Verlag entscheidet: „Jim Knopf“ wird überarbeitet, kein N-Wort mehr auf Lummerland

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STUTTGART. Rassismus in Kinderbüchern ist immer wieder Thema von Diskussionen, so auch bei «Jim Knopf». Nun zieht der Verlag Konsequenzen: Zwei Neuausgaben erscheinen in überarbeiteten Versionen.

Überarbeitetes Titelbild: Die neue (links) und die alte Ausgabe. Illustration: Thienemann Verlage

Die Abenteuer von «Jim Knopf» sind Kinderklassiker. Doch die Geschichte wurde schon vor einigen Jahren aufgrund der rassistischen Sprache kritisiert. In Abstimmung mit dem Erben des Autors Michael Ende (1929-1995) werden die Neuausgaben der 2015 erschienenen, farbig illustrierten Ausgaben nun geändert, wie der Verlag ankündigte. Am Samstag (24. Februar) erscheinen Neuausgaben der Bücher «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» und «Jim Knopf und die Wilde 13».

In den neuen Ausgaben wurde zum Beispiel das N-Wort gestrichen, wie der Verlag mitteilte. Mit dem Begriff «N-Wort» wird heute eine früher in Deutschland gebräuchliche rassistische Bezeichnung für Schwarze umschrieben. Außerdem seien stereotype Beschreibungen reduziert und Fremdbezeichnungen umschrieben worden: Statt «Indianerjunge» werde zum Beispiel «Junge» geschrieben, statt «Eskimokind» «Inuitkind». Auch die schwarze Hautfarbe von Jim Knopf werde nicht länger thematisiert, wenn sie nicht relevant für die Handlung sei. Die Gleichsetzung von schwarzer und schmutziger Haut habe Ende als eines der Stilmittel eingesetzt, um die enge Verbindung zwischen Jim Knopf und dem Lokomotivführer Lukas besonders zu betonen: Hautfarbe und Schmutz würden in den Neuausgaben nicht mehr in Beziehung zueinander gesetzt und wurden auf einigen Buchseiten gestrichen.

In den überarbeiteten Neuausgaben sei auch die Zeichnung von Jim Knopf in Absprache mit dem Erben des Illustrators F. J. Tripp angepasst worden. «Es sind die dicken rosafarbenen Lippen und die schwarze Haut, die ohne Begrenzung in die schwarzen Haare übergeht, die in der heutigen Betrachtung und vor dem Hintergrund der Rassismuserfahrungen Schwarzer Menschen irritieren können», erklärte der Verlag. Die Ausgaben mit den ursprünglichen schwarz-weißen Original-Illustrationen sind demnach zwar unverändert lieferbar. Sie werden aber künftig ein einordnendes Nachwort enthalten.

«Es gibt positive und kritische Reaktionen darauf», sagte Verlagssprecherin Svea Unbehaun am Freitag. Ziel der Änderungen ist nach Verlagsangaben, dass Kinder, die die Neuausgaben von «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» und «Jim Knopf und die Wilde 13» lesen, diese sprachlichen Elemente nicht in ihren Alltagswortschatz übernehmen. «Die Figuren, ihr Charakter, die wundervolle Handlung, das große Abenteuer, Michael Endes Erzählduktus, alles, was Leser seit Generationen an diesen Büchern schätzen, das ist unverändert geblieben», teilte die Sprecherin mit. «Wir sind sicher, damit ganz im Sinne von Michael Ende, der bekanntermaßen weltoffen, respektvoll und immer für die Kinder war, zu handeln», so der Verlag zu der Entscheidung.

Die Leiterin der Abteilung Wissen im Umbruch des Leibniz-Instituts für Bildungsmedien, Riem Spielhaus, teilte mit, dass das inhaltlich klar gegen Rassismus und Ausgrenzung ausgerichtete Kinderbuch in seiner Neuausgabe nun ohne beleidigende Worte auskommt, zeige, dass der Verlag mit der Zeit gehe. «Viele Kinder und Eltern, die das Buch lesen oder die Filme anschauen, identifizieren sich mit Jim Knopf», schrieb Spielhaus weiter. «Für sie konnte der Lesegenuss durch die nun veränderte Passage und auch durch die an Blackfacing erinnernde Bebilderung erheblich beeinträchtigt werden.»

Immer wieder kochen Diskussionen um offensichtlichen oder unterschwelligen Rassismus in Kinderbüchern hoch. Bereits vor drei Jahren hatte die Kritik einer Kita-Leiterin aus Hamburg an «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer» für Aufsehen gesorgt. Sie hatte bemängelt, dass die Geschichte in vielen Kitas noch unkritisch gelesen werde. Sie reproduziere viele Klischees zum angeblich typischen Wesen und Äußeren von Schwarzen (News4teachers berichtete). Vor allem die Passage, in der Jim mit dem N-Wort bezeichnet wird, hatte Kritik ausgelöst. Der Verlag hatte damals entschieden, das heute für schwarze Menschen als rassistisch geltende Wort vorerst zu erhalten.

Jim Knopf ist nicht das einzige Beispiel. Astrid Lindgren hatte für den Vater von Pipi Langstrumpf das N-Wort benutzt, in einer neueren Fassung wurde er zum «Südseekönig». Im Jahr 2022 zog der Verlag Ravensburger das Buch «Der junge Häuptling Winnetou» zum gleichnamigen Kinofilm zurück (News4teachers berichtete auch darüber). Die Kritik: Die Geschichte um Winnetou zeigt rassistische Stereotype. Von Lena Lachnit, dpa

„Drei Chinesen mit dem Kontrabass“: Wenn Kinderlieder rassistische Klischees bedienen

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Unfassbar
1 Monat zuvor

Ich bin zwiegespalten, weil das Werk des Autors ja ohne dessen ausdrückliches Einverständnis zensiert wurde. Wurden eigentlich erwachsene schwarze Menschen nach ihren Gefühlen befragt, als sie in ihrer Kindheit das Buch in der unzensierten Fassung vorgelesen bekommen haben?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wäre es nicht besser für die Entwicklung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, wenn man der unveränderten Neuauflage ein aufklärendes Vorwort über die zeitlichen und geschichtlichen Besonderheiten beifügt? So hat es etwas von Geschichtsverfälschung, wenn alles „weichgespült“ wird. Sinnvoller ist es mMn., den Kindern die Unterschiede zwischen früher und heute klar zu machen. Oder glaubt „man“, die heutige Jugend ist zu doof oder weich dafür, das zu verstehen und auszuhalten (Stichworte: Frustrationstoleranz, Resilienz, Geschichtsbewusstsein, Antirassismus, …)? Wie sollen sie verstehen, das und warum etwas falsch ist, wenn sie etwas gar nicht kennenlernen und vergleichen können? Sollen unsere Kinder nur noch schöne heile Welt vorgespielt bekommen?

Lena Hauenstein
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die Idee mag ich, würde es aber andersrum aufziehen. Wir machen ein Vorwort, das erklärt, was da früher stand und warum es da nicht mehr steht. Inhalt noch da, aber Vorlesen weniger anstrengend. Deal?

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

Man könnte ja auch alle Kinderbücher auf sehr wenige Seiten kürzen. Das macht das (Vor)lesen noch weniger anstrengend. Funktioniert ja schon bei sehr vielen Kinderbüchern, viele Bilder, kaum noch (und sehr vereinfachter) Text.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Natürlich ist das objektiv eine Form von Zensur, nämlich Selbstzensur. Die ist auch alltäglich, legal und regelmäßig legitim. Die Frage wäre eigtl. nur, ob hier de jure ein tatsächlicher oder faktischer Zwang zur Selbstzensur bestand. Dürfte man wohl mit ziemlicher Sicherheit verneinen dürfen.
Und dennoch kann (und sollte) man die inhaltliche Änderung eines Kunstwerks durch eine andere Instanz als den Künstler selbst kritisch diskutieren, prinzipiell; nd bereits alleone bzgl. des Wesensgehalts von Kunst (eine Diskussion mit Bezug zum kontemporären Diskurs über aktuelle Befindlichkeiten u.ä. ist m.E. allenfalls zweitrangig).

Bedenklich finde ich es aber, bei jeder Erwähnung des Begriffes „Zensur“ (oder hier des entsprechenden Adjektivs) gleich ein ceterum censeo von einem „inflationäre[n] Gebrauch“ des Begriffs und von „AfD-Propaganda“ zu bemühen – das wird zur Keule… und die Welt dreht sich um mehr als die Frage, was könnte der AfD zuspielen und was nicht.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aus Respekt vor den Kinderbuchautoren, die ihrer Zeit voraus waren, müsste es zumindest weiterhin die Originalausgaben geben. Was ich nicht mehr hören kann ist der Begriff „N-Wort“. Besser kann eine Gesellschaft ihre eigene Verkrampftheit nicht zur Schau stellen.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
„… sachliche Einordnung …“ – genau darum sollte es gehen! Nur dann kann sich mMn. ein Bewusstsein für geschichtliche Entwicklungen ergeben und nicht durch das Negieren (Verdecken, Entfernen …) von Fehlern der Vergangenheit!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich gehe davon aus, dass die Eltern, die in der heutigen Zeit noch diese Bücher vorlesen oder ihren Kindern diese Bücher zum Lesen geben, intelligent genug sind und die Fragen der Kinder beantworten können und wollen. Dazu braucht es keine „Lektionen“, ein paar verständliche Worte und das gelebte Vorbild der Eltern genügen. Warum muss aus allem eine Wissenschaft gemacht werden?

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es geht um die Beibehaltung der Sprache und ist damit durchaus konsequent.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es wird doch niemand daran gehindert EIGENE, politisch-korrekte, neue Kinderbücher zu schreiben.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Die, die nicht intelligent genug sind, lesen nicht (diese Bücher)!

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Lesen solche Eltern ihren Kindern solche Bücher oder allgemeiner überhaupt etwas vor?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„Diejenigen, die sich hier vehement für Genderverbote aussprechen, sehen in einer Streichung des N-Worts aber den Untergang der deutschen Kultur. Da kann’s dann nicht liberal genug sein. Immer so, wie’s gerade passt“
Andersrum wird ein Schuh draus…
Mithin: Das ist ein Vergleich von Äüfeln mit Birnen (so ist die Kunstfreiheit bspw. überhaupt nicht Bestandteil des Diskurses über sog. „Gendersüprache“ etc.).

Lena Hauenstein
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Bin ich. Nervt mich aber in der Dichte. Hat mich bei Pipi Langstrumpf schon genervt, hat mich als Kind schon genervt. Ich bin froh, dass ich da nicht ständig Schimpfworte umschiffen muss.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

Ihr Beispiel zeigt doch, dass Sie durch dieses Buch sensibilisiert wurden und genau das meine ich, dass man durch „Weichspülen“ solche emotionalen Erfahrungen verhindert.

mxdipxdi
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Ups. Das ist glaub ich ein leider nicht zu ziehender Schluss. Durch das Buch wurden wir nicht sensibilisert, sondern durch Reflektieren*, was das Buch und alles andere an stereotypischen Bildern (schwarzer Mann/bildliche Darstellung) zu unserem Denken beigetragen hat.
*z.B. in Anti-Rassismus-Trainings (trotz damaligem Widerwillen, weil – ICH bin doch keinesfalls rassistisch. Nachher war ich schlauer)

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ergänzung: aus solchen Nicht-Primärquellen können Kinder und Jugendliche oft besser lernen als aus wissenschaftlichen Abhandlungen. Natürlich muss es die eine oder andere Erklärung dazu geben. Aber gerade der emotionale Zugang zu dem Thema „Rassismus“ durch so ein beliebtes Buch kann viel größer sein als eine theoretische „Lektion“.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gar keine „Lektionen“ sollen eingeplant werden. Beiläufige Erklärungen wirken besser als Wiederholungen, die bei Kindern nicht selten das Gefühl hervorrufen, der Erwachsene gehe davon aus, dass sie beim ersten Mal etwas nicht richtig verstanden hätten.

Das ist doch die Krux: Kindern wird von Erwachsenen überdeutlich vermittelt, was sie zu verinnerlichen haben.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Jim Knopf und Pipi Langstrumpf sind nicht „Geschichte“.
Das ist nur die Nostalgie älterer Generationen.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Was ist denn dann Geschichte(n)? Wozu überhaupt noch Bücher, Sagen, Geschichten, Märchen? Es reicht doch, wenn wir uns nur noch mit uns selbst und unserer Zeit beschäftigen. Dann aber bitte nicht wundern, wenn sich Geschichte(n) wiederholt/wiederholen. Das konnte/sollte man ja nicht wissen!

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Als Historiker widerspreche ich.
Und zwar eindeutig.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Was sind Sie jetzt eigentlich? Historiker? Soziologe? Politikwissenschaftler? Und früherer Berufssoldat bei der Marine? Und noch gar nicht so alt, sondern etwa Kind der 70er/80er…

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wenn Sie es genau wissen wollen: Ja.
Studienabschlüsse (ja, mehr als einer und nur einer ‚lediglich‘ auch Bachelor) in Politologie, Soziologie, Geschichte (meine erste Leidenschaft) und Anglistik/Amerikanistik (inkl. entsprechrnder Linguistik) – in Psychologie, Teilen der Rechtswissenschaft und Erziehungswissenschaften bin ich auch toll (^^). Habe viel Zeit mit (u.a.) Studieren verbringen dürfen (war aber auch recht flott). Von Berufssoldat und Marine war übrigens nie die Rede. Und jüger als Sie bin ich auch (Kind der ’80er). 🙂

