Start Nachrichten Schulen sollen mehr über Organspende aufklären (und Lehrkräfte sich dazu fortbilden)

Schulen sollen mehr über Organspende aufklären (und Lehrkräfte sich dazu fortbilden)

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ERFURT. Das Thema Organspende wurde in Schulen bislang in Ethik, Religion oder Biologie besprochen. Nun soll es in Thüringen ein neue Unterrichtsmaterialien geben, Fortbildungen für Lehrkräfte – und besondere Gesprächspartner.

Mehr Pro als Kontra. Illustration: Shutterstock

Diskussionen über Organspenden sollen künftig noch stärker an Thüringer Schulen verankert werden. Helfen soll dabei ein neues Bildungsangebot für Schulen, das das Gesundheits- und das Bildungsministerium nach eigenen Angaben entwickelt haben. Ziel sei, junge Menschen frühzeitig über das Thema zu informieren.

Bislang sei das Thema Organspende vor allem in Fächern wie Ethik, Religion oder Biologie behandelt worden, hieß es weiter. Nun sollen Lehrkräfte die Möglichkeit bekommen, an einer kostenfreien Online-Fortbildung zu dem Thema teilzunehmen. Zusätzlich bekommen sie Unterrichtsmaterial an die Hand. Außerdem gibt es die Möglichkeit, sich mit transplantierten Menschen oder Angehörigen von Spendern auszutauschen.

Bedarf ist groß

«Um Schülerinnen und Schüler zu einer fundierten und selbstbestimmten Entscheidung zu befähigen, ist es entscheidend, dass Lehrkräfte über Fachwissen und didaktische Sicherheit verfügen», erklärte Bildungsminister Christian Tischner (CDU) laut Mitteilung. Gesundheitsministerin Katharina Schenk (SPD) sagte, Ziel sei, jungen Menschen zu ermöglichen, sich informiert mit dem Thema auseinanderzusetzen – «unabhängig davon, wie ihre individuelle Entscheidung ausfällt.»

In Thüringen spendeten 2025 35 Menschen nach ihrem Tod Organe, wie das Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) jüngst mitteilte. Der Freistaat kommt so auf 16,8 Organspender pro Million Einwohner und lag deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 11,8. Doch der Bedarf bleibt groß: Ende 2025 warteten nach Angaben der DSO 8.199 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan – davon 281 in Thüringen. News4teachers / mit Material der dpa

„Weniger ist mehr – auch in der Schule“: Sind die Lehrpläne so überfrachtet, dass Schüler (und Lehrkräfte!) überfordert sind?

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56 Kommentare
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Götz
20 Tage zuvor

Aufklären würde bedeuten, pro und contra zu beleuchten, um die Schüler zu einer autonomen Entscheidung zu befähigen. Ich habe bei Formulierungen wie “Bedarf” aber eher den Eindruck, dass die Organspende beworben werden soll.

Rainer Zufall
20 Tage zuvor

Also Widerspruchslösung – Nein,
Werbung bei Kindern – Ja… :/

Schlaubi
20 Tage zuvor

Wieder etwas ganz wichtiges, was die Lehrkräfte nebenbei machen sollen.

Warum erhalten die Lehrkräfte nach dem Besuch der Fortbildung für zwei Jahre lang 100€ mehr aufs Konto. Für jede erfolgreiche Vermittlung erhält die Lehrkraft weitere 50€.
Ich denke, dass somit das Thema ganz schnell sehr erfolgreich umgesetzt wird. Man muss halt nur ein oaar Anreize schaffen…

Corinna Gonest
20 Tage zuvor

“Schulen sollen…” Und gute Nacht!

unfassbar
20 Tage zuvor

Einfach das Gesetz umdrehen, also nicht mehr opt-in, sondern opt-out. Zack fertig, genug Spenderorgane

Noch radikaler wäre folgendes Modell: Wer obwohl gesund kein Organspender ist, ist automatisch auch kein Organempfänger.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Stimme Ihrer oberen Aussage voll zu. DARÜBER könnte dann ja auch in der Schule aufgeklärt werden, wie das System funktioniert, anstatt um eine Spende zu werben.

unfassbar
18 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Also doch keine Widerspruchslösung?

