Der Absteiger! Kein anderes Bundesland hat sich im Bildungsmonitor so verschlechtert wie Baden-Württemberg – warum?

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STUTTGART. Baden-Württemberg galt lange als Musterländle in der Bildung, gleichauf mit den Seriensiegern Sachsen und Bayern. Doch die Probleme häufen sich, wie auch der aktuelle Bildungsmonitor – ein Bundesländer-Vergleich –  aufzeigt. Der Südwesten belegt zwar einen besseren Platz als letztes Jahr,  verharrt aber im Mittelfeld. Noch deutlicher: Im Zehn-Jahres-Rückblick hat kein Bundesland mehr an Substanz verloren. Was sind die Ursachen?

Hausaufgaben gemacht? Winfried Kretschmann – selbst Lehrer von Beruf – ist seit 2011 Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Das Kultusministerium wird allerdings erst seit 2021 von den Grünen geführt, davor von CDU und SPD. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

In Sachen Bildung verharrt Baden-Württemberg im Mittelmaß. Nach dem sogenannten INSM-Bildungsmonitor, einer Auswertung im Auftrag der wirtschaftsnahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, klettert der Südwesten zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht um einen Platz auf Rang 5. Doch in den vergangenen zehn Jahren hat der einstige Primus am deutlichsten von allen Bundesländern verloren, bilanzierte die INSM in ihrem Vergleich der Bildungssysteme der Bundesländer. Dabei werden verschiedene Kriterien «aus einer explizit ökonomischen Perspektive» bewertet, wie es hieß.

Es war die 20. Auflage der Studie. Die INSM kommt anlässlich der Vorstellung zu dem Schluss, dass sich das Bildungsniveau in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschlechtert habe. Vor allem in den Bereichen Schulqualität, Integration und Bildungsarmut gebe es negative Entwicklungen (News4teachers berichtete).

«Die Kitas und Schulen haben noch keine gute Antwort darauf gefunden, dass die Schülerschaft in den vergangenen Jahren deutlich heterogener wurde, ein steigender Anteil zu Hause nicht Deutsch spricht oder nur wenige Bücher im Haushalt besitzt», kritisiert Studienautor Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Folge sei, dass die Ergebnisse von Kindern aus Haushalten mit Migrationshintergrund oder von bildungsfernen Haushalten besonders stark gesunken seien.

«Wenn wir den Herausforderungen an den Kitas und Grundschulen nicht gerecht werden, können wir davon ausgehen, dass die Probleme sich an den weiterführenden Schulen fortsetzen werden»

Die Vergleichsstudie bewertet anhand von insgesamt 98 Indikatoren in 13 Handlungsfeldern, inwieweit ein Bundesland Bildungsarmut reduziert, zur Fachkräftesicherung beiträgt und Wachstum fördert. Im aktuellen Ländervergleich 2023 schneiden erneut Sachsen, Bayern und Thüringen am besten ab. Schlusslichter sind Brandenburg, Berlin und Bremen.

Laut Studie weist Baden-Württemberg – gemessen an den Patentanmeldungen – Stärken bei der Digitalisierung auf. Die sogenannten Betreuungsrelationen seien an Hochschulen und auch in Kitas sehr gut. Im vergangenen Jahr kamen in Baden-Württemberg 4,6 Kindergartenkinder auf eine Betreuerin oder einen Betreuer, das ist der beste Wert aller Bundesländer. Das Verhältnis an den Hochschulen liege bei 1 zu 9,4, auch das ist ein Spitzenplatz.

Außerdem seien die Klassengrößen an den Grundschulen mit durchschnittlich 19,7 Schülerinnen und Schüler relativ klein. Weitere Stärken des Landes seien die hohe Zahl an Hochschulabsolventen in den sogenannten MINT-Fächern – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – und Erfolge bei der beruflichen Bildung.

Dagegen ist der Anteil der internationalen Studierenden gering. Außerdem besuchen nur wenige Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren eine Kita-Ganztageseinrichtung. Der Anteil sei im Jahr 2022 in Baden-Württemberg mit 24,1 Prozent der niedrigste Wert in ganz Deutschland gewesen – bei einem Bundesdurchschnitt von 47 Prozent.

Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) sieht sich trotz des Zehn-Jahres-Vergleichs bestätigt: «Der diesjährige Bildungsmonitor bestärkt uns in unserem eingeschlagenen Weg», sagt sie. Das Land müsse aber «weiter Spur halten». Ihr Ministerium verweist auf die bildungsökonomische Sichtweise des Monitors. «Bezugspunkte sind nur zum kleineren Anteil die allgemein gültigen und vereinbarten Bildungsstandards», hieß es. Baden-Württemberg habe aber in allen untersuchten Punkten «seine Hausaufgaben» gemacht.

Die Sichtweise sorgt für Kopfschütteln bei den Gewerkschaften. Er sei entsetzt, sagt Ralf Scholl, der Landesvorsitzende des Philologenverbands. «Beim Kultusministerium scheint es kein Problembewusstsein zu geben.» Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht das Land nicht auf einem guten Weg. Für die Schulen könne es eher eine lange Durststrecke werden, sagt die GEW-Landesvorsitzende Monika Stein. Es müssten dringend Lehrkräfte gewonnen werden. Nötig seien auch mehr Studienplätze für angehende Pädagoginnen und Pädagogen.

«Insbesondere beim Lesen und Hören in Klasse 4 schneidet Baden-Württemberg schlecht ab»

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) verweist auf die Ausgaben eines Bundeslandes pro Schülerin und Schüler. Dort lande Baden-Württemberg im Bereich der Grundschule abgeschlagen auf Platz 14, bei den weiterführenden Schulen nur auf Platz 10. «Das sind wahrlich keine Ergebnisse, mit denen man sich brüsten kann», meint der VBE-Landes- und Bundesvorsitzende Gerhard Brand.

Und weiter: «Insbesondere beim Lesen und Hören in Klasse 4 schneidet Baden-Württemberg schlecht ab. Und die sehr guten Ergebnisse bei der Kindergartenbetreuung setzt das Ministerium gerade durch die Aufweichung der Qualitätsstandards wieder aufs Spiel. Dass wir auf dem Papier einen so guten Betreuungsschlüssel aufweisen, dürfte ohnehin stark damit zusammenhängen, dass sich laut Bildungsmonitor in keinem anderen Bundesland weniger Kinder zwischen drei und sechs Jahren in einer Ganztagsbetreuung befinden als in Baden-Württemberg.»

Brand fordert vom Land massive Investitionen in die Grundschule sowie eine bessere personelle Versorgung und bessere Möglichkeiten der Sprachförderung an Kitas und Grundschulen. «Wenn wir den Herausforderungen an den Kitas und Grundschulen nicht gerecht werden, können wir davon ausgehen, dass die Probleme sich an den weiterführenden Schulen fortsetzen werden», so der VBE-Chef.

So hat sich Baden-Württemberg im Bildungsmonitor zwischen 2013 und 2023 in den einzelnen Teilbereichen der Studie entwickelt. Vor allem die Schulqualität hat drastisch abgenommen. Grafik: INSM

Das sehen die Oppositionsparteien ähnlich: Die FDP spricht angesichts des Abrutschens im Vergleich zu 2013 von einer «bildungspolitischen Katastrophe» und einer «hausgemachten Bildungskrise». Die Bundesländer mit einer verbindlichen Grundschulempfehlung führten erneut die Spitze im Bestandsranking an. Die SPD wirft der Regierung vor, sie habe das Bildungssystem «auf Verschleiß gefahren».

