BERLIN. Die Diskussion über Einsparungen im Sozialstaat erreicht die Schulen. Lehrerverbände sehen durch eine „Giftliste“ aus dem Umfeld des Kanzleramts zentrale Elemente der Inklusion bedroht. Im Zentrum steht der mögliche Wegfall individueller Schulbegleitungen für Kinder mit Behinderungen. Was als effizienterer Ressourceneinsatz beschrieben wird, wird von Praktikern als Einschnitt in grundlegende Teilhaberechte bewertet. „Den Kindern wird die Möglichkeit zur individuellen Teilhabe genommen“, warnt die GEW.

„In vielen Kommunen gibt es sie bereits: Pool-Lösungen, bei denen ein Schulbegleiter mehrere Kinder mit Behinderung gleichzeitig betreut. Das kann funktionieren für Kinder, deren Bedarf das zulässt. Entscheidend ist aber: Eltern können heute noch auf eine individuelle, bedarfsdeckende Begleitung pochen, wenn das Poolmodell für ihr Kind nicht ausreicht“, so berichtet die Corinna Rüffer, behindertenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Doch diesen Schutz wolle die Bundesregierung nun streichen. „Was bislang als rechtswidrige Sparpraxis in einzelnen Kommunen bekannt war, soll bundesweit zur Norm werden”, sagt Rüffer. „Unter dem Druck kommunaler Budgetierung wird das Poolmodell dann zur Falle: Kein Anspruch mehr, keine Möglichkeit, sich zu wehren – egal wie schwer die Beeinträchtigung des Kindes ist. Das ist kein Bürokratieabbau. Das ist die gezielte Entrechtung der schwächsten Kinder in diesem Land“ (und ein Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention), so Rüffer.
Der Sparvorschlag entstammt einem 108 Seiten umfassenden Papier, das im Rahmen einer Arbeitsgruppe unter Beteiligung des Kanzleramts, mehrerer Bundesministerien, Bundesländer und kommunaler Spitzenverbände entstanden ist. Unter dem Titel „Effizienter Ressourceneinsatz bei Leistungsgesetzen“ werden mehr als 70 Maßnahmen diskutiert, mit denen staatliche Ausgaben reduziert werden könnten.
„Die Inklusionshilfen und Assistenzstellen an den Regelschulen sollen zusammengestrichen werden. Das wirft die schulische Inklusion um Jahre zurück“
Zu den zentralen Punkten gehört die Umgestaltung der Schulbegleitung für Kinder mit Behinderungen. Statt individueller Unterstützung für einzelne Schülerinnen und Schüler sollen demnach, wie von Rüffer berichtet, Gruppenlösungen treten, bei denen eine Assistenzkraft mehrere Kinder gleichzeitig betreut. Ein weiterer Vorschlag betrifft den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter. Dieser könnte verschoben werden, um Kommunen zu entlasten, die beim Ausbau entsprechender Angebote aufgrund von Personalmangel hinter den Planungen zurückbleiben.
Die Reaktionen aus den Lehrerverbänden fallen deutlich aus. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor unmittelbaren Folgen für den Schulalltag. „Die Inklusionshilfen und Assistenzstellen an den Regelschulen sollen zusammengestrichen werden. Das wirft die schulische Inklusion um Jahre zurück“, erklärte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern.
„Den Kindern wird die Möglichkeit zur individuellen Teilhabe genommen. Kinder mit Behinderungen und Kinder ohne Handicaps könnten unter deutlich schlechteren Bedingungen oder gar nicht mehr zusammen lernen. Das verstößt gegen das Grundgesetz und die Behindertenrechtskonvention der UN“ – und damit gegen geltendes Recht in Deutschland, meint die Gewerkschaftschefin.