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Meinten Sie das nicht mit Ihrer oberen Aussage? Entschuldigung, ich fürchte, Sie missverstanden zu haben.

Was meinten Sie mit opt-out?

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ok. Und bis zu welchem Alter muß man sich entscheiden?
Mit 18, also mit Volljährigkeit, muß eine Entscheifung vorliegen?
Das heißt, alle18jährigen, alle 20jährigen, alle 25jährigen, die den unverzeihlichen Fehler begangen haben, sich nicht ausgiebig mit dem eigenen Ableben beschäftigt zu haben und mit der Frage, was im Falle ihres Todes mit ihrem Körper geschehen soll, werden automatisch zu Organspendern und falls sie in die Lage geraten, daß ihr eigenes Überleben von einer Organspende abhängt, kriegen sie keines, weil sie sich selbst (noch) nicht, dafür entscheiden konnten?
Oder gilt die Regelung erst ab 21, 25 oder 30?
Ich stelle mir gerade junge Menschen im Alter von 18 bis 21 Jahren vor. Klar, sie sind volljährig. Aber vor Gericht gelten sie immernoch als Heranwachsende und können nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, aufgrund mangelnder Reife.
Ich bin inzwischen 57, habe den Organspendeausweis von der Krankenversicherung unausgefüllt zu Hause liegen. Den Stift zur Unterschrift hatte ich auch schon einige male in der Hand.
Aber da sperrt sich was. Zur Unterschrift konnte ich mich bisher nicht durchringen.
Käme es zur Widerspruchslösung, müßte ich mich wohl gegen eine Organspende entscheiden.
Im Falle des eigenen Bedarfs, müßte ich dann auch damit umgehen können, als Spendenempfänger ausgeschlossen zu werden.
Ich bin in einem Alter, wo ich mir dessen bewust bin, mich mit diesen Gedanken ausführlich beschäftigt habe und mir die Konsequenzen klar sind.
Aber mit 18, 21 oder selbst mit 25?
Ich weiß nicht, ob man in dem Altwr schon soviel Klarheit über Feagen des eigenen Sterbens haben kann.
Manche, sehr reife, differenziert drnjende junge Menschen vielkeicht schon. Aber das dürften eher die wenigsten sein.
Ich hätte es damals noch weniger gekonnt, als heute.
Mein Grundsatz lautet:
Niemand hat das Recht, andere in diesen hochdiffizilen Fragen, zu einer, wie auch immer gearteten Entscheidung, drängen zu dürfen.

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ich bitte um Entschuldigung für die zahlreichen Tippfehler:
Es muß heißen:
“….ob man in diesem Alter schon soviel Klarheit über Fragen des eigenen Sterbens haben kann.
….differenziert denkende junge Menschen vielleicht schon.”

MINT-Lehrer
14 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Wenn er gesund ist, braucht er ja auch keine Spenderorgane .

S.B.
20 Tage zuvor

Die Schulen brauchen Ruhe. Diese Aufgabe können andere Organe übernehmen.

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  S.B.

Welche “Organe” meinen Sie? Auch an den Schulen mangelt es an Spendern für Organe, die diese Aufgaben dann übernehmen können. Sorry, diese Steilvorlage konnte ich mir nicht entgehen lassen. 🙂

Sepp
20 Tage zuvor

Natürlich ist es sinnvoll, wenn mehr Menschen Organspender werden. Derzeit muss man sich in Deutschland aber aktiv dafür entscheiden. Nur leider möchte sich kaum jemand mit seiner eigenen Sterblichkeit beschäftigen, v.a. nicht in jungen Jahren.

Es wäre politisch leicht, einfach alle Menschen zu Organspendern zu erklären, die sich nicht aktiv dagegen entscheiden. Das ist in anderen Ländern längst der Fall.

Stattdessen sollen die Schulen mal wieder gesellschaftliche Probleme lösen und bekommen zusätzliche Aufgaben. Was soll das?

Realist
19 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Es wäre politisch leicht, einfach alle Menschen zu Organspendern zu erklären, die sich nicht aktiv dagegen entscheiden.”