Der vom Institut der deutschen Wirtschaft erstellte Bildungsmonitor wird seit 2004 jährlich erhoben. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft beschreibt sich selbst als überparteiliches Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Sie wird von den Arbeitgeberverbänden der Metall-und Elektro-Industrie finanziert.

Der Bildungsmonitor untersucht unter anderem, inwieweit das jeweilige Bildungssystem zur Fachkräftesicherung beiträgt oder Aufstiegsmöglichkeiten für den Einzelnen schafft. Dabei wird beispielsweise das Verhältnis der Bildungsausgaben pro Schüler zu den Gesamtausgaben öffentlicher Haushalte pro Einwohner untersucht, verglichen werden zudem die Investitionen in Schulen und Hochschulen, die Betreuungsschlüssel und Klassengrößen. Zudem fließen Ergebnisse aus Bildungsstudien ein, etwa zur Lesekompetenz von Grundschülern. News4teachers / mit Material der dpa

Ist schlechter Unterricht der Grund für den Leistungsabsturz in Grundschulen? VBE watscht Kretschmann ab

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Gelbe Tulpe
9 Monate zuvor

Zu viel Selbstorganisiertes Lernen und Gruppenarbeiten lassen gerade die Leistungen schwächerer Schüler sinken. Die Ergebnissischerung ist dann zu oft nur noch lückenhaft, wodurch Stoff für die Klausuren nicht in den Heften steht.

AvL
9 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ein Grund für das ausbleiben eines Nachhaltigen Lernerfolg ist die weit verbreitete Anwendung des Methodenmix des Spracherfahrungsansatz nach Prof. Brügelm.
Dieser ist gekennzeichnet durch:

-vorzugsweise selbstorganisiertes Lernen bereits ab der ersten Klasse
-die Anwendung von Anlauttabellen zum eigenständigen „lautorientierten“ Schreiben von Wörtern und kurzen Texten
-eigenständiges Abarbeiten von vorgefertigten Arbeitsblättern
-eigenständiges Erarbeiten der Druckbuchstaben durch Abmalen dieser nach vorgegebenen Mustern, (damit es nachhaltig wirkt)
-Abschreiben von Texten
-freies, kreatives Schreiben nach Scharrelmann/Ganzberg
-eigenständiges Erlesen von Wörtern mit Hilfe zuzuordnender abgebildeter Bilder
-dabei Erraten der richtigen Wörter an Hand der ersten beiden Buchstaben
-Verzicht auf strukturierte Leselehrwerke und Ablehnung dieser wie das IntraAkt-Konzept, den Kieler Leseaufbau, das Luka-Leselernbuch etc.
-weitgehender Verzicht auf einen auf den Lehrer ausgerichtetes Lernen
-Ablehnung von Frontalunterricht
-statt dessen materialzentrierter Unterricht
-Besprechen von Schreibproblemen primär mit dem Mitschüler, wie Wörter geschrieben werden könnten,
-Schreibkonferenzen
-Kleingruppenarbeit mit zwei Personen beim Erlernen des Lesen
-Verzicht auf eine systematische, einübende Vermittlung der deutschen orthographischen Regeln für Wörter mit einen deutschsprachigen Wortstamm
-Fehlende systematische Erarbeitung von Wortfeldern gemeinsam im Klassenverband durch interaktiven Unterricht z.B. das Wortfeld sagen: erwidern, antworten, entgegnen, widersprechen, fragen, rufen, flüstern etc.
-Propagierung der Entwicklung einer eigenen Handschrft durch den Schüler aus einer Druckschrift heraus, ohne dass einübende Hilfen vom Lehrer erfolgen

Fragezeichen
9 Monate zuvor

Ganz einfach, linke Bildungspolitik!

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die CDU mit Frau Eisenmann konnte als Juniorpartner den Karren weder aus dem Dreck ziehen, noch die von der SPD angestoßenen Reformen allumfänglich rückgängig machen. Dank Frau Eisenmann wurden die Realschulen immerhin wieder etwas gestärkt und meines Wissens nach mit mehr Lehrerstunden zur Förderung der Kinder ausgestattet.

Wäre es nach der SPD gegangen, gäbe es nur noch ein zweigliedriges Schulsystem mit Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. So können wir nur dankbar sein, dass es in der zweiten Legislaturperiode unter den Grünen nicht für eine Koalition mit der SPD gereicht hat.

Georg
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Veränderung ist aber im Bundesvergleich weniger relevant als die absoluten Zahlen.

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielleicht fahren die beiden Bundesländer andere Konzepte in Bezug auf die Gemeinschaftsschulen als das in BW der Fall ist. Konsequent finde ich das Vorgehen jedenfalls nicht, denn dann müssten auch Gymnasien abgeschafft werden. Bei einem zweigliedrigen Schulsystem hat man die Einteilung in Gymnasium vs. Resteschule und es besteht weniger Wahlfreiheit für Schüler und die Eltern.

Natürlich spart man mit einem zweigliedrigen Schulsystem wieder Gelder ein, aber das äußert so ja niemand.

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Quelle für die Studie gibt das Jahr 2013 an, also bevor die Schulexperimente in BW überhaupt richtig starteten. Ich könnte auch umgekehrt anführen, dass Bayern mit seinem dreigliedrigen Schulsystem nach wie vor und unverändert die vorderen Plätze in bundesweiten Vergleichen belegt, so wie BW vor den Umstrukturierungen auch. Es hätte also überhaupt keinen Grund gegeben, am baden-württembergischen System herumzudoktern. Man wollte alles besser machen, doch die Zahlen des Bildungsmonitors belegen ja, dass man überhaupt nichts verbessert hat.

Bla
9 Monate zuvor

Gibt eine aktuellere Hattie-Studie nach Corona.
Sind zumindest einige Punkte geändert.

AvL
9 Monate zuvor

Schauen sie sich lieber einmal an, mit welchen Leuten die Professorenstellen für Anfangspädagogik in Baden-Württemberg ab 2010 besetzt wurden, und auf wie viel praktische Berufserfahrung im direkten Unterricht diese Personen zurückblicken können und vor allem für welche Didaktik und welchen Methodenmix diese Personen stehen.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, die Hattie-Studie ist wirkungsmächtig, aber auch diese Ergebnisse können nicht sofort umgesetzt werden.
Leistungshomogene Gruppen entlasten die Lehrkräfte in der Planung und Umsetzung der Einheiten.

Ich bin stark FÜR Inklusion, aber ich glaube, dass System könnte bessere Gruppen bieten als altershomogene…

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, die Hattie-Studie ist umstritten, insbesondere was die Methodik der Studie und die aus der Datenlage getroffenen Ableitungen betrifft. Sei es die Aussage, dass die Klassengröße kaum Auswirkung auf den Lernerfolg hat oder die von der Redaktion getroffene Aussage, dass Leistungshomogenität irrelevant für das Leistungsniveau einer Klasse sei.. Die Praxis beweist täglich was anderes, insbesondere, da die Ausgangsbedingungen der für die Metastudie genutzten Studien bereits untereinander verschieden und dann noch mal verschieden zu denen in heutigen Schulen hier in Deutschland sind. Es macht halt einen Unterschied, ob Sie Leistungshomogenität in 15er Klassen oder in 30er Klassen betrachten (mit je einer Lehrkraft), und ob Sie (wenn wir es mal am IQ festmachen) eine Spreizung von 100 – 120 oder 80 – 120 in den Klassen haben.

