BERLIN. Welche Kinder strengen sich in der Schule mehr an, und was hat das mit ihrer sozialen Herkunft zu tun? Bislang konnte die Bildungsforschung darauf kaum empirisch fundierte Antworten geben. Eine gerade im Journal American Sociological Review erschienene WZB-Studie zeigt jetzt mit Hilfe eines innovativen Experiments: Kinder aus Familien mit höherem sozialen Status strengen sich zwar mehr an als Kinder aus weniger privilegierten Familien – vor allem wenn es keine Belohnungen gibt. Mit greifbaren Anreizen für die Bearbeitung von Aufgaben wird dieser Unterschied aber deutlich kleiner.

Jonas Radl, Gastforschungsprofessor am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), hat mit einem Team von internationalen Forscher*innen seit 2018 am WZB untersucht, wie sich die soziale Herkunft auf die Anstrengungsbereitschaft von Schulkindern auswirkt. Sein interdisziplinäres Projekt „Effort and Social Inequality“, das von WZB-Direktorin Heike Solga begleitet wurde, erweitert das Wissen über Bildungskarrieren um einen entscheidenden Aspekt: Während es viele Erkenntnisse darüber gibt, wie stark der Einfluss des sozialen Hintergrunds auf die Fähigkeiten junger Menschen ist, war die Frage bislang wenig untersucht, wie groß der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Anstrengungsbereitschaft ist. Arbeiten privilegierte Kinder härter – und tun sie dies, weil sie mehr Unterstützung erfahren? Und wie könnten auch Schüler*innen motiviert werden, die nicht aus Akademikerfamilien stammen?
Das Studiendesign
In der experimentellen Studie lösten 1.360 Fünftklässler*innen aus Madrid und Berlin einfache kognitive Aufgaben, mit denen Konzentration, Aufmerksamkeit und Selbstkontrolle gemessen werden konnten. 60 Klassen aus 32 Schulen waren beteiligt. Die simplen, aber anstrengenden Aufgaben wurden in verschiedenen Situationen bearbeitet: einmal ohne Belohnungen für richtige Antworten, dann mit kleinen Geschenken und schließlich im Wettbewerb mit zusätzlicher symbolischer Anerkennung.
Die Ergebnisse
Schulkinder aus privilegierten Elternhäusern zeigen mehr kognitive Anstrengung als jene aus benachteiligten Verhältnissen, besonders wenn keine Belohnung angeboten wird und es allein um die intrinsische Motivation geht. Die Lücke zwischen beiden Gruppen ist jedoch nicht sehr groß, und sie kann durch Anreize wettgemacht werden. Sobald es kleine Belohnungen wie Spielzeuge oder soziale Anerkennung für die Lösung einer Aufgabe gibt, arbeiten Kinder aus sozial schwächeren Elternhäusern fast genauso engagiert wie privilegierte Kinder.
Persönlichkeitseigenschaften oder die Intelligenz der Kinder können den Unterschied in der Anstrengung nicht erklären. Die Befunde zeigen vielmehr, dass das Anstrengungsverhalten entscheidend von der sozialen Umgebung beeinflusst wird. Lebensumstände spielen eine wichtige Rolle, etwa welche Ressourcen es in den Familien gibt und wie viel Sicherheit die Kinder erleben. Wenn Kinder mit Mängeln aufwachsen, z. B. mit fehlenden finanziellen Mitteln oder weil ihre Eltern wenig Zeit im Alltag für sie haben, fällt es ihnen schwerer, sich auf eine bestimmte Aufgabe zu konzentrieren.
Individuelle Fortschritte prämieren
Die Ergebnisse haben auch eine politische Dimension. Bildungschancen könnten gerechter gemacht werden, wenn nicht nur Leistung, sondern auch individuelle Fortschritte im Klassenraum prämiert würden, so Jonas Radl. „Schulische Belohnungen, spielerisches Lernen und soziale Anerkennung können helfen, Unterschiede im Anstrengungsniveau zwischen Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten zu verringern“, sagt der Forscher.
Heike Solga, Mitautorin des Artikels und Direktorin der Abteilung Ausbildung und Arbeitsmarkt am WZB: „Die Studie liefert wichtige Hinweise, wie der Einfluss der sozialen Herkunft in der Schule besser ausgeglichen werden kann. Das ist wichtig für ein faireres Bildungssystem und gleiche Chancen.“ News4teachers
Die Studie wurde im Februar im Journal American Sociological Review veröffentlicht: Jonas Radl, William Foley, Lea Katharina Kröger, Patricia Lorente, Alberto Palacios-Abad, Heike Solga, Jan Stuhler, Madeline Swarr (2026): „The Social Origins of Effort: How Incentives Reduce Socioeconomic Disparities among Children“. In: American Sociological Review, 91(1). https://doi.org/10.1177/00031224251401933.








Wer hätte das gedacht, dass Kinder aus bildungsaffinen Elternhäuser häufiger intrinsisch motivierter sind? Aber nun haben wir es schwarz auf weiß…..
Nur mit der Schlussfolgerung tue ich mich schwer….
„Schulische Belohnungen, spielerisches Lernen und soziale Anerkennung können helfen, Unterschiede im Anstrengungsniveau zwischen Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten zu verringern“, sagt der Forscher.“
Welche schulischen Belohnungen schwebt dem Forscher vor? Mir fiele da Lob ein….was noch viel mehr matcht, sind gute Noten, denn die steigern das Selbstbewusstsein erheblich…..und sichern meist auch soziale Anerkennung. Manche Kinder suchen auch soziale Anerkennung durch die Tätigkeit als Klassenclown…..da strengt man sich auch an….ja….
