COTTBUS. Ein Brandbrief aus der Elternschaft einer Grundschule in Cottbus setzt Politik und Verwaltung unter Druck: Eltern schildern massive Gewalt, Angst und Überforderung an der Schule – und erklären, dass ihre Kinder nicht mehr geschützt seien. Der Hilferuf blieb nicht folgenlos. Stadt und Landespolitik reagierten öffentlich, kündigten härteres Vorgehen bis hin zum Ausschluss einzelner Kinder aus dem Regelbetrieb an und räumten zugleich ein, dass die Schule seit Jahren unter extrem schwierigen Bedingungen arbeitet.

Eltern der Regine-Hildebrand-Grundschule (RHG) in Cottbus schicken ihre Kinder inzwischen mit Angst zur Schule. Die Situation an der Schule habe sich in den vergangenen Monaten so zugespitzt, dass die Grundschule „ihren gesetzlichen Auftrag, Kinder psychisch und physisch zu schützen und Bildung in einem angemessenen Rahmen zu ermöglichen, ohne eine deutlich stärkere Unterstützung des Schulträgers nicht mehr erfüllen kann“, so schreibt eine Sprecherin im Namen der gesamten Elternschaft in einem Brandbrief an Politik und Verwaltung.
Die Eltern schildern eindrücklich, wie sich diese Zuspitzung im Alltag ihrer Kinder zeigt. „Viele unserer Kinder gehen inzwischen mit großer Angst und typischen Symptomen wie Bauchschmerzen in die Schule, erzählen von Angst vor bestimmten Wegen, vor einzelnen Gruppen von Mitschülern und davor, etwas zu sagen und dafür bestraft zu werden.“ Immer mehr Kinder wollten nicht mehr allein zur Schule gehen oder den Heimweg antreten. „Einige Eltern melden ihre Kinder aus Angst sogar vom Hort ab oder die Kinder verweigern eine Hortbetreuung.“
Und weiter: „Als Eltern stehen wir morgens an der Tür, sehen die Unsicherheit in den Augen unserer Kinder und sollen ihnen gleichzeitig vermitteln, dass Schule ein sicherer Ort ist. Im Moment können wir dieses Versprechen nicht mehr guten Gewissens geben.“
Die Absenderin schreibt, sie sei seit über fünf Jahren Elternsprecherin an der Schule. „In dieser Zeit habe ich viele Herausforderungen erlebt, aber noch nie eine Situation, in der so deutlich wird, dass Schule mit ihren eigenen Mitteln an Grenzen stößt, die sie ohne politische Entscheidungen nicht überwinden kann.“
Die Eltern liefern zugleich eine nüchterne Beschreibung der Schule. Die Regine-Hildebrand-Grundschule ist demnach eine große Grundschule im Stadtteil Sachsendorf mit rund 464 Schülerinnen und Schülern. „Nach der aktuellen schulischen Auswertung besitzen über 40 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund und über 38 Prozent haben keine deutsche Staatsangehörigkeit.“ Rund 200 Kinder wüchsen in Familien mit Migrationsgeschichte auf, etwa 180 hätten keinen deutschen Pass. Diese Vielfalt könne eine Chance sein, schreiben die Eltern – „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. In der aktuellen Lage führe sie jedoch „zu einer Überforderung der vorhandenen Strukturen“.
„Ein Kind wurde derart heftig angegriffen, dass Rippenprellungen und eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurden“
Die Eltern betonen, es gehe nicht um Einzelfälle, sondern um eine Entwicklung, die sich über Monate verfestigt habe. Unter anderem berichten sie: „Ein Kind wurde derart heftig angegriffen, dass Rippenprellungen und eine Gehirnerschütterung diagnostiziert wurden.“ Weiter heißt es: „Es wurde Reizgas versprüht. Mehrere Kinder hatten gesundheitliche Beschwerden und mussten teilweise medizinisch betreut werden, die Polizei wurde eingeschaltet.“ Auch von wiederholten Schlägen, Tritten und Stürzen ist die Rede, „deren Folgen ärztlich behandelt werden mussten“. Kinder würden bedroht mit Aussagen wie: „Wenn du etwas sagst, bekommst du Schläge.“
Besonders belastend sei, dass Gewalt teilweise gezielt fortgesetzt werde. „Freunde bereits suspendierter Kinder haben gezielt andere Kinder angegriffen. Angriffe auf Kinder werden also zum Teil als Reaktion auf schulische Maßnahmen und elterliche Interventionen verlagert.“ Kinder berichteten zudem „von Erpressungen und massiven Beleidigungen, die weit über das hinausgehen, was man unter kindlichen ‚Rangeleien‘ verstehen könnte“. Ein Satz fasst die Erfahrung vieler Eltern zusammen: „Zivilcourage wird mit Androhung und Durchführung von Gewalt bestraft.“
Hinter jedem dieser Punkte stehe ein Kind, schreiben die Eltern, „mit Schmerzen, Angst und oft auch Scham“. Viele Familien hörten abends Sätze wie: „Ich will da nicht mehr hin“ oder „Bitte lass mich morgen krank sein“. Die klare Einordnung folgt unmittelbar: „Das ist kein normales Grundschulleben mehr.“
Ein erheblicher Teil der Unterrichtszeit werde nicht mehr für den eigentlichen Bildungsauftrag genutzt, sondern für Deeskalation, Gespräche, Krisenbewältigung und die Stabilisierung verängstigter Kinder. Die Eltern betonen ausdrücklich, dass diese Arbeit pädagogisch notwendig sei und dass sie das Engagement der Lehrkräfte wertschätzen. Gleichzeitig habe dies zur Folge, „dass der Unterrichtsstoff nicht vollständig vermittelt werden kann“. Lernzeit gehe verloren, Lernlücken wüchsen – besonders bei Kindern, die ohnehin benachteiligt seien. „In der Summe bedeutet dies: Die RHG kämpft nicht nur mit Gewaltvorfällen, sondern auch mit einer schleichenden Aushöhlung ihres Bildungsauftrags.“
Viele Kinder sprächen bei Schuleintritt kaum oder gar kein Deutsch. Das führe zu Missverständnissen, Konflikten, unklaren Regeln und erschwerter Elternarbeit. Die Eltern schildern zudem kulturelle Herausforderungen, darunter autoritäre Rollenbilder und die Legitimierung körperlicher Konfliktlösung in einzelnen Familien. Die Schule versuche, dem pädagogisch zu begegnen, stoße dabei aber an Grenzen. „Ohne Verstärkung aus Schulträger, Schulamt und Landesebene kann sie diese tief verwurzelten Muster allein nicht verändern.“
Zugleich machen die Eltern deutlich, dass die Schule bereits gehandelt habe: mit Schulsozialarbeit, Zusammenarbeit mit Polizei und Jugendamt, Ordnungsmaßnahmen, einem Gewaltpräventionskonzept und dem Einsatz eines Sicherheitsdienstes. Kurzzeitig habe dies zu einer leichten Entspannung geführt. „Viele Kinder haben uns Eltern erzählt, dass ihnen allein die sichtbare Präsenz von Sicherheitskräften geholfen hat, sich nicht mehr ganz so ausgeliefert zu fühlen.“ Nachhaltig sei dieser Effekt jedoch nicht gewesen. „Nach wenigen Wochen verpuffte die Wirkung nahezu vollständig, und es kam erneut zu einer Häufung schwerwiegender Vorfälle.“
„Unsere Kinder haben nur diese eine Grundschulzeit. Sie ist kurz und prägt ein ganzes Leben“
Die Eltern fordern konkrete Beschlüsse, klare Verantwortlichkeiten, verbindliche Zeitpläne und überprüfbare Umsetzung. „Wir haben keine Kraft mehr für Ankündigungspolitik oder Beschwichtigungen.“ Während Protokolle gelesen und Pressemitteilungen gehört würden, erlebten die Kinder auf dem Schulhof „etwas ganz anderes“. Der Schlusssatz richtet den Blick auf das Wesentliche: „Unsere Kinder haben nur diese eine Grundschulzeit. Sie ist kurz und prägt ein ganzes Leben.“
Der Elternbrief blieb nicht ohne Reaktion. Die Stadt Cottbus kündigte an, stärker gegen steigende Gewalt vorzugehen – bis hin zum Ausschluss gewalttätiger Kinder aus dem Regelbetrieb. Oberbürgermeister Tobias Schick sagte im RBB-Fernsehen: „Fakt ist, dass es immer wieder Schülerinnen und Schüler gibt, insbesondere eine kleine Gruppe von Schülern, die sich nicht an Regeln hält und Konflikte immer versucht, mit Gewalt zu lösen.“ Man müsse einen Weg finden, „dass diese Schülerinnen und Schüler nicht mehr in dem Regelbetrieb und an dieser Schule unterrichtet werden“.
