KMK-Gutachten: Der Grundschule gelingt es in vielen Fällen nicht, grundlegende Kompetenzen an alle Kinder zu vermitteln

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BERLIN. Die Mathe- und Deutschkompetenzen vieler Grundschüler sind erschreckend schlecht, wie die IQB-Vergleichsstudie gezeigt hatte. Auf der Suche nach Lösungen legen Bildungsforscher der Politik nun ein Gutachten mit Empfehlungen vor. Schnelle Abhilfe wird das aber kaum schaffen.

Rund ein Fünftel der Viertklässlerinnen und Viertklässler in Deutschland erreicht die Mindeststandards nicht (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Die IQB-Studie hatte den Leistungsabsturz an den Tag gebracht (News4teachers berichtete). Bildungsforscher sehen wegen der schlechten Deutsch- und Mathematik-Kompetenzen vieler Viertklässler und angesichts eines relevanten Anteils von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten dringenden Handlungsbedarf. Die «alarmierenden Befunde» entsprechender Studien müssten als Weckruf verstanden werden, schreiben die Wissenschaftler Felicitas Thiel und Michael Becker-Mrotzek in der Zusammenfassung zu einem wissenschaftlichen Gutachten für die Kultusministerkonferenz (KMK), das am Freitag in Berlin vorgestellt wurde.

Erstellt hat es die «Ständige Wissenschaftliche Kommission» (SWK), ein bei der KMK angesiedeltes Beratergremium aus 16 Bildungsforschern, die regelmäßig Expertisen und Empfehlungen für die Bildungspolitik in Deutschland erarbeiten.

Grundschüler, die beim Übergang nicht richtig lesen, verstehen, rechnen und schreiben können, werden es im Leben schwer haben

Der Grundschule gelinge es in vielen Fällen nicht, grundlegende Kompetenzen an alle Kinder zu vermitteln, schreiben die SWK-Vorsitzenden Thiel und Becker-Mrotzek. Sie verweisen auf die Befunde des IQB-Bildungstrend und der Kindergesundheitsstudie (Kiggs) des Robert Koch-Instituts. Die Studien hatten gezeigt, dass etwa jeder fünfte Viertklässler Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreicht und fast jedes vierte sieben- bis zehnjährige Kind ein erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten zeigt.

Das Grundschul-Thema gehört momentan neben dem Lehrkräftemangel zu den brennendsten Themen der Bildungspolitik, denn es drohen langfristige negative Effekte: Grundschüler, die beim Übergang auf die nächsthöhere Schule nicht richtig lesen, verstehen, rechnen und schreiben können, werden es auch auf dem weiteren Bildungsweg bis hin zum Abschluss schwerer haben und wahrscheinlich auch im Leben insgesamt. In Zeiten von Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel ist die Gesellschaft aber mehr denn je auf Nachwuchs mit guter Bildung und Ausbildung angewiesen.

Die Wissenschaftler schieben die Verantwortung nicht einfach auf die Grundschulen: Es müsse in Rechnung gestellt werden, dass sich die Rahmenbedingungen für Bildung in den Einrichtungen in den vergangenen Jahren deutlich verändert hätten, heißt es in dem Gutachten. Das gelte beispielsweise für den wachsenden Anteil an Kindern, deren Familiensprache nicht Deutsch sei. Das betrifft demnach jedes fünfte Kind in der Gruppe der Drei- bis Sechsjährigen. «Auch die Inklusion von Kindern mit besonderem Förderbedarf sowie die Integration neu zugewanderter Kinder stellen neue Anforderungen an Grundschullehrkräfte», heißt es weiter.

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„Angesichts der dramatischen Unterversorgung des Gesamtsystems mit Lehrkräften sind manche Empfehlungen derzeit nur schwer zu realisieren“

Die Experten schlagen 20 Maßnahmen vor, um den Negativtrend bei den Mathematik- und Deutschkompetenzen der vergangenen Jahre umzukehren und der Entwicklung von Verhaltensauffälligkeiten von Schülern entgegenzuwirken. Dazu gehören Maßnahmen bereits in der Kita:

  • Stärkere Ausrichtung auf die Förderung sprachlicher, mathematischer und sozialer Kompetenzen in der Kita-Erzieher-Ausbildung und -Fortbildung, mindestens drei Fortbildungstage im Jahr pro Fachkraft, verbesserter Fachkraft-Kind-Schlüssel und mehr Zeit für pädagogische Arbeit, flächendeckende frühe Diagnostik im Alter von drei bis vier Jahren
  • In der Grundschule (in der Regel vier Schuljahre) im Schnitt mindestens sechs Stunden Deutsch und fünf Stunden Mathematik pro Woche, mehrmals pro Schuljahr Überprüfung, ob Mindeststandards erreicht sind über «standardisierte Diagnoseverfahren»
  • Einbau von Konzepten zur Förderung «sozial-emotionaler Kompetenzen» ins Schulprogramm jeder Grundschule, Aufstellung und gemeinsame Umsetzung von schulischen Regeln, positives Einwirken von Kindern auf andere Kinder stärken («positive Peerkultur»)
  • Kooperation zwischen Schule und Eltern durch regelmäßige und anlassunabhängige Kontakte zwischen Lehrkräften und Eltern verbessern, zudem verpflichtende halbjährliche Lern- und Entwicklungsgespräche mit Eltern zum Kompetenzstand ihrer Kinder mit Vereinbarung nächster Entwicklungsziele
  • Mehr Gestaltungsspielraum und Zeit für Schulleitungen («Entlastungsstunden») für die Personal- und Schulentwicklung, bei größeren Grundschulen auch Einrichtung von Assistenzstellen für die Schulleitung
  • Grundschulen mit vielen Kindern aus sozial schlechter gestellten Familien besonders fördern, Zulagen und andere Anreize – wie gesundheitsfördernde Maßnahmen – für Lehrkräfte an diesen Schulen.

Die Maßnahmen müssten dem Gutachten zufolge «in den kommenden Monaten und Jahren» unternommen werden, damit Grundschüler in Deutschland die Grundkompetenzen erlangen und Mindeststandards sichergestellt werden. Die Wissenschaftler sehen aber auch die Grenzen: «Den Mitgliedern der SWK ist bewusst, dass die Umsetzung einiger Empfehlungen einen längeren Vorlauf benötigt und dass Empfehlungen, die zusätzliches Personal oder Entlastungsstunden betreffen, angesichts der dramatischen Unterversorgung des Gesamtsystems mit Lehrkräften derzeit nur schwer zu realisieren sind.»

Kernaufgabe von Schule bleibe die Vermittlung der «basalen Kompetenzen» Lesen, Schreiben, Rechnen, sagte Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Das Gutachten gebe diesbezüglich ein klares Statement ab, betonte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD). Das Thema sei für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung, sagte KMK-Präsidentin Karin Prien (CDU).

Die KMK kündigte am Freitag an, bis zum Sommer politische Handlungsempfehlungen aus dem Papier abzuleiten. Es sollte als «Weckruf und sofortiger Handlungsauftrag» verstanden werden, hieß es vom Deutschen Lehrerverband. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger begrüßte unter anderem die nach seiner Auffassung «knallharte Forderung» der Experten nach einer umfassenden Sprachstandsdiagnostik für Kinder im Kita-Alter verbunden mit verbindlicher anschließender Sprachförderung. Das fordere sein Verband seit zehn Jahren.

Von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hieß es, mit dem Gutachten werde den Grundschulen und Kitas eine längst überfällige Aufmerksamkeit und Unterstützung zuteil. Die Empfehlungen erforderten allerdings massive Investitionen in das Bildungssystem. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zum vollständigen Gutachten.

Studie: Wortschatz von Grundschülern, die nie ein Buch lesen, aber häufig am Smartphone hängen, fällt drastisch ab

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Burnoutgefahr
1 Monat zuvor

«Den Mitgliedern der SWK ist bewusst, dass die Umsetzung einiger Empfehlungen einen längeren Vorlauf benötigt und dass Empfehlungen, die zusätzliches Personal oder Entlastungsstunden betreffen, angesichts der dramatischen Unterversorgung des Gesamtsystems mit Lehrkräften derzeit nur schwer zu realisieren sind.»

Schön, dass wir darüber gesprochen haben. Gehen Sie bitte weiter, es gibt nichts zu sehen…

Es kommt mir so vor, als ob die vielen guten Ideen schon jahrelang gefordert werden / auf dem Tisch liegen und eher das Gegenteil passiert. Der Bildungsbereich wird immer unattraktiver durch die zahlreichen zusätzlichen Aufgaben und die immer schlechteren Bedingungen.

Ich persönlich sehe keinen Turnaround…
In unserem sehr engagierten Kollegium nimmt der Krankenstand (leider auch längere Ausfallzeiten) massiv zu. Das war leider eine Frage der Zeit. Dauerhaft am oder über den Limit zu arbeiten geht nie gut.
Das System kollabiert (wie auch andere Systeme zB Gesundheitswesen…)

Viele schaffen es nicht, den Punkt der Selbstaufgabe zu erkennen und opfern sich auf Kosten der eigenen Gesundheit auf. Schlimm.

Schlimm ist aber auch die Situation der Kinder, welche in diesem System aufwachsen müssen.

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Burnoutgefahr

Sie sprechen mir aus der Seele. Schule muss wieder Schule werden und massiv Ballast abwerfen. Stattdessen konzipieren wir bis zur Selbstaufgabe lieber Klassenarbeiten auf 16 verschiedenen Niveaus, damit wir auch ja jedem Schulgehenden gerecht werden.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor

Und täglich grüßt das Murmeltier. Alle Maßnahmen wurden bereits in der Vergangenheit durchgekaut.

  • Mindeststandards überprüfen: egal ob mit standardisierten Tests oder durch die Erfahrung und Beobachtung der Lehrer passiert dies doch bereits. Nur was bringt die Mitteilung der Probleme an die Eltern, wenn diese bildungsfern sind oder die abgesprochenen Übungen mit ihrem Kind nicht durchführen?
  • zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen: das ist doch heute auch schon der Fall; immer mehr Erziehungsdefizite muss die Schule auffangen. Es wurde aber wieder mal vergessen mitzuteilen, welche Bildungsplaninhalte dafür reduziert oder gestrichen werden sollen; also wieder ein Draufsatteln auf den Rest…
  • regelmäßige Elterngespräche: Bei welchem Grundschullehrer finden die nicht ohnehin schon statt? Das Problem solcher Gespräche habe ich im ersten Punkt schon aufgezeigt.
  • Mehr Zeit für die Schulleitungen wird doch generell gefordert. In diesem Kontext erschließt sich mir die Forderung nicht wirklich.
  • Gesundheitsfördernde Maßnahmen für Lehrer: Her damit! Leider sind das auch wieder nur warme Worte, die Realität sind anders aus (siehe Punkte unten). Mir würde es schon reichen, wenn vom Kumi nicht weitere sinnentleerte Anweisungen kämen.

Meine Vorschläge für Maßnahmen um die angesprochenen Kompetenzen zu fördern:

  • Vereinheitlichung der Notengestaltung an den Grundschulen, z.B. einheitliche Gewichtung von „mündlich zu schriftlich“; ebenso Vorgabe, welche Arbeiten z.B. in Deutsch geschrieben werden sollen (in Ba-Wü gibt es eine Höchstgrenze von maximal 8 Arbeiten in Deutsch), damit nicht jede Schule selbst entscheiden muss, wie die Vorgaben umgesetzt werden. Dies würde eine Menge Zeit einsparen, die sinnvoller genutzt werden könnte.
  • Bildungspläne entschlacken, realistischer gestalten und verständlicher aufschreiben (in Ba-Wü gab es vor viiieeelen Jahren einen verständlichen Plan, heute ist es eine umständliche Matrix)
  • Vereinheitlichung der Lehrwerke: Weshalb muss jede Schule andere Bücher nutzen? Eine Variante vom Land vorgegeben würde eine Standardisierung bringen und auch neu zugezogene Kinder bräuchten sich nicht umgewöhnen. Gleichzeitig entfällt für die Lehrkräfte das Einarbeiten in neue Bücher, was auch einen flexibleren Einsatz ermöglicht. Gleichzeitig würden in Buchverlagen Stellen frei und dort arbeitende studierte Lehrer könnten in den Schuldienst wechseln.
  • Lehrer in der Grundschule gezielter in ihren studierten Fächern einsetzen. Diese Maßnahme würde sogar ohne weitere Kosten viel bringen! Wenn ich alleine an meinen Englischunterricht denke, den ich fachfremd gab….
  • Diagnosen anlassbezogen einsetzen und dazu einsetzbare Förderstunden erhalten. (Ich weiß, das ist eine Utopie.)
  • speziell Ba-Wü: Vielleicht endlich den Mut finden und das Wirrwarr an gelehrten Schriften streichen, dafür eine Schrift VERBINDLICH festlegen. (aktuell gibt es 2 mögliche Schriften, vor ein paar Jahren sogar 3)
  • bessere Vernetzung von Wissenschaft und Unterricht: Wie viele „wissenschaftliche“ Erkenntnisse haben sich in den letzten Jahrzehnten im Unterricht nicht bewährt?
  • Inklusion: Da Fachkräfte fehlen und Grundschullehrer mit der Inklusion alleine gelassen werden, muss logischerweise eine Rückkehr zu den Förderschulen erfolgen. Sobald genügend Kräfte vorhanden sind, sollte ideologiefrei auf die heutige Inklusion geschaut werden und Vor- und Nachteile klar benannt und danach gehandelt werden.
  • Statt in vielen Bereichen die Kommunikation und Kooperation mit allen Beteiligten zu fordern, fordere ich eine zielgerichtete und effiziente Kommunikation. (siehe auch nächsten Punkt)
  • Den Lehrern muss Zeit für die Vor- und Nachbereitung gegeben werden. Diese darf nicht durch andere Aufgaben eingeschränkt werden. Nur wer genug Zeit hat, sich ordentlich und gründlich vorzubereiten, kann den Unterricht effizienter gestalten. Meiner Erfahrung nach hat sich diese Zeit in den letzten Jahrzehnten immer stärker reduziert. Diese Zeit muss bei allen Vorschlägen berücksichtigt werden, da sie das Wichtigste außer dem eigentlichen Unterricht ist.

Meine Vorschläge/Wünsche sind sicherlich nicht vollständig, es wäre aber ein Anfang, der nur ein wenig Mut erfordern würde.

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Ich bin ganz bei Ihnen. Leider würde eine Vereinheitlichung in der momentanen Gemengelage mit ziemlicher Treffsicherheit dazu führen, dass z.B. genau das Schulbuch verpflichtend Anwendung fände, dass besonders stark durchtränkt von Ideologie, in allen Regenbogenfarben und Kompetenzstufen das große Nichts vor uns ausbreiten würde.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Zur Schulbuchwahl: Durch eine anonyme Lehrerabstimmung (bundesweit) könnte diese Gefahr stark eingeschränkt werden.

Last edited 1 Monat zuvor by Lessi
Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Eine anonyme Lehrerabstimmung wird es nicht geben. Deutschland hält direkte Demokratie traditionell für keine gute Idee.

