Start Themenmonate Mission MINT Biologie-Abitur: Noch immer ist fast nur Fachwissen gefordert – Kompetenzen? Fehlanzeige

Biologie-Abitur: Noch immer ist fast nur Fachwissen gefordert – Kompetenzen? Fehlanzeige

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BERLIN. Im Zentralabitur im Fach Biologie werden über Jahre hinweg nahezu ausschließlich Fachwissen sowie die Fähigkeit geprüft, Informationen aus Texten und Grafiken zu entnehmen. Andere im Lehrplan vorgesehene Kompetenzbereiche spielen dagegen kaum eine Rolle. In Berlin jedenfalls. Das ist das Ergebnis einer Auswertung sämtlicher Berliner Abituraufgaben im Fach Biologie aus den Jahren 2013 bis 2023 durch den Biologiedidaktiker Prof. Leroy Großmann von der Ruhr-Universität Bochum.

Future Skills? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Nach den geltenden Bildungsstandards sollen Schülerinnen und Schüler im Biologieunterricht nicht nur über Fachwissen verfügen, etwa zu Evolution, Ökologie oder Genetik. Vorgesehen sind darüber hinaus Kompetenzen in den Bereichen Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung. Dazu gehören unter anderem das Planen und Auswerten von Experimenten, das Formulieren und Prüfen von Hypothesen sowie das Abwägen von Handlungsoptionen in ethisch relevanten Kontexten.

Ob diese vier Kompetenzbereiche auch tatsächlich im Abitur überprüft werden, hat Großmann systematisch untersucht. „Ich hatte erwartet, dass es aus traditionellen Gründen hauptsächlich um die Prüfung von Fachwissen geht, das im Unterricht gelernt wurde und dann angewendet werden muss“, erklärt er. „Es zeigt sich, dass dem in der Tat so ist.“

Da es sich um eine vollständige Auswertung aller Berliner Abituraufgaben handelt, seien die Ergebnisse für das Land Berlin belastbar, betont der Wissenschaftler. Ob sich diese Befunde auf andere Bundesländer übertragen lassen, lasse sich daraus allerdings nicht automatisch ableiten. „Ob sich diese Befunde auf andere Bundesländer übertragen lassen, müsste empirisch untersucht werden, da zwischen den Ländern zum Teil gravierende Unterschiede in der Prüfungskultur bestehen“, so Großmann.

„Spannend für die Biologiedidaktik oder die Bildungswissenschaften insgesamt ist die Frage, was im Abitur eigentlich geprüft werden soll“

Aus bildungswissenschaftlicher Sicht wirft die Studie eine grundsätzliche Frage auf. „Spannend für die Biologiedidaktik oder die Bildungswissenschaften insgesamt ist die Frage, was im Abitur eigentlich geprüft werden soll“, sagt Großmann. Er problematisiert dabei eine mögliche Diskrepanz zwischen Lehrplan und Prüfungspraxis. Einerseits werde von Lehrkräften verlangt, im Unterricht alle Kompetenzbereiche abzudecken. Andererseits reiche es im Abitur offenbar aus, Fachwissen wiederzugeben und anzuwenden sowie mit Fachtexten und Grafiken umzugehen.

Diese Konstellation könne einen sogenannten Backwash-Effekt erzeugen. Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler möglichst gezielt auf das Abitur vorbereiten wollen, könnten ihren Unterricht stärker an den tatsächlichen Prüfungsanforderungen als an den curricularen Vorgaben ausrichten. „Die Folge wäre dann, dass so wichtige Kompetenzen wie das Bewerten komplexer Sachverhalte – etwa beim Klimawandel oder Biodiversitätsverlust – und das Verstehen wissenschaftlicher Erkenntnisprozesse auf der Strecke bleiben“, gibt Großmann zu bedenken.

Besondere Bedeutung erhält die Studie vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen im Abitur. Seit dem laufenden Schuljahr koordiniert das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen einen gemeinsamen Aufgabenpool für ländergemeinsame Abituraufgaben. „Die Befunde können wichtige Impulse für die Weiterentwicklung dieser Aufgaben geben“, sagt Großmann. „Eine evidenzbasierte Diskussion über die stärkere Integration aller vier Kompetenzbereiche in Prüfungsaufgaben könnte einen wichtigen Schritt nach vorn zu einer zeitgemäßen Aufgabenkultur im Abitur darstellen.“

Großmann, der die Untersuchung noch während seiner Tätigkeit an der Freien Universität Berlin durchgeführt hat und seit September 2025 in der Biologiedidaktik der Ruhr-Universität Bochum arbeitet, analysierte eine Vollstichprobe aller Aufgaben des Berliner Zentralabiturs. Seine Studie wurde in der „Zeitschrift für Didaktik der Naturwissenschaften“ veröffentlicht. News4teachers

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MINT-Förderung: “Der Alltag muss Raum für den Entdeckungsdrang der Kinder lassen”

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Mika
1 Monat zuvor

Das Abitur besteht ja nun nicht nur aus der schriftlichen Prüfung, und die Fachnote nicht nur aus der schriftlichen Prüfungsnote. Von daher wäre die korrekte Aussage, dass in den schriftlichen Prüfungen vor allem Fachwissen abgefragt wird.

Was die Kompetenzbereiche betrifft: Für Erkenntnisgewinn benötigt man Zeit, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass so mancher Weg zur Erkenntnis Irrwege beinhaltet. Zeit ist jedoch etwas, was in Prüfungssituationen eher knapp ist. Formulieren von Hypothesen, daraus ein eigenes Experiment entwickeln, dieses auswerten, feststellen, dass man das falsche oder unzureichend gemessen hat, daraus das Experiment weiterentwickeln, nochmal durchführen, um die Hypothesen zu prüfen: das alles in einer schriftlichen Prüfung? Okay, dann werden die Durchfallquoten halt höher. Nicht weil die Schüler zu dumm sind, sondern weil echter Erkenntnisgewinn halt Zeit braucht.

Für Bewertung benötigt man Fachwissen. Bewertung gehört meines Wissens in den AfB 3 und sollte in der schriftlichen Abiturprüfung enthalten sein. Ob das in der Biologie regelmäßig so ist, weiß ich nicht – nicht mein Fach. Was sagen die Biokollegen?

Fakt ist: baut man das alles ein, werden die Prüfungen deutlich anspruchsvoller. Soll mir recht sein!

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Also die Klausuren der Sek ll müssen bei uns alle AFBl,ll und lll enthalten. Allerdings zu unterschiedlichen Anteilen. Allerdings ist es oft eine ziemliche Materialschlacht und wer lesen kann ist hier klar im Vorteil. Oft kann aus dem Material viel Information entnommen werden. Andererseits, wie soll denn ohne genaues Fachwissen eine Hypothese aufgestellt werden oder wie soll man fachlich fundiert etwas bewerten und nicht nur herum labern. Fakten gehören nun mal dazu. Und Versuche auswerten geht ebenfalls nur, wenn man einen Plan hat, was für biologische Prozesse existieren. Erfahrungsgemäß fällt der AGB lll oft ziemlich schlecht aus und wird nur von den Cracks gut bearbeitet. Die schwachen SuS lassen diese Aufgaben meist sogar weg oder schreiben kaum was

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Formulieren von Hypothesen, daraus ein eigenes Experiment entwickeln, dieses auswerten, feststellen, dass man das falsche oder unzureichend gemessen hat, daraus das Experiment weiterentwickeln, nochmal durchführen, um die Hypothesen zu prüfen

Und damit Schüler das auch in Zukunft bspw. im Seminarfach mit der Facharbeit üben können, hat die Kultusministerin in Niedersachsen Ende 2024 bekanntgegeben, dass es eben keine Facharbeit mehr geben wird.

Hört sich doch mal richtig durchdacht an… nicht!

vhh
1 Monat zuvor

Biologie ist mit weitem Abstand das beliebteste Abiturfach unter den Naturwissenschaften, denn es wird als leichter eingeschätzt. Ob das so ist, kann ich nicht beurteilen, aber die genannten weiteren Kompetenzen gehören alle in AFB lI und III. Vielleicht kein Backwash-Effekt, sondern Schülererwartungen, die erfüllt werden (müssen): Bio=Lernfach=AFB I, das erwartet die Mehrheit und diese Mehrheit hat bei Transferaufgaben auch in anderen Fächern massive Probleme.
Viel Raum für Untersuchungen, wenn man nicht nur ‘traditionelle Gründe’, also Präferenzen bei der Aufgabenstellung vermutet, sondern Schüler und Lehrer befragt. Vorschriftsmäßige Aufgaben bringen wenig, wenn ein großer Teil die Oberstufenqualifikation gerade so geschafft hat und dann erfahren muss, dass Reproduktion im Gegensatz zur Sek I nicht mehr reicht.
Wenn ein Abituranteil von 50% politisch gewünscht ist, gleichzeitig Hausaufgaben (=Übung Grundlagen) abgeschafft und ‘kreative Leistungen’ per KI erledigt werden, ist das nur über reproduktive Abiaufgaben zu erreichen. Mehr wurde nie geübt, auch nicht im Unterricht, denn auch da antwortet oft die Google-KI. In vielen Fächern ist das ähnlich, was da als AFB II und III zählt ist oft, freundlich ausgedrückt, irritierend.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Es soll Bundesländer geben, in denen man das Bio-Abitur problemlos bestehen kann ohne den Stoff vorher durchgenommen zu haben.
So lässt sich zumindest ein Versuch deuten, in dem 23 von 27 Schüler*innen einer 9. Klasse Gymnasium die schriftliche Abiturprüfung im LK-Biologie bestanden hätten, davon 3 * mit “gut” einmal sogar “sehr gut”.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Ich kann Ihnen sagen, warum Biologie die in der Oberstufe beliebteste Naturwissenschaft ist:

Es wird nicht gerechnet.