Auch die genannte Verschiebung des geplanten Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung sieht die GEW überaus kritisch. Eine Aufweichung würde nach Einschätzung der Gewerkschaft insbesondere Kinder aus benachteiligten Familien treffen. „Gerade diese Kinder brauchen mehr individuelle Förderung. Der Ganztag bietet hierfür viele pädagogische Möglichkeiten – und diese werden dringend benötigt. Das belegen alle Untersuchungen von PISA bis IGLU“, so Finnern. Gleichzeitig verweist sie auf arbeitsmarktpolitische Effekte, insbesondere für Frauen und Alleinerziehende.
„Schon jetzt sind die Arbeitsbedingungen in der Inklusion und an Förderschulen mehr als herausfordernd. Es fehlt überall an Zeit und Personal, vor allem an multiprofessionellen Teams“
Ähnlich kritisch äußert sich der VBE. „Werden diese Ideen umgesetzt, ist die Inklusion an den Regelschulen zum Scheitern verurteilt und die Förderschulen können dicht machen“, erklärt der hessische Landesvorsitzende Stefan Wesselmann. Der VBE verweist dabei konkret auf die Rolle sogenannter Teilhabe-Assistenzen im Unterricht. Diese Unterstützung sei für die Umsetzung inklusiver Bildung unverzichtbar.
Im Arbeitspapier werde dagegen vorgeschlagen, Leistungen zur Teilhabe an Bildung als entbehrlich zu betrachten und stärker in die Verantwortung der Schulen selbst zu verlagern. Wörtlich heißt es im Arbeitspapier: „Streichung von §112 SGB IX: Unterstützung in Schule (…) soll vollständig durch die Schule selbst erbracht werden.“
Diese Vorstellung weist der Verband zurück. „Weltfremd wie unverschämt“ sei das, so erklärt Wesselmann. Lehrkräfte seien bereits jetzt mit erheblichen Belastungen konfrontiert. „Schon jetzt sind die Arbeitsbedingungen in der Inklusion und an Förderschulen mehr als herausfordernd. Es fehlt überall an Zeit und Personal, vor allem an multiprofessionellen Teams.“
Auch in anderen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe sind Veränderungen vorgesehen. Diskutiert wird unter anderem, die Nachbetreuung junger Erwachsener aus der Jugendhilfe zu begrenzen oder zu streichen. Zudem sollen Leistungen wie der Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende überprüft und möglicherweise gekürzt werden. Für junge Geflüchtete enthält das Papier Vorschläge, sie früher in andere Versorgungssysteme zu überführen.
Hintergrund dieser Überlegungen ist die finanzielle Lage der Kommunen. Diese kritisieren seit längerem, dass sie gesetzlich festgelegte Leistungen umsetzen und finanzieren müssen, ohne dafür ausreichend Mittel vom Bund zu erhalten. Die Arbeitsgruppe soll daher Wege aufzeigen, wie Leistungen gebündelt, vereinfacht und kostengünstiger organisiert werden können. Ergebnisse werden bis zum Sommer erwartet.
Der Paritätische Gesamtverband bewertet die Vorschläge grundlegend anders und spricht von einem systematischen Abbau sozialer Leistungen. Hauptgeschäftsführer Joachim Rock erklärt: „Was hier unter dem harmlosen Titel ‘Effizienter Ressourceneinsatz’ verhandelt wird, ist ein Angriff auf Errungenschaften, die elementar für soziale Teilhabe sind und die über Jahrzehnte erkämpft wurden.“
Besonders kritisch sieht der Verband die mögliche Abschaffung individueller Rechtsansprüche in der Eingliederungshilfe. „Hier droht ein Kahlschlag bei Alltagshilfen, mit einschneidenden Folgen für Betroffene und ihre Familien“, so Rock. Nach Angaben des Paritätischen summieren sich die bezifferten Einsparvorschläge auf mehr als 8,6 Milliarden Euro, wobei ein Großteil der Maßnahmen noch gar nicht finanziell bewertet sei.
