Grundsatz-Streit um Ganztag: Welches Familienbild fördert die Politik mit dem Ausbau?

26

BERLIN. Stress beim Ausbau des Ganztags: Weil Kommunen und Schulträger nicht schnell genug bauen können, bleibt ein großer Fördertopf nun länger geöffnet. Doch im Parlament sorgen die Pläne für einen Streit, der schnell grundsätzlich wird: Welches Familienbild fördert die Politik damit?

Modell “Tradwife”? Illustration: Shutterstock

Milliardenschwere Fördergelder für Ganztagsangebote an Grundschulen sollen bis 2029 und damit zwei Jahre länger als bisher geplant an Länder, Kommunen und Schulträger fließen. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) sagte bei der ersten Beratung eines entsprechenden Gesetzentwurfs im Bundestag: «Gerade kleinere Schulträger brauchen mehr Zeit für den Ausbau, weil Planungs- und Baukapazitäten knapp sind.» Generell wolle die neue Regierung künftig besser darauf achten, dass Länder Bundesprogramme auch gut umsetzen könnten.

Bundeshilfen für den Ganztagsausbau in Höhe von 3,5 Milliarden Euro wären ohne Änderung Ende 2027 ausgelaufen. Es geht um ein Ende 2020 errichtetes Sondervermögen. Hintergrund ist der zum Schuljahr 2026/27 stufenweise startende Anspruch auf Ganztagsförderung für die Klassenstufen 1 bis 4. Unter anderem wegen Fachkräfte- und Lieferengpässen könnten Schulausbauten nicht rechtzeitig abgeschlossen werden, so die Koalition.

Grüne und Linke wollen mehr

Die Grünen-Bildungsexpertin Anja Reinalter kritisierte den Schritt von Union und SPD als «halbherzig», da die Mittel nicht auch erhöht würden. Reinalter verwies auf den Koalitionsvertrag, in dem die Regierungspartner vereinbart hatten: «Wir verlängern das laufende Investitionsprogramm um zwei Jahre und erhöhen die Investitionsmittel für den Ganztag.»

Nicole Gohlke von der Linken bemängelte den langsamen Fortgang der Einführung des Rechtsanspruchs, der zunächst bei den Erstklässlern starten solle. Es sei «peinlich», dass man in Deutschland im Jahr 2025 darüber reden müsse, ob es im nächsten Jahr eventuell gelingen werde, dass die Erstklässler auch am Nachmittag versorgt seien.

Ganztag gut oder schlecht für Kinder?

Im Gegensatz zu den anderen Fraktionen äußerte die AfD Zweifel daran, dass solche Angebote für Kinder besser seien als der Aufenthalt in der Familie. Der Grund einer Ganztagsbetreuung für Familien sei oft, dass beide Elternteile arbeiten müssten, sagte der AfD-Abgeordnete Christian Zaum, ein Gymnasiallehrer. «Werden dadurch Familien tatsächlich gestärkt? Wohl eher nicht.» Die AfD wünsche, dass nicht beide Elternteile gezwungen seien, Vollzeit zu arbeiten. Woher das Geld dafür kommen soll? Unklar.

Gemeint sind allerdings offenbar die Frauen, die zu Hause bleiben sollen. Die – vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte – AfD Sachsen verbreitete im vergangenen Jahr auf Instagram eine Grafik, die deutlich machte, was die Partei von der Gleichstellung der Geschlechter hält: eher wenig. Eine darin positiv dargestellte „tradiotenelle Frau“ (Schreibfehler im Original) „hält Erziehung und Bildung der Kinder für ihre erste Pflicht“ (News4teachers berichtete).

Rednerinnen und Redner anderer Parteien warfen der AfD dann auch ein veraltetes Frauenbild vor, denn viele Frauen wollten arbeiten und eine erfolgreiche berufliche Laufbahn einschlagen. Prien hob Vorteile einer Ganztagsbetreuung für die Kinder hervor: «In Ganztagsangeboten werden Freundschaften geschlossen, entdecken Kinder gemeinsam die Welt, erleben und erlernen Neues.» News4teachers / mit Material der dpa

Frauenbild der AfD: Erziehung und Bildung der Kinder als “erste Pflicht”

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

26 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Adele Horn
6 Monate zuvor

Tja, welches Familienbild wird durch das Drängen in Richtung Ganztag (in manchen Gegenden auch verpflichtender Ganztag) offenbart? Meine erste Einschätzung, von der Rolle der Frau mal ganz abgesehen:

  1. Familien sind schlecht für Kinder, weil sie sie nicht fördern können. Lamentabel! Da hilft nur Ganztag!
  2. Familien sind schlecht für Kinder, weil sie sie mehr fördern als andere Familien deren Kinder. Frechheit! Da hilft nur Ganztag!