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Als Nostalgiker der älteren Boomer-Generation staune ich immer wieder, wie weitsichtig manche Schriftsteller waren. Z. B. Ray Bradbury mit seinem Roman „Fahrenheit 451“. In diesem Roman werden alle Bücher verbrannt, um die Erinnerungen der Menschen an frühere Zeiten zu tilgen und nur noch auf die Gegenwart zu programmieren. Naja, Bradbury wusste damals noch nicht wie schädlich CO2 von Bücherverbrennungen für das Klima ist.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@ Bücherleser
Der Unterschied zwischen GeschichtE und GeschichtEN :
Geschichten sind ausgedacht und dienen der Unterhaltung.
Geschichte ist unsere Vergangenheit und dient u a der Aufarbeitung.
Geschichte gehört in den Geschichtsunterricht. Geschichten nicht!
Wer sich sachlich und neutral, zB als Student oder in der Mittel/Oberstufe mit den Zeitzeugen verschiedener Epochen befassen möchte, kann sich dann gerne anschauen, wie in früheren Ausgaben Jim Knopf gezeichnet und dargestellt wurde, analysieren und ein Referat halten. Dies dient dann wissenschaftlicher Aufarbeitung, aber nicht der Unterhaltung. Unterhaltung wiederum geht auf seine Konsumenten ein und die dürfen auch mitunter altersgerechten Stoff fordern.
Dazu ein Beispiel:
Ich habe ein Märchenbuch, indem sich die böse Stiefmutter von Schneewittchen auf der Hochzeit in glühenden Pantoffeln zu Tode tanzen soll… Ich habe diesen Schluss durchgestrichen, da ich das meinen Kindern nicht vorlesen wollte. Worum geht es, wenn man sich in glühenden Pantoffeln zu Tode tanzt? Um Folter!
Da gab es Zeiten, da hatte keiner diesbezüglich ein schlechtes Gewissen, weil die Stiefmutter ja die Böse war. Es gab auch Zeiten, da schaute man sich Hinrichtungen als Sonntags Ausflug mit der ganzen Familie an.
Sehen wir heute anders. Also, ich möchte meinen Kindern nicht locker fröhlich ein Folter- Märchen vorlesen!
Und wenn Sie diese Version von Schneewittchen nicht kennen sollten, liegt es wohl an den unzähligen, verschiedenen Varianten, die es gibt. Genauso bei alten Liedern. In jedem Liederbuch stehen die Strophen von „Es waren 2 Königskinder“ anders.
Wenn das keinen stört, warum dann ein gestrichenes N-Wort? Geschichten für Kinder sind auch immer pädagogisch und die Vorstellung, dass eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft glühende Schuhe aus dem Feuer holt, sie einer „bösen“ Frau über die Füße stülpt und sie zwingt, sich damit auf den Beinen zu halten, was aufgrund der Qual den Eindruck des „Tanzen“ erweckt, ist es definitiv nicht!
Wenn man sich dann noch anschaut, wie unreif und anfällig Jugendliche auf rassistische Ansichten, Redensarten, ect reagieren (s. Burg), dann ist selbst die sachliche Thematisierung des Hakenkreuzes und des Hitler Gruß, sowie ein KZ-Besuch scheinbar schon zuviel verlangt. Dann auch noch lustige Geschichten mit N-Wort, um zu zeigen, dass man das dem Original zuliebe doch noch durchgehen lassen kann? Und nein, Pipi Langstrumpf und Jim Knopf wird nicht nur von reifen , intelligenten Menschen gelesen. Was für ein Unsinn! Goethe wird von solchen Leuten gelesen und von denen kann man erwarten, dass sie damit umgehen können. Allerdings muss auch die Mittelstufe irgendwann so reif sein, dass man ihr mit solchen Themen kommen kann, ob mit solchen Geschichten, mit Geschichte oder Gedenkstätten. Und man sieht immer wieder, wie unreif selbst 9.Klässler da sind!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Vielleicht sind ja gerade so viele 9.-Klässler so unreif, weil sie bis dahin mit zu viel „Weichspüler“ in Kontakt gekommen sind?
Zu Ihrem Beispiel mit den glühenden Pantoffeln: das liegt und lag immer schon in der Entscheidung des Vorlesers/Erzählers, was er seinem Publikum zumuten will. Aber wie ist es mit den „Geschichten“ aus der Bibel, Fegefeuer usw.? Das ist doch auch Folter?
Und wenn man schon die Jugend vor allen negativen Einflüssen bewahren will, dann bitte auch die Filme, die vor der Jahrtausendwende entstanden sind genau durchleuchten. Was da gequalmt und gesoffen wird und welches Frauenbild da oft gezeigt wird …, welchen Einfluss hat das auf die armen Kinder? (Die zunehmende Brutalität heutiger Filme ist harmlos dagegen.) Bitte solche alten Filme nur noch nach 22 Uhr zeigen und mit Warnhinweisen versehen! (Ironie?)

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

@Bücherleser

„und mit Warnhinweisen versehen!“

https://www.ardmediathek.de/video/ein-herz-und-eine-seele/folge-1-silvesterpunsch-s01-e01/one/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZDFkNTlkMTMtNWUwZC00NmE1LWI0MjMtN2MzNjVmM2IyMGQ0

„Was da gequalmt und gesoffen wird“
Ich erinnere nur an „Internationaler Frühschoppen“ mit Werner Höfer u.a. … London im Nebel war nix gegen die Qualmschwaden, die durchs Studion waberten!
Und das waren doch alles gebildete Leute! 😉

Marion, Erzieherin
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wenn ich im Kindergarten das Märchen vom Schnewittchen vorgelesen oder erzählt habe, dann habe ich immer die Stelle weggelassen, wo die Stiefmutter den Jäger beauftragt, ihr „Lunge und Leber des getöteten Schneewittchens zu bringen“, sowie die Stelle, wo sie selbige, die in Wahrheit von einem Reh stammten, da der Jäger die Ermordung Schneewittchens nicht übers Herz brachte, briet um sie hernach tatsächlich zu verspeisen. Das erschien mir, angesichts der mir gegenübersitzenden großäugigen Fünfjährigen, dann doch als gar zu blutrünstig.
Die Stelle mit der „Bestrafung“ der bösen Königin, habe ich drin gelassen. Ich habe mit den Kindern aber immer auch über den Kontext Märchen und der Zeit aus der sie stammen gesprochen und darüber wie man heute, in einer modernen, zivilisierten Gesellschaft mit derartigen „Übeltätern“ verfahren würde.
Was ich in Bezug auf das Erzählen oder Vorlesen von Märchen als wichtig erachte ist, daß gerade durch die Verwendung dieser altertümlichen, in unseren Ohren sehr ungewohnt klingenden Sprache, genau der Zauber entsteht, den Märchen entfalten.
Würde man sämtliche Begriffe, die uns heute nicht mehr genehm oder zu kompliziert und unverständlich erscheinen, nicht mehr verwenden, würde man jegliches Geschehen, daß wir aus heutiger Sicht als unangemessen oder gar zu grausam erachten weglassen, dann wären Grimms Märchen nicht mehr Grimms Märchen. Märchen speisen ihre Magie genau aus dieser eigentümlichen Sprache und aus den Handlungen, die aus einer anderen, fremden, geheimnisvollen und längst vergangenen Zeit stammen und gerade deshalb so eine Faszination ausüben.
Was die sog. „Grausamkeit“ in Märchen betrifft – das hat ein kluger Mann, professioneller Märchenerzähler, am Beispiel des Märchens Rotkäppchen einmal so erklärt: Wortwörtlich wird die Szene in der der Wolf die Großmutter frißt, folgendermaßen beschrieben:
„Er ging zum Bett der Großmutter und verschluckte sie.“ Er riß sie nicht in Fetzen, er schmatzte nicht, es spritzte kein Blut und die Großmutter kreischte auch nicht um ihr Leben. Nein. Er ging einfach hin und verschluckte sie, Ende. Kinder stellen sich bei diesem Satz in ihrer Fantasie immer nur so viel vor, wie sie verkraften können.
Ähnlich ist es bei den sieben Geißlein – auch die werden verschluckt, Punkt.
Als die Geißenmutter sich vom jüngsten Geißlein Schere, Nadel und Zwirn bringen ließ, um zwecks Befreiung ihrer Kinder aus dem Bauch des Wolfes selbigen aufzuschneiden, geschah eben nur dies: „Sie schnitt dem Ungetüm den Wanst auf, und kaum hatte sie den ersten Schnitt getan, streckte das erste Geißlein seinen Kopf heraus.“ Alles ganz unblutig. Das Blut existiert vielleicht in den Köpfen von uns Erwachsenen. In Kinderköpfen ist es tatsächlich möglich diese Aktion völlig unbutig über die Bühne zu bringen, weil die Vorstellung der Kinder dort den Cut macht, wo es sie emotional überfordern würde.
Über die angeblich besondere Bosheit des Wolfes, habe ich mit den Kindern auch oft gesprochen und erklärt warum der Wolf den Menschen der damaligen Zeit als so besonders furchterregend erschien.
Es entstanden in Zusammenhang mit Märchen soviele interesssante Gespräche mit den Kindern über das Leben der Menschen früher, über die Problematik in der Beziehung Wolf – Mensch, die ja auch heute wieder aktuell ist und über den Wolf im Allgemeinen. All diese Gespräche hätte es nie gegeben, würde man jedes nicht genehme Wort, jede „grausame“ Handlung aus Angst die Kinder zu überfordern oder irgendjemanden zu diskriminieren, aus diesen wunderbaren Geschichten entfernen.
Im Übrigen: Am Ende eines jeden Märchens ist das Böse besiegt.
Die Guten dürfen frei von Angst ein glückliches und unbeschwertes Leben führen, bis an ihr seliges Ende.
Das ist doch was.
An anderer Stelle habe ich gelesen, daß aus „Jim Knopf“ auch der Begriff „Mandelaugen“ gestrichen wurde.
Offenbar dürfen äußerliche Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher Regionen generell nicht mehr beschrieben werden, seien sie auch noch so wunderbar poetisch formuliert. Schade.

Bücherleser
1 Monat zuvor

„Alles ganz unblutig.“ – in den ach so grausamen Märchen, und beim Vorlesen/Lesen entstehen die Bilder im Kopf (je nach Fantasie). Ganz im Gegensatz zu heutigen bildhaften Medien, da bekommt man die Bilder und Töne vorgesetzt, da spritzt das Blut nur so, das Opfer schreit und windet sich vor Schmerzen …

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp
„… Geschichten sind ausgedacht und dienen der Unterhaltung…“ – sind also nur Zeitvertreib und unwichtig. Dann verstehe ich nicht, welches Problem die Nazis hatten, als sie 1933 Bücher verbrannten?

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra Rupp
Kann es sein, dass Sie diskriminierende Vorurteile gegen ältere Menschen haben? 🙂

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was soll ich zu Kinderbuchautoren sagen, die ich nicht persönlich kenne und von denen ich zum Teil noch nicht einmal jedes Buch gelesen habe? – Bitte erwarten Sie von mir keine Antwort auf Ihre erste Frage.

„Was Sie mit „Verkrampftheit“ meinen, wenn es um die Sensibilität im Umgang mit Menschengruppen geht, können wir nur ahnen – und ahnen nichts Gutes.“ – Dass Sie nichts Gutes ahnen, mag sein.
Aber es ist wirklich nicht rassistisch oder rechts(extrem), dass „N-Wort“ zu doof zu finden.
Wer das „N-Wort“ angemessen findet und sich nicht scheut, es zu benutzen, soll es tun. Aber ich finde es nun mal verkrampft und verklemmt und ich glaube, eine schwarze Hautfarbe würde bei mir da auch nix dran ändern.

@all: Wie kam es eigentlich zur Entstehung des „N-Wortes“?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Doppelt problematisch, wenn irgendwann überhaupt nicht mehr nachvollziehbar ist, wofür das „N-Wort“ eigtl. stehen soll… es ist nicht schwer, sich bspw. eine Situation vorzustellen, über die ex post facto berichtet wird, wo eine Person einer anderen (dunkelhäutigen) Person ggü. das „N-Wort“ benutzt haben soll, aber nicht mehr klar ist, ob hier jmd. (vielleicht unbedacht, aber ohne entsprechend devalvierende Intention) den Begriff ‚Neger‘, das (unverfänglichere) ‚Negrito‘ oder das (eindeutig ausschl. in rassistischer Intention nutzbare) ‚Nigger‘ verwendet hat. Das kann schon essenzielle Unterschiede bedeuten, haben die Begriffe doch unterschiedlichen Bedeutungsgehalt, unterschiedliche Geschichten u.ä. – ohnehin abstrus, die Begriffe im Rahmen der Berichterstattung zu voldemortisieren.

Marion, Erzieherin
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Lustig das sie von „voldemortisieren“ sprechen.
Genau diesen Gedanken habe ich jedesmal im Kopf, wenn vom „N-Wort“ geraunt wird.
Unwillkürlich denke ich dann:
„Uhhh, das „Lord-Voldemort-Wort“ oder „Du weißt schon wer…“
Ich finde es ja durchaus gerechtfertigt, das Wort in einem Kinderbuch nicht mehr zu verwenden, aber dieses krampfige „Laßt es uns bloß nie wieder aussprechen, egal in welchem Zusammenhang“ – ist auch ein klein wenig albern.
Was das Wort „Eskimo“ betrifft, verstehe ich den Vorwurf des Rassismus jedoch nicht.
Die Bezeichnung „Inuit“, die statt dessen genannt wird, bezieht sich nämlich nur auf einen Teil der Bewohner des nördlichen Polarkreises.
Der Begriff „Eskimo“ ist eher ein Oberbegriff sowohl für die Bewohner Grönlands als auch Alaskas, wenn ich das richtig verstanden habe.
Die „Grönländer“ – also die, die sich als „Inuit“ bezeichnen, mögen den Begriff „Eskimo“ anscheinend nicht und ziehen es vor als „Inuit“ bezeichnet zu werden.
Ob man deshalb das Wort Eskimo als rassistisch bezeichnen muß, sei einmal dahingestellt. Vom Ursprung her war es sicher nicht herabwürdigend gemeint. (S. Wikipedia – Eskimo)
Ich kann mich jetzt nicht mehr so genau erinnern, ob es bei Jim Knopf konkret um Grönland und seine Bewohner geht, was die Änderung von Eskimo zu Inuit durchaus rechtfertigen würde, oder ob eher allgemein die Nordpolarregion gemeint ist, und somit sämtliche Ureinwohner dort. Dann wäre die alleinige Nennung der Inuit womöglich eine Mißachtung der Bewohner Alaskas, für die es ja eine andere Bezeichnung gibt, die mir im Moment leider entfallen ist.
Wie dem auch sei. Daß man in Neuauflagen von Kinderbüchern die Texte der allgemeinen Sprachentwicklung anpaßt halte ich für legitim.
Aber diese „Rassismus-Keule“, die da häufig völlig undifferenziert geschwungen wird und der auch Begriffe zum Opfer fallen, die mit Rassismus so überhaupt nichts zu tun haben, stößt mir immer wieder aufs Neue sauer auf.

Bücherleser
1 Monat zuvor

„Über Anthropophagie und Bildungshunger

Was weiß man schon über Menschenfresser?
Fressen sie Menschen, wie sich´s gehört, mit
Gabel und Messer?
Schmeckt ihnen ein dicker, asthmatisch
gewesener Bäcker besser
als ein dünner, schmalfingriger König?

Man weiß so wenig …“

(Erich Kästner)

Barb
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Wat sollen die denn sonst sagen? „Das Wort, das sich auszusprechen keiner wagt“? Das „du weißt schon welches“ Wort? Oder sollen wir es einfach wie die guten alten Rassisten machen und alle N!ger sagen? Wäre das besser? Fühlst du dich dann weniger angegriffen?

Carsten
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Erbrecht mag für die Tantiemen gut sein, leider pflanzt sich literarischer Sachverstand nicht automatisch fort.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten

Dann sollten Sie mal zu Potte kommen und etwas schreiben 😉

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Bei den Erben gehe ich von Angst vor Umsatzverlusten und Shitstorms aus. Wieso heutige Kinder die ursprüngliche Version nicht verstehen, die die Großeltern in ihrem Regal stehen haben, müssten Sie mir erklären.

Gehen eine Neubearbeitung und parallel dazu eine unveränderte Version mit kommentierendem Vorwort parallel hätte ich übrigens nichts einzuwenden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ihren Kommentar verstehe ich nicht, was hat das mit der Bibel zu tun?

Der Zauberlehrling
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

In der Bibel steht das, was wir glauben sollen.

Jugendfrei ist etwas ganz anderes.

Da sagte Juda zu Onan: Geh zur Frau deines Bruders, vollzieh mit ihr die Schwagerehe und verschaff deinem Bruder Nachkommen! Onan aber wusste, dass die Nachkommen nicht ihm gehören würden. Sooft er zur Frau seines Bruders ging, ließ er den Samen zur Erde fallen und verderben, um seinem Bruder Nachkommen vorzuenthalten. Was er tat, missfiel dem HERRN und so ließ er auch ihn sterben.