Bla
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Lehrerbildung und Fachkompetenz stehen sogar noch weiter unten.
Spielt praktisch gar keine Rolle.
Schule auf für Alle!
[Die Hattie-Studie – vor allem die veraltete – muss man wirklich mit viel Vorsicht genießen meiner Meinung nach.]

Die Statistik stellt keine Zusammenhänge und gegenseitige Wirkungen untereinander dar, oder? Das ist ein Problem.
Dazu gibt es noch einige weitere Probleme in Bezug auf die Hattie-Studie … Verwendet eben auch jeder so, wie er es gerne hätte.

PaPo
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Bereits Kunczik & Zipfel (2004: 169 f.) resümierten zeitlos bzgl. Metaanalysen, „dass schlechte und methodisch problematische Studien in ihrer Aussagekraft nicht dadurch besser werden, dass man sie in eine Meta-Analyse einbezieht. […] Das Gesamtergebnis mag bestimmte Schlussfolgerungen über den Forschungsstand zum untersuchten Thema suggerieren, viele Artefakte bzw. unzutreffende Befunde addieren sich deshalb aber noch lange nicht zu einem zutreffenden Ergebnis.“ Metanalysen von Metaanalysen machen die Problematik nicht besser, im Gegenteil.

Eines der (vielen) Probleme der einschlägigen Studien von J. Hattie ist leider eine oftmals unkritisch-affirmative Inkorporation von Studien bzw. Metaanalysen in seine eigene Metaanalyse, ohne hier bei Ersteren analytisch zu würdigen, ob die entsprechenden Studien designtechnisch und mit Blick auf deren Ergebnisse die behaupteten Effekte überhaupt tatsächlich demonstrieren konnten und ohne bei Metaanalysen bspw. Differenzierungen in deren interne Studienauswahlen/-differenzierungen, z.B. nach methodisch-technisch unterschiedlichen Qualitätsstandards/-niveaus (so dass sich bspw. kulminierende Ergebnisse für best practices-Studien im Vergleich zu den kulminierten raw data-Ergebnisen o.ä. darstellen ließe) zu verlangen. Entsprechend findet sich diese Problematik auch in seiner eigenen Forschung, inkl. des Problems, Studien miteinander zu vergleichen, die von ihrer Ausrichtung und Methodik her nicht wirklich vergleichbar sind.

Entsprechend würde ich auch diese Ergebnisse hier nur unter Vorbehalt genießen wollen.

Ich habe nie verstanden, warum J. Hattie gerade bei deutschen Pädagogen und selbst in den erziehungswissenschaftlichen Seminaren (ob an der Uni m Lehramtsstudium oder den Studienseminaren im Referendariat) so populär ist… kann ich nur als dringendes Indiz werten, doch bitte (wie ich es seit Langem fordere) Methoden und Techniken empirischer (Sozial-)Forschung endlich i.S.e. Studium generale (für Akademiker) allgemeinverbindlich zu machen.

PaPo
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

EDIT:… und nicht zu vergessen, dass J. Hattie auch zu anderen Schulsystemen mit anderen sozio-politischen, -kulturellen und -ökonomischen Rahmenbedingungen forschte. Äpfel… und Birnen.

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn dem so ist, wie Hattie in seiner Studie dann quasi belegt, gab es nie einen Grund, Gemeinschaftsschulen einzuführen. Man hätte das dreigliedrige Schulsystem behalten können. Folglich haben diverse Parteien rein ideologisch gehandelt, als sie etablierte Schulstrukturen aufgebrochen haben.

PaPo
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Ein gegliedertes Schulsystem scheint soziale Ungleichheiten zu verstärken.“ Inwiefern? Wie können hier cum hoc, ergo propter hoc-, Henne-Ei-Probleme u.ä. ausgeschlossen werden?

PaPo
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und inwiefern ist das gegliederte Schulsystem diesbzgl. problematisch? Ungeachtet dessen, dass hierzulande quasi überall – mit einer Ausnahme – Kinder nicht nach Einkommen der Eltern, sondern primär nach Wunsch der Eltern einer weiterführenden Schulform zugewiesen werden, könnte man allenfalls argumentieren, dass Schullaufbahnerfolg und Einkommen der Eltern nätürlich insofern korrelieren können, wie ich es am Ihrerseits referierten Ort im ersten Kommentar (und dort insb. im zweiten Link) skizziert habe. Soziale Ungleichheit wird dementsprechend allenfalls derart perpetuiert, dass regelmäsig Kinder aus sozial schwachen Familien am Ende oftmals auch keine entsprechend höherwertigen Schulabschlüsse erarbeiten (die Gründe reichen, wie a.a.O. skizziert, vom sozio-kulturellen bis -ökonomischen Habitus und entsprechenden Möglichkeiten der Eltern – Zirkelthese der Sozialisation… in a nutshell). Aber das Problem ist doch auf einer Einheits- oder Gesamtschule (wenn man das Leistungsprinzip nicht erodieren lässt) das Gleiche.

Georg
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich kenne noch einen Faktor, von dem der Bildungserfolg und alles andere abhängen dürfte. Der ist aber so böse, dass er nicht erforscht werden darf.

Cuibono
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ist doch aber nur eine Korrelation und keine Kausalität.

Um diese belegen zu können, müsste untersucht werden, welche Unterschiede zwischen den Gruppen zu dem Ergebnis führt.

Nach meinen Beobachtungen ist der ausschlaggebende Faktor ein Erziehungsverhalten, das weder vernachlässigt noch übermäßig verwöhnt und zu sozialem Verhalten anhält plus stabile Herkunftsfamilie, also das, was Bordieu als soziales Kapital bezeichnet. Aber das sind nur meine langfristigen Beobachtungen, keine Studie.

AvL
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das gilt in gleicher Weise auch für andere Länder und Kulturen.

Mo3
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Abschlüsse aber quasi verschenkt werden und ein Abitur von der Gesamtschule in der Realität nicht unbedingt mit dem Abitur vom Gymnasium vergleichbar ist, kann nicht richtig sein.

PaPo
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Wir haben schon verstanden, warum Hattie so renommiert ist.“
Weil viele Menschen, auch Akademiker, Wissenschaft nicht verstehen?
Ihr Zitat ignoriert leider die meinerseits skizzierte Problematik:

Und wenn John Hattie das zehnfache an Metaanalysen gesammelt hätte: Zeitaufwand u./o. Komplexität einer Studie sind kein Synonym, kein Surrogat der methodisch-technischen Qualität der Metanalyse.
Metanalysen kompilieren erstmal lediglich Studien resp. Studienergebnisse.
Man kann also bspw. Unmengen an methodisch-technisch extrem defizitären Studien kompilieren, die allesamt behaupten, sie demonstrierten X, die dies aber de facto (infolge ihrer Defizite) nicht tun. Das ist es, was Kunzick & Zipfel (2004) meinen, wenn sie resümieren, „dass schlechte und methodisch problematische Studien in ihrer Aussagekraft nicht dadurch besser werden, dass man sie in eine Meta-Analyse einbezieht“ (S. 169 f.).

