Narrativs, nicht nur aus dem 19. Jahrhundert!
Dies ist völliger Unsinn, an den Haaren herbeigezogener Blödsinn!

Ich bin überaus dankbar, dass unsere SoldatInnen – unsere Bundeswehr – mich, mein Vaterland (= Heimat) und meine Rechte mit dem Einsatz ihrer Gesundheit, gar ihres Lebens zu verteidigen bereit sind!

vhh
1 Monat zuvor

Wollt ihr alle Klischees über Lehrer erfüllen? Wir haben als demokratische Gesellschaft entschieden, eine Bundeswehr zu unterhalten, das kann man gut oder schlecht finden. Man kann aber nicht einige 100000 Menschen ächten und wie bei Voldemort ängstlich ihre Existenz verschweigen, weil sie dort arbeiten. Mir ist ein Vortrag vor nahezu erwachsenen Oberstufenschülern lieber als naiv-romatische Werbefilmchen im Abenteuerstil auf Youtube oder die Panzershow auf der Berufsmesse. Über diesen Vortrag kann ich nämlich reden, auch die Relevanz politischer Entscheidungen verglichen mit Lagebewertungen von Generälen klarstellen. Dass Begriffe ‚positiv verstanden werden sollen‘ ist so falsch wie eine gegenteilige Bewertung dieser Begriffe zu fordern, wichtig ist die Diskussion dieser Worte. Ich habe nicht den Eindruck, dass zur Zeit Hurrapatriotismus gefordert wird, im Gegenteil, ich erlebe viel Unsicherheit und Diskussionsbedarf. Sind Lehrer berechtigt, das Ergebnis einer Diskussion vorwegzunehmen durch die Auswahl der Informationen? Ich kann nicht freie Meinung und Selbstbestimmung hochhalten und eine andere Weltsicht und ihre Konsequenzen dämonisieren. Ja, es gibt in meinen Augen viele produktivere, sinnvollere Berufe als Soldat, darum habe ich dort nicht mitgemacht, aber Lehrer sollten Entscheidungsgrundlagen klären, nicht die Entscheidungen ihrer SchülerInnen treffen (oder bewerten).

Kätzchen
1 Monat zuvor

Freiheit und Demokratie sind nichts selbstverständliches. Dafür muss man kämpfen jeden Tag. Die meisten glauben, dass fällt vom Himmel und bleibt immer so. Die Ukrainer tun das im Moment. Sie verteidigen ihre Freiheit und das Recht, selbst zu entscheiden, wie sie leben wollen. Ich habe großen Respekt davor. Müssten deutsche Wohlstandsbürger für Freiheit kämpfen, wären wir verloren. Also Offiziere in die Schulen. Habe ich kein Problem mit. Da können Schüler durchaus was vernünftiges Lernen.

Sissi
1 Monat zuvor
Antwortet  Kätzchen

@ Kätzchen
Finde ich auch
……..ja, und die SuS können nachfragen: Wir haben regelmäßig einen Jugendoffizier zu Gast, der äußerst kompetent auf Fragen eingeht und wirklich nicht mit dem Säbel rasselt.
Außerdem gab es immer wieder die Möglichkeit, recht aktuelle Fortbildungen mit Referenten aus- und außerhalb der Bundeswehr zu besuchen, z.B zu Afrika oder zuletzt China.( Referenten, die dort waren und durch eigene Erlebnisse, Bilder , aber auch neutrales Statement hervorragend Informierten).
Freilich: Frieden schaffen ohne Waffen, wär schon schön. Nur derzeit ordnet der Zar zu viel mit Waffen – ohne Aussicht auf ein baldiges Ende, – mit weltweiten Folgen.