
Seiteneinsteiger im Lehrerberuf sollen mehr Unterstützung in Sachsen-Anhalt erhalten. Die Begleitung im ersten Jahr solle verstärkt werden, sagte Bildungsminister Jan Riedel (CDU) im Landtag in Magdeburg. So sind etwa feste Studientage geplant, um pädagogische Fortbildungen und Beratungen durchzuführen.
Riedel räumte ein, dass Seiteneinsteiger vermehrt auf die Behörden zukämen und ihre Unzufriedenheit deutlich machten. Etwa ein Drittel der Seiteneinsteiger steige im ersten Jahr wieder aus dem Schuldienst aus, sagte der Bildungsminister. Es gebe zwar bereits verschiedenste Maßnahmen, so Riedel. Doch es bestehe Optimierungsbedarf, man sei mit dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung im Gespräch.
Etwa die Hälfte der Lehrkräfte, die das Land aktuell einstellt, haben kein klassisches Lehramtsstudium absolviert. Sie üben den Lehrerberuf als Seiteneinsteiger aus. «Wir werden sie noch über lange Zeit brauchen», sagte der CDU-Politiker. News4teachers / mit Material der dpa









Durch Seiteneinsteiger erspart sich Sachsen-Anhalt Kosten in Millionenhöhe. https://frankjansky.blogspot.com/search/label/Ausbeutung?m=1
TV-L 9-11 wird gezahlt, da soll das wohl so sein.
War Seiteneinsteiger in Ba/Wü, wurde zum Quereinsteiger degradiert und abgeschmiert.
Das ganze fühlte sich an wie Lakai im Feudalsystem, meine Fachsachkompetenz wurde ignoriert und nicht das es bei anderen besser war, nein, je besser ich für mich und die Schüler Wege fand zum Lernen lernen, desto mehr entstand statt Kommunikation/Austausch Missgunst, Neid und zu guter Letzt Mobbing/Bossing…
Und das Ganze für nicht mal die Hälfte von dem was für beamtete Lehrkräfte bezahlt wird.
Dazu kam noch die merkwürdige Bürokratie, von Schulamt über Besoldungsstelle bis hin zum Regierungspräsidium, fände dieses im “normalen” statt…
Bin froh das überstanden zu haben und genieße wieder mein Leben.
Nomen est Omen, nicht wahr!? Ich, ich, ich, ….
Interessant. War auch Seiteneinsteiger und hab es genauso empfunden.
Ich kann mich über meinen Vorbereitungsdienst als “nicht-grunständige Lehrkraft” in NRW prinzipiell nicht beschweren. Ich habe den gleichen zweijährigen Vorbereitungsdienst wie die grunständigen Lehramtsanwärter*innen absolviert. Die hatten die gleichen grundsätzlichen Kritikpunke wie ich und die anderen Seiteneinsteiger. Das spezifische Problem meinerseits bestand im Alter und der langjährigen Berufserfahrung. Der Altersunterschied zu den anderen Anwärter*innen war doppelt so groß wie der zu den Seminarleitern. Nicht allen Seminarleitern gelang der entsprechende, altersangemessene Umgang mit den Anerkennern, von denen viele promoviert waren.
Nur dass es im Lehramt nicht um den Doktortitel geht! Beim Lehramt kommt es (wie im Wort zu sehen ist) auf die Lehre an und nicht jeder, der ein hohes Fachwissen hat, kann es auch vermitteln!
Fachleiter*in?
Ich habe den direkten Vergleich zwischen zwei vollkommen unterschiedlichen Vorbereitungsdiensten, übrigens beide beim Land NRW.
Den ersten bei einer Landesbehörde, die heute Abteilung der Bezirksregierung Arnsberg ist, den zweiten für Lehramt. Ein Unterschied wie Tag und Nacht. Im ersten Dienst hat keiner der Ausbilder die fachliche Kompetenz, die ja von der Hochschule anerkannt wurde, in Frage gestellt.