Zudem ist problematisch, dass wenn i.w.S. (lediglich) der Forschungsgegenstand der gemeinsame Nenner der kompilierten Einzelstudien ist, dies zum vermeintl. Vergleich des Unvergleichbaren führt, der Untersuchungsgegenstand resp. die Untersuchungsfrage in den Studien nämlich unvergleichbar ist, bspw. infolge unterschiedlicher Operationalisierungen aller möglichen unabhängigen und abhängigen Variablen, (der Kontrolle von) Drittvariablen u.ä. Unterschiede bei der Wahl u./o. Rekrutierung der Probanden/Samples, der Umstand, dass ein Gros einschlägiger Studien (immer noch) lediglich die Demonstration statistischer Signifikanz anstrebt, statt der Verwendung von Effektstärkemaßen, Metanalysen aber regelmäßig versuchen, diese Signifikanzwerte in Effektstärken umzurechnen (was ein gaaanz eigenes Problem darstellt) etc. addiert sich zu den Problemen der Einzelstudien und damit zu den Problemen von Metanalysen.
Metaanalysen differenzieren nämlich i.d.R. nicht (ich wiederhole) „z.B. nach methodisch-technisch unterschiedlichen Qualitätsstandards/-niveaus (so dass sich bspw. kulminierende Ergebnisse für best practices-Studien im Vergleich zu den kulminierten raw data-Ergebnisen o.ä. darstellen ließe)“, sondern kulminieren alle Studien zum Thema, derer sie gewahr werden.
Um zu John Hatties Ehrenrettung herbeizueilen müsste man also erstmal (a) kontrollieren, inwiefern die Metaanalysen, die er kompiliert hat, den skizzierten Problemen begegnen (d.h. entsprechende Kontrollen der Einzelstudien vornehmen) und (b) kontrollieren, wie er dies in seiner eigenen Metanaylse von Metananalysen bewerkstelligt. Und dann gilt es weitere endemische Probleme von Metanaylsen zu identifizieren und zu kontrollieren, inwiefern diese hier einschlägig sein könnten.

Das denke ich mir ja nicht aus, das sind seit Jahrzehnten wissenschaftstheoretisch bekannte und diskutierte Probleme, selbst in Bereichen, die z.B. mit erheblich unproblematischerer Variablenoperationalisierung zu tun hat (z.B. in der Medizin), als es hier, in diesem sozialwissenschaftlichen Bereich, der Fall ist: PubMed alleine ist voll von entsprechender Fachliteratur (hier willkürlich die ersten paar Treffer):

Etc.

Der Ihrerseits referierte Klaus Zierer nennt im gegenständlichen Dokument (ich habe es nur kursorisch gelesen) ja auch noch einige ‚Vorbehalte‘, die es zu beachten gilt.

Oder kurz:
Es geht um den Methodenteil in J. Hatties einschlägigen Metaanalysen.

Und für das Protokoll:
Klaus Zirerers Kernaussage stimme ich ja zu: „Strukturen alleine bewirken wenig!“ – jedenfalls nicht im Einzelnen. Es wäre auch ohne empirischen Beleg ziemlich abwegig zu glauben, dass einzelne Variablen von anderen Variablen isoliert sind und ebenso isoliert Wirkungen zeitigen oder nicht.
Das ist ja auch eines der Probleme der Metaanalyse, dass z.B. der multivariate Zuschnitt, dass Moderatorvariablen irgendwie komplett auf der Strecke bleiben, also bspw. inwiefern „Leistungshomogene Klassenbildung“ wirklich einen kleinen Effekt von r=.12 (entspricht – simpel formuliert – ca. 1,4 % der aufgeklärten Varianz, macht also – simpler formuliert – ca. 1,4 % des Lernerfolgs aus) haben soll oder ob die ‚Lernwirksamkeit‘ einer „[l]eistungshomogene[n] Klassenbildung“ durch andere Variablen mglw. inhibiert werden, mithin Variablen, die systematisch in den (wir nehmen der Einfachheit haklber einmal an: methodisch-technisch profunden; bzgl. der Kritik s.o.) Einzelstudien präsent gewesen sein konnten. Und das Ergebnis ist, dass die Behauptung, dass „[l]eistungshomogene Klassenbildung“ praktisch keine Rolle für den ‚Lernerfolg‘ oder gar die „Unterrichtsqualität“ per se spielen soll, sich nicht mit John Hattie begründen lässt.

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich wiederhole mich gern (s.o.): die Hattie-Studie ist aufgrund ihrer Methodik und der Ableitung der Aussagen durchaus umstritten. Mein Lieblingsbeispiel dazu ist das Ranking der Klassengröße, die laut Hattie einen nahezu vernachlässigbaren Einfluss auf den Lernerfolg hat.
Sieht man sich die Studien an, die Hattie zum Item „Zusammenhänge Klassenstärke – Lernerfolg“ betrachtet hat, findet man beispielsweise unter „kleine Klassengröße“ Klassenstärken von 15 SuS, und die damit verglichenen „großen“ Klassen haben 20 SuS. In dem Spektrum 15-20 SuS stimme ich Hattie durchaus zu, da ich bis zu 20 einigermaßen leistungshomogene SuS ziemlich gleichverteilt im Blick behalten kann.
Die Realität an deutschen Schulen sind jedoch zunehmend Klassenstärken jenseits der 30, begründet mit der Hattiestudie, nach der die Klassengröße keinen wesentlichen Einfluss auf den Lernerfolg hat.

Egon
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn das so ist wie Sie sagen, dann setzt aber auch die GEW in krasser Weise auf „das falsche Pferd“, denn die macht sich doch stark für die 6-jährige Grundschule und das längere gemeinsame Lernen. Da wundere ich mich, dass die GEW hier so breiten Raum für Selbstdarstellung erhält, ohne von der Redaktion mal auf genau diesen Punkt angesprochen und „festgenagelt“ zu werden. Und wer spricht im Zusammenhang mit dem dreigliedrigen Schulsystems gerne von der „Standesschule des 19. Jahrhunderts“ ?

Fragezeichen
9 Monate zuvor

Genau, das begann schon viel früher, ich weiß nur nicht mehr wann, als die jahrzehntelange „CDU-Herrschaft“ in BaWü endete. Also eben doch linke Bildungspolitik. Man vergleiche einfach mit Bayern!

Rainer Zufall
9 Monate zuvor
Antwortet  Fragezeichen

Haben da während Corona nicht diverse Querdenker*innen Todesdrohungen an Söder geschickt?
Ich teile deren Ansichten nicht, aber in BW gründeten sie einfach eine Partei.. 😛

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

Welchen „Dreck“ meinen Sie konkret?

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Mit „Karren aus dem Dreck ziehen“ meinte ich: Hauptschulen/Werkrealschulen wieder öffnen (viele wurden in Gemeinschaftsschulen umgemünzt bzw. waren bereits im Prozess der Umwandlung), Wiedereinführung der verbindlichen Grundschulempfehlung, homogene Klassen in der jeweiligen Schulart (Realschulen nur für Realschüler).

Antonia
9 Monate zuvor

In NRW gibt es die Realschulen fast gar nicht mehr, wenn dann meist kirchlich. Und man sieht ja, wo NRW damit steht…

Georg
9 Monate zuvor
Antwortet  Antonia

Das liegt aber an der Überflutung der Gymnasien und der infolgedessen ausgetrockneten Hauptschulen, die geschlossen und die Realschulen in Sekundarschulen umgewandelt wurden.