Übrigens als Ergänzung zu den verheerenden Studien über die Fertigkeiten von Grundschülern: Laut der Kindergesundheitsstudie KIGGS des Robert-Koch-Instituts sind inzwischen 23,1 Prozent der Sieben- bis Zehnjährigen psychisch so auffällig, dass sie als Risikogruppe gelten. Viel Spaß an alle Kollegen und immer schön den rückwärtigen Raum im Auge behalten.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Hamburg hat übrigens 108 Pflicht-Wochenstunden in der Grundschule,
Hessen 92,
die anderen Bundesländer bewegen sich dazwischen.

Georg
1 Monat zuvor

Wieder eine Selbstverständlichkeit. Das hat noch nie funktioniert. Problematisch ist aber aktuell der zunehmend höhere Anteil.

Petra
1 Monat zuvor

Kompetenzen werden nicht vermittelt, sondern angebahnt.

Bettina
1 Monat zuvor
Antwortet  Petra

Richtig! Aber wurden sie denn wirklich „angebahnt“ oder die verborgen blühende Anbahnung nur behauptet?

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Petra

Was auf das absolut Gleiche hinausläuft.

Se Länd
1 Monat zuvor
Antwortet  Petra

Zu lange im Studienseminar gewesen?

Bettina
1 Monat zuvor

Die „dramatischen Unterversorgung des Gesamtsystems mit Lehrkräften“ spielt natürlich eine große Rolle bei dem Desaster. Sie ist jedoch nicht die einzige Ursache. 
Schon vor über 20 Jahren bahnte sich an, was heute offenkundig ist nicht mehr versteckt werden kann. Die allmähliche Abkoppelung der Schulen von leistungsbewusster Erfahrung bzw. Realität und die Hinwendung zu ideologischen Wunsch- und Zielvorstellungen haben die Schulen aufs falsche Gleis gesetzt. Der immer größer werdende Lehrermangel brachte die Traumblase von „Kompetenz“ nur zum Platzen.
Gäbe es nicht vergleichende Leistungsstudien würde man heute vermutlich noch immer behaupten, die SuS seien in Wahrheit immer fähiger geworden, nur auf modernere und wertvollere Art.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Bettina

D A N K E!

Das ist genau der Zeitlauf, auf den ich auch immer schaue – mehr als 20 Jahre.

Das ist unfassbar wahr.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bettina

Richtig. Ich bin kein Fan von Hüther! Aber selbst der meint:
1. ,,Doch tappen wir dabei seit einigen Jahren in eine Falle. Wir überfrachten die Schule mit Erwartungen, die sie nicht erfüllt, ja überhaupt nicht erfüllen kann. Wir haben sie von einer Maus aufgeblasen zu einem riesigen Elefanten, der gerade Schüler wie Eltern und Lehrer niedertrampelt.“
2. „Und genau deshalb wird es höchste Zeit, dass auch Eltern verstehen, dass die Bildung, die sie sich für ihr Kind wünschen, nicht in den Einrichtungen stattfindet, wo sie ihr Kind jeden Tag hinschicken.“
Eltern müssen wieder mehr Zeit für ihre eigenen Kinder gewinnen, damit sie sich mehr um deren Bedürfnisse kümmern und an deren Lernprozess teilhaben können. Liegt es an den AG oder hat die heutige Elterngeneration diese Fähigkeit an dem persönlichen, teil unnötigen Kosumwunsch verloren.
Was weiß ich schon?!

Last edited 1 Monat zuvor by Lessi
Thomas Höhmann
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Ich habe jetzt im Alter Zeit. Da könnte ich, z.B. in der VHS, interessierte Eltern trainieren, damit sie in die Lage versetzt werden, ihren Kindern zu helfen. Viele scheitern ja bekanntlich schon am Mathestoff von Klasse 7.
Mich würde das Echo darauf interessieren.

Eine-Diagnose-für-sich
1 Monat zuvor

Papier ist geduldig… Das alles ist doch schon seit Jahren bekannt.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Bei den Digis muss man nur den Stecker ziehen oder …. installieren und – wech! 😉

Carsten60
1 Monat zuvor

Da bin ich aber verblüfft. Jahrelang wurde uns aus allen Rohren erzählt, in Deutschland sei die Sekundarstufe ganz schlecht, aber die Grundschule sei ein leuchtendes Vorbild, eben weil sie ja nicht gegliedert ist. Dieses erfolgreiche gemeinsame Lernen müsse man unbedingt auf die Sekundarstufe übertragen. Und jetzt heißt es: Lesen und Schreiben sind aber gar nicht gut in der Grundschule. Ebenso verblüffend: Um dem abzuhelfen, solle es mindestens 6 Stunden Deutsch pro Woche geben. Na was war denn vorher? Etwa weniger? Und zugunsten von welchen anderen wichtigen Dingen? Selbst wenn was ausfallen muss wegen Lehrermangel, für 6 Stunden Deutsch und 5 Stunden Rechnen pro Woche sollte es noch reichen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

„Und zugunsten von welchen anderen wichtigen Dingen?“

Ausflüge ohne Ende, Kindergeburtstage ohne Ende, Theater AG ohne Ende, nur damit sich die Lehrerin profilieren könnte, und dafür nimmt die Hälfte der Klasse in der Mitte des Übertritts mit in der Theatergruppe, Religion/Ethik 3 Stünden wöchentlich!!..usw..

Schade
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Laut Stark-Watzinger ist das Leiten einer Theater AG und die Organisation von Besuchen außerschulischer Lernorte (=Ausflug) doch ein guter Grund der entsprechenden Lehrkraft eine Prämie zu zahlen! Also muss es doch gut sein, oder? *ironie off*

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Nein! Nicht die Lehrerin will sich profilieren – die Schule will es.

Ausflüge und Theater, sowie Musik, Kunst, Werken, Handarbeit (jawoll!), „Kochen“ SIND notwendig!

DAS lernen sie zu Hause ja auch nicht mehr, zumindest viele Kids haben nicht die Chance dazu.

Arbeit mit den Händen ist wichtig – das „andere“, die Kopfarbeit, aber auch.

Da das Elternhaus sehr oft aus a l l e m raus ist, wird das eben munter in die Schule verlagert – kennen wir doch alle.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Nein! Nicht die Lehrerin will sich profilieren – die Schule will es.“

Vielleich. In dem Fall unserer Schule war die Lehrerin alleine.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ja, so eine gibt es bei uns auch. Immer voran, alle anderen sind Weicheier und unengagiert.

Aber durch den Schülerrückgang (hä?) und den Lehrermangel (huch!) müssen wir ja jedes Jahr unsere Schule präsentieren, damit sich für die fünfte Klasse möglichst viele Schüler anmelden.

Klar, bei sinkenden Anmeldungen gibt es Abordnungen von Lehrkräften.

Doch vorne an steht bei uns – die Schule (und natürlich soll niemand abgeordnet werden).

Die meisten von uns wollen gar nicht so im Rampenlicht stehen…..

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Die meisten von uns wollen gar nicht so im Rampenlicht stehen…..“

Ich weiß. Ich auch nicht. Ich fördere meine Tochter ihr eigenes Vorsprecher zu sein.
 
Aber sie hat viele Generation damit nicht immer positiv beeinflusst. Ich meine vor allem beim Übertritt. Nicht in Ordnung. Eine kleine war Verlier der ganzen Geschichte. Sie hatte ja Hauptrolle. Und bam. Noten im Keller gerutscht. Mama hat mich angerufen und geweint. Unsere Töchter waren Freundinnen.
 
Ich habe ein klares nein gesagt. Meine Tochter hat sich für Jugend Musiziert vorbereitet und ich sie direkt gefragt, was ihr wichtig sei. War Gott sei Dank Piano.

Lessi
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich ergänze: … wochenlange Vorbereitungen eines Schulweihnachtsmarktes mit Produktherstellungen, Deko, Programm uvm. ! Da geht so viel Unterrichtszeit verloren.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Lessi

Da kann ich zustimmen: Von einigen Schulen wird es übertrieben (geht meistens von der Schulleitung aus) und der Unterricht kommt unter die Räder. Man muss bedenken, dass das Schuljahr nur 38/39 Unterrichtswochen hat und die sind schnell aufgebraucht. Wenn man dann ein paar Unterrichtswochen für solche Aktionen im Schuljahr verliert, ist das schon heftig.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich bin mir nicht so sicher, wie viel Einheiten man sich darunter vorstellen sollte. Welche Art von „Ausflügen“ sind denn das? In der Grundschule machen wir hin und wieder Unterrichtsgänge, das sieht zwar wie Ausflüge aus, hat aber einen pädaogischen Hintergrund (auch Lernhintergrund). Gerade in HSU versucht man die Theorie durch Unterrichtsgänge mit der Praxis zu verknüpfen. Z.B. kann man zum Thema Wasser zum heimischen Wasserwerk gehen oder bei der Gemeinde ins Rathaus, beim Thema Wald macht man da etwas im Zusammenhang mit dem Wald, Verkehrregeln lernt man in der praktischen Anwendung, ein Theaterbesuch sollte auch mal drin sein um kulturelles Interesse zu wecken.
Eine AG ist immer freiwillig, also ist das nur ein Angebot. Wenn halt eine Klasse groß ist, hat man mehr Kindergeburtstage, aber da liegt es an der Lehrkraft und der Situation der Klasse wie ausführlich man das machen will. Religion und Ethik – wem diese Stunden zu viel sind, der müsste sich politisch engagieren, denn diese sind im Stundenkanon vorgeschrieben.
Mich befremdet zudem die Aussage, dass sich eine Lehrerin mit den oben angesprochenen Sachen profilieren will. Das kann man nicht grundsätzlich unterstellen. Ich engagiere mich in der Schule auch in den Sachen über die Pflicht hinaus, die mir Spaß machen, aber nicht aus Profilierungsgründen.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Nein, es reicht nicht dafür.
6 Std Deutsch und 5 Std Mathe stehen vermutlich ohnehin in den meisten Stundentafeln der Bundesländer, gerade die reichen nicht aus.
Wenn ich aber Mangel an Lehrkräften habe, kann ich nicht einmal dies abbilden, sondern muss Betreuung durch nicht-lehrendes Personal zur Beaufsichtigung einsetzen.
Ehrlicher wäre, genau diesen Mangel zu erheben.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Naja, aber es ist doch bezeichnend, dass die StäWiKo überhaupt diese Forderung aufschreibt. Warum tut sie das? Offenbar ist das nicht so selbstverständlich.
Was ich meinte: (Fast) alle Grundschullehrer unterrichten auch Deutsch und Mathematik, da sehe ich nicht den Grund, dass ausgerechnet das ausfällt, wenn überhaupt was ausfallen muss. Gerade da kann ein sinnvoller Vertretungsunterricht gemacht werden. Dann muss halt was anderes ausfallen, insgesamt gibt es doch über 20 Wochenstunden. An Gymnasien ist das anders, da kann man nicht erwarten, dass alle Deutsch oder gar Mathematik unterrichten können.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Es reichen auch sieben Stunden nicht, wenn zu Hause YouTube und TikTok geguckt und diverse Spiele gespielt werden.

Es sollte – ja, seeehr oldfashion und dennoch richtig! – gelesen werden.

Sonst wird das nichts.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Liebe Downvoties – wie wäre es mit einem Vorschlag, der uns hier weiter bringt?

5+ die nicht an TicTic und YouTube glauben oder/und nicht meinen, dass Lesen durch lesen gelernt wird?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Vielleicht konnten wir die ganze Wahrheit noch nicht vertragen.

Vielleicht hat die KMK aber auch nur auf Abschlüsse geschaut.

Vielleicht ist denen einfach immer noch nicht klar, dass die Grundlagen stimmen müssen!

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

„mehrmals pro Schuljahr Überprüfung, ob Mindeststandards erreicht sind über «standardisierte Diagnoseverfahren»“ – Sie können es nicht lassen … vielleicht braucht`s da mal anlasslose Elterngespräche über Lernwilligkeit?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Was nützt ständige Diagnose, wenn keine Therapie erfolgt? Würde es um meine Gesundheit gehen, würde ich schleunigst den Arzt wechseln.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

„Überprüfung, ob Mindeststandards erreicht sind“
Welche Grundschullehrer hier in der Runde kennen denn diese Mindeststandards? Bitte melden. Im Netz findet man nur die etwas vage formulierten KMK-Regelstandards.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Meine Sechstklässler bringen keine Mindeststandards für Klasse 5 mit.

Wenn ich drei davon nicht „hinbekomme“, sind die nächstes Jahr Analphabeten.

Einige unserer ukrainischen Schülys können inzwischen besser lesen.

Die Gründe sind doch allen, außer 2×16, bekannt.

Was kann ich als bekennender fauler Sack da schon ausrichten?

Leseketten, Tablets, Buchangebote, Minitexte mit Inhaltsüberprüfung, …

Sie tun es nicht! Sie können es auch nicht.

Und ich kann beim besten Willen die drei nicht einzeln beschulen. Ich kann auch nicht jede Stunde mit einem von ihnen in den Nebenraum verschwinden, um gemeinsam weiter zu lesen. Da dreht der Rest der Schülys aber so richtig auf – Lernausfall für alle.

Was bringen Überprüfungen, wenn nicht gelernt wird?

Gut, wir finden raus, dass meine drei auch in Klasse sieben nicht lesen (und selbstverständlich nicht schreiben).

Gut, wir finden raus, dass sie es nicht können.

Gut, unsere Prognose stimmt.

Und dann?

Sie müssten jetzt eine Lesebegleitung bekommen, die Klasse wiederholen, Lesestunden im Rollverfahren…. Möglichkeiten, die wir nur bedingt haben. Aussichtslos, wenn sie es einfach nicht tun.

Über kurz oder lang wissen wir, was mit ihnen passiert ….

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Gibt es ihrerseits Hinweise dafür, was die Gründe für die fehlenden Mindeststandards ihrer Schüler in der 5. und 6. Klasse sind ?

Wir als Eltern arbeiten hier zu Hause zusätzlich zum wenig strukturierten Grundschulunterricht einer Lehrerin sehr strukturiert mit unserem jüngsten Sohn in der zweiten Klasse, um ihm mit Hilfe gut strukturierter Lernmethoden und Lernprogrammen Automatisierungen beim Erlernen des Lesen sowie des Schreiben einschließlich grammatikalisch korrekter Schreibweise zu vermitteln, damit dieser Texte gut erfassen, Gedanken strukturiert niederschreiben kann oder Rechenaufgaben schneller ausführen kann.

Damit die Lernstandunterschiede zwischen den verschiedenen Schülergruppen unterschiedlicher sozialer Schichten nicht zu stark voneinander abweichen, dürfen die Grundschüler ab dem neuen Schuljahr in NRW die Hausaufgaben nur noch in der Schule erledigen.
Im Unterricht verweigern viele Mitschüler meines Sohnes in der zweiten Klasse das Abarbeiten der vielen Zettel zum Selberlernen, mit denen diese ohne eine strukturierte Anweisung oder auf Grund einer fehlenden intrinsischen Motivation eindeutig überfordert sind. Die haben auch nicht ADHS, sondern es fehlt eher an der schulpädagogisch erlaubten motivierende Interaktion mit dem Lehrer.
Da gibt es schon deutliche Unterschiede zwischen den Lehrerrinnen im empathischen Motivieren. Der Flurschaden, den der stark verbreitete „Spracherfahrungsansatz“ an den Grundschülern hinterlässt, ist schon gewaltig, und so muss bei einer schlechten Konstellation zwischen lernschwachen Schülern und diesen Selbstlernmethoden nach Brinkmann/ Brügelmann ordentlich von Seiten der Eltern gegengesteuert werden, um schlimmeres zu verhindern. Das kann aber nicht jeder Elternteil leisten.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

„Damit die Lernstandunterschiede zwischen den verschiedenen Schülergruppen unterschiedlicher sozialer Schichten nicht zu stark voneinander abweichen, dürfen die Grundschüler ab dem neuen Schuljahr in NRW die Hausaufgaben nur noch in der Schule erledigen.“ Haben Sie dafür mal bitte eine Quelle?