Und den Widerspruch tragen Sie dann in der Hosentasche? Hoffentlich ist der dann noch da im Falle des Falles.

Oder liegt der dann im Internet auf irgendeinem Server? Der dann wegen “Internetstörung” gerade nicht abgefragt werden konnte?

Einen Flachmann in der Tasche, kombiniert mit ein paar kaputten, gebrauchten Kondomen und Bildern vom letzten Thailandurlaub sowie einer Insulinspritze wird mehr Überzeugungskraft haben…

potschemutschka
19 Tage zuvor
Antwortet  Realist

In GB hat sich mal eine Krankenschwester auf den Oberkörper folgendes tätowieren lassen: “Bitte nicht wiederbeleben!” (wohl weil sie wusste, dass nicht immer der Willen des Patienten sofort ersichtlich ist).
Das könnte man doch so ähnlich auch für solche Fälle machen.

unfassbar
18 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Wo ist das Problem? Wer auf keinen Fall seine Organe spenden möchte, hat auch genug Möglichkeiten, das immer am Körper dabei zu haben. Das Hauptproblem mit den Spendeorganen ist die Bequemlichkeit der Menschen, sich zu Lebzeiten darüber Gedanken zu machen.

Also: Wer bei Widerspruchslösung unbedingt die Spende verweigern möchte, hat auch genug Möglichkeiten, die zugehörige Erklärung immer am Körper zu haben.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Wer Organspender sein möchte, kann sich ein entsprechendes Tatoo stechen lassen:
https://www.organspende-info.de/blog/organspende-tattoo/
Ich wäre allerdings für die andere Lösung, nur wer widerspricht lässt sich en entsprechendes Tatoo stechen. 85% der Deutschen sind pro Organspende – nur 15% müssten sich also dagegen tätowieren lassen.
Organspende: Registrierung hemmt hohe Spendenbereitschaft
Jetzt müsste nur noch jemand ein entsprechendes Logo fürs Tatoo entwickeln.

