BERLIN. Als Bernhard Bueb vor zwanzig Jahren sein Buch „Lob der Disziplin“ veröffentlichte, traf er einen wunden Punkt. Die Streitschrift über Autorität, Ordnung und Erziehung löste eine hitzige Debatte aus – über das richtige Maß an Freiheit, über Gehorsam, über die Rolle von Schule und Eltern. Heute, zwei Jahrzehnte später, zeigen Studien und Befragungen: Das Problem, das Bueb damals beschrieb, ist nicht verschwunden. Schülerverhalten gilt weiterhin als größte Herausforderung für Lehrkräfte – und die Frage nach Disziplin ist womöglich aktueller denn je. Ein Beitrag von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

Zwanzig Jahre sind vergangen, seit ein schmales Buch mit provozierendem Titel die pädagogische Republik erschütterte. „Lob der Disziplin. Eine Streitschrift“ hieß es, verfasst von Bernhard Bueb, gerade in den Ruhestand getretener langjähriger Leiter des Eliteinternats Schloss Salem. Kaum ein anderes Erziehungsbuch der vergangenen Jahrzehnte hat eine vergleichbare Debatte ausgelöst – und kaum eines wirkt heute, im Jahr 2026, noch so aktuell. Denn während sich die Herausforderungen wie zunehmende Heterogenität und von außen hereindrängendes Krisengeschehen sogar noch verstärkt haben, scheint das Kernproblem unverändert: Das undisziplinierte Verhalten von Schülerinnen und Schülern gilt nach wie vor als größte Herausforderung für Lehrkräfte.
„Wir sprechen in Deutschland zu viel von Bildung und viel zu wenig von Erziehung“, sagte Bueb 2006 im Gespräch mit dem Spiegel. „Was führt einen Menschen denn zu schulischem oder akademischem Erfolg? Es ist sein Selbstwertgefühl: dass er an sich glaubt, dass er wer ist. Und das ist eine Folge von richtiger Erziehung.“ Schon dieser Satz reichte aus, um Fronten zu verhärten. Bueb stellte sich offen gegen einen pädagogischen Mainstream, der seit den 1970er-Jahren auf Selbstbestimmung, Partizipation und Zurückhaltung erwachsener Autorität setzte. Er sprach stattdessen von Gehorsam, Ordnungssinn, Pünktlichkeit – von Tugenden, die in Deutschland historisch belastet waren und deshalb gemieden wurden.
Der Spiegel konfrontierte ihn damals mit dem Vorwurf, damit autoritäres Denken wieder salonfähig zu machen. Bueb hielt dagegen: „Natürlich setzt unsere Kultur Sekundärtugenden voraus. Sie sind nicht per se gut oder schlecht; sie werden erst salonfähig durch den Zweck, dem sie dienen.“ Diszipliniertes Üben, so argumentierte er, sei Voraussetzung für jede Form von Freiheit. Freiheit sei keine frühe Gabe, sondern „eine spät erworbene Tugend, die viel Disziplin erfordert“.

Als „Lob der Disziplin“ 2006 erschien, war es mehr als ein pädagogischer Essay. Es wurde zur Projektionsfläche gesellschaftlicher Selbstzweifel. Abdrucke, Interviews und Talkshowauftritte folgten, unter anderem in der FAZ, im Spiegel und in der NZZ. Die Bild-Zeitung machte aus Bueb „Deutschlands strengsten Lehrer“ und widmete seinem Buch eine mehrteilige Erziehungsserie. Über Jahrzehnte hatte es in Deutschland kein Erziehungsbuch mehr gegeben, das eine derart hohe Auflage erreichte. Bueb wurde über Nacht zu einer der bekanntesten Figuren des pädagogischen Diskurses. Ich habe damals als junger Journalist mehrfach Interviews mit ihm geführt – und ihn als besonnenen, reflektierten Pädagogen erlebt, fernab der schlichten Zuschreibungen des Boulevards.
In seiner Streitschrift plädierte er für eine „ausgewogene Erziehung zwischen Führen und Wachsenlassen, Disziplin und Liebe, Kontrolle und Vertrauen“. Erwachsene, so sein Appell, müssten wieder mehr Verantwortung übernehmen und den „Mut zur Erziehung“ zurückgewinnen. Kinder und Jugendliche würden überfordert, wenn man sie zu früh in eine altersunangemessene Unabhängigkeit entlasse. Freiheit entstehe nicht durch frühe Autonomie, sondern durch eingeübte Selbstüberwindung. Bis diese vorhanden sei, brauche es Orientierung, Führung – und die Bereitschaft zu strafen.
„Eine störungsarme Unterrichtsstunde, bei der die zur Verfügung stehende Zeit von allen Schülerinnen und Schülern optimal für Lernprozesse genutzt wird, scheint für viele Lehrkräfte ein fernes Ziel zu sein“
Besonders scharf kritisiert wurde Bueb für seine Forderung nach klarer Autorität und nach Sanktionen. „Unbedingter Gehorsam stammt aus dem Wörterbuch des Unmenschen und ist in der Pädagogik nie zulässig“, sagte er im Spiegel-Interview. „Aber Gehorsam und Furcht vor Strafe sollten wir nicht länger aus der Erziehung verbannen.“ Furcht sei nicht gleich Angst, argumentierte Bueb, sondern eine konkrete, berechenbare Folge von Regelverstößen. Ohne diese Erfahrung würden Kinder weder Grenzen noch Verantwortung lernen.
Viele hielten das für rückwärtsgewandt, autoritär, gefährlich. Und doch: Liest man heute, zwei Jahrzehnte später, die aktuellen Analysen zur Situation in deutschen Klassenzimmern, drängt sich eine unbequeme Frage auf. Hat sich das Problem, das Bueb damals beschrieb, tatsächlich erledigt – oder wurde es lediglich anders etikettiert?
Ein aktueller Gastbeitrag im Deutschen Schulportal legt Letzteres nahe. Verfasst hat ihn Werner Klein, ehemaliger Leiter der Abteilung Qualitätssicherung im Sekretariat der Kultusministerkonferenz. Klein analysiert darin nationale und internationale Studien zur Klassenführung – und zeichnet ein ernüchterndes Bild.
„Eine störungsarme Unterrichtsstunde, bei der die zur Verfügung stehende Zeit von allen Schülerinnen und Schülern optimal für Lernprozesse genutzt wird, scheint für viele Lehrkräfte ein fernes Ziel zu sein, das mit ihrer täglichen Unterrichtsrealität wenig zu tun hat“, schreibt Klein. Und tatsächlich: Im Deutschen Schulbarometer 2024 nennen 35 Prozent der befragten Lehrkräfte das Verhalten der Schülerinnen und Schüler als größte Herausforderung ihres Berufsalltags. An Haupt-, Real- und Gesamtschulen liegt dieser Wert bei 42 Prozent, an Berufsschulen sogar bei 46 Prozent.
Zwar gelangen nur wenige Schulen aufgrund von Brandbriefen der Kollegien wegen Gewalt, Respektlosigkeit und Autoritätsverlust an die Öffentlichkeit – doch diese Fälle seien, so Klein, vermutlich nur die Spitze eines Eisbergs. Entscheidend sei: Klassenführung sei die Voraussetzung für guten Unterricht. Ohne sie litten nicht nur Lernerfolg und Anstrengungsbereitschaft, sondern auch das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler.
Internationale Vergleichsstudien bestätigen dieses Bild seit Jahren. In Untersuchungen wie IGLU, TIMSS oder PISA wird Unterricht nicht pauschal bewertet, sondern entlang mehrerer Qualitätsdimensionen – darunter Klassenführung, konstruktive Unterstützung und kognitive Aktivierung. Für Deutschland zeigt sich dabei ein wiederkehrendes Muster: Während Lehrkräfte im Umgang mit Schülerinnen und Schülern und bei der inhaltlichen Gestaltung des Unterrichts vergleichsweise gut abschneiden, wird die Klassenführung deutlich kritischer beurteilt.