Abgesehen davon halte ich das Entnehmen von Informationen aus Bildern oder Texten für keine nennenswerte intellektuelle Leistung. Für das Biologie-Abitur reicht es aber. Ich erinnere an den Versuch, bei dem Neuntklässler mit einer Abituraufgabe vor dem Zentralabitur auf keinen grünen Zweig kamen, bei einer zentral gestellten Abituraufgabe aber bestanden hätten. Zugegebenermaßen Ökologie oder Evolution und nicht Genetik, aber dennoch Abitur.

Der Aluhut in mir ist der Meinung, dass die Biologen bei der Frage, welche Naturwissenschaft für die Schüler einspringen soll, die daran kein Interesse oder keinen Zugang haben, als letztes den Raum verlassen hatten, und daher entsprechend niederschwellig werden mussten. Mir ist bekannt, dass Biologie in der Oberstufe wirklich viel Stoff ist.

wombatlover
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Ich hatte letztes Jahr Aufsicht im Vorbereitungsraum zu den mündlichen Abiprüfungen. Die mündliche Bioprüfung hätte ich mit mindestens einer 3 bestanden, obwohl mein letzter Biounterricht mehr als 40 Jahre her ist.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  wombatlover

Interessant wäre auch die Frage, wie die Schüler*innen von heute damals wohl abgeschnitten hätten.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Besser als die heutigen Schüler damals…

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Ich möchte gerne nochmal ein Fischauge sezieren und einem Fisch die Rogen ausnehmen…..oder einen Frosch auf der Magnetplatte hüpfen lassen….oder meine Zahnflora untersuchen….

Ich erinnere in Klasse 11 die Dalli-Klick-klausur geschrieben zu haben…uns wurden Zelltypen von verschiedenen Organen vorgelegt und wir mussten bestimmen, welches Organ gemeint ist (Bearbeitungsdauer jeweils 5 Minuten)…..dazu haben wir uns ein medizinisches Fachbuch anschaffen müssen……in einer Zeit, wo der Lehrer sagte : „Vorsicht, die Fliege hat Aids an den Füßen“….., wir haben Zahnbelag kultiviert, manchmal auch Analbelag (also der Lehrer)…..Während wir Klausuren schrieben, hat er Partituren zerschnitten und neu zusammengefügt und hat leise vor sich hingesummt….Ausländer waren bah und hatten in seinem Unterricht nichts zu suchen, Arbeiterkinder waren bah und wurden als minderwertig behandelt („warum gehst du nicht arbeiten wie deine Eltern auch?“)

Das war alles schrecklich (ich bin Arbeiterkind) und ich habe ihn gehasst, aber ich musste nie den Zitronensäurezyklus auswendig lernen, sondern habe den Retrovirus kennengelernt und wie man Kulturen anlegt und wie man verschiedene Zellen unterscheidet (im Mikroskop) und Mozart und Beethoven haben ich gleich mit kennengelernt…..aber er war der schlimmste Lehrer an der Schule….

Sepp
1 Monat zuvor

Nach den geltenden Bildungsstandards sollen Schülerinnen und Schüler im Biologieunterricht nicht nur über Fachwissen verfügen […] Vorgesehen sind darüber hinaus Kompetenzen in den Bereichen Erkenntnisgewinnung, Kommunikation und Bewertung. […]
Ob diese vier Kompetenzbereiche auch tatsächlich im Abitur überprüft werden, hat Großmann systematisch untersucht.
Großmann […] analysierte eine Vollstichprobe aller Aufgaben des Berliner Zentralabiturs.

Die geltenden Bildungsstandards durch das IQB sind in diesem Jahr neu in Kraft getreten. Inwiefern ist es dann sinnvoll, zu überprüfen, dass alle (vorherigen!) Abituraufgaben eines Bundeslandes den nun neuen Anforderungen auch schon entsprochen haben?

Gerade bei den neuen IQB-Aufgaben in Chemie und Biologie finde ich, dass die Schüler immer weniger Fachwissen haben müssen. Die Abiturprüfungen beider Fächer waren in diesem Jahr m.E. sehr einfach. Es gibt so viele Materialien und extra kleinschrittige Aufgaben, dass man den Großteil des Abiturs durch Leseverständnis und Umgang mit Grafiken schon lösen kann. Und die hier genannten ethisch-moralischen Bewertungsaufgaben sind auf einem Level, dass man da mit ein bisschen Schwafeln schon richtig Punkte holen kann.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Ist der Sinn der Sache. In Physik musste man einen Leserbrief schreiben…

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Welches Abi genau war das mit dem Leserbrief? Ich habe das gesucht, aber nicht gefunden.

Vielen Dank für Link oder Jahreszahl, GK oder LK?

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Physik 2025, auch die beispielaufgabe. Kann auch ein Beitrag zu einem Diskussionsforum gewesen sein.

123
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

“Die Abiturprüfungen beider Fächer waren in diesem Jahr m.E. sehr einfach.”

Ich weiß nicht, in welchem BL Sie sitzen und ob Sie diese Prüfungen überhaupt abgenommen haben, aber Chemie war in Niedersachsen alles andere als leicht. Tatsächlich war die Chemieabiklausur mit durchschnittlich 6,x Punkten in NDS die schlechteste Klausur, dicht gefolgt von Geschichte.

Meine SuS sind kläglich daran gescheitert, obwohl viele von ihnen sehr pfiffig und fleißig sind.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  123

Gleiches Bundesland und ich kann nur aus eA-Perspektive berichten, aber da fand die Aufgaben echt nicht so anspruchsvoll und v.a. nicht unerwartet:

Die Kalorimetrie-Aufgabe mit dem Teelicht war echt nicht wild (das spielen wir so ähnlich mit gA-Kursen im Unterricht), dann Infos aus Material entnehmen und ein bisschen rechnen…
Wenn man bspw. den Nylonseiltrick im Unterricht gemacht hat und Polykondensation besprochen hatte, war die Fischernetz-Aufgabe auch nicht schwierig.
Bei Gelee Royal konnte man mit Struktur-Eigenschafts-Beziehungen aus der 11. Klasse viel rausholen, ansonsten ein paar funktionelle Gruppen finden, grundlegende Reaktionen und Addition von Brom an C-C-Doppelbindungen. Die Aufgabe haben bei uns wenige SuS gewählt.
Und auch bei den Benzoesäure-Aufgaben kam wenig Unerwartetes dran.

Ich finde, da kamen in den Abituren davor schon schwierigere Dinge dran, bspw. an die Titrationskurve einer Dicarbonsäure, nachdem mehrprotonige Säuren explizit weggekürzt werden sollten, aber auch die Lanthanoid-Aufgabe oder bspw. die seltsame Wassertitration mit Säurekapazität.

Carsten
1 Monat zuvor

Mal sehen, wie das Umschwenken auf Kompetenzen in 10 Jahren bewertet werden wird.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich dachte bisher, dass die Schule die SuS zu allseitig gebildeten Menschen heranziehen soll, die wertvolle Mitglieder unserer demokratischen Gesellschaft sind.
Das Schule dem Diktat der Wirtschaft unterliegt und die SuS nach den Anforderungen derselben heranzieht, ist mir neu. Aber das muss meine Ostsozialisation sein…

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie das ohne nennenswertes Fachwissen funktionieren kann, konnte mir noch niemand erklären.

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Diejenigen, die Fachwissen und Fertigkeiten durch Kompetenzen ersetzt haben wollten.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nur wird googeln als Kompetenz dargestellt…

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Bildungspolitiker, verklärt als Recherchekompetenz

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nix ist daran falsch. Allerdings steht vor dem Anwenden von Wissen der Besitz von Wissen. Bedeutet: um Kompetenzen zu erwerben, benötigt man Faktenwissen. Man kann nichts anwenden oder verknüpfen, was man nicht weiß. Und es hapert bereits enorm am Faktenwissen.
Bevor man also verlangt, dass jemand ein Ajourmuster strickt, sollte derjenige wenigstens linke und rechte Maschen stricken können – auch wenn das langweilig ist.

In Uromas Sprache: Ohne Fleiß kein Preis.
Wenn sich die Ansicht durchsetzt, obige Kompetenzen vermehrt abzuprüfen, wird das Abi deutlich schwerer werden. Wenn ich’s richtig im Kopf habe, gilt im Abi bisher: Wiedergabe von Wissen (AfB I) – 30%, Anwenden von Wissen (AfB II) – 40%, Transfer – 30% (müsste in den EPA stehen). Bedeutet: ohne Transferleistungen (jemand weist seine Kompetenz nach) bekommt man auch heute schon nur ne 3+.
Die Anforderungsbereiche müssen in den Prüfungen ausgewiesen werden. Von daher wundert mich schon, dass in den Prüfungen überwiegend Faktenwissen (AfB I) abgefragt worden sein soll. Entweder sind die ganzen zentralen Prüfungen der letzten Jahre falsch erstellt worden (das muss dann ja schon Vorsatz sein, denn die EPA sagt ganz klar aus, was in welchen AfB gehört), oder Herr Großmann verwendet eine andere Bestimmung des Begriffs Kompetenz als das Land Berlin.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Muss er das – im Zeitalter von Strickmaschinen?“

Muss er. Wer hat denn privat ne Strickmaschine zuhause? Und wie soll jemand ggf. die Strickmaschine programmieren, wenn er nicht weiß, was linke und rechte Maschen sind, wie die im Strickbild aussehen, und wie soll er eingreifen, wenn die Maschine mal ne Masche fallen lässt, wenn er nicht weiß, wie man die richtig aufstrickt?

