Was Schüler im MINT-Unterricht motiviert – und was sie daran abturnt

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BONN. Im MINT-Unterricht gehen viele Schülerinnen und Schülern verloren – zu viele? Häufig sind nicht die Inhalte das Problem, sondern die Art der Vermittlung. Das legt jedenfalls die SINUS-Studie nahe, die im Auftrag der Telekom-Stiftung Kinder und Jugendliche zu ihren Erfahrungen mit Mathematik, Informatik, den Naturwissenschaften und Technik in der Schule befragt hat. Dabei wird auch deutlich, was MINT-Unterricht gelingen lässt: klare Strukturen, verständliche Erklärungen, geduldige Lehrkräfte, Zeit – und die Erfahrung, selbst etwas herstellen oder entdecken zu können.

Lust auf Mathe? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

„Sie [die Lehrerin] hat einfach einen roten Faden im Physikunterricht. Ist deutlich einfacher, ihr zu folgen. Sie sagt am Anfang der Stunde, wir beginnen heute mit dem, und erklärt uns den Plan, an dem wir uns langhangeln können, und sie macht das einfach sehr verständlich für uns. Am Anfang der Stunde: ‚Ihr müsst das und das jetzt abschreiben und dann im Heft haben, und danach machen wir ein Experiment zu zweit, und zum Ende in der Stunde möchte ich euch noch gerne einen Film zeigen über das und das Thema.‘ Und das ist endlich perfekt.“  Schüler, 16 Jahre, Gymnasium

So klingt Motivation – und so klingt sie vor allem dort, wo MINT-Unterricht gelingt. Das SINUS-Institut hat im Auftrag der Telekom-Stiftung untersucht, was Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 16 Jahren tatsächlich antreibt, sich auf Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik oder Technik einzulassen. Die Studie, die im vergangenen Jahr vorgestellt wurde (News4teachers berichtete), ergänzt die bekannten Leistungsabstürze aus PISA und den Ländervergleichen um eine Perspektive, die in der MINT-Debatte bisher kaum eine Rolle spielt: Wie erleben Schülerinnen und Schüler selbst diese Fächer, was schreckt sie ab, was zieht sie hinein – und was könnten Schulen ändern, um Lernfreude und Kompetenzen gleichermaßen zu stärken?

Die zentrale Botschaft der Studie lautet, dass Motivation im MINT-Bereich weit weniger eine Frage des Talents ist, als häufig angenommen wird. Zwar schätzen sich in Mathematik rund drei Viertel der Befragten als gut ein, doch nur 36 Prozent mögen das Fach. Noch geringer ist die Zahl derer, die sich später einen Beruf vorstellen können, in dem viel Mathematik vorkommt. Der Befund zieht sich durch alle MINT-Disziplinen: MINT können, MINT mögen und MINT machen sind für viele Jugendliche drei völlig unterschiedliche Dinge. Das allein wäre schon alarmierend – aber die qualitativen Interviews zeigen, wie schnell sich das Bild in der Realität kippt.

In vielen Erzählungen beginnt die Abwärtsspirale zwischen der sechsten und achten Klasse, wenn Lernlücken wachsen und die Angst, nicht mehr aufzuholen, real wird. Die Studie dokumentiert, dass die Angst vor Mathematik mit dem Alter zunimmt und der Anteil derer, die sich zutrauen, den Stoff zu verstehen, spürbar sinkt. Dabei spielt die Unterrichtsform eine entscheidende Rolle. Überwiegend wird frontal unterrichtet, oft theorielastig, häufig monoton – manchmal so monoton, dass Schüler berichten, im Unterricht lieber auf ihren Handys zu spielen, während die Lehrkraft am Pult sitzt.

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Foto: Gehard Kopatz

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Der Unterschied entsteht fast immer durch die Lehrkraft. Positive Erlebnisse sind eng verbunden mit einer Haltung, die Unterstützung, Geduld und fachliche Begeisterung sichtbar macht. Ein Mädchen berichtet, dass ihr Interesse an Mathematik erst durch einen Lehrerwechsel erwacht sei. Mit einer Lehrkraft, die ruhig erklärt, Fragen ernst nimmt und einen klaren Unterrichtsplan hat, steigt nicht nur die Motivation, sondern auch die Zuversicht. Die quantitative Befragung bestätigt das: 93 Prozent der Jugendlichen sagen, dass es ihnen hilft, wenn sie ihre Lehrkraft mögen, und ebenso viele betonen den Wert verständlicher Erklärungen.