Gemeint ist damit der praktische Unterrichtsalltag: Wie häufig es zu Störungen kommt, ob Regeln verbindlich gelten, wie zügig Arbeitsphasen beginnen und ob die verfügbare Lernzeit tatsächlich genutzt werden kann. Im Rahmen der TIMSS-Studie 2023 gaben nur rund sieben Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler in Deutschland an, dass sie im Mathematikunterricht selten Störungen erleben. Die große Mehrheit nimmt Unruhe als regelmäßiges oder sogar ständiges Begleitphänomen wahr. In anderen Ländern – etwa in Japan – berichten Schülerinnen und Schüler deutlich häufiger von störungsarmen Unterrichtsstunden.
Auffällig ist dabei vor allem eines: Trotz zahlreicher Reformen, Programme und pädagogischer Leitbilddebatten hat sich an diesem Befund über Jahre hinweg kaum etwas geändert. Im zeitlichen Verlauf ergeben sich laut Klein keine deutlichen Änderungen. Disziplin- und Ordnungsprobleme erscheinen damit nicht als vorübergehende Begleiterscheinung einzelner Krisen, sondern als strukturelles Problem des deutschen Schulalltags.
Klein macht zugleich deutlich, dass zeitgemäße Klassenführung nichts mit autoritärem Drill oder Angst vor Strafen zu tun hat. Entscheidend seien professionelle Autorität, durchgehende Präsenz, Empathie und tragfähige Beziehungen. Gleichzeitig beschreibt er die wachsende Überforderung vieler Lehrkräfte: zunehmende Heterogenität in den Klassen, Personalmangel, große Lerngruppen und eine oft brüchige Zusammenarbeit mit Eltern erschweren konsequente Klassenführung erheblich. Sanktionen greifen in diesem Umfeld meist nur kurzfristig und münden nicht selten in eine Eskalationsspirale immer neuer Strafen.
Und doch bleibt der Befund hart: In den großen Studien ist Klassenführung die am schlechtesten bewertete Dimension guten Unterrichts. Genau hier liegt der neuralgische Punkt – damals wie heute.

Bernhard Bueb dürfte diese Diagnose vermutlich nicht überraschen. Schon 2006 sagte er im Spiegel: „Lehrer und Eltern sind viel zu sehr damit beschäftigt, Ruhe und Ordnung herzustellen, ihre Würde zu bewahren und für einen respektvollen Ton zu sorgen. Die kreative Arbeit mit Kindern kommt viel zu kurz, weil die meisten Kinder ihre Lehrer und Eltern als Animateure sehen, die vor allem eines liefern sollen: Spaß.“
Für Bueb – der selbst als ehemaliger (unbescholtener) Lehrer der Odenwaldschule und früherer Assistent Hartmut von Hentigs aus der reformpädagogischen Bewegung kam – war das kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck einer „beschädigten Erziehungskultur“. Nach Nationalsozialismus und 68er-Bewegung habe Deutschland das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und jede Form von Autorität unter Generalverdacht gestellt.
„Wir haben uns aufgrund unserer Geschichte in der Pädagogik mehr und mehr zu Gärtnern entwickelt“, sagte Bueb. „Doch die Methode des Gärtners birgt immer die Gefahr, dass er gar nicht mehr erzieht.“ Gemeint ist damit eine Erziehung, die sich weitgehend darauf beschränkt, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen und Entwicklung geschehen zu lassen – aus Angst, durch Eingriffe Autorität auszuüben oder Grenzen zu setzen. Nach Buebs Diagnose hat sich die Schule damit in vielen Fällen aus ihrer erzieherischen Verantwortung zurückgezogen.
Seine Alternative war provokant formuliert: das Bild des Töpfers, der formt, Konturen vorgibt, Verantwortung übernimmt. Entscheidend aber ist: Nicht im Gegensatz zur Zuwendung, sondern mit ihr als Voraussetzung. „Das Hauptmotiv eines Pädagogen muss Liebe zu Kindern sein“, betonte Bueb. „Sie verwandelt seine Macht in legitime Autorität.“
Und diese Haltung – man nennt sie heute autoritativ (abgrenzend von autoritär) – unterscheidet ihn dann eben deutlich von allen schwarzen Pädagogen. News4teachers









Who cares.
Ich lade alle herzlich ein, sich geduldig hinzusetzen und sich zu beschweren, bis Familien – plözlich? – mehr “Eigenverantwortung” übernehmen.
“Furcht sei nicht gleich Angst, argumentierte Bueb, sondern eine konkrete, berechenbare Folge von Regelverstößen. Ohne diese Erfahrung würden Kinder weder Grenzen noch Verantwortung lernen.”
Tut mir ehrlichgesagt leid, dass Herr Bueb seine Eltern, Schulbildung und ggf. Haustiere nur durch “berechenbare” Angst wahrnahm… 🙁
Haben Sie sein Buch gelesen? Oder gründet sich Ihre Meinung auf einzelne Sätze aus obigem Artikel? Der gesamte Artikel war ja anscheinend schon zu kompliziert für Sie.
36 Lesenden finden also Gefallen an derart gehässige Schlussbemerkungen…armselig.
who cares ^^
Habe das Buch nicht gelesen, daher bezog ich mich deutlich auf die Zitate in Artikel.
Lasen Sie es? 😉
Freue mich schon auf auf Ihre Rückmeldung, wenn Sie wissen, WAS Sie eigentlich widersprechen, das fehlte in Ihrer Antwort leider
Ich las das Buch (noch) nicht. Aber den gesamten obigen Artikel und den verlinkten Artikel von Werner Klein. Und im Gegensatz zu Ihnen, erlaubte ich mir keine “Bewertung” des Buches, da ich es nicht las.
Ich “bewertete” nur Ihre Aussage, die ,wieder einmal, zeigte, dass Sie viel Meinung zu Dingen haben, von denen Sie absolut keine Ahnung haben. Sie griffen wieder einmal einen einzigen Satz aus dem Artikel heraus, ohne diesen zu verstehen, da der Rest des Artikels an Ihnen wieder einmal “vorbei gerauscht” ist.
Kleiner Tipp: googeln Sie mal den Unterschied von autoritär und autoritativ.
Und dann lesen Sie den gesamten Artiikel (und den angegebenen link) noch einmal vollständig und denken darüber nach. Und dann überdenken Sie noch einmal, Ihren … Kommentar, auf den ich mich zuerst bezog! Vielleicht merken Sie es dann, warum viele hier Sie nicht ernst nehmen können.
“Kleiner Tipp: googeln Sie mal den Unterschied von autoritär und autoritativ.”
Und Sie plädieren hier darauf, dass Bernhard Bueb “autoritativ” “dachte”? Wie kommen Sie denn darauf? Vom Artikel? Nur weil es dort so steht?
Das ist tatsächlich soweit ich weiß “zwiespaltig”. Einige führen das wie die Redaktion an… Einige nicht.
Und man kann “solchen” Artikel wohl auch auf beider Basis schreiben. Die findet man auch.
Es ist halt eben nicht soooo unumstritten …
Dazu sollte man aber auch überlegen, “woher” und “wann” er kam … Schloss Salem hatte seinerzeit massive Probleme (auch PR/Medial) mit Drogen. Hat sich deutlich reduziert … Aber intern … Was solls.
Und hier ist natürlich eine “Urinprobe” als Lösung durchaus “autoritär”. Ohne jetzt das “als gut oder schlecht” einzuordnen.
Und auch sein “Basta” ist nicht unbedingt autoritativ geprägt.
Harte Konsequenzen und Abschreckung ebenfalls nicht.
Aber gut … Soll (und muss) jede/r für sich einordnen.
Richtig! Und genau deshalb werde ich das Buch auch lesen und mir selbst eine Meinung dazu bilden. Meine Kommentare bezogen sich bisher auf den Ausgangs-Artikel und den darin enthaltenen link. Da deckt sich eben vieles mit meinen Lebens- und Berufserfahrungen. Einzelne Zitate aus dem Buch zur “Meinungsbildung” heranzuziehen, finde ich “oberflächlich”, da haben Sie recht und das versuche ich meist zu vermeiden. Kontext und Hintergründe sind oft enorm wichtig – auch der eigene Hintergrund (auch der von Medien und Kritikern) kann die Meinungsbildung in die eine oder andere Richtung beeinflussen.