Und die gute alte Prien mal wieder … «In Ganztagsangeboten werden Freundschaften geschlossen, entdecken Kinder gemeinsam die Welt, erleben und erlernen Neues.»

Aber auch nur vielleicht. Weil oft genug weder die Betreuer noch das Budget was taugen. Von den Räumlichkeiten und deren Ausstattung gar nicht zu reden. Über das Essen breiten wir besser auch den Mantel des Schweigens. Und ziemlich sicher schließen die Kinder auch nirgendwo sonst mehr Freundschaften, weil sie am Ende nur noch Schule kennen und für nichts anderes noch genug Freizeit haben.
“Welt” = “Schulgelände”.

Da fragt man sich doch: Welches Bild vom Kind, seinen Bedürfnissen und seiner Stellung in der Gesellschaft vermittelt dieser Druck in Richtung Ganztagsbetreuung eigentlich?

GBS-Mensch
6 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

“In der Schule erhalten Kinder eine solide Bildung und Grundfertigkeiten, die aufs Leben vorbereiten, entdecken Kinder die Welt, erleben und erlernen Neues.”

Aber auch nur vielleicht. Weil oft genug weder die Lehrer noch das Budget was taugen. Von den Räumlichkeiten und deren Ausstattung gar nicht zu reden. Über das Essen breiten wir besser auch den Mantel des Schweigens.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Zugegeben, nicht alles ist toll an Ganztagsschule. Aber, was Sie über due angebliche Botschaft zu Familue schreiben, ist kompletter Bxxxshxx.
Sorry, aber das ist wirklich schlimm.

A.J. Wiedenhammer
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Unser ehemaliger Bürgermeister ließ sich bei der Diskussion um die Umwandlung der örtlichen Schule in eine Ganztagsschule zu der Bemerkung hinreißen, dann bekämen die Schüler wenigstens einmal am Tag etwas vernünftiges zu essen.
Kam nicht so gut an.
Aber sicherlich waren es in unserem eher ländlichen Umkreis nur die rückwärts gerichtetenTradwifes (mit entsprechend geprägten Ehepartnern), die sich damals derbe auf den Schlips getreten fühlten….

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

All diese europäischen Staaten sind alle ganz, ganz kinderschädlich, gibt es dort doch überall selbstverständlich Ganztag. Und schauen Sie sich die Menschen dort doch an! Alle gestört, da ja alle im Ganztag aufgewachsen sind. Schlimm, schlimm! (Ironie aus)

A.J. Wiedenhammer
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das nicht unbedingt.
Aber dass der in den letzten Jahren vorangetriebene Ausbau des Ganztages jetzt zu einer spürbaren Verbesserung des Gesamtzustandes der Gesellschaft geführt hätte, erscheint doch ziemlich fragwürdig
Beachte: Ich stelle jetzt bewusst keine Kausalität zu dem zu beobachtenden Anstieg der Rohheit in Wort und Tat in der Gesellschaft und zu dem Schwinden des gesellschaftlichen Zusammenhaltes her. Die Gründe dafür sind mit Sicherheit viel komplexer.
Aber zu sagen, dass mit dem Ganztag alles besser geworden ist, ist doch vermessen und ganz offensichtlich schlecht belegbar.

DerechteNorden
6 Monate zuvor

Der Ausbau des Ganztages in Deutschland kann überhaupt nicht bewertet werden, da er in den Kinderschuhen steckt. Das wäre so, als würden Sie
bewerten, wie gut die Digitalisierung funktioniert, obwohl sie noch gar nicht fertig umgesetzt ist.
Des Weiteren beziehen Sie sich nicht auf andere Länder, die schon sehr lange Ganztag haben. Müsste es in diesen Ländern nicht viel, viel schlimmer sein als in Deutschland, wo Ganztag erst versucht wird umzusetzen, wenn es angeblich am Ganztag liegt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt schlechter geworden ist?
Und wer behauptet, dass mit Ganztag alles besser geworden ist? Niemand, da es das bei uns in Deutschland so wie in anderen Ländern kaum gibt.

