“Schulen der Zukunft”: Reformpädagogische Bewegung nimmt an Fahrt auf – Wütende Philologen versuchen zu bremsen

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MAINZ. Immer mehr Schulen schließen sich der Initiative „Schulen der Zukunft“ des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums an, die sich zur größten reformpädagogischen Bewegung im staatlichen Bildungssystem Deutschlands mausert – der Widerstand aus Reihen der Philologen dagegen wird zunehmend wütender. Der Verband der Gymnasiallehrer hat sich nun sogar eine eigene Marke eintragen und mit Copyright-Hinweis versehen lassen: „Schule jetzt!®“

Notbremse. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Es sind zwei Bilder, die kaum gegensätzlicher sein könnten. In der Mainzer Pyramide drängen sich Anfang November rund 700 Menschen – Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulaufsicht, Bildungsexpertinnen und -experten. Beim Forum „Update Bildung – Ideen, die Schule machen“ präsentieren sie offene Lernlabore, Edu-Talks, World Cafés, diskutieren über neue Prüfungsformate, Lernräume und datengestützte Schulentwicklung. Mittendrin Bildungsminister Sven Teuber, der den 53 neu aufgenommenen „Schulen der Zukunft“ attestiert, sie hätten den Mut, „im Sinne der Kinder von heute die Schule von morgen zu gestalten“.

Nur wenige Tage später trifft sich der Philologenverband im Landhotel Stromberg. Vor knapp zweihundert Gymnasiallehrkräften, Ausbildungsleitenden und Funktionären wird dort ein anderes Label prominent eingeführt: „Schule jetzt!“® – gedacht als „konstruktive Antwort“ auf die Kampagne der Landesregierung. Auch Bildungsminister Teuber sitzt im Publikum, als der Verband sein Gegenmodell zur „Schule der Zukunft“ präsentiert und mit scharfer Kritik am Reformkurs der SPD-Bildungspolitik verbindet.

Der Hintergrund: Rheinland-Pfalz erlebt gerade eine vom Bildungsministerium vorangetriebene pädagogische Reformbewegung, die sich rasch ausweitet. „Schule der Zukunft“ heißt die Initiative, mit der inzwischen 150 Schulen aller Schularten experimentieren, vernetzen und Unterricht neu denken. Während Teuber das Programm zum Herzstück einer gerechteren, kindgerechteren Schule ausbaut, formiert sich der Widerstand: Der Philologenverband Rheinland-Pfalz spricht von „radikalen Experimenten“, fühlt sich diffamiert als Betreiber einer „Schule von gestern“ – und hat als Gegenentwurf die eigene Marke eintragen lassen. Was inhaltlich mit „Schule jetzt!®“ gemeint ist, bleibt allerdings vage.

Was als Beteiligungsprojekt begann, ist heute ein Reformnetzwerk

Formal startete die Geschichte von „Schule der Zukunft“ im Herbst 2021 – noch unter Teubers Vorgängerin Stefanie Hubig (SPD). Inhaltlich beschrieb sie die „Schule der Zukunft“ als Abkehr von einem starren, industriepädagogischen Modell hin zu flexibleren, stärker individualisierten Lernformen. „Die Schullandschaft in Deutschland zeigt noch viel 20. Jahrhundert, aber nicht unbedingt die Schule, wie sie 2030 oder 2050 gebraucht wird“, sagte sie. Die Leitfrage lautete: „Welche Fähigkeiten und Fertigkeiten brauchen Schülerinnen und Schüler im 21. Jahrhundert?“ Es gehe heute eben nicht nur um Fachwissen, sondern auch um „Kreativität, kritisches Denken, Zusammenarbeit oder Kommunikationsfähigkeit“.

Konkret formulierte Hubig schon damals eine ganze Reihe von Reformlinien: Digitalisierung nicht mehr als reines Ausstattungsprogramm, sondern als Mittel zur individuellen Förderung – mit adaptiven Lernprogrammen, Blended Learning, virtuellen Lernorten. Eine Flexibilisierung der Lehr- und Lernzeiten, „von den Stundentafeln ein Stück weit abzurücken“. „Stundenplan und Noten sind kein Selbstzweck“, so die Ministerin (die mittlerweile als Justizministerin ins Bundeskabinett gewechselt ist). „Den Bildungsstandards bleiben wir verpflichtet, aber in ihrem Rahmen soll es mehr Freiheiten für neue Lernprozesse geben. Wir erkunden gezielt Wege zum selbstbestimmten Lernen.“ Dazu könne auch eine Auflösung der klassischen Stundenpläne gehören und ihre Weiterentwicklung zu Arbeitsfenstern. „Die Lehrkräfte stehen dann vielleicht nicht mehr vor einer Klasse, sondern den Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Räumen zu unterschiedlichen Fragen mit ihren jeweiligen Kompetenzen zur Seite.“

Offenkundig stand dabei die Alemannenschule im baden-württembergischen Wutöschingen Pate – eine Lernlandschaft-Schule, Preisträgerin des Deutschen Schulpreises 2019, die bundesweit als Vorzeige-Reformprojekt gilt. Rheinland-Pfalz wollte den Schulen einen ähnlichen Weg eröffnen: Bis zu 100 Pilotschulen sollten sich für den „Zukunftsfonds Schule“ bewerben können, mit zusätzlicher Unterstützung für bauliche Veränderungen, Lernraumkonzepte und neue Formen des Unterrichts.

Schon 2021: Der Philologenverband fühlt sich übergangen und karikiert

Diese Weichenstellungen brachten damals den Philologenverband auf die Palme. Landesvorsitzende Cornelia Schwartz kritisierte nicht nur Inhalte, sondern auch Stil und Verfahren. Während das Ministerium mit Eltern- und Schülervertretungen „breite Beteiligung“ organisierte, fühlten sich die Gymnasiallehrervertreter übergangen. Eltern- und Schülerschaft würden „zuvor ins Boot geholt“, so der Verband, „dann geht man mit den Ergebnissen an die Presse und erwartet, dass die Lehrkräfte hinterher alles abnicken, damit man verkünden kann, man habe die ‚gesamte Schulgemeinschaft … eingebunden‘“.

Vor allem aber wehrte sich Schwartz gegen das Bild einer angeblich veralteten, lehrerzentrierten Paukschule, das im Umfeld der Zukunftsinitiative gezeichnet wurde. „Eine solche Aussage ist ein Schlag ins Gesicht jeder Lehrkraft“, sagte sie mit Blick auf Hubigs Hinweis, es gehe nun um Kreativität, kritisches Denken und Zusammenarbeit. Die Bildungsministerin tue „gerade so, als wäre das etwas ganz Neues und als hätten wir noch nie Kreativität, kritisches Denken, Zusammenarbeit oder Kommunikationsfähigkeit gefördert!“ Das Ministerium wäre gut beraten, „sich einfach einmal in ganz gewöhnlichen Schulen im Land umzuschauen“, um zu sehen, dass Unterricht eben nicht dem „sehr engen und karikaturenhaften Bild von Schule entspricht“, das die Kampagne suggeriere.

Ganz konkret wendeten sich die Philologen gegen jene Reformmodelle, in denen Klassenzimmer durch Lernlandschaften ersetzt und Lehrkräfte primär zu „Lernbegleiterinnen und -begleitern“ umdefiniert werden. Wutöschingen als Vorbild zu nehmen, bedeute, „dass demnächst Klassenzimmer zunehmend durch Lernlandschaften ersetzt werden, Lehrkräfte zu Lernbegleiterinnen und -begleitern werden und Kinder sich weithin nur noch mit den Fächern und Themen beschäftigen, auf die sie gerade Lust haben“. Dass Lehrkräfte Kinder auch für ein Fach begeistern können, werde in diesem Bild ausgeblendet – ebenso der Wert des gemeinsamen Lernens „im geschützten Raum des Klassenzimmers“.

Schwartz warnte bereits 2021 vor nicht reversiblen Experimenten. Wenn man nach einigen Jahren bemerke, „dass ein derartiges Schulmodell vielleicht doch nicht das Richtige war für jeden Schüler und jede Schülerin oder jedes Themengebiet, lässt sich diese totale Umwälzung nur mit großer Mühe wieder rückgängig machen“. Die Kinder, die bei diesem Versuch scheiterten, „haben dann verloren“. Sinnvolle Schulentwicklung bestehe aus Sicht des Verbands eher in kleineren Klassen, besseren Rahmenbedingungen und gezielten Verbesserungen im Schulalltag – nicht in groß angelegten Struktur- und Raumexperimenten.

„Wir wollen Schule nicht neu erfinden, sondern sie mit Augenmaß weiterdenken, so wie das auch bisher schon Kolleginnen und Kollegen getan haben“

Die programmatische Antwort des Verbandes ist „Schule jetzt!®“ – als Weiterentwicklung der Schule „als Ort lebendigen Lernens mit klaren Strukturen, persönlicher Verantwortung und gelebter Beziehungskultur“. „Wir wollen Schule nicht neu erfinden, sondern sie mit Augenmaß weiterdenken, so wie das auch bisher schon Kolleginnen und Kollegen getan haben“, erklärt Schwartz. „Wir wollen bewahren, was gut ist, und nur das verändern, was nicht lernförderlich ist.“ Was genau zu bewahren und was nicht lernförderlich ist? Das bleibt dabei allerdings offen. Allenfalls schlagwortartig ist zu hören: Klarer Unterricht statt diffusen Lernlandschaften, feste Strukturen statt experimenteller Lernsettings, echte Beziehung statt Bildschirmdidaktik.

