Studie: Wie stark Teenager leiden, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen

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BOCA RATON. Die Gesellschaft wird grundsätzlich toleranter, aber kommen Botschaften von Körperakzeptanz und Toleranz bei Jugendlichen an? Was viele ahnen, bestätigt jetzt eine Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Florida Atlantic University. Überraschend: Die Mechanismen gelten für Jungen und Mädchen gleichermaßen.

Models setzen die Standards – auch für Jungen (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Schülerinnen und Schüler, die nicht attraktiv sind, ebenso wie unsportliche Jugendliche, werden im Laufe des Schuljahres immer unbeliebter. Die zunehmende Marginalisierung wiederum führt zu mehr Einsamkeit und Alkoholmissbrauch. So lautet das Kernergebnis einer aktuellen Studie der Florida Atlantic University, an der 580 Mittelschüler im Alter zwischen 10 und 13 Jahren teilgenommen hatten. Vereinfacht gesagt, so die Autorinnen und Autoren, bestrafe die Peergruppe diejenigen, die keine angesehenen Eigenschaften wie gutes Aussehen oder Sportlichkeit aufweisen.

„Kinder, denen es an den von Gleichaltrigen geschätzten Eigenschaften mangelt, leiden unter einer Vielzahl von Anpassungsschwierigkeiten, von denen viele auf ihre sich verschlechternde Stellung in der Gruppe zurückzuführen sind“, so Psychologieprofessor Brett Laursen, leitender Autor der Untersuchung. Wachsende Unbeliebtheit sei der Schlüssel zum Verständnis, warum unattraktive und unsportliche Jugendliche Verhaltensprobleme entwickelten. „Von denjenigen, die im Laufe des Schuljahres begannen, sich zu berauschen, waren fast zwei Drittel überdurchschnittlich unbeliebt“, stellt Laursen fest.

Die Gefahren, die mit stigmatisierten Eigenschaften verbunden sind, waren für Jungen und Mädchen vergleichbar

Nicht bestätigen konnte die Studie Stereotype über geschlechtsspezifische Unterschiede bei Merkmalen, die für den Erfolg bei Gleichaltrigen wichtig sind. Jahrzehntelang seien Expertinnen und Experten davon ausgegangen, dass es für Jungen besonders problematisch sei, nicht sportlich zu sein, und dass für Mädchen besonders geringe Attraktivität problematisch sei.

Die Befragungsergebnisse zeigten aber, dass sich die soziale Kultur unter den Jugendlichen dahingehend gewandelt habe, dass die sozialen Sanktionen, die mit geringer Attraktivität oder geringer Sportlichkeit verbunden sind, nicht mehr geschlechtsspezifisch sind. Jungen und Mädchen unterschieden sich auch nicht in dem Ausmaß, in dem Unbeliebtheit und Anpassungsprobleme aus geringer Attraktivität und Unsportlichkeit resultierten. Mit zunehmender Unbeliebtheit nehmen auch die Probleme zu.

„Kinder, die nicht attraktiv sind, und Kinder, die nicht sportlich sind, werden mit der Zeit immer unbeliebter, was darauf hindeutet, dass sie die ‚Demütigungen der Machtlosigkeit‘ ertragen müssen, um in der Gruppe der Gleichaltrigen zu bleiben, eine Position, die sich schließlich auf das individuelle Wohlbefinden auswirkt“, formuliert Studienerstautorin Mary Page James. Unattraktiv zu sein, schade der Beliebtheit von Jungen ebenso wie der von Mädchen und unsportlich zu sein, trage bei Mädchen ebenso wie bei Jungen wesentlich zur geringen Beliebtheit bei. „Trotz der weitverbreiteten öffentlichen Botschaften über Körperakzeptanz ist die soziale Welt der Jugendlichen oft immer noch ziemlich unversöhnlich“, so die Psychologin.

An der Studie nahmen 580 Mittelschülerinnen und Mittelschüler im Alter zwischen 10 und 13 Jahren teil. Die Teilnehmer wurden gebeten, Klassenkameraden zu benennen, die am besten den folgenden Beschreibungen entsprechen: sportlich („gut im Sport“), attraktiv („wirklich gut aussehend“) und unbeliebt („unbeliebt“). Außerdem gaben sie an, wie oft sie sich einsam fühlten und wie oft sie im letzten Monat Alkohol bis zum Rausch getrunken hatten.

