Lehrerausbildung: Siebenmal mehr Studierende fürs Lehramt Gymnasium als für die Regelschule

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ERFURT. Thüringens Bildungsminister Helmut Holter hat die Pläne von Rot-Rot-Grün für eine erneute Reform des Schulgesetzes verteidigt. «Gehen wir den Weg in die Schule der Zukunft, oder gehen wir den Weg in die Schule der Vergangenheit?», fragte der Linke-Politiker am Donnerstag im Landtag in Erfurt. Es handele sich bei den Vorschlägen der Koalition um einen «Gesetzentwurf der Modernität» – strittig ist vor allem eine Neustrukturierung der Lehrerausbildung.

Der Zustrom zu den Lehrämtern ist ungleich verteilt. Illustration: Shutterstock

Die Fraktionen von Linke, SPD und Grünen hatten ein umfassendes Reformpaket zum Bildungssystem ins Parlament eingebracht. Es wäre die zweite große Reform des Schulwesens binnen weniger Jahre. Die Vorschläge wurden nun in erster Lesung im Landtag beraten und in den Bildungsausschuss überwiesen.

Das Paket sieht unter anderem vor, die Abschlussprüfung an Gymnasien in der zehnten Klasse abzuschaffen, die Lehrerausbildung grundlegend zu reformieren, einen durchgehenden Praxisbezug an Regelschulen und eine Rechtsgrundlage für digitalen Unterricht zu schaffen. Auch die Entwicklung von Gemeinschaftsschulen will Rot-Rot-Grün forcieren.

Teils sollen die geplanten Änderungen auch den Lehrermangel und die erhöhte Belastung an den Schulen abmildern. Holter räumte ein: «Der Unterrichtsausfall ist in Thüringen viel zu hoch.» Eine Erhebung zwischen dem 26. und 30. September hatte kürzlich ergeben, dass in dieser Woche fast jede zehnte Unterrichtsstunde an Thüringer Schulen ausfiel. Holter nannte als Gründe für den Lehrermangel im Freistaat Versäumnisse früherer Regierungen und die demografische Entwicklung. «Wir müssen in Thüringen jetzt sofort zwei Lehrergenerationen ersetzen», sagte er. Das Land habe einen Exodus an Lehrkräften erlebt. «Das ist eine Verantwortung, die in der Vergangenheit liegt.»

Rot-Rot-Grün will Lehrer künftig nicht mehr nach Schularten ausbilden, sondern bezogen auf Schulstufen. Die Idee dahinter ist, dass Lehrerinnen und Lehrer dann flexibler dort eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden – zum Beispiel Gymnasiallehrer an Regelschulen, wo der Mangel an Personal besonders groß ist. Linke-Bildungspolitiker Torsten Wolf rechnete vor, dass derzeit in Thüringen im ersten Semester nur 162 Studierende für das Regelschullehramt eingeschrieben seien, für das Gymnasiallehramt hingegen 1176. Auch nannte er das Beispiel Physik: Für Gymnasien seien 34 Erstsemester für dieses Lehramtsfach eingeschrieben, für Regelschulen nur einer. Jeder, dem die Regelschulen am Herzen lägen, sollte dem Vorschlag sofort zustimmen, sagte Wolf.

Holter betonte, man müsse eine demografische Lücke schließen, könne dies aber nicht nur mit Absolventinnen und Absolventen der Universitäten erreichen. Daher brauche es beispielsweise auch mehr Quer- und Seiteneinsteiger.

Die Opposition sieht viele Punkte im Entwurf kritisch, die seit langem von Rot-Rot-Grün gehegten Pläne zur Umgestaltung der Lehrerausbildung gelten der Union als Reizthema. Die Christdemokraten wollen an der Ausbildung nach Schularten festhalten.

