Wegen Lehrermangels: Erstes Bundesland führt (bezahltes!) duales Lehramtsstudium ein

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STUTTGART. In Deutschland fehlen zig-tausende Lehrkräfte, und auch für die zusätzlichen Studienplätze gibt es nicht immer genügend Interessenten. Nun will das Land Baden-Württemberg Studium und Referendariat zusammenschnüren – zumindest für 60 Studierende pro Jahr. Lehrerverbände befürchten ein sinkendes fachliches Niveau.

Auf Lehramt studieren und dabei praktisch arbeiten und Geld verdienen – das soll in Baden-Württemberg künftig möglich sein. Foto: Shutterstock

Die Landesregierung will einen dualen Lehramtsstudiengang in Baden-Württemberg einrichten. Der Masterstudiengang solle zum Wintersemester 2024/2025 als Modellprojekt an drei Standorten mit insgesamt 60 Plätzen starten, teilten Kultusministerin Theresa Schopper und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (beide Grüne) am Mittwoch in Stuttgart mit. Die Studienplätze sollen an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe sowie an den Universitäten in Freiburg und Stuttgart geschaffen werden.

Mit dem neuen Angebot wolle man angesichts des Lehrermangels neue Zielgruppen für das Lehramt erschließen, sagte Olschowski. «Durch die starke Praxisnähe, die Vergütung bereits im Studium und die Verkürzung der Ausbildungsdauer wollen wir das Lehramt für noch mehr Studierende interessant und attraktiv machen», sagte Schopper.

Nach Angaben des Kultusministeriums fehlen derzeit in Baden-Württemberg über alle Schularten hinweg mehr als 3.000 ausgebildete Lehrkräfte. Außerdem habe man das Problem, dass man zwar zusätzliche Studienplätze geschaffen habe, diese aber nicht in allen Bereichen besetzen könne, sagte Olschowski.

«Ganz oft ist die Rückmeldung: Wir wollen schneller ein Gefühl für die Praxis bekommen»

Das neue Studienangebot richtet sich zunächst an Bachelor-Absolventen der Fächer Mathematik, Physik, Informatik, Elektrotechnik oder Informationstechnik, die bislang keine Vorerfahrungen im pädagogischen Bereich haben. Sie sollen innerhalb von drei Jahren ein Lehramts-Masterstudium und das Referendariat abschließen. Bislang dauert ein Masterstudium normalerweise zwei Jahre, danach schließt sich noch der Vorbereitungsdienst an den Schulen an, der nochmals eineinhalb Jahre geht.

Im dualen Studium sollen sich Praxisblöcke an den Schulen und den Seminaren für Lehrerbildung mit Theorieblöcken an den Hochschulen abwechseln. Direkt zum Beginn des Studiums sollen die Studierenden einen Praxisblock an den Schulen absolvieren. Damit wolle man auch einer veränderten Erwartung der Studierenden an ihr Studium gerecht werden. «Ganz oft ist die Rückmeldung: Wir wollen schneller ein Gefühl für die Praxis bekommen», sagte Olschowski.

Zudem sollen die Studierenden bereits während des Studiums Geld verdienen. Die genaue Aufteilung und weitere Details werde gerade noch erarbeitet, sagten die Ministerinnen. «Im Detail macht das sehr viel Arbeit, es gibt einen großen Regelungsbedarf», sagte Schopper. Offen ist etwa noch die Frage, wie viel Geld die Studierenden monatlich bekommen sollen und wie die Praxis- und Theorieanteile konkret verteilt werden sollen. Studium und Referendariat könnten aber «ohne Qualitätseinbußen» verkürzt werden, hieß es.

Lehrerverbände sehen den neuen Weg ins Lehramt kritisch. Es seien noch viele Fragen offen, teilte der Philologenverband mit. Unklar sei, wann im dualen Studium eine fachliche Vertiefung möglich sei, die über das Bachelor-Niveau hinausgehe. Der Verband befürchtet ein sinkendes fachliches Niveau der Lehrkräfte.