Es wird auch nicht Ihre fachliche Kompetenz bezweifelt. Aber diese geht – auch wenn dies hier einige in Abrede stellen würden – nicht zwangsläufig mit den entsprechenden pädagogischen und fachdidaktischen Fähigkeiten einher. Und auch ein Doktortitel bescheinigt diese nicht. Dass Sie Ihren Doktortitel in diesem Zusammenhang aber so betonen, ist daher durchaus befremdlich.
Ich habe doch überhaupt keinen Doktortitel. Wo nehmen Sie das her?
Da hat wieder mal jemand nicht richtig gelesen – das mit dem Doktortitel führt Karin Arnold hier ein – wahrscheinlich um die Bedeutung von fachlicher Kompetenz ggü der didaktisch-methodischen Kompezenz der “richtig ausgebildeten LuL” herabzuwürdigen.
Nach meiner Erfahrung sind viele Fachleitungen schlicht “Frontflüchtlinge”, die keinen Bock mehr auf die direkte Arbeit / Konfrontation mit SuS haben …
Sie haben das Entscheidende vermutlich übersehen. Es ging nicht um die Promotion oder meine langjährige Beruferfahrung. Es ging darum, dass wir Anerkenner wesentlich älter als die grundständigen Anwärter gewesen sind. Nur das diese Tatsache keine Berücksichtigung seitens der Fachleiter fand. Einzig unser Hauptseminarleiter, der Erfahrungen in der Erwachsenenbildung hatte, begegnete uns auf Augenhöhe und respektierte die von uns in anderen beruflichen Umfeldern gemachten Erfahrungen.
Das kann man alles machen, keine Frage. Aber wer ein guter Lehrer werden will, braucht eine Berufung. Das steckt im Beruf drin! Man kann Vieles lernen und praktische Arbeit einüben, aber das macht keinen guten Lehrer aus. Ein guter Lehrer wird man nur mit Herz!!
Berufung, geht’s noch? Professionalität wäre wesentlich zweckdienlicher.
Man sollte Kinder mögen. Es ist für beide Seiten nicht gut, wenn jemand nur Lehrer wird, weil er mit seinen Studienfächern sonst nichts anderes machen kann.
… natürlich wegen der leuchtenden Kinderaugen.
Natürlich mag ich Kinder, aber mehr als eins krieg ich nicht runter.
Und mit meinem Studienfach, kann man eine Menge machen. Und das habe ich auch, bevor ich umgesattelt habe.
Dabei denke ich gelegentlich, dass Schule ohne Schüler so viel entspannter wäre …
(Schüler denken das andersherum vermutlich auch …)
Die SuS sind nicht die Probleme, mit denen sich Lehrkräfte befassen müssen. Die Probleme der SuS sitzen nämlich zuhause und kommen bestenfalls an den Sprechtagen zur Schule.
Das ginge auch gewaltig schief und würde für beide Seiten gewaltig anstrengend….
Volle Zustimmung.
In meinem Abijahrgang (Ende der 90er) haben alle, die keine Idee hatten, ihre Lieblingsfächer auf Lehramt studiert.
Ich würde gerne behaupten, dass diese Menschen eine Berufung, Leidenschaft oder große Sympathie für Kinder hätten.
Ich glaube, mein Jahrgang ist keine Ausnahme.
Ja sicher, aber das Pathos mit der “Berufung” dient leider oft nur dazu, kostensparenden Idealismus abzurufen.
Söldner haben meist auch eine hohe Professionalität ohne Berufung.
Aus Ihren Beiträgen kann man immer wieder herauslesen, dass für Sie die fachliche Kompetenz viel wichtiger ist als Empathie und Schülerzugewandtheit. Dass Sie daher Berufung als Zumutung betrachten, passt ins Bild. Allerdings lassen sich mMn solche Lehrertypen (wie Sie?) schon in naher Zukunft problemlos durch eine entsprechende KI ersetzen. Diese hätte dann auch Professionalität ohne Berufung – und wäre kein Söldner.