Rainer Zufall
17 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka
Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Irrtum. So einfach ist das nicht.
Was die von Ihnen postulierte angebliche “Bequemlichkeit” der Menschen, sich bei “Lebzeiten Gedanken darüber zu machen”, betrifft – die trifft so pauschal nicht zu.
Mein Respekt geht an jeden, der bei diesem diffizilen Thema für sich eine klare Entscheidung treffen kann – ob sie nun pro oder kontra Organspende ausfällt.
Ich konnte das bisher nicht, obwohl ich keineswegs, aus Bequemlichkeit, die nötige gedankliche Auseinandetsetzung mit diesem Thema scheue.
Aber es geht hier um eine Entscheidung, die über den eigenen Tod hinausgeht. Und es dreht sich nicht um materielle Dinge, wie, “wer bekommt die Münzsammlung?”, oder “wer erbt mein Klein-Häuschen?”
Es geht um die Frage, was passiert mit mir, wenn ich sterbe, bzw. gestorben bin? Und die Ansichten darüber, was mit dem Menschen pasiert, wenn er von der Schwelle des irdischen Daseins hinübertritt in….., ja was, den Tod, das Nichts?…..
oder ins Paradies, in die göttliche Herrlichkeit, das ewige Leben?….. Oder wird er, aufgrund seines liderlichen Lebensstils als Bettwanze wiedergeboren? Oder hat er bereits genug gutes Karma gesammelt, um ins selige Nirwana aufgenommen zu werden?…….
Und spielt es dabei eine Rolle, ob man nach dem offiziellen Tod, aufgeschnitten wird, um die nötigen Spenderorgane zu entfernen?
Und was passiert während des Sterbeprozesses?….
Was macht es mit einem Menschen, wenn er zwar, nach menschlichem Ermessen, definitiv tot ist, aber sein Körper mittels Technik künstlich am Leben erhalten wird, um ihm Organe zu entnehmen?
Darf der Staat sich in derart höchstpersönliche, komplexe Lebensentscheidungen einmischen und seine Bürger, in welcher Form auch immer, zu einer Entscheidung nötigen?
Ich meine, nein.
Und mir ist durchaus bewußt, wie grausam und schmerzlich es sein muß, wenn man selbst oder ein nahestehender Mensch, von einer schweren Krankheit betroffen ist und Heilung oder gar Lebensrettung nur durch eine Organspende möglich ist.
Dennoch kann, m.E., der Staat die Körper seiner Bürger nicht automatisch zum “Ersatzteillager” erklären, wenn er vorher nicht ausdrücklich “ja” dazu gesagt hat.
So traurig das im Einzelfall für jeden Betroffenen sein mag – niemand hat ein Recht auf das Organ eines anderen.
Wenn jemand zu Lebzeiten sich nicht ausdrücklich für eine Organspende ausgesprochen hat, dann dürfen sie ihm nach dem Tod auch nicht entnommen werden.
Selbstverständlich darf dieses Thema den Menschen immerwieder ins Bewustsein gebracht werden.
Ob der Einzelne dann eine Entscheidung treffen kann oder will, muß ihm aber einzig und allein selbst überlassen werden.
Und ja, selbstverständlich habe ich mir auch schon die Frage gestellt, was, wenn ich selbst in eine Situation käme, dass mein Überleben von einer Organtranplantation abhinge?
Müßte ich dann nicht konsequenterweise auf ein Spenderorgan verzichten, wenn ich mich vorher selbst nicht zu einer Entscheidung pro Organdpende durchringen konnte?
Gottseidank blieb mir die Beantwortung dieser Frage bisher erspart.
Wie soll man Entscheidungen treffen, die sich auf Lebenslagen beziehen, von denen man erst dann wirklich sagen kann, wie man mit ihnen umgeht, wenn man darin steckt?
Ich weiß nicht, ob ich noch in der Lage sein werde etwas, und wenn ja, was, zu empfinden, wenn man mich für hirntod erklärt hat, mein Herz aber weiterschlägt, weil ich an Maschinen angeschlossen bin, die meinen Körper zwecks Organentnahme, künstlich am Leben halten. “Die Wissenschaft” sagt “nichts”, weil mein Hirn ja tot ist. Aber weiß “die Wissenschaft” das so genau?
Die entwickelt sich ja ständig weiter, gewinnt neue Erkenntnisse, entwickelt feinere Messmethoden…..
Und sollte ich eines Tages selbst darniederliegen, vielleicht angeschlossen am Dialysegerät, den eigenen Tod vor Augen….
Werde ich die Größe haben, zu sagen: “Nein, ich konnte mich selbst nicht zu der Entscheidung durchringen, einen Organspendeausweis auszufüllen – nun lehne ich es auch ab, mir ein Organ transplantieren zu lassen?”
Ich wage auch diese Frage nicht zu beantworten und staune immerwieder über die Klarheit, die manche Menschen in diesen überaus schwierigen Fragen für sich gefunden haben.

Sepp
17 Tage zuvor
Antwortet  Marion

[…] Paradies, in die göttliche Herrlichkeit, das ewige Leben?[…] Und spielt es dabei eine Rolle, ob man nach dem offiziellen Tod, aufgeschnitten wird, um die nötigen Spenderorgane zu entfernen?

Wer sagt Ihnen, dass Sie ins Paradies kommen, wenn Sie kremiert wurden? Und wer sagt Ihnen, dass sie hinkommen, wenn Sie gerade NICHT kremiert wurden?
Vielleicht müsste auch bei der Beerdigung der Kopf des Verstorbenen in eine ganz bestimmte Richtung zeigen, nur wissen wir das leider nicht…

Letzendlich kann man als Organspender noch beim Ableben anderen Menschen das Leben retten. Was wäre das für eine Gottheit, die einen dafür bestraft statt zu belohnen?

So traurig das im Einzelfall für jeden Betroffenen sein mag – niemand hat ein Recht auf das Organ eines anderen.

Dann wäre ich tatsächlich für den oben von einem anderen Foristen gemachte Aussage:

Wer zuvor keine Zusage zur Organspende gemacht hatte, bekommt später im Krankheitsfall auch kein Spenderorgan, also eine Art gegenseitige Versicherung.