Wie stark dieser Einfluss sein kann, zeigen weitere Stimmen. Eine Schülerin erinnert sich, dass sie in der Grundschule zu den schlechtesten gehörte – später, an der weiterführenden Schule, war sie „fast eine der Besten“. Ihr Klassenlehrer habe die Inhalte so gut erklärt, dass sie plötzlich verstand, was zuvor unerreichbar wirkte. Auf der anderen Seite stehen Berichte über strenge oder abfällige Lehrkräfte, die Nachfragen als Störung empfinden oder Kinder bloßstellen. Hier entsteht der Nährboden für Angst und Scham, die in der Studie als zentrale Barrieren für MINT-Lernen identifiziert werden.

Entscheidend bleibt jedoch der Faktor Mensch. Ohne Lehrkräfte, die Zeit, Unterstützung und gute Arbeitsbedingungen haben, wird sich der Trend kaum wenden lassen

Wichtige Hinweise liefert auch der Blick auf den Unterricht selbst. Viele Schülerinnen und Schüler wünschen sich einen klaren Alltagsbezug. Was in Physik oder Chemie passiert, bleibt für viele abstrakt. Ein Jugendlicher antwortet auf die Frage, ob er Chemie außerhalb der Schule irgendwo brauche: „Ne, ne.“ Und erst nach längerem Nachdenken fällt ihm ein umständliches Beispiel aus dem Sport ein, das seinerseits zeigt, wie schwach der Brückenschlag zwischen Theorie und Wirklichkeit gelingt. Gleichzeitig berichten viele von Aha-Erlebnissen, sobald Unterricht praktisch wird – sobald sie experimentieren dürfen, Verantwortung übernehmen und etwas selbst herstellen.

So beschreibt ein 15-Jähriger den Chemieunterricht: „Dass wir selber auch experimentieren dürfen. […] Dass sie uns vertrauen, finde ich sehr gut, und das macht auch viel Spaß, selber etwas herzustellen.“ Eine Schülerin erinnert sich an Sachunterricht in der Grundschule, wo sie eine Glühbirne zum Leuchten bringen durfte, „ohne Steckdose – cool“. Andere erzählen begeistert vom Bau eigener LED-Lichter im Technikunterricht, bei dem sie Form, Material und Aufbau selbst bestimmen konnten. Solche Erzählungen ziehen sich durch alle Altersgruppen: Selbstwirksamkeit motiviert – und sie motiviert nachhaltig.

Doch solche Momente sind selten. Die Jugendlichen berichten, dass echte Experimente oft an fehlender Ausstattung, zu wenig Zeit oder organisatorischen Hürden scheitern. Informatikunterricht besteht vielerorts aus Arbeitsblättern und Lückentexten, Computer funktionieren nicht, WLAN bricht zusammen, und wer sich individuell vertiefen möchte, erhält dafür kaum Raum: Ein 16-jähriges Mädchen wollte statt einer Standardaufgabe die Programmiersprache C++ weiterlernen – durfte es aber nicht.

Die Studie fasst diese Bedingungen in vier Faktoren zusammen, die über MINT-Motivation entscheiden: Lehrkräfte, Zeit, Alltagsbezug und die Möglichkeit, tiefer einzutauchen. Gerade der Faktor Zeit zeigt, wie sehr der Schulalltag gegen das Lernen arbeitet. Fast 70 Prozent der Befragten sagen, dass sie zu viele Inhalte in zu kurzer Zeit lernen müssen. Viele fühlen sich gehetzt, ihnen fehlen Pausen, ihnen fehlt die Ruhe, eine Idee zu durchdringen. Wo aber Lernen fast ausschließlich aus Vortragen und Mitschreiben besteht, ohne Zeit für Verstehen, entstehen keine Flow-Momente – und ohne sie bleibt Motivation flach.