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Als Vater von 2 Grundschulkindern ist es die seit dem neuen Schuljahr in NRW praktizierte Realität, dass die Hausaufgaben in der Schule erledigt werden.
Dieses Praxis wurde uns am ersten Elternabend so mitgeteilt und es ist die tägliche Praxis, dass nicht nur die Kinder der OGS die Hausaufgaben in der Schule erledigen.
Wir haben als Eltern nur im Nachhinein zugriff auf die Hausaufgaben.
Eine Kontrolle findet unsererseits nicht statt.

Und dennoch arbeiten wir beim Jüngsten strukturiert mit Silbenanalytischen Methoden zum Schriftspracherwerb, weil sonst die Rechtsschreibung sehr stark leidet, da mit der Anlauttabelle gearbeitet wird, die nur eine sehr begrenzt korrekte Laut-Graphem-Beziehung vermittelt. Zusätzlich werden Großschreibung am Satzanfang und nach bestimmten und unbestimmten Artikeln, Endlaut-Härtungen und ß nach Langvokal und den Doppelvokalen ei und eu eingeübt versus ss nach Kurzvokal eingeübt.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ich weiß ja nicht, wo genau Sie in NRW beheimatet sind, aber an „meiner“ Schule ist die Realität, dass OGS-Kinder die HA in der Schule machen und alle anderen wie sonst auch zu Hause. Insofern mag es Praxis an „Ihrer“ Schule sein, aber als verbindliche Regelung ist mir davon nichts bekannt. Deshalb auch meine Frage nach der Quelle.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Der Vorteil besteht darin, dass die Erledigung der Hausaufgaben von Lehrern begleitet wird, Kein Kind bleibt zurück und die Eltern könne anschließend noch einmal gezielt schwächere Bereiche fördern.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Es ging aber nicht um den „Vorteil“ dieser Regelung, sondern darum, dass Sie behaupten, dies wäre quasi in ganz NRW so. Dafür fehlt mir immer noch die Quelle.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Unsere Schule praktiziert diese Vorgehensweise der Hausaufgabenbetreuung.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

„Im Unterricht verweigern viele Mitschüler meines Sohnes in der zweiten Klasse das Abarbeiten der vielen Zettel zum Selberlernen, mit denen diese ohne eine strukturierte Anweisung oder auf Grund einer fehlenden intrinsischen Motivation eindeutig überfordert sind.
Die haben auch nicht ADHS, sondern es fehlt eher an der schulpädagogisch erlaubten motivierende Interaktion mit dem Lehrer.“

Das ist sehr wichtig, aber sehr wenig vorhanden.

Dadurch lernen die Kinder mehr nachhaltig.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Die Kinder erhalten nicht immer eine Anweisung zum bearbeiten der Arbeitsblätter. Allerdings finden all zu oft derartige Arbeitsblätter ihre Anwendung, sodass diese dann nicht immer vollständig erledigt und kontrolliert werden können. Das erledigen wir Eltern dann am Wochenende.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

„Gibt es ihrerseits Hinweise dafür, was die Gründe für die fehlenden Mindeststandards ihrer Schüler in der 5. und 6. Klasse sind ?“

Ja, leider.
Die benachbarte GS hat deutlich zu wenige Fachlehrkräfte – jede(r) muss alles unterrichten und das ist nicht immer gut.
Sprachprobleme, die nicht aufgearbeitet werden können.
Fehlende Konzentrationsfähigkeit und kaum Frustrationstoleranz.
Zu wenig Kontrolle der ABs – weil in den Klassen zuviel los ist, verhaltenstechnisch. Viele Streitereien, die Unterrichtszeit rauben. Die Uneinsichtigkeit, einen AB ordentlich auszufüllen oder etwas von der Tafel abzuschreiben. Das NEIN beim Üben von Buchstaben – „kann ich doch!“ (äh, neee!), Eltern, die gerne etwas Gebasteltes haben/sehen wollen (Produkte), wie zum Beispiel diese Lapbooks. 10 Stunden basteln für das Kleine 1×1, statt es gemeinsam aufzusagen und täglich zu wiederholen. Oder zur Maus, dem Igel, … Freiarbeit – völlig überfordert, weil die Grundlagen nicht da sind. Auch im Sozialverhalten. Wochenpläne – völlig überfordert, sieht aber gut aus. Selber kontrollieren – die haben keinen Überblick über das gesamte Blatt bzw. die Blattsammlung und können das einfach nicht kontrollieren. Insgesamt: Es wird bereits auf Grundlagen aufgebaut, die erst noch gelegt/angebahnt werden müssen. Ja, auch und vor allem beim Sozialverhalten. Zu wenig Betreuer:innen für die Kids, die nicht mitkommen können oder wollen. Alle gehen weiter in die nächste Klassenstufe, zu wenige haben die Chance, das Jahr zu wiederholen. Sie könnten hier auf dem (bisschen), was sie vielleicht doch schon können, aufbauen und haben endlich mal die Nase vorn. Und – Sie haben es erwähnt – STRUKTUR fehlt oft. Das ist ein absolutes Muss für den Lernanfang in der Schule. Und das hat nichts mit Zwang und Freiheitsentzug und Missachtung der Menschenwürde zu tun – es geht ums Lernen – dazu ist Struktur nötig. Die meisten Gehirne benötigen diese, damit sich ihre Synapsen von Ministraßen zu dicken Autobahnen entwickeln können.

Das sind nur einige Gründe – wobei Wochenpläne nicht schlecht sind, aber nicht jeder kann damit um.

Ich kaue mit ihnen nun alles durch – und sie kriegen es hin! Die Lehrpläne sind mir schnuppe, liebe KuMis. Die Kids brauchen Erfolge!
Ich mache Mini-Einheiten mit Test/Klassenarbeit. Viel überschaubarer. In Test 3 gibt es auch noch mal Aufgaben von Test 2, damit sie den Sinn von nachhaltig und „morgen und in drei Jahren musst du das auch noch können/wissen“ begreifen. Nichts mit „gleich wieder vergessen“.

Und es stellt sich als Entlastung für die Schülys heraus. Ein AB zur Zeit, Kontrolle gemeinsam, Restzeit lesen. Jeder hat ein Buch griffbereit.

Aber das braucht Zeit, Mut und das Verständnis der Eltern. Natürlich kriegen diejenigen, die die Nase bereits vorne haben, weiterführende Aufgaben. Die werden untereinander und mit mir besprochen.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Fachlehrkräfte“ sind in der Grundschule nur in Englisch, Sport und Religion vorgesehen. Alles andere muss jeder machen, egal, ob ausgebildet oder nicht.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Danke für die Einblicke in ihre tägliche Berufspraxis.
Ich denke den Kindern wäre schon sehr geholfen, wenn die Eltern täglich mit den Kinder Lesen üben würden und ihnen selbst abends noch einmal eine interessante Geschichte vorlesen würden, um das Interesse am Lesen zu fördern und das Textverständnis aufzubauen.
Wahrscheinlich wird derartiges in bildungsfernen Familien selten bis gar nicht praktiziert. Das geht auch aus der Korrelation zwischen der Anzahl der Bücher im Haus zum Leseverständnis.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Was kann ich als bekennender fauler Sack da schon ausrichten?“
 
Als erstes hören Sie bitte auf sich so zu nennen. Das ist einfach nicht war. Und es geht nicht darum. Das ist wir mit dieser Königfamilie, der Teil des Systems sein – können oder wollen oder nichts von Beidem sondern ändern. Eins ist aber sicher, man muss es nicht.
 
Als zweitens speilen sie einfach mal gegen das System oder versuchen Sie mindestens.
 
Ich kenne schon ein paar Ausnahmen unter den Lehrern. Sie sind für die Schüler goldwert.
 
Programm kann man auch auf eigener Art und Weise und doch nach Regeln durchführen.
 
Aber es stimmt, Wiederstand gegen Änderungen, gegen Neues, gegen etwas, dass mehr in 21. Jahrhundert passt ist immer noch u groß.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich spiele tatsächlich gegen das System (ein wenig zumindest), aber voll demokratisch mit der Klasse besprochen und per Geheimwahl so entschieden.

Unsere KuMis sollten uns mehr zutrauen – wir sitzen an der Quelle, wir wissen, was in Klasse 8 gekonnt werden muss und in 10 dringend benötigt wird.

Ich nehme mir das Recht heraus, das mit ihnen zu üben. Dann fallen ein paar Dinge hinten runter, doch die Ergebnisse sind besser, der eine oder andere Erfolg auch.

Das schaffe ich aber nicht immer, wenn ich ehrlich bin. Die vielen Konferenzen schlauchen, machen müde, sind sinnentleert und oft nutzlose Erholungszeitvergeudung.

Müde, abgespannt, halb krank sind keine guten Voraussetzungen für motivierenden Unterricht. Inhaltlich gut, ja, doch hundemüde ist Motivation schwer hinzukriegen, zumindest für mich.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Ich spiele tatsächlich gegen das System (ein wenig zumindest),“

Das habe ich geahnt 🙂

„Unsere KuMis sollten uns mehr zutrauen – wir sitzen an der Quelle, wir wissen, was in Klasse 8 gekonnt werden muss und in 10 dringend benötigt wird.“

Ja!

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Und wofür – ihr zuckersüßen Downvoties – gibt es hier schon 3+ destruktive rote Daumen?

Mika
1 Monat zuvor

Ich rege hiermit an, eine Studie durchzuführen, die untersucht, welche der Empfehlungen der vielen Bildungsstudien durch die Länder umgesetzt wurden, und im Falle der Nichtumsetzung zu erfassen, aus welchen Gründen den Empfehlungen nicht gefolgt wurde.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich empfehle, diese Metastudienauswertung zur Standardisierung der Genderaspekte und EU-Qualitätsstandards an mich zu übersenden.
Im home office integrated system werde ich ca. 35 Jahre lang regelmäßig quality feedback reports dazu verfassen. Gegen eine geringe Besoldungssteigerung, wegen der mental work load.

Last edited 1 Monat zuvor by 447
Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

@Mika

Brilliant, weswegen
– es nicht getan wird
– in den Positionen aka auf den Polster-Bürodrehstühlen mit Entscheidungsbefugnis niemand darauf gekommen ist bzw. kommen wird … würde es doch um den Erhalt eben dieses Polster-Bürodrehstuhls gehen …
Alles hängt mit allem zusammen.

Machste nix. (Das ist dort, wo die „Luft dünner wird“ = „oben“ zugleich Glaubenssatz, sich selbst erfüllende Prophezeiung und Geheimnis des „Erfolges“.)

Grundschullehrer
1 Monat zuvor

Solange der Beruf auf Grund der geringen Attraktivität weitgehend gemieden wird und nichts getan wird um gegenzusteuern wird sich der freie Fall fortsetzen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Ja, das glaube ich langsam auch. Heute muss alles attraktiv erscheinen, um die Bewerber zu finden. Idealen sind Schnee von gestern.

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Augen auf bei der Berufswahl!

Thomas Höhmann
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Noch besser: Augen auf bei der Wahl des Studiengangs! Heute kann man mit einem beliebigen Fachstudium mit Schulrelevanz Lehrer werden – aber man muss nicht!

Tom
1 Monat zuvor

Ich habe es im engen Freundeskreis erfahren. Deren Sohn (damals 4. Klasse) hat im Fach Deutsch gegen Entgelt die „Schülerhilfe“ in Anspruch genommen, fast jeden Dienstag, fast ein ganzes Jahr lang und aus meiner Sicht vollkommen unnötig. Zur Erklärung sei vielleicht noch erwähnt, kein bildungsfernen Elternhaus und der Junge hatte schon zu der Zeit prima Kompetenzen in Mathe, Englisch u.a. Fächer (Ich habe die Zeugnisse gesehen). In Deutsch gab’s das „Problem‘, dass er Linkshänder ist und das Schriftbild ausbaufähig war (Rechtschreibung, Lernwörter = top). Der Kommentar der GS-Lehrerin vor der gesamten Klasse zu seiner Handschrift: „Sieht aus, als wäre da ein Schwein drübergelaufen“, ihre Empfehlung im LEG- dringender Besuch einer Ergotherapie. Der Junge war nicht Ihr Lieblingsschüler… Solche Dinge gibt’s auch.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

„Der Kommentar der GS-Lehrerin vor der gesamten Klasse zu seiner Handschrift: „Sieht aus, als wäre da ein Schwein drübergelaufen“,“

In der GS vollkommen normal. Man will einfach schreien, wer alles mit diesen Kindern dort arbeitet, aber es hilft es nichts. Einfach die Zähne zusammenbeißen und durch.
 
Aber sogar in Gymnasium (und schätze auch in anderen Schulen Real- und Haupt-) ist nicht viel anders, es hängt von den Lehrern ab. Die Kinder werden beschimpft, beschuldigt, dass sie absichtlich etwas nicht hinkriegen können usw..
 
In unserem neuen Gymnasium haben sogar zwei Flügel. Kein musisches Gymnasium. Meine Tochter ist eine passionierte Pianistin und will jede Pause spielen, auch direkt nach Musikunterricht. Sie hat ständig Publikum und andere Kinder zeigen Interesse. Ein Mädel hat sogar wegen meiner Tochter angefangen Piano zu spielen. Und jedes verdammtes Mal kommt ein Lehrer oder Lehrerein und zwar genau die, die Musiklehrer sind (!!) und schimpfen, dass sie nicht spielen darf!
 
Na ja, jetzt gehe ich zum Direktor das zu klären.
 
Das gibt doch gar nichts! Das Kind zieht andere Kinder mit, um etwas Sinnvolles zu machen, statt sich unter der Pause mit TikTok oder Gesprächen über Kondomen, „entkorken“ und Sex beschäftigen und sie wird dafür von der Musik-Lehrern beschimpft!
 
Also, sorry Leute, ich bin mir sicher, dass hier unter euch sehr gute Lehrer gibt, aber es gibt wahnsinnig viele Schulen und Lehrer in diesem Land und viele Male geht euch die Realität nicht zu Gunsten. Tut mir leid.
 
Ich habe nur zwei Kinder und lebe in nur einem Bundesland und wir haben zu viel Negatives genau von „euch“ erlebt und trotzdem kämpfen wir weiter, weil wir einfach verdammt gute Argumente haben.
 
Viele von Lehrer können das nicht behaputen, außer leere Floskeln zu liefern, die kein Kind runterschlicken kann.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Das wird schon seinen Grund haben!
Na ja, da man bei Stundenwechsel schnell wieder im anderen Klassenzimmer sein muss (in By gibt es keine 5 min Pausen), muss man sich beeilen.
Die großen Pausen finden auf dem Hof statt und nicht im Musiksaal. Der Lehrer möchte sicher auch mal seine Pause haben. Schüler kann man nicht unbeaufsichtigt im Musikraum lassen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

„Lehrer möchte sicher auch mal seine Pause haben. Schüler kann man nicht unbeaufsichtigt im Musikraum lassen.“

Warum? Das sind nicht mehr Kindergartenkinder. Wenn sie schon aber so eingestuft werden, dann sollte man nicht von denen zu hohe Leistungserwartungen haben, oder?