Wie zwiespältig manches ist, bemerkte ich bei dem Buch von Michael Winterhoff “Warum unsere Kinder Tyrannen werden”. Als ich es las, dachte ich: “Ja, der Mann hat Recht. So ist es!” Später las ich dann verschiedene Kritiken zur praktischen Tätigkeit von Winterhoff … Da fand ich dann nicht alles gut und richtig…
Absolut richtig. Machen Sie sich selbst ein Bild.
Ich will damit auch nicht sagen, dass Bueb es nicht gut meinte. Gut gemeint ist nur nicht immer gut macht.
Und ja, er hat autoritative Ansätze. Schauen Sie auf die Umsetzung.
Auch hier … Gut gemeint … Theorie und Praxis …
Die “Kritik” ist meiner Meinung nach durchaus oft berechtigt. “Die Probleme” sind ebenfalls zeitaktuell. Aber zwischen “Probleme erkennen”, “Probleme benennen” und “Probleme lösen” liegen oft halt Welten.
Sieht man bei einigen Themen …
Das System Winterhoff … Ja. Seine Bücher werden leider teilweise immernoch als “Expertenmeinung” angeführt (auch in Fobis gesehen). Erschreckend.
Im Übrigen ist das immer noch aktuell. Die Verhandlungen gehen weiter. Bald kommt es wahrscheinlich zu einem Urteil.
Das Thema könnte natürlich auch für die Redaktion (kommend) ein Topic Wert sein? Ist ja nicht gerade ohne und definitiv “im Bildungsbereich”.
https://ga.de/bonn/stadt-bonn/kinderpsychiater-michael-winterhoff-an-diesem-tag-faellt-das-urteil_aid-141936983
Über den Fall Winterhoff haben wir bereits (mehrfach) berichtet – etwa hier: https://www.news4teachers.de/2021/08/der-fall-winterhoff-und-die-these-von-den-tyrannenkindern-steckt-dahinter-der-populistische-wunsch-nach-autoritaerer-erziehung/
Wir werden beizeiten darauf zurückkommen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wieder keine Antwort, aber das “Herauspicken” war ein sogenanntes “Zitat”.
Ich bin der Meinung, dass dies wichtig ist.
Wenn Sie meinen, ich hätte etwas falsch verstanden, sollten Sie so langsam zum Punkt kommen und schreiben, WAS ich falsch verstanden habe und nicht Ob 😉
Sie haben es leider nicht verstanden.
Falls 34 Lehrende Ihre Kommentare ebenfalls derart reduziert austeilen, dann wundert sich hoffentlich niemand über Konsequenzen wie Ansehen unseres Berufes in der Öffentlichkeit.
Manchmal liegt in der Kürze die Würze.
Und da @Rainer Zufall ja eine erwachsene Person ist, sollte sie mit dieser sachlichen Rückmeldung auch selbstkritisch umgehen können.
Manchmal ja, hier wird aber vermeintliche Würze durch Arroganz verdrängt.
Sachorientiert wäre ein Hinweis, was Sie anders verstanden haben.
Ich glaube nicht, dass da noch etwas kommt.
Glashaus, Glashaus …
Welches Glashaus soll das sein? Weder Potschemuschka noch Sie waren bisher Willens bzw. in der Lage zu erklären, WO Sie mir widersprechen.
Aber ich irre mich gerne. Legen Sie los 🙂
Ich räume es ein, aber Sie schreiben, ich hätte nichts verstanden, und auf dieser Grundlage soll ich es nun verstehen?
Bitte ergänzen Sie Ihren Widerspruch noch um die Kritik, wo Sie meinen Denkfehler sehen.
Da wird in der Tat leider nichts weiter zu erwarten sein.
Ein “Denkfehler” setzt Denken voraus und da liegt Ihr Fehler. Sie zitieren einen einzigen Satz und schreiben irgendwelches unverständliches Zeug dazu…
Und noch eine dieser qualitativ hochwertigen Rückmeldung.
Wie wäre es, wenn Sie sich ein sinnvolleres Ventil für Ihre destruktiven Energien suchen?
Spazierengehen oder besser noch ein Boxsack könnte weiterhelfen.
Och, keine Sorge, ich habe genügend mentalen und körperlichen Ausgleich. Aber warum “bemuttern” Sie eigentlich den Rainer so intensiv? Der ist doch schon groß, dachte ich zumindest.
… aber der verhält sich nicht so …
Mag generell vielleicht so sein, passt hier aber eher schlecht. Ich fragte lediglich nach einem Argument bzw. Punkt, wo Potschemuschka widerspricht.
Bisher wurde viel Arbeit ihrerseits aufgebracht, diese Frage nicht zu beantworten :/
Reine Solidarität mit einem Sympathieträger – Gegenfrage: Warum diese ständigen Abwertungen Ihrerseits?
Erfahrungswerte, leider!
Ist das Ihre einzige Reaktionsmöglichkeit auf unliebsame Beiträge
bevorzugt auf die stets gleiche Person ?
Kindergarten (gähn)
Ich würde mich aufrichtig freuen, wenn Sie es mir erklären würden. Ich schließe nicht aus (wieder) etwas zu übersehen, aber mehr als ein “Alles falsch!” brauche ich da schon 😉
Übersehen Sie etwa die innewohnende “sachliche, kritische Rückmeldung”?
“Es ist ein Glück, dass die Gedankenleerheit keine solche Folge hat wie die Luftleerheit, sonst würden manche Köpfe, die sich an die Lesung von Werken wagen, die sie nicht verstehen, zusammengedrückt werden.”
(Georg Christoph Lichtenberg 1742-1799)
“Ich lade alle herzlich ein, sich geduldig hinzusetzen und sich zu beschweren, bis Familien – plötzlich? – mehr “Eigenverantwortung” übernehmen.”
🙂 Gut gesagt.
Danke für die Rechtschreibkorrektur!:D
>>Bernhard Bueb dürfte diese Diagnose vermutlich nicht überraschen. Schon 2006 sagte er im Spiegel: „Lehrer und Eltern sind viel zu sehr damit beschäftigt, Ruhe und Ordnung herzustellen, ihre Würde zu bewahren und für einen respektvollen Ton zu sorgen. Die kreative Arbeit mit Kindern kommt viel zu kurz, weil die meisten Kinder ihre Lehrer und Eltern als Animateure sehen, die vor allem eines liefern sollen: Spaß.“<<
Vor 20 Jahren erschien das Buch, der Anlass dazu baute sich doch schon viele Jahre zuvor auf (nach dem üblichen Monsterwellen-Bauplan).
Natürlich ist das nur “anekdotische Evidenz” 😉 :
Viele Lehramtsstudenten aka Praktikanten, Referendare und Junglehrer kurz nach dem Referendariat leben (sic!) dieses Animateur-Ideal – ihnen wurde doch genau das so vorgelebt
Der “Glücksfaktor” aka Zufriedenheit mit den “Ergebnissen” (“Selbstwirksamkeit”) ist überschaubar, Handlungsalternativen sind oft nicht im Rerpertoire (meist nicht einmal im Reich der Phantasie vorhanden), Konsequenzen lassen sich erahnen …
… langsam, aber zügig Fahrt aufnehmend und bergab – aber: LÄUFT! 🙁
Gewagte These (von mir, darum ohne Interview und/oder Studie):
“Bernhard Bueb dürfte diese Diagnose vermutlich nicht überraschen.” 😉
Die “Bildungsinitiative ‘Schland 2035” widerspricht energisch: Schule sollte ein Ort der Gefühle, Verwahrung und Therapie sein.
Disziplin ist böse.
Unterricht muss halt anders gedacht und aufgestellt werden.
Mit den tablets geht auch Unterricht von zuhause oder von der Wiese aus.
Für manche Stunden muss ich nicht in die Schule ^
Diese Vielfalt sorgt auch für Ruhe und mehr Möglichkeiten.