“schulischen Belohnungen”
Ja, interessante Wortschöpfung. Was soll das konkret sein? Kostenlose Klassenfahrten? Früher Unterrichtssschluss? Gutscheine für “Hausaufgaben frei”? Befreiung vom Müllsammeldienst der Klassen?
Ach muss es schön sein, “Forscher” zu sein. Eine tolle Idee haben, alle nicken zustimmend, und die Frontschw… fragen sich, was das konkret bedeuten soll…
Nun ja, ein bisschen was geht da schon, vor allem bei jüngeren SuS (bei mir Kl.5/6). Klassendienst mit ausgewähltem Partner machen dürfen, Dienste aussuchen (beliebt: Altpapier rausbringen, d.h. früher aus dem Unterricht gehen dürfen, Bewegung), bei kooperativen Lernformen mit der Gruppe im Flur /anderem Raum arbeiten, Sitznachbar für eine Woche aussuchen.. Sind natürlich immer zu wenig Möglichkeiten für zu viele SuS.
Was auch bei älteren noch wirkte: Einzelnes Lob nach dem Unterricht für bestimmte Erfolge, verbunden mit der Frage, ob ich das für Zuhause im Schulplaner notieren soll. (“XY hat heute in… super mitgearbeitet, :-)”
Und zu den Zeugnissen habe ich oft so etwas (auf Deutsch) gebastelt:
https://hooverwebdesign.com/free-printables/printable-certificates/most-improved-student-printable-certificates.html
“Schulkinder aus privilegierten Elternhäusern”… Was sind privilegierte Elternhäuser? Die mit mehr Geld? Oder mit mehr Bildung? (Aus meiner Heimat weiß ich, dass es nicht unbedingt das gleiche ist.) Mit Eltern, die mehr Zeit für die Kinder haben? Aber dann arbeiten sie vermutlich nicht sehr viel…
Bei uns hatten Kinder, die etwas an Olympiaden, Forschungsprojekten, künstlerischen Wettbewerben gewonnen haben, ein kleines Geschenk oder sogar Geld bekommen. Später – eine Möglichkeit ein Studium ohne Eintrittsprüfungen zu machen.
Das beste war aber, meiner Meinung nach, das ehrliche Lob, Interesse und die Anerkennung seitens der Lehrer.
“Privilegierte Kinder”, wie im Artikel erwähnt, sind Kinder mit Sonderrechten. Was das jetzt genau für Sonderrechte sind und in welchem Gesetz sie festgeschrieben sein könnten, fällt mir jetzt gerade so aus dem Kopf nicht ein.
Aber ich gehe eigentlich fest davon aus, dass man hier nicht ein eigentlich unpassendes Wort benutzt, um entsprechend Stimmung zu machen.
Kinder mit Sonderrechten
Beamtenkinder?
Andersherum ist die Bezeichnung „sozial schwach“ leider ebenso unglücklich gewählt.
Ich sage einfach “arm” .
Ein Blick in die Quelle erleichtert die Interpretation. Die Autor*innen sprechen dort von higher/lower Socio Economic Status. Der Begriff priviledged / disadvantaged taucht nur einmal auf. Im Artikel auf N4T wird der Begriff sozioökonomisch gar nicht erwähnt. Die problematischen Begriffe gehen also auf’s Konto von N4T und nicht der Studienautor*innen. Im Methodenteil wird ausgeführt, dass der SES primär über das Bildungniveau der Eltern operationallisiert wird, ergänzt um “parental occupational status as measured by the international socioeconomic index of occupational status (ISEI, z-standardized) (see Figure 6), parental social class (a dichotomous indicator of service-class membership according to the EGP schema), and parent’s self-reported income-adequacy”
Genial!
“Sobald es kleine Belohnungen wie Spielzeuge oder soziale Anerkennung für die Lösung einer Aufgabe gibt […]”
Ich habe eine einzigartige Idee: ich gebe fleißigen Kindern einen Sternchen-Aufkleber. Ganz recht, ICH habe das erfunden und bin jetzt Millionär von meinem Fleißsternchen-Verkauf 😀
Aber im Ernst, gerade in Zeiten, wo Menschen aufgrund deren Herkunft oder sozialen Lage “Faulheit” oder “Dummheit” unterstellt wird, kann so eine Studie nochmal erden.
Nicht die Beknackten, deren Plan darin zu bestehen scheint, sich das gesamte (!) Arbeitsleben über Kinder zu beschweren, aber der Rest kann die Studie im Hinterkopfen behalten, wenn der Bundeskanzler mal wieder eine Perle der Weisheit teilt, anstatt einen Redenschreiber einzustellen – oder gar eine Frau? 😀
“Kinder aus Familien mit höherem sozialen Status strengen sich zwar mehr an als Kinder aus weniger privilegierten Familien”
Da stellt sich die Frage, was Ursache, was Wirkung ist.
Kinder leben also in Armut, weil sie sich weniger anstrengen? Steile These. Herzliche Grüße Die Redaktion
Wir waren lange die einzige weiterführende Schule mit Ganztagsangebot am Ort. Ein Teil der Familien lebte von Arbeitslosengeld II, die Eltern waren zu Hause und haben die Kinder zu uns geschickt, damit sie sich weniger um ihre Kinder kümmern mussten. Das wurde ganz klar so kommuniziert.
Eine entsprechende Schülerin, die noch in der 9. Klasse sehr durch fehlende Motivation aufgefallen ist, habe ich mal nach ihrem Berufsziel gefragt. Ihre Antwort: “Hartz IV”.