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was konkret ist denn nach Ihrer Ansicht in diesem Bucb für heutige Kinder so unverständlich, dass es dieser Überarbeitung bedarf? Für ein konkretes Beispiel wäre ich dankbar.
Ich habe die Bücher übrigens kürzlich meinen Kindern vorgelesen. Dort ist u.a. die Rede von der „kalfaterten Emma“, etwas, das kaum ein Kind heute auf Anhieb verstehen dürfte. So etwas ist vermutlich nicht gemeint?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wir reden allerdings auch über Kunst.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich schrieb Kunst, nicht Kunstgeschichte.
Dafür, dass die Kunstfreiheit ein derart hohes Gut ist und verfassungsrechtlich nicht umsonst absolut geschützt ist (s. Art. 3 Abs. 3 Satz 1 GG), ausschl. im Rahmen praktischer Konkordanz (nämlich bei kollidierendem Verfassungsrecht) eingeschränkt werden darf, der Schutz den Werk- und Wirkbereich der Kunst umfasst, zudem dieser Schutz natürlich auch eine entsprechende Ausstrahlungswirkung auf den gesellschaftlichen Diskurs hat (weil ja, wir reden hier in keiner Weise von einem staatlichen Zwang zur Selbstzensur o.ä., falls dies Ihre Reaktion auf die Nennung des Grundrechts ist), ist mir das dann doch etwas zuuuuuuuuu salopp abgewatscht.
Andernorts echauffiert man sich dann aber wieder darüber, dass das Gemächt von Michelangelo Buonarroti irgendwo verhüllt werden soll………

Und zur Klarstellung vorab:
Ich plädiere uneingeschränkt für die Werkgestaltung seitens der jeweiligen Künstler. Ob ein George Lucas nun nicht mehr meint, dass han Solo zuerst geshcossen hat oder doch, das ist seine Angelegenheit.
Aber hier hat nicht der Künstler selsbt sein Werk modifiziert, was das Ganze durchaus zum sozio-kulturellen Diskussionsgegenstand macht (Stichwort: Fremdeingriff).

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Zum Thema „Kunst“ und freiwillige Selbstzensur habe ich ein „schönes“ Beispiel: Im Rathaus Köpenick wurden vor wenigen Jahren Aktfotografien eines Künstlers auf den Fluren ausgestellt, aber nach wenigen Tagen wieder entfernt, weil sich Besucher gestört fühlen könnten. Wann werden endlich die griechischen Nackt-Statuen aus dem öffentlichen Raum entfernt? (der letzte Satz ist Ironie!)

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Mag sein, aber die Rechte liegen bei Verlag und Familie.
Star Wars wurde auch bis zu den Tränen überarbeitet und „verbessert“.
Kann Ihnen gefallen, muss es aber nicht

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wo die Rechte liegen ist unerheblich.
Star Wars brachte ich auch selbst als Bsp. – fürk keative Inhaltsänderungen des veranwortlichen Inhaltsurhebers.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Inwiefern ist das unerheblich?
Gerade in diesem Fall war es das geistige Eigentum des Machers. Für Lukas waren die Filme nie das finale Produkt.
Da kann man sich aufregen (ich tue dies auch), aber die Rechte sind klar

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ohne die Konplexität diverser multipersonaler Schaffensprozesse von Kunst thematisieren wollen (wir reden hier ja über ein Buch mit einzelnem Autor und zudem mutmaßlich nicht über ein reines Auftragsprodukt) oder über Verhsndkungen zwischen Verlagen und Autoren etc debattieren zu wollen:
Weil nicht der Rechteinhaber (später), sondern der Kunsturheber diesbzgl. für den Werkbereich von Kunst, die ‚Vision‘ hinter einem Kunstwerk maßgeblich ist. Hier darauf zu verweisen, dass die Rechte „bei Verlag und Familie“ liegen, die von dieser ‚Vision‘ entkoppelt sind, verkennt die ausgänglich skizzierte Problematik (oder anders: Thema verfehlt). Diese Rntkopplung liegt bei G. Lucas zumindest so nicht vor.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Was? Der Verlag will Bücher verkaufen?

Haben die nicht verstanden, dass die ganze Geschichte ohne das N-Wort keinen Sinn macht?
Am Ende könnte es doch das Allerwichtigste im ganzen Buch sein!

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

…wie auch immer: Das Original gibt es weiterhin! Stand so in meiner Tageszeitung von heute! Mit Fotos der beiden versch. Ausgaben.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„…– es wurde überarbeitet, damit es von Kindern heute verstanden werden kann.“

Ich bin überrascht! Na, sowas aber auch! Bin ich doch bisher tatsächlich davon ausgegangen, dass die Kinder der 1980-er bis mindestens Anfang der 2000-er Jahre die Geschichte durchaus verstanden haben. Und zwar genauso wie alles gemeint war. Ohne irgendwelche bösen (!??!) „Hintergedanken“, welcher Art auch immer.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  mama51

Dann sollte es ja noch genügend alte Bücher bei Ebay geben, die Sie ihren Nachkommen weiterreichen können.
Die verschwinden ja nicht aus der Welt

JoS
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Soll man jetzt eine Umfrage machen oder wie stellen Sie sich das vor? Das Problem mit dem N-Wort hat sogar meine Oma noch zu Lebzeiten kapiert und die wäre mittlerweile über 100 Jahre alt.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Der Verlag und die Erben wollen es überarbeiten, wessen Einverständnis verlangen Sie noch?

Bruni Zensi Löbel
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Den Begriff der Zensur finde ich hier deplatziert bzw. falsch.
Stereotype zu hinterfragen und sich ggf. zu korrigieren, dagegen nicht. Das ist auch keine Frage von Gefühlen oder individuellen Befindlichkeiten- nach dem Motto, wenn es jemanden gefühlsmäßig tangiert, lass ich’s sein, obwohl ich in der Sache richtig liege.
Als Lehrer:in stünden Ihnen Kenntnisse der Sozialgeschichte, der Stereotypenbildung, zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit usw. gut zu Gesicht.

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Nicht zensiert: modernisiert. Man schreibt ja auch nicht mehr “ Weib“ für Frau oder “ Mägdelein“ für Mädchen.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

In alten Werken von z. B. Goethe, in Märchen (wenn sie nicht schon extrem verkürzt und vereinfacht dem „Bildungs“-Niveau der heutigen Zeit angepasst wurden), in älteren Gedichten und Liedern usw. schon. Aber das ist ja alles alter Mist, weg damit! Wozu sollen wir uns mit unserer alten Kultur und Geschichte auseinandersetzen! (Ironie oder Sarkasmus oder einfach Frust bei mir – ich weiß es nicht!)

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Achso, Sie lesen Goethe nich in der Orginalfassung. Respekt. Ich persönlich kann diese Handschrift leider nicht entziffern, aber sie macht unbestritten was her.
In welcher Sprache lesen Sie die Bibel oder zählt da nur das Orginal? 😉

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall
  1. Änderung der Schrift ist etwas anderes als Änderung der Sprache/ des Stils. Das sieht man schon, wenn man Bücher in Originalsprache und Übersetzung liest und vergleicht.
  2. Die Bibel ist mir zu brutal und zu unlogisc, lese ich nicht, weder in Latein noch in Deutsch. 🙂
  3. Mein Sohn hat vor kurzem die handschriftlichen Tagebücher seines Urgroßvaters aus Sütterlin übersetzt. Interessantes geschichtliches Dokument, auch und gerade wegen der Sprache. Er war schon etwas geschockt über die vielen „rassistischen“ Begriffe, aber er konnte es der damaligen Zeit und Dank seines geschichtlichen Wissens gut einordnen, ohne seelischen Schaden zu nehmen. (es sind die Reisetagebücher eines Matrosen von vor fast genau 100 Jahren). Erstaunlich war auch die gestochene Handschrift und der Ausdruck und Satzbau eines einfachen Matrosen (nur Volksschule), da hat mein Akademiker-Sohn gestaunt.
Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Übrigens, eine Übertragung aus einer Schrift in eine andere, der selben Sprache, verändert weder die Wörter, noch den Satzbau, Inhalt oder Grammatik. Klappt auch, wenn Sie Ihre handschriftlichen Notizen in den Computer hämmern, oder aus einem Buch ein Zitat per Hand abschreiben (falls man Handschrift noch beherrscht 🙂 )

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

zu 2) Bezüglich Ihrer nachvollziehbaren Abneigungen von biblischen Brutalitäten verweise ich auf erhebliche (!) Unterschiede zwischen den Testamenten hin: In der sog. Genese dominiert ein brutaler Rachegott, während im zweiten Teil der wesentliche Aspekt der Nächstenliebe insbesondere durch Jesus verkörpert wird.

zu 3) Vermeintlich einfache Matrosen – gelegentlich verkleideten sich auch Frauen als solchen – und „nur“ Volksschüler*innen verfügen erstaunlicherweise auch über Fähigkeiten, die selbst akademischem Nachwuchs komplett abgehen, was für Verwunderung sorgt.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

zu 2)
*hüstel* Offenbarung des Johannes *hüstel* Theodizee *hüstel*

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Genau, die Schreib- und Lesefähigkeiten der durchschnittlichen Bevölkerung damals und heute …

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Wahrscheinlich ein weiteres Verbrechen an der Literatur. Stacheln Sie die Leute nicht auch noch an 😉

Wutbürger
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

War also die DDR ein moderner Staat?

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Wutbürger

?

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Warum plädieren Sie so vehement für die Weiterverwendung rassistischer Sprache?

Würden Sie Ihren Kindern und Schüler:innen lieber Texte vorlesen, in denen rassistische Sprache verwendet wird?

Sollen Ihre Kinder rassistische Sprache lernen?

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich bin nicht für die Verwendung rassistischer Sprache, ich bin für die Erhaltung von kulturellen Errungenschaften.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

@Unverzagte
Diesen Punkt verstehen leider immer weniger Menschen, scheint mir!

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Jetzt haben Sie @Unfassbar ungewollt beleidigt. 😉

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Okay, mein Fehler. Sorry!

Hannah
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Das N Wort ist eine kulturelle Errungenschaft?

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Worin besteht die kulturelle Errungenschaft rassistischer Sprache?

Da Sie für die Beibehaltung rassistischer Ausdrücke plädieren, plädieren Sie für rassistische Sprache.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Würden Sie diesen Vorwurf (zweiter Absatz) auch gegenüber Astrid Lindgren erhoben haben, die sich bis an ihr Lebensende gegen eine sprachliche Überarbeitung ihrer Bücher ausgesprochen hat? Erst nach ihrem Tod und langen Verhandlungen kam es dazu, dass Pippis Vater einen anderen „Titel“ bekam.

Bringt es wirklich so viel, wenn ein aus dem Lateinischen stammendes Wort gegen ein anderes ausgetauscht wird? Oft sogar gegen eins, das sich auf die gleiche Farbe bezieht?

Wenn man bedenkt, wie unwichtig für Astrid Lindgren Titel und gesellschaftliche Positionen waren, kann ich verstehen, dass sie bis an ihr Lebensende dazu stand, dass an ihren Büchern nichts geändert werden solle.
Die Prusseliese, Pipis Kurzbesuch in der Schule – die außerordentliche Heldin bekannte sich immer wieder dazu, zu es mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen. Und war doch erfrischend ehrlich im Vergleich zu den Angepassten der Gesellschaft, die vorgeben wollen, wie viel Schlaf Kinder bräuchten und was sie zu lernen hätten. Vor diesem Hintergrund kann etwas so Diszipliniertes, wie von früh bis spät zu lügen, was den Nicaraguanern (wenn ich mich richtig entsinne) nachgesagt wurde, doch nicht negativ als rassistische Äußerung gesehen werden. Kinder glauben nicht, dass Menschen in fernen Ländern oder Menschen einer anderen Hautfarbe andauernd oder auch nur öfter lügen würden als die Weißen. Kinder begreifen, was Lügen sind, wenn sie selbst belogen werden. Und das werden sie vor allem von Menschen aus ihrem nahen Umfeld.
Und es tut ihnen gut, wenn sie merken, andere trauen sich unbefangen etwas zu sagen, was nicht mehr gesagt werden soll. Das ist ein Denkanstoß. Der Gedanke, dass Lindgren nie etwas gegen Menschen einer anderen Hautfarbe oder gegen Dicke hatte, ist naheliegend.

Pippi Langstrumpf war kein Mimöschen. Sie mochte ihre karottenroten Haare und ihre Sommersprossen. – Im Zeitalter von Bobyshaming wieder aktuell und vorbildhaft, oder? – Oder nicht sensibel genug?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmm, Naja. Genau genommen ist Pipi ein armes Kind, dessen Mutter gestorben ist und dessen Vater lieber in der Gegend rumtingelt, als sich zu kümmern. Und weil das immer so ist, macht auch Pipi aus ihrem ungreifbaren Vater einen Helden. Tatsächlich erblickt man ihn nie als König, sondern höchstens als Seeräuber und auch bei Pipis Geschichten über die merkwürdigen Leute, die sie im Ausland kennen gelernt hat, ist klar, dass sich hier ein armes Kind mit großen Geschichten hervortun möchte und das Pipi diesbezüglich lügt, was sie sogar zugibt. Pipis Unfähigkeit, sich anzupassen, ihre fehlende Sozialisation, ihr ADHS-haftes Verhalten in der Schule, ihre unpassende Kleidung, all das sind Zeichen eines armen, verwahrlosten Kindes. Prusseliese hat also eigentlich Recht. Aber kann man so Freunde gewinnen? Nein! Da muss man das alles schon als gewollte Eigensinnigkeit, Selbständigkeit und Stärke verkaufen. „Pipi ist so stark, dass ihr sogar die Zöpfe abstehen“. Nein, die stehen ab, weil ewig nicht mehr gewaschen und gekämmt.
In Pipi Langstrumpf ist vieles nicht, wie es scheint.
Die Geschichte wird aus Tommy’s und Annikas und anderer Kinder Sicht dargestellt. Für die Kinder ist Pipi nicht arm, sondern stark und besonders und dies suggeriert Pipi auch, um Freunde zu gewinnen. Und Pipi kann sich nicht anpassen, deshalb wird sie zur Anführerin, der man sich anpassen muss.
Mit diesem Hintergrund sehe ich nicht, dass an der Geschichte die Handlung geändert werden muss und der Südseekönig sich kolonialistisch verhält.
Er ist ein Seeräuber, klar kann der auch irgendwo Leute unterdrücken und sich zum König machen lassen, aber wie gesagt, dass erzählt Pipi auch nur.
Beleidigende Begriffe sind dagegen etwas anderes.
Es gibt eine Stelle in der Serie mit Inger Nilsson, im Buch weiß ich gerade nicht, da sind sie (Pipi, Tommy, Annika und die Bauernhof Kinder) auf einem Bauernhof und übernachten auf dem Heuboden. Die Kinder wetten, wer die schlimmsten Schimpfwörter kennt und Pipi ist die „Jury“. Annika gewinnt mit dem schlimmsten Wort „Mistkäfer“!
Da für uns heute Welten zwischen „Mistkäfer“ und dem N-Wort liegen, ist das absurd so wie es ist. Für Kinder sollte tatsächlich Mistkäfer schon das schlimmste Wort sein. Da betont Astrid Lindgren die Unschuld und heile Welt der Kinder. Die nicht – heile Welt der Erwachsenen erleben sie auch, aber auf ihre Art. Deshalb tauchen Wörter wie Schlampe, Asozial, Abschaum, Nutte usw nicht auf. Das N-Wort zählte damals nicht dazu, heute aber schon.

pfk
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Dieser Beitrag der Interpretation, der sich am Blick des Kindes orientiert ist wohltuend und wie sich ein verlassenes Kind durchschlagen muss, im schwedischen „Märchenland“ ebenfalls.