«Die aktuelle Notlage darf nicht dazu führen, alle Schleusen zu öffnen und die Profession immer weiter zu verwässern»

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) fürchtet einen Verlust von Qualität. «Baden-Württemberg muss aufpassen, sich in der Ausbildung seiner Lehrkräfte nicht zu verzetteln. Die aktuelle Notlage darf nicht dazu führen, alle Schleusen zu öffnen und die Profession immer weiter zu verwässern», sagte der VBE-Landeschef Gerhard Brand. Originär ausgebildete Lehrkräfte dürften nicht zu einer bedrohten Minderheit werden. «Das Land sollte daher alles unternehmen, um die originäre Lehramtsausbildung zu stärken und dies auch klar gegenüber der Einführung neuer Ausbildungswege priorisieren», sagte Brand.

Zustimmung kommt dagegen vom Verband Unternehmer Baden-Württemberg (UBW). Man begrüße den neuen Weg in den Lehrerberuf, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer für Politik, Bildung und Arbeitsmarkt. «Die Wirtschaft in Baden-Württemberg macht seit vielen Jahren gute Erfahrungen mit dualen Studiengängen zur Rekrutierung ihres Fachkräftenachwuchses», sagte er. Zudem sei die Konzentration auf Mangelfächer wie Mathematik, Informatik und Physik sinnvoll.

Im Grundsatz sei das Lehramtsstudium aber sehr beliebt, sagte Wissenschaftsministerin Olschowski. Eine Studie, die das Ministerium ausgeschrieben hatte, kommt zu dem Ergebnis, dass rund 80 Prozent der Studierenden ihr Bachelor-Studium im Bereich Grundschule oder Sekundarstufe 1 erfolgreich abschließen. Jeder Fünfte wechselt jedoch auch den Studiengang oder bricht das Studium ab. Als Grund nannte Olschowski unter anderem andere Erwartungen an das Studium oder den späteren Beruf. Das Masterstudium schließen der Studie zufolge rund 92 Prozent der Studierenden erfolgreich ab. News4teachers / mit Material der dpa

Grundschullehrer-Ausbildung: Neuer dualer Studiengang soll Theorie und Praxis verzahnen

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Alex
11 Monate zuvor

Wenn ich mir die Voraussetzungen so ansehe, scheint es eher ein Angebot für angehende SekI / SekII- LK zu sein. Es heißt doch aber immer, die Lehrernot wäre in den Grundschulen am größten…

Julia
11 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Lehrermangel ist abhängig von Region, Fach und Schulart. Wenn du dir die Modellrechnung von BW anschaust, siehst du, dass man insgesamt ab 2025 nicht mehr von einem Mangel an Grundschulen ausgeht während der Mangel an beruflichen Schulen immernoch hoch ist. Was man da auch sehr gut sehen kann, ist das man gesamt betrachtet zu viele für die anderen Schularten jetzt schon hat.
Der entscheidende Unterschied ist halt, was nützt es, wenn man genug Lehrer für Geschichte, Philosophie und sonst was hat während Naturwissenschaften fehlen. Genauso gibt es ja auch Absolventen, die nicht in die ländlichen Regionen möchten und dann fehlen dort Lehrer. An beruflichen Schulen ist es sicher auch nicht überall gleich, kann mir sehr gut vorstellen, dass der Mangel an gewerblichen Schulen deutlich höher ist als an den anderen und da ist es natürlich enttäuschend, wenn man viele Absolventen der Studiengänge zum Lehramt an beruflichen Schulen in die freie Wirtschaft verliert.
Du siehst, dass es nicht so schwarz weiß ist wie man immer hört. Könnte sein, dass ein anderes Bundesland da schon wieder wo anders einen Mangel hat.
Ich denke da hat das Kultusministerium schon aussagekräftige Zahlen, weshalb sich genau für diese Variante entschieden wurde.
Als ich letztes Jahr mein Schulpraktikum gemacht habe, haben nur die Mathelehrkräfte noch ihr anderes Fach unterrichtet, wenn das andere Fach Physik war. Die anderen haben ausschließlich Mathe unterrichtet und der Chemielehrer hat auch nur noch Chemie unterrichtet und nicht sein anderes Fach. Für die anderen Fächer hatte man halt noch andere Lehrkräfte, aber bei Mathe, Physik und Chemie wurde das etwas schwer.