Ohne Basiskenntnisse ist Spezialisierung nun mal nicht möglich.

Was das Abi betrifft: mir soll’s recht sein, wenn es wieder anspruchsvoller wird. Das bedeutet dann jedoch auch, dass weniger Menschen das Abitur ablegen werden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Naja, “Handarbeiten” wird zunehmend überschätzt. Ist der Knopf von der Jacke ab, kauft man sich eben eine neue. Das hält die Wirtschaft am laufen. 🙂 Und neue Strickmuster entwickeln, neue Maschinen oder Materialien … wozu? Innovationen braucht man nur in Mangelgesellschaften. Wir leben ja jetzt zum Glück im Überfluss (noch), da braucht es keine “Neuerer”, die aus Sch… Bonbons machen können.
So was, wie in dieser Sendung ist doch vollkommen out.
https://www.zdf.de/video/dokus/ddr-genial–100/ddr-genial-sandmaennchen-malimo-und-co-100

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

So wie ich die zentral gestellten Abituraufgaben im Kopf habe, umfasst der AFB III bestenfalls 10-15% der Punkte und ist damit der Trenner zwischen sehr gut und gut. Dagegen umfasst die mehr oder weniger reine Reproduktion um die 50% der Punkte, was zum Bestehen reicht.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Gern in den EPA nachlesen: AfB I und III müssen jeweils 30% ausmachen.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Tun es nur nicht oder der AFB III wurde so verwässert, dass er nur formal die 30% schafft.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Hängt vielleicht vom Bundesland ab? Wir erstellen die Klausuren für Sek ll auch nach 30-40-30.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Die EPA gelten für alle Bundesländer. Würde mich jetzt schwer wundern, wenn Berlin seit Beginn des Zentralabiturs massiv dagegen verstoßen würde.

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Deshalb müssen auch auf dem Gymnasium Themen wie Steuererklärung, Verbraucherrechte, Mieten, Arbeitnehmerrechte, Buchführung… unterrichtet werden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Wie haben eigentlich die Ossis das alles nach der Wende hinbekommen? Wir hatten das auch nicht in der Schule. Aber eines hat man uns damals beigebracht, dass die Gewerkschaften (im Kapitalismus) eine entscheidende Rolle bezüglich der Arbeitnehmerrechte spielen. Für die anderen, von Ihnen angeführten, Dinge, sollte man halt gut in Mathe sein und Zusammenhänge verstehen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Berufsfähigkeit heißt nicht: die Wirtschaft diktiert die Anforderungen und die Schule macht. Gibt noch mehr außer Wirtschaft – die Ökonomie diktiert meiner Ansicht nach schon viel zu viel.

Wenn’s nach der Wirtschaft geht, können Musik, Kunst, Sport, Politische Bildung weg, dafür gibt’s nur noch Mathe, bisschen Deutsch, Naturwissenschaften.

Was in den Anforderungsprofilen von Bewerbungen steht und was später verlangt wird, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Ich hab bei Ausschreibungen für Lehramtsstellen meines früheren (privaten) AGs nie gelesenen: ständiges Verfügbarsein für schulische Belange, fehlendes Interesse für Sonntage als Zeitraum zur Erholung, Verzicht auf private Interessen, Bereitschaft zur Nachrangigkeitsstellung der eigenen Kinder, Bereitschaft zu anlasslosen Teamsitzungen, Fähigkeit, aus Stoffwechselendprodukten Gold herzustellen etc.
Das wird eher nett umschrieben
mit: Flexibilität, Belastbarkeit, Resilienz, Kreativität, Teamfähigkeit und Co.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was genau verstehen Sie unter “Berufsfähigkeit”? Soll die Schule von der ersten Klasse an auf bestimmte Berufe vorbereiten? Auf welche denn dann konkret?
Oder sollte Schule nicht “allseitig gebildete Menschen” heranziehen (wie Mika schreibt), denen dann verschiedene (Berufs)Wege offen stehen? Menschen, die auf Grundlage einer allumfassenden Allgemeinbildung, in der Lage sind, den für sie passenden Beuf zu finden und sich auch später flexibel den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, kulturellen, … Veränderungen anzupassen (Umschulung, Weiterbildung). Je eingeschränkter (spezialisierter?) die schulische Bildung, desto geringer die Anpassungsmöglichkeiten auf Veränderungen im späteren Leben.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie verwechseln allseitig mit allwissend…
Allseitig bedeutet in obigem Kontext: vielfältig, umfassend.

Gern hier nachlesen:
https://www.dwds.de/wb/allseitig#d-1-1

Mit freundlichen Grüßen,
Mika

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer weiß denn schon, was in den nächsten Jahrzehnten zu gelten hat, welches spezifische Wissen wann und wozu notwendig sein wird? ….

Ich bin mir allerdings sicher, das die Naturgesetze der Physik, Mathematik, Chemie, Biologie auch dann noch Bestand haben werden. Deshalb sollten diese Fächer auch weiterhin umfassend gelehrt und nicht immer weiter abgespeckt werden. Und ebenso die deutsche Sprache, denn zwischenmenschliche Kommunikation wird auch (hoffentlich) noch ein wesentlicher Aspekt unserer Gesellschaft bleiben.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Deshalb ist die Kernkompetenz, die es in der Schule zu vermitteln gilt, die Fähigkeit, sich selbst ein Leben lang neues Wissen und Können aneignen zu können.

Wozu denn? Google weiß doch alles! 🙁
Aber:
Wissen ist Macht!
Damit meine ich, es selbst zu wissen, es gelernt zu haben, ohne “nachgucken” zu müssen. Und wenn es “gegockelt” wurde: Die neuen Informationen auch im Kopf zu speichern, zu behalten. wie das Wissen, das die Schule vermitteln will, was aber keiner mehr fordert.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“…die Fähigkeit, sich ständig neues Wissen erschließen und dieses dann auch anwenden zu können.:::”
Was ist daran neu? Das mussten unsere Großeltern, unsere Eltern und auch wir doch auch schon unser Leben lang und die Generationen davor auch schon, mal mehr, mal weniger. Nach großen gesellschaftlichen Umbrüchen, waren die Herausforderungen immer um einiges größer (2. Weltkrieg, Wiedervereinigung). Ce la vie! Was ist daran neu?
“Es geht um Wissen und Können”
Genau das! Wie ich schon an anderer Stelle schrieb: Eine junge Frau, mit verschiedener Fluchterfahrung ihrer Familie, sagte mir einmal: “Meine Eltern und Großeltern haben uns immer gesagt – “Lernt soviel wie möglich. Man kann im Leben alles verlieren. Aber, was ihr im Kopf habt und mit euren Händen könnt, das kann euch keiner nehmen. Damit kann man immer wieder neu anfangen!” Ihre Größeltern und eltern haben sich mehrmals im Leben neue Existenzen aufbauen müssen, aber mit Wissen, Können und Willen haben sie es, trotz vieler Schwierigkeiten (auch Diskriminierung) immer wieder geschafft, die Berufe waren oft nicht die, die sie am Anfang gelernt/studiert haben. Sie mussten sich immer wieder neu erfinden, neues lernen…
Mein Vater begann mit 14 seine Lehre … arbeitete sich immer weiter hoch, weil er immer mehr dazu lernen wollte, offen für Neues war … wurde Lehrausbilder, später Berufsschullehrer…
Mein Schwiegervater begann ebenfalls mit 14 eine Lehre als Hufschmied … am Ende seiner Berufstätigkeit war er Schmiedemeister in einem großen Schwermaschinenbetrieb.
So what?
Übrigens konnten diese Menschen aus meinen Beispielen nicht irgendwo etwas googeln und sich berieseln lassen …. die mussten noch selbst ihren Ar… hochkriegen und aktiv werden, (soziale) Kontakte knüpfen… Es wurde ihnen nichts “frei Haus geliefert”.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  mama51

“Wissen ist Macht! Aber Nichtwissen macht auch nichts!” 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ey, mein Spruch

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Sorry! 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ach watt, man muss ja auch gönnen können.
Wenn ich den Spruch frei gebe, ist das dann ein Freispruch?

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Fremder Federschmuck – vonwegen Ihrer .