Marion
17 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

“Wer sagt Ihnen, dass Sie ins Paradies kommen, wenn Sie kremiert wurden? Und wer sagt Ihnen, dass Sie hinkommen, wenn Sie gerade NICHT kremiert wurden?”
Keiner. Das ist in meinen Augen auch nicht die entscheidende Frage. Mir geht es um etwas anderes.
Sie schreiben:
“Letztendlich kann man als Organspender noch beim Ableben anderen Menschen das Leben retten. Was wäre das für eine Gottheit, die einen dafür bestraft statt zu belohnen?”
Keine Ahnung. Es fällt mir, als einfacher Mensch schwer, mich in die Gedankenwelt einer göttlichen Wesenheit und ihrer Moralvorstellungen und Absichten hineinzudenken.
Darum geht es auch gar nicht.
Es geht um den Prozess des Sterbens und um die unterschiedlichen Ansichten darüber, inwieweit der Mensch in diesen Prozess eingreifen darf.
Man kann das Entnehmen von Organen aus einem (künstlich) am Leben gehaltenen menschlichen Körper, der ohne diese technische Hilfestellung wohl unweigerlich sterben würde, als völlig legitimes medizinisches Vorgehen zur Lebensrettung eines anderen Menschen sehen.
Man kann es aber auch als Missachtung der Würde gegenüber dem Sterbenden sehen, als unzulässigen Eingriff in den Prozess des Übergangs vom Leben in den Tod oder in das, was vielleicht – vielleicht aber auch nicht – danach kommt.
Ich habe mir darüber noch keine abschließende Meinung gebildet und vielleicht werde ich das nie.
Ich weiß nur, daß man Menschen in dieser Frage zu nichts zwingen oder drängen darf.

Sepp
18 Tage zuvor
Antwortet  Realist

“Und den Widerspruch tragen Sie dann in der Hosentasche? Hoffentlich ist der dann noch da im Falle des Falles.”

Ja, genau so, wie Sie i.d.R. den Ausweis, die Bankkarte und ggf. den Organspendeausweis mit sich rumtragen.

potschemutschka
17 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Das Smartphone haben die meisten ja auch immer dabei. 🙂

Hans Malz
20 Tage zuvor

“Nun sollen Lehrkräfte die Möglichkeit bekommen, an einer kostenfreien Online-Fortbildung zu dem Thema teilzunehmen.”

Natürlich außerhalb des Unterrichts und (wenn es nach Frau Feller geht) in der Schule, ist doch klar.

mama51
20 Tage zuvor

Schulen sollen mehr über Organspende aufklären (und Lehrkräfte sich dazu fortbilden…)

…sonst noch was?

Es mag ja ein gesellschaftlich wichtiges Thema sein.
Aber in der Schule? Danke! NEIN!

potschemutschka
19 Tage zuvor
Antwortet  mama51

“Bislang sei das Thema Organspende vor allem in Fächern wie Ethik, Religion oder Biologie behandelt worden…”
und genau da gehört es auch hin und da macht es Sinn. Warum soll das jetzt in jedem Unterrichtsfach thematisiert werden? Um den Schülern noch mehr Angst zu machen oder um Angst zu nehmen? Wie soll das konkret im Sport-, Musik-, Mathe- …. Unterricht aussehen?

Linea
20 Tage zuvor

Das Thema ist wichtig…Aber was sollen Schulen denn noch alles zusätzlich machen?
Irgendetwas in der Gesellschaft läuft nicht gut und Schule soll das alles noch so nebenbei ändern.

Mac205
19 Tage zuvor

Also mit der Organspende ist es so eine Sache.
Es gilt ein Mensch demnach als Tod, wenn er Hirntod ist, jedoch der Körper noch weiterhin lebt. Das ist ein Widerspruch in sich. Für mich ist ein Mensch erst Tod, wenn die Leichenstarre eingesetzt hat.

dickebank
19 Tage zuvor
Antwortet  Mac205

Nur sind Sie nicht rechtsetzend.

potschemutschka
19 Tage zuvor
Antwortet  Mac205

Also ich stelle mir ein “Leben” ohne funktionierendes Hirn schlimm vor …
Warum also auf die Leichenstarre warten, wenn der Körper noch anderen helfen kann?