Fakten sind Hate
11 Monate zuvor
Antwortet  Julia

War bei mir auch so. Ich habe seit meinem Referendariat ein Jahr von 4 Jahren Physik unterrichtet. Mittlerweile werde ich zwangsweise in Informatik Klasse 5-6 eingesetzt, weil es gerade im Rahmen der Digitalisierung so wichtig ist. Dass ich mit 30 Schülern dann in einem Raum mit 16Pcs sitze, von denen dann nur 9 funktionieren, interessiert keinen.

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Möglicherweise ist der Bedarf an MINT-Fächern noch größer als an Grundschullehrern. Nur welcher Hauptfach-MINT-Student möchte sich freiwillig das Lehramt antun? Die Arbeitsbedingungen, das Einkommen und die Aufstiegsmöglichkeiten sind erheblich schlechter als im Lehrbereich.

0815
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Das ist bestimmt richtig. Aber es gibt einfach mehr Stellen für Lehrkräfte als Stellen an Hochschulen. Darüber hinaus sind die Stellen der Lehrkräfte sehr häufig Beamtenstellen, während man sich an den Hochschulen von einem Arbeitsvertrag zum nächsten durchhangeln muss. Lehrstühle sind rar…

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  0815

Dass MINT-Absolventen zum allergrößten Teil in der „freien“ Wirtschaft landen (und schon immer gelandet sind), die mittlerweile im Durchschnitt VIEL BESSER zahlt als der öffentliche Dienst und massenweise andere „Incentives“ anbietet (35-Stunde-Woche (Metallindustrie), 4-Tage-Woche, 2-3 Tage echtes Homeoffice pro Woche, Diensthandy, Dienstnotebook, Gewinnbeteiligigung usw… nicht jeder bietet alles an, aber viele davon vieles) ist Fakt.

Es werden sich nur zwei Gruppen der Bachelor-MINTler für das Lehramt entscheiden: Die, welche mit dem Studium überfordert sind und diejenigen, die wegen eingeschränkter anderer Leistungsfähigkeit (Gesundheit, viele Kinder geplant) keine Karriere in der „freien“ Wirtschaft anstreben: Also „nicht die hellsten Kerzen“, die Dauerkranken und die wegen Familien-Teilzeit Dauerabwesenden.

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Genau so ist das- die sich einen schlanken Fuß machen wollenden oder verkrachte Existenzen.

Fakten sind Hate
11 Monate zuvor
Antwortet  0815

Ich habe sogar als unausgebildeter Lagermitarbeiter (stellv Lagerleiter) bereits 3500netto nach Hause gefahren. (50h Woche mit Überstunden, 25d Urlaub).
Beim Lehrerjob habe ich gerademal 3750netto minus 300Euro priv. Krankenkasse. Dafür eine 35h Woche und mehr Urlaubstage.

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Möglicherweise regelt es sich an Grundschulen schneller, weil
a) entweder alle Grundschullehrkräfte im BL auch in Mathe ausgebildet wurden
und/oder
b) alle gewohnt sind, fachfremd Fächer zu übernehmen und immer überall einzuspringen, Ausnahmen betreffen Religion, und in manchen BL Sport und Englisch.

Wenn an Grundschulen Mangel herrscht, dann fehlt eine Klassenlehrkraft und man würde auch ganz andere Fächer einstellen und intern umstellen.
“Beliebig-beliebig“ durfte bei uns nicht ausgeschrieben werden.

Nadine
11 Monate zuvor

Ich finde dies einen Schritt in die richtige Richtung, drei Jahre allerdings zu knapp für alles.
Fünf Jahre für alles zusammen – Bachelor, Master und Ref – wären sinnvoller und immer noch schneller als die bisherige Ausbildung.
Jetzt fehlt nur noch ein verpflichtendes Praktikum VOR Studiumsbeginn…

mx55555
11 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Die Bewerber haben doch schon mindestens ein 3-jähriges Bachelorstudium hinter sich. Plus zusätzliche 3 Jahre für das duale Masterstudium machen also mindestens 6 Jahre Ausbildungszeit. Auch Industriepraktika werden die meisten NaWis im Regelfall schon mitbringen.

Im Grunde ist das Ganze ein alter Hut, welchen es schon lange in vielen Bundesländern unter dem Namen Master of Education gibt. Sehr beliebt waren diese in der Vergangenheit jedoch unter NaWis nicht, denn mit einem 2-jährigen, nicht lehramtsbezogenen Master ist man schneller in der Industrie als an der Schule. Und das reguläre Ref kommt ja auch noch dazu. Zusätzliche Auflagen wie das Nachholen von pädagoischen Inhalten und Schulpraktika aus dem regulären Lehramtsstudium vor Antritt des Masterstudiums kommen außerdem gerne obendrauf, denn das Lehramtsstudium soll den Vorgaben der Kultusministerkonferenz entsprechen.