Wir haben viele Familien, die gerade nach Deutschland migriert sind, die oft wollen, dass die Kinder es besser haben, ordentlich lernen und einen guten Beruf finden. Aber leider auch genau das Gegenteil – Familien, bei denen die schon die Kinder vorgelebt bekommen, man müsse sich nicht anstrengen, müsse nichts machen, könne vom ALG einfach leben. Natürlich ist das schwierig, wenn man so aufwächst und von zu Hause keine Anstrengungsbereitschaft vermittelt bekommt.
Und was folgt daraus – dass wir die Kinder (als Gesellschaft) sich selbst überlassen? Oder dass wir mehr Anstrengungen unternehmen müssen, Kinder aus diesem Teufelskreis herauszubringen? Herzliche Grüße Die Redaktion
GeSa halt …
Nein, aber vielleicht die Eltern.
“Kinder leben also in Armut, weil sie sich weniger anstrengen?”
Das ist nur Polemik. Sie müssten wissen, dass Kinder oft (nicht immer) die Einstellungen ihrer Eltern übernehmen. Der Volksmund sagt: “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.”
Und das lässt sich nicht durchbrechen? (Warum dann überhaupt Schule, wenn sowieso alles von den Eltern abhängt?)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Der Volksmund sagt: “Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.””
Der Volksmund scheint nicht sonderlich viel von Ihnen und Schulen allgemein zu halten…
Nö.
Viele der in Armut lebenden Kinder tun das deshalb, weil ihre Eltern statt Leistung, Disziplin und Orientierung an rationalen Kriterien richtig dumme Entscheidungen treffen – und die Gesellschaft aus einem fast schon toxisch zu nennenden Toleranzparadoxon dagegen NICHT nur nichts tut, sondern schon das reine Sprechen darüber unter soziale Sanktion stellen will. (Gut irgendwo klar, würde ein Tabu in der Richtung ernsthaft fallen bräche nach und nach das ganze Kartenhaus zusammen)
Und natürlich werden wieder “”””privelegiiiieeerte””” Kinder/Eltern dagegen gestellt. Deren fiese Bonzen-Privelegiertheit besteht wahrscheinlich aus so Teufelszeug wie “machen was Lehrer sagt”, “Vokabeln lernen statt Tiktok” oder “Mathehausaufgaben statt BrawlStars bis morgens vorm Schultor”.
Da müsste mal so richtig bildungsumverteilt werden, wah ?
Wo leben Sie? Wir kennen das Land nicht, von dem Sie sprechen – und Ihr Post wird nicht weniger krude, wenn Sie noch mehr iiis und eees einfügen.
Ja, Eltern treffen manchmal blöde Entscheidungen. Mitunter gar keine, weil sie nicht in der Lage dazu sind. Die Frage, die uns hier beschäftigt, ist die, was mit den Kindern passieren soll – die ja nichts dafür können. Wenn wir Sie richtig wahrnehmen, plädieren Sie für Sozialdarwinismus. Einfach sich selbst überlassen. Das halten wir für ausgesprochen dümmlich, weil so daraus die Sozialfälle der Zukunft (statt künftige Steuerzahler) werden. Einen Vorteil hätte die Sache allerdings: Zynikern wie Ihnen geht dann das Material nicht aus.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Genau, ganz sicher.
Mit sprachlichen Verdrehungen wie “nicht in der Lage” geht es schon los.
Natürlich könnten viele dieser Eltern sehr wohl – die ***wollen*** halt nicht. Um genau zu sein: Praktisch alle, denn um dazu TATSÄCHLICH “nicht in der Lage” zu sein müsste man eine schwere geistige Behinderung oder sonstige schwere Krankheit haben.
Sind z.B. arme Eltern “nicht in der Lage”, ihre Kinder zur Schule zu schicken?
Oder WOLLEN sie nicht, da es Arbeit macht und eh keine Konsequenzen kommen?
Sind z.B. “”””unterprivilegierte”””” Eltern “nicht in der Lage”, Handyzeiten ihrer Kinder zu bestimmen?
Oder WOLLEN sie nicht, da es Arbeit macht und eh keine Konsequenzen kommen?
Aber glücklicherweise haben diese Eltern ja genügend moralisch gute, nicht-zynische Fürsprecher…wie Sie.
So wird auch weiterhin wirkungsvoll verhindert, dass sich was ändert. Gehen halt noch ein paar Generationen Kinder den Bach runter, Hauptsache wir benutzen weiterhin gute und moralisch richtige Wörter und beklagen das angemessen traurig.
“Natürlich könnten viele dieser Eltern sehr wohl – die ***wollen*** halt nicht.”
Das spielt überhaupt keine Rolle – die (nicht für ihre Lage verantwortlichen) Kinder sind entscheidend. Da können Sie so viel über die Eltern lamentieren, wie Sie wollen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn die Familie arm oder anders benachteiligt ist, kann sie trotzdem Kinder motivieren, gute schulische Leistungen zu erbringen, damit sie aus der Armut sich befreien können.
Komplizierter wird es, wenn die Familie kein Wert auf Ausbildung legt und keine Bedingungen für Kinder kreiert. Wie kann man ein Kind zum Lesen motivieren, wenn es zu Hause kein Buch gibt und kein Erwachsene es in die Stadtbücherei bringen möchte? Warum gibt es keine Büchereien in jeder Grundschule? Wie kann das Kind etwas lernen, wenn es zu Hause zu unruhig oder sogar gefährlich ist? Wenn Eltern selber nichts können oder möchten und keine Visionen dem Kind schenken können?
Ist es überhaupt möglich, mehreren Kindern aus solchen Familien zu helfen, ohne stark in die Autonomie der Familien einzugreifen?