Außerdem meine Tochter ist eine Pianistin und sie wissen das.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Schon mal was von Aufsichtspflicht gehört?

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Komisch das mit Aufsichtspflichten, aber in ihrem ersten Gymnasium durfte sie spielen unter die Pause wie viel sie will, auch mit anderen Mädels und Jungs da sitzen und musizieren. Deshalb ist ihre Enttäuschung umso größer.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Und wenn es unter dem Publikum eine Prügelei gibt und das Klavier kaputt geht, ist Ihre Tochter vermutlich dran oder die Dinger müssen abgeschafft werden oder oder oder…

Bei uns darf auch niemand allein in einem Fachraum sein. Schluss, fertig, aus!

Es geht nicht darum, dass Ihr Kind wie ein Grundschulkind behandelt wird – wir machen uns strafbar!

Das darf die Schulleitung nicht zulassen. Wenn genügend Lehrkräfte da sind und/oder sich jemand bereit erklärt, eine unbezahlte Extraaufsicht im Musikraum zu übernehmen – gut. Aber das kann man tatsächlich nicht erwarten.

Wir werden in den Pausenaufsichten benötigt, im Lehrerzimmer – da muss sehr sehr oft etwas geklärt werden (kann man als Erweiterung der Arbeitszeit sehenI, oder wir haben auch mal Recht auf Ruhe, sitzen, Käffchen.

Der Beruf ist sehr anstrengend, tausende von Anfragen und Informationen prallen innerhalb von Sekunden auf unser Hirn ein – hey – wir sind Menschen und brauchen mal ne Pause.

Ruhig mal fragen, ob jeden Mittwoch in der ersten großen Pause jemand die Aufsicht dort übernehmen kann – evtl. Klasse 10, 11, 12, 13. Die bleiben meist gerne drin und sind durchaus in der Lage, für ein wenig Ordnung zu sorgen – können und dürfen aber die Aufsicht nicht so richtig übernehmen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Es geht nicht darum, dass Ihr Kind wie ein Grundschulkind behandelt wird – wir machen uns strafbar!“

Nö, das ist nicht war und da oben geschrieben ist weit übertrieben, besonders Punkt, Schluss, aus. Das sollte nicht geben. Auf gar keinen Fall. Besonders nicht ohne sehr gute und schwerwiegende Begründungen. Das verlangen wir auch von unseren Kindern/Schüler, oder?

Sonst wurde es überall solchen Regeln geben. Und in einem renommierten Münchener Gymnasium (städtische natürlich) dürfte sie spielen. Kein aber. Sie dürfte es einfach unter jeder Pause.

Schade, dass wir umziehen mussten. Aber für München waren wir nicht reich genug.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

@Monika,By
Jetzt wird es albern: natürlich ist eine Lehrkraft verantwortlich im Sinne des Strafrechts, wenn sie Kinder unbeaufsichtigt in einem Fachraum läßt und diesen etwas passiert. Bitte lesen Sie die entsprechenden Gesetzestexte, bevor Sie uns, die jeden Tag in dieser Verantwortung stehen, der Lüge bezichtigen. Was haben Sie eigentlich für ein Problem damit, Schulregeln zu akzeptieren?

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Wir bei uns würden an der Schule eine Regelung finden. Das kriegen wir bei fast allem (manchmal tatsächlich zähneknirschend) hin.

Aber unser Musikraum ist weit ab vom Schuss – da ist nichts mit „das beaufsichtigen wir mal eben mit“. Und dann machen wir uns tatsächlich strafbar – wir müssen die Aufsicht übernehmen.

Manchmal ist es schon schlumm genug, wenn man nicht rechtzeitig aus dem Klassenraum kommt – da passiert durchaus so einiges, dass das Verlassen selbigens verzögert.

Wir haben einfach Glück, dass nichts passiert oder dass jemand beim Raumwechsel auch ein Auge auf alles wirft, was so unterwegs anfällt.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hm, es könnte sein, da sie anderes betrachtet wurde (sie spielt an einem sehr hohen Niveau), weil sie 2 Jahre im Homeschooling war.  
Aber ehrlich gesagt, dass glaube ich nicht. Sie haben uns das Leben aufgrund Corona und unsere Entscheidung im Bezug dazu ziemlich schwer gemacht.
 
Außerdem, die anderen Kinder und Jugendlichen können spielen, ohne Aufsicht, wenn sie das möchten. Aber keine möchte es wirklich dafür Pause nützen. 1000 und etwas Kinder.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Es kommt ja auch immer farauf an, wo das Piano steht.

Die meisten Kids haben keine Lust, während der Pause zu spielen – sie wollen ihre Pause.

Das sieht gaaanz anders aus, wenn dafür eine Unterrichtsstunde zur Verfügung gestellt wird – Massenandrang, aber u.U. deswegen auch Aufsicht.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Wieso sollte die Tochter nicht in der Pause Klavier spielen, wenn sie dabei andere Schüler mitnimmt, um diese für Musik an klassischen Instrumenten zu motivieren.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Weil es nur eine begrenzte Zahl von Lehrkräften gibt, die Aufsicht machen können. Die SuS verlassen in den Pausen entweder den Raum, um in einen anderen Raum zu wechseln (dann erübrigt sich das Klavierspiel), oder sie gehen auf den Schulhof. Dort werden sie beaufsichtigt. Die nicht mit Aufsicht beauftragten Lehrkräfte haben dann mal die Zeit, kurz durchzuatmen, kopieren oder was auch immer zu tun. Es ist personell unmöglich, eine Beaufsichtigung der SuS in den Räumen dauerhaft zu gewährleisten. Rechtlich ist die Aufsicht jedoch verbindlich vorgegeben.

Konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Eltern, die meinen, für ihre Kinder gelten andere Regeln als für alle anderen, machen uns das Leben schwer….

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

 
Bitte Mika, nicht wieder das mit Aufsicht.
 
Das sie einfach eine Floskel.

Oben begründet.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Nein, Monika, BY, das ist die Gesetzeslage. Ihre Tochter wird an dieser Schule behandelt wie jedes andere Kind auch. In den großen Pausen geht sie auf den Hof, um frische Luft zu atmen, sich zu bewegen und mit anderen Kindern zu interagieren. Wenn selbst die Eltern ein Riesenproblem damit haben, dass es in Schule einzuhaltende Regeln gibt, ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kinder immer weniger in der Lage sind, sich innerhalb bestimmter Regeln zu bewegen. Klavierspiel dann, wenn jemand Aufsicht machen kann bzw. will, oder zuhause. Ende.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ich finde das auch nicht schlecht, sonder gut, aber siehe bitte auch meinen Kommentar dazu.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich finde es schon aberwitzig, dass motivierte Schüler davon abgehalten werden, anderen Mitschülern etwas in der Pause beizubringen, Und wenn es das Spielen auf dem Flügel ist.
Per Erlass dürfen die Kinder nicht unbeaufsichtigt Klavier spielen.
Das Problem muss sich auflösen lassen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Schulrecht. Wir sind verantwortlich dafür, dass Kind und Material nichts passiert. Das geht nun mal nicht ohne Aufsicht. Vier sehr vernünftige Schüler unserer Abiturstufe haben neulich die Erlaubnis gehabt, ohne Aufsicht an ihrer Abizeitung im PC – Raum zu arbeiten. Natürlich kamen Mitschüler dazu, und am Ende fehlte eine Tastatur, ein Monitor war beschädigt und ein PC mit einer Flüssigkeit getränkt worden. Und jetzt? Wer ist verantwortlich? Schüler sind nur selten in der Lage, ihren Mitschülern Einhalt zu gebieten. Die Aufsichtspflicht hat einen Grund: in Monika,By‘s Fall nicht zuletzt den Schutz ihrer Tochter.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

So gesehen haben sie recht. Ich dachte. dass eventuell eine Aufsicht abgestellt werden könnte, aber es fehlt an Personal, um derartige Versuche umzusetzen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

https://www.news4teachers.de/2022/12/14-jaehriger-soll-zehnjaehrigen-mehrfach-auf-der-schultoilette-vergewaltigt-haben-prozess/

Wie in diesem Fall? Wo war es hier diese dringend nötige und nicht verzichtende Schulaufsicht? Ja, bestimmt, in alle Öffentlichkeit, bei offener Tür und mindestens zehn Zuhörer braucht sie schütz, während sie Klavier spielt und während sich die Kinder über Musik austauschen.
 
Interessant, in diesem Artikel keinen Kommentar zu sehen. Aber Klavier spielen ohne Aufsicht, aber mit mehreren interessierten Schülern für die Musik ist ein heißes Thema.
 
Etwas stimmt definitiv nicht.

Thomas Höhmann
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Mal hapert’s wegen der Aufsichtspflicht, mal wegen der langen Schultage…
Tatsächlich habe ich manchmal das Gefühl, die ganze Schule sei nichts weiter als eine große Bildungsverhinderungsanstalt!

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Das Mädchen kann ja sicher daheim oft genug spielen und seine Freundinnen dazu einladen. Wo ist das Problem? Wenn es in der Schule nein heißt von den Musiklehrerinnen, dann heißt es halt nein.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

stimmt

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Stimmt.

Aber es ist sehr schade – für alle Beteiligten.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Bin ganz bei Ihnen.

Bei uns würde sich eine Lösung finden. Das kriegen wir immer hin.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ob der Lehrer die Kinder wirklich „beschimpft“ hat, oder sie lediglich dazu aufgeforder hat, den Musikraum zu verlassen, weil den Schüler nun mal nicht ohne Aufsicht nutzen dürfen?
Kinder neigen dazu ein konsequentes „Nein“ mit geschimpft werden, gleichzusetzen.
Ich denke, daß es zuhauf Schüler gibt, die nicht so umsichtig mit teueren Musikinstrumenten umgehen, wie ihre Tochter.
Deshalb kann ich nachvollziehen, daß es der Lehrer nicht erlaubt hat.
Versuchen sie einfach mal, sich in die Rolle des Lehrers hineinzuversetzen, der nicht nur für ihre Tochter, sondern auch für viele, viele andere Schüler, sowie dafür verantwortlich ist, daß die kostspieligen Musikinstrumente möglichst lange intakt bleiben.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Liebe Marion,
Instrumente sind da zum Spielen. Ein Flügel geht nicht so leicht kaputt, außer man nimmt einen Hammer.

Marion
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Wenn der Musikraum generell offen gehalten wird, damit Kinder wie ihre Tochter in den Pausen Klavier spiele können, (wogegen grundsätzlich ja nichts einzuwenden wäre), dann kann auch jeder andere in den Musikraum, der nicht so feinfühlig mit den Instrumenten umgeht. Das ist der Punkt.
Ich kenne das Problem.
Da schwanken die Lehrer wahrscheinlich auch zwischem dem guten Willen Schülern, wie ihrer Tochter, die Möglichkeit zu geben ihre Talente anwenden zu dürfen und andererseits zu verhindern, daß weniger achtsame Zeitgenossen in dem Raum ihr Unwesen treiben und Instrumente beschädigen.
So einfach, wie sie sich das vorstellen, ist das in Schulen und Kindertagesstätten nicht immer.
Was zu Hause ganz selbstverständlich machbar ist, stellt Einrichtungen, in denen täglich so viele Menschen aufeinander treffen, oft vor ein richtiges Dilemma.
Ich kann ihnen gar nicht sagen, wie oft ich im Kindergarten schon vor der Entscheidung stand: Aufsichtspflicht nicht so genau nehmen und darauf vertrauen, daß es schon gut gehen wird oder lieber streng sein und dafür die Sicherheit haben, das nichts passiert. Es ist immer wieder auf’s Neue eine schwierige Entscheidung.
Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit, daß ihre Tochter sich, auf Nachfrage, den Schlüssel für den Musikraum im Sekretariat abholen darf um in den Pausen im Musikraum Klavier zu spielen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Marion

Marion, genau das, was sie schreiben reflektiert das ganze Schulsystem. Zu viele Wörter zu viele Ecken und Kanten, zu viele sinnlose Regeln für, im Grunde, eine sehr einfache Sache.
 
Die Kinder sollte man IN DER SCHULEN fördern, wenn sie schon Schulplfichtig sind, die Kinder die anderen Kinder fördern, ebenso. Das Ort und Mittel ist dabei unwichtig.
 
Aber alles was dieses System am besten kennt ist aufzuhalten wegen dies und das.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Aufsichtspflicht ist Aufsichtspflicht. Punkt. WIR stehen ja schon so oft mit einem Bein im Gefängnis.

Dann auch noch Sachbeschädigung klären….

Ich sehe das so – Zeitrahmen finden, in der eine Lehrkraft die Aufsicht übernehmen kann. Bei uns würde sich sicher jemand finden, man kann sich auch abwechseln. Aber nicht jeden Tag, nicht jede Pause. Das ist nicht zu leisten.

Bitte – wir haben diese Regeln nicht gemacht, wir müssen sie umsetzen. Das ist in der Schule so – wie auch im Straßenverkehr.

Unser Musiklehry wäre begeistert – wir auch. Und dennoch: s.o. (oder unten. Ich weiß nicht, wo der weitere Kommentar von mir landet.)

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich frage mich wirklich, warum Sie nicht Ihr Deutsch noch ein bisschen aufpolieren und als Lehrkraft einfach Schule so gestalten, wie sie Ihrer Meinung nach sein sollte? Wir brauchen engagierte Lehrkräfte: nicht meckern, machen!

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Oh, liebe Mika, ich meckere gar nicht. Weit davon entfernt. Meine Kinder bewegen sich fort und zwar schnell.
 
Auf die Systemfehler hinzuweisen, bedeutet nicht zu meckern 😉

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Sie berichten fortwährend, wie hervorragend Sie die Mängel in der Beschulung Ihrer Kinder beheben können. Ich fände es großartig, wenn Sie mit Ihrem offensichtlichen Talent in den Schuldienst treten würden.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Nach dieser Auffassung sollten wir auch den Chemieraum unbedingt geöffnet (und unbeaufsichtigt?) lassen.

Oder die Sporthalle.

So leicht ist das nicht – zumal verantwortungslos, grob fahrlässig bis Handeln mit Vorsatz.

Dazu ist niemand bereit – bei aller Liebe.

Jette
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Wie würdest Du reagieren, wenn Deiner Tochter im Musikraum etwas zustoßen würde? Wärest Du nicht die erste, die sich wegen fehlender Aufsicht bitter beklagen würde?

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

Vor gerade 3 Wochen erlitt ein GS-Kind in der Schule meines Sohnes Stromschlag während des Spielens hinter dem Schulgebäude, also an Schulgelände. Die Stromkabel einfach so ohne irgendwelche Isolation gelassen.
 
Wäre schön, dass man in der Schulen auf Kindern aufpasst, aber da wo es wirklich nötig ist.
 