Marion, Erzieherin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist Pippis Vater tatsächlich so N….könig geworden? Steht das in dem Buch? Er ist da hingefahren und hat sich mal so eben selbst zum König aller Ureinwohner ernannt?
Vielleicht haben ihn die Ureinwohner ja zu ihrem König gemacht, weil sie ihn für eine saucoole Socke hielten.
So hab ich mir das als Kind immer erklärt. Ich hab mich nämlich immer gewundert, wie ein Weißer N….könig werden konnte. Nach meinem damaligen Empfinden konnte man nur N….könig sein, wenn man selbst schwarz war. Deshalb ging ich davon aus, daß Pippis Vater wohl irgendwelche Ruhmestaten vollbracht haben mußte, weswegen er von den Leuten dort zum König ernannt wurde. Nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, daß er da hingefahren ist und das Volk einfach „unterjocht“ hat. Dafür war Pippis Papa viel zu nett. Vor meinen Augen tauchte immer das Bild eines freundlichen dicken Mannes mit Krone auf dem Kopf auf, der mit seinen „Untertanen“ fröhliche Feste feiert und alle sind lustig und vergnügt. Zu meiner Schande muß ich gestehen, daß in meiner Vorstellung damals alle Baströcke trugen – allerdings einschließlich Pippis Vater. Wobei ich nicht weiß, ob das irgendetwas besser macht.
Tja, was hab ich mich in dem Typen getäuscht.
Gut, daß ich jetzt weiß, was für ein hundsgemeines, imperialistisches, rassistisches Subjekt der war. Pfui!

Marion, Erzieherin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich sehe die Figur des Kapitän Langstrumpf als jemanden, der in die Welt hinauszog und das Abenteuer suchte und fand.
Der in einem fernen Land König wurde und nach Jahren zu seiner ebenso abenteuerlustigen, frechen, vorwitzigen und herrlich anarchischen Tochter zurückkehrte, um dann gemeinsam mit ihr und ihren Freunden erneut in die Welt hinaus zu segeln.
Kolonialismus, Unterdrückung und Unterwerfung anderer Völker sehen Erwachsene ,weil sie diesen Teil der Historie kennen.
Kinder denken dabei nicht im Traum an Unterdrückung und Ausbeutung. Für Kinder sind die Erlebnisse von Jim Knopf, von Pippi Langstrumpf, der kleinen Hexe und wie sie alle heißen, einfach nur spannende Abenteuer, die ihnen das Eintauchen in eine andere Welt ermöglichen.
Ich verstehe das manche Ausdrücke, manche Szenen oder Teile der Geschichte heute mit anderen Augen betrachtet werden. Der Grundtenor solcher Geschichten, sei es nun Jim Knopf, Pippi Langstrumpf oder andere, bleibt dennoch die Toleranz, die Offenheit für andere Menschen, Länder und Kulturen und vor allem bei Pippi Langstrumpf, das Hinterfragen von Autoritäten, die einem aufdrücken wollen, wie man zu leben, zu denken und zu fühlen hat. Zumindest in dieser Hinsicht sind solche Geschichten heute wieder ausgesprochen aktuell.

Bücherleser
1 Monat zuvor

@Marion,Erzieherin
Danke!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Marion sprach sich für den unbestreitbaren Wert der Geschichten aus, nicht für die Unverzichtbarkeit des N-Wortes

Beli
1 Monat zuvor

Genau meine Gedanken!

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Geschichte von Pippis Vater muss gar nicht als rassistisch angesehen werden, wenn man andere Aspekte berücksichtigt. Warum nicht in einem so rebellischen Buch an Nonkonformismus und die Erfüllung eines kindlichen Traums durch den Vater denken? Da geht einer einfach weg von der Familie, der Heimat und sucht und findet anderswo sein Glück und Anerkennung.

Für Kinder, die vaterlos aufwachsen mussten, war es bestimmt besonders schön, zu erfahren, dass es einen abwesenden Vater gibt, den das Kind lieben kann und der das Kind liebt und tatsächlich zurückkommt. Andere denken, er sei tot, aber er ist höchst lebendig.
In Märchen stehen König und Königin symbolhaft oft für die Eltern.

Asrid Lindgren hat für Kinder geschrieben! Nicht für Sittenwächter, Moralapostel oder Ideologen. Sie war bei klarem Verstand und hätte zu Lebzeiten einer Umänderung ihrer Werke zustimmen können, denn die Problematik war gerade ihr bestimmt bewusst.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Komisch, dass diese Rebellen keine Europäer besuchen und von den ungebildeten Wilden dort zum König erhoben werden…

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„Die Geschichte, dass Pippis Vater irgendwo hinsegelt und sagt ‚Ich bin jetzt König‘, das ist kurz gesagt die Geschichte von Kolonialismus, das ist Rassismus.“

Infolge der Selektivität, Reflexivität und Konstruktivität des Rezeptionsprozesses demonstrieren Textinterpretationen insb. auch die Perspektive des Interpreten, ja mehr denn eine vermeintl. objektive Botschaften der Medien, wie bereits der Aquinate vor ca. 8 Jahrhunderten realisierte, als er sinngemäß konstatierte, dass alles das, was wahrgenommen wird, nach der Art des Wahrnehmenden wahrgenommen wird (vgl. S. th. Ia q 75 art. 5.).

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Ach wie habe ich das vermisst

Aber Sie stimmen der Aussage zu, ja?
Oder haben Sie eine romantischere Sicht auf das Beherrschen von Inselvölkern gefunden?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Sagen Sie nicht, auch das(!) ist Ihnen zu umfangreich u./o. kompliziert geschrieben………

Die Frage ist nicht, ob Sie es vermisst haben, sondern ob Sie es verstanden haben. Ihre (framing-)Fragen lassen erhebliche Zweifel an Letzterem entstehen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Sie haben also der oben genannten Aussage kein Argument entgegenzusetzen. Ich ahnte es ☺️

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Achsooooooooo… Sie haben eine Aussage getätigt? Ich dachte, es seien lediglich insinuierende Fragen Ihrerseits gewesen, die keine Antwort verdient haben, weil Sie wieder Framing betrieben haben und sie komplett an meinem Beitrag vorbeigingen (jedoch ein eindrucksvolles Bsp. für das darin skizzierte Phänomen lieferten). Bestiiiiiiiiimmt mein Fehler! *lol*

Auf welche „Aussage‘ hätte denn Ihrer Meinung nach ein „Argument“ meinerseits erfolgen müssen und warum?
^^

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Und falls Sie die Behauptung von Sharon Dodua Otoo meinten: Das Gegenargument liegt hier bereits in meiner Anmerkung, d.h. dass (a) die „Geschichte“ von „Pipis Vater“ überinterpretiert wird (d.h. die tatsächlichen Aussagen über den Vater anhand mutmaßlich korrespondierender Phänomene kritisiert werden, wo Letztere aber alleine den Gedanken der Kritiker entspringen und keine zwingenden Schlussfolgerungen sind) und (b) die „Geschichte von Kolonialismus“ und „Rassismus“ übersimplifiziert (wenn nicht gar relativiert) werden. Zudem: Hitchen’s Razor und so..

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

EDIT:
Sollte heißen: „evtl./mutmaßlich überinterpretiert“, weil es hier keine ‚richtige‘ oder ‚falsche‘ Interpretation gibt, sondern lediglich unterschiedliche Grade von Intersubjektivierbarkeit, Elaboration und Plausibilität. Das ist übrigens der zentrale Punktmeiner Ausgansbemerkung, falls Ihnen dieser wieder entgeht.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Achja, das N-Wort war wahrhaftig eine kulturelle Errungenschaft… ?
Schreiben Sie doch einfach, dass Sie Schwarze ohne Widerspruch beleidigen wollen 😉

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Homosexuelle haben angefangen, sich selbst als „Schwule“ zu bezeichnen, als der Begriff nur als Schimpfwort bekannt war. Und heute? Schwulsein wird wesentlich besser akzeptiert als früher und die Männer haben mehr Rechte bekommen. Da es immer noch Diskriminierungen gibt, ist natürlich noch nicht alles bestens, aber Wunder dauern etwas länger…

An die Bezeichnung „Schwarze“ habe ich mich selbstverständlich schon lange gewöhnt, obwohl es sehr hellhäutige und auch sehr dunkelhäutige „Schwarze“ gibt, die in Wirklichkeit doch nicht richtig schwarz sind.
Kinder werden solche schlichten Gedanken immer wieder haben. – Aber immerhin kann man heute spezielle Buntstifte bestellen, mit denen sich alle erdenklichen Hauttöne ziemlich gut darstellen lassen. Auf der didacta bekam man 50%.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Oweh, jetzt kommen werden die „Biologen“ wieder auf den Plan treten: „Aber es ist doch Biologisch! Ich sehe es, also ist es wahr! Buhu“

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Das stimmt. LBGTQ-Menschen veschweren sich geradezu über die (zu viele) Toleranz der Gesellschaft.
Aber aus irgendeinem Grund, haben es auch hier Weiße leichter… Woran könnte das liegen?

Und Sie haben ein Körnchen Wahrheit gefunden: sie bezeichneten „sich selbst“ mit dem Begriff. Das ist Selbstermächtigung, also das Gegenteil vom Herumjammern, dass man keine andere mehr herabwerten sollte

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Homosexuelle sind weder kolonialisiert noch versklavt worden, so gesehen ist Ihr Vergleich unpassend.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Nö, aber landeten im Zuchthaus oder KZ!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Ich glaube, Sie bringen hier den Zeitstrahl etwas durcheinander…

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

@Rainer Zufall
Ändert das etwas am Fakt, ob es vor hunderten von Jahren oder vor weniger als einem Jahrhundert war?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Das haben die aber mehrheitlich selber entschieden und nicht andere!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

@Walter Hasenbrot
Aus welchen Kinderbüchern haben eigentlich die heutigen Kinder diese „netten“ F-Schimpfwörter gelernt, die sebst Vorschulkinder inflationär gebrauchen? Schimpfwörter und diskriminierende Ausdrücke lernen Kinder aus Büchern? Umgekehrt wird ein Schuh draus – angemessene „Bildung“, d. h. Kennenlernen und Erklären der Welt erzieht den Menschen zum Menschen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Also die guten Schimpfwörter aus Büchern kennenlernen (zusätzlich zu den neuen)…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Und jetzt kommen wieder die Schreihälse auf den Plan. Faseln dann wieder ohne jegliche Ironie von Cancle Culture -___-

Lisa
1 Monat zuvor

Nun ja. Bei Pippi Langstrumpf dachte ich, dass es eine Verschlimmbesserung ist. “ Südseekönig“ ist genauso kolonialistisch. Ich hätte “ Inselkönig“ genommen.
Ansonsten sehe ich den Unterschied zwischen Buchttitel 1 und 2 nicht. Die Schrift ist anders. Was noch?
Ansonsten ist klar: Das Wort Neger ist zumindest altmodisch und nicht mehr zu gebrauchen. Die Schüler sollten es in der Tat nicht nutzen. Es ist gut, dass das Buch überarbeitet wurde. Denn die Botschaft ist Völkerverständigung und friedlich. Und es macht auch Erwachsenen (mir) großen Spaß.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Ohne die Überarbeitung gelesen zu haben, wäre ich sehr vorsichtig mit einer Festlegung darauf, ob ich es gut finde, dass ein Buch überarbeitet wurde. Dabei kann so viel danebengehen. Eltern, die die Erstausgabe von Jim Knopf ihren Kindern vorgelesen haben, konnten seine feine Ironie noch aufgrund der Kriegs- und Nachkriegserfahrungen schätzen. Das aber kann man von Jüngeren gar nicht erwarten.

Die positive Botschaft kommt doch auch in der überaltet wirkenden Sprache ungefiltert rüber. Sollen die Kinder doch fragen, „warum heißt es da „Neger“?“. Man kann ihnen sagen, dass Neger früher für viele Menschen kein Schimpfwort war, „Nigger“ aber schon. Und dass manche Bezeichnungen nachträglich zu Schimpfwörtern gemacht werden, was verletzend sein kann.
„Du Opfer“ war lange ein ständig gehörtes Schimpfwort. Und ich musste schon mal einen weinenden Jungen trösten, weil ein anderer „Du Opa!“ zu ihm gesagt hatte, was damals als besonders schlimm empfunden wurde.

Auch ohne Erklärungen schaffen liebevoll begleitete Kinder es mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, nicht rassistisch zu denken und andere zu diskriminieren. Die Kindheit muss doch nicht der Trainingsplatz für Belehrungen aller Arten sein! Kinder nehmen sich Erwachsene als Vorbild und bekommen mit, was die Sprache eines Buchs und was die eines vertrauten Menschen ist.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Also 65 Jahre her. ..

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und jetzt sind wir eine Art und es ist von Unterarten die Rede. Obwohl wir alle Menschen sind, erforschen Wissenschaftler mit Verspätung, wie unterschiedlich manche Mittel bei Männern und Frauen wirken. Ein längst überfälliger Schritt, der noch ausbaufähig ist. 😉 Und es wird auch erforscht werden, wie die Medizin am besten auf Menschen mit einer bestimmten Herkunft, Hautfarbe oder genetischen Dispostition eingehen kann.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Ihr entarteter Kommentar spricht NUR für sich, ein „wir“ richtet sich selbst.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Sie hätten gut in Deutschland von vor 100 Jahren gepasst. Sie hätten denen nichts Neues erzählen können, Ihr Menschenbild wäre genau auf der Höhe der Zeit gewesen.

Es ist einfach… Bitte schreiben Sie, dass Sie ein Troll sind und kein menschliches Wesen, gar eine Lehrkraft, die an eine unterschiedliche Medizin nach Hautfarbe fordert.

dauerlüfterin
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Da hat dann das betreffende Kultusministerium seinen Job (Prüfung von Lehrwerken) offensichtlich nicht gemacht.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Kinder bzw. Teenies argumentieren ähnlich: “ Warum muss ich wissen, wann Bach gestorben ist? Ich musiziere auch ohne Wissen um sein Todesdatum !“

Klar, niemand muss Genaues wissen müssen, wo wir einen wesentlichen Anteil unserer Wurzeln haben, nicht wahr !?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Sehr viele wollen den Begriff auch noch heute unreflektiert verwenden. Zum Teil sogar in Kinderbüchern!