Empathie habe ich mir für die Rolle des Klassenlehrers aufgespart. Als Fachlehrer in vier Fächern habe ich mehr auf fachliche Kompetenz gesetzt. Und weil ich so fürchterlich hartherzig bin, war ich jahrelang gewählter SV-Lehrer- natürlich nur wegen der Anrechnungsstunden. Ich will Ihr Bild ja nicht zerstören.
Touche’!
Schon geil, wie hier einige Foristen immer wieder versuchen andere in die Pfanne zu hauen, weil sie sich – an welcher Stelle auch immer – von einem oder mehrerer Forumsbeiträge angetriggert fühlen und glauben, daraus eine Tiefenanalyse auf dem Niveau der “Psychologie heute” machen zu dürfen.
Meine Ziele habe ich immer im Focus!
(Hubert H., Scharfschütze)
“und wäre kein Söldner” – ach, wie knallrote Grundhaltung und erschreckende Naivität so gerne zusammenfallen…eine (tatsächliche) KI wäre der schlimmste Söldner überhaupt, der sich selbst in Sekundenbruchteilen davon überzeugen könnte, dass Ozeanien schon immer im Krieg mit Ostasien war.
Beides wäre sinnvoll, weil man ohne Berufung nicht auf die Idee kommen sollte, sich den Lehrerberuf anzutun. Und sogar selbst wenn man nur an das Geld und den Beamtenstatus denkt, wird das mit der Professionalität schwierig.
Ein guter Lehrer wird man nur mit Herz!!
Im Endeffekt steht und fällt alles mit zwei Dingen: der fachlichen Kompetenz und der Fähigkeit, sich auf Kinder und Jugendliche einzulassen.
Egal, ob man einen grandiosen Einstieg macht und direkt ein ganzes Methoden-Feuerwerk abbrennt oder einfach mal eine Stunde Unterricht aus dem Buch macht, solange die Kids wissen, dass sie uns wichtig sind und wir sie weiterbringen wollen, machen sie auch mit und lernen.
Insofern kann ich Ihnen nur zustimmen.
Ist aber doch das, was man in unserem Beruf als Professionalität versteht.
Zugewandheit bedeutet aber nicht Mitfühlen. Aus meinem Verständnis reicht es, wenn man sich für die SuS als Klassenlehrer interessiert und sich für sie einsetzt.
Als KL habe ich den SuS immer eingebleut, dass ich erwarte, dass sie mich informieren, wenn sie Mist gebaut haben und Stress mit Kolleg*innen haben. Und zwar schneller als die betroffenen Kolleg*innen auf mich zukommen können. Wenn man weiß, was passiert ist, hat man auch die Möglichkeit sich vor die SuS zu stellen. Alles Weitere kann dann in den meisten Fällen klassenintern hinter verschlossener Tür geregelt werden.
“Ihr wollt mir mit Sicherheit nicht in meiner Rolle als Mitglied der Teilkonferenz für Ordnungs- und Erziehungsmaßnahmen begegnen.” Die Ankündigung hat in den allermeisten Fällen ausgereicht. Ausnahmen bestätigen auch hier wie immer die Regel. Die Ausnahmen haben sich alle ein zweites Zusammentreffen verkniffen.
Genau so! Zuviel Mitgefühl/Empathie kann auch Nachteile haben und das professionelle Handeln negativ beeinflussen:
https://empathie-netzwerk.com/6-brisante-nachteile-von-empathie/
Das ist mir zu plakativ. Nicht mehr als eine hohle Phrase. Ähnlich wie: Ein guter Lehrer macht guten Unterricht. Was soll man dagegen sagen?
Eine gute Verkäuferin wird man nur mit Herz!
Ein guter Busfahrer wird man nur mit Herz!
Ein guter Gärtner wird man nur mit Herz!
Im Endeffekt steht und fällt alles mit zwei Dingen: der fachlichen Kompetenz und der Fähigkeit, sich auf Kunden / Fahrgäste / Pflanzen … einzulassen.