Mobbing und andere „unwichtige“ Geschehnisse im Schulgebäude und unter den Kindern kann man nicht mit dem Finger zeigen, klar,, aber Spielen am Klavier schon.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

A) HINTER dem Schulgebäude hat kein Kind was zu suchen, da ist nämlich keine Aufsicht.
B) An Stromkabeln ohne Isolation sind definitiv mal nicht die Lehrer schuld.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

„HINTER dem Schulgebäude hat kein Kind was zu suchen, da ist nämlich keine Aufsicht.“

Und darauf sollte ein 8-jähriger achten (!), während es spielt?
 
Ok nur weiter. Boden haben wir immer noch nicht erreicht.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ja, ich erwarte, dass ein 8-jähriger weiß, wo er sich auf dem Schulgelände bewegen darf und wo nicht. Dass man keine offenen Kabel anfasst, sollte man übrigens schon sehr viel früher zu Hause gelernt haben.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Die Frage von Mette ist aber, wie Sie/du reagieren würdest?

Zwei Schülys prügeln sich – keine Aufsicht, los geht`s! Und die Tochter wird vom Hocker geschubst und verstaucht sich eine Hand.

Ich glaube, da wäre der Anwalt schneller bei der Schulleitung, als ich „huch“ sagen kann.

Hier geht es um Kompromisse und machbare Ideen – jeden Tag (oder montags oder freitags) ein Weihnachtslied – für jede Klasse einmal. Da ist meist eine Lehrkraft dabei.

JAAAAA, kann dumm laufen und diese Lehrkraft ist öfter dran, … Ich bin auch im Schuldienst – und weiß das.

Es gibt Möglichkeiten, die auch zu unserem Regelwerk passen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Zwei Schülys prügeln sich – keine Aufsicht, los geht`s! Und die Tochter wird vom Hocker geschubst und verstaucht sich eine Hand.“

Wie immer. Ich werde es das schnell regeln. Am Ende werden wir Eis essen gehen.

Aber bei uns, wie ich höre prügelt sich Keiner. Ab und zu rauchen die Jugendlichen heimlich hinter dem Schulgebäude.
 
Mit Kindern und Tieren habe ich nie ein Problem. Vollkommende Akzeptanz. Aber mit Erwachsenen 😉

Bitte akzeptieren Sie, es gibt wirklich kein richtiger Grund. Nicht auf unsere Schule.

Jette
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Wie würdest Du reagieren, wenn deine Tochter im Musikraum stürzt oder etwas anderes passiert? Wärest du nicht die erste, die die fehlende Aufsicht anprangert?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Aus meiner Sicht ist die Empfehlung einer Ergotheraphie zur Erzielung einer verbesserten Feinmotorik der linken Hand zwecks ausgewogenerem Schriftbild absolut korrekt. Was empört Sie daran?

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Eine solche Empfehlung wird von einem Arzt ausgesprochen, nicht von Leien.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Alles klar. Als Lehrkraft mit Expertise zur Einschätzung des Schriftbildes empfehle ich den Eltern also die Konsultation eines Arztes bzgl. der Begutachtung der Feinmotorik wegen des schlechten Schriftbildes. Läuft auf dasselbe hinaus, zumal nur der Arzt die Ergo verordnen kann. Ihnen ist schon klar, dass es um das Kind geht und nicht um eventuelle Empfindlichkeiten der Eltern?

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Nein.
Gerade bei diesem Kind ging es nicht um eine Expertise von Experten… Im Übrigen, bekanntermaßen war Einstein ein Linkshänder mit ‚Sauklaue‘ und die Handschift meines Hausarztes (Linkshänder) kann ich auch nur sehr schwer lesen… In der Sek1 störten sich die Tutoren nicht an der Handschrift des Jungen. Es gibt Wichtigeres, so war deren Einschätzung.
Also NEIN, hier stand die Sorge der GS-Lehrerin nicht im Vordergrund.

Last edited 1 Monat zuvor by Tom
Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

„Einstein hat eine ordentliche, sehr klare Schrift.“ Die Abstände zwischen den Zeilen seien sehr gleichmäßig – auch in seinen Notizbüchern. „Die Schrift ist sehr rund und sehr flüssig.“ Geisler, Quelle ist unten verlinkt.
Wenn Sie unbedingt daran festhalten wollen, dass eine Lehrkraft einem Kind Ergotherapie empfiehlt, um es zu mobben, dann tun Sie das gern. Meiner Erfahrung ist eine andere.

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/albert-einstein-schreiben-wie-das-physik-genie-a-1032414.html?sara_ecid=soci_upd_KsBF0AFjflf0DZCxpPYDCQgO1dEMph

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ihre Meinung sei Ihnen gegönnt, Ihre Erfahrung auch. Wenn die Lehrer (GS und Sek1/ Gym) wenigstens der gleichen Meinung gewesen wären, ja dann…

Mobbing ist eher das unpassende Wort. Ich würde sagen, klare Fehleinschätzung..
Ich schildere mal kurz das Ende der Geschichte. Der Junge ging ohne Gymnasialempfehlung der GS-Lehrerin aufs Gymnasium und hat dort die 6.Klasse problemlos überstanden (Bloß gut, das die Eltern keinen Pfifferling auf die Empfehlung gegeben haben). Das traf für zwei „Lieblingsschüler“ der GS-Lehrerin (mit Empfehlung) leider nicht zu.

Zu Ihrem Spiegelzitat: Vielleicht hätte sich der besagte Gutachter auch mal die Handschrift des Jungen anschauen sollen…

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Was ist mit Klasse 7, 8 und weiteren?

Ich finde es sinnvoll, dass wir uns Gedanken machen und die Eltern einbeziehen.

Übergang zum Gym – tja, da vertun sich viele – auch Eltern. Manchmal kann der Wechsel gegen die Empfehlung Wunder vollbringen, auch wenn das vorher nicht klar war. Manchmal haben wir die Schülys in Klasse 7 entnervt, gescheitert und frustriert bei uns sitzen, weil die Lehrys doch Recht hatten und die Eltern fehleinschätzten.

Kinners – gucken wir und informieren wir – falsch!
Kinners – gucken wir und informieren wir nicht – falsch!
Kinders – gucken wir nicht – falsch!

Wir können wohl einfach nicht gewinnen 😉

Maja
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Scheitern können aber auch die Schüler MIT der Gymnasialempfehlung.
Von anderen Auswüchsen habe ich hier bereits geschrieben (Gym, Klasse 7, Mathe-Förderkurs wegen schlechter Leistungen, TN viele Schüler mit Empfehlung).
Wenn ein GS-Lehrer zutreffend in die Zukunft schauen kann, dann kann er vlt. sein Geld woanders einfacher verdienen.

Last edited 1 Monat zuvor by Maja
AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Vielleicht kann ihnen die Lehrerin Frau Schulze-Brüning aus Hamm beim Problem der Stabilisierung des Schriftbildes von Schülern weiterhelfen.

https://www.handschrift-schreibschrift.de

Da erhalten sie praktischen Hinweise, wie ein lesbares Schriftbild aus der zuerst erlernten Schrift möglich ist.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Vielen DANK – kann ich auch sehr gut gebrauchen.

Für die Argumentation der „Mein Kind muss das nicht lernen“-Fraktion.

Mein Totschlagargument: „ICH MUSS das NICHT lesen oder gar ENTZIFFERN!“

Kommt natürlich nicht gut an – aber mehr als zweimal versuche ich es nicht mehr.

Bei vielen kann ich die Wörter nur noch erkennen, wenn der Text abgeschrieben wurde – da weiß ich, was das für ein Wort sein muss.

Bei freien Texten und Antworten – schluchz!

Ja – brüllt nur wieder DISKRIMINIERUNG – ich brülle dagegen – ERHOLUNGSZEITDIEBE!

Und – warum soll das Kind nicht Erfolg haben? Dadurch, dass jemand den Inhalt lesen und verstehen kann?

Sortierte Sätze auf Papier – sortierte Gedankenstrukturen.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Die Eltern sollen mal mit Hilfe der Hinweise von Frau Schulze-Brüning selber an einem guten Schriftbild der eigenen Kinder arbeiten. Die Zeit müssen die sich nehmen. Die Hinweise sind sehr praxisorientiert, da eine praktizierende Lehrerin diese entwickelt hat..

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Es ist üblich, dass Ärztehandschriften nicht lesbar sind – egal ob mit links oder rechts geschmiert.

Nun, das Wichtige war der GS-Lehrerin wohl nicht so klar – während der GS-Zeit. Der Blick in die Zukunft – Handschrift wurscht …..

Sie hat sich andere Sorgen gemacht – welche?

Tom
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Keine Wesentlichen, die schulischen Leistungen / Ergebnisse stimmen.

Handschrift wurscht? Jepp, wenn ich selbst an meine Gegenwart denke, fällt mir die Erinnerung schwer, wann ich das letzte Mal mehrer DIN-A4-Seiten handschriftlich verfasst habe. Im Alltags ist’s zumeist nur noch die Unterschrift. Mein Bewerbungsschreiben hatte ich seinerzeit mit der Hand geschrieben, heute wird die Ausarbeitung am PC erwartet…

Und selbst hier im Forum kommunizieren wir mittels Tastatur…

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Normalerweise ist der Ablauf so:
Es wird jemand auf die Schrift aufmerksam. Oft ist es die Lehrkraft. Verkrampfungen kann man ganz gut erkennen. Man spricht in der Sprechstunde darüber. Dei Lehrkraft berät die Eltern, was man tun könnte (wird in der Regel immer nachgefragt), um die Schrift zu verbessern. U.a. rät sie zur Ergotherapie, wie man das z.B. auch bei gewissen Konzentrationsschwierigkeiten macht. Ein Ergotherapierezept wird vom Kinderarzt oder Hausarzt ausgestellt (und ist teilweise schwer zu bekommen). Also gehen die Eltern deswegen so oder so zum Arzt, der dann weiteres überprüft/veranlasst. Allerdings muss man sagen, dass eine Verbesserung der Schrift auch durch Ergotherapie ein sehr langwieriger Prozess ist.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Echt?

Welcher Arzt guckt sich denn die Handschrift an? Wer schaut da auf Feinmotorik?

DEN Arzt möchte ich kennenlernen!

Und dann – welche Eltern fragen den Arzt gezielt danach?

Im übrigen waren wir keine Laien, als wir Coronatestungen durchführen mussten, oder nicht oder doch?

Seien Sie froh, dass das Kollegy so aufmerksam war!

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Meine Handschrift kann jeder lesen, sonst erhalte ich ein negatives Feedback von den Kollegen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Dafür ein Bienchen von mir! 😉
Schreiben Sie im Dienst echt noch mit der Hand?

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ja, auf den Protokollen in Papierform ist die Übermittlung von erfassten Patientendaten und Vorerkrankungen zum Glück nur mit einer lesbaren Handschrift möglich.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Meine ist auch gut lesbar – muss ja auch – wegen Vorbildfunktion und so.

Ich schreibe einiges mit der Hand vor – Tafelbilder etc.

Die Schülys in der ersten Reihe sind immer sehr positiv angetan. Lineal, Überschrift unterstrichen, Merkkästen umrahmt…. So macht Lernen einfach auch mehr Spaß!

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Möglicherweise liegt das Problem nicht an der Feinmotorik, sondern am Verwischen der Schrift. Da könnte ein einfacher Hinweis des Lehrers helfen, ein Löschblatt oder sonst ein Stück Papier unterzulegen. Der Kommentar hört sich jedenfalls so an. Was soll da ein Ergotherapeut helfen?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Ich denke, dass eine Lehrkraft beurteilen kann, ob ein Schriftbild aufgrund von Verwischen unsauber ist. Wenn das Schriftbild nicht verwischt, sondern krakelig und hakig ist, können Defizite der Feinmotorik Ursache dafür sein. Wenn ich so etwas bei einem Kind bemerke, halte ich es für meine Pflicht, mit den Eltern darüber zu reden. Wie gesagt, es geht um das Kind, und bestimmte Fähigkeiten kann man umso besser entwickeln, je eher man damit beginnt.

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Der Kommentar:“ Sieht aus, als wäre da ein Schwein drübergelaufen“, hat mich allerdings schon eher an Probleme mit dem Verwischen erinnert. Ich habe mir schon gut überlegt, ob ich das schreibe oder nicht. Ich schreibe ja auch „möglicherweise“.
Unabhängig davon kann es durchaus sein, dass der Junge auch gravierende Probleme auf Grund seiner Händigkeit hat. Oder einfach mit der Feinmotorik. Das will ich gar nicht ausschließen.
Wissen Sie aus eigener Erfahrung, wie sehr man sich als Linkshänder darauf konzentrieren muss, dass die Schrift nicht verwischt? Wie sehr man dann auch mal eher sich verschreibt, wieder durchstreicht oder verbessert, eine verkrampfte Schrift entwickelt und vieles mehr. Da sieht es schnell mal aus, als sei ein Schwein drübergelaufen !!!
Ich habe meine eigenen Erfahrungen als Linkshänder und habe auch bei meinen eigenen linkshändigen Schülern erkannt, dass sie zum Teil ganz erhebliche Probleme mit der Feinmotorik haben.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Umso wichtiger ist Ergotherapie bereits dann, wenn die Probleme mit der Feinmotorik sichtbar werden. In der oben beschriebenen Situation liegt das Problem meiner Ansicht nach eher darin, dass der Forist in der Empfehlung der Lehrkraft eine Abwertung des Kindes sieht. Es ist meiner Erfahrung nach stets eine Gratwanderung und erfordert viel Fingerspitzengefühl, Eltern zu vermitteln, dass ihr Kind Diagnostik und/oder therapeutische Unterstützung benötigt. Nicht selten sehen Eltern eine solche Empfehlung als Kritik an der Vollkommenheit ihres Kindes an. Im Ergebnis bekommt das Kind dann nicht die notwendigen Hilfen. Traurig für das Kind.

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Letztendlich habe ich auch den Eindruck,dass da etwas schon im Vorfeld nicht stimmt. Ich denke da eher, dass schon andere Gespräche nicht gut gelaufen sind. Der Kommentar dem Kind gegenüber ….
Wir haben das Schriftbild nicht gesehen .
Ob Eltern ihre Kinder als vollkommen ansehen oder nicht, ….wenn man mehrere Kinder hat und mit jedem wegen irgendwas eine Therapie machen soll, kann man schon mal empfindlich reagieren, weil das einfach nicht machbar ist.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Kinder machen Arbeit. Je mehr Kinder, desto mehr Arbeit. Wenn man als Elternteil nicht mehr in der Lage ist, eventuelle Entwicklungsprobleme des Kindes abzuklären, sollte man sich dringend Hilfe suchen. Es geht hier ums Kind!

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Nicht jede Therapie ist zielführend.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Cornelia

Kommt auf den Therapeuten und die Mitarbeit der Beteiligten (KInd + Eltern) an.

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und auf die Einschätzung dessen, der sie empfiehlt, verschreibt, verordnet, für nötig hält usw.

Maja
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Sehe ich anders.
Ergotherapien erscheinen mir eher als eine Modeerscheinung der Neuzeit. Für alles gibt’s nun Ergotherapien. Das ist ein eigenes Markt geworden.
Es gab die Zeit, da wurden in den Schulen die Linkshänder zu Rechtshänder „umerzogen“ und die Verfechter davon glaubten, den Schülern damit etwas ganz besonders tolles anzutun.
Ein Linkshänder ist wegen seiner Fähigkeit nicht krank! Und ein Einstein dürfte auch keine Ergotherapie in Anspruch genommen haben!