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Wollen Sie mich hier kultureller Aneignung zeihen? Als Plagiator müsste ich ja poltische Karriere machen und könnte noch nach bayrischen Maßstäben Verteidigungs- oder Verkehrsminister werden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

@dickebank@unverzagte
Wer von Ihnen beiden heißt denn im realen Leben Sabine Necker und hat das Buch mit dem Spruch im Titel herausgegeben? 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie konnte z. B. ein Mensch wie Antoni Gaudi ein Werk wie die Sagrada Familia ohne Computer planen?
https://jobo72.wordpress.com/2011/11/16/sagrada-familia-einige-technische-aspekte/
Er war ein allseitig gebildeter und vielseitig interessierter, handwerklich begabter Mensch. Sein Bauwerk nach über 100 Jahren ist noch nicht vollendet, obwohl er schon lange tot ist. Der Bau wird anhand seiner Modelle und Berechnungen weitergeführt. Mittlerweile werden vor jedem neuen Bauabschnitt seine Berechnungen mit Computern überprüft. Bisher wurde noch kein Fehler entdeckt. 🙂
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/bau/wie-die-sagrada-familia-zur-hoechsten-kirche-der-welt-wurde/
https://www.gaudi-foundation.org/about-gaudis-life

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber der Bedarf z. B. an standsicheren Brücken ist groß und die sollten doch auch eine Weile halten und nicht schon nach wenigen Jahrzehnten einstürzen.
https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/bau/die-schlimmsten-brueckeneinstuerze-und-ihre-lehren-daraus/
Wenn man diesen link liest, wird klar, dass gerade auch im Ingenieurwesen vielfältiges Fachwissen/Grundlagenwissen notwendig ist.
Aber Ingenieure und Naturwissenschaftler brauchen wir ja nicht, die holen wir uns bei Bedarf aus dem Ausland, anstatt sie selber auszubilden. 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Im link ist auch genau beschrieben, was die Ingenieure aus diesen Unfällen lernen und in Zukunft beachten sollten! Es reicht eben nicht ein “Fachidiot” zu sein. Aber mag sein, dass KI in Zukunft alles notwendige einberechnet.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“35 Prozent aller schließen hierzulande in einem der MINT-Fächer ab. Das ist der höchste Anteil im OECD-Vergleich”

Jetzt müsste man natürlich noch wissen, wie hoch der Prozentanteil Absolventinnen und Absolventen eines Bachelor- oder gleichwertigen Programms in der Bevölkerung der jeweiligen OECD-Länder wäre. Und wie hoch der Anteil Zuwanderer an dieser Gruppe wäre.

Sonst wäre der Vergleich unvollständig.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Meister, staatl. gepr. naturwissenschaftliche Assistenten, Techniker. Bachelor und Master – da kommen schon zig Abschlüsse zusammen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

In DE ja, in den anderen OECD-Ländern vermutlich weniger.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Und man müsste wissen, wieviele der Hochschulabsolventen aus dem Ausland zum Sudium nach DE kamen und danach wieder in ihre Heimatländer zurückkehrten.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

An meiner alten Alma mater mehr als aus dem Inland.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Tscha, das trifft auch auf viele andere Hochschulen zu (mehr als 20% der Absolventen sind aus dem Ausland). Das will die Redaktion aber nicht wahrhaben und veröffentlicht meine bisherigen links dazu nicht. Liegt es an der Statistik-Gläubigkeit, die durch Fakten nicht in Frage gestellt werden darf oder an mangelnden Mathe-Kenntnissen (Subtraktion der ausländischen Absolventen von der Gesamtzahl)? 🙂

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Beim Prozentrechnen kommt es natürlich auch auf den Grundwert an.

Laut OECD-Report 2025 betrug der Anteil Erwachsener mit Tertiärabschluss in DE z.B, insgesamt 35% bei einem STEM-Anteil von 35% , in Kanada 65% bei STEM-Anteil 25%.

Nach meiner Rechnung wären 25% von 65% deutlich mehr als 35% von 35%.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das Brückenbeispiel taugt nichts. Die Belastungsberechnungen fußen auf den zulässigen Achslasten und der Verkehrsdichte der Nachkriegszeit. Durch die höheren zulässigen Gewichte des Scherlastverkehrs steigt die dynamische Belastung der Brücken nicht linear sondern exponentiell. Das ist auch Folge der Tatsache, dass der Schwerlastverkehr größtenteils auf der rechten Fahrspur erfolgt, wo die Fahrbahn weit über den eigentlichen Tragkasten hinausgeht und so eine enorme Hebelwirkung bewirkt.
Es ist also kein Versagen der statischen Berechnungen sondern eine Folge der Schwarzen Null, ohne dass ich jetzt Schäuble Post morgen beleidigen will, also politisches Versagen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Richtig! Aber Physik, Chemie, Mathematik und Ökonomie spielen beim Brückenbau, neben der Politik, eben auch eine große Rolle und entwickeln gewisse Wechselwirkungen, die es zu beachten gilt. Damit wären wir wieder bei “allseitiger Bildung”.
http://bauwerk-heute.de/2024/10/17/schadensursachen-an-betonbauwerken-speziell-bei-bruecken/

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Deshalb heißt es ja auch Bauwirtschaft, weil betriebswirtschaftliche Berechnungen Vorrang vor ingenieurwissenschaftlichen Berechnungen hat. Aber kein “kapitalistischer” Sündenfall, die Carolabrücke wurde vor der Zwangsheirat erstellt.
Die Idee ein Werkstück besser zu produzieren tritt hinter die Forderung es billiger zu produzieren zurück.

Und noch einmal der alte Witz vom FH- und TU-Ing.:
Der FHler baut eine Brücke, die hält, und kann nicht berechnen warum.
Der TUler konstruiert ein Brücke, die einstürzt, aber er kann berechnen, warum das passieren musste.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Besser/billiger/nachhaltiger produzieren …
Warum fällt mir da jetzt das Beispiel “Superfest Glas” ein?
https://www.infosperber.ch/gesellschaft/technik/zu-stabil-einst-verschmaehtes-ddr-glas-wird-trendprodukt/
Und so manche DDR-Haushaltsgeräte, wie meine Küchenmaschine und meine Nähmaschine, die ü40 Jahre auf dem Buckel haben und immer noch funktionieren. Meine DDR-Waschmaschine hielt ü20 Jahre trotz Windelwaschen (nix Pampers) von 2 Kindern. Von den Westmaschinen habe ich mittlerweile die dritte. Mangelwirtschaft und sparsamer Umgang mit knappen Ressourcen kann auch manchmal positive Wirkung haben. 🙂 Da haben die Techniker und Ingenieure und Tüftler der DDR doch mal was vernünftiges gemacht. Kam aber im Westen nicht so gut an, wenn die Sachen zu lange hielten. Komisch!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Och, solche Produkte gab’s im Westen auch, nur waren die eben irgendwann nicht mehr “in”,

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Die West-Maschinen aus den 1980er Jahren hielten auch länger durch als die heutigen. Ihr Vergleich zwischen DDR und BRD ist somit schief.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Im verlinkten Artikel steht: „Damit (dass Haushaltsgeräte heute schneller ausgetauscht werden als früher – Mika) rechnen auch die Hersteller, die eine verkürzte Lebensdauer einplanen, da die Geräte ohnehin schneller ausgetauscht werden. Die Geräte werden also nicht absichtlich mit einer Verfallszeit versehen, aber auch nicht für jahrzehntelange Nutzung ausgelegt.“

Also hat unfassbar doch recht?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn ich jedoch bedenke, dass die Ressourcen dieser Erde endlich sind, zur Herstellung neuer Produkte viel Energie benötigt wird, frage ich mich schon, ob technischer Fortschritt nicht auch anders umgesetzt werden kann (Beispiele: mein PC ist so konfiguriert, dass ich Komponenten austauschen kann, in meinem 20 Jahre alten Backofen brauche ich nur das Steuermodul austauschen, und schon hab ich nen superneuen Ofen), und ob die Wasser- und Energieeinsparungen bei Haushaltsgroßgeräten in zehn Jahren (der Kunde kauft nach zehn statt nach 20 Jahren) diesen Einsatz tatsächlich energetisch und ressourcentechnisch amortisieren.

Von daher: der Ansatz von „früher“, Geräte langlebig zu gestalten und ggf. zu reparieren ist für mich gegenüber: „Kauf bei Temu, da is billig!“ absolut der bessere!

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie verschieben die Argumentation. Aber gern, dann gehen Sie sicher bei den folgenden Aussagen mit:

Wir brauchen keinen Umstieg auf erneuerbare Energien, weil es Leute gibt, welche sich nur billiges russisches Gas leisten können

Wir brauchen kein Umdenken in der Landwirtschaft hin zu pestizidvermeidenden, düngersparenden und teureren Technologien, weil es Leute gibt, die sich nur billige Lebensmittel leisten können

Wir brauchen keinen Klimaschutz, weil der erst mal teuer ist und das Geld an anderer Stelle fehlt.

Was glauben Sie, wie teuer es werden wird, wenn weiterhin die ressourcenverschwendende Wegwerfmentalität gelebt und gefördert wird? Erinnern Sie sich nicht mehr daran, wie teuer Öl und Gas nach Kriegsbeginn in der Ukraine auf einmal weltweit waren? Oder an die Ölkrise? Dann geht’s für Menschen mit wenig Geld nicht mehr nur um die Frage, ob ich mir alle 8 Jahre eine billige oder alle 20 Jahre eine teurere Waschmaschine kaufen will.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

… weniger Freizeit und weniger Gleichberechtigung kann ich, zumindest für meine Jugendjahre, nicht bestätigen, wenn ich das mit heutigen Jugendlichen (z. B. meinen Enkeln) vergleiche. 🙂

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie bauen doch Strohmänner: Wer behauptet denn, dass früher ALLES besser war?