Auch Bildungsminister Steffen Freiberg äußerte sich. Er sei bereits mit der Schulleitung in Kontakt gewesen, sagte er dem RBB. „Wir wissen, dass es an wenigen Individuen hängt, an einzelnen Personen, die sozusagen in ihren Gruppen dort für Unruhe sorgen.“ Er hoffe sehr, „dass es bald gelingt, dort Ruhe reinzubringen“. Die Schule sei über viele Jahre hinweg „in schwierigem Umfeld sehr engagiert unterwegs“.
Schon im Sommer hatte die Stadt Cottbus auf eskalierende Gewalt reagiert und unter anderem einen Sicherheitsdienst an Schulen angekündigt. Oberbürgermeister Schick forderte damals auch eine Quote, um zu verhindern, dass zu viele Schülerinnen und Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse an einzelnen Schulen konzentriert werden. News4teachers / mit Material der dpa
Brandbrief-Schule: Lehrkraft schildert Zustände im Unterricht (“unverletzt rauskommen”)









“Unsere Gesellschaft wird weiter vielfältiger werden, das wird auch anstrengend, mitunter schmerzhaft sein. Unser Zusammenleben muss täglich neu ausgehandelt werden. “
https://de.wikiquote.org/wiki/Aydan_%C3%96zoguz
Die Saat menschenverachtender, ausgrenzender Erziehung geht auf, da freuen Sie sich doch.
Ich drücke es vorsichtig aus, nicht jeder Flüchtling oder Kind aus einer solchen Familie muss in der BRD oder in der EU bleiben
Ich erinnere an den Kunstlehrer in Berlin, der Opfer von Angriffen und Pöbeleien wurde! Was war geschehen? Er hat sich zu seiner Homosexuellen Beziehung bekannt!
Sehr verstörende und nicht hinzunehmende Zustände, welche scharfe Reaktionen erfordern! Was in den 80 er Jahren wohl an Anerkennung zu wenig war, wird jetzt durch „Unterwerfung“ pervertiert!
Bevor es wild wird, natürlich sind auch Familie Ritter und CO mit ihrem asozialen Verhalten im Schulbereich und darüber hinaus nicht annähernd zu akzeptieren
Ich glaube, dass sehr viele Schulen einen solchen Brandbrief bereits in ihrer Schublade liegen haben. Die meisten haben ihn nur noch nicht abgeschickt.
Vielleicht bewirken Elten-Brandbriefe mehr als Brandbriefe der Schulen? Man wird ja noch träumen dürfen…
Gewiss hauen die noch einen pädagogischen Tag mehr zur Fortbildung der Lehrkräfte raus 🙂
Die Eltern wohl eher nicht. 🙂
Aber da es mehr Eltern als Lehrer gibt (= Wähler) und dieEltern auch offener mit den Medien reden dürfen … erreichen die, nach meinen Erfahrungen, mehr. Und in dem Elternbrief im obigen Artikel, wird den Lehrern ausdrücklich nicht die Schuld gegeben. Vielleicht gibt es dann mal einen pädagogischen Tag für die zuständigen Politiker? Das wäre doch auch mal was!
Vielleicht sollte man wirklich mal darüber nachdenken, Gewalt unter Kindern als Gewalt anzuerkennen.
Kinder die wirklich so heftig gewalttätig werden brauchen Hilfe, aber auch Grenzen. Ein Anzeige beim Jugendamt und bei der Polizei sollte verpflichtend werden. Und ja, das sollte bei hefigen Gewalttaten im Grundschulalter auch polizeilich vermerkt werden.
Wird das Kind dann mit 14 strafmündig und begeht eine Straftat und hat aus dem Kindesalter aber auch schon viele Vermerke vorzuweisen, muss entsprechend gehandelt werden. In Extremfällen auch mit Jugendknast.
“Die Eltern schildern zudem kulturelle Herausforderungen, darunter autoritäre Rollenbilder und die Legitimierung körperlicher Konfliktlösung in einzelnen Familien.”
Das Schlimmste: In der Zeit vor dem Brandbrief wurden die gemäßigten und vernünftigen Kräfte nicht unterstützt:
“Ein Satz fasst die Erfahrung vieler Eltern zusammen: „Zivilcourage wird mit Androhung und Durchführung von Gewalt bestraft.“ ”
Das klingt nach Mafia-Strukturen.
Fazit: Zurück zum Faustrecht wie in prähistorischen Zeiten. Und die Reaktion der Verantwortlichen: ganz sanft und vorsichtig nur keinen Verdacht auf “Law and Order” aufkommen lassen, am besten geschickt schönreden. Das wird Folgen haben, zumindest eine Flucht aus diesen Milieus. Aber dann wird eine “Spaltung der Gesellschaft” beklagt.
No-Blame-Approach funktioniert halt vor allem bei Menschen/Kindern, welche “zugänglich” (dazu) sind. Manche verstehen, was ich damit meine, manche nicht.
Und dort funktioniert es sehr gut.
Bei anderen könnte man … Ich mag es kaum aussprechen … Ja auf die Idee kommen, andere Ansätze zu fahren. Und damit meine ich keine “Gewalttätigkeit” im Sinne von “Handgreiflichkeit/körperlicher Gewalt”.
Kurzum: Manche brauchen klare Ansagen und Konsequenzen.
Eines der effektiveren Wege ist: “Raubt” die “Freizeit”. Das ist meiner Erfahrung nach ein Weg, welcher einige schonmal “inkludiert”. Gespräche … Nacharbeit … Soziale Aufgaben. Das trifft viele dieser “Querulanten”. Einfach auch “unangenehm” machen. Ggf. Mehrwert setzen und positives Verhalten stützen.
