Lorz verpflichtet Hessens Schulen auf das Videokonferenzsystem „Big Blue Button“

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Alle (staatlichen) Schulen in Hessen sollen mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres nun die angekündigte Open-Source-Software «Big Blue Button» als landesweites Videokonferenzsystem im Schulportal verwenden. «Unsere Schulen erhalten damit eine weitere wichtige technische Unterstützung für ihren Unterricht», sagte Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Dienstag in Wiesbaden. «Das Videokonferenzsystem ist datenschutzkonform und ganz einfach über das Schulportal einsetzbar.»

Ist mit seiner Reform der Lehrerausbildung naturgemäß zufrieden: Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Foto: HKM/ Patrick Liste

Der Einsatz einer Open-Source-Anwendung und die Zusammenarbeit mit einem hessischen Dienstleister machten das Projekt zu einem wichtigen Schritt hin zu mehr «digitaler Souveränität» für Hessen, erklärte der Kultusminister – Funktionalität für den Schulbetrieb stand also offensichtlich nicht vorne an. Der gesamte Prozess sei in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem hessischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit erfolgt, so Lorz. «Big Blue Button» steht insbesondere aufgrund von funktionalen Defiziten und Stabilitätsproblemen in der Kritik.

Das Schulportal Hessen ist nach Angaben des Ministeriums die zentrale digitale Lern- und Arbeitsplattform des Landes mit derzeit mehr als 900.000 Nutzerinnen und Nutzern. 98 Prozent der öffentlichen weiterführenden Schulen und jeweils 90 Prozent der Grundschulen sowie Förderschulen verwendeten mittlerweile die Angebote. Die Nutzung des Videokonferenzsystems setze eine Anmeldung der Schule für das Schulportal voraus.

Der Verband Deutscher Privatschulen (VDP) Hessen sowie Rheinland-Pfalz/Saarland hatte seine Mitglieder, die vor allem Microsoft-Lösungen nutzen, in einer Rundmail beruhigt: Das Kultusministerium habe in dieser Frage den freien Schulen nichts vorzuschreiben. Die angeblichen Datenschutzprobleme sehe man derzeit ohnehin nicht (News4teachers berichtete). News4teachers / mit Material der dpa

„Nutzungsverbote bringen die Bildung nicht voran“: VDR-Chef Böhm über Lernplattformen – und übertriebenen Datenschutz

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8 Kommentare
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Dil Uhlenspiegel
1 Jahr zuvor

Wurde denn bei der Namensauswahl seinerzeit auch in alle Richtung nachgedacht?
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Ron
1 Jahr zuvor

Die Nutzung von Zoom wäre ja auch zu einfach gewesen.

Uwe
1 Jahr zuvor
Antwortet  Ron

BBB ist genauso einfach wie Zoom. Und es gibt Menschen die sich an den Datenschutz halten möchten. Was die „einfache“ Lösung (Zoom) ausschließt.

Mein_Senf
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Allerdings wird hierbei vergessen, dass man mit BBB aus dem schulportal heraus keine Eltern-/Jugendamtsvetreter o.a. Menschen außerhalb der Schule mit einbeziehen kann. Dafür muss ich schon wieder eine Zweitlösung (Zoom, Teams, …) parat haben.
Wiedermal nicht weiter gedacht.

Uwe
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mein_Senf

Klar kann man das: Man kann einen Gastzugang einrichten. Für Eltern und wichtige Personen mit denen man öfter kommuniziert kann man natürlich auch einen Account einrichten.

SoBitter
1 Jahr zuvor

Wieso ist der Mann immer noch im Amt?

keineLustmehr
1 Jahr zuvor

Dürfen wir dann im Gegenzug Herrn Lorz dazu verpflichten, dass wir in der Schule auch WLAN haben? Und Kameras? Und Dienstrechner, die genug Leistung haben, um nicht ständig zu kollabieren? Was bringt mir ein Videokonferenzsystem, wenn mir alles andere fehlt, um damit zu arbeiten? Und unsere Schüler haben auch nicht alle privat Endgeräte, mit denen sie gut an einer Videokonferenz teilnehmen können. Also, für was den Streß? Uns ist es wirklich egal, welches Konferenzsystem wir nicht nutzen können. Sollten wir aber ein System nutzen sollen, dann brauchen wir auch die entsprechende Ausrüstung dafür!

Kalle Wirsch
9 Monate zuvor

Völliger Nonsens…. wieso wird hier immer wieder auf amerikanische Unternehmen verwiesen und als der Maßstab aller Dinge dargestellt? Es gibt mehr als genug deutsche oder europäische Anbieter welche DSGVO Konform sind, hier Steuern zahlen und europäische Arbeitsplätze schaffen und für die Aufgaben vollkommen ausreichen.