Unterdessen ist aus Hubigs Zukunftskongress ein weit verzweigtes Netzwerk geworden. Unter ihrem Nachfolger Sven Teuber, einem früheren Gymnasiallehrer, der seit Hubigs Abgang nach Berlin das Bildungsministerium führt, hat „Schule der Zukunft“ nochmal an Tempo zugelegt – und an symbolischer Bedeutung. Der SPD-Politiker nutzt die Initiative, um einen Kurswechsel in der Leistungs- und Prüfungskultur sichtbar zu machen. In einem Streitgespräch mit dem Bildungsforscher Klaus Zierer in der „Zeit“ erklärte er im Sommer: Gerade in den Klassen eins bis acht „braucht es nicht dauernd Tests und Klassenarbeiten“. Statt unangekündigte Spontantests zu schreiben, sollten Lehrkräfte mehr Zeit für „Feedbackgespräche“ und „Persönlichkeitsentwicklung“ haben.

„Benotete Spontantests setzen Schüler unnötig unter Druck. Die Lernforschung weiß seit vielen Jahren, dass Druck und Angst das Lernen erschweren“, sagte Teuber. Exen bereiteten „mit Sicherheit nicht auf den beruflichen Alltag vor“, in dem viele Aufgaben im Team erledigt würden. Kinder seien „neugierig von Geburt an, aber leider unternehmen wir einiges, um ihnen die Freude am Lernen auszutreiben“. Seine Alternative: Prüfungen, zu denen Schülerinnen und Schüler sich anmelden können, wenn sie selbst meinen, den Stoff verstanden zu haben.

Die Initiative „Schule der Zukunft“ dient dabei als Labor – und als politisches Schaufenster. Rheinland-Pfalz gebe seit 2021 den beteiligten Lehrerkollegien größere Freiräume bei der Unterrichtsgestaltung und der Bewertung der Kinder und Jugendlichen, erklärte der Minister. Man müsse „die Schule so verändern, dass es den Schülerinnen und Schülern an diesem Ort besser geht“. Die klassische Leistungslaufbahn mit dicht getakteten Tests und Noten von Klasse 1 an stellt Teuber damit offen in Frage. Noten bleiben für ihn zwar das „gesellschaftlich anerkannte Vergleichsinstrument“, aber: „Was wir aber viel weniger brauchen, sind Noten als Einzelbewertungen über die gesamte Schullaufbahn hinweg, insbesondere in den Klassen eins bis acht.“

Die Reformpädagogik ist damit nicht mehr nur ein Nischenphänomen, sondern in der Mitte des staatlichen Schulsystems angekommen

Genau diese Linie – weniger Druck, mehr individuelle Förderung, mehr pädagogische Freiheit – spiegelt sich in vielen Projekten der „Schulen der Zukunft“: neue Lern- und Prüfungsformate, datengestützte Schulentwicklung, bessere Lernklimata, mehr Beteiligung. Und sie kulminiert an jenem Novembertag in Mainz, an dem Teuber vor Hunderten von Pädagoginnen und Pädagogen die nächste Welle einläutet: 53 weitere Schulen erhalten die Plakette „Schule der Zukunft“.

Dass die Initiative längst mehr als nur ein PR-Projekt ist, belegen die Zahlen. Mit den neuen Mitgliedern wächst das Netzwerk auf stattliche 150 Standorte – quer durch alle Regionen und Schularten, von Altenahr bis Rheinzabern, von der Grundschule bis zur Berufsbildenden Schule. Die Reformpädagogik ist damit nicht mehr nur ein Nischenphänomen, sondern in der Mitte des staatlichen Schulsystems angekommen. Teuber nennt das eine „große Innovationswerkstatt“, in der Ideen „aus der Praxis, mit der Praxis, für die Praxis“ geboren, bearbeitet und verbreitet werden. In Teilen allerdings auch, das ist zu konstatieren – gegen die Praxis. News4teachers 

Zustimmung zu den (meisten) Reformideen: Umfrage zeigt, wie Lehrkräfte die Empfehlungen des Bürgerrats Bildung und Lernen bewerten

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Mika
1 Monat zuvor

„ Wütende Philologen versuchen zu bremsen“

Wer Kritik übt, ist jetzt also per se „wütend“, am besten noch assoziiert mit dem „Wutbürger“?

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich finde, dass es einfach eine passende Aussage ist und nichts mit Wut zu tun hat.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Wie abgestumpft die Gesellschaft ist, wo ein Schlag ins Gesicht keinerlei Emotion auslöst 🙁

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Bei mir löst so ein Schlag ins Gesicht keine Wut, sondern eher Entsetzen über die Art und Weise der „Problemlösung“ aus.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Neue Lösungen zu suchen, löst bei Ihnen Entsetzen aus?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ein Schlag ins Gesicht ist eine “neue Lösung”? Aaahja …

Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Nur weil der Philologenverband dagegen ist, muss das Konzept ja noch nicht gut sein. Seit wann haben wir denn die Reformpädagogik? Und was hat sie gebracht? Und “Schule der Zukunft” ist eine reichlich abgedroschene Phrase, die wird ja auch für die totale Digitalisierung und auch die totale Ökonomisierung im Sinne der OECD verwendet. Jedem seine eigene Zukunft! Allzu ungenierte Parteinahme für die SPD schimmert hier durch.
NB: Ludwigshafen liegt in Rheinland-Pfalz mit der SPD-Schulpolitik. Da gibt’s auch Brennpunktschulen.

Roland
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Das mit der “abgedroschenen Phrase” sollten Sie sich vielleicht noch einmal überlegen. Oder haben Sie die erläuternden Einzelheiten im Text nicht gefunden? Hier zur Sicherheit noch mal:

Digitalisierung nicht mehr als reines Ausstattungsprogramm, sondern als Mittel zur individuellen Förderung – mit adaptiven Lernprogrammen, Blended Learning, virtuellen Lernorten. Eine Flexibilisierung der Lehr- und Lernzeiten, „von den Stundentafeln ein Stück weit abzurücken“. „Stundenplan und Noten sind kein Selbstzweck“, so die Ministerin (die mittlerweile als Justizministerin ins Bundeskabinett gewechselt ist). „Den Bildungsstandards bleiben wir verpflichtet, aber in ihrem Rahmen soll es mehr Freiheiten für neue Lernprozesse geben. Wir erkunden gezielt Wege zum selbstbestimmten Lernen.“ Dazu könne auch eine Auflösung der klassischen Stundenpläne gehören und ihre Weiterentwicklung zu Arbeitsfenstern. „Die Lehrkräfte stehen dann vielleicht nicht mehr vor einer Klasse, sondern den Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Räumen zu unterschiedlichen Fragen mit ihren jeweiligen Kompetenzen zur Seite.“

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Ich habe mich überhaupt nicht zum Konzept geäußert, sondern die Gleichsetzung von „Ich äußere Kritik“ mit „Ich bin wütend“ in Frage gestellt.

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Finde die Überschrift auch unpassend. Man hat beim Lesen das Gefühl, Schule soll eine Unterhaltungsshow werden. Und dass als künftige Kompetenzen im Arbeitsleben Kommunikation und Kreativität im Vordergrund stehen sollen, schön und gut, aber der Rest ist eben auch nicht unwichtig. Das kann man durchaus in Frage stellen – ohne als “wütender Bremser” zu gelten…

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

Es wird eben keine Unterhaltungsshow mehr, weil es womöglich keinen Entertainer, als LuL vorn vor der Klasse mehr geben könnte.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Stimmt. Schlicht und ergreifend deshalb, weil sich kaum noch jemand diesen Job antut. Können Sie sehr gut in den Schulen dieser Republik beobachten.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Oder es wird interessanter, wenn sich der Beruf Richtung Lernbegleitung ändert – wir wissen es nicht.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ich dachte, die SuS sollen selbständiger werden? Meinen Sie, dass es hilfreich ist, wenn sie dann permanent begleitet werden?

Was soll das überhaupt sein, ein „Lernbegleiter?“ Worin unterscheidet der sich vom Lehrer? Könnten Sie das Berufsbild bitte mal konkretisieren?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika
Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Und, wo ist da der Unterschied zu meiner jetzigen Rolle als Lehrer? Alles, was dort steht, gehört zum Kerngeschäft einer Lehrkraft: unterrichten, beraten, Lernumgebung bereitstellen.

Sol, was in Ihrem Link beschrieben wird, erfordert ein außerordentlich hohes Maß an Selbstregulation bei den SuS. Damit kommen nur die allerwenigsten in die weiterführende Schule. Weiterhin ist es extrem arbeitsintensiv für Lehrkräfte: es sei denn, die Selbstlernkurse werden von außen er- und gestellt, so wie in Dresden oder Wutöschingen.