Last edited 1 Monat zuvor by Maja
Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Maja

Oh man, lesen Sie den Ausgangspost. Es geht nicht um Linkshändigkeit, sondern um das Schriftbild. Seit mindestens 20 Jahren werden Linkshänder nicht mehr „umerzogen“. Das Linkshänder generell ein schlechtes Schriftbild haben, dieses also kausal auf die Händigkeit zurückzuführen ist, ist Blödsinn.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Warum wird denn in vielen deutschen Grundschulen nicht zu Beginn des Schrifterwerbs in der ersten Klasse eine leicht zu erlernende verbundene Schreibschrift vermittelt wie z.B. die Schulausgangsschrift, womit auch gleichzeitig die Feinmotorik trainiert wird und das Schriftbild an der Grundlinie stabilisiert wird ?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Fragen Sie die Kultusministerien, warum immer wieder eine neue pädagogische Sau durchs Dorf getrieben werden muss. Vielleicht gilt es als modern, Buchstaben „zu drucken“. Ich weiß es nicht.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

J a un dd as lie s t si chd an ns o 😉

Wortanfang – nicht gekennzeichnet, wird nicht erkannt.
Wortende – nicht gekennzeichnet, wird nicht erkannt.

Abstand zwischen Worten – geht nicht, da Anfang u nd En d nichter kan nt werd en.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Tja, als Erstklasslehrer kann man das problemlos entziffern 😉 .

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Diese Aussage, Anne, lasse ich mal unkommentiert im Raum stehen.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Das Entziffern von Texten, deren Wörter keine optische Einheit bilden erfolgt aber sehr mühsam unter der Benutzung des sehr langsam arbeitenden Arbeitsspeichers des Gehirns im Hypothalamus. Allerding ist die Speicherkapazität dieses Hirnareals auch nicht so groß, als dass die Lesenden größere Mengen an Textinhalt inhaltlich verstehen können.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Sie haben es auf den Punkt getroffen. Deshalb darf mein Jüngster jeden Tag ein gestütztes Diktat aus dem Intra.Akt-Konzept schreiben.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ok, nicht jeden Tag, aber 3 bis 4 x wöchentlich erfolgt das Training zum Schriftaufbau. Er schreibt die kleinen e, l, u, n, m, d, a, g, o, c. i und t in einer verbundenen Schreibschrift, weil ich diese ihm so beibrachte.
Dann intervenierte aber die Lehrerin im Unterricht , weil ihrer Meinung nach unser Sohn durch die verschiedenen Schriftformen durcheinandergebracht würde, wenn er nicht die Grundschrift schreiben würde. Er schreibt die oben aufgeführten kleinen Buchstaben weiterhin automatisiert leserlich verbunden nieder, so dass die Buchstaben eines Wortes meistens eine optische Einheit bilden.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Der von Anhängern des brügelmannschen „Spracherfahrungsansatz“ dominierte Grundschulverband propagiert die Grundschrift als ersten Schrifttyp beim selbständig organisierten Erlernen der eigenen Handschrift.

Allerdings bieten die kleinen Buchstaben in diesem Schriftsystem nur ein kleines Häkchen als eine mögliche Verbindung zu benachbarten Buchstaben, sodass die Wörter im entstehendenen Schriftbild auseinanderfallen, wenn ncht interveniert wird. Und es erfordert sehr viel mehr Mühe, das Schriftbild durch Interventionen zu stabilisieren, als die primäre Anwendung eines an der Grundlinie gestützten verbundenen Schriftsystem einzuüben, wie es bei der Schulausgangsschrift oder der Lateinischen Ausgangsschrft der Fall ist.

Derartige Schrifttypen wie die Grundschrift mit dem Ergebnis der Zergliederung der Wörter in einzelne Fragmente sind nur mühsam mit dem im Thalamus lokalisierten und sehr langsam arbeitenden Lesearbeitsspeicher zu entziffern. Die Lesegeschwindigkeit wird dabei deutlich verlangsamt, eine Automatisierung des Schreiben und des Lesen wird nicht gefördert.
Diese wird behindert.
Es fehlt diesen Lerntheoretikern an angewandten Kenntnissen in Grundlagenforschung der Psychlogie und der Physiologoie des Menschen.

Solange dieser starke Einfluss auf die Kultusministerien erhalten bleibt, solange werden sich leider auch die Ergebnisse in den Lernstandserhebungen nicht bessern werden können.
Es dauert erfahrungsgemäß einige Jahre, bis sich eine Umstellung der Methoden erfolgreich in den Ergebnissen der Lernstandserhebungen niederschlagen wird.
Es lohnt sich aber trotzdem hier weiterhin einen Hebel anzusetzen .

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Die eingesetzte Grundschrift entspricht im 1. Schuljahr der Vorgabe einer Druckschrift als Erstschrift,
die Verbindung der Buchstaben erfolgt, wie bei anderen Schriften auch, erst später.
Somit wird entweder eine unabhängige Druckschrift der Fibel nachfolgend durch eine Ausgangsschrift ergänzt, die dann zu einer individuellen, flüssigen Handschrift entwickelt wird
oder die Grundschrift wird nachfolgend durch Verbindungen erweitert und dann zu einer individuellen, flüssigen Handschrift entwickelt.

Hier ist es gut beschrieben und erläutert:
https://www.schulportal-thueringen.de/sprachunterricht/schriftspracherwerb

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Die vom Grundschulverband beworbene Grundschrift bietet wegen ihrer Grundstruktur jedes einzelnen kleinen Buchstaben mit nur einem Häkchen an der rechten Seite keine Möglichkeit, eine verbundene Handschrift zu bilden.
Um eine Verbindung der kleinen Buchstaben zu ermöglichen, müssten die Schüler die Formelemente der kleinen Buchstaben in ihrem motorischen Bewegungsablauf neu erlernen.
Und derartige Bewegungsabläufe wären sehr zeitintensiv, kosten wieder sehr viel Übung beim Umlernen in andere motorische andere Bewegungsabläufe.
Diesen Schritt werden die allermeisten Kinder nicht mitgehen, und so werden diese bei der zuerst erlernten Schrift bleiben, der Druckschrift.

Und das ist auch so gewollt, denn diese Druckschrift wird benötigt, um den gewünschten Methoden des Spracherfahrungsansatz mit dem Ansatz zum Selbstlernen nach Brügelmann zum weiteren Durchbruch zu verhelfen.
Der kreative Kopf dieses Druckschrifttyp, Frau Berndt, kann da noch so sehr paraphrasieren, eine Luftverbindung existiert allein in den Köpfen der Erfinder dieser Druckschrift.
Dass Thüringen diesen Schritt der Bewerbung dieser Druckschrift mitgeht, lässt erahnen, welchen Einfluss diese kleine Gruppe von Reformpädagogen auf die Kultusministerkonferenz immer noch ausübt.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Weil man in den 80ern erkannt hat, dass sehr viele Schüler:innen mit der Schreibschrift große Probleme beim Lesen haben, sodass man als Erstschrift verbindlich eine Druckschrift eingeführt hat, die parallel oder nachfolgend durch eine verbundene Schrift ergänzt wird.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Die fortschreitende Abwärtstendenz der IQB-Studienergebnisse bestätigen eher das Gegenteil von dem, was sie beschreiben.
Die Ergebnisse sind heute schon desaströs, und sie werden noch schlimmer werden, da sich diese Methoden des Selbstlernen der Schüler inzwischen etabliert haben und sich wohl auch weiter durchsetzen werden, da dieses politisch gewollt ist.
Die Fachdidaktischen Hinweise und die Lernstandards für Lesen und Schreiben in der ersten Klasse sind seit 2008 vom Schulministerium in NRW in der Weise festgeschrieben, dass die Selbstlernmethoden der Schüler im Sinne des Spracherfahrungsansatz als Hinweise vorgegeben werden, wie der Erstunterricht zu erfolgen hat.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Gibt es leider wirklich.

Cornelia
1 Monat zuvor
Antwortet  Tom

Dass Linkshänder Probleme mit der Handschrift haben, sollte sich herumgesprochen haben. Ich selbst hatte auch welche. Damals, in den 60ern, haben meine Lehrer mit viel Verständnis reagiert.
Meine Lehrerin im ersten Schuljahr, gerade frisch vom Pädagogischen Institut kommend, versuchte zuerst, mich an die Rechtshändigkeit heranzuführen. Sie erkannte schließlich, dass meine Linkshändigkeit stark ausgeprägt ist , und akzeptierte diese.
Im dritten Schuljahr bekam ich einen Lehrer, der selbst mit der linken Hand schrieb, da sein rechter Arm durch eine Kriegsverletzung gelähmt war. Er gab mir hilfreiche Tipps, zum Beispiel wie man es vermeiden kann, beim Schreiben die Schrift zu verwischen. Das war damals ein größeres Problem als heute, denn die Tinte war nicht schnelltrocknend . Trotzdem ist es ein Problem auch heute noch für Linkshänder, die Schrift nicht zu verwischen. Auch zur Handhaltung usw. gab es Tipps, ich konnte nicht alle befolgen. Aber das war so ok. Nie hätte der Lehrer mich beschimpft oder bloßgestellt.
Es gab noch Schriftnoten und Schönschreibunterricht . Meine Schriftnote wurde in Klammer gesetzt und es gab den netten Kommentar dazu“ Linksschrift, noch in Ausreifung“.
Ja, es gibt einen großen Ermessensspielraum….

Kappes 4
1 Monat zuvor

Wie viele Studien braucht es noch, bis die Schulverwaltung aufwacht? Seit 20 Jahren immer das Gleiche: die Leistungen der SchülerInnen werden schlechter und die LehrerInnen müssen mehr dagegen tun.
Auch hier wird wieder mit den vorgeschlagenen Maßnahmen bei den Lehrkräften angesetzt: Mehr verbindliche Elterngespräche, mehr soziale Konzepte, mehr Diagnosearbeiten,- all das, um die Lehrkräfte, die bisher noch nicht weggelaufen oder im Burnout angekommen sind, endgültig zu vergraulen?
Warum nicht mal bei der Schulverwaltung ansetzen? Wie viele Personen sind da überflüssig?  Brauchen wir ein Institut für Bildungsanalysen und eines für Schulqualität? Warum ein Fortbildungsinstitut, welches eine Menge Ressourcen abzieht, aber wenig bringt?  Regionale Fortbildung ist sinnvoller und praxisbezogener.  Außerdem sind die Lehrkräfte in der Regel bestens aus- und fortgebildet, können jedoch unter den gegebenen Umständen nicht zielführend arbeiten. Da gilt es anzusetzen!
Wie oft sehen die SchulrätInnen die Schule oder haben Kontakt mit den Lehrkräften? Meistens doch nur, wenn eine Verordnung nicht eingehalten wurde oder jemand zurechtzuweisen ist. In wie weit werden Lehrkräfte in ihrer Arbeit unterstützt statt behindert? Muss ich als Lehrerin Berichte tippen, Müll entsorgen, Klassenzimmer säubern, Schulmaterialien organisieren oder bestellen, Schnelltests durchführen und vieles mehr?

Jetzt wieder den Lehrkräften neue Verpflichtungen aufzudrücken, zeigt eine Geringschätzung der bisher geleisteten Arbeit, die ich erschreckend finde. Sehnsüchtig warte ich auf den Weihnachtsbrief, in dem sicher wieder stehen wird, welch „großartige“ Arbeit die LehrerInnen in diesen „herausfordernden Zeiten“ geleistet haben. Alle Jahre wieder…

Rike
1 Monat zuvor
Antwortet  Kappes 4

Ich sage schon seit Jahren: ich habe eigentlich zwei Vollzeitstellen. Eine als Vollzeitlehrerin (meist sogar noch mehr Stunden) und die zweite teilt sich zu 50% Bürokraft (alles rechtssicher dokumentieren, auf die Flut per Email und teams reagieren, Telefonrückrufe usw) und 50% Sozialarbeiter (ohne Anspruch auf Korrektheit) wegen immer mehr verhaltensoriginärer SuS, Mobbing, Unfähigkeit der SuS zu einfachsten Konfliktlösungen, Aussprachen, überbordenden Forderungen der Eltern ohne Einsicht zur eigenen Erziehungsarbeit, ewigen Elterngesprächen….
Wer soll das auf die Dauer mit Freude und Engagement aushalten, ohne dabei zu erschöpfen?
Ich muss aufpassen, gesund das Mindestrentenalter zu erreichen.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Kappes 4

@Kappes 4

„Sehnsüchtig warte ich auf den Weihnachtsbrief, in dem sicher wieder stehen wird, welch „großartige“ Arbeit die LehrerInnen in diesen „herausfordernden Zeiten“ geleistet haben.“

Warum bis Weihnachten warten?
Balsam für die Seele gibt es heuer schon früh:
https://www.news4teachers.de/2022/12/feller-fordert-von-der-gesellschaft-alle-gemeinsam-mehr-wertschaetzung-fuer-lehrer/

Ich gestehe: Übelste (!) Ironie. 🙁

(Muss vielleicht bei Wikipedia ergänzend aufgenommen werden: „Ironie = alles, was am Ende des Tages bleibt“)

Dreamghost
1 Monat zuvor
Antwortet  Kappes 4

Jetzt wieder den Lehrkräften neue Verpflichtungen aufzudrücken, zeigt eine Geringschätzung der bisher geleisteten Arbeit, die ich erschreckend finde.
Ja und nein. Es ist leider menschlich, dass wir bei Krisen immer denken „Was können wir NOCH tun“ anstatt „Was können wir WEGLASSEN „. (Subtraction Mentality einfach mal googeln)
Klar ist aber auch, dass zu diesem menschlichen Fehler auch noch eine gewisse Geringschätzung der Lehrer/innen kommt. (Warum heißt es z. B. nicht „Der Bildungspolitik gelingt es in vielen Fällen nicht,…“)
Ist natürlich einfacher als Eigenverantwortung zu übernehmen. Außerdem profiliert man sich politisch nicht mit einer Schulentschlackunhskur

Weglassen wäre bspw: Elterngespräche /Konferenzen/Beobachtungsbögen/..ohne Sinn, nicht zielführende Lernmethoden, die nur gut klingen aber nichts bringen (selbstorganisiertes Lernen/Erleben/…)
Sodass am Ende mehr effektiv genutzte Lern- und Vorbereitungszeit für den Unterricht bleibt.

Vierblättriges Kleeblatt
1 Monat zuvor

Stimmt. An unserer Schule vermitteln mindestens einige Lehrer den Kindern keine Schreibschrift. Sie tun’s einfach nicht. Bei den Kleineren sagen sie, das sei zu mühsleig; bei den Größeren finden sie anderes wichtiger. So lernt das Kind dann eben keine Schreibschrift. Für den Rest seines Lebens.