Mamahoch3
9 Monate zuvor
Antwortet  Antonia

Also, wir wohnen in NRW und in unserer Stadt gibt es 5 Gymnasien, 3 Gesamtschulen, 3 Realschulen und 1 Hauptschule und die Realschulen sind z.Z. So beliebt, dass sie ausgebaut werden

Joachim Fischer
9 Monate zuvor

Frau Eisenmann war vorher Schulbürgermeisterin in Stuttgart. Dort hat sie aus ideologischen (CDU-) Gründen ein Chaos bei der Schulplanung angerichtet, bei der jeder Praktiker die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. So wurde die Landesberufsschule für Gartenbau und Landschaftspflege wegverlegt vom Landesarboretum in Hohenheim, nur um den Grünen bildungspolitisch eins auszuwischen. Als Kultusministerin hat sie diesen ideologischen Kurs fortgesetzt.

AvL
9 Monate zuvor

Richten Sie ihr Augenmerk bitte mehr auf die Methoden, mit denen die Schüler unterrichtet werden.
Das betrifft insbesondere das selbstorganisierte Lernen der Kinder bereits ab der ersten Klassenstufe im Anfangsunterricht mit dem oben von mir beschriebenen Methodenmix.
Inzwischen werden auch schon Ideen beschrieben, die darauf abzielen, dass die Kinder die Lernzeiten, die Lernnhalte und den Lehrplan (Curriculum) selbst bestimmen sollen,siehe das von sogenannten „Experten“ medial geförderte und als erfolgversprechend beschriebene Projekt an der Universität Dresden.
Da werden noch Sponsoren gesucht, die mit ihren finanziellen Zuwendungen, den gewünschten deutlich höheren Personalaufwandt mit finanzieren sollen.

Fragezeichen
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Was ist ein/e Fun-Fact?

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Information zum Schmunzeln…

Cami
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das hätte jetzt keiner vermutet. Aber meist haben solche Wörter noch eine über das Wörtliche hinausgehende Bedeutung?

Lehrerin
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber unter grüner Vorherrschaft, leider…

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

Tja, wer hätte je ahnen können, dass das Unionsgesetz die Erfolge einer Kita-Pflicht untergraben würde…

Aber ich bin so gespannt darauf, welche neuartigen Lektionen wir aus den Ergebnissen ziehen werden! Die Phantasie kann durchdrehen und völlig neue Wege erschließen:
Kindergartenpflicht? Mehr Personal? Diagnose und Förderung von Härtefällen? Ganztagsbetreuung?

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor

Ich sag es noch einmal: Die grün-roten Schulexperimente mit Gemeinschaftsschulen und Co. seit Regierungsübernahme im Jahr 2011 waren offensichtlich nicht förderlich. Doch statt gemachte Fehler zuzugeben, wird als weiter am Schulsystem rumgedoktert und kränker gemacht.

Und lassen Sie mich raten: Mehr Fortbildungen für Lehrkräfte sollen den Karren jetzt aus dem Dreck ziehen. Oder Yogakurse. Das scheinen die allumfänglichen Antworten für alle Bildungsprobleme seitens der Politik zu sein. Das fällt selbst uns Eltern inzwischen auf.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

Es muss einen Grund geben. Hier ist einer – folglich ist es DER Grund..

Haben Sie etwas, das Ihre These stützt?
Sonst postuliere ich, Ursache sein das Unvermögen Süddeutschlands, auf Menschenin prekären Lebensverhältnissen einzugehen.
Die Bayern werden dem noch folgen 😉

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Es tut mir leid, aber ich werde nicht ganz schlau aus Ihrem Kommentar. Sie meinen Gemeinschaftsschulen tragen dazu bei, auf Menschen in prekären Lebensverhältnissen einzugehen? Das sehe ich anders, denn mit den offenen Lernformen an dieser Schulart sind die meisten Schüler nicht nur überfordert, es fehlt auch an der intrinsichen Motivation, die dort gestellten Aufgaben anzugehen. Als jemand, der viel mit sozial schwachen Familien und Jugendlichen arbeitet, habe ich die Erfahrung gemacht, dass konsequente Anleitung und Regeln hilfreicher sind.

Jette
9 Monate zuvor

„Der diesjährige Bildungsmonitor bestärkt uns in unserem eingeschlagenen Weg“, so der Kommentar von Frau Schopper.
Wie kann eine Kultusministerin diesen Satz sagen, nachdem die Schulqualität in den letzten 10 Jahren um satte 41,3 Punkte gesunken ist?
Baden-Württemberg habe aber in allen untersuchten Punkten «seine Hausaufgaben» gemacht. Mag sein, aber auch miserabel gemachte Hausaufgaben sind „gemachte Hausaufgaben“. Und wenn BW sich im Ländervergleich mit Abstand am stärksten nach unten bewegt, kann man das nicht einfach ignorieren.
Und bitte, liebe Frau Schopper, keineswegs Spur halten,- diese Spur, die Sie halten möchten, führt geradewegs in einen Bildungskollaps!
Die Bildungsmisere, in der wir uns momentan befinden, ist sicher nicht einer einzigen Partei anzulasten, weder den Grünen, noch der CDU oder der SPD. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen.
Was aber Frau Schopper in hohem Maße auszeichnet, ist das völlige Verkennen der momentanen Situation und das Schönreden einer katastrophalen Situation. Ob das Unwissen oder Strategie ist, vermag ich nicht zu beurteilen,- in beiden Fällen ist sie jedoch für den Job in der momentanen Lage völlig ungeeignet. Wir (Eltern, Schüler, Lehrer) brauchen jemanden, der die Karre aus dem Dreck zieht und nicht jemanden, der sagt, ist doch klasse, wie wohl sich die Karre im Dreck fühlt!

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Jette

Ehrlicherweise gabs die massiven Eingriffe in das Schulsystem in BW erst mit grün-rot in der Regierung ab 2011. Die CDU musste in der zweiten Legislaturperiode mit dem zurechtkommen, was die SPD im Bereich Bildung hinterlassen hat. Ein Eingeständnis von Frau Schopper hieße, dass es die Regierung vor Beteiligung der Grünen in Sachen Bildung besser hinbekommen hat.

Jette
9 Monate zuvor

Es ist müßig darüber zu diskutieren, welche Partei es mehr verbockt hat. Fest steht doch, dass sowohl CDU als auch SPD als auch die Grünen beteiligt waren.

Wir brauchen einen kompletten Reset und jemanden an der Spitze, der kompetent und außerhalb von parteipolitischen Interessen durchgreifende Änderungen durchführt!
Lasst uns eine zukunftsweisende und keine rückwärtsgewandte Diskussion führen!

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Jette

„Never change a running system“

Im Bildungsmonitor bekommen Sie doch abgebildet, was bisherige Reformen bewirkt haben. Und manchmal schadet es auch nicht, sich auf Vergangenes zurückzubesinnen.

Ein Beispiel:
Wie ich einigen Kommentaren entnehmen konnte, wird in der Lehrerausbildung der Frontalunterricht verteufelt. Offenbar führte aber genau der zu mehr Erfolg bei den Schülern. Also warum nicht wieder vermehrt einsetzen, selbst wenn dieser eine „alte Methode“ sein sollte?