Zu ignorieren, dass der „früher“ aus der Not geborene Ansatz, haltbare und reparierbare Geräte zu produzieren ( in heutiger Sprache: nachhaltig), sinnvoll ist und im Interesse dieser Erde mehr denn je auch heute notwendig wäre, ist aus meiner Sicht einfach nur feindlich zukünftigen Generationen gegenüber und außerdem, mit Verlaub, dumm.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Stimmt, früher waren die Geräte nicht so wassersparend und energieeffizient. Aber wo ist da der Grund, dass sie heute nicht mehr so lange halten und andere Ressourcen dafür verschwendet werden und die Müllberge immer weiter wachsen? Die Logik verstehe ich nicht? Verbraucht die Herstellung immer neuer, kurzlebiger Produkte nicht auch Unmengen an Energie, Wasser und anderer Rohstoffe?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun schrieb ich ja, dass heutzutage technischer Fortschritt auch anders umgesetzt werden könne als wegwerfen-neu kaufen.

Der von Ihnen zuvor verlinkte Artikel bestätigte, dass heutzutage im Gegensatz zu „früher“ die Haltbarkeit derselben Großgeräte deutlich geringer bemessen wird.
Machen Sie sich doch gern mal die Mühe, den gesamten Aufwand für die Herstellung eines Großgerätes wie einer Waschmaschine (Abbau/Herstellung der benötigten Rohstoffe, Produktion der Einzelteile, Zusammenbau, Transport) sowohl energetisch, den CO-2-Verbrauch betreffend als auch den Arbeitszeitaufwand betreffend mit den Einsparungen bzgl. Wasser und Strom durch Austausch nach zehn gegenüber Austausch nach zwanzig Jahren zu betrachten.

Mich irritiert die doch sehr schwankende Haltung der Redaktion, die seinerzeit die Anliegen von FFF massiv verteidigte, andererseits hier Nachhaltigkeit in die Ecke von Nostalgie stellt, garniert mit dem Schwenk zu Populismus und Menschenfängerei, nur weil die nachhaltige Nutzung von Konsumgütern (unfreiwillig) vor 60 Jahren besser funktioniert hat als heute.

Aber sei es drum, ich bin, da ostsozialisiert und mit Mangel an ständiger Verfügbarkeit von Konsumgütern aufgewachsen, halt anders drauf. Ich repariere lieber/lasse reparieren, obwohl der „Kaufs neu – Preis“ mitunter fast geringer ist.

„ Die fossile Wirtschaft des 20. Jahrhunderts hat die Erde an den Rand des Klimakollapses gebracht.“

Genau. Und überlegen Sie mal, warum. Und ob es jetzt nicht langsam mal an der Zeit wäre, umzudenken und ressourcenschonend zu leben.
Die geplante Langlebigkeit von Geräten gehört definitiv dazu.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“früher gab es von allem weniger” – weniger Angebot, weniger Freiheit, weniger Freizeit,(…)

  • …und heute wäre etwas weniger von allerlei wohl besser!

Weniger TikTok, weniger Ballerspiele, weniger Egoismus, weniger Fremdbestimmung durch Ganztag und Helikoptereltern, …usw.

Trotzdem:
Meine Kinder (1985/ 1988) und ich (1955) hatten in unserer Kindheit jeweils deutlich mehr Freizeit, mehr Freiheiten, fast gleichviele Angebote von was auch immer (Sport, Musik, Spiel und Spaß,…)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Woher wissen Sie bzw. glauben Sie zu wissen, wie die Menschen früher ihre Kindheit und Jugend erlebten? Mama51 und ich zumindest, können unsere Kindheit und Jugend mit der heutigen Zeit vergleichen. Auch wenn das nur anekdotische Evidenz (sein sollte) ist, haben wir immerhin eine Vergleichsmöglichkeit. Womit vergleichen Sie?
Übrigens komme ich gerade von einem nachbarschaftlichen Weihnachtstreffen, alles Boomer, viele Ossis, wenige Wessis, ehemalige Lehrer, Kindergärtnerin, Ingenieure, Selbständige, Verkäuferin, Handwerker ….) Mittlerweile haben alle Enkel in Schule oder Kita … der Tenor war bei allen gleich – es geht immer schneller abwärts, früher war es für Kinder und Jugendliche bzgl. Freizeit, Freiheiten (Unabhängigkeit von Erwachsenen).finanzierbare Freizeitangebote (Sport, Musik, Spiel, Spaß,…) einfacher, besser. Selbst meine eigenen Kinder (Anfang 40) “verklären” schon etwas ihre Kindheit und Jugend im Vergleich zu ihren eigenen Kindern.
Das sind aber sicherlich auch schon “Alterserscheinungen” – auf Ostalgie kann man es da aber nicht schieben, da halten sich die ost- und westsozialisierten die Waage (kurz vor der Wende geborene). 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
Da ist wohl ein “nicht” zuviel in Ihrem Post.
Natürlich sind das meine subjektiven/persönlichen Maßstäbe/Perspektiven und Vergleichsmöglichkeiten aus immerhin mittlerweile 6 Jahrzehnten und aus zwei unterschiedlichen (Schul)systemen.
Wie objektiv sind denn Ihre Maßstäbe/Perspektiven und Vergleichsmöglichkeiten zum Bildungsystem in DE?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn ich Ihren link richtig verstanden habe, heißt es da, dass wir Menschen dazu neigen, schlechtes zu “vergessen/ zu verdrängen” und uns bevorzugt an die guten Dinge erinnern. Das macht ja auch Sinn. ansonsten würden die Menschen sehr schnell total verzweifeln.
Das heißt aber nicht, dass es die guten Dinge, an die wir uns erinnern nicht gab! Also warum, behaupten Sie dann immer, dass es früher nicht auch viel Gutes gab/ manches im Vergleich vielleicht auch besser war? Nur, weil wir (ich und andere) nicht ständig rumjammern, wie schlecht früher manches war, heißt es ja nicht, dass wir damals alles gut fanden. aber genausowenig müssen wir alles jetzt besser finden. Vergleichen ist doch wohl erlaubt, oder? Und die ältere Generation hat ja ein paar mehr Vergleichswerte zur Verfügung als die Jüngeren.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Warum diese Einschränkung auf “vermeintlich gute Dinge”? Also gab es früher nichts Gutes, nur “vermeintlich Gutes”, denn alles aus der Vergangenheit wird, Ihrer Meinung nach (?), verklärt? Sind also alle Erinnerungen nur verklärt, oder gilt das nur für vermeintlich gute Erinnerungen? Sind schlechte Erinnerungen immer wahr?
Ab wann beginnt eigentlich dieses “Verklären” bzw. falsche Erinnern? Nach 10, 20, 30 …Jahren?

Vergleiche verbieten sich, wenn der Maßstab verzerrt ist.”
Inwiefern wäre der Maßstab verzerrt, würde man die Curricula und Lehrbücher der verschiedenen Bundesländer der letzten Jahrzehnte, und damit die Anforderungen an durchschnittliche Schüler der jeweiligen Klassenstufe, vergleichen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, die Curricula und Lehrbücher bildeten das ab, was ein durchschnittlicher Schüler am Ende des jeweiligen Schuljahres wissen und können sollte. Wer das Ziel nicht erreichte, musste das Schuljahr in der Regel wiederholen (oder evtl. zur Sonderschule). Die Zahl dieser Schüler und der, die ohne Abschluss die Schule verließen, bilden vermutlich nicht den Durchschnitt der Schüler. Auch früher hatten die Schulen/Lehrer das Ziel, dass möglichst alle Schüler am Ende des Schuljahres die Anforderungen des Lehrplans erfüllten und versetzt werden konnten.Man könnte also durchaus aus dem Vergleich dieser Quellen einiges bezüglich der damaligen und heutigen Anforderungen ablesen (wenn man das wollte).

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“…oder wurde durchgeschleift….”
Okay, das kenne ich erst aus der “Neuzeit”. Bei uns hieß es (maximal 2mal) wiederholen (Abgang von der Schule nach Klasse 8) oder eben bei kognitiven Beeinträchtigungen – Hilfsschule.
Nun noch zu den (funktionalen) Analphabeten, die Sie immer wieder gern anführen:
Dazu wüsste ich zu gern, wieviele davon kognitiv beeinträchtigt sind (Abgänger von Sonderschulen) und wieviele eine (unerkannte?) LRS haben (und deshalb evtl. die Schule ohne Abschluss verließen) und wieviele das Lesen und Schreiben wieder “verlernten”, weil sie kein Interesse daran haben/es kaum in Beruf und Alltag brauchen (d. h. mit dem Minimum – einzelne Wörter/Sätze lesen und schreiben können – zurecht kommen).