Alex
19 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Na ja, es hat wohl schon seinen Grund, dass in der Schweiz Organentnahmen unter Vollnarkose stattfinden.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Alex

Das wird wohl nicht nur in der Schweiz so gehandhabt. Der Grund sind physiologische Reflexe:
Organspende: Organentnahme nur unter Vollnarkose – Deutsches Ärzteblatt
Rückenmark verantwortlich für Reflexbewegungen nach dem Hirntod – Spektrum der Wissenschaft
Vielleicht sollte im Biologie-Unterricht das Thema Physiologie stärker behandelt werden, denn da gehören Leben und Sterben hin (neben Ethik und evtl. Religion).

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

“…wenn der Körper noch anderen helfen kann?”
Und da hat eben jeder Mensch seine ganz eigene Sicht darauf.
Ihre Sicht ist eher sachlich-nüchtern, auf die Funktion des menschlichen Körpers gerichtet.
Sie sehen den Leichnam als toten Körper, der dem in ihm wohnenden Menschen nichts mehr nützt. Aus dieser Sichtweise heraus, fällt es Ihnen nicht schwer zu sagen: “Warum diesen Körper nicht nutzen um anderen zu helfen?”
Ich nehme an, wie ich auch schon aus anderen Kommentaren von Ihnen entnommen habe, dass Sie nicht religiös sind, und Sie deshalb auch nicht an ein, wie auch immer geartetes, Leben nach dem Tod glauben.
Wenn ich nun davon ausgehe, daß Sie der These anhängen, tot ist tot – da kommt nichts mehr,
da geht keine Seele irgendwo hin, da ist Ende Gelände. Dann fällt es vermutlich leichter zu sagen, wenn Ärzte den Hirntot festgestellt haben, dann ist da nichts mehr.
Dann steht es Ihnen natürlich völlig frei zu sagen: “Wenn ich tot bin, könnt ihr über meinen Körper verfügen und meine Organe nutzen, um anderen Menschen zu helfen.”
Es hat aber nicht jeder Mensch diese streng rational-sachliche Sicht auf den menschlichen Körper und auf dessen Tod. Manche verstehen es vielleicht eher als einen “Übergang vom irdischen Dasein” hinüber in den Tod, der nicht zwangsläufig das Ende bedeuten muß.
Aus dieser Sicht heraus, kann es wesentlich komplizierter sein, sich eindeutig pro oder kontra Organspende zu entscheiden.
Ich finde, auch das muß respektiert werden.
Und ich denke, genau diese Offenheit, diesen Respekt vor der individuellen, persönlichen Entscheidung eines jeden einzelnen Menschen, sollte man auch Schülern vermitteln, wenn dieses Thema in der Schule behandelt werden soll.
Ich fände es nicht richtig, das einseitig als “Werbeveranstaltung” zu nutzen, um mehr potentielle zukünftige Organspender gewinnen zu können. Aber es als Thema zu vermitteln, mit dem man sich zumindest einmal auseinandetsetzen sollte, finde ich richtig und wichtig. Ob das jetzt durch Schule oder anderweitig geschieht, ist mir persönlich egal. Schulen werden ja ständig mit Themen zugeschüttet, bei denen gesamtgesellschaftlich irgendetwas nicht ganz rund läuft.

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Was meinen letzten Satz betrifft:
Ich will damit nur ausdrücken, dass ich die Überfrachtung von Schulen mit gesamtgesellschaftlich relevanten, aber strittigen Themen, durchaus wahrnehme und ich hier nicht zwangsläufig die Schulen in der Verantwortung sehe.