Als eine Stärke ihrer Studie betrachten die Autorinnen und Autoren im Übrigen deren Replizierbarkeit. So habe sich das gleiche Muster von Assoziationen gezeigt, sowohl bei einer heterogenen Stichprobe von Jugendlichen aus einem großen Ballungsgebiet in Florida als auch bei einer homogenen Stichprobe von Jugendlichen aus einer kleinen Gemeinde in Litauen. (zab, pm)

Diskriminierung: „Im Durchschnitt werden pro Klasse ein bis zwei Kinder ausgeschlossen“

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55 Kommentare
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Egon
10 Monate zuvor

Das Bild passt wunderbar zur Nazi-Ideologie: Hart wie Kruppstahl …
Die körperliche Ertüchtigung war ja damals Teil der offiziellen Schulpolitik, intellektuelle Tätigkeiten und Fähigkeiten wurden weniger wichtig genommen. Vielleicht schlummert ja noch ein letzter Rest davon in den Köpfen?

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  Egon

Was haben Sie denn vorher gelesen?
Wenn Sie glauben, am BMI die politische Gesinnung ablesen zu können, sollten Sie den jungen Leuten doch ein wenig Charkater zumessen können 😉

Teacher Andi
10 Monate zuvor
Antwortet  Egon

Erstaunlich, wie man doch immer wieder die Kurve zu den Nazis bekommt. Alle Achtung!

SekII-Lehrer
10 Monate zuvor
Antwortet  Egon

In Florida und Litauen?

Georg
10 Monate zuvor
Antwortet  Egon

Haben Sie sich mal die Texte im deutschen Gangsta-Rap angehört und die Videos angesehen? Bezogen auf Körperkult sind die wirklich hart drauf. Ob das mit Nazi-Ideologie vereinbar oder erklärbar ist, wage ich zu bezweifeln. Intellektuelle Fähigkeiten werden im Gangsta-Rap aber zugegebenermaßen auch nicht gefördert.

Sind dann Ärzte eigentlich auch Nazis, weil sie immer sagen, dass Bewegung gesund ist?

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Egon

Äh, ok, man sicher überall Nazis sehen. Aus (amateur-)sportlicher Perspektive sehe ich da einen typischen Fitnessstudio-Mensch, der hebt um attraktiv zu wirken (beruflich als model auch kein Wunder). Und sich die Hautfläche retuschiert/photoshopped hat, kein Mensch hat solche Haut.

Aus dem (verdeckten) Neid auf sportliche, starke Männer (und zunehmend auch Frauen) braucht man keine Nazidiskussion machen.

TaMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Egon

Das Bild passt auch sehr schön zu den Alten Griechen und Römern. Ästhetische Körper wurden schon immer schön gefunden, ganz unabhängig vom politischen Weltbild.

Realo
10 Monate zuvor

Sport wirkt sich positiv auf das Sozialverhalten aus. Im Umkehrschluss könnte man sagen, dass sich fehlende sportliche Betätigung negativ auf das Sozialverhalten auswirken kann. Man sollte sicherlich Talent nicht mit Sportlichkeit, bzw. fehlendes Talent nicht mit Unsportlichkeit gleichsetzen.

https://www.hna.de/kassel/nord-holland-ort304156/universitaet-kassel-sport-sozialverhalten-4561806.html

Stupides Insta-Pumpen wird wohl nicht reichen. Deshalb rein in die Sportvereine! Das ist eine absolute Win-Win-Situation.

Gelbe Tulpe
10 Monate zuvor

Sportnoten sei Dank. Diese müssen abgeschafft werden.

Herr-lass-Hirn-regnen
10 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ein typischer Gedankengang von „gelbe Tulpe“ – wenn es nach Ihnen gehen würde, müsste man dann am besten auch noch alle Sportvereine abschaffen. Und Zahnärzte – es kann ja nicht sein, dass es Jugendliche gibt, die Zahnspangen tragen – diese tragen zum Schönheitsideal bei!

Gelbe Tulpe
10 Monate zuvor

Dann wohl eher Kieferorthopäden.