CDU-Fraktion und FDP-Gruppe hatten eigene Vorschläge zur Änderung des Schulgesetzes eingebracht. Die FDP-Bildungspolitikerin Franziska Baum signalisierte, dass ihre Fraktion auch für eine rechtliche Grundlage des digitalen Unterrichts sei. Grünen-Fraktionsvorsitzende Astrid Rothe-Beinlich machte das Angebot einer «ernst gemeinten Suche nach Schnittmengen».

CDU-Bildungspolitiker Christian Tischner holte zu einer langen, generellen Kritik am Kurs der Landesregierung in der Bildungspolitik aus. Für Lehrerinnen und Lehrer seien in den vergangenen Jahren sehr viele Aufgaben hinzugekommen. Der Schulgesetzentwurf von Rot-Rot-Grün berücksichtige die Wirklichkeit an den Schulen in Thüringen nicht. «Ihr Schulgesetzentwurf belastet die Schulen zusätzlich», sagte Tischner. Zudem sei es kein großer Wurf zur Steigerung der Attraktivität des Lehramtes. Er warf Rot-Rot-Grün vor, die Lehramtsausbildung in Thüringen schleifen zu wollen. «Sie machen das Lehramtsstudium in Thüringen bundesweit noch unattraktiver», sagte Tischner. Außerdem würde es sich um einen föderalistischen Alleingang handeln. News4teachers / mit Material der dpa

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19 Kommentare
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Lehrerin
5 Monate zuvor

Zitat: „Auch die Entwicklung von Gemeinschaftsschulen will Rot-Rot-Grün forcieren.“
Muss denn jedes Bundesland denselben Mist nochmal machen?? Warum nur geht es nicht in diese Betonköpfe hinein, dass diese Ideologie die schlechtesten Lernergebnisse bringt? In anderen Ländern weiß man es schon, aber aus fremden Fehlern lernt man nicht, man muss sie schon selber machen – arme Kinder.

Konfutse
5 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Mittlerweile habe ich das dumpfe Gefühl, dass das politisches Kalkül ist. Ungebildete Menschen lassen sich einfacher manipulieren und lenken.

Vierblättriges Kleeblatt
5 Monate zuvor

„Rot-Rot-Grün will Lehrer künftig nicht mehr nach Schularten ausbilden, sondern bezogen auf Schulstufen. Die Idee dahinter ist, dass Lehrerinnen und Lehrer dann flexibler dort eingesetzt werden können, wo sie gebraucht werden – zum Beispiel Gymnasiallehrer an Regelschulen, wo der Mangel an Personal besonders groß ist.“

Das ist genau richtig!

Ich vermute, der Ansturm ans Gymnasium ist mit den Zuständen, inklusive Schülerklientel, an den unterschiedlichen Schularten zu erklären.