Dabei wären diese Flow-Momente erreichbar. 89 Prozent der Jugendlichen sagen, dass Aha-Erlebnisse sie motivieren. Viele beschreiben, wie die Zeit vergeht, wenn sie an einem mathematischen Problem sitzen. Die Diskrepanz zwischen Potenzial und Realität könnte kaum größer sein. Was Schule bieten müsste, damit Motivation entsteht, formulieren die Jugendlichen eindeutig: verständliche Erklärungen, geduldige Lehrkräfte, Experimente, Alltagsnähe, Zeit – und die Erfahrung, dass sie selbst etwas können.

Die Telekom-Stiftung zieht daraus den Schluss, dass Unterricht neu gedacht werden muss: fächerübergreifend, projektorientiert, mit realen Herausforderungen, in die sich Kinder und Jugendliche vertiefen können. Entscheidend bleibt jedoch der Faktor Mensch. Ohne Lehrkräfte, die Zeit, Unterstützung und gute Arbeitsbedingungen haben, wird sich der Trend kaum wenden lassen.

Am Ende bleibt das Statement einer 16-jährigen Gymnasiastin, die das Problem in seiner ganzen Schärfe zeigt: „Mathelehrer oder Mathelehrerinnen haben dann manchmal so den Drang dazu, ein bisschen, ich will nicht sagen überheblich zu sein, aber es gibt ab und zu so Situationen, wo der Umgang mit Schülern nicht so sehr gegeben ist. Manches muss man nicht so direkt formulieren. Mir wurde neulich von meinem Mathelehrer gesagt, ich wirke wie ein verwirrter Professor, als ich was erklärt habe. Das braucht man nicht hören, nachdem man gerade etwas vorgetragen hat. Das macht keine Motivation.“ News4teachers

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats “Mission MINT”.  

“Physikunterricht muss Geschichten erzählen“:  Wie Gamification die MINT-Fächer beleben kann – ein Interview

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33 Kommentare
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TaMu
1 Monat zuvor

„Niemals Wasser in die Säure, sonst geschieht das Ungeheuere!“
Mein Chemielehrer vor ungefähr 45 Jahren und ich habe ihn heute noch im Ohr, wenn ich ausgepresste Orangen mit Sprudel mische.

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

Kondensator der Strom eilt vor, Induktivitäten Ströme sich verspäten.

“Widerstand ist zwecklos”, sagte der Borg (aus StarTrek) und hatte einen Kurzschluss.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

Plus an Plus et Leech jeht us

123
1 Monat zuvor
Antwortet  TaMu

Ich kenne es eher als “Erst das Wasser, dann die Säure, sonst passiert das Ungeheure” 😀