Mika
1 Monat zuvor

Schauen Sie bitte in die Lehrpläne Ihres Bundeslandes, welche Art von Schrift gelehrt werden muss. Es kann durchaus sein, dass eine verbindende Druckschrift gelehrt werden MUSS. Da kann die Lehrkraft nix für.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

„Eine gut lesbare Handschrift flüssig schreiben“ ist eine der Forderungen in den KMK-Standards für die Primarstufe. Aber: Papier ist geduldig.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Ja, das ist ja das Problem. Ich kenne noch die Zeit, als die Kinder nur noch in Druckbuchstaben schreiben sollten, weil Schreibschrift angeblich zu schwer wäre. Keine Idee der Lehrer, sondern Vorgabe von oben.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Und ich kenne noch Zeiten, als die Kinder von Anfang an Schreibschrift geschrieben haben. Die Druckbuchstaben waren nur zum Lesen. Das hatte den Vorteil, dass die Kinder von Anfang an die richtige Schreibrichtung lernten. Jetzt „malen“ sie oft die Druckbuchstaben ( ich habe da schon sehr viele kreative Arten gesehen) und es verfestigt sich dadurch bei vielen eine falsche Schreibform,.Beim Erlernen der späteren Schreibschrift bekommt man diese falschen Gewohnheiten kaum noch korrigiert.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Übrigens haben damals auch Kinder mit Förderbedarf Lernen Schreibschrift von Anfang an gelernt und unter denen gab es weniger Schüler, die damit Probleme hatten (betreff der Schreibrichtung und Lesbarkeit), als in heutigen normalen GS-Klassen. Auch das Lesen klappte bei vielen von ihnen besser als heute, die größten Probleme gab es bei der Sinnerfassung, aber da haben viele GS ja heute auch Probleme.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Noch ein Fakt PRO SCHREIBSCHRIFT (meine persönlichen Beobachtungen der letzten Jahre):
Schreiben GS-Schüler Sätze in Druckschrift, varriieren die Abstände zwischen den einzelnen Buchstaben sehr stark. Dadurch erkennt man (als Lehrer, aber oft die Schüler selbst) nicht mehr, wo ein Wort endet und das nächste anfängt. Das erschwert das Lesen ungemein. Wird Schreibschrift geschrieben, passiert das nicht, da ein Wort in einem „Rutsch“ geschrieben (nicht „gemalt“) wird und ein neues Wort wird automatisch nach einer kleinen Lücke neu angesetzt.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich bin auch Fan der Schreibschrift.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Man kann auch Druckschrift flüssig schreiben.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Auf jeden Fall.
Diese ganze Schrift-Polemik ist überflüssig. Hauptsächlich kann man es lesen und es ist ordentlich.
 
Wäre schön und super einfach, dass Hauptproblem des Bildungssystems nur an der Handschrift der Schüler liegt.
 
Aber diese Diskussion über die Handschrift zeigt auch, worin das Problem liegen könnte.
 
Die Wichtigkeit liegt an falschen Prämissen. Wie erwartet.

Ronja
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Nein! Man kann sie höchstens schnell schreiben.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Gen au da s ist nich t de r Fall. Voral lemn ich tals Schr ei banf änger

Esg eht abernic ht gut.

Si e verli er ensch licht den Üb erbli ck übe rdie Buc hstab en u nd üb er Anf an g u nd En de de s Wo rte s.

So lässt sich weder flüssig schreiben noch flüssig lesen.

Last edited 1 Monat zuvor by Riesenzwerg
AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Durch einen gut strukturierten Schrifterwerb mit einer begleitenden Unterstützung durch Lehrer oder Familienangehörige gelingt die automatisierte Vermittlung einfacher Schriftregeln, wie etwa den Satzanfang groß zu schreiben, den Satz mit einem Satzzeichen zu beenden, Probleme bei den Endlauthärtungen b/p, g/k, d/t, v/f, z/tz durch eine Wortverlängerung in den zweisilbigen Wortstamm aufzulösen und die Regel automatisiert zu vertiefen.
Allerdings berichtet ihr Kollege/Kollegin Riesenwerg über das in seinem Einzugsgebiet weit verbreitete Phänomen des Zerfalls der Wörter bei der Anwendung der Handschrift bis hin zu einer vollständigen Unlesbarkeit der Wörter, wobei zergliederte Wörter ohne eine silbierte Gliederung der einzelnen Sprachelemente zur Abbildung kommen.
Diese Tatsache bestätigt die negativen Folgen einer auf eine Anwendung von Anlaut-Tabellen zentrierte Strategie des Schrifterwerbs der Schüler, bei der diese weitgehend ohne eine direkte Anleitung durch Lehrpersonen die Schüler weitgehend selbst das Schreiben beibringen sollen.
Die von der Kollegin bzw dem Kollegen beschrieben Probleme der Zersetzung der Wörter ohne eine silbierte Gliederung tauchen bei dem Arbeiten mit den Anlauttabellen im Anfangsunterricht auf. Und wenn da in der ersten Klasse nicht interveniert wird, dann verfestigt sich diese Art der auflautierenden Schreibung der Wörter mit einem unstrukturierten Zerfall der Wörter in einzelne Schriftfragmente, die sehr schwer lesbar sind, weiter.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Es ist interessant, dass Sie in Erfahrung gebracht haben, mit welchen Materialien und nach welcher Vorgehensweise die von Riesenzwerg gemeinten Schüler:innen unterrichtet wurden.
Ferndiagnose ohne Begutachtung des reellen Schriftbildes.
Phänomenal.

Sollte das Schule machen, kann man auf diese Weise bestimmt auch im Gesundheitswesen weitere Einsparungen erzielen!

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Fragen Sie Ihn doch selbst, wie der Unterricht dort in den Grundschulen beim Erstunterricht gestaltet wird.

Ich habe lediglich einen Erklärungsansatz für das zergliederte Schriftbild geliefert, da ein derartiger Schriftzerfall der einzelnen Wörter bei einer verbundenen Schreibschrift auf dem Blattpapier eher unwahrscheinlich ist, sich derartiges bei der Druckschrift in jedem Schulheft, das mit der Druckschrift geschrieben wird, nachweisbar ist.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Meine sind in Klasse 6 – ich habe sie seit einem Jahr und es ist immer klar, von welcher Schule die Kids kommen, die Schreibschrift lernen durften.

Die anderen kommen i.d.R. direkt von der GS nebenan.

Mit der GS habe ich nichts zu tun. Mir ist aber tatsächlich ein Dorn im Auge, dass die verbundene Schreibschrift verpönt zu sein scheint – immer noch, obwohl die Schreib- und Leseergebnisse immer mehr abwärts gehen.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Kann man als heranwachsender Schüler eine vom Lehrer verbindlich vorgeschriebene Druckschrift, hier die vom Grundschulverband so stark beworbene Grundschrift, mit nur einer Verbindungsmöglichkeit an den kleinen Buchstaben, wirklich zu einem flüssigen Schriftbild entwickeln ?
Es existieren in der irdischen Realität keine Luftverbindungen außer in den Köpfen der Erfinder derartiger Schriftzeichen !

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Ich bin da ganz bei Ihnen! Als Lehrkraft hat man bei bestimmten Vorgaben des Lehrplans allerdings keinen Ermessensspielraum.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Und hier kommt die Rebellion – wenn ich das Gekrakel ni cht les en kann – wird geübt. Punkt!

Und zwar Schreibschrift. Das daaaauuuuert, aber wenn sich die ersten Erfolge bemerkbar machen, sind sie mächtig stolz!

Ist im Sinne der Schülys – das darf nicht falsch sein!

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

An die Verneinenden .
Bieten etwa Kettenglieder, die nur mit nur einer Öse ausgestattet sind die Möglichkeit, diese einzelnen Kettenglieder miteinander zu einer Kette zu verbinden ? Nein !
Wie sollte ein derartiger Versuch auch gelingen.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Die vom Grundschulverband vorgeschlagene Grundschrift ist weder eine Druckschrift noch verbindlich und bietet zudem Verbindungsmöglichkeiten vielfältiger Art zwischen den Buchstaben.
Und ja, man kann daraus ein flüssiges, formklares, schönes Schriftbild entwickeln.

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Die Grundschrift ist eine geschriebene Druckschrift, wie jede andere Druckschrift auch. Und nein, eine Druckschrift bleibt eine Druckschrift, bei der sogar die Fingerstellung egal ist.
Und noch ein Nein für flüssiges, formklares und ein schönes Schriftbild, es gelingt eben nur durch zusätzliches Einüben neuer motorischer Bewegungsabläufe ein verbundenes Schriftbild zu entwickeln.
Da hätten die Kinder lieber gleich in der ersten Klasse eine flüssige und verbundene Schreibschrift mit der Orientierung an der Grundlinie erlernen können und dabei die zusätzlichen und zeitintensiven Arbeitseinheiten für andere Lernabschnitte nutzen können.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  AvL

Wir üben gerade in LRS die ganzen hübschen Kuller und Bögen aus – die Ewig Gestrigen grüßen – meiner Kindheit.

Die Kiddys werden besser, das Handgelenk entkrampft sich, entspannt sich und es geht (langsam) voran.

Mein_Senf
1 Monat zuvor

Solange es in der Bildungslandschaft förderalistisch zugeht, ist kein einheitliches Buch zu erwarten. DAS ist mE das größere Problem.

Maja
1 Monat zuvor

Leider sind die GS-Zeugnisse sehr oft nicht das wert, was drinn steht und die Empfehlungen schon mal gar nicht. Vor drei Jahren kamen ein Reihe von Schülern auf „mein“ Gymnasium- G8, sechszügig. Die Gesamtnoten lauteten in den überwiegenden Fällen 1 bis 2. Es gab auch (wenige) Zugänge ohne Empfehlung.

Nachdem nach der 6. Klasse einige Schüler wegen ihrer Leistungen das Gymnasium verließen, wurde es nicht besser. In der 7. Klassenstufe waren die erreichten Ergebnisse der erste Klassenarbeit in Mathe so katastrophal, dass seitens dee Schule ein Mathe-Förderkurs errichtet wurde. Die Anzahl der Teilnehmer beträgt eine volle Klassenstarke, also mehr als 20 Schüler – und wie gesagt, prima Noten aud den GS-Zeugnissen, GymEmpfehlzngen, Gymnasium, G8.

Mich interessiert tatsächlich, was die GS benoteten und bewerten. Wenn bei einem Schüler nach Abschluss der 4. Klasse auf einem GS- Zeugnis die Note 1 in Mathe steht, eine Empfehlung für das Gymnasium ausgesprochen wurde und der jetzige Stand des Schülers in Mathe = 5 beträgt, dann ist Kopfschütteln angesagt, und es ist kein Einzelfall. Glaubt irgendjemand wirklich, das G9 das Dilemma richten wird?

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Maja

Jaa, wenn die Schüler in der 7. in Mathe schlecht sind, ist natürlich die Grundschule schuld, auf gar keinen Fall Klasse 5 und 6 des Gymnasiums. Aber abseits davon: Kinder werden von ihren Eltern inzwischen dermaßen gedrillt, dass mir bei den in den Arbeiten gezeigten Leistungen meist nix anderes übrig bleibt, als Gym zu empfehlen. Inzwischen gibt es unter (Grundschul-!!)Eltern eine regelrechte Tauschbörse für Klassenarbeiten, damit der Junior ja alles schön auswendig lernen kann…

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

„Inzwischen gibt es unter (Grundschul-!!)Eltern eine regelrechte Tauschbörse für Klassenarbeiten, damit der Junior ja alles schön auswendig lernen kann…“

Das ist schlimm. Das hilft keinem Kind, erst fürs Später nicht.
 
Aber das wundert mich auch nicht.
 
Sorry, aber andererseits ich mache die Arbeit der GS-Lehrerinnen und Gym Herrschaft auch seit Jahren, weil der Stoff meiner Erfahrung nach einfach unvollständig und oberflächlich beigebracht wird. Und das zeigen auch die Ergebnisse meiner Kinder im Vergleich mit den Kindern, die nur den unterrichteten Stoff lernen. Ist nicht zu vergleichen.
 
Da meine Kinder in allen Fächer top sind, aber nicht durch die Lösungen oder GS, sondern durch das Lesen und selbstständiges Denken und vor allem durch die häusliche Bildung, nehme ich mir das Recht zu kritisieren, dass die Schulen ihre Arbeit nicht mehr gewachsen sind (in zu vielen Fällen).

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Mensch Monika, Leute wie Sie werden dringend gesucht. Wenn Sie so eine super-duper Lehrerin sind, was hindert Sie daran, als Seiteneinsteigerin uns völlig unfähigen Leuten mal zu zeigen, wie unterrichten geht?

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Ich habe es schon vor Kurzem gemacht. Das Kind unserer Freunde. Es hat sehr schön geklappt. Die Kinder brauchen sehr viel Interkation bei dem neuen Stoff, dann klappt es schnell. Aber das war ja 1:1.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Wie bereits gesagt: werden Sie Lehrkraft an einer Schule und übertragen Sie Ihre herausragenden Erfolge mit Ihren eigenen Kindern und dem Kind Ihrer Freunde auf ganze Schulklassen. Jede Lehrkraft zählt!
PS: was meinen Sie mit „Die Kinder brauchen sehr viel Interkation bei dem neuen Stoff“?

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Nicht 30 Minuten und länger passiv zuzuhören.
 
Überhaupt nicht passiv zuzuhören in dem Alter.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Mir scheint, dass immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kids krachend scheitern.

Bitte – könnt ihr haben.

Wir sind nämlich nicht blöde. Einige geben die Klassenarbeiten nicht mehr heraus – Note wird eingetragen, bei Fragen dürfen sich die Eltern in die Schule bemühen. Nichts mit Tauschbörse.

Ich mache immer eine neue Klassenarbeit – geht ja dank meiner digitalen Erfahrung ziemlich schnell.

Es muss also gelernt werden.

Wenn Eltern ihre Kids jetzt schon zu Betrügern erziehen – herzlichen Glückwunsch Deutschland!

Ich bin auf die kommenden Dissertationen gespannt! 😉

Last edited 1 Monat zuvor by Riesenzwerg
Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Wir sind nämlich nicht blöde. Einige geben die Klassenarbeiten nicht mehr heraus – Note wird eingetragen, bei Fragen dürfen sich die Eltern in die Schule bemühen. Nichts mit Tauschbörse.“

Absolut. Das mit auswendig lernen und noch einen Test ruiniert am Ende alles. Hilft keinem Kind, nicht auf die langen Strecken.
Das ist keine Bildung mehr. Das Kind scheitert irgendwann.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Maja

„Mich interessiert tatsächlich, was die GS benoteten und bewerten.“
Statt in der 4. Klasse schon Physik zu lernen und zwar auswendig, da die Hälfte des Stoffes es nicht richtig erklärt wird (!), sollte sich man besser mit der sprachlichen Kompetenz bei der GS-Kindern beschäftigen.
 
Mehr als die Hälfte der Grundschulkinder lösen die Lesetexte auf das Glück, auf gar keinen Fall durch Kompetenz. Die GS-Lehrerinnen denken, es reicht schon ein paar AB für zu Hause geben.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich bin gerade irritiert: an welcher Schule in Bayern gibt es denn Physikunterricht in Klasse 4? Laut „Schule in Deutschland“ beginnt der Physikunterricht an bayrischen Schulen erst ab Klasse 8?

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Physikunterricht ab Klasse 7. Bei uns, und zwar richtig. Eine Stunde zwar wöchentlich, aber wenn das Kinder mehr als eine 4 bekommen will, muss das Stoff für mindestens 2-3 Stunden wöchentlich kennen. Das ist die Realität.
 