Indra Rupp
5 Monate zuvor

Und mit Vorurteilen gegenüber einer Klientel, mit der sie Zeitlebens nie zu tun hatten, denn die meisten KOMMEN ja auch vom Gymnasium, haben gelernt, dass sie was besseres sind und wollen unter sich bleiben. Die Gymnasiasten bei uns fahren aus Prinzip nicht mit dem Bus, mit dem die Realschüler oder Oberschüler fahren. Ich hatte als Kind als Realschülerin auch schon mal Nachhilfe von ehemaligen Gymnasiasten, die ihr zwanzig Jahre altes Mathebuch heraus kramten und dann garnicht fassen konnten, dass da die gleichen Aufgaben wie in meinem Realschulmathebuch drin standen. Mein Sohn (Oberschule) und meine Nichte (Gymnasium), gleicher Jahrgang, haben auch öfters dasselbe zu erledigen und während Corona wurde für Gymnasiasten bei uns die Bewertung ausgesetzt, an der Oberschule fleißig weiter Arbeiten geschrieben. Wenn mein Sohn krank war, holt er sich auch schon mal Nachhilfe bei „Lehrer Schmidt“. Dieser erklärt für Gymnasium, was dann laut meinem Sohn auch nur bedeutet, dass zu den drei Fremdbegriffen noch zwei hinzukommen. Auch mein früherer Mathelehrer meinte, wir würden manches auch früher lernen als die Gymnasiasten, weil diese eben mehr Zeit hätten. Und viele Lehrer an der Realschule beklagten sich, dass die Gym Lehrer sie nicht für „richtige“ Lehrer halten. Nach Pisa gab es dann auch so manche Quiz Sendungen mit Promis (keine Z-Promis, sondern auch eher welche mit Abi), wo diese Rechenaufgaben lösen mussten und dann, wenn sie falsch lagen, verblüfft waren, dass das „Hauptschule Klasse 9“ sein soll. Ich habe den erweiterten Real gemacht und verstehe heute auch garnichts mehr von dem, was mein Sohn in Mathe können muss.
Klar, ist Real leichter als Gym und Haupt leichter als Real! Aber was genau wissen Gym Lehrer und Gymnasiasten über die Anforderungen auf Real bzw Haupt Niveau? Ich glaube, dass wird stark unterschätzt und Kindern die aus der Sek1 kommen dann auch entsprechend nichts zugetraut, außer „Steine kloppen“. Genauso meinen Gymnasiasten auch, sie seien automatisch bessere Künstler, obwohl hier auch noch andere Aspekte eine Rolle spielen und manche sind schon beleidigt, wenn sie auch nur von einem Nicht-Abiturienten angesprochen werden. Die Gesellschaft tut ihr übriges und hat dafür gesorgt, dass man heute mit einem Sek1-Abschluß als asozialer Bildzeitungleser, Fussballproll, Suchtkranker und Krimineller dasteht. Selbst für Berufe, für die ein Sek 1-Abschluß locker reicht, wird nach Abiturienten gesucht.

Anvi
5 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Selbst für Berufe, für die ein Sek 1-Abschluß locker reicht, wird nach Abiturienten gesucht.“
Ich sehe da zwei Hauptgründe
– minderjährige Azubis sind aufwendiger, der Jugendschutz ist teilweise heutzutage nicht mehr sinnvoll
– die anderen Schultypen bieten keine Vorteile gegenüber dem Gymnasium
Ich sehe grundsätzlich Vorteile im mehrgliedrigen Schulsystem, aber es hat sich in eine völlig falsche Richtung entwickelt. Es gibt nur noch das Gymnasium und die Resterampe. Wo liegen denn die Stärken der anderen Schultypen? Kind 1 war auf einer Realschule in NRW und die hatte null Praxisbezug. Es gab ein Jahr Technikunterricht, in dem aber nur gebastelt wurde. Nachteile gab es aber reichlich. Massive Störungen durch schwierige Kids, die den Abschluss dann eh nicht geschafft haben und ständiger Unterrichtsausfall (bzw unnütze Vertretung). Alle bis auf einen Mitschüler sind nach dem Abschluss auf eine weiterführende Schule gewechselt. Entweder weil sie nicht wussten, was sie beruflich machen wollen oder weil sie keine Ausbildungsstelle bekommen haben.

dickebank
5 Monate zuvor
Antwortet  Anvi

Vertretung bedeutet lediglich, dass die Aufsichtspflicht wahrgenommen wird.

Es wird nicht die Fachlehrkraft vertreten, es wird die Aufsicht gewährleistet.

Carsten60
5 Monate zuvor

„Das ist genau richtig!“
Ja, denn Bremen hat schon vor Jahren den sog. „Einheitslehrer“ eingeführt. Der Erfolg müsste vielleicht noch genau evaluiert werden. Aber die Richtung stimmt. 🙂