Georg
10 Monate zuvor

Wieso sollen Zahnärzte etwas gegen Zahnspangen sagen oder haben? Sie fertigen die ja an und können sie abrechnen.

lehrer002
10 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Bloß weil Sie selbst vielleicht Schwächen in diesem Fach hatten…
Danach müsste man alle Noten abschaffen. Entweder alle lehrplangemäßen Fächer werden benotet oder keines. Auch sportliche Bildung ist notwendige Bildung!

Georg
10 Monate zuvor

Jugendliche sind halt im Durchschnitt auch konservativer als es gewisse Strömungen gerne hätten.

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Je konservativer desto unsozialer, wenn Sie sich auf diese Studie beziehen.

SekII-Lehrer
10 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Wenn es „konservativ“ ist, Menschen wegen Unsportlichkeit oder Unattraktivität auszugrenzen, dann wären Konservative nichts anderes als Arschlöcher.

447
10 Monate zuvor

Die Gesellschaft mag nach aussen immer toletanter *tun* – aber was attraktiv und erfolgreich wirkt, das schafft (noch mehr) Erfolg.
Halo-Effekt, seit Jahrzehnten untersucht.

Nur weil man sich das dann eben nicht eingestehen will, braucht man zu völlig offensichtlichen Dingen keine Studie zu machen und (Steuer)Geld verschwenden.

DerDip
10 Monate zuvor
Antwortet  447

So ist es. Es wird zwar mehr Toleranz oberflächlich gelebt, aber nur in dem Sinne, dass man sagt: Soll doch jeder tun und machen was er will. Und man lässt die Leute auch machen. Wer keinen Sport treiben will, wird nicht gezwungen.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese „tolerieren“ Menschen dann in den Freundeskreis aufgenommen werden müssen. Warum auch? In der Regel freundet man sich mit Menschen an, die man mag, mit denen man sich versteht, vor denen man Respekt hat, die einem Ähnlich sind usw…

Man muss ja nur auf die Partnerwahl blicken, eine Bereich der zum Glück noch unreguliert ist: Wer würde da eine unattraktive und übergewichtige Person mit geringem Selbstvertrauen vorziehen, wenn es auch die gutaussehenden, sportlichen (hat oft auch was mit Ambition zu tun) gibt, die selbstbewusst sind?

A.J. Wiedenhammer
10 Monate zuvor

„Was viele ahnen, bestätigt jetzt eine Studie …“
Na, immerhin wird das jetzt nicht als völlig überraschende, bahnbrechende Erkenntnis verkauft.

Alx
10 Monate zuvor

Ich will die Gelegenheit nutzen um meine Forschungsvorhaben zu pitchen:

1. Menschen mit großem Appetit sind oft hungrig.
2. Schlafen hilft bei der Erholung.
3. Regen kann dich nass machen.

Bei Interesse kann ich euch einen Link schicken, mit dem ihr meine Forschung finanziell unterstützen könnt.

Lukas
10 Monate zuvor

Das ist ja eine große Überraschung, dass unattraktive Menschen unbeliebter sind als attraktive! Dass das wiederum zu psychischen Problemen führen kann, sollte auch eher keine Überraschung sein. Wenn man als Junge oder Mann groß, sportlich und attraktiv ist, ist man evolutionsbiologisch einfach weit vorne. Die Unattraktiven werden es immer schwer haben. Das ist schade, aber so funktioniert die Biologie nunmal und davon kann sich kein Mensch freimachen, wenn er andere Menschen sieht und unbewusst bewertet.

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  Lukas

Menschen sind aber keine rein biologischen Wesen, sondern auch kulturelle Wesen.

Und hier kommt die Schule und Erziehung ins Spiel. Ein Lehrer, der einfach sagt: “ Das ist halt die Biologie“, sollte seine Einstellung zum Beruf hinterfragen.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nun, ihre steile These kann man ganz einfach entzaubern: “ Werner ist dick und klein und trägt eine fette Brille – Du musst aber auch mit Werner knutschen, nicht nur mit Athleten-Andreas! Er ist auch ein kulturelles Wesen, hör auf ihn zu diskriminieren!“

Aber das ist natürlich was gaaaaaaanz anderes, oder so, gelle? 😀

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Denken Sie immer nur an das Eine?

Es geht in der Studie um Beliebtheit unter 10- bis 13-Jährigen und nicht ums Knutschen oder andere sexuelle Handlungen.

