Petition will Abschlussprüfung am Ende der 10. Klasse für Gymnasiasten abschaffen

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ERFURT. Die besondere Leistungsfeststellung für Gymnasiasten wurde in Thüringen nach dem Amoklauf von Erfurt eingeführt. Nun gibt es eine Debatte um die Prüfung, die einen Abschluss ohne Abi ermöglicht.

Freie Durchfahrt? Foto: Shutterstock

Die besondere Leistungsfeststellung für Thüringer Gymnasiasten am Ende der 10. Klasse bleibt umstritten. Nach Angaben der Linke-Abgeordneten Linda Stark liegt dem zuständigen Landtagsausschuss eine Petition mit bisher 2.780 Unterschriften zur Abschaffung der Prüfung vor. Sie soll Gymnasiasten einen Schulabschluss ermöglichen, falls es mit dem Abitur nicht klappt.

Die Linke, die von 2014 bis 2024 Regierungspartei in Thüringen war, unterstützt das Anliegen. «Künftig sollen Schülerinnen und Schüler mit der Versetzung in die 11. Klasse automatisch einen anerkannten Realschulabschluss erhalten», erklärte Stark. Dieses Modell werde in einigen anderen Bundesländern bereits praktiziert.

Leistungsfeststellung als Reaktion auf Amoklauf

Nach Ansicht der Linke-Abgeordneten sollen jedoch regelmäßige freiwillige Leistungsüberprüfungen möglich sein. «Für Schülerinnen und Schüler, die sich selbst überprüfen wollen, wo sie mit ihren Leistungen stehen und vor allem in welchen Fächern sie sich verbessern wollen, können freiwillige Leistungsüberprüfungen sinnvoll sein», so Stark.

Die besondere Leistungsfeststellung war 2004 als Reaktion auf den Amoklauf am Erfurter Gutenberg Gymnasium verpflichtend für alle Schüler der 10. Klassen an Thüringer Gymnasien eingeführt worden. So sollten sie auf jeden Fall einen Schulabschluss haben. Damals hatte ein ehemaliger Schüler, der das Gymnasium ohne Abschluss verlassen musste, 16 Menschen und anschließend sich selbst erschossen.

Schülerinnen und Schüler der Regelschulen (der weiteführenden Schulform neben dem Gymnasium in Thüringen) müssen eine Prüfung für ihren Abschluss absolvieren. News4teachers / mit Material der dpa

“Sinnlos”: Philologen kritisieren Abschlussprüfungen nach 10. Klasse an Gymnasien

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ed840
1 Monat zuvor

Klingt für mich schon nachvollziehbar.

Vor allem da es ja auch Bundesländer gibt, in denen man den mittleren Schulabschluss mit einem Zeugnis der 10. Klasse Gymnasium auch ohne Versetzungs- oder Zulassungsvermerk erhalten kann, oder an Gesamtschulen die Noten bei Abgängern, die auf Gymnasialniveau unterrichtet wurden, dann um jeweils eine Notenstufe verbessert werden.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Gilt für das vierte leistungsdifferenzierte Fach für die Ausgleichsregelung gem. APO-SI.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Das mag sein. Es gibt aber scheinbar auch Bundesländer in denen alle Noten um eine Notenstufe verbessert werden, wenn die Schüler*innen mit MSA abgehen wollen. .

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

MSA in welcher Form? FOR, FOR-QE, FOR-QW

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Diese Bezeichnungen werden in der dortigen Schulordnung nicht verwendet.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Aber adäquate Berechtigungen mit entsprechender Bezeichnung gibt es schon.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Es steht Ihnen natürlich frei das glauben wollen ohne das Bundesland und die dort geltenden Regelungen zu kennen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Wäre es anders, könnten Schulabschlüsse aus TH in anderen BL nicht anerkannt werden.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Auch das steht Ihnen frei zu glauben.

Allerdings finde ich in der KMK-Vereinbarung keine solchen Hinweise.

https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1993/1993-12-03-VB-Sek-1.pdf

447
1 Monat zuvor

Klares “dafür” von mir.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  447

In NRW bin ich noch viel mehr für die Abschaffung der Zentralklausur am Ende der Einführungsphase …

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Häh, sind wir nicht wieder bei G9?

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Gibt es beides …
Ja, mir ist bewusst, dass sie eingeführt wurde, als es an den Gymnasien wegen der Umstellung auf G8 keine ZP10 mehr gab.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Natürlich abschaffen. Klassenarbeit reichen. Alles andere ist nur unnötige Bürokratie.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Man müsste mal die erreichten Abschlüsse vor und nach der Abschlussprüfung am Ende der 10 vergleichen, also welcher Abschluss vor der Prüfung erreicht worden wäre und welcher inklusive der Prüfung. Da ich die Abschlussprüfungen für sehr bzw. zu einfach halte, wäre es für mich nicht überraschend, wenn sich die Abschlüsse dank der Abschlussprüfung noch verbessern.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