Bin durchaus Freund des Homeschooling. 🙂
gerade jetzt zur sehr kalten Jahreszeit wären Homeofficetage mal ein echter Vorteil.
Die tablet Klasse bei uns übt das schon seit 3 Jahren und die können das 😉
Es ist eben flexibel bei dem Wetter einfach mal nicht raus zu müssen und womöglich hinzufliegen, oder? Unsere ganze Straße sitzt im Homeoffice / Neubaugebiet!!
Ja, das löst wirklich das Problem, dass Animation erwartet wird, online wird Klassenführung zum Kinderspiel. Sie sind also der Meinung, Problemen mit fehlenden Grenzen bei dem Prinzip Eigenverantwortung und Selbständigkeit begegnet man am besten mit mehr davon. Wer nicht mitmacht und statt Unterricht die digitale Animation wählt ist dann selber schuld. “Entscheidend seien professionelle Autorität, durchgehende Präsenz, Empathie und tragfähige Beziehungen” – bekanntlich alles Dinge, die allein vor dem Tablet perfekt gefördert werden.
Ich kenne es von meinen Schülern, dass man nicht mehr miteinander diskutiert, sondern nur noch seine eigene Idee anbringen will, egal ob es passt. Die Anzahl der Beiträge, die hier die Lehreranwesenheit in einer Live-Klasse so weit wie möglich einschränken wollen, irritiert mich langsam schon. Persönliche Beziehungen, die sind doch wichtig, wir sind doch keine Unterrichtsautomaten! Wie baut man die denn auf, wenn die sozialen Probleme immer größer und die Klassen nicht kleiner werden? Sollen wir alle Schüler zu Onlinefreunden machen und jeder ist glücklich?
Kommt darauf an, mit wem. Mit Grundschul-und Sek1schülern würde ich nach meinen Corona-Distanzdigitalunterrichtserfahrungen das nicht noch einmal tun wollen. Für mich gilt: Unter allen Umständen Präsenzunterricht!
nein nein, etwas online Unterricht klappt schon prima.
3 Regeltage, 1 online Tag, 1 Projekttag z.B.
🙂 Das geht
Genau! Super Plan!
Mit motivierten Oberstufenschüler*innen? Ja, vielleicht.
Und tablets lösen Störungen im Unterricht?
Ich bin begeistert!
Tatsächlich gebe ich gerne zu, dass ich mit “herausfordernden” Klassen gerne in den PC-Raum gehe. Wenigstens Ruhe und Beschäftigung, jedoch geht da der – es doll ihn ja noch geben – Bildungsauftrag völlig flöten.
Hat sich jedoch schon vor 20 Jahren deutlich verschoben. 60% Erziehung, 40% Bildung.
Und dennoch: Meine damaligen Hauptschüler (mdw) haben mehr Bildung gehabt, als so mancher Schüler (mdw) heute.
Schleichend wurde über die Jahre aus einer Bildungsanstalt eine Erziehungsanstalt (ich mag beide Wörter nicht).
Man mag sich fragen – was ist bloß auf der Strecke geblieben, dass es zu so einer Veränderung kommen konnte (musste)?! Grübel.
Man staunt ja, wie plötzlich wieder alle entdecken, dass Buebs Lob der Disziplin gar nicht so gestrig ist, wie man es jahrzehntelang herbeigeredet hat. Das im Artikel zitierte
„Eine störungsarme Unterrichtsstunde, bei der die zur Verfügung stehende Zeit von allen Schülerinnen und Schülern optimal für Lernprozesse genutzt wird, scheint für viele Lehrkräfte ein fernes Ziel zu sein“
klingt fast rührend – als hätte man nicht selbst dafür gesorgt, dass dieses Ziel in weite Ferne gerückt ist.
Denn wie soll Unterricht funktionieren, wenn man Schulen seit Jahren mit pädagogischem Laissez‑faire flutet? SOL, Kompetenztrallala, Teamarbeit, Stationsspielchen – gern auch im MINT‑Unterricht, wo früher tatsächlich noch konzentriert gearbeitet wurde – haben vor allem eines hervorgebracht: Disziplinlosigkeit, mangelnde Leistungsbereitschaft und die bequeme Illusion, Lernen sei ein pädagogisches Wellnessprogramm. Selbstdisziplin und der Aufbau von Wissen und individuellem fachlichen Können entstehen eben nicht durch „macht mal selbst“, sondern durch klare Führung. Doch genau die hat man den „Oldschool“-Lehrern systematisch auszutreiben versucht.
Bei mir und vielen anderen renitenten MINT‑Konservativlingen ist das zum Glück nicht gelungen. Kraft hat es uns gekostet, Nerven sowieso, aber wir haben uns nicht weichspülen lassen. Und genau dafür wurde uns dann gern schwarze Pädagogik oder mangelnde Empathie unterstellt – als wären wir autoritäre Monster. Während um uns herum das Methodenkarussell immer schneller drehte, haben wir weiter unterrichtet, als ginge es tatsächlich noch um die Vermittlung von Wissen.
Viele Schüler, die wirklich lernen wollten, haben diese ruhige, klare Atmosphäre geschätzt: Der Lehrer präsent, erklärt, stellt Zusammenhänge her; die Schüler arbeiten, debattieren, probieren sich aus – aber eben nicht endlos allein. Das ist anstrengend, erfordert Selbstdisziplin und die Anerkennung der fachlichen Expertise und Autorität des Lehrers. Aber all das darf und muss Schülern auch zugemutet werden.
Und jetzt? Jetzt fordern sogar manche Eltern wieder mehr Frontalunterricht. Offenbar ist angekommen, dass „Frontalunterricht macht klug“ nicht nur ein provokanter Spruch ist, sondern eine Beobachtung aus der Realität. Die Schulen sind längst Dauerbaustellen: jedes Jahr eine neue Reform, jedes Jahr ein neues pädagogisches Experiment. Eltern haben das Gefühl, ihre Kinder seien Versuchskaninchen für Methoden, die vor allem eines gemeinsam haben – sie definieren sich darüber, bloß nicht klassischer Unterricht zu sein.
Buebs Lob der Disziplin ist also nicht nostalgisch, sondern eine Diagnose – und unsere Schulen liefern täglich den Beweis für seine Aktualität.
Tjahhhhhh, so gehen die gesellschaftlichen “”””Debatten””” ihren (medial gelenkten) Weg:
– Auf einmal, wenn die ungeschminkte Realität (wenn auch von fern) an die Tür klopft, da sollen “Männer wieder kriegstüchtuge Kerls in der Kompanie” sein, diese Weicheier-Schrägstrich-Chauvinisten
– Plötzlich, quasi über Nacht bricht die Dämmerung herein: Kinder, Kinder, Kinder sollen “die Frauen” kriegen (noch traut “man” sich nicht, das “richtige” vor die “Frauen” zu stellen, noch!), für die Rente und überhaut.
– Und jetzt dann sowas: Sapperlot und links-zwo-drei-vier-noch-eins, “Disziplin” (™ & © by trve evil Satan höchstpersönlich) in der Schule ?
Diese Drohne setzt eine leicht schockierte Plastikmaske auf, was ist denn da los?
Ich bin baff und völlig betäubt vor Überraschung.
“Ich bin baff und völlig betäubt vor Überraschung.”
Mir klappte beim Lesen die Kinnlade bis zu den Zehen runter. Ich hab sie noch nicht wieder hoch gekriegt.
Ich verstehe die Aussage Ihres Kommentars nicht. (Obwohl fast alles auf Deutsch ist.)
Isch saaach mal soooo:
Hä!?????!
Wad wolln Se eijentlisch saaachen?
„Eine störungsarme Unterrichtsstunde, bei der die zur Verfügung stehende Zeit von allen Schülerinnen und Schülern optimal für Lernprozesse genutzt wird, scheint für viele Lehrkräfte ein fernes Ziel zu sein“
Richtig. Das beschreibt die traurige Realität an vielen Schulen und bei vielen Lehrern ziemlich korrekt.