Wie stellen Sie sich einen Reset denn vor? Wie soll die Schule von morgen denn aussehen? Noch mehr Digitalisierung? Schule nur noch ein Ort, wo man angepasste Arbeitsblätter ausfüllt? Wo alle kuscheln und sich liebhaben? Wo Noten und Leistungsüberprüfungen abgeschafft wurden und jedes Kind lernt, wie es selbst möchte? Ich weiß nicht, wie das auf das spätere Leben vorbereiten soll. Ein realistisches Abbild auf die Welt „da draußen“ ist es jedenfalls nicht.

Sven A.
9 Monate zuvor
Antwortet  Jette

Sehe ich anders. Es ist gerade nicht müßig darüber zu reden, denn 1. sollen die Verursacher benannt werden und es ihnen immer wieder unter die Nase gerieben werde und 2. würde alles andere nur zu einem „Immer-weiter-so“ führen.

Und da die CDU wahlweise mit SPD und Grünen gemeinsame Sache macht, ist es klar, dass gerade diese Partei keine Alternative zu den Genannten ist und zu keiner Verbesserung beitragen wird.

Otterle
9 Monate zuvor

Unsinn, schon unter Schavan und Teufel war das Bildungssystem in BaWÜ am Arsch!!!!

Jeder der damals in der Schule war, als Schüler, Lehrer oder Elternteil von Schulkindern weiß das!
Die Grünen haben nix verbessert und manches verschlimmert!

Aber so zu tun, als ob unter der CDU alles super gewesen wäre und „nur die Grünen alleine sind Schuld“, ist mal völlig daneben!

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Otterle

„ Die Grünen haben nix verbessert und manches verschlimmert!“

„ Aber so zu tun, als ob unter der CDU alles super gewesen wäre und „nur die Grünen alleine sind Schuld“, ist mal völlig daneben!“

Sie widersprechen sich hier doch selbst. Ich sagte außerdem nie, dass unter der CDU alles super gewesen sei. Nur nachdem die grün-rote Regierung ans Ruder kam, wurden ideologische Reformen durchgesetzt, die zu den Ergebnissen geführt haben, die wir heute haben und die sind immer schlechter geworden.

Pälzer
9 Monate zuvor
Antwortet  Otterle

In bundesweiten Leistungsvergleichen um 2000 rum waren Bayern, BW und Sachsen die besten, jeweils wechselnd .

Konfutse
9 Monate zuvor
Antwortet  Jette

Meine Schwester hat Frau Schopper in einer Veranstaltung für Gymnasialschulleiter kennenlernen dürfen. Meine Schwester meinte, Frau Schopper sei „nett“. Das sei aber auch alles, was diese Dame für dieses Amt qualifiziere.

Ragnar Danneskjoeld
9 Monate zuvor

Ein weiterer Grund für den Abstieg: der Wegfall der verbindlichen GS-Empfehlung. In jeder Unterstufenklasse tummeln sich eine Handvoll Schüler, die am intellektuellen Existenzminimum vegetieren und den Unterricht kontinuierlich aufhalten und gleichzeitig die starken Schüler ausbremsen.

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor

Das ist politisch doch genau so gewollt. Und selbst Kinder mit Hauptschulempfehlung werden von einigen Eltern erst einmal auf dem Gymnasium angemeldet, denn „man kann es ja mal versuchen.“ Zudem hat man bildungspolitisch der Realschule ihren Wert genommen, da sie insgeheim die neue Hauptschule darstellt, schließlich sollen ja beide Niveaus ab Klasse 5 dort bedient werden.

Wir haben uns bei unseren Kinder dennoch an die Empfehlung der Grundschule (beide hatten eine Realschulempfehlung) gehalten, uns war aber damals noch nicht so ganz klar, was es mit dem „G-Niveau“ und dem „M-Niveau“ auf sich hat. Jedenfalls werden meine Tochter und mein Sohn nun in M-Niveau-Klassen unterrichtet, das G-Niveau bildet eigene Klassen nach der Unterstufe an der Schule meiner Kinder. Wie mir meine Kinder berichten, sind dort äußert auffällige und lernunwillige Schüler und in ihren Klassen wurde die Arbeitsatmosphäre wesentlich angenehmer. Das zeigt nur auch wieder: Nicht die Starken ziehen die Schwachen mit, die Schwachen ziehen die Starken runter.

DerDip
9 Monate zuvor

Ihr letzter Satz bringt es auf den Punkt. Die politisch gewollte Gleichmacherei (alle sollen ein Gleiches Level erreichen) führt – eigentlich ganz logisch – zu einem einpendeln auf niedrigsten Niveau.

Bei der aktuellen Entwicklung im Fach Sport (kein bzw. weniger Wettbewerb, usw…), werden die Konsequenzen in einigen Jahren ebenfalls sichtbar werden.

Lehrerin
9 Monate zuvor

Genau so ist es, die Schwachen ziehen die Starken herunter – und wenn die Lehrerverbände diese authentische, in der Praxis tausendfach gemachte Erkenntnis gegenüber den (grünen) Verantwortungsträgern äußern, dann werden sie als reaktionäre Kräfte betitelt, die einfach nicht kapieren wollen, wie supertoll die neuen Prinzipien und Ideen (maximale Heterogenität, alle lernen „gemeinsam mit- und voneinander“, Noten sind veraltet, Leistung anerkennen ist selektiv und daher zu vermeiden und verachten) sind – alles angeblich modernste Pädagogik…
Aber diese „Experten“ sind nicht in den Schulen, die denken, sie wären die Schlauesten, und die an der Basis hätten keine wissenschaftliche Kompetenz. Es ist zum K….!
Und weiter geht’s, mehr vom Falschen, wir werden die Folgen bitter zu spüren bekommen. Arme Kinder!

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Die Schwachen ziehen die Starken runter!“ ist – egal wie man es nennt – die Tatsache, die der vielstimmig propagierten ideologischen Parole „Die Starken ziehen die Schwachen mit!“ leider den Boden unter den tönernen Füßen wegzieht. Das eine ist viel beobachteter Fakt von real Lehrenden (dem man natürlich versucht gegenzusteuern) und das Andere ist Wunschdenken – mit wenigen Ausnahmen.
Auf Wunschdenken kann man leider nicht aufbauen. Genau das wird aber versucht. Das Ergebnis sieht man. Leidtragende: wieder mal die Kinder.

Nachdenker
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es ist ja immer leichter, nicht verstehen zu wollen, als im Dialog um die Wahrheit zu ringen. Es geht hier nicht um Sozialdarwinismus, sondern um die Auswirkung stark leistungsheterogener Lerngruppen. Welche Möglichkeiten haben Lehrende in solchen Gruppen?

  1. Mit Hilfe der vielgelobten Binnendifferenzierung und eines Material-Tsunamis die leistungshomogenen Gruppen in einem Klassenraum wiederherzustellen.
  2. Ein Programmzu fahren, das die Intelligenten, Neugierigen, Konzentrationsfähigen, intellektuell Ausdauernden… nicht langweilt und so dieanderen abzuhängen, die dann anfangen zu stören.
  3. Das Gegenprogramm zu fahren, das die Leistungsfähigen, die man zum Trost zu Hilfslehrenden erklärt, langweilt und intellektuell verhungern lässt.