Von daher: das ist wie ne Karotte, an der Angel vor das Häschen gehalten und mit Vorwurf an den Hasen, einfach nicht hoch genug springen zu wollen.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich denke, das weicht, wenn man es bis ins letzte umorganisiert, doch sehr von ihrer Tätigkeit ab. Aber zugegeben, das wird bei der Definition nicht ganz klar dargestellt. Hier ein Bsp. Aus der Alemannenschule:

Die Rolle der Lehrkraft im Wandel – Ein typischer Alltag eines Lernbegleiters
Statt Lehrer:innen gibt es an der ASW sogenannte Lernbegleiter. Eine Umfrage ergab, dass sich zukünftig ca. 40 Prozent der Lehrer:innen in der Rolle eines Lernbegleiters sehen statt in der eines reinen Wissensvermittlers. Der Anspruch an die Lernbegleiter sind dementsprechend auch andere. Ein typischer Tagesablauf eines Lernbegleiters an der ASW könnte – laut Angaben von Herrn Ruppaner – demnach folgendermaßen aussehen:

7.25 Uhr: Sportangebot oder Leitung von Chor oder Blasorchester
8.15 Uhr bis 11.45 Uhr: Anwesenheit im Lernatelier, eventuell ein Input für eine Jahrgangsstufe in den Fächern Deutsch, Mathematik oder Englisch, Lerncoaching mit einigen Lernpartnern (Schüler:innen)
11.45 Uhr bis 12.00 Uhr: Lerngruppenrat oder gemeinsame Lernzeit im Lernatelier
ab 13.20 Uhr bis 15.35 Uhr: entweder Clubunterricht zu einem Themenbereich (z.B. Heimat, Bienen, Bauernhof…) oder freie Planungszeit mit Anwesenheit an der Schule

Im Vergleich zu den Aufgaben, die einer klassischen Lehrrolle zukommt, unterrichtet ein Lernbegleiter in der ASW keine 27 Deputatsstunden, sondern nur noch 12 Unterrichtsstunden, berichtet uns Herr Ruppaner. Dafür ist der Lernbegleiter allerdings 35 Zeitstunden an der Schule anwesend. In dieser Zeit gibt er seine 12 Unterrichtsstunden als Input-Stunden für bestimmte Fächer oder steht als Fachcoach für Beratungen zur Verfügung. Außerhalb dieser 12 „Unterrichtsstunden“ (die eigentlich keine mehr sind) begleitet der Lernbegleiter eine Lerngruppe von 15 Lernpartnern aus drei unterschiedlichen Jahrgängen. Jeder Lernpartner bekommt dabei pro Woche mindestens 15 Minuten Lerncoaching.
https://www.lehrer-news.de/blog-posts/alemannenschule-wutoeschingen-kann-so-die-zukunft-des-selbstorganisierten-lernens-aussehen

TaMu
1 Monat zuvor

Gehören auch Brennpunktschulen zu den Reformschulen? Und falls ja, funktioniert es gut und auf welche Weise?
Würde das neue Konzept in besonders von Gewalt und Hilflosigkeit betroffenen Schulen Anwendung finden können und falls nein, führt diese Reformpädagogik nicht zu Schulen, die eine besonders schwierige Klientel aussen vor lassen muss? Wie ist Reformpädagogik mit dem bisherigen Lehrkräftemangel in allen Schulen, auch im Brennpunkt, machbar?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

Eine etwas umständliche Art zu fragen, ob es da erste Ergebnisse gibt, die sich ggf. auf Brennpunktschulen beziehen lassen.

Aber ernüchternd, dass bei “Schule jetzt!” offenbar keine Ergebnisse erwartet werden, nach denen neugierig gefragt wird.
Vielleicht ist “Schule der Zukunft” am Ende doch ein vielversprechenderes Vorhaben, bestehende Probleme zu kösen…

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Habe bislang von Ihnen immernoch keine Ideen gehört, bezüglich der Umsetzung diverser Dinge. Höre immer nur “Schule ist scheiße, alles muss sich ändern”. Konkretes kommt aber nicht.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Da haben Sie mich gehörig missverstanden, ich mag die Schule und meine Arbeit sehr. Wenn Sie jemanden lesen wollen, die sich bei jeder Gelegenheit über die Schule auslässt empfehle ich Ihnen bspw. die Posts von Katze zu lesen.

Ungeachtet dessen halte ich das Schulsystem für veraltet, weshalb es immer seltener gelingt, Probleme zu bewältigen und international mitzuhalten.
Ob Schule der Zukunft oder Schule jetzt Lösungen findet, ist für mich ehrlichgesagt nicht entscheidend – sehe da ehrlichgesagt viele Gemeinsamkeiten.
Das Tamu “neugierig” nur zu der einen Gruppe fragt, finde ich dagegen etwas entlarvend…

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Es kam jetzt aber immernoch keine konkrete Umsetzungsidee.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Warum auch? Gehöre keine der beiden Gruppen an, die ich BEIDE, aufgrund der bestehenden, erheblichen Probleme begrüße.

Eine der beiden Gruppen zu kritisieren, ohne der anderen den gleichen Maßstab anzulegen, kann ich nicht nachvollziehen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Na dann nennen Sie doch einfach einmal ein paar Punkte der beiden Gruppen, die Sie befürworten oder kritisieren würden, mal so als Dikussionsgrundlage.

Jetzterstrecht
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Und wenn nicht? Dann wurden halt wieder ein paar Jahrgänge in den Sand gesetz!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jetzterstrecht

Wenn nicht was?

Es werden jetzt schon tausende Berufsleben (Rentenzahler*innen 😉 ) in den Sand gesetzt (https://www.news4teachers.de/2025/11/krass-in-einem-bundesland-verlaesst-jeder-zehnte-die-schule-ohne-abschluss/)

Klärt am Ende nicht meine Frage, warum sich TaMu nicht für die Vorschläge von SchuleJetzt interessiert

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  Jetzterstrecht

Das althergebrachte Schulsystem scheint dagegen mehr als nur ein paar Jahrgange in den Sand zu setzen, wenn man die Kommentare vieler Lehrkräfte hier liest. Allerdings wollen von denen allzuviele das Rad noch weiter zurückdrehen – am besten in die 50er Jahre, als angeblich noch alles gut war: frei nach dem Motto: Was damals (angeblich) gut war, kann morgen doch nicht schlecht sein.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Ich denke, da sind erheblich größere Schnittmengen, als in der öffentlichen Wahrnehmung gezeichnet werden…

Schade, wenn das der Grund seien sollte, wenn zwei Gruppen nicht die gemeinsame Probleme zusammen anzugehen glauben.
Aber vielleicht kennen ja auch alle schon die Lösung und finden erst jetzt, diese für andere sichtbar aufzulösen :/

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Welche größeren Schnittmengen sehen Sie da? Können Sie die bitte einmal konkret benennen, um diese sachlich dikutieren zu können?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie sehen keinerlei Gemeinsamkeiten? Erstaunlich! Ich hätte schwören können, dass beide Gruppen an Lernerfolg und beruflicher Perspektive der Lernenden interessiert sind.
Zudem suchen beide ja nach Verbesserungsmöglichkeiten – das derzeitige Schulsystem ist veraltet und kommt nicht mehr richtig mit.

Welche unüberbrückbaren Unterschiede zwischen den beiden Positionen sehen Sie, dass Sie mich nach Schnittmengen fragen müssen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“…beide Gruppen an Lernerfolg und beruflicher Perspektive der Lernenden interessiert…suchen beide ja nach Verbesserungsmöglichkeiten…”

LOL! Bessere “Allgemeinplätze” sind Ihnen nicht eingefallen?
DAS will ja wohl jeder! Wo ist die “Schnittmenge” diese “Wünsche” umzusetzen?

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Warum schreiben Sie Allgemeinplätze in Anführungszeichen?

Da Sie völlig daran scheitern scheinen, die Schnittmengen zu widerlegen, was ist Ihre Aussage?
Dass die Schnittmengen zu groß sind? 😀

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Da Sie die Schnittmengen, die Sie sehen, nicht benannt haben, kann ich mich auch nicht dazu äußern.
P. S.: Allgemeinplätze schrieb ich in Anführungszeichen, weil ich eher hohle Phrasen schreiben wollte! Aber mehr kann man von einem Ultracrepidarian, oder auch Dummschwätzer, wie Ihnen nicht erwarten. Leider!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

@Rainer Zufall
Falls Sie noch nicht wissen, was Sie sich zu Weihnachten wünschen sollen … ich habe da was passendes im Internet für Sie gefunden:
https://www.thorbow.store/products/rainer-zufall-tasse
🙂

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wie wäre es mit einem produktiven Beitrag Ihrerseits, der keine Diktatur romantisiert? 😉

dickebank
1 Monat zuvor

Wenn die so tierisch sauer sind, dann halt “Viehlologen”:)

Götz
1 Monat zuvor

Bei solchen Gegensätzen wie sie der Artikel nahelegt, bin ich grundsätzlich skeptisch. Reformer = gut vs. Philologen = böse ist mir zu schlicht.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Götz

Dann sind Philologen eben schlicht und nicht böse

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  Götz

Reformen sind nicht per se gut. Aber die Philologen sind nicht für ihren Reformeifer, sondern für eher für ihr Beharrungsvermögen mit dem absoluten Primat auf der Erhaltung des Gymnasiums bekannt. So lässt sich allerdings auch keine Zukunft gestalten.
Das mehrgliedrige Schulsystem besteht aber aus mehr als nur dem Gymnasium und steht international nicht wirklich schlecht, aber auch nicht herausragend gut dar. Denn wenn es wirklich allen anderen Systemen überleben sein sollte, dann dürften an der Spitze keine integrierten Systeme zu finden sein. Das dies nicht so ist, wird mit viel Nebelkerzenwerferei verschleiert. Daher stellt sich natürlich die Frage nach der Motivation der Philologen. Dabei scheint die Segregation der Schülerschaft zum eigenen Gunsten und eine gewisse Bequemlichkeit eine nicht unwesentliche Rolle zu spielen. Und das die derzeitige Gymnasialschülerschaft nicht die gewünschte homogene Masse ist und daher herausfordernder zu beschulen, führt dann zum Ruf nach härteren Segregationsmechanismen. Integrierte Systeme arbeiten zu Beginn ohne Selektion (sondern erst später mit Neigungs- und Fachleistungskursen) und sind daher natürlich abzulehnen. Das gilt umso mehr, da sich viele Philologen als Fachvermittler sehen und dabei möglichst wenig mit Pädagogik und Problemen von Jugendlichen konfrontiert werden wollen. Darum sollen sich gefälligst die “unteren” Schulformen kümmern. Dann könnte man diese Schulform unterschwellig auch weiterhin als Schutzraum für die höheren und angepassten Gesellschaftsschichten erhalten und den “Pöbel” aussperren.