Danke für diesen Artikel über dieses Buch und den Rückblick darauf nach 20 Jahren. Es scheint mir als Verfechterin des autoritativen Stils aus der Seele zu sprechen und ich habe es direkt bestellt.
Ich nun auch.
Ich habe das Buch damals schon gelesen und die Aussagen und Inhalte haben an Aktualität über 20 Jahre aber auch gar nichts eingebüßt … leider!
Verkaufsschlager (“Bestseller”) vor 20 Jahren. Ich kenne den gar nicht. Klingt interessant. Danke für den Hinweis.
Ich kenne ihn auch nicht und finde ihn vermutlich auch interessant
Mich stört der Begriff Disziplin. Mit Disziplin gewinnt man keinen Blumentopf.
Das, was man Kindern/Jugendlichen als Fehlverhalten oder “Disziplinlosigkeit” ankreidet oder unterstellt, ist durchaus zielgerichtet, wenngleich auch überwiegend unterbewusst.
In anderen Zusammenhängen würde man von “shittest” sprechen.
Was genau stört Sie an dem Begriff “Disziplin”?
https://lexikon.stangl.eu/5158/disziplin
“Zahlreiche Versuche haben gezeigt, dass willentlich getroffene Entscheidungen dem Gehirn viel Energie entziehen und sich dadurch die Willenskraft rasch erschöpft…”
Eben. Deswegen gewinnt man damit auch keinen Blumentopf.
Aber, ohne dabei den Widerspruch aufzulösen:
“Eingeübte Verhaltensweisen, kleine Routinen oder Rituale können dabei helfen…”
Dann ist es eine Gewohnheit und für Gewohnheiten braucht man eben keine Disziplin.
Man steht nicht morgens auf und geht zur Arbeit, weil man so diszipliniert ist sondern weil es eine Gewohnheit ist.
Diejenigen, die sich dazu zwingen, disziplinieren müssen, sind die Burnoutfälle.
Hmm, dann formuliere ich Ihren Kommentar mal um:
… und man verhält sich respektvoll, höflich, folgt aufmerksam dem Unterricht, brüllt nicht rum, macht sorgfältig seine (Haus)aufgaben, kommt pünktlich …. “nicht weil man so diszipliniert ist, sondern weil es eine Gewohnheit ist.”
Diejenigen, die sich dazu zwingen müssen, sind … willenlos? Ihrem Gehirn wird durch willentliche Entscheidungen zu viel Energie entzogen?
Habe ich das so richtig verstanden? Oder meinten Sie es anders?
Diejenigen, die sich dazu zwinge müssten, haben die Gewohnheit nicht.
Kinder haben die Gewohnheiten, die ihre Eltern für sie oder mit ihnen eingeübt haben. Dass nennt man landläufig Erziehung.
Da sind wir doch einer Meinung. aber warum haben immer mehr dieser Kinder diese Erziehung nicht genossen und konnten diese Gewohnheiten nicht entwickeln bzw. haben ganz andere Gewohnheiten entwickelt? Und wie soll Kita oder Schule diese Gewohnheiten mit den Kindern einüben, in immer größeren heterogenen Gruppen/Klassen (entgegen den verschiedensten “Erziehungs”ratschlägen/-wünschen der Eltern? Wie soll Schule Gewohnheiten, die den Schulablauf massiv stören den Kindern wieder “abgewöhnen/aberziehen”? Haben Sie da Ideen?
Und was wird zur Umgewöhnung gebraucht?
Dann nennen Sie es eben Betragen, Benehmen… Das ist doch so egal.
Ich verstehe “shittest” nicht. Warum dieses eine Wort auf Englisch? Sie können bestimmt super gut Englisch. Ich aber nicht.
Aber offensichtlich haben Sie Zugang zum Internet. Zur Not reicht das aus.
Es ist ein feststehender Begriff, dessen Erklärung mir jetzt zu langatmig ist.
“Shittest” (or “shit test”) refers to a social challenge or power play, often in dating, where someone tests another’s confidence, boundaries, or self-control by making a provocative statement or acting disrespectfully, aiming to see if the other person remains calm, strong, or gets defensive. It’s a way to assess a person’s true character and perceived social status, checking if they’re genuine or just putting on an act, with the goal of establishing dominance or revealing a lower-power position.”
Scherz! Ich finde gerade nichts seriöses in deutscher Sprache. Nutzen Sie zur Not einen Translator.
Schade, dass wir das nicht dürfen…. Den wahren Charakter durch Provokation herauszufinden…. Was? Oder?
Aber vielleicht treffen Sie hier mal wieder ein SM (Social Media) – Problem.
Die Herausforderung. Hier gleich doppelt.
Und was zeigt das? M.E. leider ausschließlich Grenzenlosigkeit und Sucht nach likes (wenn evtl. auch nur inside the classrom and not in the www).
Und mal ehrlich – wenn schon ohne Disziplin, dann doch bitte mit Grenzen. Und seien es “nur” die eigenen, die es zu wahren gilt. (Auch das hört sich im Blick auf unsere aktuelle geopolitische Weltlage gruselig an).
Sollte im Elternhaus starten und sich über die (leider inzwischen auch “machwasduwillst-Pädagigik so mancher) KiTas bis in die (wir schonen dich und stellen keine Forderungen) Schule ziehen.
Wenn jemand glaubt, es ginge ohne Erziehung, weil das Disziplin der Erziehenden erfordert und die Kids sich schon von selbst in die gesellschaftlich notwendige Richting bewegen…..
… hat “den Menschen” an sich nicht verstanden.
Oder ist eher an einer Wekt mit EGO-Shootern interessiert -bim real life.
Sarkasmus, Ironie und eigene Meinung.
Eine nervige/peinliche Pseudoherausforderung eines kognitiven frames, von der die “testende” Person innerlich/unbewusst ***eigentlich*** hofft, dass die Gegenseite nicht drauf reinfällt.
Wenn z.B. ein Kleinkind schreit: “Ich hasse Dich!”, weil man ihm das Tablet wegnimmt würde man den shittest “verkacken”/failen, wenn man das Tablet daraufhin zurückgibt und es gewähren lässt.
Genau so failed man, wenn man ganz dolle wütend/traurig wird und das Kind z.B. stundenlang anschreien würde. (Weil man sich dann in den emotionalen frame des Kindes ziehen lassen würde)
Ich weiß nicht ob der Ausdruck “Shittest” in Bezug auf Schule und Unterricht passt, es gibt ihn er in anderem Zusammenhang. Bei google eingegeben, gibts schnell erstaunliche Erklärungen in deutscher Sprache.
Wo ist das Problem?
Disziplin [auch Selbstdisziplin!]:
= ” (alle!) TATEN HABEN FOLGEN”!
(Punkt!)
In jedem Lebensalter und vielfältigen Situationen.
● Gute Taten = angenehme Folgen
● Schlechte Taten = unangenehme
Folgen…
Sie haben das irgendwie nicht erfasst und das ist auch ein Grund dafür, warum ich ein Problem mit dem Begriff “Disziplin” habe. Der Begriff wird nicht trennscharf genutzt.
Was Sie beschreiben hat mit Disziplin so gar nichts zu tun. Das ist ein Reiz-Reaktions-Mechanismus. Im weiteren Sinne ein Lerneffekt.
Disziplin soll gerade den Reiz-Reaktions-Mechanismus unterbrechen, unterbinden. Also das Gegenteil von dem, was Sie hier anbringen.
Fragen Sie einmal, was für den Heroinjunkie “angenehme Folgen” sind oder weniger drastisch für den Faulenzer.
Richtig, würde man.
Was daraus entsteht, SuS jahrzehntelang (und auch weiterhin ungebremst) shittests losdonnern zu lassen sieht der Praktiker dann im Leistungsniveau.
Disziplin beendet shittests, bevor sie beginnen.
Statt (aus purem Unsinnsdenk heraus) von jeder Lehrkraft zu verlangen, sich “damit” statt mit der eigentlich anstehenden Arbeit auseinanderzusetzen.