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Liebe Marion,
wie immer habe ich Ihre Kommentare (nicht nur zu diesem Thema hier) sehr gern gelesen. Danke, dass Sie Ihre Sicht auf die Dinge immer so reflektiert und verständlich darlegen, auch Ihre Zweifel und Bedenken. Das alles verstehe ich sehr gut und respektiere das auch. Aber genau wegen dieser Komplexität der Thematik und weil es eben sehr weitreichend in die intimsten Bereiche jedes einzelnen Menschen (auch von Familien) eingreift, sollte es kein direktes verpflichtendes Schulthema, schon gar kein “Werbethema”, sein (auch, wie Sie richtig schreiben, aus Gründen der Reife von Schülern), So wie es bisher in Biologie (Physiologie), Ethik und evtl. Religion behandelt/diskutiert wird, ist mMn. ausreichend.
Allerdings sehe ich auch hier wieder die Eltern (Familie) in der Pflicht. Dieses Thema sollte auch dort diskutiert werden und Familienmitglieder sollten den Willen/ die Meinung der anderen dazu kennen und respektieren.
Meine persönliche Meinung dazu geht aus meinen Kommentaren hervor und das haben Sie richtig verstanden. Mein Mann und meine Kinder kennen meinen Standpunkt und teilen ihn. Sicherlich macht es uns unsere atheistische und naturwissenschaftliche Bildung und Erziehung einfacher. Aber ein weiterer Aspekt ist für mich die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wäre ich bereit, für einen mir nahestehenden Menschen, ein Organ zu spenden (evtl. auch als Lebendspende – Niere, Leber, Rückenmark)?
  • Würde ich wollen, dass für ein Familienmitglied im Bedarfsfall ein Spenderorgan sein Leben retten würde?
  • Würde ich mir selbst ein Spenderorgan einpflanzen lassen? – jetzt in meinem Alter nicht mehr, aber vor 10, 20, … Jahren hätte ich nicht nein gesagt, im Falle eines Falles

Für mich gab/gibt es da nur eine Antwort auf diese Fragen – Ja!
Aber ich verstehe und respektiere auch andere Meinungen dazu. Aber ich verstehe nicht, warum Schule dieses “heikle” Thema ausführlich behandeln soll, wenn nicht einmal die Rechtslage eindeutig ist (Tatoos anerkennen? Spendeausweis, wie lange gültig? – die Meinung könnte sich ja geändert haben) – siehe dazu den interessanten link von Rainer Zufall.

Marion
16 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Danke für Ihre freundliche, wertschätzende Rückmeldung.
Was die Behandlung dieses Themas in der Schule betrifft, teile ich Ihre Sicht. 🙂

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Aber es gibt doch so viele Menschen, die sehr gut ohne funktionierendes Hirn leben –
und die finden das in den allermeisten Fällen nicht mal sonderlich schlimm, geschweige denn, dass sie es überhaupt bemerken… 😉
(Kleiner Scherz am Rande)

potschemutschka
18 Tage zuvor
Antwortet  Marion

🙂

dickebank
18 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Habe ich schon länger gewusst. Wenn Hirntod das Kriterium für die Organspende ist, dann saßen in vielen meiner Klassen/Kurse 10 bis 15% potentielle Organspender.

Ulla
18 Tage zuvor
Antwortet  Mac205

Und das würden Sie auch so sehen, wenn Sie selbst auf ein Spenderorgan angewiesen werden?
Jedes einzelne Organ des Körpers wird vom Gehirn gesteuert. Ein Leben ohne Gehirn ist also nicht möglich.

Mac205
16 Tage zuvor
Antwortet  Ulla

Also ich habe für mich entschieden, kein Spenderorgan eines anderen Menschen für mich in Betracht zu ziehen. Wenn ich von Gott abberufen werde aus dieser Welt aufgrund einer schweren Krankheit, Alter, oder Unfall, dann soll es so sein.
Auch Aufgrund der Auferstehungshoffnung durch das Werk Jesu Christi am Kreuz und seine Auferstehung am dritten Tag bin ich zuversichtlich für ein Leben nach dem irdischen Tod.

dickebank
16 Tage zuvor
Antwortet  Mac205

Hirne lassen sich auch nicht transplantieren, folglich müssen sie weiter glauben und sich von Wissen fernhalten.

Mac205
16 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Wenn Sie in die Geschichtsbücher der Gelehrten gehen in der Antike, ist der Glaube an Jesus Christus und dessen Auferstehung bewiesen vor hunderten von Zeugen.
Also ist es wissenschaftlich wasserdicht.