Jetzt ist man scheinbar bereit aufgrund der Mangelsituation den Leuten den Aufwand zu vergüten und versucht ein Jahr Ausbildungszeit einzusparen. Ich bin auf die Ausgestaltung des Programms gespannt. Wird man am Ref sparen oder an den ECTS im Master? Und bleibt die ganze Sache Kmk konform?

Last edited 11 Monate zuvor by mx55555
Nadine
11 Monate zuvor
Antwortet  mx55555

@mx55555 und @alle anderen:

Stimmt, das mit dem Bachelor hatte ich überlesen.
Trotzdem ist die Idee, die Ausbildung umzustrukturieren bzw. mit weitaus mehr Praxis zu verzahnen, eine gute.
Aktuell bin ich an der Uni und bekomme mit, wie hoch der Frust unter den Lehramtsstudierenden aller Schulstufen ist, bis sie endlich mal am Ziel sind! Und das Ganze mit immer noch viel zu wenig Praxisangeboten.
Und ja, sicherlich ist das nicht repräsentativ, da nur ein kleiner Ausschnitt, aber sicherlich auch in anderen Bundesländern ähnlich vertreten.

Julia
11 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Ich glaube du hast das Konzept falsch verstanden, insgesamt ist es nur ein halbes Jahr kürzer, denn das ist lediglich ein Masterstudium mit Ref in drei Jahren. Die Studienanfänger müssen bereits einen fachwissenschaftlichen Bachelorabschluss mitbringen. Somit sind es insgesamt 6 Jahre statt 6,5 Jahre.

OttoderKleine
11 Monate zuvor
Antwortet  Julia

Aber sollen sie während des Masterstudiums nicht schon die ganze Zeit unterrichten? Wie soll das zeitlich gehen?

Fakten sind Hate
11 Monate zuvor
Antwortet  OttoderKleine

Morgens an die Schule und dann abends zu den Vorlesungen. Oder man regelt es tageweise. Oder man nutzt die vorlesungsfreie Zeit. Das duale Studium wird dann wohl eine 50Stundenwoche.

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Zumindest im Gymnasialbereich sind vier Jahre Studium inkl. Masterarbeit viel zu wenig, sogar die Regelzeit von fünf Jahren inkl. Masterarbeit schafft nur ein Bruchteil der Studenten.

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Das Niveau der Gymnasien wird sich anpassen, wenn die Einheitsschule kommt, ist die Fachlichkeit sowieso egal.

Georg
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Das Abitur wird dann an alles verschenkt, was nicht die Leistung total verweigert.

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Das „amerikanische Modell“: High-School-Abschluss für alle. Und wer den nicht erreicht, verklagt anschließend den Schulbezirk auf Millionen Dollar Entschädigung, weil er/sie/es nicht genug gefördert wurde…

Metalman
11 Monate zuvor
Antwortet  Nadine

Bitte ganz lesen 😉 Das Angebot richtet sich and Bachelor-Absolventen, also 6 Jahre gesamt.Ansonsten endlich mal eine gute Idee. Wahrscheinlich wieder zu teuer, um über ein Modellprojekt hinauszugehen…

0815
11 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Genau! Natürlich wird es teuer angehende Lehrkräfte auch während ihrer Ausbildung zu alimentieren.

Fraglich ist, ob es nicht gegen einen Gleichheitsgrundsatz verstößt, wenn die Mint-Fächer für ihre Ausbildung alimentiert werden, andere Fächer jedoch nicht.

Johannes
11 Monate zuvor
Antwortet  0815

Oder die Bestandslehrkräfte machen 1- 1,5 Stunden mehr, dann geht es sich wieder aus.

Palim
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Ach, was für eine geniale Idee.
Arbeiten doch einfach alle in Deutschland 45 statt 40 h für das gleiche Geld.