Wem die Quadratur des Kreises gelungen ist, der melde sich. Vielleicht lässt sich die Lösung auch auf den Leistungssport übertragen, dann bleiben die deutschen Leichtathleten in internationalen Wettbewerben nicht länger medaillenfrei…

Mika
9 Monate zuvor
Antwortet  Nachdenker

Es ist eh maximal diskriminierend, dass in den deutschen Olympiakader (egal welcher Olympia) nur die in ihrem Bereich leistungsstärksten Personen aufgenommen werden. Nur weil ich die 100m in deutlich mehr als 15s absolviere, darf ich da nicht mitmachen?! Totale Leistungsprinzip- und Altersdiskriminierung!

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf, gelle? 😀

Schlagseite der Redaktion ist mittlerweile sowas von eindeutig…

Anregung zum Nachdenken:
Vielleicht sollten GERADE Lehrkräfte oder allgemein pädagogisch tätige Menschen mal den Gedankensprung wagen: „Schwach“ aus offizieller Lehrer-/Schulsicht heisst noch lange nicht, dass diese Personen wirklich „schwach“ sind.
Genau da liegt ja das Problem: In dem Moment wo die Lehrkraft sich umdreht, drehen sich auch die sozialen Machtverhältnisse der Jugendlichen um.

Dazu müsste man natürlich aus seiner durch ideologische Sichtweise bedingten Haltung raus, dass destruktive Schüler mit schwachen Leistungsprofilen ach so arme, arme Opfer sind…statt ganz normale Menschen, die konkret nachvollziehbare und rational erklärbare Entscheidungen treffen.

Hr. Flick
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Aus dem Kontext der Kommentare ergibt sich: schwach im Sinne von „..auffällige und lernunwillige Schüler.. “ ist gemeint.

Politisch korrekte Wordings werden am Zustand nichts ändern.

Besorgter Bürger
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Seit vielen Jahren verfolge ich nun schon die Berichterstattung von n4t.

Insbesondere während der Corona-Zeit. Das war wirklich gut und wichtig.

Mittlerweile stört mich aber, dass die Redaktion – vor allem im Forum – zunehmend eine eigene politische Linie verfolgt. Warum kann der entsprechende Mitarbeiter nicht als Privatperson schreiben? Und Redaktionsbeiträge dann bitte politisch neutraler?

Black_Lotus
9 Monate zuvor

Dem kann ich nur zustimmen. Schon in anderen Beiträgen kritisierte ich den politischen Eifer der Redaktion. Das ist höchst unprofessionell. Komisch nur, dass diese Kommentare nie von der Redaktion freigegeben worden sind!

Lehrerin
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ein ganz übler Satz: Wenn man die Tatsachen in der Schule nicht kennt (kennen kann?), die Argumente gegenüber den täglichen Praxiserfahrungen von Lehrkräften ausgehen und gar nicht sein kann, was politisch-ideologisch nicht sein darf: Dann wird der Schreiber gleich mal in die rechte Ecke gestellt…
Gemeint war, siehe zusammen mit dem Beitrag von Vehrenkamp: Lernschwache Schüler beeinflussen das Niveau in einer Klasse so, dass die Lernstarken nicht mehr zu ihrem Recht kommen, weil Lehrkräfte sich nicht aufteilen können. Und bevor jetzt wieder jemand auf die Unfähigkeit schimpft: Die allermeisten Lehrer geben alles, um die Bedürfnisse und Rechte aller zu bedienen, aber bei großer Heterogenität ist das sehr oft schlicht unmöglich. Woher kommt die hohe Burnout-Rate? Weil viele daran verzweifeln, dass sie diesen hohen Ansprüchen nicht gerecht werden können. Das ist die Realität! Und wer meint, er wüsste und könnte es besser: Das KM in BW sucht ja händeringend Lehrkräfte von außen, auch ohne passende Ausbildung: Auf geht’s!!! Mach, was dir Spaß macht, werde Lehrer/in! (Zitat aus dem Werbeplakat des KM am Stuttgarter Flughafen, aber mit korrigierter Interpunktion!! Nicht einmal zu korrekter Schreibung fähig, unser KM.)

A.J. Wiedenhammer
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Die Schwachen ziehen die Starken herunter“ – ganz übler Satz“

So, so.
Wissen Sie eigentlich, wie oft ich dagegen den Satz „Die starken Schüler ziehen die schwachen mit“ allein im Laufe der vier Grundschuljahre meines Kindes gehört habe? (Wird deshalb nicht wahrer.) Diesen Satz würden Sie natürlich nicht als „übel“ bezeichnen, wohlmöglich gar mit leuchtenden Augen unterschreiben.

Beides kann, mal mehr, mal weniger.

Rundherum einfach zu behaupten, dass etwas nicht existiere und es dazu noch als assoziale Haltung zu diffamieren, offenbart einen bedauerlicher Mangel an sachlicher Differenzierungsfahigkeit.
Welch‘ Schlagseite!
Ich schließe mich ausdrücklich der Meinung meiner Vorredner an, dass ich solche Kommentare von redaktioneller Seite als höchst unprofessionell ansehe. Auch ich habe schon mehrfach hier angeregt, dass solch‘ schlagseitigen Kommentare von Redaktionsmitgliedern doch besser unter einen speziellen Nicknamen als persönlicher Beitrag erscheinen sollten.

mama51
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Liebe Redaktion,

„Die Schwachen ziehen die Starken herunter“ – ganz übler Satz,…

DAS mag ja sein und man kann das so sehen … Die politische Einordnung ist mir dabei jedenfalls völlig egal, denn:

Es ändert nichts daran, dass es so ist wie es ist! Leider 🙁

Oder wie Freiya an anderer Stelle schreibt:

„Auf Wunschdenken kann man leider nicht aufbauen. Genau das wird aber versucht. Das Ergebnis sieht man. Leidtragende: wieder mal die Kinder.“

Pälzer
9 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Im Sozialdarwinismus lässt man die Schwachen einfach untergehen.
Im gegliederten Schulwesen gibt man ihnen eigene Lehrpläne angepasst an das, was sie schaffen können, um trotzdem erfolgreich einen Beruf auszuüben und für sich selber zu sorgen.
Beschreibe den Unterschied!

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Pälzer

„Sozialdarwinismus“ ist in blanker Reinkultur reichlich vorhanden, wenn man aus ideologischer Verblendung dabei zuschaut, wie Chaos-Carsten oder Vodka-Victor Mathe-Malte oder Deutsch-Darina ….

1. über den Schulhof schupsen
2. fertig machen
3. als „Streber“ beschimpfen
4. digital mobben

… weil man so ideologisch co-abhängig davon ist, agressive/sexistische/sozial zerstörerische SuS zu hofieren statt diese zu sanktionieren und/oder dorthin zu verweisen, wo aus ihnen noch wenigstens halbwegs zivilisierte Menschen mit irgendeiner Perspektive gemacht werden könnte.

Die wirkliche Spitzenironie dabei ist noch, dann dabei ernstlich von „Sozialdarwinismus“ zu reden…das ist schon doppelte Ironie, Meisterklasse geradezu.