Entzaubert haben Sie höchstens sich selbst.

PS: Wenn Menschen rein biologische Wesen wären, wäre jede Erziehung, die auf Einsicht statt auf Dressur setzt, vergebens.

Pit2020
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

@Walter Hasenbrot

„Wir haben ein Attraktivitätsurteil gebildet, schneller als das erste Muskelzucken eines Sprinters nach dem Startschuss.“

Ulrich Rosar, Soziologe
https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/pretty-privilege-wie-schoene-menschen-bevorzugt-werden?utm_source=pocket-newtab-de-de

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  Pit2020

Es geht in der Studie nicht um Attraktivität, sondern um Beliebtheit.

Pit2020
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

@Walter Hasenbrot

Aaaah jooooaaaah.
Da hat ja gaaaar nix miteinander zu tun! 😉
*kopfklatsch*
Liebe Grüße nach Wolkenkuckucksheim. 🙂

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nö.
Gerade WEIL wir nicht nur, jedoch auch, Naturwesen sind ist Erziehung sowohl nötig als auch zu befürworten.

Denn ohne eine solche werden die höheren Funktionen des Menschen nur zum Werkzeug der (genetisch völlig amoralischen) Triebe zu deren Durchsetzung.

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Das ist jetzt aber mal eine Wende um 180 Grad.

Plötzlich stimmen Sie meiner angeblich so „steilen These“ zu, von der Sie oben noch behaupteten, dass Sie sie entzaubert hätten.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nö.
Biologische, grobe Vorprogrammierung ist real und wirkt beim Menschen zwar breit (=allumfassend, permanent, subtil; gerne verleugnet), aber kann (und wird) durch psychologische und soziale Prozesse auf spezifische Ziele und in möglichst passende Wege gelenkt.

Primitives Minibeispiel: Person A hasst Person B, weil B ein Konkurrent und Ressource X ist.
Biologische „Grobprogrammierung“ = Schalte B aus, effektivster Weg dazu wäre es z.B. den B mit einem schönen grossen Knüppel zu (er)schlagen.
Das Gefühl der Agression alleine IST schon die Programmierung, die Biomaschiene macht sich kampfbereit.

Kultur A kanalisiert das nun durch „Bieterwettkampf mit Geld“.

Kultur B durch „Senioritätsprinzip“.

C durch „Urteil der Götter/Dämonen/Schamanen“ usw.

Und kaum eine Kultur wird das auf dem Level „biologische Firmware“ belassen, logischerweise.

Analog gilt das auch für das soziale Leben.
Wir sind im Rudel jagende Säugetiere, die biologische Basis ist real.

Wir haben aber die Möglichkeit, dank unseres Verstandes verschiedene Kanalisierungen zu wählen.
Je mehr diese an unsere Natur angepasst sind, um so effektiver und leichter wirken sie.

Um im obigen Beispiel zu bleiben:
Wenn also Brillenschlangen-Basti beliebt sein will und seine (oft uneingestandenen) Neid/Hassgefühle gegenüber Athleten-Andreas überwinden will…ist die effektivste Möglichkeit z.B. die, viel Sport zu machen. Dies verlangt relativ wenig Zeit und Ressourcen.

Oooooooooder: 🙂
Natürlich kann Brillenschlangen-Basti auch weiter schwach bleiben und sich eine megasupergroße Verschwörungstheorie ausdenken, die belegt, warum er „gebodyshamed und diskriminiert“ wird, Athleten-Andreas „voll der Unterdrücker“ ist…und die Welt ungerecht. Dazu kann er unzählige Stunden und Ressourcen aufwenden.
Und dabei kann er weiter schwach bleiben, muss nicht schwitzen und kann darüber nerdragen, dass Andreas schuld ist…ohne zu erkennen, dass (schon aufgrund wieder biologischer Fakten) es Attraktive-Anette ist, die Athleten-Andreas auswählt und heimlich auch weiter auswählen wird, EGAL wie viel Zeit Basti darein steckt, zu versuchen Naturgesetze auszuhebeln.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

„Es geht in der Studie um Beliebtheit unter 10- bis 13-Jährigen und nicht ums Knutschen oder andere sexuelle Handlungen.“
Was glauben Sie, worum sich die Gedankenwelt der besagten Altersgruppe dreht?…..da ist jede Menge Biologie im Spiel…..