Lisa
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Muss ich ein wenig widersprechen. Die Zeiten früher waren rassistisch, das Wort Neger nicht. Kommt von Latein „niger“, was schwarz bedeutet, also als Schwarzer in Deutschland dann eigentlich nur übersetzt wird. Im Spanischen und allen romanischen Sprachen wird negro auch munter verwendet, auch als Eigenbezeichnung und seltsamerweise nicht einmal hautfarbenabhängig. Die Besessenheit von Hautfarben kommt aus der Diskussion in USA . Und d as Problem scheint zu sein, dass das diskutierte Wort einer us- amerikanischen Beleidigung sehr ähnelt, und die ist in der Tat so bösartig, dass ich sie nicht ausschreiben werde. Das ist das wirkliche N- Wort.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Mir fehlen die Worte, Ihr Gedankengut und Ihr Menschenbild angemessen zu würdigen. Einfach Wahnsinn!

… Und müssten nicht alle Gender-Gegner*innen auf den Begrifd verzichten?
Der Duden rät doch davon ab 😉

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Aha, wir sollen den Kindern ein Wort beibringen, erklären, dass es heute ein Schimpfwort ist und dass das Kind es nicht sagen soll. Aber in Büchern ist es ok.

Ihre Kinder müssen sehr viele Schimpfwörter kennen (natürlich ohne die zu sagen) 😉

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Für wie dumm halten Sie Kinder und Eltern?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Zurzeit halte ich nur zwei Individuen für dumm. Hoffentlich erziehen die Ihre Kinder so wenig, wie ihr hundert Jahre altes Welt- und Menschenbild hergibt

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Aus welchem Kinderbuch haben die Kinder eigentlich: „F*** deine Mutter“ u. ä.? Das beherrschen schon Vorschulkinder und nutzen es inflationär, während ich das Wort, um das es hier geht, in den letzten Jahren von keinem Kind gehört habe.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Eben! Und warum soll man das ändern? Damit die Kinder noch mehr Schimpfwörter kennen? PS, das N-Wort benutzen sie wenig, WEIL es ausradiert wird – und weil sie daddeln anstatt Jim Knopf zu lesen.
Die Schlussfolgerung wäre, dass es sinnvoll wäre, auch andere Schimpfwörter aus Kinder Programmen und für Kinder zugängliche Medien zu entfernen (leider unmöglich, weil Internet) und nicht das N-Wort zu legitimieren, mit der Begründung, dass die Kinder andere Schimpfwörter ja auch kennen und benutzen. *Augenroll*

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Sie wollen mich nicht verstehen. Ich legitimiere dieses Wort nicht, ich benutze es auch nicht und es soll auch nicht in neuen Medien verwendet werden! Aber ich wehre mich gegen eine Veränderung von bestehenden Kulturgütern (die Gründe habe ich schon mehrfach genannt). Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe! Wo fängt man an – wo hört es auf!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

WO HÖRT ES AUF? – Jetzt Otfried Preußler – wer/was ist als nächstes dran?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Sie haben vergessen, Ihrem Namen zu wechseln, bevor Sie sich zustimmen 😉

Bücherleser/potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

@Rainer Zufall
Ich habe mir nicht selbst zugestimmt, sondern meinen vorhergehenden post um einen neuen Punkt ergänzt. Deshalb auch das „Stilmittel“ des Großschreibens: „WO HÖRT ES AUF!“ als Wiederholung vom vorhergehenden post. Aber, da ich kein Germanist bin, war es vielleicht nicht zu verstehen. Tut mir leid! 🙂 (Hoffentlich findet wenigstens meine Rechtschreibung, besonders die Komma-Setzung ihre Gnade).

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Bei rassistischen Wörtern.
Aber Lukas hat eine Pfeife!! Niemand fordert, die Pfeife zu streichen. Wir alle wissen, dass sich der Charakter ausschließlich um diese Pfeife dreht. Ohne wäre die Geschichte völlig entkernt!

Aus irgendeinem Grund scheint es bei Rassismus aufzuhören. Können Sie die Linie erkennen?

Bücherleser/potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

@Rainer Zufall
Leider nein! (Sorry, für die späte Reaktion. Ich war im Urlaub und offline 🙂 )

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Welche Schimpfwörter auf dem Niveau vom N-Wort sind sonst noch in Kinderbüchern?

Sie wissen schon, Eltern müssen die nicht ihren Kindern vorlesen. Das Beispiel hat es gezeigt

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Habe Ihrem Beitrag missverstanden! Ich bitte um Entschuldigung!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Sie werden sich wundern, das stand auch bei Jim Knopf! Bin so überrascht wie Sie. Alle Schimpfwörter stammen anscheinend aus Kinderbüchern! 😀

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Ladys an Gentlemen: der schwächste Whataboutism des jungen Jahres! -___-

Also das N-Wort oben auf die anderen beleidigungen draufwerfen? Ergibt bestimmt Sinn…
Aber Obacht: Vielleicht steht es in einem Jugendbuch. Dann ist es Kunst und die Kinder müssen es lernen!

Hannah
1 Monat zuvor
Antwortet  Lisa

Es ist nicht altmodisch, es ist rassistisch!

Carsten
1 Monat zuvor

Das Werk ist jetzt nicht mehr ein Dokument seiner, sondern unserer Zeit. Das sollte man kenntlich machen: Autorenkollektiv: Michael Ende/ Verlagsmitarbeiter/ Erben.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten

Bestimmt ging es Ende vor allem um diesen Begriff. Ohne den zerfällt die ganze Geschichte. Alle wissen, warum wir diese dumme Handlung überhaupt erdulden, bis endlich das N-Wort fällt.

Fast nich perverser: es wurde die Rechtschreibreform angewendet. „Schifffahrt“ mit drei f? Ende dreht sich im Grab um. All sein Schaffen und seine Botschaft ruiniert

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten

Je nachdem wie umfangreich die Überabeitungen sind, stellt sich die Frage, ob sich darüber der Urheberschutz verlängern kann. Dann dürfte beispielsweise nur sehr knapp aus dem erneuerten Werk zitiert werden. (Und das Autorenkollektiv könnte von den Bibliothekstantiemen profitieren.)

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Falls ja könnte das ein wesentlicher Grund sein.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Ziemlich spekalutiv. Gelten Disney-Regeln in Deutschland?

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Fragen beinhalten keine Antworten. Ich weiß es nicht. Aber so wie sich die Verlagsverträge im Hinblick auf die Nebenrechte (früher waren es nur Verfilmung und Hörspiel) geändert haben, darf spekuliert werden.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Ihre Frage beinhaltet Unterstellungen, die fundiert werden sollten.
Am Ende stünden Sie sonst noch wie ein großmäuliger Bildredakteur da

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bin ich etwa Ihre Sekretärin, die sich anpöbeln lassen und dann für Sie googeln soll? Nö. Werden Sie mal lieber kleinlaut und googeln Sie, wenn Sie ein ernsthaftes Interesse an der Antwort haben.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Achso. Wir ALLE sollen nach Ihrer unbelegten Infragestellung googlen, damit Sie mehr Zeit haben, sich über Wokeness aufzuregen oder so.

Hatte eigentlich angenommen, Ihnen über Disney bereits entgegengekommen zu sein

Aber da Sie ein ernsthaftes Interesse hatten: Können Sie mir zumindest den Link schicken? ❤️

A.M.
1 Monat zuvor

Dass diese Wustlippen auf dem Titelblatt nicht mehr zu sehen sind, fällt hoffentlich nur angenehm und nicht als unzulässige Überarbeitung auf. Wobei ich mir vorstellen kann, dass der Illustrator des Buchcovers früher ein Gefühl dafür gehabt haben dürfte, dass Kinder doch sehr staunen können, uangesichts des Kontrastes heller Handflächen und Schleimhäute zu dunkler Haut. Auch wirkt ein Pfeifchen zwischen rosa Lippen auf vielfältige Weise…

Insgesamt lässt sich Jim Knopf so wie ich ihn in Erinnerung habe, wohl kaum sprachlich überzeugend überarbeiten. Bei den Büchern von Enid Blyton (Fünf Freunde war das leichter möglich.)

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Haben Sie den Film gesehen? Sah den mit meinen Nichten und war ehrlichgesagt angenehm überrascht ^^

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Leider nicht, Dafür habe ich zwei Mal „Der Junge muss an die frische Luft“ gesehen und war begeistert. Die Vorschau zu Jim Knopf fand ich ansprechend und werde mir den Film noch anschauen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Es gibt auch neuere Zeichnungen von Pipi Langstrumpf, die mehr Inger Nilsson ähneln. Schlimm? Und, oh je, wieviele Coverversionen von Harry Potter gibt es eigentlich? Der, auf dem Bild vom Original sieht ganz anders aus als von der deutschen Fassung und vom letzten Teil durften sich die Fans sogar ein Lieblingscover auswählen.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Veränderungen des Covers finde ich bestimmt nicht immer schlimm. Manchmal können die Autoren froh sein, wenn es ein neues, besseres gibt. Es lohnt sich jedoch, auf jedes Detail zu achten. Kinder tun es auch und wenn ein Cover ihnen gefällt, schauen einige während des Lesens immer noch mal drauf.
Das Bild auf der aktualisierten Version hat große Ähnlichkeit mit der nicht überarbeiteten Version. Eltern, die von der Debatte nichts mitbekommen haben, werden beim schnellen Zugreifen keinen Unterschied bemerken. Das könnte gewollt sein, denn nostalgische Erinnerungen motivieren Eltern und Großeltern zum kaufen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Es geht ja nicht ums Cover. A.M. will einfach das N-Wort benutzen, ohne Widerspruch zu erwarten 🙂

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nö. Ich muss überlegen, wie viele Jahre es nicht mehr über meine Lippen gekommen ist und erinnere mich. 1993 habe ich mich sehr höflich an eine neue Lehrerin der Erzieherfachschule gewandt, weil uns ein neu angeschafftes Liederbuch ausgeteilt worden war, in dem das Lied „Zehn kleine Negerlein“ immer noch vorkam. Obwohl ich gesagt habe, Sie waren ja noch gar nicht an der Schule, als das Buch bestellt wurde, mochte die Lehrerin meine Beschwerde nicht weitergeben. Ich bekam zu hören „Selbstverständlich können Sie das in ihrer Einrichtung nicht einsetzen, aber sonst könnte man ja nicht mal mehr „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann spielen“… Ich arbeitete in einem emanzipatorischen Mädchentreff, der von Mädchen aus vielen Nationen besucht wurde und war baff.
Wie aus der Pistole geschossen meinte eine Mitschülerin trocken: „Wir spielen mit den Kindern nicht „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“. Wir wählen für Fangspiele Tiere, die in der Natur Feinde sind.“

Klassiker sollen bitte authentisch bleiben. Also bitte nicht die vielen „N-Wörter“ bei Mark Twain tilgen. Und es gibt eine sehr gute Kinderbuchausgabe von „Onkel Toms Hütte“, die sich wohltuend von den Verhunzungen, die jahrzehntelang verramscht wurden, unterscheidet. Erschienen im Werner Dausien Verlag: https://www.zvab.com/servlet/BookDetailsPL?bi=31707076955 So ein gut gemachtes Buch, zeigt dass sich ein für Erwachsene geschriebenes Buch sehr wohl sogar so kürzen lässt, dass etwas Besonderes für Kinder rauskommt. Aber das ist sehr selten und der damalige Verlagschef hat sooo viel Zeit auf die Entstehung des Buchs verwandt, wie es heute kaum noch geleistet werden kann.

.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Mark Twain hat das N-Wort auf eine ganz andere Art dargestellt! Die Personen, die es in Tom Sawyer und Huck Finn benutzten, ließen einen mit ihrer empathielosen Unwissenheit eher die Stirn runzeln,und das war Absicht.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Twain war genial! Aber auch ihm wurde unbegreiflicherweise Rassismus unterstellt. Kindern wünsche ich, dass sie die Gelegenheit haben, mehrere Kinderbücher über diese Zeit zu lesen. In der Ausgabe des Dausien Verlags wurde zu Beginn die erfolgreiche Flucht einer jungen Familie geschildert und so devot wie in anderen Kinderbuchausgaben wurden die Sklaven nicht dargestellt.

Und am besten sollten es Bücher sein und keine ebooks. Bücher garantieren, dass man später noch mal das in der Kindheit gelesene nachlesen kann und nicht auf das angewiesen ist, was dann in an den aktuellen Zeitgeist angepasstem Inhalt auf dem Markt ist.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Wer unterstellte ihm Rassismus? Gab es vielleicht andere Schreiber (für Kinder und Jugendliche)?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

… bei Jim Knopf auch? …

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Warum warfen Sie dem Allied Mastercomputer diesen Knochen? Er wird Jim Knopf nur noch mit Twain vergleichen -__+

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Freut mich, dass diese Lehrerin und Mitschülerin einen so nachhaltigen Effekt auf Sie hatten, dass sie Ihre ganze Ünerzeugung danach umgestellt haben.

Ehrlichgesagt hatte ich als Kind den „schwarzen Mann“ immer als Schatten vor Augen. Hatte die Farbe am Ende eine Rolle? Sah ich meine Kultur und Identitä gefährdet. Natürlich nicht!
Welche Erwachsenen können sich da dermaßen emotional (verfehlt) einbringen?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Und seitdem setzen Sie sich für den Gebrauch des Wortes ein. Inspirierend.

Natürlich wäre ein Argument gut, dass sich nicht auf bloßer Gewohnheit ausruht…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Danke für diese normale Antwort. Normale Menschen fügen meistens noch hinzu, wie viele Menschen anderer Hautfarbe/ Herkunft/ Religion/ .. sie haben 😉

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Bei etlichen Büchern von Enid Blyton war die Überarbeitung anders als bei anerkannter Kinderliteratur auch wirklich nötig.

Beli
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Können Sie bitte erklären, wie Sie das meinen?

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Beli

In meiner KIndheit waren in den Fünf-Freunde-Büchern „die Zigeuner“ bemerkenswert oft die Bösen. So oft, dass es mir schon als Kind aufgefallen ist. Später habe ich bei Schulkindern mal in die vor Jahrzehnten erschienenen Ausgaben geguckt und die Bösewichte sahen anders aus und es hatte sich auch sonst einiges geändert. Da mich die Bücher nicht sonderlich interessiert haben und ich auch keine Zeit zum Weiterlesen hatte, kann ich nur eine vage Erinnerung schildern.

Das Grundmuster des Buchs – die Protagonisten haben immer Ferien und erleben Abenteuer – hatte sich jedenfalls nichts geändert.

Beli
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Danke für die Antwort. Ich habe die Bücher sehr gerne gelesen und kann/konnte mich an das von Ihnen Geschilderte nicht erinnern.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Beli

Doch es stimmt….ich habe die Ausgaben meines Vaters damals gelesen (also sehr alt), da war das tatsächlich so….