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Umfrage:

„Sind Sie der Meinung, dass Lehrkräfte grundsätzlich 45 Stunden pro Woche ohne Lohnsausgleich arbeiten sollen, auch in den Ferien, um den Unterrichtsausfall während der Corona-Zeit zu kompensieren und ihre unverschämten Priviliegien auszugleichen?“

Ergebnis:
99% Zustimmung
1% Ablehnung

Die 1% Ablehung sind die 800.000 Lehrkräfte in Deutschland…

Bayer
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Aber wer wird denn gleich so schwarz sehen – es sind 99,5% Zustimmung.
( Sorry, ich konnts mir nicht verkneifen.)

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Bayer

Stimmt, ich hatte die „Aber es geht doch um die KIIIIINDER!!!!“ Kolleginnen und Kollegen vergenssen…

Alexi
11 Monate zuvor
Antwortet  Johannes

Für 1000 Euro netto mehr, gern.

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  Alexi

10 Stunden mehr pro Woche als ein IG-Metaller und dafür nur 1000 Euro mehr im Monat? Kein Wunder, dass sich Lehrkräfte so leicht über den Tisch ziehen lassen!

Alexi
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Im Gegenteil, ich lasse mich keineswegs über den Tisch ziehen. Geld ist mir sehr wichtig. Aber Johannes schrieb von einer Stunde. Dachte jetzt natürlich pro Woche. Und 4 Mehrstunden im Monat für 1000 netto mache ich gern

vhh
11 Monate zuvor

Praxisblock im Studienseminar bringt vermutlich einige Referendare und nicht nur die zum Lachen…

mama51
11 Monate zuvor

Na, dann viel Spaß!
…wenn sich „die Erfahrungen des schulische Alltags mit den Anforderungen des Referendariats beißen“, wird’s bestimmt lustig…

Realist
11 Monate zuvor
Antwortet  mama51

Jede Schule wird pro Duali einen Coach abstellen müssen, der die Kohlen aus dem Feuer holt. Das Modellprojekt darf schließlich nicht scheitern. Gibt bestimmt auch eine halbe Anrechnungsstunde dafür…

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Die Ausbildungslehrer gibt es in Baden-Württemberg schon.

Es gibt dafür tatsächlich Anrechnungsstunden, aber nur für diejenigen Praktikanten, die das zweite Modul absolvieren.

So ein Kollegium kann auch noch einen Praktikanten versorgen, das ist nicht das Problem.

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor

Das Fachliche interessiert schon lange nicht mehr, Hauptsache man ist anwesend und im Unterricht und die Stunde kann als „gehalten“ verbucht werden.

Das Niveau wird sich dadurch dem Fertigkeiten, Fähigkeiten und Kenntnissen der Schüler anpassen. Wer nicht anderes kennt, kann es auch nicht anders unterrichten.

Nur zu.

Den Flächenbrand des Lehrermangels wird man dadurch etwas eindämmen, aber nicht löschen.

Wenn der „duale“ Lehrer dann nur A8 bekommt, soll’s mir egal sein. Details werden noch ausgearbeitet – wie üblich.

Mal schauen, wie viele von den ersten 60 hinten ankommen, nach dem Ankommen in der Praxis bereits früh während des Studiums.

Frau Schopper, treten Sie zurück.

447
11 Monate zuvor

Genau so sieht es aus.

Prinzipiell nix gegen duales Studium – was der Plan ist und dabei rauskommt, haben Sie ja schon beschrieben.

Realist
11 Monate zuvor

Nein, der wird schon A13 (Master!) bekommen. Und weil das so ist, werden auch alle „normalen“ Lehramtsstudenten (ja, die gibt es noch, werden aber immer weniger: Die Unbelehrbaren, die Idealisten, die Nicht-Leistungsfähigen usw.) versuchen in das Modell zu kommen (früher mehr Geld, kürzeres+bezahltes Studium). Ein sich selbst verstärkender Effekt. Ein echtes „Erfolgsmodell“ (aus Sicht der Verantwortlichen also).

A13 ist dank Inflation doch sowieso schon das neue A12…

MINT-Lehrer
11 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Wieso werden hier eigentlich MINT-Lehramtsstudenten wiederholt als weniger leistungsfähig abqualifiziert?

Sahin
11 Monate zuvor
Antwortet  MINT-Lehrer

Ich nehme an, dass das mit dem „dual“ zusammenhängt, da ja weniger Zeit an der Uni verbracht wird (also wird am Fachlichen gespart).