Ich habe die Pionierorganisation der UdSSR nie gemocht, ich bin für individuelle Verantwortung, aber manchmal denke ich, vielleicht wäre so was nicht schlecht, wenn es viele sozialbenachteiligte Kinder gibt. Eine Kinder Bewegung, die mit einem gewissen Respekt verbunden wird und bestimmte Normen propagandieren würde, wie schulische Leistungen, Freundschaft, Respekt, gegenseitige Hilfe, Sport… Demokratie Prinzipien natürlich 🙂
“Wenn die Familie arm oder anders benachteiligt ist, kann sie trotzdem Kinder motivieren, gute schulische Leistungen zu erbringen, damit sie aus der Armut sich befreien können.”
Sorry, aber das ist in diesem Zusammenhang völlig egal. Es geht darum, dass manche Familien dies tatsächlich nicht leisten – und um die Frage, wie der Staat damit umgeht. Überlässt er die Kinder sich selbst – oder greift er ein, in dem er die Kinder fördert? Für letzteres spricht zweierlei: Die Kinder können, erstens, ja nichts dafür. Und, zweitens, wird jeder junge Mensch benötigt, um diese (drastisch alternde) Gesellschaft künftig zu tragen.
“Ist es überhaupt möglich, mehreren Kindern aus solchen Familien zu helfen, ohne stark in die Autonomie der Familien einzugreifen?” Ja – selbstverständlich. Mit guten Schulen, die ja ohnehin in die “Autonomie der Familien eingreifen” (Schulpflicht).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich bin absolut dafür, dass für jedes Kind gekämpft wird. Aber wie können Schulen gut genug werden, damit alle Kinder gefördert werden? Verpflichtender Ganztag? Ich wäre voll dagegen wegen meiner Kinder. Wenn Erwachsene Teilzeit arbeiten dürfen, so dürfen auch Kinder.
Verpflichtende Förderstunden gezielt für die Kinder, die sie brauchen? Gerne. Aber gibt es genug Lehrer?
Auf jeden Fall muss man viel selbständig arbeiten, um das Stoff zu vertiefen oder um Kreativität und Kollaboration zu fördern. Ich sehe nicht ein, wie man die familiären Bedingungen umgehen kann.
“Aber wie können Schulen gut genug werden, damit alle Kinder gefördert werden?”
Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/schule-neu-denken-17-bildungsforscher-legen-ein-zukunftsbild-vor-und-fordern-einen-grundlegenden-kultur-und-strukturwandel-im-deutschen-bildungssystem/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Völlig richtig, warum Kinder bestrafen, weil es die Eltern nicht packen!?
Nicht nur die Eltern.
Ich würde nicht sagen, Nachhilfe wäre ein Indiz, dass es die Schulen “nicht packen”, sondern dass die Rahmenbedingungen verbessert werden müssen
Und warum ***konkret**” sollten die betroffenen Kinder sich dann mehr als zufällig oft anders entwickeln als diese ***weiterhin am Steuer sitzenden*** Eltern, die damit dann nicht nur konsequenzfrei durchkommen, sondern (schon durch die kindliche Entwicklung bedingt) den (typisch kindlichen, langfristig jedoch Alp-)Traum von “keine Arbeit, ganzen Tag frei, machen was man will” ausleben ?
Und dafür dann mit noch mehr Hilfssystemen gepampert werden?
Geht das dann bis runter zur 1-zu-1-Betreuung (ganztägig, versteht sich!) durch die mythischen “multiprofessionellen Kräfte” ?
Gut, kann man machen.
Da warten wir mal gespannt ab, wann das geschieht.
Natürlich wollen Sie über diese Eltern nicht reden und da ganz schnell von wegsteuern, klar.
Denn auf diese sanktionierenden Einfluss zu nehmen ist ja “megatabu”.
“Sanktionierenden Einfluss” – gerne Butter bei die Fische: Welche Strafen – wofür genau? Kindern kein Selbstwirksamkeitsgefühl, keinen Optimismus mitzugeben, ihnen kein behütetes Aufwachsen zu ermöglichen? Wo befindet sich Ihr Behüt-O-Meter, mit dem sich elterliche Verstöße diesbezüglich messen ließen? Und gibt es in Ihrem System mildernde Umstände – psychische Erkrankungen beispielsweise?
Oder einfach nur drauf – trifft schon irgendwie die richtigen? Dass die Kinder Sie nicht interessieren, haben wir jetzt schon mitbekommen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Naja, faule und auf Dauer angeblich oder wirklich kranke BeamtInnen werden nicht nur mit Luft versorgt!
Und wenn sie verliebt sind ?
❤️
Vielleicht nicht ganz so drastisch, aber Schüler, die sich anstrengen, zeigen tendenziell auch bessere schulische Leistungen. Aber das ist natürlich nur aus meinem begrenzten Erfahrungsbereich.
Ich weiß, es gibt Studien, die zeigen, dass das nicht immer so ist, aber was ist in diesem Kontext schon streng korreliert.
Jup, viellicht haben sich manche beim Erben einfach mehr angestrengt …
(https://www.deutschlandfunk.de/crashkurs-soziale-ungleichheit-durch-erbe-100.html)
Wie es das Sonntagsblatt so treffend schrieb: “Wenn Wohlstand vererbt und Armut erarbeitet wird”
Nur SIE fragen sich, was Ursache und was Wirkung ist
Nicht nur.
Für jeden Menschen mit etwas Verstand ist doch völlig logisch, dass IM SCHNITT Kinder viele Eigenschaften ihrer Eltern übernehmen.