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Hat Tarzan nicht alle ERWACHSENEN verprügelt?
Meines Wissens taten sich die Hörspiele mit dieser Minderheit oder bspw. Obdachlosen schwer
Who knows, ich war im Team ??? 😀

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Ich habe mal wieder eine Frage: „Wulstlippen“ – ich sehe in letzter Zeit immer öfter junge weiße Frauen mit extrem aufgespritzten Lippen. Das scheint ein neuer Modetrend zu sein. Ist das eigentlich „kulturelle Aneignung“ oder ein neues „Schönheitsideal“? Dann hätte man das Cover ja gar nicht ändern müssen?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wie platt ist das denn? Silikon Lippen als Aneignung afrikanischer Menschen? Und Silikonbrüste als Aneignung an stillende Mütter, oder was?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Brazilian Butt Lifts wurden auch bereits mit dem Unfugsbegriff der kulturellen Aneignung bedacht………

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Von wem?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

GIYF…… der Rechercheaufwand wäre weniger gewesen, denn die Formulierung Ihrer Frage. Sealioning bediene ich hier nicht. Bitteschön. 🙂

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Ich finde nichts zur kulturellen Aneignung, nur beängstigend viele Artikel zum Risiko des Eingriffs…

Naja, ich schätze, Sie rülpsten unbelegte Unterstellungen in den Raum – mit der ersten Sache, die sie vor Augen haben 😉

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ihre unausstehliche Twitter-/X-Attitüde ist langweilig… bestenfalls (mir fielen auch andere Attribute ein). Sie ‚rülpsen‘ hier seit einer gefühlten Ewigkeit mehrmals am Tag sämtliche (mehr oder weniger) aktuelle Kommentarbereiche zu sozio-kulturellen u./o. -polit. Themen mit jeweils einem Schwall Ihrer infantil-provokativen, selbstherrlich-despektierlichen Einzelnern voll, voller logischer Fehlschlüsse, insb. roter Herringe, Sealioning, Taubenschach und Co. – @Pit2020 hat Ihr Verhalten ja bereits entsprechend antizipiert… und das ist auch nicht schwer, denn Sie agieren hier wie eine identitätslose Karikatur Ihrer ähnlich infantil-provokativen, selbstherrlich-despektierlichen Vorbilder auf Twitter/X und Co., woher Sie ja auch Ihre durchschaubaren ‚Taktiken‘ und Ihre einschlägigen (ideologisch verzerrten, biasinduzierten) Infos, Ihre Pseudoargumente haben, die sie in Form von dort ebenfalls entnommenen Textbausteinen unreflektiert, unkritisch-affirmativ per copy & paste „in den Raum“ rülpsen. Da kann ich gleich Shurjoka, Dekarldent und Co. gucken.

Und trotzdem (nicht für Sie, sondern als Argumentationshilfe und im Interesse der Mitleser hier) und auch wenn dies Ihre Fähigkeiten übersteigen wird, dies adäquat zu kontextualisieren und in Zusammenhang zu bringen, vielleicht eine Idee für ein gelingende Verwendung von Suchmashcienen (damit haben Sie ja offenbar auch Probleme): https://journals.sagepub.com/doi/pdf/10.1177/15327086211029357 + Kardeshian + blackfishing (resp. black-fishing).

„[…] mit der ersten Sache, die sie vor Augen haben“
Ich sehe Sie gerade… und das Thema sind i.w.S. Hintern. Danke für die Steilvorlage.

Danke, Sie haben mich wieder belustigt. 🙂

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

@Rainer Zufall

https://www.der-rhetoriktrainer.de/blog/taubenschach-und-andere-troll-werkzeuge/
Nur, weil Sie es bei mir auch schon versucht haben …
Pssssst: Bei wem haben Sie es eigentlich noch nicht versucht? 🙂

Und für alle, die zufällig nicht „Rainer“ gelesen werden, weil sie sich so nennen:
Hilfreiche Info am Ende des Links („Was kannst du dagegen tun?“).

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Also Sie schicken mir DIESEN Link, aber keinen zur „kulturellen Aneignung“ von Brazlian Butt Lifts? -___-

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Rasta-Locken bei Weißen wurden auch schon als kulturelle Aneignung verpönt, selbst bei bestimmten Stoffmustern gab es Empörung.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Von Teenagern bei FFF. Wo noch?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall
Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Ich schätze, sie haben Recht? Ich hätte gerne ein weiteres Beispiel, bevor die Behauptung als allgemein bekannte Tatsache in den Raum geworfen wird… =\

Haben Sie ein weiteres?

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Selbsterfüllende Prophezeiung: Check!
Wahrscheinlihckeit, dass auch hierauf wieder ein entsprechedn dümmlich-provokativer Einzeler vom üblichen Verdächtigen erfolgt: Quasi garantiert!
🙂

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

@PaPo

Bis jetzt nicht …
Vielleicht macht da jemand „blauer“ Montag? Es sei gegönnt, schließlich haben alle was davon. 😉

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Vielleicht war das der Grund für die Änderung! Wenn deutsche Mädchen sich zum Lustobjekt aufmotzen (ja, das ist wieder ein Fettnapf), dann will man es vielleicht nicht zulassen, dass Jim Knopf am Ende auch noch als dämliches Lustobjekt gesehen wird.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Man darf Mädchen nicht sexuell belästigen, wenn sie sich nach ihrer Auffassung schön machen – welch ein Fettnäpfchen. Wer ist noch nicht reingetreten?

Gleichermaßen bei zerkratzten Autos, geklauten Handtaschen, geschubsten Omas und misshandelten Messdienern: manche fordern es auch echt heraus

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Krass, Ihre Traumwelt muss einiges an echten Belegen liefern. Ansonsten könnte man noch meinen, eine rassistische Idee würde einfach auf andere („hässliche“ – was sonst?) Menschen projeziert

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

? Ich verstehe Ihren Kommentar zwar nicht, aber Sie brauchen sich keine Sorgen um meine Träume und meinen Schlaf machen.

Folko Menpiepe
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Mein Stiefneffe ist in Westafrika geboren und was soll ich sagen: Er hat weder die helle Haut der neuen Abbildung noch deren schmalen Lippen.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Dass Texte bei Neuauflagen von Verlagen sprachlich überarbeitet werden, um sich an die Gegenwartssprache anzupassen, ist nicht ungewöhnlich. Bei lebenden Autoren geschieht das in Zusammenarbeit mit den Verfassern.

Texte von Goethe und Schiller sind in ihrer Originalorthographie heute nicht mehr aufzufinden. Einige sehr sexuell anzüglichen Passagen in Goethes „Faust“ sind bei Reclam Jugendschutzgerecht verändert.

Von der Bibel gibt es etliche Versionen in verschiedenem Wortlaut.

Einen Aufschrei gibt es aber immer nur, wenn Verlage diskriminierende Sprache an modernes Sprachverständnis anpassen.

Erklären lässt sich diese Fokussierung auf die Rettung rassistischer Sprache nur durch einen tief verankerten Rassismus oder völlige Ahnungslosigkeit von Verlagsarbeit.

Wahrscheinlich liegt häufig beides vor.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Durchaus.

Sie haben auch Star Wars vergessen, ich meine natürlich „Krieg der Sterne“ 😀

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Eine Anpassung der Rechtschreibung verändert nicht den Inhalt oder (Sprach)stil! Es ist z. B. schon ein Unterschied, ob sie einen Roman oder ein Gedicht in der Originalsprache oder in Übersetzung lesen! Meine persönliche Erfahrung z. B. mit Puschkins „Ruslan und Ljudmila“ – auf deutsch langweilig, im Original sehr vieldeutig. Ähnliches berichtet mir mein Sohn mit englischsprachigen Autoren, deshalb liest er diese nur noch im Original (seit mittlerweile 20 Jahren).

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

In den 2000ern gab es ein großes Geschrei um die Änderung der Rechtschreibung. Die Argumente der angeblich Konservativen waren ähnlich. Auch damals wurden Texte als unveränderlich angesehen.

Dass es bei Texten auch um den Verständnishorizont der Leser geht und Texte, in denen das N-Wort vorkommt, heute anders verstanden werden als vor 60 Jahren, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Und bei Texten, die sich an naive Leser richten, wie es besonders bei Kindern der Fall ist, ist eine Anpassung an den modernen Sprachgebrauch angemessen und richtig, um den Kindern keinen rassistischen Sprachgebrauch beizubringen.

Bei einem weniger naiven Adressatenkreis kann von Verlagen die Thematisierung rassistischer Sprache im Vorwort ein sinnvoller Weg sein. Kinder lesen aber keine Vorworte.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Sie sind eine Oase in der Wüste! ❤️

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Natürlich kann auch die Anpassung der Rechtschreibung den Sinn eines Textes beeinflussen.

Wenn jemand heute immer noch die Rechtschreibung der frühen 90er Jahre verwendet, oder die Rechtschreibung Goethes oder einen Stern oder Doppelpunkt innerhalb von Wörtern verwendet, oder jemand nur in Kleinbuchstaben oder Großbuchstaben schreibt , dann fügt das eine Bedeutungsebene zum Text hinzu, die der Text in gewöhnlicher Rechtschreibung nicht hat.

Aus diesem Grund ist die Anpassung der Rechtschreibung durch Verlage sinnvoll. Bei einer Wortwahl, die heute als rassistisch verstanden wird, ist das ähnlich. Wenn der Verlag sicherstellen will, dass der Text heute so verstanden wird, wie der Autor vor 60 Jahren beabsichtigte, dann sollten in einem antirassistischen Text rassistische Wörter nicht naiv verwendet werden.

Dabei muss natürlich berücksichtigt werden, ob der Verlag sich mit seinem Produkt zum Beispiel an Literaturwissenschaftler richtet oder an Kinder. Das Maß, in dem Textveränderungen sinnvoll und gerechtfertigt sind, ändert sich mit dem Reflexionsvermögen und der Reflexionsbereitschaft der Zielgruppe.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Sie verwechseln mMn. Rechtschreibung mit Stilmitteln/Ausdrucksmöglichkeiten, aber ich bin kein Germanist/Linguist. Vielleicht könnte das jemand aus diesem Fachbereich erklären.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Ich verwechsle gar nichts. Und ja, ich bin aus dem Fachbereich.

Ebenso wie die Wortwahl kann auch die Rechtschreibung als Stilmittel eingesetzt werden.

Sie begehen einen Kategorienfehler.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Okay, was ändert sich bei daß – dass, Delphin – Delfin?
Bei Genossen – genossen ist es klar, ist was anderes.
Schreibe ich ALLES groß – ist das ein Stilmittel. Vielleicht können Sie mir Beispiele bringen, die das erklären, was Sie meinen. Danke! Ich habe nämlich das Gefühl, wir reden aneinander vorbei.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Schreiben Sie hier im Kommentarbereich doch mal alles groß oder nutzen ausschließlich die alte Rechtschreibung. An der Reaktion der Mituser werden Sie den Unterschied in der Konnotation erkennen.

PS: Sie begehen immer noch eine Kategorienfehler. In der Sprache kann alles ein Stilmittel sein: Rechtschreibung, Wortwahl, die Verwendung klassischer rhetorischer Mittel usw.

Zu sagen, es gehe nicht um Wortwahl oder Rechtschreibung, weil hier ein Stilmittel vorliegt, ist schlicht und einfach Unsinn.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Überzeugt mich leider nicht, aber wie gesagt, ich bin kein Germanist. Liegt also sicher an meiner Unkenntnis. Nobody is perfect!

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Zu sagen, es gehe hier nicht um Rechtschreibung, weil es sich um ein Stilmittel handele, ist etwa so, als würde jemand sagen: „Das kann kein Vogel sein, es ist doch schon ein Wirbeltier.“

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Okay, in einem Punkt haben Sie sicher Recht, die Kommasetzung – das ist Rechtschreibung und kann den Sinn total verändern. Wurde aber von der Rechtschreibreform berücksichtigt, Kommafehler waren und sind Rs-FEHLER, zählen also nicht für Ihre Ausführungen. Also bitte andere Beispiele anführen! Ich lerne gern dazu.

JimLukas
1 Monat zuvor

Die Hautfarbe von Jim wurde geändert, bei Lukas ist alles gleichgeblieben (?) . Seltsam, auch das. Man stelle sich mal vor Lukas wäre gebleicht worden um die politisch korrekte Hautfarbe zu erzielen, die seiner, äh, „Identität“ zugeordnet wird. Würde das dann als rassistisch gelesen?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  JimLukas

Lässige Art, die Botschaft der Geschichte nicht zu kapieren

JimLukas
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Botschaft der nachträglichen Zensur ist es, um die es hier geht.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  JimLukas

Es handelt sich nicht um Zensur, sondern um ein Lektorat.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  JimLukas

Genau darum ging es in der Geschichte. Sie haben gewonnen

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  JimLukas

…und ich finde, dass man dann konsequenterweise auch die Emma von einer Dampflock mit politisch völlig unverantwortlicher, miserabler Co2-Bilanz zu einer Lock mit Solarpanelen hätte umformulieren müssen…dann wäre Lukas auch nicht mehr so schmutzig. Und außerdem ist mir das Ganze grenzwertig nahe an einer pädophilen Beziehung … ein erwachsener Mann, der mit einem quasi fremden Kind monatelang durch die Welt gondelt … das geht doch gar nicht.

Tja…und nun?? Da hat der Michael seine Story in der zukunftsweisenden Wirkung wohl nicht vorausschauend zuENDE gedacht.

Ich wusste es schon immer … ein phantasiebesessener und mit übler Ideologie beseelter Autor.

Ironie aus!!

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Gestern gab es einen informativen Bericht auf Deutschlandfunk zum gegenwärtigen, scheinbar selbstverständlichen Rassismus von Hellhäutigen und „unserem“ oftmals unwissenden Umgang. Als Unbetroffener mit allen Privilegien, die eine „richtige Hautfarbe“ so mit sich bringt, fehlt es an Bewusstsein und entsprechender Empathie.

Ihr ironischer Kommentar ist leider eine fatale Bestätigung dieser Sendung.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Unverzagte

Oh, und ich lese mit Bestürzung heraus, dass Sie mich als Rassisten beschimpfen…obwohl ich auf genau diesen Umstand der Diskussion gar nicht Bezug genommen habe, sondern lediglich andere aktuelle Problemlagen im Kontrast und Kontext des Buches angeführt habe. Wenn man an Veränderungen vornimmt, dann kann man doch auch den großen Wurf starten und dieses wunderbare Buch quasi in unsere Zeit mit unseren Problemen hieven.
Ich wüsste da noch etwas 1867 Bücher, die einer entsprechenden Aktualisierung auf die derzeitige Geisteslage bedürften.

Sollten Sie tatsächlich so oberflächlich und nicht zum lesen in der Lage sein?

Hmmm…Angesichts der Kommentare, die ich zu den unterschiedlichsten Themen hier im Forum von Ihnen gelesen habe, hätte ich mir ein zuweilen verkürztes Verständnis ihrerseits eigentlich denken können.

….nur mal so zur Einordnung.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Sorry, leider bin auch ich nicht so tiefgründig belesen wie Sie. Denken und Ordnen können Sie auch viel besser.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Mimimi? Ich meiner Generation würde man sagen „heul doch“…..
Sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen….

unverzagte
1 Monat zuvor

Sie bzw. „Ihrer Generation“ verweisen vermutlich ganz unverkniffen auf bewährte Werte wie „Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl“ !?

Wäre wenig verwunderlich, vielmehr zum generationsübergreifendem Heulen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Eieiei, jetzt werden Sie aber übergriffig….und nein, ich gehöre der Generation Golf (sagt zumindest Illies) an….Hart wie Kruppstahl war die Generation vor mir….oder vor vor mir…..