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Das erinnert mich – ich weiß nicht warum – an das Spiel „Flaschendrehen“ oder „Wahrheit oder Pflicht“…..boah ich hab Kopfkino….:)

447
10 Monate zuvor

Klar…der Sinn der Pubertät ist beim Menschen der gleiche wie bei allen Säugetieren.
Flaschendrehen ist halt eine soziale (und extrem lustige) Art, das zu kanalisieren. 🙂

Ganz easy eigentlich.

DerDip
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Beim Them Sportlichkeit kann man nachhelfen. Es sollte von allen Schülern Leistungsbereitschaft gefordert werden. Dann würde zumindest dieser Aspekt den Menschen gut tun. Stattdessen geht die Entwicklung in dir andere Richtung:

-Wenn ein Schüler kein Sport treiben will, bzw. sich nicht dem Wettbewerb stellen will, wird er nicht gezwungen, könnte ja unangenehm für ihm sein.

-Wenn ein Schüler sich im Unterricht nicht meldet, wird er nicht unaufgefordert drangenommen, weil dies für ihm unangenehm sein könnte.

Dadurch belässt man die Schüler in ihrer Komfortzone und sie entwickeln sich nicht weiter. Im Grunde lässt man bei diesen Schülern sehenden Auges eine negative Entwicklung zu, die sich im Laufe der Zeit verfestigen kann.
Gleichzeitig machen andere Schüler Fortschritte. Die soziale Entwicklung geht dann eben auseinander….

Teacher Andi
10 Monate zuvor
Antwortet  Lukas

Beliebtheit und wahrer Charakter hat auf lange Sicht nichts mit äußerlicher Attraktivität zu tun. Dass dies ein Faktor für Anerkennung ist, liegt tatsächlich an den Vorgaben der Medien. Man muss darauf ncht hereinfallen.
Sportlichkeit (nicht zu verwechseln mit Leistungssport) gibt dem Einzelnen u.U. mehr Selbstbewusstsein, das ist unbestritten. Aber auch unter den Sportlern gibt es sehr häufig Charakterdefizite. Leider fällt die heutige Jugend allzu gerne auf die Großmäuler und die vermeintlich Attraktiven herein. Das hat mit Kritikfähigkeit zu tun, die heutzutage oft auf der Strecke bleibt.

Lukas
10 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Beliebtheit hat auf lange Sicht nichts mit äußerlicher Attraktivität zu tun? Das ist ziemlich naiv, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Was das damit zu tun haben soll, dass es unter Sportlern Charakterdefizite geben kann, erschließt sich mir nicht. Das ist doch ein ganz anderes Thema.
Ich denke, das eins der größten Probleme heutzutage ist, dass der Blick für die Realität, für das Offensichtliche, immer mehr verschwimmt. Ein Klassiker wäre zum Beispiel, dass eine Frau eine Person ist, die sich einfach weiblich fühlt – das wäre dann eine akkurate Definition. Wenn das Leugnen von Tatsachen mittlerweile Konsens ist, wird es bei jedem Thema schwierig sein, sachlich zu diskutieren. Das hat übrigens nichts mit „rechts“, „links“ und so weiter zu tun, bevor hier wieder einige Leute mit Schlagwörtern um sich schmeißen.

Monika, BY
10 Monate zuvor
Antwortet  Lukas

„Beliebtheit hat auf lange Sicht nichts mit äußerlicher Attraktivität zu tun?“

Nicht wirklich. Charme, Redekunst, Lachen, Blick, das gewisse Etwas..spielen auch schon bei den Kindern eine wichtigere Rolle als bloße Ästhetik.
 
Beispiel: Sinatra. Klein, fast keine Haare, komischer Körperbau und trotzdem ein Liebling der Frauen, und Männer, und zwar weltweit.

HellaWahnsinn
10 Monate zuvor
Antwortet  Monika, BY

Nur exemplarisch zuum Sinatra-Beispiel:

Fast keine Haare?
https://www.ecosia.org/images?q=frank%20sinatra
Der war auch mal jung und hatte genug Haare!