Und ohhhh, guess what, wenn schon Oma, Opa und Onkel Alfred gute Impulskontrolle, Belohnungsaufschub und langfristige Zielorientierung zeigten (statt z.B. dem vor wenigen Jahren noch erforschten, dann blitzschnell wieder begrabenen “kurzfristig-hedonistischen Lebensstil” zu fröhnen)…ja, dann ist es wohl nur für so richtige Bildungs”forscher” eine Überraschung, dass Klein-Malte mit nicht-zufälliger Wahrscheinlichkeit AUCH eher dazu in der Lage ist, die Verhaltensweisen zu zeigen, die IM SCHNITT mehr Lebenserfolg bringen.
Man muss dazu nicht einmal wissen, ob “das” aus sozialen, genetischen, subjektiv-persönlichen oder sonstigen Gründen (oder einer Mischung von allem möglichen) kommt.
Ich habe verstanden, Anro UND Sie fragen sich nach Ursache und Wirkung 🙂
Hoffen wir mal, dass Klein-Aldfred nicht genetisch bedingt andere Länder angreifen und Völkermord begehen will. (augenroll)
Und daher kann man eh nichts an der Situation ändern?
Und wir sollten nicht gucken, wie unsere Gesellschaft die Kinder mit den schlechteren “Elternhaus”Startbedingungen bestmöglich motiviert und fördert? Darum geht es doch!
Belohnungen für die Anstrengung bei einer Aufgabe? Her mit den Ü-Eiern für alle… Oder nur bei besonderer Anstrengung? Dann sind wir aber wieder bei einer wettbewerbsähnlichen Situation, nicht gerade ideal für das Lernziel Kooperation. Also gemeinsame Erfolge belohnen? Schön, aber wo ist dann der individuelle Anreiz? Etwas widersprüchlich, da geht es um Anstrengungsbereitschaft und Motivation, dann wieder um Belohnung ‘individueller Fortschritte im Klassenraum’, was immer das sein mag, die als Ergänzung zu ‘Leistung’ gesehen werden. Es gibt dann also möglichst keine Noten für Leistungen, denn die sollen ja weg, wohl aber Belohnungen für intrinsische Motivation (bekanntlich ein ungeheuer objektives Kriterium)? Könnte man sich eventuell darauf einigen, dass nicht alle Forschungsergebnisse zu schulischen Maßnahmen führen können? Dass auch so etwas wie Persönlichkeit und individuelle Situation darüber entscheiden, ob man (auch Kinder) besonders motiviert ist oder nicht? Kinder mit schwächeren fachlichen Leistungen werden mehr unterstützt, das gilt für alle Beteiligten als normal und gerecht. Wenn diejenigen, die sich weniger anstrengen Lob und Belohnungen bekommen, während bei den anderen Motivation vorausgesetzt wird, herrscht dazu wohl kaum ein ähnliches Einverständnis. Das ist doch eine Fingerübung, losgelöst von jeder Gruppendynamik, Pädagogik wie am Schaltbrett, wie bringe ich Schüler X und nur den zum gewünschten Verhalten. Ein unbequemer Gedanke: mit Belohnungen bringt man auch Haustiere dazu, gewünschtes Verhalten zu zeigen.
Studie hier, Studie da. Andere kommen zu anderen Schlüssen … aber so ist Wissenschaft eben. Und was sollen wir an der Basis dann damit anfangen?
https://www.campus-schulmanagement.de/magazin/warum-belohnungssysteme-dem-unterricht-haeufig-schaden-kou-murayama
Die beiden Studien schließen einander nicht unbedingt aus: Die eine arbeitet mit Aufgaben, an denen die Probanden eigentlich schon Freude haben, die andere mit einfachen, aber anstrengenden Aufgabe. Dennoch teile ich die Skepsis bzw. Vorsicht gegenüber solchen Belohnungssystemen.
“Belohnung” ist eines der Tabuthemen, die oft auf Basis der eigenen Lernbiografie statt auf Basis vorliegender Studien abgehandelt werden. So ist vielen der Unterschied zwischen Lob und anerkennendem Feedback nicht klar, das präzise benennt, woran der Lernfortschritt gesehen wird und wie es als nächstes weitergeht. Hier ein Beitrag dazu (es gibt auch neuere, aber hinter der Paywall): https://marktplatz.schulverlag.ch/magazines/profil/effektives-lernfeedback-bewegt-das-lernen-in-richtung-erfolg-art-t9mfi
Vielleicht weil jeder Lehrer dies genau jeden Tag und mutmaßlich in jeder Stunde genauso praktiziert und es deshalb nichts erwähnenswertes ist…..Aber jetzt, wo Sie es sagen…..ja, meine Schüler bekommen in jeder Mathestunde ein Feedback, in der Regel so, wie es sein sollte…..
Ich schaue mir an, was gearbeitet wird, bespreche Fehler, lasse weiterarbeiten, schaue wieder und wenn es besser oder fehlerfreier geworden ist, dann kommt das positive Feedback und ich lenke die Aufmerksamkeit auf die nächste Herausforderung….
Wenn das (also die Fordrung nach Lob) damit gemeint sein soll, also so niederschwellig, dann kann ich damit was anfangen….okay….
Merkwürdig. Ich dachte immer, die Kinder aus den bildungsnahen Haushalten hätten einfach nur bessere Noten, weil das Haushaltseinkommen höher ist. Jetzt kommt plötzlich raus, diese strengen sich mehr an und erzielen bessere Leistungen.
Die Studienmacher fordern nun folgerichtig, die Ungerechtigkeit zu beseitigen. Es kann ja wohl nicht sein, dass Kinder nur wegen mehr Anstrengung mehr Erfolg in der Schule haben. Wo kommen wir denn da hin?