Zugleich kritisiert der Verband das Verfahren. Die Diskussion über weitreichende Eingriffe in soziale Sicherungssysteme finde weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit statt. „Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu wissen, dass aktuell diskutierte Vorschläge auf einen Kahlschlag in ganzen Leistungsbereichen zielen“, meint Rock.
GEW-Chefin Finnern wird grundsätzlich. „Dass Deutschland sich den Sozialstaat nicht mehr leisten könne, ist ein Märchen. Das Gegenteil ist der Fall: Eine starke Demokratie braucht einen starken Sozialstaat. Wer den Sozialstaat zerschlägt, legt die Axt an die Demokratie“, meint sie. „Der Staat muss alles tun, um die Einnahmeseite zu stärken. Dazu gehören ein gerechteres Steuersystem, in dem Reiche ihrer gesellschaftlichen Verantwortung mehr gerecht werden, die Wiedereinführung der Vermögensteuer und eine höhere Besteuerung großer Erbschaften.“ News4teachers
Förderschulen werden ihrer Schülerschaft nicht mehr Herr: Verband schlägt Alarm









Ganz einfach, das Peronal fehlt, weil der Lehrberuf entwertet wird. Der Mangel wird sich ausweiten, weil es auf dem Markt viel bessere Angebote gibt und wenn wir noch das Ausland einbeziehen, sind es noch mehr Möglichkeiten. Was zieht denn noch?
Es gibt weniger Geld, viel Stress, noch keine 4 Tage Woche und 7 Jahre mehr arbeiten als die Autobranche. Wobei es dort von Minute 1 mehr Geld gab und weniger gearbeitet wurde / 35 Stunden Woche lässt Grüßen!
“wenn wir noch das Ausland einbeziehen,”
Wie z,B. Frankreich?
https://www.focus.de/panorama/welt/500-euro-fuer-vier-stunden-wenn-familien-die-schulische-unterstuetzung-ihres-behinderten-kindes-bezahlen_24a744d8-c83d-46ff-82e5-73615d3d1f0b.html
oder Südtirol ?
https://www.suedtirolnews.it/politik/inklusion-existiert-in-vielen-suedtiroler-schulen-nur-noch-auf-dem-papier
usw.
Man wird kurz oder lang die 4 Tage Woche anbieten, um die jungen Leute zu locken. Ich sehe da keinen anderen Weg. es wird auch attraktivere Angebote geben, TZ abzugeben oder mit 63 in den Ruhestand zu gehen.
Die Deputate werden auch gesenkt, wenn alle anderen 35 Stunden arbeiten. Das ist ja nun mal nicht zeitgemäß. Lehrer sein ist halt der letzte Beruf, der noch diesen alten Strumpf hat^^
Da wäre ich mir nicht so sicher.
Mein Tipp wäre eher: Raus aus dem Beruf, bevor die Rente mit 70 und die Wiedereinführung der 6-Tage-Woche kommt (die Schulen waren die letzten, welche die 5-Tage-Woche eingeführt haben und werden die ersten sein, die wieder die 6-Tage-Woche bekommen).
Es kommt nicht immer das, was sinnvoll wäre, sondern das, was “alternativlos” ist…
Ich schrieb es schon einmal, die 6-Tage-Woche an Schulen ist sehr unwahrscheinlich, da man Schulen heizen, beleuchten, reinigen usw. muss. Wer auf Toilette geht verbraucht Wasser, Seife und Papier. Hausmeister*innen müssten ebenfalls samstags aktiv sein.
Sie vergessen den Kostenfaktor, den die 6-Tage-Schule für die Schulträger hat! Die 6-Tage-Woche würde nicht vom Land finanziert. Unser Schulträger ist pleite.
Die 5-Tage-Woche ist quasi ein Kompromiss, denn die 4-Tage-Woche würden die Eltern nicht mitmachen.