Nicht “Deckung und Konditionierung von Fehlverhalten”. Diese SuS sind eben nicht zugänglich dazu. Und hier muss man anders ansetzen.
Aber hey … Manche verstehen den Beitrag, manche setzen auf “Tätergesicht wahren”. Gut. Pädagogisch teilweise geschult und erwartet. Mag ich gar keinem vorwerfen. Sonst sind wir überall “Situationsangemessen” uns “Differenziert” und “Individuell”. Nur hier nicht? Sollte man mal drüber nachdenken.
Solange nan nicht den familiären Hintergrund beleuchtet und die Eltern hier nicht in die Pflicht nimmt, sondern das Ganze auf Corona, das Schulsystem und mangelnde staatliche Fürsorge schiebt, wird sich an dieser alarmierenden Entwicklung nichts ändern. Zu viel soziale Zuwendung nimmt den Eltern die Verantwortung immer mehr ab, und selbst noch so viel Sozialarbeit kann die Grundeinstellung in den Familien nicht verbessern, eher das Gegenteil.
Tja, und wie ist der Tenor gewisser Kreise hier im Forum? „Wenn die Eltern es aber doch nicht besser wissen und/oder können? Dann ist die Schule allein in der Verantwortung, denn man kann die Eltern ja schließlich nicht zur Einhaltung ihrer ErziehungsPFLICHT verdonnern!“
Ich sehe das ganz genauso wie Sie und halte es für deutlich sinnvoller, anstatt der : „ Die Lehrer müssen“ – Politik die Eltern endlich wieder in die Verantwortung zu nehmen: ggf. durch Hilfe zur Selbsthilfe, welche verpflichtend anzunehmen und umzusetzen ist.
Da läuft gewaltig was schief und das flächendeckend.
Wenn Kinder aufwachsen in einem Milieu, wo das Gesetz des Stärkeren gilt, wo v.a. Jungs keine Grenzen aufgezeigt werden, Machogehabe erstrebenswert ist usw. wird man leider nicht viel erreichen können… Meine Prognose.
Dass Deutschland ein Problem mit Grundrechten von Kinder hat, ist spätestens in der Coronazeit unübersehbar geworden.
Auch hier scheint es so zu sein, dass der Staat Kinder in eine für sie schädliche Umgebung zwingt.
“…dass der Staat Kinder in eine für sie schädliche Umgebung zwingt…”
Welche Umgebung ist denn Ihrer Meinung nach schädlich für die Kinder? Die Schule oder die Familie, oder…? Was soll der Staat Ihrer Meinung nach tun, um diese schädlichen Einflüsse zu minimieren?
Haben Sie noch nie überlegt, was z.B. Mobbing mit Kindern macht? Und was es mit Kindern macht, wenn sie trotz Mobbing immer wieder hingehen müssen?
Diese Empathielosigkeit find ich immer wieder verwunderlich.
Also sind die Schulen/die Lehrer/der Staat schuld? Und die Frage, was der Staat da machen soll, haben Sie noch nicht beantwortet!
Von “Schuld” hab ich nichts gesagt, nur, dass Kinder in für sie schädliche Umgebungen gezwungen werden.
Sie scheinen sich da aber getroffen zu fühlen?
Nö, ich fühle mich nicht getroffen. Warum auch?
Sie stellen etwas fest, nämlich: “der Staat zwingt Kinder in eine schädliche Umgebung”. Und weiter? Wahrscheinlich sind Sie oder Ihr Kind (von Mobbing?) betroffen und erwarten jetzt …. ja was eigentlich? Und von wem?
Sollten Sie wirklich ein betroffenes Elternteil sein – warum verbünden Sie sich dann nicht mit anderen Betroffenen und schreiben auch einen Eltern-Brandbrief?
Sollten Sie nicht selbst betroffen sein, dann verstehe ich Ihre Kommentare noch weniger. Sorry!
Vielleicht sollte ich noch erklären, warum ich mich nicht getroffen fühle:
Aber warum regen Sie sich dann so über eine einfache Tatsache auf?
Ich rege mich nicht auf. Sie beklagten (regten sich auf?), dass Schüler in schädliche Umgebung gezwungen werden, ohne auf die Ursachen einzugehen (welche vermuten Sie?) und ohne irgendwelche Ideen zur Abhilfe zu nennen. Ist für Sie die Schulpflicht das Problem (=Zwang)? Wie sollte, Ihrer Meinung nach, dieses Problem gelöst werden?
Weil es keine Tatsache ist?
Wenn Sie die Behauptung aufstellen, dass der Staat die Kinder in eine “schädliche Umgebung zwingt”, dann ist dieser Zwang aber offenbar schon schuld an der Entwicklung. Und wie immer…. der Staat ist verantwortlich, nicht etwa die Eltern. Sollte man nicht vorzugsweise mal beleuchten, woher diese gewaltaffine Entwicklung kommt und warum sie so hefitg ist? Ist es vielleicht doch der allgemeine Trend, dass der Respekt verloren gegangen ist und die Lehrer nichts mehr durchsetzen und keine Grenzen mehr setzen können?
Ehrlich gesagt, vor 10-20 Jahren gab es dieses Verhalten in der extremen Form noch nicht. Heutzutage ist es so, dass man z.B. konfrontiert wird mit “nö, ich mache keine Hausuafgaben, muss ich nicht, kein Bock.” So was hätten wir uns als Schüler nie getraut. Und ich habe ehrlich gesagt auch keinen Bock, mir in den letzten Jahren meines Lehrerdaseins darüber noch einen Kopf zu machen, wer nicht will, soll es sein lassen. Ein Lehrer kann nicht die ganzen Erziehungsdefizite auffangen. Es gibt immer noch ein paar Vernünftige, mit denen man noch einen guten Unterricht bestreiten kann, die anderen muss man ruhig halten. Maßnahmen darf man nicht mehr durchsetzen und der Hampelmann der Schüler bin ich auch nicht.
Es werden also eher die Lehrer in eine “schädliche Umgebung” gezwungen.
Und was ändert das an der Tatsache, dass Kinder auch dann in die Schule müssen, wenn ihnen der Schulbesuch schadet?
Und wir Lehrer gehen freiwillig in die Schule, jeder von uns kann kündigen.
Ja, dann schaffen Sie doch bitte die Schulpflicht ab und warten ab, was dann passiert. Bildung als Angbot, bei der heutigen Erziehung schätze ich, dass es von ca. 10-20% angenommen wird, der Rest landet ………. wo auch immer. Dann gehen die Probleme erst richtig los.
Sie scheinen irgendwie Ursache und Wirkung durcheinander zu bringen.
Man könnte genausogut sagen, man wird in die Arbeit gezwungen, obwohl man dort mit einem unfähigen oder unmenschlichen Chef zu tun hat. Und ehrlich gesagt, ich mache mich nicht gerne zum Hampelmann der Schüler, weil da kein Respekt mehr da ist, so freiwillig ist mein Dasein inzwischen nicht mehr.
Dass die Kinder und Jugendlichen froh sein können, dass es bei uns noch kostenlose Bildung gibt, auf den Gedanken kommen Sie sicher nicht?
Zwischen “Mobbing muss du halt aushalten” und “Schulpflicht abschaffen” können Sie sich keinen Mittelweg mehr vorstellen?
Abgesehen davon: Sie scheinen keine hohe Meinung von Ihren Schülern zu haben, vielleicht ist das eher das Problem.