“Bildungschancen könnten gerechter gemacht werden, wenn nicht nur Leistung, sondern auch individuelle Fortschritte im Klassenraum prämiert würden”
Super. Kann ja auch nicht sein das jemand eine bessere Note bekommt, nur weil der Schüler immer seine Hausaufgaben vorbildlich erledigt. Dabei kann es auch ein individueller Fortschritt sein, nach 10 unerledigten Hausaufgaben mal irgendetwas hinzukritzeln.
Gerechtigkeit ist wichtig und es kann ja für einen Lehrer keine Schwierigkeit sein, die individuellen Fortschritte von 26 Schüler pro Klasse gerecht zu bewerten.
Wo wir gerade beim Thema Anstrengungsbereitschaft sind, hat sich eigentlich auch mal jemand Gedanken um diese Kinder und deren Chancen gemacht? Nein? Ok, da geht es ja auch nicht um Gerechtigkeit und Chancengleichheit, scheint also eh egal zu sein.
Treffer! Genau die Kinder, die leistungsbereit sind, die sich immer – intrinsisch motiviert oder von der Familie dazu erzogen – anstrengen, besser zu werden, oder auch die “problemlosen” Kinder, die einfach zuverlässig mitarbeiten und quasi “mitlaufen”, ohne der Lehrkraft besondere Probleme zu schaffen, die werden in all den wissenschaftlichen Erhebungen, in den pädagogischen Fallgruppen nicht betrachtet. Die gehen in all diesen Überlegungen einfach unter, sind nicht im Fokus, das sind nur (im Jargon) die “Privilegierten”, für die nichts, aber auch gar nichts extra getan wird.
Wo bitte bleibt hier die Bildungsgerechtigkeit?? Sollten wir diese kommenden Leistungsträger für die Gesellschaft nicht viel mehr in den Blick nehmen?
Genau so sehe ich das auch. Die lauten, die leistungsschwächeren Schüler, die “Problemos”, auf die wird geschaut, die werden unterstützt. Fördern muss laufen. Was ist mit dem Fordern? Die “Normalos” lernen nichts mehr Neues. Die guten Schüler werden total demotiviert. Im Zweifel gibt es dann mehr Aufgaben statt besondere Aufgaben. Das ist dann eher Strafe als Motivation. Und nun soll ich die andere Gruppe belohnen, wenn sie was macht?
Wenn sie (die andere Gruppe) endlich mal was macht, was bei den sog. “Privilegierten” quasi automatisch ohne großen Zinnober einfach erledigt wird. Sollten die zusehen müssen, dass andere für Dinge, die eigentlich selbstverständlich sind, über den Klee gelobt werden, während ihre konstant gute Leistung nicht der Rede wert ist? Das kann ja wohl nicht wahr sein. Auch deshalb plädiere ich für möglichst homogene, nach Leistung zusammengesetzte Klassen, denn hier können unter ähnlichen und gerechten Vorbedingungen Leistungsanreize gesetzt und Entwicklung gefördert und gefordert werden.
Wenn Schüler sich nur für Belohnungen anstrengend, kann man dann noch von intrinsischer Motivation sprechen? Oder werden nur die belohnt, die nicht intrinsisch motiviert sind? Die intrinsisch motivierten belohnen sich ja schon irgendwie selbst, durch den “Flow”. Bei den anderen “erkaufen” sich die Lehrer die Leistung? Wo liegt mein Denkfehler?
Mit Belohnungen arbeiten fällt unter klassische Konditionierung.
Oder Bestechung…..
Gute Frage ab wann eine Belohnung bestechend wirkt…
Wie verträgt sich Konditionierung mit selbstbestimmtem Lernen?
Die Belohnung ist Lohn für den Schüler, die Bestechung ist Lohn für den Lehrer…..oder so…..manchmal ist der Übergang auch fließend…..
Ich hatte vor einigen Jahren mal eine Mutter im Elterngespräch relativ verzweifelt da sitzen, die berichtete, dass ihr Sohn nur bereit wäre Mathehausaufgaben zu erledigen, wenn eine Belohnung folgte….sie machte das auch und die Belohnungen wurden mit der Zeit immer größer…..aktuell verlangte er ein Legoflugzeug,…ja…..so kann’s halt gehen, wenn man das mit den Belohnungen übertreibt….hatte das Kerlchen gut verinnerlicht….
… wenn man das Angebot nicht mehr ausschlagen kann. 🙂
“Wir werden ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann.”
… dem Schüler oder dem Lehrer?
Das ist ein Zitat aus einem Film über einen Mafiaclan.
Ich weiß. Deshalb ja auch mein erster diesbezüglicher Kommentar, nur eben nicht als Zitat. Ich ging davon aus, dass man das auch so versteht. Mea culpa!
Geht ja nicht um die Quelle sondern um den Adressaten.
Das ist in den Compliance-Regeln festgelegt. Nennt sich Geringfügigkeitsgrenze.
So wird es wohl sein…
Erst letztens wurden Sportler*innen “konditioniert” bei der Winterolympiade ihr Bestes zu geben – natürlich erst nach dem Glöckchen 😉
Hä? Die Sportler wurden konditioniert??? Womit denn, hat man Klabo eine Möhre vor die Nase gehalten, damit er schneller auf seinen Skiern läuft??
Nee, die steckt doch im Winter als Nase im Schneemann. Typisch Lehrkraft, die raffen absolut nix
Raffen Sie mal, dass der Trend zur Schneefrau geht, d.h. Möhren sind längst out, weil Nasen sich aus überflüssigem Armfett basteln lassen.
Ihr Beispiel ist keine klassische Konditionieren 😉
Doch, aber die Mutter wurde konditioniert…..und es hat prima funktioniert 😉
Nur die Mutter oder auch die Schraube?
