GEW: Rund 2.500 Lehrkräfte im (mittlerweile sechsten) Warnstreik für kleinere Klassen

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Für etliche Berliner Schülerinnen und Schüler dürfte der gewohnte Unterricht am Freitag ausgefallen sein. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beteiligten sich rund 2.500 Lehrkräfte an einem ganztägigen Warnstreik – die Bildungsverwaltung sprach von 2150 Streikenden.

Mit dem Aktionstag wollte die GEW ihre Forderung nach kleineren Klassen und einem entsprechenden Tarifvertrag untermauern. Kleinere Klassen würden nach Einschätzung der Gewerkschaft eine geringere Arbeitsbelastung für Lehrerinnen und Lehrer bedeuten und hätten damit einen besseren Gesundheitsschutz zur Folge. Auch die Kinder und Jugendlichen würden davon profitieren.

Die Gewerkschaft trägt ihr Anliegen schon seit mehr als einem Jahr vor und organisierte den inzwischen sechsten Warnstreik dazu. Der Senat verweist darauf, dass Berlin – wie alle anderen Bundesländer außer Hessen – der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) angehört. Ohne Zustimmung der Tarifgemeinschaft könne Berlin daher keine Tarifverhandlungen über die Klassengröße aufnehmen. Die TdL lehne solche Verhandlungen ab.

In Berlin gibt es rund 34.000 Lehrer. Viele davon sind Angestellte und dürfen anders als Beamte streiken. Offen ist, ob es für kleinere Klassen überhaupt genügend Lehrkräfte gäbe, denn an den Schulen herrscht Lehrermangel. News4teachers / mit Material der dpa

GEW lässt nicht locker: Warnstreiks für kleinere Klassen werden fortgesetzt

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Ron
12 Tage zuvor

„Offen ist, ob es für kleinere Klassen überhaupt genügend Lehrkräfte gäbe, denn an den Schulen herrscht Lehrermangel.“

Streiken für nicht umsetzbare Forderungen! Warum streikt die GEW nicht für höhere Bezüge? VW hat gerade einen Inflationsausgleich von über 8 Prozent erkämpft. Die Lehrer erhalten aktuell 1,4.
Irgendwie unterstellen ich langsam Absicht bei solchen Nebelkerzen. Auf welcher Seite steht ihr?

Konfutse
11 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Die stehen auf ihrer Seite. Die Pöstchen, die besetzt sind, müssen erhalten bleiben. Sonst müssten da einige wieder in den Schuldienst, wenn das ein oder andere Pöstchen gestrichen werden würde.

Ron
11 Tage zuvor
Antwortet  Konfutse

Ich vermute auch Verhältnisse wie beim VW-Betriebsrat.

Vierblättriges Kleeblatt
11 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Das ist aber ziemlich gehässig und außerdem unwissend. Sind Sie wirklich ein Lehrer? Als die GEW die jetzigen Gehaltserhöhungen erstritt, gab es noch nicht die massive Inflation, wie es sie jetzt gibt. Das konnte auch die GEW nicht hellsehen.

Sie sollten als Lehrer also als gebildeter Mensch wissen, dass ein Tarifabschluss immer eine Laufzeit hat, innerhalb derer eine sogenannte „Friedenspflicht“ gilt. Erst danach kann neu gestritten und gestreikt werden, nur ist dann wahrscheinlich fast kein Berliner Lehrer mehr angestellt. Sie?

Last edited 11 Tage zuvor by Vierblättriges Kleeblatt
Ron
11 Tage zuvor

Als die GEW den Tarifvertrag von 1,4 Prozent „erstritten“ hat, sprang die Inflation bereits an und ein weiteres Ansteigen war absehbar. Trotzdem hat Verdi einen Vertrag über gleich zwei Jahre abgeschlossen. Tut mir leid, an Inkompetenz glaube ich nicht mehr.

Vierblättriges Kleeblatt
11 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Der letzte Tarifabschluss erfolgte im November 2021. Der Ukrainekrieg begann im Februar 2022. Wie bitte hätte die GEW das vorhersehen sollen? Erst danach zogen die Preise kräftig an. DAS sind die Fakten. Wo sind Ihre? Was Sie da behaupten, stimmt einfach nicht und entbehrt jeglicher Grundlage.

29.11.2021Als „verantwortungsvollen Abschluss in schwieriger Corona-Zeit“ hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Ergebnis der Tarifverhandlungen bezeichnet. Der Tarifabschluss sieht eine steuer- und sozialabgabefreie Corona-Sonderzahlung in Höhe von 1300 Euro bis März 2022 sowie 2,8 Prozent mehr Gehalt ab dem 1. Dezember kommenden Jahres vor. Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate.“
https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/verantwortungsvoller-abschluss-in-schwieriger-corona-zeit

Woher stammen Ihre 1,4?