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Heul doch 😉

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Wow, eine solch unreflektierte Aggressivität bei gleichzeitig vorgetäuschter Sprachsensibilität macht mich einfach nur sprachlos…
Aber wahrscheinlich ist das genau Ihre Intention, um Ihnen ungelegene Forist*en mundtot zu machen.

Chapeau! 🙁

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Sie irren sich! Das ist Geschichte! Die wollen doch nicht die gesellschaftliche Historie und deren Sprache vergessen machen?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ist das der angemessene Zeitpunkt? Aber ja, Unverzeigte realisierte, dass Hysterian, ein Lehrer – vielleicht sogar ein Mensch! – keinerlei Bewusstsein für strukturellen Rassismus haben könnte.

Mimimi…? Naja, wird ja „nur“ für deren Schüler*innen anderer Hautfarbe scheiße sein….

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Sie sind also so einer? Ermüdend. Was könnte ich schreiben? Was würde Sie berühren?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

@Hysterican

„…und ich finde, dass man dann konsequenterweise auch die Emma von einer Dampflock …“

Kritisch zu sehen ist auch die Rolle und/oder Wertigkeit von weiblich gelesenen … Gegenständen?!
OH MY GOD!!! 😉

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

….lieber Pit … Du hast exakt erfasst, was ich meinte. Danke! 🙂

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Strohmann-Argument! Danke 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Warum haben eigentlich Schiffe seit 100en von Jahren fast immer weibliche Namen?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

@potschemutschka

https://de.wikipedia.org/wiki/Seemannskultur
Etwas besseres habe ich ad hoc nicht gefunden.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Meine Antwort ist leider „verrutscht“ und steht weiter unten an falscher Stelle 🙂

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Weil Männer gerne Frauen steuern. 😉

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

„Der Mann ist das Haupt der Familie, die Frau der Hals. Der Hals dreht den Kopf in die richtige Richtung.“ 🙂

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wie süß, solange wir uns einig sind, dass Männer der Kopf sind ^^

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Weil Frauen seit immer Männer und ihre Dummheiten unbezahlt ertragen und aushalten müssen?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Ja, voll seltsam. Als würden Verlag und Familie das Buch nicht einfach irgendwie nach Zufall ändern, sondern sich etwas dabei denken.

Ich glaube, Sie haben es fast verstanden. Sie müssen jetzt nur noch den Unterschied zwischen einem seelenlosen Fahrzeug und einem Menschen herausfinden.
Viel Erfolg

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Ja, das N-Wort für Menschen ist garantiert auf gleicher Ebene mit Maschinen

UND Emma muss eine Dampflock sein, weil ihr Wassertank für die Geschichte wichtig ist.
Verliert Jim Knopf an Bedeutung, wenn für ihn das N-Wort nicht verwendet wird (und den Kindern nicht die historische Bedeutung des Wortes erklärt werden muss)?

Annemaus
1 Monat zuvor

Man muss aber festhalten, dass es damals noch ungewöhnlich war, überhaupt einen dunkelhäutigen Jungen als Held in einer Geschichte zu haben. Überhaupt gibt es wie z. B. bei den Halbdrachen Dinge, die sich gegen Rassismus richten. Aber das wird natürlich von diesen „sensitive Readern“ nicht positiv erwähnt.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

Es muss festgehalten werden. Genauso die schauspielerische Leistung schwarzer Darsteller*innen in „Vom Winde verweht“…

Und Ihnen ist schon klar, dass Jim Knopf immer noch schwarz ist? Es ist auf dem Cover, denn es ist wichtig! Herabwürdigende Sprache (in den Ohren aller heute Lesenden) ist es dagegen nicht

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

„Sensitives Reading“ war oder ist als Quelle für einen Gelderwerb besser nutzbar, wenn das Thema so angeboten wird, dass das Kritikwürdige betont und seine Beseitigung angestrebt wird. Würde man hingegen nur sagen, „da ist man heute anderer Meinung, aber Lindgren, Ende und andere waren keine Rassisten und Kinder verstehen ihre Botschaften intuitiv richtig“, dann kann man gelassener mit Kinderbuchklassikern umgehen.

Was ich als Kind von meiner Oma und ihren Schwägerinnen und Schwestern gehört habe: Die dunkelhäutigen GIs sollen im Nachkriegsdeutschland beliebter gewesen sein als die Weißen. Im eigenen Land diskriminiert und in Deutschland ging es weiter. Wurde einem Schwarzen eine Vergewaltigung einer Frau durch einen Weißen zugeschoben fiel das auf. Angenehm soll auch aufgefallen sein, dass die Schwarzen sehr freundlich zu Kindern waren und Schokolade verschenkten. Liebesbeziehungen führten zu „Mischlingskindern“, der Film „Toxi“ kam in die Kinos und Schildkröt brachte „Brown babies“ auf den Markt, die von den Müttern der Puppenmütter oft genug den Namen „Toxi“ bekamen.
https://www.zeit.de/hamburg/2020-07/rassismus-fruehbildung-kita-vorschule-paedagogik-christiane-kassama Lesenswert, aber wie man dazu steht, muss jeder selbst entscheiden.

Jim
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Man hat sich weitgehend darauf geeinigt, den Begriff „Rasse“ auf Menschen nicht mehr anzuwenden, aus guten Gründen. Nun wird wieder begonnen, sehr genau, auf die Hautfarbe und andere „Identitäts“-merkmale zu achten, die eigentlich kein Thema mehr sein sollte.

Identitätspolitik wird nicht dadurch besser, dass sie von den „Guten“ betrieben wird. Da hat sich der linke Diskurs ganz schön verrannt, aber es ist wohl noch nicht so weit das einzusehen.

Jim
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ok, ohne links-rechts Zuschreibungen. Das führt ohnehin oft zu Missverständnissen.

Dieser Versuch einem fiktiven Charakter die vermeintlich richtige Hautfarbe zuzuordnen, das ist ein ganz alter Zopf. Ich kann nicht verstehen, warum solche Konzepte wieder aus der politischen Mottenkiste geholt werden.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jim

Jim Knopf ist schwarz. Fertig.
In 50 Jahren wird vielleicht ein anderer Begriff verwendet und das ist ok.

Wenn ich in 50 Jahren als Zombie (Lehrkräftemangel) herumhüpfen muss, habe ich kein Problem damit, den neuen Begriff zu stöhnen.
Ist doch kein Problem

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Daran kann ich auch nichts Linkes sehen. Eltern haben ein berechtigtes Interesse daran, dass ihre Kinder nicht ausgegrenzt werden und sich in ihrer Haut unwohl fühlen. – Mit dem Aufwachsen der eigenen Kinder kommen eigene Kindheitserinnerungen hoch, die zum Teil verdrängt waren. Mütter von dunkelhäutigen Mädchen haben nicht grundlos Angst, dass ihre Töchter wegen ihrer Hautfarbe als Lustobjekt gesehen und belästigt werden könnten.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Was hat das mit irgendwas zu tun? Warum gelten Schwarze in Ihren Kreisen als Lustobjekte?? Vielleicht lieber über Respekt unterrichten als den historischen/ kukturellen Wert des N-Wortes…

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jim

Sie irren. Schwarze müssen sich oft über eine übergossene, verdrängte, unerwünschte Kuktur identifizieren. Warum meinen Sie, werden schwarze Deutsche immer wieder gefragt, wo sie „eigentlich“ herkommen? Oder meinen Sie, weiße Deutsche würden ebenso oft gefragt?
DARUM ist Identitätspolitik für MINDERHEITEN wichtig: es geht um einen Platz auf Augenhöhe in der Gesellschaft.
Umgekehrt beschäftigen sich viele sis-Weiße in Deutschland damit, wie sie andere loswerden, vergessen oder ignorieren können

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Es unterstellt auch niemand den Autor*innen dergleichen. Durch die jeweilige Zeit sind Werke aber kodiert, dass ist ganz normal.

In Herr der Ringe sollten die Bösewichte möglichst fremd (zu dieser Zeit) wirken, also haben sie viele Einflüsse anderer, meist östlicher Kulturen.
Tolkien ging es aber nicht um die Herabwürdigung dieser Kulturen.
Das N-Wort, in heutiger Zeit tut es.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich denke doch. Es waren Ost-und Südländer, die Mittelerde bedrohten und sich mit Sauron gut stellten – und die sahen dann in den Filmen auch noch wie unsere Ost/Südländer aus.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@Indra RuppWOW -“ sie sahen so aus“! Das klingt ja fast wie die Rassentheorie der Nazis. Wie sehen den „unsere (also Ihre) „Ost- und Südländer“ aus? – sorry, diese Steilvorlage konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Sie versuchen mit allerhand Schwachsinn die eigentlich begründete Kritik an Rassismus zu relativieren und zu verspotten.
Zu Ihrer Frage : Dunkelhaarig, mit mittelbrauner Haut und traditionell orientalischer Kleidung.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Und mit „unserer“ meine ich nicht heute und jetzt sondern Planet Erde und nicht Mittelerde.

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das macht Ihre Aussage nicht besser!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Ja, ich weiß schon, was Sie hier für ein Spielchen treiben. Sie halten sich für die weiseste Person im Forum und wollen den kleinen Lichtern da unten den Spiegel vorhalten und ihnen zeigen, wie absurd ihre Anliegen sind. Jim soll keine Wulstlippen mehr haben und dann darf man Ihrer Logig nach auch grundsätzlich nicht mehr sagen, wie Leute aussehen. Und wo das im Extrem hinführt, soll die kleinen Schüler auf den Boden der Tatsachen zurück führen. Genauso kann man das mit dem Gendern machen und das so konsequent auf jedes Wort und jede Endung, jeden Vokal anwenden, dass niemand das mehr lesen kann.
Was wäre also die Lösung? Das wir das alles bleiben lassen und endlich aufhören, uns um die Diskriminierung Anderer Gedanken zu machen?
Übrigens bin ich nicht verantwortlich für alle Ideen, die irgendwelche Leute auf der Welt bezüglich diskriminierungsfreiem Miteinander haben und muss mich nicht für alles verbürgen, nur weil ich auch gegen Diskriminierung bin und vieles in dieser Richtung richtig finde. Ich muss mich nicht verbürgen, für Leute, die gegen Rastalocken bei Weißen sind, nur weil ich gegen die arg dumm und unmenschlich wirkenden Darstellungen von Schwarzen mit Wulstlippen bin. Ich habe diesbezüglich nämlich niemanden zum Vorstand gewählt und umgekehrt müssen auch nicht alle, die „woke“ sind dafür gerade stehen, wenn Indra aus Melle jetzt anprangern würde, dass…. Ziegen, die relativ häufig das xxy Chromosom vorweisen, kein drittes Geschlecht bekommen, sondern Zwitter genannt werden, nur als Beispiel.
Damit macht es sich „die Gegenseite“ verdammt einfach. Ungefähr so, wie manche Männer, die meinen, Frauen müssten körperlich das gleiche leisten, wenn sie gleichberechtigt sein wollten. Kriegt Frau also nicht hundert Weidezaunpfähle mit dem Vorschlaghammer tief genug in den Boden, ist das ganze Gleichberechtigungsgedöns absurd.
So einfach und bequem kann man sich dem menschlichem Miteinander nicht stellen. Da gibt es nicht schwarz und weiß und ganz simple Antworten, sondern jede Menge grau und viel relatives.
Und dafür braucht es Empathie und eine Horizonterweiterung.
Gründen Sie eine Lesegruppe mit fünf Jungs und fünf Mädchen. Lesen Sie denen nur Bücher von ganz alten und ganz tollen Autoren vor, in denen aufgrund der damaligen Zeit, Mädchen immer nur als schwach, weich, hilflos und ohne eigene Meinung dargestellt werden. Belassen Sie es dabei, dass man das den Kindern ja alles erklären kann und das dann entsprechend überhaupt keinen Eindruck erwecken muss. Oder lesen Sie der ganzen Klasse vom dummen Weiblein und vom starken Männlein vor. Erziehung wirkt doch eh nicht ^^ .
Und jetzt nicht herausreden damit, dass man das erklärt, historisch analysiert und zum Ausgleich anschließend zehn moderne Bücher liest. Das wäre dann nämlich nicht im Verhältnis mit der viel zu großen Anzahl rassistischer Kinderbücher und – Lieder und wäre dann kein Vergleich mehr.
Bitteschön, ein Spiegel für Bücherleser und sorry, bezüglich Hintergründigkeit top ich Sie!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Bitte füttern Sie nicht den Troll. Weisen sie ihn – mit Recht – zurecht, aber würdigen Sie ihn bitte keiner Erklärungen und Ausführungen.
Er hat dies nicht verdient und wird es nicht verstehen. Solche Individuen haben keinen Kompass und können (wollen) nicht den Wert aller Menschen anerkennen.

Der EINZIGE wirklich gruselige Gedanke ist, dass Bücherleser am Ende WIRKLICH eine echte Lehrkraft ist und mit Kindern in Kontakt steht

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Sie können Film und Realtitä nicht unterscheiden.
Suchen Sie eine Ärztin oder einen Level 5 Heiler auf!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Perfekt den Punkt verpasst. Niemand erwartete mehr von Ihnen, aber ICH nahm mit die Zeit 😉

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Ein weiterer – sehr tiefer – Blick in den Abgrund….
Ja, Bücherleser, das Verbrechen der Nazis bestand darin, Unterschiede im Aussehen wahrzunehmen und garantiert nichts anderes.
Ich meine, wie sehr würden Sie sich als Teilhaber einer Demokratie oder gar Lehrkraft beschämen, verstünden Sie den Rassenwahn der Nazis nicht oder würden es heutzutage wider besseren Wissens behaupten.

Welch Armutszeugnis für das Deutsche Bildungssystem so eine Person darstellen würde..

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Genau. Buchtreue vs. „Zensur“
Aber das regt ja keinen auf, daher regen sich manche lieber über N-Wörter etc auf 😉

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Seltsam, dass niemand nach den Chinesen (Mandaloreaner?) in der Geschichte fragt…
Hier scheinen Nostalgie, Kunst und Intention des Autors nicht zu greifen.
Oh, hätte Michael Ende sie bloß als S-Wort beschrieben 😉

FL62
1 Monat zuvor

Erziehungsjournalismus vom Feinsten.

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  FL62

Meinen Sie die beeindruckende Geduld der Redaktion im Umgang mit schmerzhafter Ahnungslosigkeit ?

Lena Hauenstein
1 Monat zuvor

Als Teil der Zielgruppe (meine Tochter wird bald 7, wir kommen langsam in den Bereich, in dem wir das vorlesen werden und da sie sich ihre Bücher noch nicht selber kauft, bin ich Teil der Gruppe), warum sollte ich meiner Tochter ein Buch voller Schimpfworte vorlesen?
Wenn in einem Kinderbuch ständig „Arschloch“ stünde, wären doch auch die meisten Menschen dafür, den Begriff umzuwandeln.
Selbstverständlich ordne ich ständig Teile von Geschichten in ihren Kontext ein (Kalfatern und glühende Schuhe kamen hier schon, wir lesen mit unserer Jüngeren gerade Märchen und diskutieren dann immer die Grundlagen von Beziehungen, „wenn jemand dich mit dem Tod bedroht, wenn du eine unmögliche Tat nicht vollbringst, solltest du den nicht heiraten“), aber in der Menge, die dieses Wort in Jim Knopf vorkommt, fände ich das einfach nur anstrengend. Vorlesezeit dient nicht ständig und immer dem komplexen Diskurs, manchmal soll das auch einfach nur nett sein.