In den meisten Fällen wird die Vornote, die sich ja als Mittelwert von vier Quartalsnoten ergibt, bestätigt. In einer Vielzahl von Fällen kommt es zur Abweichung um eine Notenstufe – sowohl nach oben als nach unten. Das ist Folge der Tatsache, dass es bei der ZP10 keine Noten-Abstufungen gibt.
Die Verfahrensregel besagt dann, dass die Lehrkraft in Absprache mit dem Zweitkorrektor die Abschlussnote festsetzt. Aus meiner Erfahrung heraus, muss ich konstatieren, dass in den meisten Fällen, dann die bessere Note dem schüler zugestanden wird – in dubio …

Notenabweichungen um zwei Notenstufen kommen vor, führen aber immer zur Mittelbildung von Vor- und ZP-Note. Die Möglichkeit zur freiwilligen Nachprüfung besteht, ist aber aus meiner Sicht nicht ratsam.
Notenabweichungen um drei Notenstufen sind mehr oder weniger Ausnahmen, die aber zwangsläufig in einer Nachprüfung enden. Gewichtung 50:30:20 – heißt, am Endergebnis geht die Vornote mit 50% ein, die ZP-Note mit 30% und dieNote der mündlichen Nachprüfung mit 20%. Meist sind es leistungsstärkere SuS die mit einer 2 vorbenotet waren, und bei der ZP einen “Blackout” hatten. Der umgekehrte Fall, dass jemand einen Geniestreich gelandet hat, ist eher die Ausnahme.

Für die meisten Wackelkandidat*innen bedeutet die ZP10 eher das Nicht-Erreichen des höheren Bildungsabschlusses – also FOR statt FOR-Q, EESA statt MSA. Schließt aber Ausnahmen in geringem Umfang die sich bezüglich ihres Bildungsabschlusses verbessern nicht aus.

PS Die Aufgabenstellungen mögen Ihnen zu einfach erscheinen, was es aber für die SuS schwierig macht, ist die Tatsache, dass alle Themenbereiche des SekI-Stoffes als Prüfungsaufgabe auftreten können. Bis zur ZP10 sind sie es gewöhnt, dass lediglich Aufgabenstellungen in Klassen-/Kursarbeiten bearbeitet werden müssen, die den Stoff der letzten vier bis sechs Wochen zur Grundlage haben. Hin und wieder werden auch einmal Aufgaben aus früheren Themengebieten gestellt. Das hängt aber vom Konzept ab, das die jeweilige Fachschaft beschlossen hat.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Danke für die Erläuterungen. Zum PS:

Das hängt natürlich stark von der gezielten Vorbereitung auf die ZP ab. Ich mache das gerne mit alten ZP. Die Aufgaben in Mathematik mit den meisten Punktabzügen sind meist die, bei der Algebra verlangt wird. Das dürften Sie aus Ihrer eigenen Lehrertätigkeit aber bestätigen können.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Kann ich.
Stochastik ist auch kein Favorit der SuS.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Prozentrechnung in Kombination mit oftmals sehr sperriger Aufgabenstellung …
Algebra ist aus meiner Sicht noch unbeliebter. Geometrie steht oben, weil vergleichsweise wenig abstrakt ohne nur aus Textaufgaben zu bestehen.

Lajos Pikler
1 Monat zuvor

Jaja! Alles abschaffen! Keine Prüfungen bitte. Gute Idee. Keine Anforderungen, keine Leistung, nur Bürgergeld. Und ich zahle, weil ich gelernt, studiert und gearbeitet habe. Sehr sozial und gerecht. So stelle ich mir das alles vor. Und wenn ich alt werde, bin ich schuld, dass ich ein Leben lang geackert habe und nicht genug Kinder erzogen habe. Nur zwei.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Lajos Pikler

Geld kommt aus dem Bankautomaten, Strom kommt aus der Steckdose und die Lebensmittel wachsen im Supermarkt.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Stimmt alles drei !

Wo ist nun das Problem – und was soll Lajos jetzt für Schlüsse daraus ziehen?

Ich
1 Monat zuvor

Ohne Prüfung einfach ein Abgangszeugnis erhalten wenn das Abi nicht geschafft wird. Wer weiß denn ob sie die 10. Klasse geschafft hätten.

Bekomme ja auch keinen Führerschein ohne Prüfung nur weil ich den Unterricht besucht habe.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich

Warum nicht, wenn in anderen Bundesländern der MSA auch ohne Prüfung erworben werden kann, z.T. sogar an Reaschulen kein Abschlusprüfung nötig ist und die Bundesländer die Abschlüsse gegenseitig anerkennen. .

Alese20
1 Monat zuvor

Mir ist gar nicht klar, warum ZP10 für Gym. in 2006/2007 (in NRW) überhaupt eingeführt wurde. I.d.R. knüppelt man sich durch das Gym., um am Ende das Abi zu machen. Ich tippe mal, dass nur ein geringerer Anteil der SuS nach der 10 aufhören. Wozu also diese Prüfung? Ich finde, es sollte reichen, in der 10. versetzt zu werden, um einen Abschluss zu haben. Wäre entlastend für LuL und SuS. Da sag ich tatsächlich mal, das war früher besser.
Gerade für LuL ist es doch der Korrekturhorror parallel Abi – und ZP10 Arbeiten zu korrigieren. Halte ich für unnötig.