Habe ich irgendwo behauptet, dass man “Mobbing aushalten” muss? Ich gehe vehement gegen Mobbing vor, da bin ich absolut allergisch gegen. aber außerhalb der Schule kann ich da kaum Einfluss üben.
Und von der Schulpflicht “abschaffen” habe ich nur geredet, weil Sie so überzeugt sind, dass die Schüler mit der Pflicht, in die Schule zu gehen, in eine “schädliche Umgebung” gezwungen werden. Eine schräge Reaktion auf eine schräge Behauptung.
Und im Gegenteil, ich stehe sehr wohl auf der Seite der Schüler und habe den Beruf wegen der Schüler ergriffen und nicht in erster Linie wegen Karriere, Geld und Affinität zum Dienstherrn. aber man darf schon Respekt erwarten, wenn man diesen vorlebt, oder? Und das wird zusehends schwieriger.
Welchen Mittelweg wünschen Sie sich da? Ich kann mir im Moment auch keinen machbaren/sinnvollen Mittelweg vorstellen.
Ich kann Muxi schon verstehen. Es ist für einige Kids (und deren Eltern) eine Qual, dass die Schulpflicht so undurchlässig ist. Für manche Autisten, Hochsensible oder Kids mit Sozialphobien ist es eine Tortur und die Eltern können nichts machen. Da wäre es schön, wenn man flexibler agieren könnte und in schlimmen Phasen von Zuhause arbeiten dürfte. So bleibt Eltern nur die Krankmeldung des Kindes und das ist nicht zielführend. Der Stoff wird verpasst und lässt sich nachher kaum in Gänze nachholen. Wären die Materialien aber immer schon morgens online verfügbar, könnte diese sie auch Zuhause bearbeiten und auch einreichen. Das muss doch möglich sein.
Naja, vielleicht:
Nur “Mobber” dürfen in die Schule? Rest bleibt halt daheim [“geschützte Umgebung”]
Aber mal im Ernst: Toll. Ich finde Ihre/ihre Diskussion toll.
Würde hier gerne “mit einsteigen”.
Und zwar vertrete ich aktuell ja die Richtung “Bildungspflicht”, statt “Schulpflicht”. Genau das ist ja hier der “extreme Ansatz”.
Teacher Andi hat einige (“wenige”) Probleme erkannt und benannt. Dazu hat er die Problematik der “keine Schulpflicht” angesprochen:
“dann schaffen Sie doch bitte die Schulpflicht ab und warten ab, was dann passiert. ”
Und genau dafür wäre ich. Natürlich mit allen diesbezüglichen Konsequenzen. Ist halt eben auch die Konsequenz logischerweise … Die gibt es allerdings auch bei Schulpflicht. Und diese ist (offentsichtlich) auch immens aktuell und ggf. künftig tendenziell noch mehr.
Teacher Andi würde (deshalb?) diesen Weg anscheinend nicht eingehen?
Darüber würde ich gerne diskutieren.
Sie UND Andi scheinen ja von “Bildungspflicht” [noch!] nichts zu halten?
Jemand Lust von euch [gerne auch andere ForistInnen] das zu diskutieren?
Ich weiß schon, dass ich mit der Meinung eher in der Minderheit bin. Mir geht es hier um einen ggf. Mehrgewinn und dass man sich austauscht. Kein Streitgespräch. Ich will auch paar Impulse setzen, warum ich aktuell FÜR Bildungspflicht bin, TROTZ der “hohen Kosten/Risiken”.
Und gerne können wir auch über
“Welchen Mittelweg wünschen Sie sich da? Ich kann mir im Moment auch keinen machbaren/sinnvollen Mittelweg vorstellen.”
diskutieren/philosophieren, da dies ja eine der Folgekonsequenzen von Bildungspflicht wäre … Wie geht man mit diesen Folgekonsequenzen um. Und wie müsste man systemisch (und systematisch) eine Art “Mittelweg” schaffen – beispielsweise für Kinder/Eltern, welche die Bildungspflicht NICHT erfüllen – und nicht in die Schule gehen/wollen [rein hypothetisch]. Auch hier findet man nämlich zumindest Ansätze zur Lösung.
Interesse?
Zum “dann schaffen Sie doch bitte die Schulpflicht ab und warten ab, was dann passiert.”
Sehen wir im Gegenzug – auch aktuell – was passiert, wenn wir SO mit Schulpflicht gesellschaftlich und bildungstechnisch weiter verfahren. Auch die Frage sollte und muss man sich halt stellen. Und ob eine Bildungspflicht nicht Potentiale und Lösungen diesbezüglich ANBIETET. Auch mit allen Konsequenzen.
Ich hätte tatsächlich sehr viel Lust auf diesen Diskurs. War früher auch wehement für Schulpflicht. Verstehe ich. Bin jetzt – unter jetzigen Ausblick (Bildungspolitik/Gesellschaft/”Wertigkeit”) – für eine Bildungspflicht. Vielleicht kann ich hier paar Anreize/Impulse auch entgegnen?
Was genau verbirgt sich denn hinter Ihrer Bildungspflicht? Vorgegebene Lehrpläne, die abgearbeitet werden und Aufgaben, die auch eingereicht werden, um zu schauen, ob auch alles behandelt wurde oder klassisches Homeschooling und die Eltern können entscheiden, was das Kind so treibt oder auch nicht. Da würde ich nämlich schon unterscheiden.
Wenn Bildungspflicht bedeutet, das Kind ist einer Schule zugeordnet und die begleitet das Lernen Zuhause (gerne auch mit Sprechstunden o.ä.), könnte ich mir das vorstellen. Ganz ohne Kontrolle würde das für mich Tür und Tor für Missbrauch aufmachen, im Sinne von Ideologisierung (s. Reichsbürger) oder einfach Verwahrlosung.
Das kann man durchaus dann genauer schauen.
Bildungspflicht bedeutet erstmal, dass das Elternhaus/Kind nachweisen muss, dass es die grundlegenden Ziele der jeweiligen Bildung erreicht.
Das kann man entweder zentralisiert machen oder eben per “zugeordnete Schulen”.
Natürlich muss man die Rahmenbedingungen anhand Lehrpläne vorgeben. Ziel erreicht oder halt nicht. Das wäre die Kontrolle.
Falls das Ziel nicht erreicht wird -> Nachtermin. Falls dieser Test nicht geschafft wird -> “Schulpflicht” für dieses Kind. Dazu dann eben diesbezügliche “Auffangschulen”, welche hier Ressourcen haben.
Wichtig ist natürlich, dass keine/r komplett zurückgelassen wird im Sinne von “Eltern entscheiden alles” und/oder keine Bezugsorte hätte. Die müsste man logischerweise machen. Dazu wären halt auch Ressourcenumverteilungen sinnvoll und unabdingbar.
Die Ideologisierung und Verwahrlosung haben wir aktuell leider an einigen Stellen (doch) sowieso schon. Machen wir uns nichts vor. Aktuell wird dies zusätzlich noch als Ankerpunkt für “aber die da …” genutzt. Mitunter wegen Schulpflicht. Ebenso die Meinung “aber daheim würde mein Kind mehr lernen” ist nicht zu unterschätzen denke ich. Dann auf: Beweisen.