Es ist schon klar, dass es im Schulkontext nicht hilfreich ist, wenn man bei 20 Kindern im Raum von 12 einen “shittest” bekommt.
Nur hat das mit Disziplin wenig bis gar nichts zu tun sondern mit mangelnder Erziehung oder unerwünschter Erziehungsmuster und Störungen auf der Beziehungsebene, unguter Beziehungsmuster, die im Elternhaus gelegt wurden.
Mit Disziplin wird mancher Weltmeister (mdw), Olympiasieger (mdw), Topstar…..
Oder meinen Sie, das sei nur Talent und dauerintrinsische Motivation?
Ja, der beste Beitrag seit Langem, den ich hier lese (und ich habe viele gute Beiträge hier gelesen)!
“In seiner Streitschrift plädierte er für eine „ausgewogene Erziehung zwischen Führen und Wachsenlassen, Disziplin und Liebe, Kontrolle und Vertrauen“. Erwachsene, so sein Appell, müssten wieder mehr Verantwortung übernehmen und den „Mut zur Erziehung“ zurückgewinnen. Kinder und Jugendliche würden überfordert, wenn man sie zu früh in eine altersunangemessene Unabhängigkeit entlasse. Freiheit entstehe nicht durch frühe Autonomie, sondern durch eingeübte Selbstüberwindung. Bis diese vorhanden sei, brauche es Orientierung, Führung – und die Bereitschaft zu strafen.”
So ist es!
Was ist cool? Erfolg.Ein Lehrer muss neben allen Erfordernissen, die für jeden Beruf gelten,eine gewisse Nahkampfhärte haben oder entwickeln.Ohne Erfolg hast du alle gegen dich.Eltern,Vorgesetzte, Schüler.In meinen zwanzig Jahren als Lehrer hatte ich ein cooles Berufsleben.Warum nur zwanzig Jahre? Ich war ebenso Berufsmusiker.Mit allen Höhen und Tiefen.Und Ich habe vor dem Studium zwei Jahre auf dem Bau gearbeitet.Bei der NVA war Ich auch dreimal.Deshalb kann einem die Diskussion über Lehrer und ihr grausames Los auf die Ketten gehen.Aber so was von…….Und von wegen guter/schlechter Lehrer.Polizisten und Busfahrer
3x bei der NVA?
Wenn man sich immer wieder vom Kommandantendienst einsammeln lässt…
Guten Morgen und ein Hoch auf die Disziplin!
Vorweg noch eine kurze Bemerkung zu mir, damit ich nicht wieder nach “Bautzen” und in die AfD-Ecke gesteckt werde: Ich bin 59 Jahre, komme aus dem Erzgebirge, bin Mutter von 2 Kindern und gelernte Erzieherin seit 13 Jahren, also ausgebildet im Besten Deutschland aller Zeiten.
Ich habe zu diesem Thema eine Abschlussarbeit geschrieben und bin schon damals zu der Überzeugung gekommen, dass in der Erziehung und Bildung etwas falsch läuft. Disziplin hat nichts mit Kadavergehorsam und Drill zu tun. Viele Dinge, die Disziplin ausmachen, werden heute nicht mehr als zeitgemäß von Eltern und pädagogischen Kräften gesehen. Schade, denn das Arbeiten wird damit immer schwerer. Schaut man sich Kinder und Jugendliche an, schneidet sich die Gesellschaft ins eigene Fleisch.
Vielleicht sollte diese Buch als Pflichtlektüre in Ausbildung und Schule vorurteilsfrei genommen und sich damit auseinandergesetzt werden. Sicher kann man auch Kritisches darin finden. Wir sind Menschen und machen Fehler.
Liebe Frau Löbs, als Streitschrift oder Diskussionsgrundlage neben anderer Literatur, die andere Schwerpunkte setzt. Wir sind uns alle einig, dass es nicht die eine wahre Methode gibt und das Auseinandersetzung gut ist. Bei Disziplin vertritt in dieser Diskussion jeder seine eigene Variante, einige bekommen aus ihrer Erfahrung bei dem Begriff Disziplin sofort einen dicken Hals, andere finden Disziplin als Allheilmittel – irgendwo dazwischen schein der Weg zu sein. Pauschalisieren von früher und heute, Ost und West scheint immer schwierig zu sein. Wie soll ich als “Wessi” wissen, ob der andere Teil der bessere war, wir konnten uns ja lange nicht gut austauschen und selbst heute ist da noch viel Verklärung im Spiel. Viele blicken aus heutige Schulen mit großem Argwohn, das machen die Älteren schon immer so. Es wird heute nicht alles schlecht sein, genauso wie früher nicht alles gut war (heute und früher lassen sich auch durch Ost und West austauschen). Wir nehmen uns zu wenig Zeit für die Kinder, und wir projizieren hohe Erwartungen in die Kinder, und wir haben zu wenig Vertrauen in die Kinder, Eltern, Lehrer und Gesellschaft, ein guter weg ist Raum und Zeit für Kinder und Eltern zu schaffen, und die Kinder annehmen.
Den Lehrer als Gärtner zu sehen gefällt mir aber. Bin gerne Gärtner im Garten des Bildungswesens!
Manchmal halt mit der Säge.
Ich assoziiere eher pflegen, wachsen, gedeihen…. und irgendwann auch ernten.
Das eine schließt das andere doch nicht aus. Manchmal braucht es auch geeignetes Werkzeug, damit das Unkraut im Garten nicht alles andere überwuchert. 🙂
Was bitte ist denn Unkraut in Bezug aus Menschen im Bildungs- und Erziehungprozess?
Es ging um das “Bild des Lehrers als Gärtner”. Wer einen Garten hat, kann mein Bild vielleicht verstehen. Es gibt ja auch verschiedene Gartenformen, z. B. Nutzgarten, Naturgarten, Rosengarten, Renaissance-Garten … so wie es auch verschiedene Schulformen gibt. Die Frage ist doch, (ob Garten oder Schule), was möchte ich erreichen? Was muss ich fördern? Was muss in seiner Ausbreitung eingedämmt werden, um das Endziel nicht zu behindern? Überlässt man seinen Garten ungepflegt, ohne hier und da begrenzend einzugreifen, hat man bald nur noch wildwuchernde Brombeeren, Giersch oder anderes (je nach Klima, Boden, …) Wer es mag, okay.
Übrigens hätte ich statt “Unkraut” besser “Wildkräuter” schreiben sollen. Auch diese “Wildkräuter” sind, in Maßen, wichtig im Garten. Z. B. zeigen diese die Bodenbeschaffenheit und den Mangel an bestimmten Nährstoffen an. Auch das lässt sich bildlich auf Schule übertragen. 🙂
P. S.: Noch ein Punkt – nicht jeder gewünschte Garten lässt sich problemlos (ohne sehr großen Aufwand und Kosten) umsetzen, wenn Boden und Klima. z. B. nicht passen.
Ohne regelmäßigen Baumschnitt keine guten Äpfel!
Guter alter Wein in neuen Schläuchen!
Die anhaltende mediale Präsenz von Bernhard Bueb als pädagogische Instanz bedarf einer kritischen Revision, die über die bloße Debatte um ‚Werte‘ hinausgeht. Seine Forderungen nach Zucht und einer ‚Pädagogik der Macht‘ müssen zwingend vor dem Hintergrund seiner institutionellen Biografie an der Odenwaldschule und Schloss Salem gelesen werden.
Aus professioneller Perspektive der Heilpädagogik und Jugendhilfe ergeben sich drei zentrale Kritikpunkte an Buebs Ideologie:
Strukturelle Begünstigung von Missbrauchsdynamiken: Buebs Postulat der ‚bedingungslosen Anerkennung von Autorität‘ korreliert fatal mit bekannten Täterstrategien. Ein System, das den individuellen Willen des Kindes als zu brechenden Widerstand definiert, zerstört systematisch dessen Grenzsetzungsfähigkeit. Wo Gehorsam zur höchsten Tugend erhoben wird, finden Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt den idealen Resonanzboden, da die Opfer zur Sprachlosigkeit gegenüber hierarchischen Strukturen erzogen werden.