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor
Antwortet  MINT-Lehrer

Weil der Realist sie gefressen hat und seine Vorurteile rauslässt.

Ich kann ihm auch noch Wasser auf seine Mühle kippen:

Diejenigen, welche die Beweise in Mathematik verstehen werden Mathematiker. Diejengen, welche sie abschreiben Mathematiklehrer.

Fakten sind Hate
11 Monate zuvor
Antwortet  MINT-Lehrer

Werden sie doch garnicht. Diese versucht man in die Dualeausbildung zu locken, damit sie nicht so einfach abspringen können. Wenn man z.B Physik studiert, besucht man die Vorlesungen der Fachphysiker. Zumindest an der TU Dortmund. Ein Wechsel ist somit problemlos möglich. Beim dem angedachten Dualenstudium bezweilfe ich das in Hinblick auf den Zeitmangel. Die Falle ist zugeschnappt.

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor

Solche am Ende schlechterbezahlten Lehrer gab es schon einmal.

Handelsschulräte und Gewerbeschulräte.

Alles schon mal gehabt.

0815
11 Monate zuvor

Werden *räte nicht mit A13 besoldet? Ist das Ihrer Meinung nach wirklich schlecht bezahlt?

Der Zauberlehrling
11 Monate zuvor
Antwortet  0815

Nein, diese nicht. War eine Welle Ende der 80er wegen des Lehrermangels.

Keine Studien*räte – Handelsschulräte. Eine Stufe drunter.

0815
11 Monate zuvor

Ich finde die Idee super. Andere Leute im Staatsdienst, z.B. Leute, die die Verwaltungslaufbahn einschlagen, bekommen ihre Ausbildung/ihr Studium ja auch bezahlt. Hier wird endlich mal gleichgezogen – super!

Dil Uhlenspiegel
11 Monate zuvor

„drei Standorten mit insgesamt 60 Plätzen“
60 : 3 = 20. Kann das funktionieren? Die Lerngruppen scheinen zu klein um sich gegenseitig optimal zu helfen und voranzubringen. Sind auch andere Niveaus und Berufe dazugemischt? Es wirkt zu homogen um effizient zu sein. Sehr rätselhaft.

Last edited 11 Monate zuvor by Dil Uhlenspiegel
Pit2020
11 Monate zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

@Dil Uhlenspiegel

Stühle!!!
Wir brauchen einfach noch mehr Stühle!!! 😉

potschemutschka/Bücherleser
11 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Stühle sind Mangelware. Die stehen doch alle schon in den Klassenräumen!

Ingo
11 Monate zuvor

Prima. Dann sind diejenigen, die das Studium hinter sich haben und sich verschulden und/oder wegen einer zusätzlichen Nebentätigkeit überziehen mussten und ins schlecht bezahlte Referendariat starten, die Dummen.

Marhat
11 Monate zuvor

Ich frage mich, wer soll die Betreuung an den Schulen übernehmen? Die Fachlehrer mit der grundständigen Ausbildung für lau?
„Den Letzten beißen die Hunde.“

Torsten
11 Monate zuvor

Einfach mal prüfen, wie viel man aus dem Studium für Grundschullehrer (Unterstufenlehrer) der ehemaligen DDR übernehmen kann.
Meine Frau und ich sprechen aus eigener Erfahrung.
In der DDR Grundschullehrer studiert und über 40 Jahre mit und für Grundschüler gearbeitet.
Wir stehen noch heute Seit an Seit mit unseren Beamtenkolleg/innen, leisten täglich die gleiche verantwortungsvolle Tätigkeit, lieben noch immer unseren Beruf.
Leider wurden und werden unsere Ausbildung hier (Niedersachsen) nicht anerkannt und schlechter entlohnt.
Leider zur falschen Zeit am falschen Ort geboren!
Eine Schande ist das, wenn es im 21.Jahrhundert noch solche Unterschiede gibt!

potschemutschka
11 Monate zuvor
Antwortet  Torsten

Sie werden jetzt sicher zu hören bekommen: „In der DDR war ALLES schlecht!“ Das ist jedenfalls bisher immer die Standart-Antwort gewesen, wenn ich ähnliches schrieb. Wahlweise: „Die DDR war aber eine Diktatur, da kann man nichts übernehmen!“