„Liebling“ kann viele Gründe haben, z.B.
Verbindung zum organisierten Verbrechen, bei Interesse mehr hier:https://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Sinatra
Inhaltsverzeichnis Punkt 2, „Angebote“, die man nicht ausschlagen kann. 😉
Und alles weitere zum Thema Kompensation wurde weiter oben schon von einigen Foristen erwähnt.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Googeln Sie einfach „Halo-Effekt“.

Äussere Erscheinung ist für die ganz überragende Mehrheit der Menschen massiv meinungsbildend.

Ob das verleugnet wird oder nicht spielt keine Rolle.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

„Im Schuljahr“??
Und wow, die Zeit, wo sich Jugendliche unsicher sind, und der Ort wo Gemeinschaft und Respekt vermittelt werden können, fallen in den gleichen Zeitraum. Wär hätte es gedacht?

Aber immerhin kennen wir jetzt das Schönheitsideal ser n4t-Redaktion 😉

TaMu
10 Monate zuvor

Ich habe allerdings noch nie eine fröhliche, aktive, freundliche, offene Person erlebt, die aufgrund ihrer Statur, Brille, krummer Zähne, Hautprobleme oder Faulheit bei sportlichen Ereignissen keinen richtig guten Freundeskreis gehabt hätte. Auch bei den Grüppchen junger Leute heute im Stadtbild ist oft eine Person dabei, die nicht so ganz dem derzeitigen Trend entspricht und die voll mittendrin ist.
Wer sich selbst von vornherein als Opfer sieht, hat es schon immer auch ganz ohne Studien schwer gehabt. Es ist eine Sache der Ausstrahlung und ich glaube nicht, dass Schule das vermitteln kann.

Alex
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Es gibt allerdings auch das Phänomen DUFF (Designated Ugly Fat Friend, engl. für „Ausgewiesene hässliche, dicke Freundin“), beruhend auf dem Kinofilm mit dem Namen „DUFF -hast du keine, bist du eine“. Der Titel bringt es leider auch heutzutage treffend auf den Punkt. Man muss sich nur den Schönheitswahn bei Tik-Tok u.ä. ansehen, dann bedarf es keiner solchen Studie.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Wer sich als „Opfer“ sieht könnte Sport machen. Hilft in 99 Fällen von 100.

Und ja, viele Gruppen haben den Quotenfreak oder die „Ugly guard“ dabei als Teil der Gruppendynamik – das ist aber nicht toll, sondern noch viel schlimmer als direkte Ablehnung, da diese Leute in der sozialen Hierarchie auf ewig auf dem Freakposten „festkodiert“ sind.

potschemutschka
10 Monate zuvor

Was bedeutet diese Studie für die Schule? Was können die Lehrer tun, um das (was wahrscheinlich schon seit Beginn der Menschheit und eigentlich auch im Tierreich existiert) zu ändern? Schönheitsoperationen für alle? (Ironie!)
An anderer Stelle postete ich ein Zitat von Yuval Noah Harari aus „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ – Rolle der Medien, zu diesem Thema. Wir Lehrer haben da m. M. n. keine Chance.

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Schule kann zum Beispiel aufklären, dass es andere Werte als Sportlichkeit und gutes Aussehen gibt, die für soziale Kontakte und Freundschaften wichtig sind: Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Loyalität, Intelligenz usw. Die Liste ist natürlich nicht einmal annähernd vollständig.

Hier können Jugendbücher wie die „Vorstadtkrokodile“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“ zum Einsatz kommen.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das tun Schule und die Lehrer schon seit Jahrzehnten (schon in meiner Schulzeit vor über 50 Jahren)! Trotzdem orientieren sich gerade Teenager zunehmend an den „Idealen“, die sie ständig in den Medien präsentiert bekommen.

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und Ihr Argument ist jetzt, dass die Schulen den Medien nichts entgegensetzen sollen?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

NEIN! Wie gesagt, das versuchen die Schulen schon immer, aber mit immer weniger Erfolg in meinen Augen, da die Kinder und Jugendlichen immer mehr „digitalisiert“ werden und das rund um die Uhr, ohne „Sendepause“ und ohne wirksame Altersbeschränkung. Selbst in Kindersendungen werden seltsame „Schönheitsideale“ dargestellt.