Unsere Bullerbü-Ausgabe ist da für mich vorbildhaft. Lisa vertritt die Lehrerin und Bosse kommt mit einem schwarzen Blatt nach vorne. „5 Neger in einer dunklen Hölle“, stand da in meiner Kindheit. Mich hat das als Kind schon geärgert. Das muss da heute nicht mehr stehen. Unsere Version hat „5 schwarze Katzen in einer dunklen Hölle“, Witz verbessert, keiner beleidigt, wo ist das Problem? Ich muss mit meiner Grundschülerin nicht über die Feinheiten des Sprachwandels debattieren.

HellaWahnsinn
1 Monat zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

„Unsere Version hat „5 schwarze Katzen in einer dunklen Hölle“, Witz verbessert,“

https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzenhaltung/schwarze-katzen

Fragen Sie im Tierheim nach wo das Problem ist.
Ihre Version ist also nicht perfekt, nur weil (schwarze ) Katzen (vielleicht) nicht beleidigt sind. Katzensprache ist nicht so ein gut bezahltes Feld für Studien 😉

Aber ob das den Witz verbessert?
Wieso sind schwarze Katzen in einer dunklen Hölle?

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  HellaWahnsinn

…wie wäre es mit „fünf bunte Wesen in einer unsichtbaren Hölle“ – unwitzig ?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

…wie wäre es mit „fünf aber so richtig echt humorvolle unverzagte bunte Wesen in einer unsichtbaren Hölle“ – unwitzig ?

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Danke! 🙂 Die Seeleute waren also doch nicht solche Machos, wie immer gedacht. 🙂 Ich hatte dazu auch schon mal gehört, dass“das Weibliche“ oft auch als glücksbringend angesehen wurde und deshalb die Schiffe Frauennamen bekamen, bzw. immer als „sie“ bezeichnet wurden, selbst bei einem männlichen Namen („Die Bismarck“ – obwohl die kein „Glück“ hatte).

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Dieser Kommentar landete versehentlich an der falschen Stelle, sorry!

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Pitty funny

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Wenn Sie das EXISTIERENDE Buch überzeichnen müssen, um einen Punkt zu haben – haben Sie keinen!
Ist doch eigentlich schön, dass Ihre Sorgen sich als grundlos erweisen 🙂

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  HellaWahnsinn

Ihrer Logik nach als lieber Rassismus? Anscheinend nehmen Kinder sich das ja zu Herzen…

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Lena Hauenstein

Ronja Räuber Tochter hat sehr schöne Schimpfwörter, die niemanden beleidigen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Da würden wir die Grenzen der Nacktheit erproben.
Meine Klasse schrie förmlich auf, als sie nackte Räuberhintern sah

Bücherleser
1 Monat zuvor

Mich würde auch mal die Meinung der Foristen hier bei n4t zur „Neufassung“ des Kinderbuchklassikers „Die Häschenschule“ von Anke Engelke interessieren. Die Bauern sind jedenfalls sauer!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Zu langweilig!

Annemaus
1 Monat zuvor

Wie bekannt ist das Buch eigentlich noch bei den heutigen Kindern? Ich meine jetzt wirklich das Buch und nicht die Filme, bei denen Kinder unter Umständen noch nicht mal wissen, dass sie auf Büchern basieren.
Die Kinder lesen leider immer weniger beziehungsweise wird ihnen immer weniger vorgelesen. Bei vielen Schülern kommt nur ein ratloses Gesicht, wenn man sie nach ihren Lieblingsbüchern fragt. Und wenn doch zum Buch gegriffen wird, dann vielleicht nicht zu den Klassikern wie Michael Ende, Astrid Lindgren oder Enid Blyton. Damit möchte ich nicht sagen, dass aktuelle Kinderbücher schlechter sind.

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

„Jojoba“ https://fuerkinder.org/rezension/kinderbuecher/jojoba/ und „M´toto“ (nur noch die französische Orginalausgabe kann bestellt werden) sind zwei Bilderbücher von Anne Wilsdorf, die bei Kindergartenkindern richtig gut ankommen. Ihre Heldinnen sind selbstbewusste Mädchen.

Annemaus
1 Monat zuvor

Ich finde aber, dass mit zweierlei Maß gemessen wird, wenn es um weiße und farbige Autoren geht.
Zwei Beispiele aus Jugendbüchern.

Angie Thomas – The hate U give
Der dunkelhäutige Vater ist empört, dass seine Tochter einen hellhäutigen Freund hat.
Andersrum hätte diese Szene helle Empörung ausgelöst.

Sabaa Tahir – So viel Zorn und so viel Liebe
In Gedanken wundert sich die Hauptfigur, dass die Mitglieder einer weißen Familie ein enges Verhältnis zueinander haben.
Das ist eine rassistische Aussage, die einem „sensitive Reader“ hätte auffallen müssen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

Bestimmt. Ach Moment!
Da waren Imperialismus, Kolonialismus, Sklaverei usw.

Es scheint so, als hätten schwarze und weiße Familien bzw. verschiedene Kulturen unterschiedliche Geschichten je nach Ethnie, Herkunft und Kultur. Krass! Sowas sollte man in Schulen unterrichten!

Bücherleser
1 Monat zuvor

Ich bin jetzt in der Zwickmühle. Ich habe nämlich ein mMn. sehr gut hierher passendes Epigramm von Erich Kästner gefunden, allerdings mit dem unaussprechbaren Wort. Darf/muss man dieses Wort in einem Zitat verwenden? In dem Buch vom Atrium-Verlag „Das Märchen von der Vernunft“ ebenfall von Kästner fand ich im Vorwort des Verlages die Lösung: „…Die Sprache hat sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt, manche Begriffe werden nicht mehr oder anders verwendet. Aus urheberrechtlichen Gründen wurde darauf verzichtet, Kästners Sprache – die eines aufgeklärten Moralisten und Satirikers – dem heutigen Sprachgebrauch anzupassen.“
Also lasse ich das gefundene ebenfalls im Original. WARNUNG, wer das berüchtigte Wort nicht lesen kannn/mag, jetzt bitte nicht weiterlesen!

„Die Wirklichkeit als Stoff
Aus der großdeutschen Kiunstlehre

Die Zeit zu schildern, ist eure heilige Pflicht.
Erzählt die Taten! Beschreibt die Gesinnungen!
Nur, kränkt die Schornsteinfeger nicht!
Und kränkt die Jäger und Briefträger nicht!
Und kränkt die Neger, Schwäger, Krankenpfleger
und Totschläger nicht!

Sonst beschweren sich die Innungen.“ (E. Kästner)

War Erich Kästner ein Rassist?

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe nicht speziell nach Texten mit diesem Wort gegoogelt. Kästner ist einer meiner Lieblingsschriftsteller und ich besitze so einige seiner Werke. Ab und zu nehme ich mir alte Bücher (nicht nur Kästner) vor und staune immer wieder, was sich in der Welt (nicht) geändert hat und wieviele Fehler die Menschen immer wieder wiederholen und was manche Schriftsteller schon vor vielen Jahrzehnten vorausahnten.
„Zwei Dinge sind unendlich: die menschliche Dummheit und das Universum. Bei letzterem bin ich mir nicht sicher.“ (Albert Einstein)

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Dann schauen Sie sich an, wie Mark Twain mit dem Thema umgeht!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Mark Twain liebe ich auch! Was hat das Eine mit dem Anderen (mit meinen Kommentaren) zu tun?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Danke! Was hat Mark Twain mit Michael Ende zu tun? Viele Sklavenplatagen bei Ende daheim?

Man könnte meinen, manche schieben Twain vor, um unverhohlen das N-Wort um sich zu werfen…

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Meinen Sie Indra Rupp? Von ihr kam nämlich der Hinweis auf Mark Twain, nicht von mir! Werfen Sie ihr also vor, „unverhohlen mit dem N-Wort um sich zu werfen“? Da tun Sie Indra aber unrecht, und mir übrigens auch!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

P.S. Ich selbst benutze das Wort nicht, da ich weiß, dass es Menschen verletzt. ABER: in dieser ganzen Sache geht es um viel mehr und das verstehen Sie und viele andere anscheinend nicht. MMn. wird die Geschichte ignoriert, „weichgespült“, ohne sich damit richtig auseinanderzusetzen und das ist ein Fehler!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Bücherleser

Nein, ich sehe es so :

Für Astrid Lindgren und Michael Ende gehörten dunkelhäutige Menschen nicht zu unserer Gesellschaft und sie konnten sich auch nicht vorstellen, dass sich das mal drastisch ändern würde. Sie haben diese Geschichten für „ihre“ hellhäutigen Kinder und aus deren Sicht geschrieben. Sie haben das N-Wort wie etwas aufregendes, spannendes, exotisches benutzt. Etwas, dass „ihre“ Kinder nicht kennen und wo die Erwachsenen immer drüber reden. Wenn diese Kinder dann auch darüber reden, ist es so, als würden sie über Auto fahren, Kaffee trinken oder Nasaflüge reden.
Die dunkelhäutigen Kinder lebten für Lindgren und Ende weit weg in einer anderen Welt und die wenigen, die vor Ort waren, waren nicht integriert, eine exotische Ausnahmeerscheinung und ebenfalls Teil einer anderen Welt.
Wenn Lindgren und Ende HEUTE über Kinder schreiben würden, würden sie eine bunte Schar Kinder sehen und, genau wie sie es unter hellhäutigen Kindern damals auch taten, allenfalls darüber schreiben, wie sich ausgegrenzte Kinder fühlen. Sie würden darüber schreiben wie es für die dunkelhäutige Mia ist, wenn der Rektor nur ihr die „Flötentöne“ beibringen will und nicht der hellhäutigen Madita, die doch genauso an der Rauferei beteiligt war. Und sie würden das aus Madita’s Sicht schreiben, die realisiert, aus welchem Grund der Rektor Unterschiede zwischen Mia und Madita macht, und das findet Madita so ungerecht, dass sie darüber fast ihre Wut auf Mia vergisst…
Tatsächlich war Mia nicht dunkelhäutig, sondern arm und hatte keinen Vater wie Madita ihn hat und der bei der Zeitung arbeitet und mit dem sich der Rektor gut stellen möchte.
Astrid Lindgren hat die armen Kinder gesehen, die Reichen , die Einsamen, die Kranken, die Tot Kranken. Und sie hat immer für ALLE Kinder geschrieben und diese auch nie gegeneinander ausgespielt.
Lindgren war ein Kind ihrer Zeit, in der es quasi keine dunkelhäutigen Kinder „gab“. Natürlich gab es sie und da Lindgren sehr alt wurde, zum Schluß auch zu Hauf.
Aber da war sie eben alt und nicht mehr „umzutopfen“. Ihre Geschichten handelten meist aus der Zeit ihrer Kindheit, sie war auch stets von ihrer Erziehung beeinflusst, warf nie Essen weg ect und da gab es in der bäuerlichen Gegend eben die Armen , Kranken , Reichen – und nicht die Migranten, und wenn doch, gehörten sie nicht dazu und da war Lindgren eben nicht so hellhörig wie Mark Twain.

Ich bin mir sicher, dass eine Astrid Lindgren heute AUCH für Migrantenkinder schreiben würde und bei diesen, genau wie bei anderen Kindern, viel empathischer wäre als die meisten Erwachsenen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Danke Indra, ich sehe das genauso!

Bücherleser
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das sehe ich genauso, aber gerade deswegen bin ich der Meinung, darf man diese Geschichten nicht umschreiben! Wie sollen unsere Kinder lernen, dass sich die Welt weiterdreht und Menschen sich ändern, wenn man sie von allem, was uns (heute) nicht gefällt fernhält?

-mm-
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Genau so ist das. Aber ihre Geschichten umzuschreiben suggeriert eben, dass sie dabei einen Hintergedanken hatte. Meiner Meinung nach lassen sich diese Geschichten nicht auf die heutige Zeit transportieren. Muss man auch nicht. Es war damals so. Heute ist es eben anders. Fast alles ist heute anders. Das verstehen Kinder mit noch einem Funken von Phantasie. Dann müsste man vieles ändern: EC-Karten statt Bargeld, Handies statt Vintage-Telefone, geordnete Kitas statt wilder Kinderbanden und keine Dampflokomotiven sondern Intercities. Reiten ohne Helm und das auch noch zu dritt auf einem Pferd ist heute auch keine Option mehr. Bei Mark Twain könnte man auch meckern: Da gibt es als Hauptbösewicht einen mörderischen Halbblut Native American mit dem rassistischen Namen Indianer Joe. Das war bestimmt nicht nett gemeint. Wurde das schon überarbeitet? Und es lässt sich sicherlich noch vieles mehr finden. Bei Jim Knopf wurde das Eskimo Kind jetzt in ein Inuit-Kind umgewandelt. Was aber auch nicht ganz korrekt ist, weil manche Eskimos nicht als Inuit bezeichnet werden wollen, sondern eben als Eskimo. Bis heute wurde noch nicht mal abschließend erklärt ob der Begriff, der von den Native American geprägt wurde, rassistisch gemeint war. Er könnte Rohfleischfresser aber wohl eher Schneeschuhflechter bedeuten und damit eben nicht rassistisch motiviert sein. Das ganze Verändern und Anpassen scheint mir ein Fass ohne Boden zu sein. Und zufrieden ist dann am Ende doch keiner.

-mm-
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie haben hier in unserem einseitigem Austausch etwas nicht verstanden. Es geht hier um Kinderbücher, nicht um Ausbildungsplätze und rassistische Posts bei Instagram. Auch wenn sie beides in einen Topf werfen. Glauben sie, diese Leute haben in ihrer Jugend zu viel Jim Knopf gelesen? Meine Generation hat diese Bücher auch ohne Korrektur gelesen, und keiner von denen ist zum Rassist geworden. Eher noch ins linke Gegenteil abgedriftet. Und heute sind wir tatsächlich alle in der Lage, uns als tolerante moderne Bürger zu verhalten. Wenn für sie von den Büchern eine größere Gefahr ausgeht, dann bitteschön. Ich muss dieses Empfinden nicht mit ihnen teilen und mein Freundeskreis, der auch aus Menschen mit Migrationshintergrund und dunklerer Haut. besteht, tut das auch nicht.

-mm-
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„Meine Generation“-das stimmt so natürlich nicht.. Gemeint war “ Freunde meiner Generation“. So gesehen ist die Aussage, dass keiner meiner Generation zum Rassist geworden ist natürlich falsch. Aber die Kinderbücher sind meines Erachtens nicht verantwortlich dafür. Wäre mal interessant, wie groß der Anteil an Nazis ist, der dieses Buch gelesen oder vorgelesen bekommen hat. Aus dem Bauch heraus würde ich tippen, dass der Anteil kleiner als beim Rest der Gesellschaft ist.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  -mm-

Unlogischer geht’s nicht. Das ist ja kein Rassismus auf Instagram, sondern nur in einem Kinderbuch…

-mm-
1 Monat zuvor