Ist doch irgendwie immer richtig, oder?
Pssst, nicht so laut.
Viele brauchen sowas zur Stabilisierung des Weltbildes – weil sie selbst nie erwachsen wurden und ihre “Gefühligkeit” (Co-Abhängigkeit, Ich-Schwäche usw.) hinter dem Moralschild verstecken müssen.
Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu.
Ich kenne einige Kolleginnen und Kollegen, die für Ihren Unterricht nur Kreide, Tafel und Buch brauchen. Sie sind bei Schülern und Eltern hoch anerkannt, erzielen in ihren anspruchsvollen Leistungsnachweisen und bei der zentralen Abschlussprüfung fast immer überdurchschnittliche Ergebnisse.
Fazit: Auf die Lehrerpersönlichkeit kommt es an, keinesfalls auf das Homeoffice.
Sie meinen “Tafel, Kreide, Notenbuch”, nicht wahr? Das sollte wirklich reichen! In CH/PH noch Experimentiermaterial.
Nein, Schulbuch!
Im Anfangsunterricht würde ich die Methodik schon nochmal mit in den Topf werfen! Wenn so ein kleines Kind die einzelnen Laute nun einfach nicht zu einer Silbe zusammenfügen will, dann muss ich schon ein bisschen was im und auf dem Kasten haben, um weiterzuhelfen. Die Kinder nur zu mögen und gemocht zu werden, reicht da nicht aus.
Und wo habe ich diese Methoden gelernt? Nicht im Fachstudium, wo ich mit den Kulturwissenschaftlern saß. Sondern im Ref, das noch 1,5 Jahre ging, gerade von 2 Jahren reduziert worden war. Und dort auch eher weniger im Fachseminar, sondern direkt in der Klasse, von meiner langjährig erfahrenen Ausbildungslehkraft. Ich durfte erst mehrere Wochen hospitieren, dann einzelne Stunden selbst halten mit direktem Feedback hinterher und gemeinsamer Planung der nächsten Stunden. Bis zum Ende habe ich immer unterrichtet unter Aufsicht von ihr oder dann später wie im Team Teaching, und ich hatte immer auch reine Hospitationsstunden. SO geht Professionalisierung! Und so lange wir den Seiteneinsteigenden diese Möglichkeit nicht geben, wird auch nix draus. Dasselbe gilt übrigens auch für die Lehramtsstudierenden. So lange, wie Ausbildungslehrkräfte dann in der Vertretung verheizt werden, oder der “Lehrling” selbst, kommen wir nicht aus diesem Loch. So lange Ausbildungslehrkräfte für ihren wenn gut gemachten, dann aufwändigen Zusatzjob keine angemessene Entlastung bekommen, will es eben keiner mehr freiwillig machen.
Aber wayne interessiert’s denn wirklich? Hauptsache, die Stundentafel ist so billig wie möglich abgesichert.
Herz ohne Verstand ist aber auch nicht hilfreich.
Man könnte es auch umdrehen:
Nur mit Herz wird man kein guter Lehrer!
Grundsätzlich sollte man Kinder mögen, da stimme ich Susanne M. vollkommen zu. Aber das reicht leider nicht, es sind die richtigen Methoden notwendig.
Sowie professionelle Distanz.
Das Wort „Berufung“ macht erpressbar….leuchtende Kinderaugen und so….
Und natürlich sollten Lehrer eine Affinität zu Arbeit mit Menschen haben….aber auf professioneller Ebene…
Absolute Zustimmung!
Das bringt es gut auf den Punkt, finde ich.
Ein (im Schulwesen atürlich unpassender, aber im Kern sehr verständlicher) möglicher Vergleich wäre auch:
“Wie soll jemand ein guter Chirug werden, der beim Anblick von Blut ohnmächtig wird?”
“Ein guter Lehrer wird man nur mit Herz”: Das trifft genau den Punkt. Von solchen Leuten leben sehr viele Schulen.