Ron
10 Tage zuvor

Liebes Kleeblatt, nehmen Sie es mir nicht übel, wenn ich Sie jetzt hier mit offiziellen Daten konfrontieren:

„Harmonisierter Verbraucherpreisindex, November 2021:
+6,0 % zum Vorjahresmonat (vorläufig)
+0,3 % zum Vormonat (vorläufig)

WIESBADEN – Die Inflationsrate in Deutschland – gemessen als Veränderung des Verbraucher­preis­index (VPI) zum Vorjahresmonat – wird im November 2021 voraussichtlich +5,2 % betragen.“ (Quelle statistische Bundesamt)

Die Inflation war also auch im November 2021 bereits massiv angesprungen und zeigte steil nach oben. Auf dieser Grundlage wurde der Tarifabschluss der GEW von 1,4 Prozent abgeschlossen. Interessant auch, dass man ausnahmsweise gleich für zwei Jahre verhandelt hat, was vermutlich für alle Kollegen trotz“ erkämpfter“ Erhöhung der Bezüge einer Netto-Kaufkraftkürzung von über 10 Prozent gleichkommen wird.

Vorausgesetzt ist dabei, dass den offiziellen Inflationsangaben überhaupt noch zu trauen ist. Statistische Spielereien (verwendeter Warenkorb) und die zeitweiligen Entlastungspakete wie z.B. 9-€-Ticket (hatte schon seinen Zweck, dass das gerade jetzt eingeführt wurde), dienten zur Abmilderung der Inflationsdaten und nicht zu Ihrer Freude. Der Einkaufsmanagerindex zeigt nämlich mittlerweile bei Vorprodukten Steigerungsraten von ca. 40 Prozent an, welches vielleicht nicht komplett, aber doch überwiegend zukünftige Preisentwicklungen im Endverbrauchermarkt bestimmen werden.

Der Ukrainekrieg war dann nur das I-Tüpfelchen. Googeln Sie lieber mal Geldmengenausweitung der EZB. Wer das Casino mit Geld überflutet, wird Inflation ernten.

Ron
8 Tage zuvor

„Woher stammen Ihre 1,4?“

Oh, diese Ihre Zusatzfrage habe ich überlesen. Nur ganz kurz: Der Tarifabschluss geht über zwei Jahre. Sie bekommen aber nur einmalig 2,8 Prozent. Grob können Sie den Wert deshalb einfach durch zwei teilen und landen bei 1,4 Prozent jährlicher Erhöhung. Unterschlagen habe ich in der Tat die Einmalzahlung. Da diese aber nicht Grundlage zukünftiger Gehaltszuwächse ist, ist sie kaum mehr wert als nichts – sozusagen ein einmaliges und noch zu versteuernden Urlaubsgeld. Berücksichtigen sollten Sie bei Tariferhöhungen auch immer die steuerlichen Aspekte. Die Steuern auf ihr Bruttoeinkommen und die progressive Gestaltung der Einkommensteuertarife (das Hineinwachsen in höhere Steuer-Tarife) bewirken, dass sich der Staat aus Ihren 1,4 Prozent Lohnzuwachs gleich ein großes Stück wieder abschneidet. Je nach Gesamteinkommen landen Sie dann bei einem Nettozuwachs von vielleicht 1,0 Prozent. Und das bei derzeit 10 Prozent Inflation / Kaufkraftverlust. Glückwunsch!

Berliner Pflanze
11 Tage zuvor

In vielen (allen?) Bundesländern wurden vor rund 10 Jahren und mehr Lehrerstellen abgebaut! Weil die Schülerzahlen sanken und weil man sparen wollte. Es ist ein Versäumnis DIESER Politik, die Gelegenheit für kleinere Klassen nicht genutzt zu haben.

1.)
Rot-Grün plant Abbau von 7000 Lehrerstellen
06.12.2016  Düsseldorf
https://fdp.fraktion.nrw/content/rot-grun-plant-abbau-von-7000-lehrerstellen

2.)
Bildungspolitik in Baden-Württemberg:11.600 Lehrer weniger
Gemeinschaftsschulen, besserer Unterricht: Mit der Bildungspolitik wollte die grün-rote Landesregierung punkten. Doch jetzt streicht sie vor allem Stellen.
https://taz.de/Bildungspolitik-in-Baden-Wuerttemberg/!5088286/

3.)
Nach den Plänen des rot-roten Senats sollen im kommenden Schuljahr allein in Friedrichshain-Kreuzberg 33 Lehrerstellen wegfallen. Die Klassenfrequenz an Schulen mit einem hohen Anteil von Kindern nichtdeutscher Herkunftssprache erhöht sich von gegenwärtig 20-24 auf dann 24-28 Schüler.
https://gruene-xhain.de/pe-der-fraktion-reform-auf-kosten-von-schulen-in-sozialen-brennpunkten/

Last edited 11 Tage zuvor by Berliner Pflanze