“Dazu dann eben diesbezügliche “Auffangschulen”, welche hier Ressourcen haben.” Sorry! Bei dem Wort “Ressourcen” musste ich lauthals lachen.
Zur Erläuterung vielleicht meine mehrjährigen praktischen Erfahrungen mit nicht-gruppenfähigen (ESE) Schülern:
Als ich noch an der Sonderschule tätig war, betreute ich 2 Jahre lang solche Schüler an verschiedenen GS, je 2 Stunden pro Woche, viel Fahrzeit und Aufwand für mich. Dafür wurden Sprachförderstunden an meiner Stammschule gestrichen. Dann wurde an der Sonderschule eine Kleinklasse (1,/2. Schuljahr) mit 6 nicht-gruppenfähigen Grundschülern eingerichtet. Täglich 4 Stunden mit mir und theoretisch einem Sozialarbeiter oder Horterzieher als Doppelbesetzung (meistens war ich allein). Dieses Projekt (finanziert vom JA) wurde nach 2 Jahren, aus finanziellen Gründen beendet…
Welche/wieviele Schulen verfügen über personelle und finanzielle Ressourcen, um zusätzlich Homeschooling zu betreuen, die Lern-Erfolge zu kontrollieren…?
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=song+wer+soll+das+bezahlen&&mid=9C15F39EA89F32B747F59C15F39EA89F32B747F5&FORM=VAMGZC
Das ist ein validen Argument.
Gegenfrage ist: Wieviele schaffen es aktuell (diese) Schüler aufzufangen? Ihr Beispiel zeigt doch gerade, dass das nicht geschafft wird. Und Projekte, welche in diese Richtung gehen – also ein Grundpfeiler – eben wegen Ressourcen- und “Geldmangel” eingestampft werden.
Ehrliche Antwort daher: Das müsste man eben testen. Es werden ja auf der anderen Seite potentiell (massiv) Ressourcen und “Arbeitszeit” frei(er). Genau DIESE SuS [bzw. alle SuS] haben wir doch aktuell sowieso als “Belastungsfaktor/Umgangsfaktor”. Ein Teil würde erstmal wegfallen. Dann eben dazu kommen oder nicht. Wir haben aktuell sowiedo eine “Spitze”.
Also die Frage ist eben auch: Wie lange kann das SO weiter gehen? Ist das SO “gut”?
Und wenn man das mit “nein” beantwortet, dann sollte man halt überlegen, wie es verbessert werden kann.
Auf der anderen Seite hätte man den Vorteil, dass eben potentiell weniger SuS in die Schule mal gehen. Dadurch werden eben Ressourcen irgendwo logischerweise (erstmal) frei. Diese muss man umstrukturieren, dass man eben die “Homeschooling” etc. kinder mit abdeckt. Das ist durch KI potentiell immer realistischer und effizienter.
Potentielle Vorteile wären mitunter:
– Kleinere Klassen
– Weniger Arbeitsaufwand in Bezug auf “ich gehe nicht in die Schule – Homeschooling/Alternativbeschulung/Nachhilfe/Privatunterricht/Elternunterricht/Selbstständiges Erarbeiten usw.” durch zentralisierte Test und Kontrollen
– Motiviertere Kinder in den Schulen
– Weniger anstrengende Kinder in den Schulen [Vermutung]
– Ruf/PR bezüglich Schulen würde wahrscheinlich DEUTLICH steigen -> Wertschätzung
– Konsequenteres Wirken wäre wieder möglich [eben weil es als Konsequenz eben nicht nur “dududu – andere Schule” geben könnte
Also klar kann und muss man Ihren Einwand sehen. Das ist so. Als Alternative dieses aktuelle System? Auch nicht der Burner [an manchen Schulen schon … Wortwörtlich].
Was ist der Erwartungshorizont?
Wird es deutlich bessere Rahmenbedingungen und Ressourcen im aktuellen System geben? Das müsste es halt … Wird es das? Vermeintlich nein. Und dann sind “wir” wieder bei einer Systemabwägung.
Und “beide”/alle Systeme haben eben auch Problematiken.
Ihre genannte “Bildungspflicht” läge dann aber in der Verantwortung der Eltern, und wie das gehandhabt wird, kann man ja jetzt schon sehen, nachdem immer mehr Eltern die Verantwortung abschieben. Und wie soll für die Bildungspflicht gesorgt werden? Freiwilliger Schulbesuch wahlweise zu Digitalangeboten? Der Lehrer soll nun beides vorbereiten? Hunderte von eingereichten Hausaufgaben und Tests korrigieren? Wie stellen Sie sich das vor? Der Distanzunterricht in der Coronazeit hat doch gezeigt, dass selbst gute Schüler nicht motiviert sind, permanent aus Eigenantrieb zu lernen und zu wiederholen. Ja, man könnte Lernziele feststecken und die Erreichung jedem selbst überlassen, aber durch KI und Netzverbreitung hätte man das Abi dann auch ohne Anstrengung in der Tasche.
Wenn die Schulpflicht fällt, dann fällt auch noch die letzte Forderung, die man an die Schüler stellt, da man jetzt schon die Anforderungen massiv heruntergefahren hat. Es ist nicht so, dass jeder Schüler von Haus aus die Anstrengungen des Lernens begeistert umsetzt, das ist eine Idealvorstellung. Keine Schulaufgaben und Chillen in der Sofaecke ist doch eher anvisiert. Das Bildungsniveau würde noch rapider sinken.
“Ihre genannte “Bildungspflicht” läge dann aber in der Verantwortung der Eltern, und wie das gehandhabt wird, kann man ja jetzt schon sehen, nachdem immer mehr Eltern die Verantwortung abschieben.”
Ja, das ist der aktuelle Trend. Deb gibt es – wie Sie selbst anführen – jedoch aktuell im System ebenfalls.
Die Mitbestimmung für den Übertritt ebenfalls. Hier bestimmt man dann mit, legt die Karten jedoch danach oft in die Hand der Schulen/Lehrkräfte usw.
Wie ist der weitere Trend? [Bedingungslose] SuS Mitbestimmung? Wie im anderen Artikel diskutiert/angeführt?
Guter Ausblick …
Dazu hätten Eltern ja sowieso schon den Erziehungsauftrag. Dazu ebenfalls den Bildungsauftrag.
Auch das wird von Ihnen – zurecht – kritisiert, dass dies immer weiter zurück geht.
Die Frage ist daher: Zieht man sich hier den Schuh gerne bewusst als Schule an? Und wird mit dem Finger dann noch drauf verwiesen, dass das “doch eure Aufgabe alles wäre” oder dreht man das etwas – bewusster – um. Dann ist die Aufgabe wieder klarer ersichtlich. Schule als Ort der Hilfe. Nicht als Ort “des Zwangs”/”Schule als ‘(End)Gegner'”.
Ich denke da brauchen wir uns wenig vor zumachen … “Geburtslotto” ist so oder so aktuell so eine Sache. War es schon immer – aktuell evtl. noch mehr.
Bekommt man aktuell “diese Eltern” (und Kinder) denn bestmöglich abgeholt? Funktioniert das wirklich?
“Und wie soll für die Bildungspflicht gesorgt werden?”
Wie ist es denn beispielsweise in Australien? Sind das alles “Hinterwäldler”? Outback ja … Aber haben diese nicht auch einen Bildungsanspruch?