Dies ist zwar alles sehr zugespitzt und vereinfachend formuliert, scheint aber bei Diskussionen mit Philologen und Affinen leider immer wieder durch, wenn man im Gespräch hartnäckig nachbohrt. Aber zum Glück ist diese Haltung nicht bei allen so.

Küstenfuchs
1 Monat zuvor
Antwortet  Illuminator

Kommen Sie, das geht doch besser! Ein paar weitere unsachliche, populistische Vorurteile gegen Philologen sind doch sicher noch drin, oder?

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Falls Sie meinen Beitrag genau gelesen haben, sollte Ihnen auch mein vorletzter Satz nicht entgangen sein.
Zudem wäre es schön, wenn es nur Vorurteile wären, aber Sie brauchen z.B. eigentlich nur hier im Forum sinnentnehmend zu lesen, um nachvollziehen zu können, dass Schülersegregation zum eigenen Gunsten und eine mehr oder weniger ausgeprägte Veränderungsunwilligkeit leider bei viel zu vielen die mehr oder weniger versteckte Motivation ist.

Alese20
1 Monat zuvor

Das ist doch wiedermal typisch. Endlich wagt mal jemand aus dem KuMi was und gleich ist der Aufschrei groß. Wie häufig hab ich hier gelesen, dass Veränderung “oben” kommen müsse. Kaum ist das der Fall, schon werden Eitelkeiten verletzt. Man kann es halt nicht allen recht machen.
Ich persönlich finde es gut, dass mal was passiert – leider nicht in NRW :(.

Außerdem ist das mal wieder völlig überzogen reagiert: wir reden momentan von 150 Schulen. Da können doch parallel die anderen andere Konzepte wählen. Muss es immer schwarz oder weiß geben?

Alles nur, weil der Philologenverband nicht mit einbezogen wurden – seufz. Haben wir keine anderen Probleme als diese Eitelkeiten?

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Wenn Sie unter Eitelkeiten verstehen, dass diese Schulen besondere Unterstützung (so der Text) erhalten, andere aber nicht, dann möge sich niemand mehr über die Privatversicherung aufregen.
Es ist Aufgabe und Recht von Herrn Teuber, als Minister seine Vorstellungen von guter Schule zu etablieren, genauso ist es aber die Pflicht und das Recht von Verbänden wie dem Philologenverband, diese Vorstellungen zu hinterfragen und ggf. auch deutlich zu kritisieren.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Natürlich kann er die Vorstellungen kritisieren, spricht nichts dagegen. Es ging mir bei “Eitelkeiten ” eher um “wir wurden übergangen”.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Entsprechend wären also die Klagen von Schülervertretern über zu wenig Mitbestimmung zu werten? Dann ziehe ich meinen Einwand zurück.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ich persönlich fühle mich auch übergangen, wenn mein Arbeitsbereich von Dritten grundlegend verändert werden soll, ohne mich und meine Expertise einzubeziehen. Sie nicht?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das verstehe ich durchaus. Ich fände es natürlich auch übergriffig, wenn jemand an meinem Arbeitsplatz grundsätzlich rumschraubt. Aber so, wie es derzeit läuft, kann es ja auch nicht weitergehen. Da gehen alle baden, SuS wie LuL.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Was spricht dagegen, ALLE mit ihrer Expertise in Entscheidungsprozesse einzubeziehen? Nennt sich Demokratie und ist überdies volkswirtschaftlich sinnvoll.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ganz bei Ihnen. Tatsächlich wurden mit Sicherheit auch Lehrkräfte mit einbezogen – aber eben nicht alle. Wie sollte das auch aussehen?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Öhm, nö, die Lehrer wurden eben nicht einbezogen, sondern lediglich Eltern- und Schülerschaft. Siehe Inhalt des Artikels.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Zum Einen bezieht sich Schule der Zukunft auf die Alemannschule und dort haben SL und LuL zusammen entschieden und im Artikel steht zumindest explizit “Es sind zwei Bilder, die kaum gegensätzlicher sein könnten. In der Mainzer Pyramide drängen sich Anfang November rund 700 Menschen – Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulaufsicht, Bildungsexpertinnen und -experten. “

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor

In einem anderen aktuellen Artikel lesen wir, dass immer mehr Schulanfänger nicht mehr zuhören, nicht mehr schneiden und keine Stifte mehr richtig halten können. Mal angenommen, genau diese Kinder treffen jetzt auf das vielfach besungene Reformkonzept, dass Deutschland auf die vorderen Bildungsplätze katapultieren soll… Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das zusammenpasst. Auch für viele Kinder in unserer Betreuung kann ich mir das nicht vorstellen, da das Konzept fast nahezu von einem intrinsisch motivierten Lerner ausgeht.

Eine Schwalbe macht im Übrigen noch keinen Sommer, selbst wenn sie bereits Schulpreise gewonnen hat. Soll heißen: Gemeinschafttschulen in BW kopieren zu großen Teilen bereits das Konzept aus Wutöschingen. Betrachtet man vergleichend die Leistungen, sieht man keine Verbesserungen bei den Schülerinnen und Schülern.

dickebank
1 Monat zuvor

Wie der Sommer hat ‘ne Puch?

Julia
1 Monat zuvor

Ich habe an einer Schule hospitiert, die viele Dinge anders macht, weil ich einfach neugierig war, wie genau z.B. ein jahrgangsübergreifendes Konzept und mehr Offenheit funktionieren soll. Und ich muss sagen, nichts ist so frontal wie ein gutes offenes Konzept. Es gibt klare Standards die erreicht werden sollen und die Kinder werden an diesen Standards gemessen und dort abgeholt. Dann wird eben die Erweiterung des Zahlenraums denjenigen frontal erklärt, die gerade soweit auch tatsächlich sind, währen die anderen gezielt Hilfe bekommen und das aufarbeiten, was sie noch nicht können. Das erfordert ganz klare Strukturen und ist eben nicht Larifari, so wie sich das manche vorstellen. Auch die Klassenarbeiten sind klar standardisiert. Die werden nicht jedes Jahr ganz neu angepasst, damit es dem Niveau der Klasse entspricht, sondern genau umgekehrt, die Kinder werden fit gemacht, damit sie das Niveau schaffen. Da es Kinder gibt die weniger Lehrerressourcen binden, kann die so gewonnene Zeit in die anderen gesteckt werden.

Anne
1 Monat zuvor
Antwortet  Julia

Wenn ich gerade den einen frontal was erkläre, wer genau hilft denn dann zur gleichen Zeit den anderen? Mehr Kollegen sind ja irgendwie nicht vorgesehen.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Anne

Die Mitschüler*innen (, weil jahrgangsübergreifend) – lief bei meiner Tochter damals auch so. Es war sogar Regel: erst mindestens. 2 Mitschüler*innen fragen. Wenn dann immer noch nicht verstanden, dann erstarren LuL.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ich weiß nicht, was meine Autkorrektur da gelesen hat, aber es sollte am Ende heißen: “… dann erst die LuL.”

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Hmm, erinnert mich an eine Kollegin, deren Tochter jahrgangsübergreifend beschult wurde. Eine Drittklässlerin erklärte den Zweitklässlern die Mathe-Aufgaben. Meine Kollegin fiel dann zu Hause aus allen Wolken, als die Tochter total falsch rechnete und voller Überzeugung sagte, dass es nur so richtig ist, hat ja schließlich eine “Große” so erklärt. Die Kollegin war froh, als JÜL an der Schule nicht mehr weitergeführt wurde. Sie hatte schon, wegen ähnlicher Sachen in anderen Fächern, über einen Schulwechsel nachgedacht. (Nur anekdotische Evidenz)
Übrigens, als meine ehemalige (Brennpunkt-) GS vor Jahren selbst entscheiden durfte, ob weiterhin jahrgangsübergreifend unterrichtet werden sollte, war die Entscheidung eindeutig dagegen. Die “Pflichtjahre JÜL” zuvor hatten niemanden überzeugt. Lag sicher am “mindset” der Kollegen. 🙂

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Julia

Danke, dass Sie das klarstellen, denn die Erzählung von der Schule, an der jeder machen kann, was er will, ist in der Diskussion genauso wenig hilfreich, wie die der preußischen Frontalgleichschrittschule.

konfutse
1 Monat zuvor
Antwortet  Julia

Ich habe von Insidern gehört, dass der SL dieser Schule sein Klientel aussucht.
Wenn ich mir meine Klientel aussuchen könnte, hätte ich auch eine Vorzeigeschule. Außerdem:
Wutöschingen ist nicht Ludwigshafen….

Küstenfuchs
1 Monat zuvor
Antwortet  konfutse

Dass in Wutöschingen Kindern, die nicht so richtig funktionieren, der Wechsel an eine benachbarte Gemeinschaftsschule nahegelegt wird, ist ein offenes Geheimnis.

Alese20
1 Monat zuvor

“Schulanfänger nicht mehr zuhören, nicht mehr schneiden und keine Stifte mehr richtig halten können.”

Ich sag mal so, die Kids, die keine Schere und Stift halten können, haben auf keiner Schule was verloren. Da muss bei der Schuluntersuchung drauf geachtet und REAGIERT werden in Form von Vorschulkindergarten. Wieviele Kinder heute in die Schule geschickt werden ohne entsprechende Fähigkeiten ist grundsätzlich ein Problem!