Die Ambivalenz der Distanz: Während Bueb vorgibt, durch formale Distanz die emotional entgrenzte ‚Nähe-Pädagogik‘ der Ära Becker (Odenwaldschule) zu korrigieren, ersetzt er lediglich ein gefährliches Extrem durch ein anderes. Seine Ideologie der Unterordnung legitimiert ein massives Machtgefälle, das Transparenz und Partizipation – die wirksamsten Schutzfaktoren gegen Gewalt – konsequent ausschließt.
Wissenschaftliche Regression statt Evidenz: Buebs Thesen basieren auf einem elitären, teils kolonialistisch geprägten Menschenbild, das die Persönlichkeitsentwicklung als bloßen Dressurakt missversteht. Dass er trotz dokumentierter Verharmlosung von Gewaltfällen in seiner eigenen Amtszeit weiterhin unkritisch als ‚Ordnungshüter‘ tituliert wird, offenbart ein besorgniserregendes Desinteresse an einer seriösen Aufarbeitung institutioneller Gewaltgeschichte.
Eine Pädagogik, die Macht als Selbstzweck glorifiziert, entzieht sich der demokratischen Kontrolle und gefährdet die psychische Integrität derjenigen, die sie zu schützen vorgibt. Wir sollten Führung nicht länger als Dominanz missverstehen, sondern als Verantwortung für die Autonomie des Individuums.
Danke für diesen informativen, kritischen Beitrag.
Ist “Unverzagter” der oder die Gleiche wie “unverzagte”? Interessiert mich einfach nur.
Ja, ist mein alter ego.
Apropos: Wie geht es Ahorn2 ?
Autschn, ich meinte Ahorn2…
Macht als Selbstzweck und “Persönlichkeitsentwicklung als bloßen Dressurakt”, wie Sie behaupten, kann ich beim “Lob der Disziplin” nicht erkennen. Wie kommen Sie bloß auf diese Interpretation von Herrn Buebs Aussagen?
Ich habe mir das Buch schon vor ca. 20 Jahren kurz nach seinem Erscheinem gekauft und vor Kurzem noch einmal voller Zustimmung gelesen. Das hätte ich garantiert nicht getan, wenn ich Ihre Kritik an dem Buch auch nur halbwegs nachvollziehen könnte.
Ich glaube, ich werde das Buch nun unbedingt lesen, denn wenn es so umstritten ist, ist es bestimmt gut. Schon der obige Artikel machte Appetit darauf, denn vieles deckt sich mit meiner Berufs- und Lebenserfahrung.
Tun Sie das! Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen. Mir spricht es jedenfalls aus der Seele.
Cool, dann können Sie mir beizeiten ja schreiben, wo Sie mir konkret widersprechen wollen 😉
Cool! Wenn Sie das Buch und den Artikel oben (+ den link) dann auch vollständig (selbst – keine Kurzzusammenfassung von KI) gelesen haben, können wir gern darüber diskutieren! 🙂
Ich bezog mich bei meinem Zitat sowie meiner Meinung auf den Artikel, nicht das Buch, das wir BEIDE nicht gelesen haben.
Aber ich nehme an, Sie haben mir widersprochen, werden jetzt – garantiert – das Buch lesen und mir anschließend schreiben, wo Sie konkret meiner Aussagen widersprachen? 🙂
Wo haben Sie das denn abgeschrieben? Gibt es da noch Quellen?
Ist das eine konstruktive Unterstellung? ich frag für einen Freund, weil der unter Chris formulierte Beitrag eine kritische Anmerkung zur Auseinandersetzung bietet und nicht “gehatet” werden sollte
Ok.
Dann hat “das Individuum” auch die Verantwortung dafür, zwar ohne Schulabschluss, aber mit Großmeister in “Tiktok scrollen” abzugehen ?
Iiiiiiiirgendwas sagt mir, dass Sie dann auf einmal nicht mehr von “Verantwortung”, “Autonomie” (bei Kindern, lol) usw. reden würden…
Wie kommen Sie zu dieser Schlussfolgerung? Kontexte und Kausalitäten dürfen durchaus berücksichtigt werden, Odenwaldschule, Salem darf durchaus mal gegoogelt werden, vielleicht erkennen Sie dann etwas, oder war das alles OK?
Erziehung braucht Grenzen und Sanktionen für Grenzüberschreitungen.
Man kann gerne darüber diskutieren wie eng oder weit diese Grenzen sein sollen oder können.
Wer daran glaubt ohne Grenzen erziehen oder auch nur zusammen leben zu können geht von einen falschen Menschenbild aus.
Die intrinsische Motivation sich mit Dingen zu beschäftigen die nicht unbedingt unterhaltsam, dafür aber nötig sind, würde von Menschen eine Selbstdisziplin und Vernunft erfordern die nur ein Bruchteil der Menschen aufbringt.
Ein relativ hoher Anteil ist auch nicht bereit sich an Regeln zu halten, wenn diese ihm nicht passen und Verstöße kaum oder keine Folgen haben.
Für Kinder und Jugendliche gilt das noch mehr als für den Rest der Menschen.
Warum sollte ich Mathe lernen wenn doch das Handy viel schönere Zeitgestaltung verspricht?
War passiert wenn ich nicht lerne? Nichts! Prima!
Später wenn ich erwachsen bin werde ich es bereuen kein Mathe gelernt zu haben sagt der Lehrer.
Erwachsen? Das dauert noch Jahre und dann bin ich längt Influencer und wohne in Dubai.
So tickt der Mensch.
Unsere Politik hat trotzdem jahrelang mit dem Menschenbild des hoch motivierten, lernbegierigen Menschen gearbeitet der nach nichts mehr hungert als nach Bildung.
Dem Arbeit und Herausforderungen Spaß machen wenn man sie ihm richtig verkauft.
Die Lehrer waren eben nur immer zu doof um das zu tun.
Der Weg des geringsten Widerstands (und des höchsten Spaßes) von dem so viel geredet wird wurde als böswillige Lüge abgetan.
Nun steht man verwundert vor einer riesigen Bildungsmisere.
Eigentlich echt amüsant, wenn es nicht so traurig wäre.
Die Bereitschaft sich an Regeln zu halten erkennt man zB regelmäßig an roten Fußgängerampeln: Nur die wenigsten Menschen (egal welchen Alters) bleiben stehen, wenn die Straße “frei” ist, bzw. sie der Meinung sind es auf die andere Seite zu schaffen ohne dass ein Auto eine Vollbremsung einlegen muss.
Ich denke Ihre Sicht auf die Menschheit ist durch Ihre Erfahrungen geprägt, es gibt unzählige andere Erfahrungen. Die Schlussfolgerungen, die Sie ziehen bestätigen Ihre Erfahrungen, dass ist in der pauschalisierenden Art aber genauso falsch wie richtig. Ich kann das aus über25 Jahren Lehrerfahrung bei jugendlichen Menschen nicht bestätigen, eigentlich war jeder Mensch ein Individuum und entsprechend vielschichtig waren die Klassen, und alle wollten auf der Zielgerade einen Abschluss und in der Folge einen Beruf und ein entsprechende Arbeit als Teil Ihrer jeweiligen Gesellschaft, was auch alle irgendwie hinbekommen haben, aber wahrscheinlich waren das bei mir nur die Ausnahmen von der Regel und so tickten meine Menschen, entgegen Ihrer Vermutung. vielleicht die Hoffnung nicht aufgeben und am Ball bleiben…
Disziplin ist unabdingbar für ein erfolgreiches Lernen. Es ist höchste Zeit das sie wieder in den Klassenzimmern Einzug hält.
Jeder Leistungssportler weiß das!
Auf keinen Fall, lieber auf “”””Experten”””” hören und mehr “Haftbefehl” in Deutsch und Musik durchnehmen…Viele Grüße von der Bildungsinitiative “‘Schland 2035” – jetzt mit noch mehr Elektrolyten!