Bildungspflicht besagt erstmal, dass man die Pflicht hat, dass das Kind/man selbst gebildet wird.
Es ist keine Holschuld, sondern eine Bringschuld. Entweder durch Schulbesuch oder durch alternative Systeme. Und ja … Das ist auch eine Bildungs- und Geldsache. Da braucht man sich nichts vormachen. Wer einen “personal Coach und Lehrer” holt .. wird besser abschneiden als andere evtl. Ist jetzt ja auch so. Schulen müsste es logischerweise weiterhin geben.
Hier könnte man auf unterschiedliche Systeme [Hybrid, Digital, Präsenz] setzen. Beispielsweise braucht es keine Schule vor Ort, damit “ich” SuS deutschlandweit unterrichten könnte. Die Strukturen dazu schon.
Das würde ebenfalls das Berufsfeld erweitern und Attraktivität anbieten. Gerade auch für “mehr Homeoffice” LuL, welche hier auch ständig reinschreiben, dass Sie mehr Homeoffice wollen.
“Freiwilliger Schulbesuch wahlweise zu Digitalangeboten? ”
Ja, freiwilliger Schulbesuch. Dadurch weniger Klassenstärken. Dadurch motiviertere SuS.
Dadurch motiviertere LuL.
Dadurch mehr Ansehen an Schule/LuL. Das ist schonmal eine psychologische Sache … Dann ist es kein Zwang, sondern ein Angebot. Man ist “nicht der Gegner”, sondern “Hilft bei Zielen”. Das sollte man nicht unterschätzen als Wirkmechanismus.
Ressourcen würden anders eingesetzt werden.
Wahlweise digitale Angebote?
Die gibt es bereits. Diese könnte man erweitern. Eben durch gezieltes Einsetzen von Berufsgruppen/LuL, welche lieber digital(er) arbeiten. Diese gibt es. Ebenfalls würde dies neue Wege eröffnen, für beispielsweise andere Zielgruppen wie “digitale Nachhilfe”. Natürlich dann eine Kostensache. Bedingt kann man dies ggf. als “Staat” stellen.
Man ist nicht mehr in der Ausführungspflicht … Man gibt Angebote.
“Der Lehrer soll nun beides vorbereiten? ”
Nein, es würde sich sicherlich beides finden. Digitale LuL und Präsenzlehrkräfte.
Optional – wenn gewollt – hybride Systeme der Schule(n).
Es wäre eben eine Umverteilung der Ressourcen, LuL, Erweiterung durch neue Profilgruppen und Ergänzung durch bereits vorhandene Angebote [Tutorials, SuS Seiten, Nachhilfe, usw.].
“Hunderte von eingereichten Hausaufgaben und Tests korrigieren? Wie stellen Sie sich das vor? ”
Wird das momentan denn nicht auch schon gemacht? Korrigieren Sie bereits keine Hausaufgaben und Tests?
Das ist lediglich eine Umverteilung.
Zudem ist auch hier durch KI potentiell eine Entlastung und eine systemische Möglichkeit vorhanden. Gezielt könnte man das systemisch auch so machen. Im Prinzip wie Geldzählmaschinen bei Banken.
“Der Distanzunterricht in der Coronazeit hat doch gezeigt, dass selbst gute Schüler nicht motiviert sind, permanent aus Eigenantrieb zu lernen und zu wiederholen.”
Ich persönlich habe beide Seiten als Erfahrung gehabt. Einige SuS sind (völlig) untergegangen. Andere (komplett) aufgeblüht. Ein Großteil ist so “mitgeschwommen”. Das gleiche stelle ich im Präsenzunterricht fest.
Wenn diese nicht aus eigenantrieb lernen – oder durch Eltern – dann bestehen sie eben die Test nicht oder schon. Schon? Wo ist das Problem? Nicht? Dann wiederum “Auffangssystem”. Die Option des Schulbesuchs gibt es. Normalerweise sind gerade diese SuS schon gewillt mal vorbei zu schauen.
“Ja, man könnte Lernziele feststecken und die Erreichung jedem selbst überlassen, aber durch KI und Netzverbreitung hätte man das Abi dann auch ohne Anstrengung in der Tasche.”
Zentrale [an Schulen] Testungen der Schulabschlüsse. Wird ja aktuell auch gemacht. Gleiche Problematiken dann dabei.
Es wird ja nur “darauf” vorbereitet. Ab Schulen. Zu Hause. Gemischt. Durch Alternativsysteme.
Kontrollorgan muss natürlich in Präsenz sein. Das ist klar. Bekommt man auch hin, zumindest mindestens so gut wie jetzt? Wo sollte hier die “Mehrbelastung” denn sein? Wir sind aktuell “am Peak”. Und dieser wird auch jetzt potentiell ja immer “höher/mehr”. Das sehe ich jetzt tatsächlich nicht als “schwieriger als aktuell”. Warum sollte das ein Problem sein?
Natürlich nicht rein digital … Ist aktuell auch nicht so. Bearbeitung vor Ort.
“Wenn die Schulpflicht fällt, dann fällt auch noch die letzte Forderung, die man an die Schüler stellt, da man jetzt schon die Anforderungen massiv heruntergefahren hat. ”
Warum? Man gibt die Ziele vor [LP]. Man fragt diese ab.
Wie man das Niveau setzt ist beides ähnlich. Wo sollte denn hier eine “Abminderung” über dem Trend des Jetzigen sein? Der wird eben gemacht politisch [KuMi usw.] oder nicht. In beiden “System(möglichkeit)en”.
“Es ist nicht so, dass jeder Schüler von Haus aus die Anstrengungen des Lernens begeistert umsetzt, das ist eine Idealvorstellung.”
Absolut. Ebenfalls ist es die Idealvorstellung, dass dies in der Schule passiert. Auch da sollten wir ehrlich sein. Ob jetzt einige die Zeit in der Schule absitzen und aktiv andere vom Lernen abhalten und/oder Lehrkräfte stören und für “Mehrarbeit” sorgen … Oder diese daheim an die Wand starren und zumindest keine belästigen … Ist mir persönlich die Wahl doch leicht:
– Motivierte, lernwillige SuS zu mir
– Störenfriede bleiben daheim
-> Nachweispflicht der Bildung … Ich biete im Prinzip die Vorbereitung an – gezielt. Man nimmt sie an oder nicht.
Aktuell werden “alle Seiten” dazu irgendwie “reingetrieben” … Wo das hinführt sieht man doch aktuell? Tendenz wird erstmal nicht besser, wenn ich mir die Bildungspoltik und “Umsetzungen” ansehe.
“Muss” ich denn jeden (persönlich) mitnehmen? Das schafft man sowieso nicht. Sonst hätte man doch nicht die von Ihnen angesprochene Minderung der Anforderungen und zugleiche eine Massive Abgangsquote ohne jeglichen Abschluss. Auch aktuell.
“Keine Schulaufgaben und Chillen in der Sofaecke ist doch eher anvisiert.”
Und aktuell? Gaußsche Glocke? Pädagogisches “Nicht-Sitzenbleiben”? Handydiskussionen? Krankschreibungen bei jeglichen Tests? Unangekündigte Tests abschaffen?