GBS-Mensch
6 Monate zuvor

“Aber dass der in den letzten Jahren vorangetriebene Ausbau des Ganztages jetzt zu einer spürbaren Verbesserung des Gesamtzustandes der Gesellschaft geführt hätte, erscheint doch ziemlich fragwürdig.”

Zumindest scheint es etwas an der Bildungsqualität und am Bildungserfolg geändert zu haben:

In Hamburg gibt es seit 2013 ein flächendeckendes, kostenloses Ganztagsangebot mit Rechtsanspruch.

Das Angebot wird mit ünerwältigender Mehrheit wahrgenommen.

In dieser Zeit ist Hamburg in Bildungsvergleichen von irgendwo ganz hinten bis irgendwo ganz vorne gerutscht insbesondere im Vergleich zu den anderen Stadtstaaten.
Das Eine könnte etwas mit dem Anderen zu tun haben.

DerechteNorden
6 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Mich würde mal Ihre Meinung (also nicht nur @Adeles, die hier so viel Upvotes erhalten hat) dazu interessieren.
Wie kommt es, dass so viele hier für Deutschland Ganztag ganz allgemein ablehnen, weil es angeblich so schädlich für Kinder ist und das Konzept der Familie damit diskreditiert?

Danke für Ihre Antworten!

AvL
6 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

Das sind ja richtig gruselige Ansichten, die Sie da über den gebundenen
Ganztagunterricht verbreiten.
Zwei meiner Kinder besuchen den an drei Tagen diesen Unterricht.
und die sind damit zufrieden.

TaMu
6 Monate zuvor

Ich bin sehr für eine deutschlandweite Umfrage unter Grundschulkindern:
Wo möchtest du nach deiner letzten Unterrichtsstunde am liebsten hingehen?
– nach Hause
– in die Ganztagsbetreuung/ -schule
– an einen anderen Ort (welchen?)
Die Kinder sollten ganz nach ihren Bedürfnissen antworten und äußere Bedingungen (z.B. Eltern müssen arbeiten) außer Acht lassen.

Die prozentualen Antworten der Kinder sollten verbindlich bei allen Planungen und politischen sowie gesellschaftlichen Zielen beachtet werden müssen. Nur so kann meiner Meinung nach bedürfnisorientierte Förderung im Grundschulalter gelingen. Ich persönlich vertrete die Auffassung, dass das auch für die noch jüngeren Kinder gelten müsste.

GBS-Mensch
6 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Die gleiche Umfrage mönnten Sie auch unter Kita-Kindern durchführen…oder Tagesmutterkindern oder Krippenkindern. Wobei einige sich altersbedingt noch nicht so sicher oder gar nicht verbal äußern können.

Sie können auch Grundschulkinder fragen, ob sie überhaupt in die Schule gehen wollen oder wie lange oder was sie dort machen wollen.

Cornelia
6 Monate zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Wären Sie als Kind nach dem Schulvormittag lieber nach Hause gegangen oder noch eine große Runde im Schulgebäude geblieben oder bestenfalls bei schönem Wetter auf dem Schulhof?

TaMu
6 Monate zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ich antworte Ihnen als ehemalige, langjährige Tagesmutter.

Grundschulkinder gehen selbstverständlich zur Grundschule, ohne deshalb gefragt zu werden.
Ich fände es aber gut, die beschriebene Befragung zur Ganztagsschule durchzuführen.
Ich musste für meine Kindertagespflege eine Konzeption zum Thema Kinderschutz erstellen und darlegen, in welcher Form ich auf das körperliche, geistige und seelische Wohl der Kinder im U3 – Bereich achte.
Gleichzeitig gab es den Druck vom Jugendamt, möglichst alle Anfragen auch nach langen Betreuungszeiten zu befriedigen.
So funktioniert in meinen Augen Kinderschutz nicht, da nicht alle U3- Kinder zu langen Betreuungen in der Lage sind, was unter anderem mit der Entwicklung des Bindungsverhaltens zu tun hat.

Bei U3 haben sich bei mir Betreuungszeiten von bis zu 6 Stunden bei gut eingewöhnten Kindern bewährt. Dann haben sie angefangen, nach den Eltern zu fragen und Ausschau zu halten.
Also habe ich maximal 7 Stunden betreut, aber nur bei Kindern, die deutlich Freude daran hatten, noch zu bleiben, wenn die anderen nach der Kernzeit von 5,5 Stunden abgeholt wurden.

So gibt es genügend Kinder, die sich an der Grundschule nicht besonders wohl fühlen und die nach 13 Uhr Ruhe brauchen, die sie im Ganztag nicht bekommen.

