
Der Thüringer Kinderschutzbund lehnt eine Obergrenze für den Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund in Schulen ab. Die Debatte wirke «verstörend», teilte der Landesverband in Erfurt mit. «Neben der Ausgrenzung junger Menschen mit Migrationshintergrund in der Grundschule wird damit auch deutlich, dass das Thema Inklusion offensichtlich politisch keine Rolle spielt», hieß es in einer Mitteilung.
Individuelle Förderung
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hatte sich zuvor in allgemeiner Weise offen für eine Obergrenze gezeigt. Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (ebenfalls CDU) hatte dazu bekräftigt, Kinder müssten bei der Einschulung Deutsch sprechen und verstehen können – egal, woher sie kommen. Die Landeselternvertretung lehnte die Vorschläge zu einer Obergrenze ab.
Der Kinderschutzbund machte auf fehlende pädagogische Konzepte, den Fachkräftemangel und benötigte Sozialarbeit hin. Kinder mit anderen Sprachen hätten mitunter einen höheren Förderbedarf, Kinder mit deutschen Sprachwurzeln jedoch auch. «Die Lösung ist dabei nicht Ausgrenzung, sondern die Frage, wie können Kinder individuell so gefördert werden, dass alle ihre Stärken zum Tragen kommen und Schwächen bestmöglich ausgeglichen werden?», so der Kinderschutzbund. News4teachers / mit Material der dpa









Inwiefern ist es denn “verstörend”, jahrzehnte Missstände zu ignorieren, die Probleme auf die Schwächsten in der Gesellschaft abzuwälzen und den Mangel an Verantwortungsgefühl umzumünten in die “Eigenverantwortlichkeit” der Kinder und deren Eltern, welche diese ja ehen nicht erfüllen (können)?
Bin gespannt, welche genialen Lösungen wir demnächst für marode Brücken, Pflege, zu wenig Lehrkräfte und immense Überstunden bsp. bei der Poizei vorgesetzt bekommen – wahrscheinlich mehr Eigenverantwortung 😉
Ich verstehe die Argumente nicht.
OHNE Quote werden sozialschwache und migrantische Kinder – die Überschneidung beider Gruppen ist sehr groß – ausgegrenzt, weil wohlhabende, bildungsaffine Familien ihre Kinder nicht an die Schulen geben, die einen hohen Anteil sozialschwacher / migrantischer Kinder haben. (Das muss man nicht gut finden – findet aber in jeder Stadt jedes Jahr vor der Schulanmeldung statt)
Zur Inklusion Behinderter löst man gerade die Förderschulen auf und bringt diese in Regelschulen – weil in einer Klasse aus Behinderten nun mal keine Integration in eine nicht-behinderte Umwelt stattfinden kann.
Wie man Akzeptanz dafür schaffen will, dass Grundschulkinder dann quer durch die halbe (Groß-)stadt zur Schule gefahren werden, besonders bei den bildungsaffinen, wohlhabenden, und wie man eine Quote von <25% “Migrationshintergrund” in Schulen und Klassen erreichen will, wenn ich Städten >50% der Jahrgänge im Schulalter Migratonshintergrund haben, ja ob dieses “bussing” überhaupt ein Problem lösen würde – das sind relevante Fragen!
Wenn es um das Thema Sprache lernen geht, habe ich selbst folgende Erfahrungen gemacht:
Je jünger das Kind ist, was zu uns kommt, und je weniger „gleichgesinnte“ es in der Klasse hat, desto schneller wird oft die Sprache erlernt, was wiederum dazu führt, dass dann auch wieder in anderen Bereichen gelernt werden kann.
Kommen aber mehrere Kinder (und das hatte ich leider bei Ukrainischen Kindern), gleichzeitig und gemeinsam in die Klasse, sind die Lernfortschritte der Sprache nach einem Jahr trotz diverser Förderungen teils minimal, weil sich überall, wo es nur geht in der eigenen Sprache unterhalten wird und sich ggf. auch von den anderen Kindern in der Klasse abgesondert wird.
So das heisst ich muss jetzt ein wenig unterscheiden, und ich hoffe, dass ich dabei nicht rassistisch klinge, weil ich dies nicht sein möchte, der Grat manchmal aber sehr schmal ist:
-Bin ich bereit die andere Kultur, z.B. auch die vieler muslimischer Länder, so wie sie ist und auch so wie die Eltern sie ihren Kindern vermitteln hinzunehmen und zu akzeptieren, dann brauche ich keine Obergrenze.
-Bin ich aber der Meinung, dass wir die besseren und modernen Werte vermitteln (worüber sich natürlich auch streiten lässt), und dass es darum wichtig ist, unsere Werte (teilweise auch gegen den Willen der Eltern) zu vermitteln, weil ich z.B. unsere Werte für unser demokratisches und soziales Miteinander wichtig finde, dann wird dies nicht funktionieren, wenn der Lehrer der einzige Kontakt der Kinder aus unserer Kultur ist. Aufgrund anderer Probleme leben die Kinder doch häufig bereits in Vierteln, wo vermehrt Migranten leben, wenn der Anteil in Schulen zu hoch ist, gibt es keinen Grund mehr, sich mit unserer Kultur auseinanderzusetzen.