Ich bin sowieso nur bedingt ein Fan von Noten. Ich durfte zum Glück die Erfahrung machen, dass es Kinder gibt … Wo es prima ohne Noten/Tests geht, dass diese wirklich gut lernen. Trotzdem und/oder gerade deshalb bei einigen.
Bei anderen funktioniert das halt nicht. Auch das ist Teil meiner Erfahrung.
Daher: Doch, bei manchen funktioniert das prima.
Die anderen holt man oftmals mit “Schulaufgaben” auch nicht ab…. Schreiben sie halt ihre 5/6 bzw. geben leere Zettel ab. “Juckt”? Kennen Sie das? “Juckt”?
Ist das nicht jetzt schon so? War an so manchen Brennpunktschulen vor Jahren … “Juckt”? Sammeln halt die 6er wie andere Likes bei Youtube.
“Das Bildungsniveau würde noch rapider sinken.”
Vielleicht.
Könnte allerdings auch dazu führen, dass lernmotivierte weniger gehindert werden. Das mehr Ressourcen und Zeit für diese vorhanden sein würde.
Und dann ist halt “das Ziel” ein anderes. Klar.
Jedoch ist es doch aktuell auch ein Sinkflug. Wie lange will man das noch machen, bis man das Graben anfängt und dann über Tunnel geht?
Ich will motivierte und lernwillige SuS bei mir. Andere auch.
Dann liegt es zum Teil eben in Eigenverantwortung.
Und Gesamtgesehen eben in der Konsequenz -> Was mit den “Totalverweigerern”? Pech? Auffangsystem? Sanktionen [Schule darf ja besucht werden … Bildungsnachweis ist Bringschuld] ?
Aktuell: Wir fahren gegen die Wand. Wir werden auch aufprallen. Die Frage ist nur: Wann und wie schnell? Aktuell geben wir (wieder) ordentlich Gas, damit das auch anständig kracht. Und das auf “blinde” Sicht – wann wir ankommen. Aber stoppen? Ist auch sehr optimistisch. Nene, wir gehen ordentlich Gas. Bestenfalls “entgleisen” wir vllt., wenn wir mehr und mehr bechleunigen. Aber “einen Tod” müssen wir sterben.
Sie haben es richtig erkannt, ich bin für eine allgemeine Schulpflicht, davon ausnehmen würde ich nur Schüler mit besonderen physischen oder psychischen Problemen.
Ich befürchte, eine Aufhebung der Schulpflicht, würde die Bildungsschere enorm vergrößern. Welche Eltern sind denn bildungsmäßig und finanziell in der Lage sich Homeschooling und Privatlehrer zu leisten? Werden dann evtl. kleine Privatklassen/-Schulen gegründet? Wie werden die finanziert und wo kommt das Personal dafür her? Das fehlt ja dann alles an den “Restschulen”.Demzufolge würden dort die Probleme noch mehr zunehmen.
Alese20 schreibt:
“…Wenn Bildungspflicht bedeutet, das Kind ist einer Schule zugeordnet und die begleitet das Lernen Zuhause (gerne auch mit Sprechstunden o.ä.),..” – auch dafür braucht es Personal – wo soll das herkommen und wer finanziert diese zusätzlichen Stunden für einzelne (wenige?) Schüler?
Wenn mehr SuS Zuhause blieben, wären Ressourcen frei, oder?
Dann würden zwar die Klassen kleiner, aber einen Lehrer brauchen diese Klassen dann trotzdem noch. …Es sei denn … man legt dann wieder zwei Klassen zusammen mit 30 Schülern (?). das stellt zwar dann einen Lehrer “frei” für die Homeschooler, verbessert aber nicht die Qualität an der “Restschule” – aber das sind dann Kollateralschäden, oder?
Natürlich. Die Lehrer gibt es doch? Warum sollten die auf einmal alle “weggehen”? Das doch Quatsch, oder? Bei besseren Rahmenbedingungen bekommt man potentiell eher mehr [Zufriedenheit]. Also genau das Gegenteil.
Ja, das könnte dann passieren. Weil der Staat eben kostensparend Bildung plant. Aber aktuell sind doch viele auch an Grenzbereichen (und darüber) hinaus. Diese “Personalplanung und -einsatz” gibt es halt … So oder so.
Erstmal würde es jedoch definitiv zugute kleinerer Klassen kommen. Ganz logisch – muss ja.
“das stellt zwar dann einen Lehrer “frei” für die Homeschooler, verbessert aber nicht die Qualität an der “Restschule” ”
Es gibt schon einige digitale Angebote.
Einige würden private Nachhilfe hinzuziehen.
Einige würden Elternbeschuldung machen/versuchen.
Einige würden …
Alles mal freiwerdende Ressourcen. Wir bieten als Schulen ein Bildungsangebot an.
Privatschulen kostenpflichtig [wie aktuell meistens].
Staatliche Schulen kostenlos [Steuergelder – wie aktuell halt].
Bildungspflicht ist Bringschuld. Bei Nicht-Erfüllung eben Konsequenzen/Sanktionen.
Diese können dann verschieden sein.
Es gibt doch kein Szenario, wo es von Ressourcen und Personaleinsatz weniger wird auf den einzelnen SuS? Das passiert ja nicht. Bzw. nur, wenn man bildungspolitisch halt weiter reduziert als bereits. Aber dann wird man das so oder so halt machen … Siehe aktuelle Bildungspoltik…
“aber das sind dann Kollateralschäden, oder?”
Naja, die gibt es IMMER. In JEDEM System. Da müssen wir uns wirklich ehrlich machen. Im aktuellen ist das so. Und bei Bildungspflicht auch.
Aktuelles sieht man. Das weiß man.
Bildungspflicht ist sehr wahrscheinlich auch, dass es Kollateralschäden gibt …
Welche denn?
-> Totalverweigerer? Tjo
-> Störer? Kommen halt oder nicht … Und (müssen) dann je nachdem halt wieder gehen
-> “Kein Bock auf irgendwas?” Tjo, Pech … Komm, wenn “du” so weit bist
-> Kinder, welche “Elterlich eingedämmt werden” [verschiedenste Formen]
–> Das ist tatsächlich der traurigste Kollateralschaden.
—> Daher auch “Kontrollen” eben …
—> Aber die gibt es bereits leider auch … Geburtenlotto wie gesagt. Und manche “erwischt” man … Manche nicht
Kommen werden alle, die Bock haben … Die verstehen … Die Lernen wollen … Die ungestört lernen wollen …
Die Lernatmosphäre wäre … Sowas von anders potentiell … Schauen Sie mal an einigen Privatschulen [mit hoher Anfrage, strengeren Sanktionen usw.] vorbei. Ganz andere Welten.
Ebenfalls würden Kinder/Eltern das Angebot entgegen nehmen, welche das Wertschätzen [v. A. eben Familien, welche sich Privatschulen usw. nicht leisten können]. Und die hätten mehr Lust wahrscheinlich. Das Angebot muss es weiterhin geben. Ganz klar. Und gerade wo das Geld fehlt … Würde das wahrscheinlich angenommen werden.
Auch Kinder, bei denen die Eltern sich nicht um sie wirklich kümmern … Die kommen von alleine.
Rest geht aktuell auch unter. Wenn man sich nicht um sie kümmert und sie sich selbst auch nicht … Zeit entweder … Paar holt man ab … Kann man dann so auch versuchen. Viele halt auch nicht. Ist halt so.