TaMu
1 Monat zuvor
Antwortet  123

Das ist sogar exakter als der Spruch meines Chemielehrers 🙂

vhh
1 Monat zuvor

Von über 100 KollegInnen hat jede(r) schon erzählt, dass Schüler lieber am Smartphone oder ipad spielen. Bloßstellen von SchülerInnen ist nicht üblich, nicht ‘macht man mal’, sondern wird von allen als Versagen gesehen. Was es gibt, sind Schüler, die mit der ersten Kritik, dem Erwähnen dass es nicht ‘die größte Meisterleistung seit Menschengedenken’ ist, vielleicht auch nur mit Verbesserungshinweisen nicht umgehen können und das als gewollte Zerstörung ihres Selbstbildes auffassen. Geduld haben wirklich alle Lehrkräfte, sogar die Geduld, alles den aktiv Weghörenden im Einzelgespräch zu erklären, ohne hält das niemand länger durch. Da gibt es allerdings einige SchülerInnen, die auch dann nach 10 Sekunden weghören. Es soll auch SchülerInnen ohne Geduld geben, dürfen wir das auch monieren? Konzentration ist eine Voraussetzung, wenn es darum geht, ob ein Thema spannend ist, genauer ob es spannend präsentiert werden kann.
Klarer Alltagsbezug ist eine hübsche Idee, wenn gleichzeitig jede Abstraktion abgelehnt wird. Chemie oder Physik, das sind doch nur Experimente? Wieso Grundlagen verstehen, warum gibt es immer diese Fragen? Dann noch 30% die wirklich jedes Experiment, egal wie vorbereitet, “abwandeln”. Nein, nicht Forscherdrang, sondern bewusst Gefahren schaffen, damit es ‘spannend’ wird. Ich wollte sehen, ob es dann explodiert. Auch falscher Unterricht? Viel Spass mit den Sicherheitsvorgaben bei mehr Experimenten. Ein größerer Chemikalien- und Geräteetat wäre auch hilfreich.
Aber die Lösung ist einfach: zu viele Inhalte in zu kurzer Zeit? Zu wenig Praxis? Mehr Experimente? Ok, auf geht’s, nur noch fächerübergreifende Projekte, nur noch Phänomene, den Hintergrund als Sonderprogramm Begabtenförderung. Könnt ihr haben, gibt nach der Schule zwar einen netten Praxisschock, aber was soll’s, MINT (oder sowas Ähnliches) wird wieder spannend. Wer schreibt mir einen Lehrplan, nach dem wir mit so einem Unterricht alle(!) gewünschten Kompetenzziele erreichen? Ja, auch die fachlichen, theoretischen, abstrakten…
Vier Faktoren, aha. Die Lehrkräfte – haben auch keinen Spass an reinem Vortragsunterricht, die anderen drei, Zeit, Alltagsbezug und tiefer eintauchen hängen alle miteinander zusammen. Viel mehr Zeit gäbe es, wenn nicht die Hälfte jeder Stunde aus Essen und Trinken ist im Fachraum verboten, ipad/Smartphone aus, Schminkzeug weg, Fenster bleibt zu, Toilette ist Menschenrecht, was sollen wir machen (erklärt, an der Tafel, im Kursnotizbuch, vorher Fragegelegenheit), warum Schutzbrillen, muss ich das mit Geodreieck machen, können wir einen Film sehen und Ähnlichem bestehen würde.

Illuminator
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Wenn das wirklich die Hälfte Ihres Unterrichtes ausmacht, sollte dies Ihnen zu denken geben.
Und nein, Geduld – insbesondere die Geduld, “alles den aktiv Weghörenden im Einzelgespräch zu erklären” – haben keineswegs alle Lehrkräfte, aber die meisten.
Wenn Sie dennoch pauschalisieren, um Ihre Meinung mitzuteilen, entwerten Sie diese jedoch. Von Lehrkräften erwarte ich deutlich mehr Differenzierungsvermögen.

vhh
1 Monat zuvor
Antwortet  Illuminator

Disclaimer: Hiermit gelobe ich Besserung und betone, dass die geschilderten Erlebnisse rein anekdotischer Natur sind und keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erheben, auch wenn manche Formulierungen das nahelegen.
Zu der bedenklichen Hälfte habe ich auch keine Lösung, doch, da war dieses alte Buch, irgendetwas mit Feuer, Zangen und Alkohol, da steht bestimmt etwas über ‘Disziplinierung’ unbotmäßiger Schüler zu Kaisers Zeiten drin. Das war gemeint, oder? Über die Grenzen der Faszination durch mehr eigenes Experimentieren und die leicht ‘abturnende’ Grundeinstellung zum unvermeidlichen Arbeitsanteil des NW-Unterrichts hatte ich nämlich etwas geschrieben. Wenn sie meinen, dass dieser hohe Zeitanteil (es könnten auch 46,3% sein) an Form und Durchführung des Unterrichts liegt, können sie es ruhig schreiben, statt kryptische Ratschläge zu geben. Damit kann ich leben, denn es gibt nichts, was bei uns noch nicht versucht wurde, natürlich abgesehen von einem wissenschaftlich begleiteten Modellversuch.
Übrigens ist der Vorwurf der Pauschalisierung, die angeblich eine Meinung entwertet nicht ganz so originell, speziell wenn die große Sünde ‘keineswegs alle, aber die meisten’ ist. Eine Erbse, zwei Erbsen, drei Erbsen…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Sie meinen die Szene mit dem schuleigenen Knast, wie hieß der nochmal?

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Wat is en Dampfmaschin? Da stellen wir uns ma janz dumm und sage, datt is ene jroße, runde, schwarze Raum ….

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Und dann kommt die alkoholische Gärung oder die Gärung des Alkohols, hicks, und schon …. hicks, Verzeihung.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Eine Kollegin von mir lässt seit Jahren keine Versuche mehr durchführen.

Raum zu klein oder zu viele SuS in einer Klasse?!