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Vielleicht sollte man dann eher die Vorschulen und Kitas reformieren, ehe man mit den Schulen weitermacht. Mit den gegebenen Voraussetzungen bleiben all diese Entwicklungen riesige Experimente an den Schülern, deren Ergebnisse nicht abzusehen sind. Denn sollten diese offenen Konzepte wirklich die entsprechenden Früchte tragen, müsste die Gemeinschaftsschule die leistungsstärkste Schulart sein. Doch das ist sie nicht.

Alese20
1 Monat zuvor

Oder das Eine tun und das Andere nicht lassen – ich weiß, wird teuer.

Stine
1 Monat zuvor

Schon an unserer Grundschule gibt es viel Raum für offene Konzepte. Lesen und Schreiben tritt dabei aber leider in den Hintergrund. Solange meine Kinder nicht mehr in der Schule die Kernkompetenzen erlernen, möchte ich auch keine Experimente machen…

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

Keine Angst. Die Kernkompetenzen bringen sich die Schülerinnen und Schüler in der Schule der Zukunft selbst bei – wenn sie denn wollen und Lust haben.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

“… Kids, die keine Schere und Stift halten können, haben auf keiner Schule was verloren. Da muss bei der Schuluntersuchung drauf geachtet und REAGIERT werden in Form von Vorschulkindergarten….”

Sorry, diese Aussage könnte man jetzt auch so verstehen, dass diese Kinder separiert werden sollen/müssen? – entweder in Vorschulkindergärten für die “zurückgebliebenen” oder in Sonderschulen oder gar keine Schulen?? Das widerspricht dann aber der Inklusion.
Ich glaube nicht, dass Sie das so gemeint haben. Aber wie soll das praktisch aussehen?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Doch, erstmal in den Vorschulkindergarten, bis gewissen Kompetenzen, die man für Schule braucht, da sind. Das nenne ich aber nicht zurückgeblieben. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich. Die Kinder, die bspw. feinmotorisch noch nicht so weit sind, sind da aber schon grobmotorisch superfit. Oder manche sind aufgrund des Altersunterschieds, weil im Sommer geboren vielleicht einfach noch nicht so weit. Das sollte einfach nicht so negativ dargestellt werden, sondern als durchaus normal.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Aber in den Schulen sollen alle inklusiv beschult werden, egal auf welchem kognitiven, körperlichen, emotional-sozialem …. Entwicklungsstand sie sich befinden. Und jetzt sollen auf einmal Kinder nicht/später eingeschult werden, “nur” weil sie mit Stift und Schere nicht umgehen können? Sehen Sie da keinen Widerspruch? Das passt mMn. alles nicht zusammen.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Aber in den Schulen sollen alle inklusiv beschult werden” – das klingt für mich aber irgendwie zu weit gefasst. Ich mache da doch einen Unterschied, ob das Kind nur noch nicht so weit ist oder einen auffälligeren diagnostizierten Förderbedarf hat.

Lasst denen, die noch etwas Zeit brauchen auch diesen, damit sie dann regulär und ohne Probleme starten können.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Wie und wer “diagnostiziert”, ob es sich um einen “auffälligeren” Fö-Bedarf handelt oder “nur” um eine Entwicklungsverzögerung?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Machen das bisher nicht auch Erzieherinnen oder Sonderpädagogen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

In der Regel wird der Antrag auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfsin Schulen aber erst im 2. Halbjahr der 2. Klasse gestellt.(GE evtl. schon im Kita-Alter.)
Aber die Diagnostik der “Schulreife/Schulfähigkeit” ist nicht eindeutig festgelegt.
https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/250140/schulreife-oder-schulfaehigkeit-was-ist-darunter-zu-verstehen/
https://www.familie-und-tipps.de/Kinder/Schule/Einschulung/Zurueckstellung.html
Was, wenn Eltern keine Zurückstellung wünschen und auf der altersgerechten Einschulung bestehen?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das müssen feste Regeln her. Gibt es sonst auch für viele andere Bereiche.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Ja, das wäre ein sinnvoller Anfang, wenn es standardisierte Kriterien gäbe, die die Schulreife/Schulfähigkeit eines Kindes definieren.

ed840
1 Monat zuvor

“keine Verbesserungen bei den Schülerinnen und Schülern.”

Mitterweile gilt es scheinbar schon als Erfolg, wenn sich wenigsten die Verschlechterungen im Rahmen halten.

Marion
1 Monat zuvor

Danke. Diese Frage treibt mich auch um. Allenthalben Klagen über Kinder, denen es bei Schueintritt an grundlegenden Basisfertigkeiten fehlt, sowohl manueller, sprachlicher, sozial-emotionaler und kognitiver Art. Und diese Kinder sollen nun intrinsisch motiviert, selbstbestimmt lernen.
Ich denke, diese Kinder brauchen ein Konzept, in denen ein Erwachsener, freundlich zugewandt, den Takt vorgibt.
Sie brauchen einen festen Rahmen und klare Strukturen mit einfachen, klaren Regeln.
Ich konnte das im Kindergarten häufig beobachten.
Es gibt immerwieder Kinder, die nicht in der Lage sind, sich eigenständig, aus sich selbst heraus, mit einer Sache zu beschäftigen. Das sind diejenigen, die den ganzen Vormittag durch die unterschiedlichen Spielräume irrlichtern, sich nie wirklich auf ein Spiel, eine Beschäftigung einlassen können und immer wieder Unruhe stiften.
Bsp.: Ein Junge, drei Jahre, kommt in den Kindergarten und du merkst sehr schnell – pfiffiges Kerlchen, aber null Sozialkompetenz und null Fähigkeit länger als 30 Sekunden, an was auch immer, dranzubleiben.
Dass da andere echte, lebendige Individuen um ihn herum sind, dringt gar nicht richtig durch. Dass man nicht alles was da so geht und steht einfach überrennen, vom Tisch fegen, an sich reißen kann – noch nie gehört. Dazu kam noch die sprachliche Barriere. Der Junge sprach kaum deutsch.
Nach viel langer und harter Arbeit, war nach einigen Monaten ein Mindestmaß an Verständigung möglich und er war so weit, dass er zumindest die einfachsten Grundregeln verstanden und verinnerlicht hatte. Nun war zwischen ihm und den anderen Kindern so etwas wie ansatzweise “normaler, zivilisierter” Umgang möglich. Zuvor schlug jeder die Hände über dem Kopf zusammen und ging in Verteitigungsposition, wenn er nur in Sichtweite war, um es mal ein wenig überspitzt zu formulieren.
Die Familie hatte übrigens bereits Unterstützung durch eine Sozialpädagogin von der Frühförderung, die sowohl die Eltern zu Hause beriet, als auch den Jungen einmal die Woche für eine Stunde im Kindergarten begleitete. Außerdem besuchte er, ob ein- oder zweimal die Woche weiß ich nicht, die Frühförderstelle zur individuellen Unterstützung und Förderung. Da war also schon einiges an Maßnahmen im Gange, als er zu uns kam.
Die Eltern waren durchaus liebevoll und freundlich, sprachen gut deutsch, waren aber heillos überfordert mit dem Kleinen. Er war das einzige Kind, hatte viele Spielsachen, aber wenig davon lud zu eigenem schöpferischem Tun ein. Das meiste war stark vorgefertigt mit wenig Variationsmöglichkeiten. Hauptsache es blinkte und piepte.
Teilen hatte er nie gelernt. Andere Menschen, vor allem Erwachsene, nahm er als “Werkzeug” zur Erfüllung seiner eigenen Wünsche und Bedürfnisse wahr. Das klingt jetzt alles furchtbar negativ. Ich möchte aber betonen, das der Kleine im Grunde ein “helles Köpfchen” war, mit einem, trotz all seiner Schwierigkeiten, sehr liebenswerten, einnehmenden Wesen. Es lag uns wirklich sehr am Herzen, ihn dabei zu unterstützen, sich in eine, auch für ihn selbst, positive Richtung zu entwickeln
Dennoch kann man solche Kinder nicht mal so eben “intrinsisch motiviert und selbstbestimmt” im offenen Konzept auf ihr Umfeld loslassen. Weil die dann “intrinsisch motiviert und selbstbestimmt” zur Plage all der anderen “intrinsisch motivierten und selbstbestimmten” Individuen werden.
Das mag jetzt ein krasser Fall sein, aber diese Probleme haben wir heute, in abgeschwächter Form, bei so manchem Kind.
Zurück zu meinem speziellen Beispiel:
Eine Lieblingsbeschäftigung des Jungen war es, mit einem kleinen Plastik-Flugzeug durch den Raum zu rennen und krachend in den Bauwerken anderer Kinder zu “landen”. Ich nahm ihn immer wieder bei der Hand, erklärte ihm, dass echte Flugzeuge einen richtigen Flughafen, mit Start-und Landebahn bräuchten. Mit den anderen Kindern, die in der Bauecke spielten, einigten wir uns auf ein klar begrenztes Feld, wo ich mit dem Kleinen eine Bahn zum Starten und Landen für sein Flugzeug bauen durfte. Einige der größeren Jungs waren sogar bereit, einen “Tower” zu bauen, für die Fluglotsen. Der Junge war schwer beeindruckt. Es gefiel ihm auch sehr, wie ich da saß, und eine Landebahn für sein Flugzeug baute. Wie ich als Fluglotse Start- und Landeerlaubnis gab, oder “wegen Nebel”, das Signal zu einer weiteren Flugrunde. Er war allerdings nicht im Geringsten in der Lage, selbst mit Hand anzulegen oder eigene Spielideen beizusteuern. Er guckte zu. Ließ sein Flugzeug über die Bahn rollen, “flog” von da aus seine Runden durch den Raum und landete wieder auf der Bahn – so lange ich dabei saß und lustige Entertainereinlagen beisteuerte. Ohne Begleitung, ohne die Aufmerksamkeit durch eine erwachsene Bezugsperson, ergriff er keinerlei Initiative zu solch, doch recht einfachen Spielvarianten. Holzklötzchen auf dem Boden aneinanderreihen, vielleicht ‘nen Turm dazubauen und gemeinsam mit den anderen Kindern in Aktion treten.
Selbst nach einem Jahr im Kindergarten lief da gar nichts. Er schloß sehr wohl Freundschaften. Bevorzugt mit Kindern, die ähnlich gelagerte Schwierigkeiten hatten, wie er selbst.
Da ging es meist sehr lustig zu. Highlight: Mit der Tonie-Box In die Höhle unter der Hochebene verschwinden und in Dauerschleife immerwieder den quietschig-piepsenden Anfangsjingle zu irgendeiner Geschichte durchlaufen zu lassen, ohne jemals auf die Idee zu kommen, sich die Geschichte selbst anzuhören. Begleitet wurde das Ganze von Kichern, Giggeln, Quieken und Kreischen. Dagegen ist für mal zwischendurch und eine kline Weile auch gar nichts einzuwenden. Aber doch nicht nur.
Als es Tonie-Box nur noch unter der Voraussetzung gab, sich damit eine Geschichte anzuhören, erlosch das Interesse.
Einem derart exotischem Ansinnen zu folgen – undenkbar.
Was tun mit solchen Kindern? Selbsbestimmtes Lernen? Ich lach mich tot. Da war irgendwann nicht mehr Selbstbestimmung angesagt, sondern Fremdbestimmung.
Es wurden zwei, max. drei Spielmöglichkeiten zur Auswahl gestellt, unter denen die “Pappenheimer” wählen konnten. Dies wurde dann unter Begleitung und Aufsicht einer pädagogischen Fachkraft und Regeln, die unbedingt einzuhalten sind, durchgeführt, und erst wenn das auf zivilisierte Weise von statten gegangen war, wurden “die Probanden” wieder in die Welt des “intrinsisch motivierten und selbstbestimmten Spielen und Lernens entlassen.” Aber nur exakt so lange, wie das sozialverträglich möglich war.
Vielleicht liegt es an meinem altmodischen Naturell und meiner hoffnungslosen Rückständigkeit, dass ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie sich solche Kinder in einer Schule mit reformpädagogischem Konzept zurechtfinden sollen.
Und wohlgemerkt: Diese Kinder hatten sich, verglichen mit der Ausgangslage, in der sie in den Kindergarten kamen durchaus positiv entwickelt. Aber irgnwann stößt man da auch an Grenzen.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Leider führen reformpädagogische Unterrichtsmethoden bei Schülern, die weniger intelligent sind bzw. nur unzureichend Deutsch sprechen, zu sinkenden Lernleistungen.