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“…eine(r) Vergangenheit, die es so nie gab…”
Diese Aussage finde ich übrigens sehr anmaßend/arrogant! Damit sprechen Sie allen Menschen, die älter sind als Sie, deren Vergangenheit/Erinnerungen/Erlebnisse/Erfahrungen ab… Reden Sie so auch mit Ihren Eltern/Großeltern? Dann wünsche ich Ihnen viel Spaß mit Ihren Kindern und Enkeln in der Zukunft! 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie sollten meine Kommentare genauer lesen. Ich habe nie behauptet, dass früher alles besser war! Und schon gar nicht, dass wir (wer eigentlich?) oder ich besser waren als wer genau? Was schlechter war, schreiben Sie und andere Foristen ja schon oft genug. warum soll ich das ständig jammernd wiederholen? Ich konzentriere mich auf die Dinge, die gut waren und überlege, was davon man vielleicht heute anpassen könnte. Man muss das Rad ja nicht immer wieder neu erfinden.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Reicht es Ihnen nicht, dass ich schon öfter schrieb, dass ich die DDR nicht zurück will? Soll ich Ihnen persönlich Dankbarkeit zollen, für alles, was jetzt für mich besser ist? Was daran war Ihr persönlicher Verdienst? Sie hatten einfach das Glück, auf der richtigen Seite geboren worden zu sein. Ich habe mir meinen Geburtsort auch nicht ausgesucht. Ich habe da nun mal die Hälfte meines Lebens verbracht. Daran kann ich nichts ändern und auch nicht daran, was ich so wahrnehme und welche Gedanken ich mir wozu mache, auch wenn Sie meinen, besser zu wissen, was ich denken und hier schreiben soll.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@Redaktion
“… eine Vergangenheit, die es so nie gab…”
Dazu habe ich eine Film-Empfehlung: “Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße” – da geht es auch um Erinnerungen und Geschichtsschreibung (wer schreibt warum, welche Geschichts(erinnerung).
Der Film läuft momentan in den Kinos. Ich könnte mir aber vorstellen, dass die Resonanz unterschiedlich ausfällt, je nach Ost- oder Westsozialisation.
Besonders gut, weil zutreffend,fand ich die Sprüche/Zitate zur “Geschichtsschreibung”, z. B. folgendes:
“Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.”

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Spruch stammt ja auch nicht von mir, sondern aus dem Film! 🙂
Aber, sehen sie sich den Film doch einfach mal an, dann verstehen Sie, wer, warum diesen Satz sagte:
https://www.film-rezensionen.de/2025/12/der-held-vom-bahnhof-friedrichstrasse/

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun ja, was als Fakt gilt, beruht auf den jeweiligen Überlieferungen – und überliefert wird in der Regel die Geschichtsschreibung der Sieger.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nö, Mathe, Physik, Informatik.

Belegen Sie bitte Ihre Unterstellung, ich würde „jede Überprüfbarkeit” (von Geschichtsschreibung?) leugnen. Und belegen Sie bitte Ihre damit verbundene Behauptung, dass Geschichtsschreibung stets objektiv ist.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Und da sind wir wieder beim Thema Mathematik/rechnen können:
Meine Eltern sagten immer: “Billig gekauft, ist doppelt gekauft.”
Mit anderen Worten: Es ist besser, eine Weile zu sparen und dann etwas besseres zu kaufen. Am Ende kommt man so preiswerter hin!

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Deshalb muss ich über Sprüche immer grinsen wie “die jungen Menschen haben es heutzutage viel schwerer ihre Fähigkeiten und Potentiale zu entfalten als noch noch vor 40 Jahren“.

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Die heutige junge Generation ist die erste, die für einen größeren Wohlstand als ihre Eltern deutlich mehr tun muss.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Können Sie das belegen?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

“Wahrer Wohlstand misst sich nicht an dem, was wir besitzen, sondern an dem, was wir sind.” (Mahatma Gandhi)
Man unterscheidet übrigens auch in materiellen und immateriellen Wohlstand.
Was genau meinen Sie mit Ihrer Aussage?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Wie, die erben nix?
Kann ich mir für die alten Bundesländer kaum vorstellen… Im „Osten“ glaub ich das eher, da gibts kaum was zu vererben. Aber da stimmt Ihre Behauptung, dass die Kinder mehr für ihren Wohlstand tun müssen als die Eltern, definitiv nicht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

… und das Erbe muss auch nur noch selten mit Geschwistern geteilt werden, bei überwiegend Einzelkindern. Und da die Eltern heute bei der Geburt immer älter werden, erbt man evtl. auch früher. Die Lebenserwartung ist nicht im gleichen Maße gestiegen, wie das Alter der Erstgebärenden und der Väter. 🙂

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Schon mal die Übertrittsquoten aufs Gymnasium verglichen, die Quoten an Studienberechtigungen, an Studierenden, die Auswahl an Studiengängen und Ausbildungsberufen, das Verhältnis Ausbildungsplätze / Bewerber, die kostenlosen Fördermöglichkeiten für Schüler*innen und Azubis usw. usw. ?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, früher konnten technische Geräte auch noch leichter repariert werden. Es gab (preiswerte) Ersatzteile, vieles konnte man auch noch selbst reparieren (dank UTP-Unterricht und mit Improvisationstalent als gelernter Ossi)..
Als in den 90ern bei meiner Westkaffemaschine die Glaskanne kaputt ging, hätte eine neue Kanne fast so viel gekostet, wie eine total neue, komplette Maschine … Das war damals ein Schock für mich. Jetzt habe ich mich daran “gewöhnt”… Verstehen tue ich das aber immer noch nicht.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Okay, das kann ich leider nicht beurteilen. Aber, wenn dem so war … dann frage ich mich natürlich, warum dem nicht mehr so ist. Wird nicht seit vielen Jahren von sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Nachhaltigkeit … geredet? 🙂

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Nur wieso soll ich nur für die Anfahrt eines Handwerkers so viel bezahlen, dass ich für kaum mehr Geld ein Neugerät bekomme? Das ist nicht nachhaltig, aber für mich wirtschaftlicher.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Naja, wie ich schon schrieb, früher konnte man manches noch relativ einfach selbst reparieren. Bei Kleidung mache ich das heute noch oft, mein Mann macht auch noch vieles selbst. Ist aber heute viel schwieriger geworden, da nicht erwünscht. Das liegt nicht nur an “komplizierter Technik”. Heutzutage einen “ausgeleierten” Gummi in einem Kleidungsstück zu ersetzen ist eine Herausforderung, früher eine Sache von 5 Minuten. Da kauft mancher doch lieber gleich neu, obwohl das gute Stück ansonsten noch okay ist. Nachhaltigkeit sieht für mich anders aus.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Weil es nur diese eine Erde gibt. Und weil Menschen, die es leisten können, dann auch etwas für diese Erde leisten sollten, selbst wenn es sie etwas kostet.

@redaktion
Das ist das Problem, wenn die Wirtschaft überall Primat hat: Es gibt immer mehr Menschen, die sich um des persönlichen Vorteils willen auf anderer Leute Kosten gesund stoßen. Und das ist eine Kettenreaktion – so als ob man eine Reihe Dominosteine anstößt…

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Wenn die Wirtschaft kein Primat hat, passiert das, was wir derzeit in Deutschland erleben: Verteilungskämpfe werden immer aggressiver geführt – siehe Rentendebatte.“

Dafür hätte ich gern mal eine valide Studie. So mag das Ihre Meinung sein, aber deshalb wird daraus noch lange keine Kausalkette.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wieso bringen Sie jetzt den Kölner Dom, das einzige Sakralbauwerk mit Gleisanschluss, ins Spiel. Die Kölner haben in 100 Jahren gerade mal die Fundamente hergestellt.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Da fällt mir noch “Stuttgart 21” ein. Mal sehen, wie lange es, trotz modernster Technik, noch dauert bis zur Fertigsstellung. Wenn ich mich recht erinnere, wurde das Projekt erstmalig in den 90ern vorgestellt (vor mehr als 30 Jahren).

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das ist doch gar nix im Vergleich zu den Planungen der A1 in der Eifel von Blankenheim nach Kelberg. Da haben im Gegensatz zu S21 die Bauarbeiten noch nicht einmal begonnen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer das auf welcher Grundlage entscheidet? Das fragen Sie als eingeborener Bundesbürger mich, den ostsozialisierten Neubundesbürger?

Ich bin bisher davon ausgegangen, dass dies durch die demokratisch legitimierten Kultusminister und ggf. die Landesparlamente geschieht – die wissenschaftliche Basis für manche Entscheidung erklärt sich mit nicht, politische Gründe sind hingegen durchaus erkennbar.

Wie sehen Sie das?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nun ja, die inhaltlichen „Neuerungen“ der Kultusse sind meiner Ansicht nach zu selten wissenschaftlich hinterlegt. Und wenn man an basalen Fähigkeiten kürzt wie bei der schriftlichen Division … wird es halt kritisch. Das zweite Problem ist, dass bei Kürzungen des Plans im Vorfeld Probleme mit der gegenseitigen Anerkennung der Schulabschlüsse der einzelnen Länder auszuräumen sind – und da will halt keiner der sein, der zugibt, dass sein Plan zu voll ist und er deshalb weniger reinnimmt als seine Kollegen.

Mit Teeren und Federn (welch schönes, altmodisches Sprachbild) hat Kritik am Agieren von Politikern (und anderen Entscheidungsträgern) nichts zu tun: Widerspruch muss man in einer Demokratie schon aushalten können.

Ihrem letzten Ansatz kann ich nur unterschreiben. Die Frage ist halt: was ist unverzichtbar, was kann raus, und wie machen es andere Länder? Deutschland hat in Europa mit am wenigsten Ferientage – andere Länder haben also weniger Unterricht und sind trotzdem erfolgreicher. Hier fehlt mir kultusministeriell ein Ansatz, um das deutsche System wissenschaftlich begründet zu erneuern.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das ist nicht der Punkt, die Frage muss lauten, wer das trotz der bekannten Grundlagen vermeidet, eine Entscheidung zu fällen.