447
9 Monate zuvor
Antwortet  Lehrerin

Genau darum bezieht man offiziell keine Stellung und sagt einfach „Ja“, lässt den Verfall laufen.
Selber gegenkompensieren ist kaum möglich, bringt nur Ärger ein und stabilisiert ein versagensgefährdetes System auf Kosten unserer Gesundheit.
„Was falle, das stosse noch.“

Mariechen
9 Monate zuvor

Ne, danke! Ich will keine verbindliche Empfehlung geben müssen. Der Druck der Empfehlungsgespräche ist ohnehin groß genug. Wie hat meine SL gesagt: „Alles durchwinken. Die Eltern gehen nach oben und du kriegst eine auf den Deckel.“
Verbindliche Empfehlungen machen die Sache nicht besser. Das Niveau kriegt man einfach nicht mehr nach oben, da die Kinder schon mit so wenig in die 1.Klasse kommen. Da ist leider der Zug oft schon abgefahren.

Rüdiger Vehrenkamp
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Die Schule braucht einfach mehr Befugnisse, dann würde sie sicherlich auch von den Eltern wieder ernster genommen. Und nicht immer ist der Elternwille zum Wohle des Kindes. In der sozialen Arbeit erlebe ich das täglich.

Und es erschüttert mich zu lesen, dass selbst bei Sechsjährigen, wenn sie eingeschult werden, nichts mehr zu holen ist. Wobei ich nicht glauben mag, dass es gar keine leistungsbereiten Kinder mehr gibt. Wobei sich solche, zugegebenermaßen, auch bei uns eher selten vorstellen.

AvL
9 Monate zuvor

Es sind die unangemessen Methoden, auf die sich eben nicht jedes Kind einlassen kann oder bereit ist sich darauf einzulassen.
Man macht es sich viel zu einfach damit, die Schuld bei den Kindern zu suchen. Die sind so wie sie sind, und mit selbst organisierten Lernen ab der ersten Klasse kommen eben sehr viele Kinder nicht zurecht.
Und wenn dann in der dritten Klasse klar wird, dass diese immer noch lautorientiert schreiben, ein automatisiertes Lesen nicht vorhanden ist sowie der Zahlenraum bis 100 noch nicht sicher beherrscht wird, da zu wenig anleitende Unterstützung erfolgte, dann sind diese noch frustrierter.

Pälzer
9 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Oah. Sechsjährige schon als hoffnungslos abzuschreiben, ist mir zu heftig.

Dil Uhlenspiegel
9 Monate zuvor

So richtig schlecht ist aber auch für was gut.

Rainer Zufall
9 Monate zuvor

Moment, Neue Soziale Marktwirtschaft?
Diese seriöse Truppe, die Frau Baerbock als Moses schmähte?
Ich hege die Sorge, die aufgetragende Studie mag technisch sauber sein, aber kritische Felder politischer Bildung, Nachhaltigkeit oder bürgerlicher (Herzens-)Bildung nicht zu beachten…

Anonymous
9 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich kann sie beruhigen, Ihre Sorge ist unbegründet: Der Bildungsmonitor ist technisch nicht sauber. Ein Blick in der verwendete Indikatorik ist diesbezüglich sehr aufschlussreich.
Für mich ist daher immer wieder verblüffend, dass die Medien die Ergebnisse des Bildungsmonitors unreflektiert aufgreifen und wiedergeben.

Hr. Flick
9 Monate zuvor

Um eine Fremdsprache gut und effizient lernen zu können, benötigt man C2 / Muttersprachler, oder? Die sind für die vielen Kinder mit Migrationshintergrund nicht vorhanden.

Ich vermisse die Bereitschaft, sich an dieser Stelle ehrlich zu machen.

Dagmar Schäfer
9 Monate zuvor

Dazu gibt es einen Volksantrag in BW – GUTE Schule JETZT- der ein Lösungskonzept bietet, das direkt und bei jedem Kind ankommend, die Attraktivität des Berufs steigern wird.
Das ist die Doppelbesetzung aller Grundschulklassen mit Lehrkräften.

Dann erst und nur so, können die notwendige pädagogische Flexibilität, kindgerechte Stundenpläne, zeitgemäßer guter Unterricht (z.B. Deeper learning, CoKonstruktion), Persönlichkeitsbildung und viele andere Aufgaben umgesetzt und geleistet werden.

Wenn die Verantwortlichen einen sofortigen Personalplan für einen Zeitrahmen von 10 Jahren aufstellen, ist das durchaus schaffbar. Der Grundschulberuf muss endlich durch zielführende Rahmenbedingungen professionalisiert werden. Wenn nicht, erleben wir weitere soziale Spaltung und Demokratieverlust. Auf den Anfang kommt es an!

Darum: Mitmachen beim Volksantrag GUTE Schule JETZT BW!
Einfach FORMBLATT AUSDRUCKEN unter http://www.laestigbleiben.de und unbeglaubigt per Brief an uns senden.

Danke an alle weiteren UnterstützerInnen Land auf und Land ab.

Egon
9 Monate zuvor
Antwortet  Dagmar Schäfer

Unabhängig davon: Warum ging es vor 3 – 4 Jahrzehnten eigentlich auch in Grundschulen ohne diese Doppelbesetzung? War damals der Lehrerberuf nicht professionalisiert, haben also nur Amateure so schlecht und recht unterrichtet? Und warum führte das damals nicht zu einer sozialen Spaltung und Demokratieverlust?

Cuibono
9 Monate zuvor
Antwortet  Egon

Und warum waren die Ergebnisse so viel besser?

Pälzer
9 Monate zuvor
Antwortet  Dagmar Schäfer

wo kriegen wir die doppelt so vielen Lehrer her?

Ureinwohner Nordost
9 Monate zuvor

Der Boss,
noch Fragen?

Annika
9 Monate zuvor

Als ob in BaWü nur 24,1 Prozent der Kinder zwischen drei uns sechs Jahren eine KiTa besuchen würden. Diese Quote trifft wohl eher auf die Kinder unter drei Jahren zu. Bei Ü3 sind es ca. 93 Prozent aller Kinder. Ebenso wenig kann ein Erzieherinnen-Kind Verhältnis von 1: 4,6 stimmen. Auch dieses bezieht sich anscheinend auf U3 (und wäre damit noch immer deutlich Höher als von Experten empfohlen).

Ganz abgesehen davon ist Papier bekanntlich geduldig und ebenso ist es der offizielle Personalschlüssel. Ich habe lange Jahre in BaWü in der Kita gearbeitet und ab und zu die dortige Fachkraft-Kind-Relation berechnet. Und das war noch bevor die tolle neue Regelung in Kraft getreten ist, wonach bis zu zwei Kinder mehr in einer Gruppe betreut werden „dürfen“. Nach Abzug von Urlaubs- und Fortbildungstagen sowie der Vor-und Nachbereitungszeit, welche nicht mit den Kindern verbracht wurde, gab es in unserer Einrichtung einen Personalschlüssel von 1:16. Und darin waren noch keine Krankheitsausfälle enthalten.

Ich sehe nicht, wo die Regierung da ihre Hausaufgaben gemacht haben möchte und empfinde die derzeitige Hinrichtung der Kindertagesbetreuung als ein Verbrechen! Diese Unmenschlichkeit kann und werde ich Frau Schopper und ihren Handlangern nicht verzeihen.

Jochen Bauer
4 Monate zuvor

GRÜNE Bildungspolitik unter dem ehemaligen KBWler Kretschmann macht es möglich.