Die Kinder sollen ja offensichtlich nicht deshalb länger in ihren Einrichtungen oder Schulen bleiben, weil sie dabei so viel mehr lernen, sondern damit sie nicht zu Hause sind und ein Elternteil dort binden.

Das sehe ich vom Standpunkt des Kindeswohls schon immer kritisch. Ich unterscheide zwischen Lern- und Förderungszeiten und Betreuung. Betreuung finde ich gut, aber nicht um den Preis, dass das Kind dauerhaft dabei gegen seine grundlegenden Bedürfnisse nach Ruhe und Beschäftigung in Eigenregie und Zeiten ohne soziale Interaktion außerhalb des privaten Umfelds leben muss.

Ich finde es verstörend, dass das Thema politisch ausgelegt wird auf ganztags berufstätige Eltern links und Tradwifes rechts. Aus Kindersicht gibt es hier kein rechts und links. Vielleicht würde das Kind eines Elternteils, das bei ihm zu Hause bleibt, in meinem Fragebogen den Ganztag ankreuzen, weil es möglichst viel Zeit mit seinen Schulfreunden und -freundinnen verbringen möchte. Das Kind der berufstätigen Eltern würde gerne nach der Schule nach Hause kommen und erstmal ausruhen und dann alleine in Ruhe lernen und nicht am Abend noch mit den müden Eltern nicht verstandene Aufgaben üben müssen. Keines dieser Kinder würde hier über Politik nachdenken.

Um überhaupt zu wissen, worüber gesellschaftlich gesprochen wird, wenn es um Ganztag geht, müsste man meiner Meinung nach die Kinder fragen, auch wenn die Antworten vielleicht schwer verdaulich wären. Wenn die Hälfte lieber nach Hause gehen möchte, sollte man darüber nachdenken, wie man Kindern das in einer Demokratie vermittelt. Diese Hälfte lernt dann, dass es ihre Pflicht ist, den Eltern den Rücken für den Beruf freizuhalten, was auch in einer Demokratie möglich ist.
So sollte man es meiner Meinung nach dann auch vermitteln und ehrlich bleiben.

447
6 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Interessante Einblicke, danke.

mama51
6 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Hallo TaMu 🙂
Vielen Dank für diese realistische Darstellung der ganztägigen “Betreuung” aus Ihrem berufenem Munde!
Besser häte ich meine persönlichen Überlegungen zu diesem Thema nicht formulieren können!
Leider macht sich NIEMAND solche zielführenden Gedanken, nicht die betroffenen Eltern (inzwischen oft schon ohne jede Alternative) und die “Politik” schon gar nicht, weil es nicht wichtig genug erscheint.

dickebank
6 Monate zuvor
Antwortet  mama51

Aber die Teilzeitquote der berufstätigen Frauen – besser gesagt Mütter – ist doch zu hoch …

potschemutschka
6 Monate zuvor
Antwortet  mama51

“Leider macht sich NIEMAND solche zielführenden Gedanken, nicht die betroffenen Eltern (inzwischen oft schon ohne jede Alternative) und die “Politik” schon gar nicht, …”
Ich denke schon, dass sich die Politik Gedanken macht … im Sinne der Steigerung des Bruttosozialprodukts.
Sorry, ich habe heute rain zufällig mal alte Musikvideos und Co durchforstet, um einen Ohrwurm durch einen anderen zu ersetzen und stieß dabei auf Folgendes:
https://www.bing.com/videos/search?q=geier%20sturzflug%20bruttosozialprodukt%20youtube%20videos&FORM=VIRE0&mid=50EBB1A38F383C613AFF50EBB1A38F383C613AFF&view=detail&ru=%2Fsearch%3Fq%3Dgeier%20sturzflug%20bruttosozialprodukt%20youtube

A.J. Wiedenhammer
6 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Danke!

mama51
6 Monate zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Sie können auch Grundschulkinder fragen, ob sie überhaupt in die Schule gehen wollen oder wie lange oder was sie dort machen wollen.

Was ein Unsinn!
Darum gehr es doch gar nicht, sondern um Freizeit nach der “Pflicht” und “Freiheit” der eigenen Planung derselben, …

Ich wäre lieber nach Hause gegangen und hätte meine Ruhe gehabt, meine eigenen Kinder ebenso!