Und was GS und Physik betrifft, erkundigen Sie sich ruhig nach Proben in Fach HSU und Thema Wasser und Auge. Etwas, was erst in der 7. Klasse Gymnasium auf diesem Level vorkommt. Aber in der 7. Klasse sind die Kinder doch schon viel reifer und wissen schon um einiges mehr, um den Stoff richtig verknüpfen zu können.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Der Physikunterricht beginnt an den Gymnasien Bayerns in Klasse 8, in den Realschulen ab Klasse 7.
Von Klasse 5-7 heißt das Fach „Natur und Technik“ an den Gymnasien.
Da ich selbst schon x Proben in HSU zum Thema Wasser und Auge entworfen habe, würde ich gerne mal wissen, was an den „physikalischen“ Themen, wie sie in der Grundschule aufbereitet werden, nicht machbar und gymnasiales Niveau der 7. Klasse sein soll. So eine These ist mir im Lauf der Jahre noch nie zu Ohren gekommen und kritische Eltern haben diesbezüglich so eine Aussage nicht getätigt. Auge gehört eher in den biologischen Bereich, außer ein paar grundlegenden optischen Phänomene wie z.B. optische Täuschungen. Nie und nimmer bewegen wir uns in der Grundschule in irgendeinem Thema auf einem gymnasialen Level der 7. Klasse. Dazu sind Viertklässler (bis auf ein paar Hochbegabte) von ihrer Entwicklung und ihrem Wissen her gar nicht fähig.
Wir halten uns an den Grundschullehrplan und seine Absichten. Die Grundschule legt bei gewissen Themen Grundlagen, auch in HSU- Themen. Baut man in der Grundschule spielerisch einen einfachen Stromkreis und lernt die Grundlagen, dann lernt man in späteren Jahren zum Strom die Formeln dazu und kompliziertere Stromkreise, nur um mal ein vereinfachtes Beispiel zu einem Thema zu nennen.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Interessant.
 
Dabei wird genau das Auge uns Sehvorgang im Buch NuT – Physik (!) ISBN-10 ‏ : ‎ 366166008X, ISBN-13 , ‎ 978-3661660080   bearbeitet auf die gleiche Art und Weise wie in der 3. Kasse der Grundschule.
 
Oder wollen Sie vielleicht behaupten, dass die Themen in der 7. Klasse wie Dichte, Permanentmagneten, Licht und Schatten, Mond- und Sonnenfinsternisse, Reibungselektrizität und Aufbau der Materie, Elektrizität keine richtige Physik sei?
 
Mit einem Unterschied. 7-klässler sollten den ganzen Seevorgang nicht so genau für die Leistungsnachweis können, wie 3-klässler! Wozu?
 
 
„So eine These ist mir im Lauf der Jahre noch nie zu Ohren gekommen und kritische Eltern haben diesbezüglich so eine Aussage nicht getätigt. „
 
Weil sie in meisten Fällen keine Ahnung haben, was in der GS so abläuft. Das erfahren sie erst, wenn das Kind weiterführende Schule besucht.
 
Selbst hatte ich nicht eine Ahnung, bis ich das Ganze nicht unter die Lupe genommen habe.
 
Und übrigens, ich meckere nicht, meinen Kindern geht es prima, aber Klassendurchschnitt 4 in Mathe oder Physik (NuT, wenn Ihnen das liebe ist) halte ich für eine Katastrophe.
 
Und ich kann nicht in allen Fällen Kinder als schuldig halten. Was auf diesen Seiten zu oft der Fall ist.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

„Mit einem Unterschied. 7-klässler sollten den ganzen Seevorgang nicht so genau für die Leistungsnachweis können, wie 3-klässler! Wozu?“
Vielleicht weil im Test ein anderer Schwerpunkt gesetzt wurde?

Eine geringere Leistungsanforderung im Gymnasium kann ich mir nicht vorstellen, weil im 7. Schuljahr mehr zum Thema gefordert wird. Der Lehrplan ist spiralförmig aufgebaut. In der Grundschule macht man grundlegend ein paar Teile des Auges und welche Aufgaben sie haben (ca. 8 Teile) und der Schutz des Auges (ca. 6 Teile wie Wimpern usw.) und spielerisch mit wenig Theorie Besonderheiten beim Sehen und geht noch auf Blinde ein. Am Modell schaut man sich die Teile an. Was etwas schwieriger ist, sind die 8 Teile des Auges und ihre Funktionen zu lernen. Ich vermute, dass Sie das, mit dem Sehvorgang meinen. Ich habe mal in dem verwendeten HSU- Buch gezählt. Zu einem anschaulichen Bild schildern 16 Sätze den Sehvorgang der 8 Teile, also pro Teil 2 Sätze.
Insgesamt hört sich das jetzt nach wenig Stoff an, aber gerade beim Auge macht man einige praktische Experimente. Den Schülern macht dieses Thema Spaß.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Zu den Eltern:
Viele Eltern habe auch schon ältere Kinder in der Schule und dann die entsprechenden Erfahrungen

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

“ aber Klassendurchschnitt 4 in Mathe oder Physik (NuT, wenn Ihnen das liebe ist) halte ich für eine Katastrophe.“

In der 7. Klasse Gymnasium.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Dann war der Leistungsnachweis doch schwer. 😉

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  ysnp

Oder dass die Kinder in der 4. Klasse Wasserteilchenmodell auswendig könne müssen, um die Probe gut schreiben zu können. Und dabei haben sie keine blasse Schimmer, was Molekülen und Atomen sind. Es wir ihnen nicht in der Schule erklärt!
 
Ah kommen Sie, es ist so klar, dass alle über Transferwissen reden (dabei viele selbst nicht wissen, was das genau bedeutet, oder nicht zugeben wollen, dass das alles ein Schmarrn geworden ist) und eigentlich gehet es um nichts weiter, als um auswendig zu lernen, um die Probe zu schaffen.
 
Wäre so nicht, wäre die Kinder auch viel besser in weiterführenden Schulen in diesen Themen dran, die sich eigentlich wiederholen.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

In der Grundschule macht man die Aggregatszustände des Wassers. Das Wasserteilchenmodell auf einfacher Basis ist ein Erklärungsmodell, was passiert, wenn das Wasser verdampft, kondensiert, erstarrt (gefriert) oder flüssig wird. Das ist für die Kinder gut verständlich und ein Einstieg in modellhaftes Denken. Vorher wird alles im Experiment nachgewiesen. Man muss mit den Kindern ja erarbeiten, was z.B. hinter dem Verflüssigen steckt. Das ist quasi die Vorarbeit zum Wasserkreislauf.
Dann macht man weiter mit dem Wasserkreislauf, denn der Wasserdampf kondensiert einfach gesagt auch in den kühleren Luftschichten um dann je nach Temperatur in den verschiedenen Niederschlagsarten zur Erde zu fallen.
Moleküle und Atome muss man in der Grundschule nicht ausführlich erklären, da ist es noch zu früh und man käme vom eigentlichen Thema (s.o.) ab. Da geht es nur darum, dass man erstmal anfanghaft die Fachbegriffe benutzt.
Ich wiederhole: Der Lehrplan ist spiralförmig, daran wird in höheren Schularten weitergearbeitet.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Die Themen wiederholen sich selbstverständlich. Die unterschiedliche Tiefe der Themen macht bezogen auf HSU bzw. Physik und bezogen auf die Klassenstufe den Unterschied.

In SH gibt es NaWi – auch so ein Sparprogramm. Biolehrys unterrichten im NaWi-Rahmen halt auch Chemie und Physik. Umgekehrt natürlich auch.

Spaltet später auf, ab Klasse 7, wenn es genügend Lehrys gibt.

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Dabei geht es nicht um Stoff, sondern um das, wie er in der GS beigebracht wird.
 
Daher wundern die Tauschbörsen nicht. Viele Eltern arbeiten ja den ganzen Tag.

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Das finde ich eine große Unterstellung uns Grundschullehrkräften gegenüber.

Leseratte
1 Monat zuvor

Das Problem beginnt ja schon in der Kita.

„Früher wurde im Kindergarten gebastelt, gesungen, gereimt. Heute grassiert das „freie Spiel“: Aus falsch verstandener Liberalität werden die Kinder sich selbst überlassen. Die Folgen: Kulturverlust, mangelnde Frustrationstoleranz, Mobbing. Ein Leidensbericht.
Frage ich meine Tochter, was sie vormittags im Kindergarten gemacht hat, ist die Antwort: „Ich habe mich mit Cosima gestritten und wieder vertragen und danach habe ich mich mit Lisanne verkracht. Jetzt ist sie wieder meine beste Freundin.“ Eine Art frühreifer Zickenkrieg ist die Beschäftigung unter den Mädchen. Die Jungs rangeln darum, wer bestimmen darf, wer etwas besser kann und wer toller ist. Es wird verhandelt, was cool und was nicht cool ist. Schon jetzt sagen die Kinder „Alter“ und „Ey, ist mir doch egal“ und das „Sch-Wort“.
Es kann sein, dass ich einer völligen Illusion unterliege und mir meine Erinnerung böse Streiche spielt. Aber ich glaube, dass unsere Kindergartenvormittage anders gefüllt waren.[…]

https://www.welt.de/kultur/plus233075235/Freies-Spiel-im-Kindergarten-Die-Schmalspur-Erziehung-unserer-Kinder.html

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Jepp.

Und reimen geht heute kaum noch – das können nur noch ganz wenige. Hängt auch mit dem stark reduzierten Wortschatz zusammen.

Baum – nichts
Traum – nichts
Raum – ratter ganz laaaangsam
Meldung – Antwort Zweig.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Moderne Dichtkunst.
Hurz. 😉

Ich wette, die kleinen Künstler kennen ein Reimwort auf „Hurz“! 🙂

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Ich sollte tatsächlich andere Wörter zum Reimen nehmen! 🙂 🙂

Last edited 1 Monat zuvor by Riesenzwerg
Vierblättriges Kleeblatt
1 Monat zuvor

Das ist ja sehr einfach zu erklären. Dahinter steckt der Spaßunterricht: nichts darf besonders anstrengend sein oder gar langweilig, alles soll möglichst viel Spaß machen und keine große Mühe bereiten. So werden heutige Lehrer ausgebildet und so arbeiten sie dann auch.

Last edited 1 Monat zuvor by Vierblättriges Kleeblatt
Monika, BY
1 Monat zuvor

Für Lehrer weiß ich nicht bestimmt, nicht für diese junge Generationen, älteren Generationen schenke ich immer noch gerne mein Vertrauen.

Aber für die Kinder meiner Erfahrung nach in verschiedenen Institutionen, auch Musikschulen, einfach sehr schwach. Aber Disziplin muss es sein, aber nur in der Form, ich rede du zuhörst. Weiter nichts.

Und dann sucht sich man die Älternativen, die in der Regel immer verdammt kostspielig sind. Aber das ist ja auch der Punkt

Monika, BY
1 Monat zuvor

Also, nicht falsch verstanden, die jüngere Generation könnten, wenn sie wollten, vieles voranbringen. Aber gerade haben Sie einen Punkt herausgehoben, wo ich auch meine empirisch basierten Bedenken habe. Ich glaube an der Jugend, und gebe Jugend keine Schuld. Wir machen es falsch. Wir alleine zeigen ihnen den falschen Weg. Spaßgesellschaft.

Viele junge Menschen versuchen es ja, das habe ich gesehen und erlebt. Aber sie werden aufgehalten, weil das nicht zu den alten Regeln passt.

Brigitte
1 Monat zuvor

Es ist schlimm, was sich die Lehrer und Lehrerinnen gefallen lassen müssen! Warum nur fehlen überall die Lehrer? Ich kann es verstehen! Viele Kinder sind nicht mehr beschulbar! Und das sind dann auch diese, die später unseren Sozialstaat ausnützen! Aber das interessiert Frau Faeser nicht, sie sitzt an ihrem Schreibtisch – wenn überhaupt – und hat mit diesen Problemen nichts zu tun! Eine Schande für Deutschland!

r.oma
1 Monat zuvor

Deutschland schafft sich ab, in immer schnellerer Geschwindigkeit .

A. Muth
1 Monat zuvor

Ich bin seit fast 40 Jahren Grundschullehrerin und unser Niveau sinkt immer weiter nach unten. Meiner Meinung nach sind viele Dinge dafür verantwortlich. Die Kinder kommen mit so großen Entwicklungsrückständen in die Schule. Die Kindergärten arbeiten sehr unterschiedlich und man braucht lange, damit die Kinder ungefähr ein Niveau erreichen.
Viel zu große Klassen, viel zu viele Schüler mit Defiziten, viel zu viele mit mangelhaften Deutschkenntnissen, und keinerlei Unterstützung durch PM oder Zweitlehrer. Das unterrichten macht großen Spaß, aber das kommt viel zu kurz. Wir sind doch mittlerweile bessere Bürokräfte, Sozialarbeiter, Erziehungshelfer, Familienberater usw .

Dr. Peter Gögelein
1 Monat zuvor

Ich bin Lehrer am Gymnasium. Meiner Meinung nach liegt es an den komischen Methoden, die seit Jahren in den Grundschulen praktiziert werden. Es fängt an beim Sitzen und zuhören: das ist schon nicht mehr modern, sondern jeder Schüler macht was er will…..und schreibt wie er will und rechnet wie er will…..
Dazu kommen Fachmethoden in Deutsch und Mathematik, die teilweise haarsträubend sind.
Warum macht man es nicht einfach so wie früher, da hat es doch auch geklappt? Solange nicht wirklich erwiesen ist, dass eine neue Methode besser ist, macht man doch die bekannte weiter, oder?
Mir kommt es so vor, als ob Generationen von Kindern immer wieder Versuchskaninchen für Pädagogen sind, die sich profilieren wollen, anstatt den Kindern und Jugendlichen wirklich etwas beizubringen. Und für die Lehrerschaft ist das am Ende auch eine Zumutung, da diese am Ende den Murks vor Ort tagtäglich ausbaden muss. Macht man etwas anderes als gerade en Vouge ist, muss man sich vor allen rechtfertigen und am Ende sind doch alle froh, wenn man mit den traditionellen Methoden mehr erreicht hat als mit einem beta-Test neuer Methoden.
Da kann man nur hoffen, dass bald wieder eine gewisse Vernunft einkehrt. Denn eines ist klar: den Nachwuchs ziehen solche Zustände auch nicht gerade an…..

Palim
1 Monat zuvor

Sie sind nach Ihrer Aussage Lehrkraft am Gymnasium.
Wie viel Einblick haben sie in unterschiedliche örtliche Grundschulen?
Wie häufig besuchen sie dort den Unterricht und gewinnen ein Bild über die Lernausgangslagen in den Klassen?
Welche Methoden sind Ihnen aus dem Unterricht der Grundschule bekannt? Oder sind Ihre Ausführungen Mutmaßungen hinsichtlich der Ausrichtung des Unterrichts?

Und letztlich:
Wie war es früher und was genau hat da besser geklappt?

AvL
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Palim, Herr Dr.Gögelein hat, so wie viele andere mit dem Schulsystem verbundenen Mitmenschen auch, hier seine eigenen Schlussfolgerungen aus dem desaströsen Abschneiden der Grundschüler gezogen.
Methoden müssen in Frage gestellt werden, so diese eine starke Verbreitung und Anwendung finden und eine zielgerechte Anleitung zum flüssigen Lese- und Schreibverständnis nicht erreicht wird.
Die Kritik steht auch ihm zu, und ihre Haltung und Positionen sind inzwischen jedem bekannt, der hier fleißig mitliest.

P.S.Ich wünschen Ihnen allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest in der Familie.