Dazu kommt, dass für offenen Unterricht sehr viele Schulen umgebaut werden müssten, die Kosten dafür dürften viele Milliarden kosten.

Eine flächendeckende Einführung reformpädagogischer Ansätze würde also einen erheblichen wirtschaftlichen und didaktischen Schaden verursachen.

RealistischeSchulePls
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Das ist leider genau das Problem. Meine Schule lässt die SuS an einem Tag selbstverantwortlich lernen.. Drei Mal darf man raten bei welchen SuS es klappt und bei welchen nicht. Bildungsungerechtigkeit hoch 10..

Achin
1 Monat zuvor

Unabhängig von einer schulpädagogischen Einschätzung:

Wer “Wutöschingen” als Vorbild nennt, verkennt die haushaltspolitische Situation fast aller Städte und Gemeinden als Schulträger. Die gepriesenen Neubauten der Alemannenschule wurde mit einem zweistelligen Millionenbetrag errichtet, eine Ohrfeige für zahllosen Schulleitungen und Kollegien bundesweit.

Wenn die Gewerbesteuer fließt, die Einwohnerzahl vierstellig und das nächste Gymnasium schwer erreichbar ist:
https://www.wutoeschingen.de/wirtschaft-wohnen/aluminium-region/

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Und dann auch noch mit Alumiiiiiiiniiiuuuuuum, ist das nicht böses CO2-Metall, woraus Flugzeuge und Autos -die CO2-Schleudern!- gebaut werden!?

Dann ist das ja eine auf Fossil-Kapitalismus gebaute Schule!!!!11 😀

Und dann noch Schüler aussuchen, also wirklich…

😀

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Schüler aussuchen – also das, was Gymnasien gerne für sich reklamieren.

Achin
1 Monat zuvor
Antwortet  Illuminator

Mit einem Unterschied:

Was an Gymnasien nach klar kommunizierten Kriterien geschieht, passiert hier offensichtlich subtiler. Kennen Sie einen Gymnasialdirektor, der auf beruflich auf Tournee geht,

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Der ist in Rente.

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Und peinlich, dass ohne erreichbares Gymnasium ein Nichtgymnasium so vorzeigbare Ergebnisse liefert. So etwas darf es doch gemäß dem Hohelied der gegliederten Dreifaltigkeit des Schulsystems gar nicht geben. Und dann auch noch die Dreistigkeit, sich Schüler aussuchen zu können – ein Privileg, dass nur Gymnasien zuzustehen hat.

Achin
1 Monat zuvor
Antwortet  Illuminator

Die Ergebnisse in Wutöschingen sind nicht valide:

Herr Ruppaner behält die Einreichnoten und die Wahl der Neigungskurse (sowohl deren jeweilige Gruppengröße) seines ersten Abijahrgangs für sich, zudem auch die sozioökonomische Zusammensetzung der Schülerschaft.

Zudem wird nicht klar, mit welchen Schulen er seinen ersten kleinen Abijahrgang vergleicht (G8, G9 oder beide zusammen?).

Interessant wäre der Vergleich mit einem Gymnasium im ländlichen Raum mit einer Mini-Oberstufe in einem kleinen Ort mit fließender Gewerbesteuer.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Ich denke, er vergleicht mit anderen Gemeinschaftsschulen, die Abi anbieten. Oder gibt es die dort nicht wie in NRW. Hier ist Standard.
Warum sollte er sich mit Gymnasien vergleichen?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Achin

Die Gruppengröße spielt übrigens keine wirkliche Rolle, da die SuS ja selbstorganisiert lernen und es keinen klassischen Unterricht gibt. Nur frei wählbare 20 minütige Impulsveranstaltungen, die einem Unterricht nahe kommen, falls jemand bei sich Bedarf dafür sieht.

GriasDi
1 Monat zuvor

Einfach die PISA-, VERA- … Ergebnisse der nächsten Jahre abwarten.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Oder einfach mal diese VERA-Vergleichsergebnisse betrachten, die schon da sind, und genau hinschauen: In BW waren überall die GMS-Schüler am untersten Ende, z. B. die Schüler auf M-Niveau aus GMS haben deutlich schlechter abgeschnitten als Schüler aus originären Realschulen… Aber manche Bildungsideologen wollen das nicht kapieren: Immer mehr Heterogenität und “selbstbestimmtes Lernen” implementieren, obwohl das nichts bringt, sondern schadet – auf Teufel komm raus, weil es vermeintlich “gerechter” ist. Dass dabei die Lernschwachen noch weniger lernen und die Spitzen in der mittelmäßigen Masse untergehen, sind halt Kollateralschäden.

Philologenverband RLP
1 Monat zuvor

Vielen Dank für Ihren Artikel. Schön, dass Sie uns rezipieren und so meinungsstark unterwegs sind, auch wenn Sie nicht selbst da waren.

Malte Blümke
1 Monat zuvor

Die sogenannte Schule der Zukunft verspielt die Zukunft unserer Kinder. Wir brauchen keine neuen Lernlabore und Lernlandschaften und Campusschulen mit fragwürdigen Experimenten auf Kosten unserer Kinder und und letztendlich unserer Gesellschaft. Wie sieht denn die heutige Schulwirklichkeit in Rheinland-Pfalz aus? Bei den objektiven Bildungsstudien fällt Rheinland-Pfalz seit Jahren immmer mehr zurück und befindet sich jetzt im Kreis der Verlierer-Bundesländer auf dem 12. Platz. Die Zahl der Brennpunktschulen nimmt zu, viele Schulen sind sanierungsbedürftig, Leistungsanforderungen werden reduziert, Lerninhalte mit klaren Anforderungen der Fächer werden aufgeweicht und durch fragwürdige Kompetenzprofile ersetzt, die Lehrkräfte sollen sich als Lernbegleiter verstehen und Vieles mehr. Wir brauchen jetzt eine Schule als Ort lebendigen Lernens mit klaren Strukturen, persönlicher Verantwortung und gelebter Beziehungskultur, verbindliche Leistungsanforderungen, verbindliche Stundentafeln und Lehrpläne, gut ausgebildete Lehrkräfte und ein Ende der Mangelverwaltung. Träumereien von einer schönen neuen Welt haben noch nie geholfen, wir brauchen jetzt und sofort Engagement, Augenmaß und Realismus, die Weiterentwicklung der Schule, indem wir das Gute bewahren und das verändern, was nicht lernförderlich ist.