Der Tod ist ins Leben verlegt worden. Vor 1968 war es so, dass der Tod bewiesen war, wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen.
Erst in diesem Jahr 1968 hat es die erste Herztransplantation gegeben. Dann erst wurde das Kriterium für den Tod der Hirntod eingeführt.
Es gibt auch Fälle, wo Menschen, die für Hirntod erklärt wurden, wieder aus dem Koma erwacht sind.

dickebank
16 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Semipermeabel ist in gewissermaßen auch wasserdicht, eindimensional so zu sagen.

dickebank
16 Tage zuvor
Antwortet  Mac205

Dann sollten Sie sich mit den Kriterien für Koma und Hirntod wissenschaftlich und nicht gläubig auseinander setzen.

Stine
19 Tage zuvor

Der Führerschein ist soooo teuer geworden. Können die Lehrer das bitte auch übernehmen? Was bitte sollen denn Lehrer noch so alles leisten? Wenn ich den Artikel richtig lese, wird das ja in Ethik oder Bio bereits angesprochen. Was denn jetzt noch mehr? Wo kommt die Zeit dafür immer her, was fällt dafür mal weg?

Bla
18 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Man munkelt, dass es manche auch in Ethik/Reli UND Biologie besprechen.
Dazu, dass es ggf. sogar Projekte durch Fachpersonal als Möglichkeit gibt.

Aber ja, warum denn nicht den Führerschein. Rettungsschwimmer. 1. Hilfe Kurse ohne 1. Hilfe Ausbildungsbescheinigung [nach Qualifikation als Sanitäter] und ohne Bezug zu Externen … Oh wait. Hatten wir das Thema nicht irgendwo schon? Achso. Kurzer Workshop?
Das ginge ja. Kann man ja machen.
Nebenbei könnte man auch den Motorsägenschein machen und mal bitte selbstständig bisschen was leisten … Zumindest zwei Personen im Kollegium.

Echt faszinierend, wie “voll” die Lehrpläne sind, wie “wenig” manche lernen, wie “viele” Forderungen es gibt und wie “hoch” die Erwartungen sind – bei gleichzeitig “niedrigen” Rahmenbedingungen und “leeren” Kassen.
Beeindruckend

Sepp
18 Tage zuvor
Antwortet  Stine

“Der Führerschein ist soooo teuer geworden. Können die Lehrer das bitte auch übernehmen?”

Die Idee fände ich tatsächlich gar nicht so blöd. In anderen Ländern geht das auch, man müsste eben nur Fahrlehrer zur Verfügung haben…

real_anka
18 Tage zuvor

Ich finde, wir sollten undbedingt auch noch ein Unterrichtsfach “Glück” und eines “Achtsamkeit” und eines “Steuererklärung” und “Recht”, und, und, und einführen.
Einfach den Unterricht bis 18:00h verlängern, dann passt das schon.
Und: Ein ZEIT-Abo für Jedermann 🙂

Marion
18 Tage zuvor
Antwortet  real_anka

“Einfach den Unterricht bis 18:00h verlängern,…”
Sie meinen sicher unter Einbezug der 7-Tage-Woche, oder?
Warum zwei Tage pro Woche ungenutzt verstreichen lassen?
Erholen kann man sich doch nachts.

real_anka
17 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Gute Idee! Genau, der samstägliche Unterricht ist ja eh nur ausgesetzt

potschemutschka
18 Tage zuvor
potschemutschka
18 Tage zuvor

Warum eigentlich beginnt man gleich mit dem heikelsten Thema, wenn es darum geht, anderen, kranken Menschen persönlich zu helfen? Wie sieht es denn mit Blutspenden aus? Auch da liest man ständig, dass Blutkonserven in DE nicht ausreichen, v. a. in der Ferienzeit. Sind es da auch “religiöse Zweifel” die so viele Menschen davon abhalten? Ist es die “Angst vor dem Pieks”? Gedankenlosigkeit? Mangelnde Bildung? …
Ich und mein Mann waren über 40 Jahre lang regelmäßige Blutspender. Das erste Mal spendete ich mit 18 Jahren. (Vorbild war mein Opa)