Deutscher Lehrerverband und #UseTheNews: Material für Medien- und Demokratiebildung

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HAMBURG. Der Deutsche Lehrerverband und die Nachrichtenkompetenz-Initiative #UseTheNews haben eine Partnerschaft zur Stärkung von Medien- und Demokratiebildung an Schulen vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Schülerinnen und Schüler besser auf den Umgang mit Informationen in einer digitalisierten Öffentlichkeit vorzubereiten und sie in die Lage zu versetzen, verlässliche Nachrichten von Desinformation zu unterscheiden.

Was sind seriöse Informationen – und was ist Klatsch und Tratsch? Das unterscheiden zu lernen, ist Teil von politischer Bildung. Illustration: Shutterstock

Beide Partner betonen, dass der kritische Umgang mit Informationen eine zentrale Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie ist. Kinder und Jugendliche müssten lernen, den Unterschied zwischen verlässlichen Nachrichten und gezielter Desinformation zu erkennen. Die Kooperation soll dazu beitragen, entsprechende Bildungsangebote zu stärken und Lehrkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Meinolf Ellers, Geschäftsführer der UseTheNews gGmbH, ordnet die Zusammenarbeit politisch ein. „Gemeinsam mit unserem breiten Netzwerk von Partnern aus Medien und Bildung werben wir dafür, dass in Deutschland bis 2030 jedes Schulkind auf ein verbindliches und zeitgemäßes Unterrichtsangebot zur Vermittlung von Informations- und Nachrichtenkompetenz vertrauen kann“, erklärt er. „Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Lehrerverband ist dabei von herausragender Bedeutung.“

Auch Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, sieht in der Kooperation eine notwendige Antwort auf aktuelle Entwicklungen. „In Zeiten von Desinformation und breitflächiger Verwendung von KI ist Demokratiebildung ohne Medienbildung undenkbar“, betont Düll. Schülerinnen und Schüler müssten lernen, „Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu prüfen und zwischen Fakten und Meinungen zu unterscheiden“. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Lehrkräfte dafür Unterstützung brauchen: „Lehrkräfte brauchen hier die Unterstützung durch Weiterbildung und durch Angebote externer Fachleute z.B. aus dem Journalismus für Unterrichtsbesuche und Projekttage – das macht die Netzwerkarbeit der Bildungsinitiative #UseTheNews so wertvoll.“

„Demokratiebildung braucht eine fachliche und fächerübergreifende Verankerung in den Lehrplänen sowie schulorganisatorische Spielräume“

Der Deutsche Lehrerverband ist Dachverband der vier Bundesverbände Deutscher Philologenverband (DPhV), Verband Deutscher Realschullehrer (VDR), Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BvLB) und Katholische Erziehergemeinschaft (KEG). Vertreterinnen und Vertreter dieser Verbände unterstreichen in eigenen Stellungnahmen die Bedeutung einer verbindlichen Verankerung von Medien- und Demokratiebildung.

Prof. Susanne Lin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands, fordert strukturelle Konsequenzen: „Demokratiebildung braucht eine fachliche und fächerübergreifende Verankerung in den Lehrplänen sowie schulorganisatorische Spielräume.“ Zudem seien „umfassende Medienkompetenz und Demokratiebildung, wie beispielsweise die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Grundgesetz, […] auch in der Lehrkräfteaus- und -fortbildung zu vermitteln“.

Ralf Neugschwender vom Verband Deutscher Realschullehrer verweist auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen. „Demokratiebildung und Medienbildung sind für Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund von Verschwörungsmythen und Fake-News wichtiger denn je geworden“, sagt er. „Demokratiebildung braucht Zeit, Raum und feste Verankerung im Schulalltag – die Lehrkräfte müssen in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft die jungen Menschen auf ihrem Weg zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern bestmöglich unterstützen.“

Mit Blick auf die beruflichen Schulen betonen Pankraz Männlein und Sven Mohr, Bundesvorsitzende des Bundesverbands der Lehrkräfte für Berufsbildung: „Die beruflichen Schulen sind für einen großen Teil der jungen Menschen die letzte schulische Station, an der auf ihr demokratisches Bewusstsein noch eingewirkt werden kann.“ Deshalb benötigten auch die Lehrkräfte dort „entsprechende Fortbildungen für fächerübergreifende Medien- und Demokratiebildung sowie Unterstützung durch außerschulische Kooperationspartner“. Ebenso wichtig sei „eine entsprechend zeitgemäße digitale Ausstattung der Schulen, wie z. B. mit Lehr-Lern-Landschaften, um auch selbstgesteuerte, motivierende und soziale Lernkulturen zu fördern“.

Aus entwicklungspsychologischer Perspektive weist Gerlinde Kohl, Bundesvorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft, auf die besondere Rolle von Erwachsenen hin. „Nachrichten und digitale Medien sind im Alltag von Kindern fester Bestandteil und können sie mit Inhalten konfrontieren, die sie überfordern“, erklärt sie. „Aus entwicklungspsychologischer Sicht ist die Begleitung durch Erwachsene entscheidend, damit Kinder das Gehörte und Gesehene altersgerecht verarbeiten und einen kritischen Umgang mit Medien lernen.“ Medienexpertinnen und -experten könnten dabei helfen, „um eine verantwortungsbewusste Mediennutzung zu fördern“.

Die Initiative #UseTheNews wurde 2020 von der Deutschen Presse-Agentur und der Hamburger Behörde für Kultur und Medien initiiert. Sie entwickelt bundesweit Informations- und Bildungsangebote zur Förderung von Nachrichten- und Informationskompetenz junger Menschen und wird von Partnern aus Medien, Wissenschaft und Politik begleitet. News4teachers ist wiederum Partner der Deutschen Presse-Agentur. News4teachers 

#UseTheNews entwickelt konkrete Angebote, mit denen Lehrkräfte Nachrichtenkompetenz und kritisches Denken im Unterricht stärken können. Hier geht es hin. 

Bildungsoffensive für mehr Medienkompetenz gefordert – gegen Internet-Hass

 

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