Gedrängel, Angestoße Anrempeln. Liegt am Platzmangel! Neuntklässler nehmen nun mal Raum ein. Einer muss was holen, zehn müssen zur Seite. ….

Video und fertig.

Alles andere – Eigenversuche – geht letztlich wegen der Sicherheit nicht.

Glücklich ist sie damit nicht. Aber ihre SuS sind sicher.

Lösung? Neubau. Teuer. Kleine Klassen. Teuer. Halbe Gruppe – viel zu teuer.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hmm, wir Boomer waren damals in ü30 Schüler in den Physik- oder Chemieräumen und führten verschiedene Experimente durch. Komisch keiner von uns kann sich an irgendwelche Unfälle erinnern.

laromir
1 Monat zuvor

Bei meinem SuS hört die Motivation immer beim Protokoll schreiben und beim Aufräumen auf. Also irgendwas mit Experimenten ist toll, notieren und Auswertung lästig, Sachen säubern unter ihrer Würde. Da stehen am Ende immer nur die gleichen am Spülbecken. Ach ja, sagt das mal den Ausbildern ok Ref, dass man am Anfang der Stunde sagt, was passieren soll. Die Kinder sollen doch selbst auf die Frage kommen… 5 h später…

Hans Malz
1 Monat zuvor

“Die Telekom-Stiftung zieht daraus den Schluss, dass Unterricht neu gedacht werden muss: fächerübergreifend, projektorientiert, mit realen Herausforderungen, in die sich Kinder und Jugendliche vertiefen können.”

Bin ich sofort dabei. Wie sieht es mit Material und dessen Wartung und Instandhaltung aus? Werden die MINT Stunden aufgestockt? Bekommen wir Vorbereitungszeit für die Projekte und deren Auswertung? Ist das auch alles Arbeitszeit? – Ich ahne schon die Antworten…

Andreas
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Das Bildungsmysterium teilt allen Schulen mit: “Wir haben Ihre Kritik angenommen und verstanden. Daher teilt der Mysteriumsminister Ihnen mit Freue mit: Zusätzlich zu Ihrer Stunde Chemie in der 8. Klasse können Sie ihre umfassende Kenntnisse zum Thema “Gesundheit” und dem neuen Fach “Glück” interdisziplinär naturwissensschaftlich in der gleichen Klasse unterrichten.” Mööp.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Andreas

Zuerst schauen wir mal ganz genau hin. Dann gibt es einen Piloten mit wissenschaflicher Begleitung (und guter Finanzierung), der ausgiebig evaluiert wird. Danach bekommen dann alle Schulen wahlweise eine laminierte Handreichung oder ein Impulspapier. Und schon kann es losgehen!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Sie haben es versäumt, durch Sponsoren finanzierte die Kick-off- Veranstaltung im Ministerium oder einer top-sanierten Vorzeigeschule mit gro0em Pressezirkus zu erwähnen. Der anschließende Role-out mit der Handreichung zum Ausdrucken und Laminieren verläuft dann wie von Ihnen beschrieben.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ja, gaaanz wichtig, dass sich Vertreter des Ministeriums öffentlich selber auf die Schulter klopfen … macht ja sonst keiner.

O. Bauer
1 Monat zuvor

Macht für die Lehrer der MINT- Fächer 18 Unterrichtsstunden pro Woche als Vollzeit und es wird sofort geschehen. Amen!

Opossum
1 Monat zuvor

Im realen Leben gibt es nicht unbedingt oft “Aha-Erlebnisse”. Man muss schon auf vielen Blättern etwas schreiben und korrigieren, viele Informationen durchsuchen, viele Nächte über etwas grübeln, auswerten… Mich stört der Wunsch, immer Spaß haben zu möchten und schnell das Resultat zu bekommen.

Und ich sehe nicht ein, warum ein Frontalunterricht schlecht sein soll. Es soll nicht wie eine Rede im Bundestag sein. Für mich bedeutet das, dass der Lehrer im Tempo, das er auf die Zuhörer einrichtet, das Thema erklärt, mit Beispielen, mit Anekdoten aus seinen Erfahrungen, bei Bedarf einige Punkte noch mal erklären.
Frontalunterricht kann sehr lebendig sein und Kinder auffordern, zu denken.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

Weshalb die SuS sich ja auch so gerne Reals auf Insta reinziehen – und zwar frontal und nicht dorsal, auch wenn die Inhalte mehr rektal sind.