Ein Nachteil: Diese Lehrkräfte werden oft ausgenutzt, und viele Trittbrettfahrer profitieren davon.
Deshalb stellt sich mir auch die Frage, was genau mit dem „mit Herz“ gemeint ist.
In meinem Verständnis lässt sich eine (so vielzitierte) „Lehrerpersönlichkeit“ nicht ausnutzen, um ihr „Herz für Kinder“ zu zeigen.
“Lehrerpersönlichkeit” ist schlicht ein beliebig füllbarer Null-Begriff ohne überprüfbaren Inhalt.
Beispiel:
Ist Frau E. (Chemielehrerin an unserer Schule) nun eine…
– “autoritär-frontale Lehrerpersönlichkeit, deren Fixierung auf ihr Lieblingsfach emotionale Kompetenz vermissen lässt und sogar am Tag vor den Sommerferien komplexe Experimente durchführen lässt”
oder
– “eine fachlich auch von den SuS hoch respektierte Person, die zahlreichen SuS den Zugang zu Naturwissenschaften auch ohne priveligiertes Elternhaus im Hintergrund mit brennendem Eifer ermöglicht hat.” ?
Reine Geschmacksfrage, wie man das Wort mit Leben füllt.
/Schulterzuck-Emote
Sie haben mich falsch verstanden. Ich meinte: Diese Lehrer sind oft die Motoren bei sinnvollen Neuerungen und bei der Darstellung der Schule nach außen. Andere machen es sich dann gemütlich, die Engagierten erledigen das schon.
Seiteneinsteiger könnten bei entsprechender Unterstützung Enormes in Schule leisten.
Ich erlaube mir, auf eine kleine Coaching-Schrift (v.a.) für Seiteneinsteiger hinzuweisen:
https://www.dphv.de/2025/10/17/gerne-und-gut-unterrichten-dabei-hilft-michael-felten/
Mein Versuch, das Wichtigste für den Berufsalltag zusammenzutragen – vielleicht gibt’s ja im Kollegium Bedarf …
Und zwei Drittel derer, die mit mir zusammen die Lehrerausbildung begannen, sind keine Lehrer geworden. Noch im Referendariat warfen 2 das Handtuch.
Lehrer kann doch jeder! Wozu das noch studieren, auch mit Praxissemester und sonstigen Möglichkeiten Erfahrungen zu sammeln z.B. mit noch nicht einmal einem bestandenen BA, einen fragwürdigen Vorbereitungsdienst abzuleiten? Nur wer darf denn Abschlussprüfungen abnehmen, wer darf Klassenleitungen übernehmen? Vielleicht doch wieder zurück zu den Präparandenanstalten? Mikätzchen hatten wir auch schon! Einziger Grund für Profis, ohne sie gibt es auch keine Seiteneinsteiger! In der Schule waren alle mal! Also so what? Nur in keinem anderen Berufszweig werden Seiteneinsteiger so viel eingestellt! Als Arzt vielleicht der Helfer der einen EH-Kurs absolviert hat, Herzchirurg oder Notarzt ? Als Richter oder Notar jemand mit einem Rechtskundekursus? Als Architekt und Ingenieur jemand der früher mit Lego oder Fischer-Technik gespielt hat! Als Physiker oder Chemiker, der mit Kosmos-Baukästen Praxis-Erfahrung gewonnen hatte ? Oekonomen, BWL und VWL hat man in der Wirtschaft gelernt, die letzte Kneipentour ist noch in schlechter Erinnerung! Und sonst, macht es die KI , ChatGTP, AI oder was auch immer! Wir brauchen keine voll ausgebildeten Lehrer mehr! Download genügt! Tiktok und X Fähigkeiten auch!
Ganz einfache Begründung und das sieht man ganz konkret auch an der Haltung der Eltern: die fachliche Expertise eines Lehrers taugt nur so lange etwas, bis das erste Problem auftritt….man glaubt einem Arzt, der das Kind wenige Male im Jahr wenige Minuten sieht mehr („das wächst sich aus“)…..als dem Lehrer, der das Kind jeden Tag begleitet.