= Dressur unter Nutzung der Pawlowschen Reflexe? Die(a)sozialen Medien konditionieren doch auch, mit likes und Followern? Soll nicht gerade die Schule gegensteuern?
Also sind Sie jetzt gegen den Flow, den Sie selber einbrachten?
Immerhin belohnen die sich ja selbst 😉
“Die intrinsisch motivierten belohnen sich ja schon irgendwie selbst.”
DAS IST intrinsische Motivation.
“Wo liegt mein Denkfehler?” Sollte es Sie nicht mehr beschäftigen, Ihr gesamtes Arbeitsleben lang nicht verstanden, geschweige nachgeschlagen zu haben, was intrinsische Motivation ist?
Q.e.d. wieder nicht meinen vollständigen Kommentar gelesen und/oder verstanden. 🙂
Ach wie schade 🙁
Ich dachte, Sie untergraben wieder alles im Artikel, indem sie den Aufbau intrinsischer Motivationen “missverstehen”…
Aber schön, dass ich da falsch gelegen haben soll 🙂
Können Sie mir bitte erklären, was Sie mit Ihrem konstruktiven Beitrag meinten?
Glücklicherweise habe ich das “Studienergebnis” hier gelesen – das unterdrücken eines Lachers im RL angesichts dieser bahnbrechenden Erkenntnis wäre schwer gefallen: Soso, da besteht ein Zusammenhang zwischen (Achtung, böses Wort!) Impulskontrolle und (noch böser!) Fähigkeit zum Belohnungsaufschub und dem (durchschnittlichen) Lebenserfolg?
Wie mega unfair, diese priveligumierten swine, die! Mit ihren privalugierten Privatolegionen machen die alles kaputt!
“WBZ” habe ich jetzt mal nicht gegoogelt…(Finanzierung, Ausrichtung, welcher Sphäre zugehörig)
Was mich aber doch sehr überrascht:
Sind Belohnungen auf einmal gut?
Ist das nicht böse und irgendwie fast schon schwarze Pädagogik, mit Belohnungen zu arbeiten?
Und dazu noch: wo sollen die Belohnungen herkommen? Wird es ein Belohnungsbudget geben oder sollen das die Lehrer von ihrem Gehalt selbst bezahlen, wegen Kinderaugen und so?
Ich habe da so eine privilegierte 8 jährige in meinem Haushalt, die weder in der Schule Schulaufgaben, noch in der OGS Hausaufgaben macht. Zu Hause arbeitet das Kind aber täglich motiviert, ohne Belohnungen! (liegt wahrscheinlich daran, daß sie das als privilegiertes Kind über ihre Gene verebt bekommen hat)
Was sagt mir also diese Studie: Mein Kind ist offensichtlich nur zu Hause Sozial privilegiert, in der Schule aber nicht. Ich finde, das ist ein Zustand, der in unserem Land geändert gehört. Jedes Kind sollte sich in der Schule privilegiert fühlen und verhalten, dann braucht es keine Belohnungen mehr. (zumindest lt. dieser Studie)
Ich verspüre gerade so ein Bedürfnis, ein Realitätsupdate in die verbeamtete Forenblase zu entsenden :
Habe heute mit Jugendamt und Diakonie gequatscht, weil die uns helfen sollen, nach drei Jahren mal an eine Wohnung zu kommen. Ich kenne zudem alleine drei Familien von meinen Reitschülern, die keine finden. Und die sind gut situiert, teilweise Doppelverdiener, aber haben… Kinder. In zwei Fällen sogar 3 bzw 5 davon.
Und da erzählte die Frau vom Jugendamt so ein bisschen aus dem Nähkästchen.
Ich mag die ja. Im Gegensatz zu manch gehässigen Leuten aus der Gesellschaft sind die objektiv und erkennen, ob jemand im Bauwagen soziale Probleme hat oder nicht und ob es an ihm selber oder am Wohnraummangel liegt, wenn er kein Dach über dem Kopf hat.
Und von denen kriegen wir wohl jetzt ein E-Bike gespendet, was meine Arthrose in den Knien lindern könnte, so lange ich hier täglich 20kg Briketts, 10kg Einkauf und 10kg Arbeitsausrüstung zum Geld verdienen weite Strecken steil Bergauf schieben muss. Und meine rechtsextremen Nachbarn, die sauer sind, weil sie mich nicht manipulieren konnten und nun versuchen, mich für alles mögliche anzuzeigen, zB unsere im Bauwagen fehlende sanitäre Anlage, die hätte sie schon abgewimmelt. Es geht nämlich nicht, dass die Stadt seit Jahren keine Wohnung für uns hat, uns dann aber Ärger wegen fehlender sanitärer Anlagen macht, auch wenn die Nachbarn das gerne hätten.
Überhaupt meinen viele immer, Behörden aller Art seien dafür da, unliebsame Außenseiter zu ärgern oder Familien zu ärgern. Dem ist nicht so.
Tatsächlich versuchen die zu helfen, eine Wohnung haben die aber auch nicht.
Und da erzählt die Frau vom Jugendamt so, dass sie auch eine Familie mit fünf Kindern betreut, für die sie an keine Wohnung kommen und wo sie sich selber auch Rat holten.
Und nun kommt’s :
Ihnen wurde geraten, dass die Familie sich trennen sollte!
Ein Elternteil sollte zwei Kinder und ein Elternteil sollte drei Kinder nehmen, weil es alleine mit zwei oder drei Kindern realistischer sei als zusammen mit fünf Kindern an eine Wohnung zu kommen.