Kleopas
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Diejenigen, die die Lehrpläne erlassen bzw. beschließen. Natürlich ist das eine Auswahl, die hängt neuerdings stark vom “Zeitgeist” ab. Und dieser Zeitgeist ist auch nicht ganz unabhängig von der parteipolitischen Ausrichtung des Schulministeriums.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Meinen Sie wirklich, dass seit 100 Jahren das gleiche in Schulen vermittelt wird? Also das gleiche wie 1925? Ooh ha! Wenn dem wirklich so sein sollte, dann verstehe ich jetzt so einiges… 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Welche dieser Unterrichtsfächer würden Sie denn als verzichtbar in der heutigen Zeit ansehen? Der Fächerkanon hat sich nicht (kaumverändert, die Inhalte z. T. gravierend.
Wollen Sie weg vom humanistischen Bildungsideal?
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/archiv/525548/humanismus-und-humanistisches-bildungsideal/
Oder hin zu einem neuzeitlichen (digitalen) humanistischem Bildungsziel?
https://opus-kulturmagazin.de/preview-warum-wir-auch-im-digitalzeitalter-ueber-humanistische-bildung-reden-sollten/

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“Fächerübergreifende Problemlösung” – das wurde doch (zumindest bei uns) schon immer gemacht. Wenn wir den Stoffverteilungsplan fürs kommende Schul(halb)jahr erarbeiteten, war eine der wichtigsten Spalten für fächerübergreifende Verbindungen vorgesehen.
An der Sonderschule wurde dann z. B. im Sportunterricht das Vorwärts- und Rückwärtszählen, das Messen von Höhen und Längen geübt …) Musik konnte man auch mit Mathe (Bruchrechnung) z. B. verbinden – was ist ein Drei-Viertel-Takt …
Ich bin bisher immer davon ausgegangen, dass jeder gute Lehrer ständig nach Verbindungen seines Faches zu anderen Fächern/ zur Lebensumwelt der Schüler sucht, um den Schülern den Nutzen seines Faches für das Leben näher zu bringen. Habe ich mich da so getäuscht?

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn Sie sich die Schulbücher aber anschauen, ist das verlangte Niveau unabhängig von der Schulform damals deutlich höher als das heutige. Insofern wage ich das “ausschließlich dazu packen” mal anzuzweifeln.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Interessant dazu folgender link:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/lesen-und-schreiben-kann-man-wieder-verlernen-100.html
Man kann lesen und schreiben auch wieder “verlernen”, wenn diese Fertigkeiten in der Schule nicht genügend automatisiert und geübt wurden und später (außerhalb von Schule) kaum gebraucht/ weiter geübt werden.
Wie passt es dann dazu, wenn Schüler kaum noch längere Texte (ab)schreiben und lesen müssen (ausfüllen von Lückentexten, “Hilfestellung” zur Sinnerfassung durch viele bunte Bildchen, keine Diktate mehr,… ) Bücher und Zeitungen/Zeitschriften werden in den Familien auch kaum noch “konsumiert”, alles in kleinen Häppchen, unterlegt mit viel bling-bling … Das trifft zunehmend auf immer mehr, v. a. bildungsferne Familien zu. Da könnte Schule nur mit viel Aufwand gegensteuern und nicht dorch immer einfachere Anforderungen.
Lesen und schreiben lernt man nur durch viel üben, üben und üben – bis diese Fertigkeiten automatisiert sind.
https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/automatisierung/1802
https://econtent.hogrefe.com/doi/full/10.1024/2235-0977/a000437

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmmm, früher wurde noch wesentlich mehr gelesen. Ich erinnere mich noch an viele Menschen, die in den öffentlichen Verkehrsmitteln, im Wartezimmer beim Arzt, in irgendwelchen Warteschlangen, auf Parkbänken … Bücher gelesen haben. Beim Kinderarzt gab es früher so komische Eltern, die ihrem Kind im Wartezimmer ein Buch vorgelesen haben …
Lang, lang ist es her. Heute starren alle auf ihr Smartphone.
Obwohl … im Urlaub in Spanien sah ich auch öfter lesende Menschen im öffentlichen Raum. Hier in Berlin ganz, ganz selten – gibt es aber anscheinend auch noch, solche Exoten.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Kein “Lesometer”, nur Alltagsbeobachtungen, die ich ja auch beschrieb. Genauso wie ich jetzt beobachte, dass die meisten auf dem Smartphone eben nicht lesen, sondern klicken, wischen und. hören. Zumindest im öffentlichen Raum.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Danke,für die links

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe Ihre beiden links vollständig und sinnerfassend gelesen. Dieses”anders lesen” als früher …. ist genau das, was ich beobachte. Aber immerhin sind diese “Andersleser” keine Analphabeten. 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Haben Sie eigentlich verstanden, was dort über Automatisierung (Übung) steht? Was nicht immer wieder geübt wird, kann man halt auch “verlernen”. Und in der heutigen Zeit wird lesen und schreiben, nicht nur in der Schule, immer weniger geübt. Das anstrengende Üben wird immer mehr vermieden. Es gibt ja genügend “Hilfsmittel” für die, denen es schwer fällt oder die keine Lust auf langweiliges Üben haben. Selbst hier bei n4t gibt es zufällig Foristen, die damit kokettieren, dass sie längere Kommentare und links nicht lesen/ verstehen können oder wollen. Wenn so schon (angebliche?) Lehrer auftreten, … dann wundert einen gar nichts mehr. 🙂

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wahrscheinlich haben die Senioren es genauso verlernt, wie die Redaktion das schriftliche Dividieren. Ist daran nun die Schule schuld?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“Wiederholung ist die Mutter aller Weisheit” (Jean Paul)
“Lehre bildet Geister, durch Übung wird man Meister.” (Sprichwort)
“Mehr Leute werden durch Übung tüchtig, als durch Anlage.” (Demokrit)

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber offensichtlich kann „man“ die schriftliche Division wieder verlernen… 😉

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Kopfrechenfertigkeiten nehmen nach meiner anekdotischen Evidenz immer mehr ab. Meine Eltern sind darin besser als ich selbst und ich besser als meine Schüler. Das korreliert mit der Verbreitung (und Nutzung) von Taschenrechnern.

Sprachlich nimmt der Wortschatz immer weiter ab. Da ist mein Lieblingsbeispiel die Feldpost aus dem ersten Weltkrieg. Einfach mal lesen und erstaunt sein über den Wortschatz und die Satzbildung von einfachen Volksschülern.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“Die Anzahl der Wörter, die wir in unserem alltäglichen Sprachgebrauch nutzen, hat sich in den vergangenen hundert Jahren enorm vergrößert.”
Das trifft sicher auf einige (bildungsaffine) Bevölkerungsgruppen zu, schon wenn man den Einfluss englischer Begriffe betrachtet, Meine Erfahrungen/Beobachtungen der letzten ca. 20 Jahre als Lehrer mit Schülern im Brennpunkt (nicht nur der Schüler mit Fö-Bedarf Lernen, oder nicht-deutscher Herkunft) hat mir da ein anderes Bild gezeigt. Beim Wortschatztest (LauBe) z. B. wurden die Durchschnittswerte von Jahr zu Jahr schlechter. Immer öfter wussten Schüler mit Wörtern oder Redewendungen nichts anzufangen, die Schüler wenige Jahre zuvor noch ohne Probleme verstanden … Aber das ist sicher nur anekdotische Evidenz, meine Brennpunktschule ist sicher eine extreme Ausnahme.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Warum ist eigentlich noch kein “Bildungsexperte / -wissenschaftler” auf die Idee gekommen, die Schulbücher der vergangenen Jahrzehnte, der verschiedenen Bundesländer (und Ost und West) auf ihr Anforderungsniveau zu vergleichen? Welche Anforderungen wurden in welcher Klassenstufe an einen durchschnittlichen Schüler gestellt?

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Von „keine Rolle“ spricht niemand. Aber wie Sie aus der freundlich umfassenden Aufzählung des Schulgesetzes entnehmen können, ist die Befähigung zur Teilnahme am beruflichen Leben nur eine von vielen.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Allseitig bedeutet eben auch das Freihalten aller Fluchtwege

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es gibt auch andere Meinungen.

England ist bei Pisa besser geworden weil es seine Lehrpläne umgestellt hat. Dabei hat man wieder mehr auf Fachwissen statt auf Kompetenzen gesetzt.

https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/england-welche-reformen-haben-zur-bildungswende-gefuehrt/

Wenn ich micht richtig erinnere, gab es auch mal einen Artikel bei news4teachers darüber.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Besser geworden ist natürlich Ansichtssache.

Nach meinen Informationen
PISA 2018 UK – Lesen = 504 Pkt. 2022 = 494 Pkt,
UK Mathematik 2018 = 502 Pkt, 2022 = 489 PKt
UK Science 2018 = 505 Pkt, 2022 = 500 PKt.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Ach, wäre es nicht toll gewesen, wenn Sie sich den verlinkten Artikel angeschaut hätten?

Dann hätten Sie gemerkt, dass erstens die Reform der Bildungspolitk in England nicht 2018 begann. In dem Artikelvon 2013 ist die Rede von einer 13 Jahre dauernden Entwicklung, während der sich England verbessert hat.