GBS-Mensch
6 Monate zuvor

Von gebundenem, verpflichtendem Ganztag halte ich nicht viel. Dort werden Kinder fremdbestimmt (auch im zeitlichen Umfang) in eine Einrichtung gezwungen, in die sie vielleicht gar nicht müssten und wollen oder nicht im festgelegten zeitlichen Umfang, obwohl sie oder die Eltern andere Angebote wahrnehmen wollen würden.

Im offenen Ganztag gibt es diese Probleme nicht oder weniger. Dort ist es zumindest im Zweifel die Entscheidung der Eltern.

Um auf den Titel zu sprechen zu kommen:

Es hat wohl weniger mit einem “Familienbild” zu tun und mehr mit der ökonomischen Einheit Familie bzw. Eltern auch im Sinne von Steuern und Sozialabgaben.

TaMu
6 Monate zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Da schließe ich mich an

Koko_Lores
6 Monate zuvor

Furchtbar finde ich auch (so ist es bei uns in NRW), dass die Kinder JEDEN Tag bis mindestens 15 Uhr dort bleiben müssen. Ausnahmen gibt es nur an maximal zwei Tagen die Woche für wichtig Termine z.B. Therapien, Arzttermine,… Da dürfen die Kinder auch schon um 14 Uhr gehen. Warum macht man es den Eltern so schwer, wenn sie den Nachmittag mit ihren Kinder verbringen wollen?!

A.J. Wiedenhammer
6 Monate zuvor

Prien: “In Ganztagsangeboten werden Freundschaften geschlossen, entdecken Kinder gemeinsam die Welt, erleben und erlernen Neues.”

Nonsens! Als ob nichts davon geschehen würde/könnte, wenn die Kinder “nur” bis eins in der Schule wären. Und als ob nichts davon geschehen könnte, wenn die Kinder die (schon rein zeitliche) Möglichkeit hätten, gemäß ihrer Interessen, Neigungen und meinetwegen auch Sympatien Hobbys, Sport oder ähnliches mit selbstgewählten Freunden oder Kollegen zu erleben.

Mary-Ellen
6 Monate zuvor

Ich habe 7 Jahre im in der ÜMi und 7 Jahre im Ganztag einer GS als PM gearbeitet und kann kein eindeutiges Für oder Wider für mich bilanzieren.
Grundsätzlich halte ich die Einrichtung eines Ganztags an sich für sinnvoll, jedoch die Notwendigkeit einer starren Zeitenregelung aus organisatorischen Gründen (Personalschlüssel, Essens- und AG-Planung etc.) ist meiner Ansicht nach der Knackpunkt, der das Ganze je nach Bedarfslage der Eltern und der Bedürfnisse der Kinder kompliziert und zu einer unbefriedigenden Lage machen kann.
Manche Eltern wünschen sich Variablität, z.B. die Möglichkeit, den Nachwuchs beim Geburtstag der Tante o.ä. eher abholen zu dürfen, was aus o.g. Gründen schwierig wird, einige Kinder möchten gern in den Ganztag, um dann nach einiger Zeit festzustellen, dass es ihnen zu anstrengend ist, die Eltern jedoch nicht aus dem Halbjahresvertrag aussteigen können.
Hinzu kommt, dass manche Schulen je nach PM-Personalschlüssel zwar ihre AGen mit eindrucksvollen Namen versehen (zu Werbezwecken), es letztendlich aber vorwiegend auf simple Verwahrung hinausläuft.
Andere Schulen wiederum setzen auf intensive Bildung auch am Nachmittag, was für z.B. Erst- und Zweitklässler bedeutet, dass sie nach 4-stündigem Unterricht, hektischem Mensaessen und einer unruhigen HA-Zeit anschließend noch zwei bis drei AGen absolvieren müssen, um anschließend komplett “platt” zu sein und viel zu wenig Bewegung bzw. Freispiel hatten.
Bis heute fällt mir hier keine zufriedenstellende Lösung ein.

Stefan Vollmer
4 Monate zuvor

Bei dem ganzen Ganztagmodell geht es am Ende des Tages nur um eine Sache Geld.

Dadurch das beide Elternteile, Mutter und Vater, arbeiten, bekommt der Staat doppelt so viele Steuereinnahmen.

Das Bild das “traditionellen” Familie wird bewusst zerstört.
Kinder brauchen ihre Eltern. Dementsprechend sollte ein Elternteil zuhause bleiben können. Und nicht vom Staat erziehen lassen müssen.
Es wird immer davon geredet Eltern müssen ihre Kinder erziehen und das dies nicht die Aufgabe der Schule sei. Wie denn? Wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten müssen.