Früher hat das noch an mir genagt, inzwischen sehe ich das geschmeidiger. In Beratungsgesprächen mit Eltern nenne ich konkret das Problem und verweise dann ziemlich fix auf die „wirklichen“ Fachleute. Sollte doch wider Erwarten meine Expertise als Fachfrau also erfahrene Lehrerin gefragt sein, helfe ich da sehr gerne…..aber ich dränge mich nicht mehr auf….frei nach dem Motto „wir haben vier Jahre mit dem Kind, die Eltern haben lebenslänglich“…..
Riedel räumte ein, dass Seiteneinsteiger vermehrt auf die Behörden zukämen und ihre Unzufriedenheit deutlich machten. Etwa ein Drittel der Seiteneinsteiger steige im ersten Jahr wieder aus dem Schuldienst aus
[…]
«Wir werden sie noch über lange Zeit brauchen», sagte der CDU-Politiker.
Mal eine sehr gewagte Überlegung:
Wer aus einem anderen Beruf heraus einen Seiteneinstieg in die Schule macht, macht das meist aus der Überzeugung, dort etwas Gutes tun zu wollen. Darin werden sie sich vermutlich nicht gegenüber regulären Lehrkräften unterscheiden.
Nun merken Seiteneinsteiger nach kurzer Zeit, dass es genügend Probleme gibt, dafür aber mangelnde Ressourcen, um wirklich etwas zu verändern. Auch an den Punkt kommen viele reguläre Lehrkräfte irgendwann.
Im Gegensatz zu regulär ausgebildeten Lehrkräften ist es aber für Seiteneinsteiger deutlich einfacher, wieder aus der Schule abzuspringen.
Also kann man natürlich als Bildungsminister überlegen, wie man die Seiteneinsteiger mit speziellen Programmen fördern kann. Das möchte ich auch gar nicht in Frage stellen.
Viel wichtiger wäre es aber doch zu schauen, wie man grundsätzlich bessere Arbeitsbedingungen in Schulen schaffen kann, um damit die Attraktivität wieder für alle zu erhöhen.
Das Problem ist doch auch, dass die Lehrkräfte, die die Seiteneinsteiger betreuen sollen, auch hoffnungslos überlastet sind. Das ist kein Wunder bei einer Unterrichtsversorgung von 60-80% an manchen Schulen. Die Seiteneinsteiger sehen ja ihre Probleme nicht alleine, sondern sie brauchen Unterstützung und es braucht Zeit, um zu reflektieren, ansonsten verfestigt sich das. An meiner Schule haben es nur die Seiteneinsteiger geschafft, die a) nur in einem Fachbereich eingesetzt waren und dementsprechend wenig Klassen, aber alle fachlich im selben Gebiet hatten (Belastung!) oder b) schon generell sehr talentiert für diesen Beruf sind. Im Bereich Deutsch/Englisch ist kaum jemand geblieben. Die Arbeitsbelastung hat sie direkt erschlagen.
Ein Teufelskreis. Die jungen Lehrer die dann noch in der Schule verbleiben trotz der Zustände (und wegen dem Beamtenstatus, oder warum gibt man sich das?), werden dann recht schnell wie die völlig verbitterten Alten.
An den Schulen wo Seiteneinsteiger gebraucht werden, bleibt oft kein junger Lehrer länger als er muss.
Gut wenn man sich eine Privatschule leisten kann für die eigenen Kinder.
Ein stetig wachsender und sich ausdifferenzierender privater Schulsektor ist das logische Ergebnis der krachend tiefen, mit gezackten Lügenfelsspitzen gefüllten Kluft zwischen dem, was normale Menschen von Schule grundlegend erwarten – und was dort im Sinne der (hintenrum eh zentral gesteuerten) sog. “Schulentwicklung” stattfindet.