Nee, so einfach lässt sich das nicht sagen, es braucht eine ganze Gesellschaft, um Kinder heranzuziehen, Ihre Disziplin ist wie im Leistungssport nur ein Teil vom Ganzen, es baucht Talent, Vorraussetzungen, Möglichkeiten, Umfeld, Fürsorge, Ansporn, Ziele, Dusel und Schwein, Glück und Verstand und Menschen, die das ganze tragen und ermöglichen. Lernen geht auch außerhalb eines Klassenzimmers und eigentlich waren wir schon beim Lebenslangen Lernen angelangt, gute Schulen sind ein wichtiger Baustein, aber das alleine reicht nie aus, genauso bei dem Aspekt Disziplin – nicht jeder will Leistungssportler sein, und das ist zu akzeptieren.
Mit dem ersten Teil Ihres Kommentars, gehe ich mit – ganz viele Einflüsse wirken auf Kinder (und eigentlich auf alle Menschen zu jeder Zeit, ein Leben lang) ein und “formen” diese auf die eine oder andere Art.
A. S. Makarenko formulierte das so:
“Der Mensch wird nicht in Teilen erzogen, er wird synthetisch geschaffen durch die Summe der Einflüsse, denen er ausgesetzt ist.”
(Ehe jetzt manche Schnappatmung bekommen – hier die Definition von “synthetisch”:https://www.duden.de/rechtschreibung/synthetisch )
Ihr letzter Satz allerdings erschließt sich mir nicht so ganz:
“…genauso bei dem Aspekt Disziplin – nicht jeder will Leistungssportler sein, und das ist zu akzeptieren….”
Wäre ich nicht ich, sonder rain zufällig ein anderer Forist hier, würde ich das wie folgt verstehen:
“Nicht jeder will diszipliniert sein, sich also nicht an gesellschaftliche Regeln halten und das müssen wir akzeptieren.”
Meinen Sie das wirklich so? Dann frage ich, wozu gibt es überhaupt Regeln und Gesetze? Brauchen wir nicht? Jeder macht, was er will?
https://www.duden.de/rechtschreibung/Disziplin
Hätten wir nicht ohne ein gesundes Maß an Disziplin Anarchie?
Sollte unsere Gesellschaft nicht besser definieren, was “ein gesundes Maß an Disziplin” bedeutet und wie man diese in der Erziehung von Kindern umsetzt? Stattdessen wird immer nur in Extremen diskutiert. Die Ergebnisse sieht man in Schulen und Kitas leider seit Jahrzehnten. (meine persönliche Meinung)
Lieber Herr Priboscheck,
Sie haben und sie leisten richtig gute Arbeit. Dass Sie in den Kommentaren so viel Anerkennung für eine Rehabilitierung eines ganz furchtbaren Buches bzw. Autoren bekommen, sollte Ihnen zu denken geben.
Hier drei Zitate von Herrn Bueb:
Puh, wenn das richtungsweisend sein soll…
Sie beschreiben indirekt, warum Lehrer heutzutage so oft an Unterrichtsstörungen leiden und sie nicht in den Griff bekommen. Die denken vermutlich alle so wie Sie.
und das ist schlecht? frag für einen Freund
Und doch funktioniert nicht nur die Erziehung, sondern die ganze Welt so.
Wenn Sie es nicht glauben – einfach Haustür offen stehen lassen und alles Bargeld auf dem Wohnzimmertisch auftürmen…”Menschen müssen halt selbst verstehen, dass es faaaalsch wäre, die Kohle zu nehmen!” 😀
Ein Kind, dass “Einsicht hat, warum rs gehorchen soll” ist im übrigen kein Kind mehr und muss daher garnicht gehorchen.
was ist das für ein krudes Beispiel, was wollen Sie damit sagen?
Simmt doch alles. Was soll an diesen Erkenntnissen denn furchtbar sein?
Ich tippe auf Ironie.
Ja, klingt ungewohnt, weil’s inzwischen ungewohnt ist. Das Gegenteil haben wir nun allerdings seit Jahrzehnten gehabt und sehen die erschreckenden Ergebnisse.
Ich unterrichte nach dieser „Schwarzen Pädagogik“ seit nunmehr 28 Jahren, meine Klassen laufen geschmeidig und ich bekomme von SuS und Eltern mehr Lob und Anerkennung als Ablehnung. Also Lob von den Eltern, die wollen, dass der Laden läuft, dass ihr Kind etwas lernt, dass Ordnung und Disziplin (ja, böse Wörter) während des Unterrichts herrscht mit viel Ruhe. Auch die SuS, die sich nach einer angenehmen Arbeitsatmosphäre sehnen, sind mir zugewandt.
Während des Unterrichts fehlt es meinerseits nicht an Zuwendung, Spaß, Humor und einer angenehmen Lernatmosphäre. Meine KuK arbeiten gerne in meinen Klassen. Ja, ich werde als „autoritärer Brocken“ angesehen, aber ich muss bis 67 überleben. Und bis jetzt bin ich mit meinem Weg ganz gut durchgekommen.
Weiter so! Ihre Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Angesichts dessen, was sich heute in vielen Schulen abspielt, sind die meidten Schüler und Eltern geradezu dankbar für jeden „autoritären Brocken“.
Danke! 20 Jahre Hauptschule bestätigen Sie in vollem Umfang!
Bevor engagierte KommentarschreiberInnen unter die Gürtellinie zielen, das Dilemma für viele Lehrkräfte ist und bleibt unter der stiefmütterlichen Bildungspolitik guten Unterricht zu machen, gut im Sinne, dass die TeilnehmerInnen von Unterricht bereichert an Kenntnis, Wissen und Fähigkeiten aus diesem Unterricht heraustreten. Die damalige Streitschrift und die damalige Diskussion habe ich in Erinnerung, schon bei “Salem” war ich in der Grundtendenz kritisch, aber es war eine Streitschrift, um ein Thema, das bis heute in vielen Facetten existiert und eine fruchtbare/ furchtbare Diskussion brachte, nicht mehr und nicht weniger. Gibt es überhaupt zu diesem Thema ein eindeutiges ‘so ist richtig’ und ‘so ist falsch’, wäre mir neu. Es gibt und gab immer m/w Lehrkräfte, die einen guten Draht zu Ihren SchülerInnen fanden und hinbekamen im einem angenehmen Lernumfeld alle zu guten Lernenden zu bringen, und welche, die auch mit viel Härte, Autorität und Strenge zu nichts führten, es kommt eben darauf an. Ob wir uns Japan, China, Singapur als Vorbild in Bezug auf Disziplin nehmen sollten, halte ich für mutig und keine Lösung. Das Pauschalisieren von Einschätzungen wie Schüler sind trifft nie den Fall, das Vergleichen von Leistungen mit anderen Nationen erinnert an Medaillenspiegel bei Olympia, aber das Schaffen von Lernorten, wo das Arbeiten für Lehrende gut ist und das Klima fürs Lernen ideal, ist eine Grundvoraussetzung für jede/n. Das sehe ich in der deutschen Schullandschaft nicht generell gut, es müsste die Bildung ernst genommen werden und das Umfeld, damit Bildung stattfinden kann ebenfalls. Aktuell nehme ich Schule als Ort des Mangels wahr, nicht der materielle Mangel, der besteht oft auch, sondern der Mangel an Ernsthaftigkeit die nächsten Generationen bestmöglich auszubilden, ob dann etwas Disziplin, Strenge, Empathie, Annehmen, Fürsorge, Verantwortung, Liebe und Vertrauen in unterschiedlicher Gewichtung dazu kommt, hängt wahrscheinlich von der Lehrpersonen und den Lehrinhalten ab. Was sind wir bereit zu investieren? Pauschale Autorität zu fordern oder autoritativ zu unterrichten ist alleine keine Lösung für gar nichts. Ach ja, ich unterrichtete jahrelang Mathe, Physik, EDV auf Augenhöhe mit sehr gemischter Zielgruppe in der Regel durch die gemeinsame Definition, wie wir lernen wollen und wieviel Vertrauen wir ineinander investieren können, das lief meistens sehr fruchtbar und effektiv auf die angestrebten Lernziele/ Prüfungen hinaus und machte die SchülerInnen stolz und dankbar.