Zweitens hätten Sie gemerkt, dass während Corona in so gut wie allen allen Ländern die Punktwerte gesunken sind, England aber im Vergleich zu anderen Lädern aufgestiegen ist. Der isolierte Vergleich von 2022 mit 2018 ist also aus zwei Gründen nicht zielführend

So hat man mal wieder aal den Eindruck, das Sie bloß zum Stänkern gekommen sind.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

PISA 2012 UK
Lesen = 499, 2022 = 494
Mathe = 494, 2022 = 489
Science = 514 , 2022 = 500

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Wiederolungen machen es nicht besser.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ob man mit belegbaren Daten und Fakten zurecht kommt oder nicht, ist natürlich individuell verschieden.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

In dem Artikel steht, dass die Reformen im Jahr 2010 begannen. Bei PISA werden 15-jährige getestet. Wann der erste Jahrgang bei PISA getestet wurde, der während der gesamten Schulzeit im reformierten System unterrichtet wurde, lässt sich also ausrechnen.

Ob man es interessant findet, dass die Schüler*innen ohne Migrationshintergrund in UK bei PISA-2022-Mathematik weniger Punkte erzielt haben als die Pendants aus DE-gesamt, ist dann wieder individuelle Ansichtssache.

Übrigens hatten sich die PISA-Ergebnisse von Gesamt-DE von 2000 bis 2012 auch verbessert und das z.T, ganz erheblich.

Trotzdem natürlich gut möglich, dass die Reformen in UK den gewünschten Effekt erzielt haben.

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Solange der Rest der Welt stärker nachgelassen hat, stimmt das schon …

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Solange der Rest der Welt stärker nachgelassen hat, stimmt das schon

Hat der Rest der Welt aber nicht. Es gibt Länder, die deutlich weniger Punkte abgegeben haben als UK und auch welche in denen die Punktzahlen zugelegt haben.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

England hat sich von Platz 17 auf Platz 11 verbessert. Es schnitt also besser ab, als ein Großteil der Welt.

Auf Welche Länder beziehen Sie sich, die weniger Punkte abgegeben haben oder sogar zugelegt haben?

Während Corona haben fast alle betroffenen Länder Punkte eingebüßt.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Dass UK sich weniger verschlechtert hat als viele andere OECD-Länder habe ich ja nie bestritten.

Auf Welche Länder beziehen Sie sich, die weniger Punkte abgegeben haben oder sogar zugelegt haben?

Solche Fragen erinnern mich stark an einen anderen Foristen hier, aber das kann auch reiner Zufall sein.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

OK, Sie wollen keine Antwort geben, stattdessen reagieren sie patzig.
An einer sachlichen Diskussion sind Sie offensichtlich (wieder mal) nicht interessiert.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

An einer sachlichen Diskussion sind Sie offensichtlich (wieder mal) nicht interessiert.

Entschuldigung, ich dachte wer sich explizit auf PISA bezieht, wäre auch in der Lage die Rankings zu lesen und die Punktzahlen zu vergleichen.

Falls Sie das nicht können, dürfen Sie mich gerne bitten die OECD-Länder zu nennen, die weniger als 13 Pkt abgegeben haben, wobei das schon ne ziemliche lange Liste würde.

Ich finde es übrigens nicht unbedingt sachlich, erst zu argumentieren, dass sich England von 2018 auf 2022 von Rang 17 auf Rang 11 verbessert hätte, aber dann bei anderen Foristen solche Antworten zu schreiben:

Der isolierte Vergleich von 2022 mit 2018 ist also aus zwei Gründen nicht zielführend”

Aber das ist natürlich Ansichtssache.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wie erklären Sie sich die Tatsache, dass bei PISA-2022-Mathematik die Ergebnisse der Schüler*innen ohne Migrationshintergrund in UK niedriger lagen als bei den Pendants aus DE-Gesamt?

Von einem Vergleich mit Sachsen oder Bayern mal ganz zu
schweigen.

Trotzdem natürlich gut möglich, dass die Reformen in UK dazu beigetragen haben, dass das Niveau dort im Vergleich zu PISA-2012 nicht noch stärker abgesunken ist.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

“England hat sich von Platz 17 auf Platz 11 verbessert.”

Das bezog sich aber laut Artikel aber auf den Vergleich 2022 mit 2018. Wie soll das also zu Ihrem obigen Statement passen?

Der isolierte Vergleich von 2022 mit 2018 ist also aus zwei Gründen nicht zielführend”

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Solange der Rest der Welt stärker nachgelassen hat”,

Bei PISA-2018-Mathe 2018 betrug der Rückstand von UK

-25 Pkt auf Japan, -24 PKt auf Korea, -13 Pkt auf die Schweiz

bei PISA-2022-Mathe hatte UK dann einen Rückstand von

-47 Pkt auf Japan, -38 PKt auf Korea, -19 Pkt auf die Schweiz

mimü
1 Monat zuvor

Für Ba-Wü kann ich sagen: das Herausarbeiten von Informationen aus Texten und Grafiken gilt bei uns schon als Kompetenz. Da ist wenig Fachwissen gefragt. Das Auswerten von experimentellen Daten kommt hier leider auch m.E. nach zu kurz, das Planen experimenteller Ansätze gibt es auch viel zu selten. Bewerten haben wir jetzt neu – aber leider müssen die Schüler nur das WAAGE-Modell in Teilen schematisch anwenden. Extrem einfach und man bekommt auch für den größten Stuss noch Punkte so lange man das Schema berücksichtigt.
Dieses Jahr kam wenigstens eine recht komplexe Beurteilungs-Aufgabe zur Ökologie. Die kam aber nicht aus dem Bundes-Pool, sondern war in BW selbst erstellt.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  mimü

eine recht komplexe Beurteilungs-Aufgabe zur Ökologie. “

Hoffentlich nicht auf Basis von von Infomaterial vom Schlage von ” Wie Wölfe Flüsse ändern”

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  mimü

Wie würde eigentlich eine Aufgabe zum Ökosystem bewertet werden, wenn ein Prüfling nicht den Erwartungshorizont aufgrund der beiliegenden Infomaterialen erfüllen würde , sondern die Aufgabe aufgrund Fachwissen nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft lösen würde?

447
1 Monat zuvor

Das ist ja skadalös!

Da soll es im Abitur um Fachwissen gehen ???

Das ist ja völlig irre, so werden wir das Ziel “‘Schland 2035” nie erreichen.

Diese ewuggestrigen Lehrer muss jemand aufhalten, nachher WEIẞ hemand nach dem Bioabitur noch was über Biologie ?!?!?!

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Die Bildungsdrohne wird sich mit etwas Pech wieder auf echten Unterricht umstellen müssen. So mit Leistung und so.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Aaaaaarrrgh! 🙁
*sinkt theatralisch zu Boden*

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Sie haben Recht: Ein echter Skandal wäre, wenn Abiturienten (-innen-/außen/ ..usw,) tatsächlich “was wissen würden”, rechnen, schreiben. lesen könnten,…???
Halleluja, es ginge aufwärts im “Verblödungsland”, äh (!) Bildungsland Deutschland.

Die Balkon
1 Monat zuvor

Was wissen denn Didaktiker über das Fach? Rhetorische Frage.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Die Balkon

Wenn ich provozieren wollte, würd ich schreiben:
Nix. Die müssen auch keine Ahnung von Biologie haben, sind schließlich Didaktiker.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Also Kabarettisten

Ulrich
1 Monat zuvor

Das ist leider auch in NRW so. Meine Tochter konnte alles auswendig, Schlüsse ziehen oder Zusammenhänge erfassen kann sie nur sehr beschränkt. Die Note war trotzdem gut

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrich

Die Note ist aber bei Bewerbungen wichtig, nicht das Wissen. Alle Bewerber*innen auf Studienplätze einer medizinischen Fakultät wissen das.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrich

Die Note war trotzdem gut.

Ja! Ist doch prima! dickebank hat es geschrieben, und überhaupt:
Was “Auswendiglernen” bedeutet, weiß doch kaum noch jemand unter 20 Jahren…”sich was MERKEN”? Wozu? Google weiß doch alles… 🙁

Fr.M.
1 Monat zuvor

Fachwissen ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Kompetenz. Ob jeder, dem die Schule ein solides Fachwissen vermittelt, im Laufe seines Lebens auch zum kompetenten Fachmann oder zur kompetenten Fachfrau wird, ist vorwiegend Sache des schulüberschreitenden Lebenswegs.
Darum halte ich möglichst gutes Fachwissen für die Kernaufgabe von Schulen und den Mittelpunkt von Abiturprüfungen. Ob sich aus dieser Voraussetzung auch noch Kompetenz entwickelt, die den Namen verdient und nicht nur mangelndes Wissen übertüncht, entzieht sich weitgehend dem Vermittlungsbereich der Schulen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt es wirklich Staaten, die bei PISA führend sind, aber auf math.-naturwissenschaftliches Grundlagenwissen/Allgemeinwissen … immer mehr verzichten? Haben Sie dafür Quellen?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sowohl schriftliche Division als auch Primfaktorzerlegung sind Grundlagenwissen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Im Artikel äußert sich kein Pädagoge, ob schriftliche Division zum Basiswissen gehört oder nicht – im Forum sehe ich eher Befremden als Zustimmung zur Streichung der schriftlichen Divison aus dem RLP.

Aber ja, gern kann zehnjährlich der RLP auf den Prüfstand gestellt werden, das wäre absolut sinnvoll.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Es würde vermutlich schon reichen die Lehrpläne der Bundesländer zu vergleichen, denn bei IQB-2024-Mathematik betrugen die Abstände zwischen den einzelnen Bundesländern ja über 70 Punkte.