Walter Hasenbrot
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Halten Sie auch Politik- und Sozialkundeunterricht wegen der Medienübermacht für sinnlos, oder ist ein Gegenangebot an Schulen, das auf Aufklärung und Reflexion setzt, nicht umso sinnvoller und nötiger?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Es würde auch helfen, wenn die öffentlich rechtlichen Medien mehr und bessere Angebote für Kinder und Jugendliche anbieten würden (Bildungsfernsehen). KI.Ka ist ja schon mal nicht schlecht, aber eher was für jüngere und das Filmangebot ist ziemlich altbacken (mehr oder weniger immer ähnliches). Teenager und junge Erwachsene lockt man damit nicht. Also informieren die sich fast nur noch bei den social media. Wofür zahlen wir noch mal Rundfunkgebühren?

DerDip
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Das was Sie benennen ist eine Art Entwicklungsziel der Menschheit, die vermutlich nie erreicht wird.

Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Loyalität sind wichtige Werte, reichen alleine aber nicht aus um im Leben erfolgreich zu sein. Zu stark ausgeprägt Schäden Sie sogar.

Schauen Sie doch mal wer in der Politik, in der Wirtschaft, im Sport, in der Kirche, in Freundeskreisen, bei der Partnerwahl usw. vorne liegt. Kennen Sie ein Beispiel, in dem jemand schlechtaussehend, ohne Humor und positive Ausstrahlung es mit absoluter Freundlichkeit, Loyalität und Ehrlichkeit zu Erfolg gebracht hat?

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

„Hier können Jugendbücher wie die „Vorstadtkrokodile“ oder „Das fliegende Klassenzimmer“ zum Einsatz kommen.“
Uiuiui, nicht dass wir noch zu modernen Filmen oder Büchern greifen…..vielleicht nutzen wir auch „Pünktchen und Anton“, um uns der ersten Liebe literarisch zu nähern 😉

Ihr Anliegen ehrt Sie, aber auch ich sehe es eher wie Potschemuka. Schule hat das weniger Einfluss, als wir gerne hätten. Natürlich versucht man Werte zu vermitteln, aber Wissen um die Werte, heißt noch lange nicht sie auch zu leben.
Ich bezweifle übrigens auch, dass Elternhäuser da großartig Einfluss haben. Kinder in diesem Alter suchen sich ihre Peergroup, die dann maßgeblich wird.

Lari Fari
10 Monate zuvor

Aber nur digital 😉
Leider ist das Lesen von Ganzschriften im Unterricht- früher ein Highlight- heute zum Schrecken der Schüler:innen mutiert. Es gibt einige wenige Lesende in den Klassen, das Kaufen einer Lektüre führt zu Schnappatmung. Und mit solchen alten Kamellen braucht man ihnen nicht mehr zu kommen.
Schauen Sie sich mal in Bus oder Bahn um- kaum ein Buch ist da zu sehen, alle am Handy oder am Tablet (nein, nicht beim Lesen von E-Books, sondern daddelnd, postend, Videos schauend. Gilt für Erwachsene und Kids gleichermaßen. Wir müssen die Literaturdidaktik schnellstens überdenken.

PFK
10 Monate zuvor
Antwortet  Lari Fari

Der Hammer ist ja eigentlich, dass Bücher ‚Ganzschriften‘ genannt werden. Was für ein unglaublich häßliches Wort und wie es den Möglichkeiten eines Buches, im Ausdruck selbst, so gar nicht gerecht wird.
Ich habe viele Kinder in der Schule erlebt, die nicht mal in der Lage waren ein Buch richtig zu halten.
Ganzschrift. Pfffh.
Nennen wir Smartphones doch einfach Halbweltscheiben. Hoffe, das ist flach genug.

DerechteNorden
10 Monate zuvor
Antwortet  Lari Fari

Noch nie war das Lesen von Ganzschriften in der Schule ein Highlight für die meisten S*S. Das sage ich als ausgesprochene Leseratte.
Der Punkt ist nämlich, dass S*S den Leseprozess in der Regel nicht selbst bestimm(t)en. Oft hat man Werke gelesen, die für Kinder und Jugendliche nicht wirklich geeignet waren/sind.
Ich habe während meiner Schulzeit sehr viele Ganzschriften lesen müssen, die ich erst als Erwachsene beim zweiten Lesen schätzen konnte.