Salida
1 Monat zuvor

Ahhh, der Philologenverband Rheinland Pfalz. Als ich vor knapp 10 Jahren an einem pfälzer Gymnasium mein Ref machte, stellten die sich vor und warben um unsere Mitgliedschaft mit dem Argument, dass die sich vehement gegen die finanzielle Gleichstellung von Grundschullehrkräften einsetzen. Diese Menschen kann man nicht mehr karrikieren.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  Salida

Da verstehe ich den Verband auch nicht. Kriegen alle A13, studieren weniger auf Gymnasiallehramt, und die Verhandlungsposition ggü. den Ländern steigt. Das sollte eine Gewerkschaft doch begrüßen.

Roland
1 Monat zuvor

Da beschwert sich jemand darüber, dass vom KM und der Initiative der Unterricht am Gymnasium karikiert werde und zeichnet selbst eine von ausführlichem Nichtwissen geprägte Karikatur:

Wutöschingen als Vorbild zu nehmen, bedeute, „dass demnächst Klassenzimmer zunehmend durch Lernlandschaften ersetzt werden, Lehrkräfte zu Lernbegleiterinnen und -begleitern werden und Kinder sich weithin nur noch mit den Fächern und Themen beschäftigen, auf die sie gerade Lust haben“.”

“Gerade Lust haben”? Wer schon mal an der Alemannenschule war oder das Materialnetzwerk kennt, weiß, dass da die landesweit gültigen Lehrpläne runtergebrochen werden auf differenzierte Lernraster, anhand derer dann die Schüler:innen teils individuell, teils kooperativ lernen. Und das offensichtlich erfolgreich.

Kein Zweifel, dass es an Gymnasien – wie an jeder Schulart – beste Bestrebungen gibt, den Unterricht im Sinne eines semper reformanda immer wieder den Bedürfnissen von Zeit, Sache und Menschen anzupassen. Der Philologenverband allerdings scheint immer noch in eher ideologisch geprägten Mustern zu denken. Das hilft nicht weiter.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Roland

“Gerade Lust haben”? Wer schon mal an der Alemannenschule war oder das Materialnetzwerk kennt, weiß, dass da die landesweit gültigen Lehrpläne runtergebrochen werden auf differenzierte Lernraster, anhand derer dann die Schüler:innen teils individuell, teils kooperativ lernen. Und das offensichtlich erfolgreich.”

Ja, das lese ich hier auch immer wieder, dass SOL gleichzusetzen wäre mit “man lernt nur noch das, worauf man Lust hätte.” Das ist aber falsch. Alle sollen sich am Gerüst des Lehrplans in ihrem eigenen Tempo, in der frei gewählten Art (individuelle alleine oder in Gruppe) am Ort ihrer Wahl lernen. Und zwar vom Freiheitsgrad her so, wie sie zuvor bewiesen haben, das sie mit diesem klarkommen. Da werden nicht alle einfach in die Freiheit entlassen und gesagt, jetzt macht mal und wenn ihr Fragen habt, findet ihr uns hier. Das ist ein längerer Prozess, den man Richtung Freiheit durchläuft, bis man diesen gut beherrscht.

Schade, dass viele hier nur sehen, dass das mit ihren SuS in ihren jetzigen Entwicklungstadien nicht möglich ist. Richtig, das geht nicht einfach so. Sie werden Schritt für Schritt dazu befähigt.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Roland

“Wer schon mal an der Alemannenschule war oder das Materialnetzwerk kennt, weiß, dass da die landesweit gültigen Lehrpläne runtergebrochen werden auf differenzierte Lernraster, anhand derer dann die Schüler:innen teils individuell, teils kooperativ lernen. Und das offensichtlich erfolgreich.”

Ich kenne diverse Medienberichte und zwei Lehrer, die Herrn Ruppaner schon kennenlernen durften. Zum einen muss man sagen, dass die Gemeinde für ihre Größe über entsprechend viele Einnahmen verfügt, um Lernateliers und Co. überhaupt verwirklichen zu können. Wutöschingen ist auch nicht Ludwigshafen, Mannheim oder Offenbach, wo sich das Schülerklientel einfach anders zusammensetzt. Zum anderen lobt die Schule jeden weg, der mit der offenen Form nicht umgehen kann. Der Abijahrgang umfasste gerade mal um die 20 Schüler. Bei all diesen Bedingungen wundert es mich nicht, dass man dort durchaus erfolgreich agieren kann. Ergo sind diese Traumbedingungen nicht auf alle Schulen übertragbar.

Alese20
1 Monat zuvor

Gerne nochmal. Das Gymnasium sortiert auch aus. Das ist in Deutschland normal. Warum ist das hier falsch, wenn sich herausstellt, dass es für das Kind nicht passt?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Bedeutet also: das Alemannenschule-Prinzip funktioniert für eine ausgesuchte Schülerschaft.
Soweit so logisch, da wird Ihnen niemand widersprechen. Nun wird dieses Prinzip des SOL jedoch gerade als das Nonplusultra, das beste aller Prinzipien überhaupt gehypet. Was ist mit den Kindern, und das sind ziemlich viele, denke ich, die nicht zum SOL passen? Brauchen wir Sonderschulen für diese Kinder?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Da es vermutlich niemals nur SOL Schulen geben wird, werden diese weiterhin mit mehr Struktur beschult. Dazu braucht es wohl kaum Sonderschulen…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Also sind SOL-Schulen Spezial- (Elite-?) Schulen für ein bestimmtes (bildungsaffines?) Klientel? Auf wieviele Schüler trifft das zu? Wie “sortiert” man die Schüler (nach welchen Kriterien und wann), ob sie SOL geeignet sind oder nicht? Wie verteilt man diese SOL-Schulen flächendeckend, damit alle dafür geeigneten Schüler auch möglichst wohnortnah dort beschult werden können?… Ich hätte noch mehr Fragen dazu, aber die Antworten auf diese (wenigen) Fragen würden mir schon helfen.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Warum so kompliziert? Die Schulen, die das machen wollen, sollen es tun. Die Eltern, die das Konzept gut finden, sollen ihr Kind dort hinschicken. Wenn es nicht klappt – Schulwechsel, wie jetzt auch.
Warum nicht einfach machen und dann schauen, wie es läuft und dann nachsteuern. Es muss nicht jede Frage von Anfang an geklärt werden.
Viel schlimmer als jetzt kann es kaum werden…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Dann müssten aber Eltern und Schüler auch die freie Wahlmöglichkeit für verschiedene Unterrichtskonzepte in Wohnortnähe haben. Meine Vermutung allerdings – SOL-Schulen findet man eher in Wohnortnähe von gewissen sozialen (bildungsaffinen) Schichten und eher seltener in Brennpunktvierteln mit vielen bildungsfernen/ärmeren Familien. Wo bleibt da die Bildungsgerechtigkeit?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

“SOL-Schulen findet man eher in Wohnortnähe von gewissen sozialen (bildungsaffinen) Schichten und eher seltener in Brennpunktvierteln mit vielen bildungsfernen/ärmeren Familien.”
Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich mache eher die Erfahrung, dass gerade Schulen, die Probleme haben, viel eher bereit sind, etwas zu ändern und progressive Wege zu gehen. Dank Startchancenprogramm ja auch mit mehr Unterstützung. Gerade die noch halbwegs funktionierenden Schulen in den “guten” Vierteln bewegen sich kaum – weil sie denken, dass sie es ja nicht müssen. Läuft doch noch….oder auch nicht. Denn eines ist mal klar – der Durchschnitt fällt überall in Deutschland.

Es braucht aber anscheinend mehr Leidensdruck, um ins Handeln zu kommen…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Eine Frage habe ich trotzdem noch:
Wie und wann erkennt man (wer), ob ein Kind für SOL geeignet ist oder nicht? Ein evtl. nötiger Schulwechsel, wenn es die falsche Entscheidung (Wille der Eltern?) war, kann das Kind ja traumatisieren. Oder sehen Sie da keine Probleme?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich denke nicht, dass ein Schulwechsel gleich traumatisiert, Sie etwa? Dann wäre ja auch jedes Kind, das umzieht, traumatisiert. Das mag hart sein, aber nicht wirklich traumatisierend.

Wenn man schon in der Grundschule erkennt, dass das Kind gut eigenständig lernt, könnte das ein Indiz sein, aber natürlich kein Garant. Ich würde mich auch mit den LK beraten und es als Mutter darauf ankommen lassen, sollte nichts dagegen sprechen.

Ich bin übrigens nicht für SOL in der Grundschule. Gerne Wochenplan und Matherad, aber unter enger Betreuung.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Naja, Kinder sind unterschiedlich und jedes reagiert anders.
https://mobbing-in-schulen.de/kind-nach-schulwechsel-ungluecklich-was-tun/
Wenn dann noch plötzlich eine ganz andere “Lernstruktur” dazukommt, ist das sicher nicht einfach.
Aber meine eigentliche Frage war: Wie und wann erkennt man (wer), ob ein Kind für SOL geeignet ist oder nicht?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Man muss es ausprobieren. Die Lernbegleitung wird das dann schon erkennen, immerhin werden die Kinder ja gecoacht und die erledigten Aufgaben überprüft. Stellt sich heraus, dass die Anforderung des Selbstorganisierens zu schwierig sind und sich trotz intensiverer Unterstützung keine Besserung zeigt, würde ich sagen, das Kind scheint damit überfordert zu sein.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Also erkennt man das erst, wenn das Kind schon auf der Schule ist? Gibt es keine Möglichkeit/Kriterien, das vorher festzustellen, um das Risiko für einen evtl. Schulwechsel zu minimieren?

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nicht, dass ich wüsste.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Okay, danke! Also entscheiden das erstmal die Eltern.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Aber wie oben beschrieben, würde ich mich durchaus mit der Grundschul-LuL und auch mit meinem Kind beraten und mir die Schule anschauen, bevor ich das entscheide.