In meinem Bundesland waren es (meine ich, leichte Unsicherheit) 6 oder 8 Prozent, die gleich ganz an Privatschulen wechseln, *jetzt schon*.
Und selbst z.B. an unserer ganz normalen Schule (wo jetzt weder super an Bildung interessierte Kinder noch Brennpunktkids sind, ganz normal halt) ist z.B. “zur Schülerhilfe gehen” (bei besseren SuS) so selbstverständlich wie das Pausenbrot.
Kurzum:
Es wird (den zahlenden Eltern) geliefert wie bestellt.
Scheinbar ist das Beamtentum für viele das Nonplusultra. Auch wenn von Beamten betont wird, das das das Vorzimmer der Hölle sei: es scheint zu ziehen.
Wie sehen eigentlich ***bei gleichem echten Stundeneinsatz*** so die Gehälter von anderen Berufen aus, die folgende Anforderungen stellen:
– Abi
– Studium
– Examen
– eine gewisse praktische Einarbeitungszeit, nennen wir sie mal “Referendariat” oder “Assistenz”
– Examen Nummero Deux
– weitere Probezeit
– dann erst “voll Anerkennung” geniessen ?
Ach sooooo, Anwälte und Ärzte etwa ?
Liegt eher an der “Einbahnstraße Lehramt”: Man studiert 2,5 Fächer (zwei Fachwissenschaften und Pädagogik) aber erreicht dort logischerweise nicht die Tiefe, die ein Einfach-Studium (Master) bietet. Also bleibt man in der Schule.
Deshalb ist es in der heutigen Zeit auch völlig hirnrissig auf Lehramt zu studieren: Lieber ein Fach “richtig” studieren und dann (und nur dann) ins Lehramt als Quer-/Seiten-/Um-/Absteiger wechseln, wenn es notwendig ist (zu alt, zu krank, zu d…, zu viele Kinder)…
Gen Z weiß Bescheid!
ps: Wer jetzt ganz schlauerweise meint, dass die Beamtenpensionen in 40 Jahren (Zeithorizont eines Studienanfängers) auch nur im entferntesten mit den aktuellen vergleichbar sein werden, der hat die Rechnung ohne Staatspleite, Mileischer Moment, Krieg, Klimakatastrophe, Deindustriealisierung, Euro-Kollaps, … gemacht. Welcher Grund es konkret sein wird, wird sich zeigen, einer wird es sicherlich sein!
Die Quote der Seiteneinsteiger an Privatschulen ist i.d.R. deutlich höher als an staatlichen Schulen…
Ein Drittel nur?
Wer aus der “hammerharten, freien” Wirtschaft mit ihrer 35-Stunden-Woche, zwei bis drei Tagen echtes Homeoffice pro Woche, 15% Krankenstand (Automobilindustrie im Durschschnitt), … und einen lockeren Halbtagsjob erwartet, in dem man um 9 Uhr erst einmal mit einer Tasse Kaffee im Lehrerzimmer entspannt in den Schultag startet, um danach von wissbegierigen, wohlerzeugenen Kindern erwartet zu werden, damit man um 13 Uhr schon wieder das Schulgebäude verlassen kann um sich seinem heimischen Garten zu widmen, der bekommt natürlich den totalen Praxisschock, wenn es schon um 8 Uhr ohne “Vorspiel” in Klassen voller unausgeschlafener, nicht-gefrühstückter, von nächtlichen Fortnite-Sessions aufgeputscher Kinder geht, die erst einmal ihre aktuellen Social-Media-Erlebnisse verarbeiten müssen. Dann geht es ohne Pause bis 15 Uhr weiter (Ganztagsschule!), damit man nach diesen 7 Stunden Präsenzzeit (wenn gerade keine anschließende Konferenz anliegt) sich am heimischen, selbstbezahlten Schreibtisch noch die ganze Arbeit abarbeiten darf, die man in der Schule nicht geschafft hat (Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen, Kommunikation mit Erziegungsberechtigten).
Insofern sind die “ein Drittel” echt überraschend…