“Ich befürchte, eine Aufhebung der Schulpflicht, würde die Bildungsschere enorm vergrößern. ”
Ganz ehrlich?
Ja. Die Frage ist nur in welche Richtung(en).
“Welche Eltern sind denn bildungsmäßig und finanziell in der Lage sich Homeschooling und Privatlehrer zu leisten?”
Müssen sie doch nicht? Das Angebot des Schulbesuchs MUSS weiterhin bestehen. Man [Eltern/Kind] nimmt es an oder nicht.
Also den Kostenfaktor sollte man natürlich nicht primär nach Hause verlegen.
Ansonsten ist das ebenfalls ein aktuelles Problem? Unsere Privatschule kann sich auch nicht jede und jeder leisten. Das ist einfach so. Es gibt Fördermöglichkeiten … Die sind begrenzt. Realität.
Jede 8. (?) Schule ist eine Privatschule. Tendenz steigend.
Willkommen in der Realität. Den Trend hatten wir, haben wir und ist potentiell weiterhin steigend.
Dafür gibt es auch Gründe … Mitunter die Kosteneinsparung des Staates (dadurch). Auch hier brauchen wir uns hoffentlich nichts vorzumachen? Das ist so. Kann ich Ihnen aus persönlicher Erfahrung an/mit staatlichen und privaten Schulen zumindest sagen. Diese Schere gibt es bereits. Diese Schere wird ebenfalls größer.
“Flüchten” tun oftmals entweder:
– Familien, welche im staatlichen System nicht genug zufrieden sind
– Familien, mit “Problemkindern”, welche an staatlichen Schulen unter gehen
– Familien, welche “solche” “Problemkinder” meiden
– usw. Usf.
Aber auch das ist doch schon aktueller Trend?
Ich sehe ehrlicherweise auch wenig was der Staat macht, um dies zu entgegnen … Kommt “ihm” ja zugute. So oder so.
“Werden dann evtl. kleine Privatklassen/-Schulen gegründet? Wie werden die finanziert und wo kommt das Personal dafür her? Das fehlt ja dann alles an den “Restschulen”.Demzufolge würden dort die Probleme noch mehr zunehmen.”
Siehe vorheriger Abschnitt.
Das IST so. Auch jetzt schon. Trend und Tendenz ebenfalls. Schauen Sie sich zahlen an. Schauen Sie sich Elternforen an. Fragen Sie an Privatschulen nach [ggf. werden Sie keine Antwort bekommen … Logisch]. Aber das IST so. Zahlen zeigen doch den Trend recht deutlich?
Und natürlich darf man “das staatliche System” nicht abschaffen. Das ist keine Bildungspflicht. Nene … Das bleibt. Es ist ein Angebot der Bildung in Präsenz. Bildungspflicht bedeutet NICHT Abschaffung von Präsenzschulen. Ganz und gar nicht. Es setzt nur andere Fokus- und Ressourceneinsätze.
Man hat ggf. weniger und lernwilligere SuS in den Klassen.
Natürlich führt das zu einer Schere dann potentiell … Eben von “Verweigerern”. Allerdings haben wir diese Schere jetzt schon.
Zusätzlich könnte man Kinder, welche wollen auch gezielter fördern, statt Zeit an/für Dauerstörer zu verschwenden. Viele davon holt man kaum ab und diese verhindern oftmals den Zugewinn anderer. Unzufriedenheit aller …
Sollten die “Daddeln” und dann entweder Bildungspflicht [Testung] schaffen oder nicht. Je nachdem Sanktioniert werden.
Daher MUSS es Präsenzschulen selbstverständlich geben. Als Angebot eben. Für SuS welche wollen. Andere … Man holt nicht alle ab.
Ob es viele betrifft, welche “Total Verweigern”? Ich bezweifel das sehr stark. Die kommen dann noch gewillter in die Schulen und lernen evtl. in Ruhe und ohne Angst, dass sie ständig wegen sonstwas “belästigt” werden.
Ich muss [und kann] nicht jeden Mitnehmen. Und das macht das System auch nicht. Nur stören einige SuS aktiv. Je nach Schulleitung und co. Gibt es keine bis kaum Handlung.
Das wäre bei “Bildungspflicht” anders … Dann nimmt man das Angebot an oder eben nicht. Bisschen “Eigenverantwortung”. Bisschen “Elternverantwortung” [Geburtslotto – wie jetzt].
Und Schulen können ungestörter ihren tatsächlichen Auftrag erfüllen. Bildung der gewillten Kinder.
““…Wenn Bildungspflicht bedeutet, das Kind ist einer Schule zugeordnet und die begleitet das Lernen Zuhause (gerne auch mit Sprechstunden o.ä.),..” – auch dafür braucht es Personal – wo soll das herkommen und wer finanziert diese zusätzlichen Stunden für einzelne (wenige?) Schüler?”
Wo kommt es aktuell her? Es ist lediglich eine Umverteilung.
Weniger SuS kommen in die Schulen. V. A. die Lernwilligen. Die Lehrkräfte gibt es doch aktuell? Zumindest soviele wie halt jetzt?
Kündigen werden kaum welche, durch “angenehmere Rahmenbedingungen”? Dazu kommen potentiell schon. Gerade durch eine potentielle Erweiterung des Berufprofils.
Manche nehmen evtl. “Nur” private Nachhilfe. Ja, die fallen dann raus im Staatssytem.
Ist doch in Ordnung?
Dadurch kleinere Klassen.
Manche [v. A. “erziehungsauffällige”] SuS bleiben zuhause. Bildungspflicht. Nachweispflicht. Warum sollte man sich dort ständig täglich an Schulen rumschlagen (müssen)?
Nene … Angebot zur Bildung.
Viele bekommt man davon sowieso nicht abgeholt aktuell. “Juckt”?
Welche Kinder meinen Sie, die gewalttätigen oder die anderen? Oder beide? Und welche Umgebung meinen Sie, die Schule oder das Elternhaus? Oder beide?
In vielen Gesellschaften dieser Welt und dieser Zeit ist Gewalt ein privates Mittel, um sich durchzusetzen.
Unsere Gesellschaft wünscht sich Gewaltlosigkeit und sieht es als Aufgabe, Gewalt mit Freundlichkeit und Offenheit einzudämmen.
Nun leben bei uns eine ganze Menge Menschen, die Gewalt in ihrer Kultur als ganz normal erleben und uns und unsere staatlichen Institutionen nicht ernst nehmen, weil Freundlichkeit als Schwäche interpretiert wird. So wundern sich manche meiner Schüler über Ansprachen von Polizei und Schule und gehen davon aus, dass ihr Verhalten in Ordnung war, weil ja nichts Wildes passiert ist.
Ich weiß nicht, wie wir die zwei Seiten zusammenbringen sollen: Ich habe Eltern, die möchten, dass ich als Lehrkraft hart durchgreife und andere, die ihre Kinder möglichst sanft behandelt wissen wollen.
Die Quadratur des Kreises?
Ich kaufe ein ” probates” statt privates.
@Redaktion
Vielleicht können Sie die weitere Entwicklung verfolgen und ggf. darüber schreiben:
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/01/brandenburg-ermittlungsverfahren-gewalt-cottbus-grundschule.html