Thales
1 Monat zuvor

Haargenau!! Struktur ist das A und O!! Hilfreich wäre es auch, zunächst das Handwerkszeug zu üben und erst DANACH den Transfer aufzubauen. Die Annahme, dass allein das Notieren einer Definition ausreicht, um mathematisch – naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu verinnerlichen, trifft eher nicht die Bedürfnisse ALLER Schüler.

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  Thales

Formel … Formelsammlung … Bruchrechnen … Einheiten … (Erinnerung an eigene Schulzeit)

1:Was hast Du denn hier gemacht?
2: Ich hab die beiden m gekürzt.
*stille*
3: Das war meine Idee – ist ja ein Bruch. Oben und unten das kleine m
*Freude*
1: Aber das eine m ist eine Variable, die für den Massewert, und das andere m ist die Einheit für Meter. Selbiges kam an die Stelle, als ihr die Information zur Wegstecke s in Eure Berechnungen eingesetzt habt. Zudem müsste für die Geschwindigkeit tatsächlich Weg durch Zeit geteilt werden (um selbige in die angegebene Formel für die Kinetische Energie einzusetzen).
Warum habt Ihr eigentlich die Zeit durch den Weg geteilt?
2: Na, wenn man schneller ist, dann schafft man mehr Weg in der Zeit und damit muss der Bruch einen größeren Namen haben. Und der Nenner bestimmt den Namen. Also haben wir Zeit durch Weg.
1: Oh … das können wir jetzt leider nicht weiterbesprechen. Am besten Ihr sagt Euren Eltern, dass Ihr morgen etwas länger in der Schule bleibt und daher den Bus nicht bekommen könnt.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Sporack

Tja, MINT ist schwierig, wenn man nicht in der Lage ist Formeln umzustellen und die Einheiten sowie deren Skalierungen nicht kennt und z.B. kilo und micro vertauscht.

Marie
1 Monat zuvor

Abturnt????? Das sagt alles über das schwindende Niveau! Mehr sei nicht gesagt…

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gab es kein passendes deutsches Wort?
Es könnte ach zu Verwechslungen führen, denn “abturnen” gibt es auch als rein deutsches Wort. Da hat es allerdings eine ganz andere Bedeutung. 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Abt-urnen – eben nur für kremierte Äbte, oder was meinen Sie?
Ich frage für einen Freund

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

🙂 Nö, ich meinte das eher sportlich.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Laaangweilig

Heinz
1 Monat zuvor

Schwieriger Artikel, der quasi alle Schülerklischees aufgreift, die es so gibt. Ich hätte allerdings auch nichts anderes erwartet, wenn die Schüler selbst gefragt werden. Nicht, dass ich das nicht wichtig finden würde, es sollte dann aber auch kritisch hinterfragt werden. Das sind die gleichen 0815 Antworten, die die Schüler zu Hause ihren Eltern geben, wenn sie gefragt werden, warum sie in einer Arbeit eine schlechte Note haben.
Wenn man hingegen die Eltern fragen würde, würden dann so Sachen kommen wie: „Der Lehrer mag mein Kind nicht“ oder „Mein Kind sitzt zu weit hinten“.

Ich frage mich manchmal wirklich, was für ein komisches Bild von Unterricht in den Medien gezeigt wird, tatsächlich sieht meiner Meinung nach der Unterricht (wo zeitlich und mit Material möglich), eher so aus, wie die Schüler ihn beschreiben, die angeblich motiviert sind ….. Trozdem führt das zu genau den gleichen Problemen bei einem großteil der Schüler. Weil trotz „Motivation“ der Wille zum Wiederholen, Üben oder auch nur für Hausaufgaben fehlt, weil man nicht mal bereit ist, ein f oder einen Haken hinter seine Ergebnisse zu machen.

Wenn wirklich jemand der Meinung ist, Unterricht und Schulen könnten mit ihren Inhalten gegen Smartphones konkurrieren, der hat wichtige andere Dinge der Schule nicht verstanden und wird zwangsläufig irgendwann in den Burnout gehen.

potschemutschka
1 Monat zuvor