dickebank
5 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Ja und, die lieben Gymnasialkolleg*innen unterrichten im Mittel auch nur zu einem Drittel in der GOSt.
Die struktur sollte sich ändern.
Schuleingangsphase max. 3 Jahre, danach weitere 3 Jahre bis zum Ende der GS. Von Jhg. 7 bis Jhg. 10 fachleistungs- und Neigungsdifferenzierter Unterricht auf mindestens 3 – besser auf 5 – Niveaustufen, vom Förderschüler über diejenigen mit Lernschwierigkeiten, denen mit basalen Kenntnissen, denen mit guten fachlichen Kenntnissen und denen mit erweiterten guten bis sehr guten Kenntnissen aka gymnasialempfohlenen SuS.
Letztere dürfen dann auch nach der 10 in die GOSt, egal welcher Schulform sie entsprungen sind. Die GOSt wird aufgeteilt in einen beruflichen und einen allgemeinbildenden Zweig, der eine führt zur Fachhochschulreife, der andere zur allgemeinen Hochschulreife.
Unter der Prämisse ergibt das Modell der Stufenlehrkräfte automatisch einen stärkeren Sinn.

Carsten60
5 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Und wo in der weiten Welt hat sich denn ein Unterricht auf 5 Niveaustufen schon richtig bewährt, ohne dass die Lehrer verrückt geworden sind? Der Stufenlehrer als eierlegende Wollmilchsau?
Außerdem: Warum sollen an 5-zügigen Gesamtschulen die Schüler nicht in 5 „Klassen“ nach Niveau eingeteilt werden, ggfs. nach Fächern unterschiedlich ?
Ich höre nur immer, dass sowas an den neuen progressiven Gemeinschaftsschulen auf gar keinen Fall in Betracht kommt. Man wittert vermutlich schon wieder irgendeine Segregation.
Noch was: Wenn Schulnoten die Kinder doch angeblich so „beschämen“, wieso beschämt sie die Einteilung in 3 oder 5 Niveaustufen nicht? Man könnte ja wohl nicht geheim halten, wer in welche Stufe gehört.

Trinkflasche
5 Monate zuvor

Wie stellt denn die Ideologie-Regierung in Thüringen sicher, dass
a) die Abschlüsse mit den Lehramts-KMK-Typen kompatibel sind?
b) genug Lehrer mit Fakultas für die Oberstufe existieren?
c) die fertig ausgebildeten Lehrer im Land bleiben?

Zu c) Wenn ich ans Gymnaium will und auf „Regelschule“ keine Lust habe, wandere ich eben in ein anderes Bundesland aus. Oder studiere auch gleich noch woanders.

Für mich ist das mal wieder linke Bildungspolitik: Kopflos, ideologiegetrieben und am Problem vorbei. Außerdem treibt man durch eine solche Ausbildung auch die Vereinheitlichung des Bildungswesens voran, Stichwort „Eine (schlechte) Schule für alle“.

Pälzer
5 Monate zuvor

Die Regierung in Thüringen hat ja keine Mehrheit. Es liegt also an der CDU, ob sie diese Abschaffung des Schulsystems mitträgt oder nicht.
Wenn kaum jemand an Regelschulen unterrichten will, was sagt uns das über die staatliche Organisation dieser Schulform?

Pälzer
5 Monate zuvor

Wenn Lehrer nicht nach Schularten ausgebildet werden, so führt das auf die Illusion, man könne im Gymnasium und in der Regelschule auf die gleiche Weise und mit gleichen Inhalten unterrichten. => Berlin, Bremen, Baden-Württemberg

Georg
5 Monate zuvor

Da die Regelschulen, Sekundarschulen usw. — alle weiterführenden Schulformen außer den Gymnasien — politisch gewollt kaputt gemacht wurden, kann ich durchaus verstehen, dass Studenten sich nur noch für das gymnasiale Lehramt oder die Grundschule entscheiden. Die anderen Schulformen kommen als Studiengang eigentlich nur noch infrage, wenn es für das gymnasiale Lehramt fachlich nicht reicht.

Indra Rupp
5 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Nö, mein Sohn kommentiert so : An der Grundschule sind mir zu viele kleine Kinder. Die Förderschule hat ein ganz anderes Programm. Das Gymnasium ist mir zu bildungsspießig und abgehoben…. aber lauter Jugendliche, die keinen Bock haben – das ist interessant (wegen der Herausforderung zu motivieren)!