So und nun weiter zu denen, die sich alle nicht anstrengen und nicht intrinsisch motiviert sind und so.
Generell sollte man vielleicht vom Arbeitskult ein Stück weg kommen, jaja als Soziallinker ist mir ja bekannt, dass es da immer einen Arbeitskult gab, aber man darf dazulernen! Kinder aus den hier breitgetretenen Elternhäusern sind da eher Opfer als TäterInnen! Ich würde mir wünschen, die herrschende Politik würde weniger einen Arbeitskult betreiben und mehr gegen Gewalt vorgehen! Da bin ich ganz bei Özdemir, AusländerInnen sollen keine Angst vor Rechten haben müssen und deutsche Frauen nicht vor 10 Cent Machos am Bahnhof! Übrigens Bahnhof, da sehe ich eher die Drogenproblematik vorherrschend, jedenfalls in RLP
Gibt es Erkenntnisse, wie nachhaltig der Motivationsschub durch Belohnungen ist? Würde das Belohnungssystem nach einem Jahr noch immer funktionieren? Oder würde die Steigerung sogar nach Wegfall der Belohnungen bleiben? Oder womöglich noch stärker zurückgehen? Das Studiendesign zu solchen Untersuchungen wäre spannend.
Sie können das wunderbar bei Verstärkersystemen beobachten…..klappt eine kleine Weile, nutzt sich aber recht schnell ab….so wird das Belohnungen auch sein, die nicht regelmäßig nach oben hin angepasst werden….
So habe ich es auch erlebt.
Geschätztes Fräulein Rottenmeier, aber das ist doch bloß Ihre Erfahrung, ohne Studie lässt sich da gar nichts voraussagen …
Mal seriös: Je länger ich über diese Studie nachdenke, umso mehr Zahnschmerzen bekomme ich. Da gibt man 5ern eine konstruierte Aufgabe an die Hand, also ohne irgendeinen tatsächlichen Zweck, und hat Glück, dass die Kinder das überhaupt mitmachen, denn schließlich sind es ja sinnlose und auch noch mühsame Aufgaben. Vielleicht ist ja das Grundvertrauen in die Erwachsenen noch soweit vorhanden, dass man es klaglos tut. Vielleicht aber auch nur bei den „Privilegierten“, die gewisse Alltagsnöte noch nicht so kennen. Die anderen fragen sich vielleicht schon eher misstrauisch, ob es sich denn auch irgendwie lohnt.
Und hier kommen die Studienmacher und „füttern“ die Kinder mit Belohnungen, wobei ich dabei an Labormäuschen denken muss. Und aus dieser gekünstelten Labormaus-Situation hofft man dann große Erkenntnisse für mehr Gerechtigkeit gewonnen zu haben. Für wie unterkomplex hält man den menschlichen Geist und die menschliche Psyche?
Welche Aufgaben sind Ihrer Meinung nach sinnlos und warum kann der Lehrer sie nicht durch sinnvolle ersetzten? Welche Aufgaben wären dann sinnvoll?
Einige “gewisse Alltagsnöte” wie Armut, Gewalt und Alkohol in der Familie können auch motivieren, besser zu lernen, damit dank Ausbildung aus dieser Realität zu fliehen.
Wenn ich die Studie richtig verstanden habe, sind die Aufgaben ledig dazu da, um eine anstrengende Tätigkeit zu simulieren. Im Gegensatz zum Unterricht gibt es also für die Kinder keinen Sinn, die Aufgaben zu bewältigen: Üben, Verstehen, Vertiefen, Überprüfen usw. Der einzige Zweck der Aufgaben ist die damit erwünschte verbundene wissenschaftliche Erkenntnis, für die Kinder ergibt das Abarbeiten der Aufgaben in der Studie selbst keinen Sinn.
Daher ist die Motivationsfrage schon grundlegend unterschiedlich z.B. zu Aufgaben im Unterricht. Und das sollte bei der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden.
Mein Gedanke dazu, warum manche Kinder mit Belohnungen die gestellten Aufgaben ebenso bearbeiteten wie die anderen, ist nur ein alternativer Vorschlag zur Erklärung. Natürlich können schwierige häusliche Umstände auch motivierend wirken, meinem Eindruck nach haben diese Kinder aber eher mit starkem Misstrauen den Erwachsenen gegenüber und einer damit einhergehenden Frustration zu tun. Das betrifft übrigens teils auch sog. Priviligierte, nur können die über Materie („Geschenke und Belohnungen“) häufiger schon genug kompensieren.
Wie viele frustrierte Lehrkräfte sich hier augenscheinlich rumtummeln und irgend welche blasphemischen Sprüche über SuS und ihre Familien aussenden.
Wenn ich hier im Forum so lese, verstehe ich warum viele SuS in den Schulen unmotiviert sind 😉
Wenn ich solche “Vorbilder” Tag ein Tag aus vor mir stehen hätte und keine Möglichkeit habe diesen zu entgehen, ohne dass ich mich strafbar mache, da würde ich auch resignieren und die Motivation verlieren. Und jetzt haut alle drauf los!
Mich erstaunt das Ergebnis eher.
Ich hätte das Gegenteil vermutet: Kinder aus privilegierten Familien werden mit Input verwöhnt und so schnell haut sie nichts vom Hocker. Da sie nur das Beste bekommen, langweilen sie sich schnell. Ich hätte also erwartet, dass sie sich weniger anstrengen.
Bei den Ärmeren hätte ich erwartet, dass sie alles tun, um aus der Misere rauszukommen und außerdem dankbarer sind, wenn sich mal jemand für sie interessiert. Ihr Leben ist auch nicht so abwechslungsreich.
So kann man sich täuschen.