Andreas Bald
1 Monat zuvor

Komplett berechtigte Skepsis. Wir übertreiben in alle Richtungen, wenn man sich mal nach der Lethargie entledigt und lassen die Vernunft auf der Seite liegen. Einwände, Erfahrungen bleiben unbeachtet, weil der gute Wille und die edle Absicht Realismus ersticken.
Und Fehlinvestitionen müssen nicht verantwortet werden …

Heinz
1 Monat zuvor

Was passiert denn mit den ganzen Kindern, die in diesen komplett offenen Systemen untergehen? Ich habe davon in meiner eigenen Klasse bereits drei Kinder. Einmal Waldorfschule, einmal Dalton-Konzept (was ja noch vergleichweise harmlos ist) und einmal Primusschule.
In allen drei Fällen sind die Eltern sehr froh, den Wechsel zu einer normalen Schule vollzogen zu haben, sei es durch den eigenen Wunsch oder durch einen zufälligen Umzug.

Das Konzept, dass alle Kinder lernen wollen, wenn ich es Ihnen nur richtig anbiete, spiegelt halt einfach nicht die Wirklichkeit wieder. Ich kann nicht auf der einen Seite hingehen und sagen, dass von klein auf jedes Kind lernen will, und dabei vollkommen verschweigen, dass womöglich nicht Schule, Lehrer und Umfeld der Grund für eine Lernunlust im höheren Alter sind, sondern Pubertät, bildungsfernes Umfeld und vor Allem der Inhalt dessen was gelernt werden soll. Der Inhalt dessen, was gelernt werden soll entspricht einfach keinerlei natürlichem Instinkt. Wie viele erwachsene Menschen setzen sich hin und sagen irgendwann im Leben „ach ich bringe mir jetzt nochmal lineare Gleichungssysteme zu lösen bei, das brauche ich zwar für nichts mehr in meinem eigenen Leben, aber es interessiert mich“. Das ist definitiv nur ein sehr sehr geringer Teil!

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Weil es ja genügend Menschen gibt, die lineare Gleichungssysteme verstanden und die damit verbundenen Konzepte so in der Praxis umgesetzt haben, dass nicht alle sie verstehen müssen, aber trotzdem davon profitieren. Aber wie bei Musikinstrumenten schadet es nicht, sich mal an einem versucht zu haben, um die Meisterschaft oder auch „nur“ die Arbeit Anderer besser wertschätzen zu können.

Rüdiger Vehrenkamp
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Kinder in unserer Betreuung wechseln auch sehr viel häufiger von der Gemeinschaftsschule in das traditionelle System einer Werkreal- oder Realschule, als umgekehrt. Viele Kinder brauchen klare Strukturen und engmaschige Führung.

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz
Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Aber wie sollen z.B. Grundschulkinder solche Inhalte beurteilen können, bevor sie sie überhaupt kennengelernt haben? Wollen Sie die Entscheidung denen überlassen? Japanische Kinder könnten auch Zweifel haben, wozu die 10.000 Schriftzeichen in Kanji gut sind, es gibt doch auch eine Schrift mit 26 Buchstaben. Wozu Groß- und Kleinbuchstaben? Wozu sind eigentlich biblische Geschichten aus dem AT gut? Wozu digitale Geräte, sind die nur Spielzeug?

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Kleopas

Ich bin hier vll. etwas falsch verstanden worden. Ich wollte aussagen, dass das was die Kinder in der Schule lernen müssen häufig nicht dem natürlichen Lerninstinkt entspricht. Das sollte nicht bedeuten, dass die Sachen, die sie lernen unwichtig sind, sondern dass das ewige Mantra “der Lehrer muss dem Schüler das so anbieten, dass er von sich aus lernen möchte” bei diesen Themen einfach nicht funktioniert.
Würde dies akzeptiert, dann hätte man zwei Möglichkeiten: Entweder man passt die Lehrpläne und Inhalte so an, dass nur noch die Dinge gelernt werden müssen, die die Schüler intrinsisch interessieren oder man akzeptiert wieder, dass es normal ist, dass auch Dinge gelernt werden müssen, ohne dass man Lust darauf hat.

Das würde dann auch dazu führen, dass so Diskussionen wie “sollten Texte von Haftbefehl im Unterricht behandelt werden” nicht mehr aufkämen. Weil das lediglich der Versuch ist, ein Thema, für dass sich ein Kind kaum interessiert irgendwie interessant zu machen und zwar egal zu welchem Preis.

asablau
1 Monat zuvor

Ich kann es nicht mehr hören … Da frage ich mich doch, wie das alles umgesetzt werden soll. Geht vielleicht in kleinen Schulen. Und trotz Individualisierung im Unterricht müssen in Klasse 3+4 die Leistungsnachweise für alle Schüler gleich sein. Warum bitteschön fördere und fordere ich einzelne Schüler, wenn ich Leistungsnachweise doch im Gleichschritt schreiben muss.
Und Stichwort 2p-primar (manche Pfälzer kennen es) . Das soll das neue Zauberdiagnose-und Förderwerkzeug sein. Meine 1. Klasse stöhnt nur noch, wenn sie es machen müssen.Und ich auch, weil es die schwächeren Schüler total überfordert und den anderen macht es keinen Spaß. Ich frage mich, wofür ich das machen soll.

JoFranc
1 Monat zuvor

Wenn man sich vor Augen führt, was in RLP die letzten vom Ministerium angestoßenen Reformen waren, kann man den Philologenverband seine Skepsis kaum verübeln Dazu gehören:

– Abschaffung der Hauptschulen. Das führte dazu, dass die Realschulen jetzt als Resteschulen wahrgenommen werden. Deshalb drücken viele Eltern ihre Kinder an Gymnasien, wo die nichts verloren haben und unter ständiger Versagensangst leiden.

– Eine seltsame Mischung aus Nicht zentralem Abitur, aber mit einzelnen zentralen Elementen. Vereinigt v. a. die Nachteile beider Systeme.

– G8, das so schlecht war, dass es an den meisten Schulen wieder rückabgewickelt wird. Unglaubliche Organisatorische Probleme für nichts.

– Verbot jeglicher unangekündigter Leistungsbewertungen (Teuber). Dadurch soll der Schutzraum-Charakter der Schule gestärkt werden. Außerdem lernen SuS ja angeblich besser wenn sie ein Thema intrinsisch motiviert.
Mein Fazit bisher: Für den Schutzraum Familie eine Katastrophe, weil ich jetzt als Vater derjenige bin, der die Kinder unter Druck setzen muss, damit sie Vokabeln lernen. Denn wenn die aussuchen, was sie intrinsisch motiviert, sind das nunmal selten exakt die fordernden Lerninhalte ihrer Schulfächer, sondern viel wahrscheinlicher eines der 10 Millionen bequemen Themen, die tiktok ihnen anbietet. Danke, Herr Teuber!

Auch hier wurde übrigens der Hauptpersonalrat und damit die offizielle Vertretung der Lehrkräfte im Ministerium übergangen. Klingt eher nach Trump. Wenn man Reformen im Bildungssystem angehen will und dabei vergisst, die Lehrkräfte mit einzubeziehen… Autsch!

Stine
1 Monat zuvor
Antwortet  JoFranc

Der Schutzraum Familie ist ein gutes Thema. Bei uns gab es an der Grundschule viel soziales Lernen – Selbstbehauptung, Kommunikation, Kreativität, Kinder bringen Kindern etwas bei. An sich super. Das Feedback war immer, alles ist gut, das Kind muss an nichts arbeiten. Aber dann kommt das Kind mit einem super Zeugnis ans Gymnasium und was machen wir zuhause? Dass ich dem Kind Lerntechniken beibringe oder Vokabeln abfrage, damit habe ich wohl gerechnet. Es war aber leider eher, wie schreib ich mit Füller statt Bleistift, wie schreibe ich eine flüssige (!) Grundschrift, wie betone ich beim Vorlesen, wie antworte ich auf eine Frage in Nebenfächern mit mehr als drei Worten… wie halte ich Druck aus, wenn ich 2 Tests und 2 Arbeiten die Woche habe, weil ich vorher für einen Aufsatz drei Wochenstunden Zeit hatte und nun 45 Minuten… Schule soll sicher aufs Leben vorbereiten, aber bitte auch auf weiterführende Schule… ich finde gewisse Aufgaben sind Aufgaben, die Eltern zu erfüllen haben, aber gewisse Aufgaben sollten auch in der Schule übernommen werden, damit eben auch der Schutzraum zuhause, wo ich eben Druck nehmen statt Druck geben will, gewahrt bleibt.

Eni
1 Monat zuvor
Antwortet  JoFranc

Das!

Ich hoffe, in Hessen gibt es weiterhin kooperative Gesamtschulen bzw. Haupt- und Realschulen.
In Ffm werden zwar scheinbar nur noch Gymnasien gebaut und hier und da gibt es auch eine IGS (tw. auch mit sehr freien Konzepten), aber immerhin gibt es noch kooperative Gesamtschulen.
Auch wenn die Hauptschulklasse an meiner Schule mittlerweile auch eher einer Förderschulklasse ähnelt.
Es wäre wünschenswert, wenn man endlich wieder auch die Haupt- und Realschulen stärkt und Förderschulen nicht verteufeln würde.

Debora Lapide
1 Monat zuvor

Warum erwähnt man nicht die Studie aus NRW: Zukunft der Schule – Schule der Zukunft?
Dieses Projekt ist schon einige Jahre älter, und auch hier ist eine Kooperation der Uni Bielefeld und der Laborschule.
Der Name des neuen, sehr lobenswerten Projekts ähnelt dem Obigen doch sehr stark.