Georg
5 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ihr Sohn ist doch noch Schüler …

Indra Rupp
5 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Ja, geht um seine Berufsvorstellungen. Die nullBock – Jugendlichen kennt er aus seiner Klasse /Schule.

Lehrerin
5 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Man könnte es machen wie an den Schulen: immer weiter runter mit dem Niveau – dann kann bald auch jede solche „Lehrkraft“ ohne Sach- und Fachkenntnis Schüler bis zum „Abitur“ unterrichten und zur Studierfähigkeit führen… Ironie off.
Abi an die Geburtsurkunde tackern macht Lehrkräfte überflüssig, wird billiger, ist total sozial gerecht, das lieben die Rot-Grünen – und wer von ihnen möchte dann freiwillig an sich den Chirurgen ausprobieren lassen, der bisher nur im Kindergarten mit der Bastelschere geübt hat?

Rike
5 Monate zuvor

Rot-Rot-Grün möchte zurück zur Situation vor ‘89: die Polytechnische Oberschule mit dem Abschluss der 10. Klasse. Danach gab es zwei Jahre EOS. Die Reform, erst nach 10 Jahren zu trennen und nicht wie bis 1980 nach 8 Jahren, ging damals schon schief. Alles nur politisch und an echter Bildung vorbei. Einziger Unterschied: damals durften nur der beste Junge und das beste Mädchen – also zwei Schüler pro Klasse- in die 11. Klasse wechseln. Das war der Flaschenhals. Und wer das nicht schaffte, wählte die Berufsausbildung mit Abitur. Dauerte drei Jahre, man hatte einen abgeschlossenen Beruf und das Abitur und konnte, wenn man wollte, studieren. Dazu musste einen der Betrieb aber delegieren, dh es musste ein Bedarf da sein. Staatlich gelenkt eben.
Man sieht ja, was dabei herauskommt, wenn man einfach so frei laufen lässt.
Nicht, dass ich zurück zu alten Zeiten will – aber es ist klar, was die rot-rot-grün regierten Bundesländer möchten…

Carsten60
5 Monate zuvor

Das im Titel genannte — jetzt unerwünschte — Phänomen könnte man mal wieder unter die Überschrift „geliefert wie bestellt“ stellen. Früher war das Lehramtsstudium fürs Gymnasium fachlich anspruchsvoll und dauerte lange. Mit der Regelstudienzeit kam kaum einer hin, viele studierten auch mal 15 Semester plus Referendariat.
An den Pädagogischen Hochschulen gab es 6-8-semestrige Kurzstudiengänge, die fachlich viel leichter waren und die man auch in ungefähr dieser Zeit absolvieren konnte. Das Studium war einigermaßen „verschult“, das war eine ganz andere Welt als an der Uni. Fachlich schwache Abiturienten sowie solche mit schmalem Geldbeutel zogen das oft vor. Der Nachteil: es gab hinterher nicht A13, sondern weniger.

Jetzt dauern alle gleich lang mit fachlich geringeren Unterschieden, sind auf dem Papier äquivalent mit 10 Semestern Regelstudienzeit (Bachelor = Bachelor, Master = Master), und da sagen sich bestimmt viele (selbst bei A13 für alle), na wenn das so ist, dann tue ich mir doch die „Regelschulen“ lieber nicht an, sondern strebe gleich das gymnasiale Lehramt an. Dann darf ich jedenfalls überall in der Sek I unterrichten, auch uneingeschränkt an Gesamtschulen. Manche Funktionsstellen an Gesamtschulen sind vermutlich ohnehin den Gymnasiallehrern vorbehalten (z.B. Oberstufen-koordinator, Schulleiter).

Vielleicht würde dasselbe passieren, wenn die Ausbildung von Kita-Betreuern denen der Grundschullehrer angeglichen würde. Dann würden vielleicht künftige Kita-Betreuer/innen lieber Grundschullehrer/innen werden, besonders bei unterschiedlicher Bezahlung. Aber der Mangel würde nur verschoben.