Kompromiss ist heute die 4 Tage Woche und 1 Tag Homeoffice
Nope, da liegen Sie falsch. Eltern im Home Office haben keine Zeit und Ruhe, auf ihre Kids aufzupassen.
Viele meiner Kolleg*innen mit kleinen Kindern arbeiten lieber in der Schule, weil sie da mehr Ruhe haben.
Die Kollegen wahrscheinlich- die Kolleginnen wuppen gleichzeitig zu Hause die Familienarbeit.
Damit stopft man aber die Personallöcher nicht. Ich denke eher, dass man weiter deprofessionalisiert, immer mehr Leute in das System nimmt ohne Studium etc.
Die Schulbegleitungen sind ja schon durchweg Laien oder pädagogische Autodidakten.
Viertagewoche für LuL und die lieben Kleinen können an 7 Tagen zur Schule.
Bleibt die Frage, wer die lieben Kleinen zwischen 16:00 und 07:30 Uhr betreut.
Ich bin mit der “vier” Tage Woche sehr skeptisch. Während meiner eigenen Schulzeit hatte ich noch am Samstag Unterricht, da haben die Väter meiner Mitschüler schon sehr lange nicht mehr an Samstagen gearbeitet. Ich bekomme die genauen Jahre nicht mehr zusammen, aber da lagen sicher 10-12 Jahre dazwischen, wobei es zum Ende hin 14-tägig gewesen ist.
Deswegen gehe ich davon aus, dass auch dieses Mal die Schule der aller letzte Ort sein wird, der moderne Arbeitsbedingungen bekommt. Egal in welcher Form.
Da wir starke Digitalisierung erleben werden, wird es mehr Hybridunterricht, Roboter, Chats und online Aufgaben geben. Am Ende wird es wie in der Wirtschaft. 2-3 Tage pro Woche in der Schule und 2-3 Tage zuhause oder sonst wo. Durch das Digitale sind wir eh schon alle beieinander vernetzt.
4 Tage Woche wird kommen, weil 60% eh schon TZ machen und immer mehr Frauen im Lehramt sind. In den Ruhestand gehen sie auch alle ab 62, weil es keiner länger durchhält.
Was macht ihr bei lauten, unruhigen Klassen als 60 Jährige???
Irgebdwie schreiben hier plötzlich immer Menschen (?), die nicht gern Lehrkraft sind oder keine Ahnung haben.
Was wohl? Was man die Jahrzehnte vorher auch gemacht hat: Präsenz, Konsequenz, Zugewandtheit, Struktur, Anspruch.
Was ich mache? Unterricht…
Mit Empathie, Beziehungsaufbau, Interesse, 1:1-Ansprache, Ehrlichkeit, Erklärungen, Geduld, oft auch statt Lehrplan das was ihnen gerade wichtig ist…Eben das einsetzen, was man mit über 60 gelernt haben sollte. Die pubertierenden Jugendlichen da erst nehmen, wo es sinnvoll ist und ihnen ihre Übertreibungen verständlich erklären. Nie vergessen, wie es selbst mit 15 Jahren war und zwar im Kopf, die äußeren Bedingungen haben sich schließlich geändert.
2-3 Tage Schule, alle vernetzt, Roboter? Einsamkeit…
Man sollte Menschen mögen, besonders die etwas schwierigeren. Wer die nur als belastende Störung des Ablaufs sieht, hätte einen ‘Job’ lernen sollen.
Noch etwas: aus jeder Stunde einen positiven Aspekt mitnehmen, die gibt es immer. Freunde treffen und quatschen, das ist der Schülerlehrplan. Vorbereitung auf eigenverantwortliches Leben, ohne dabei den Unterricht zu vergessen, das ist mein Lehrplan.
Natürlich ist das hier vergeblich, sonst würden nicht so viele die Lösung in weniger Anwesenheit sehen. Wenn wir schon verloren sind, dann deswegen.
Und Sie gehen davon aus, dass die SuS der „lauten, unruhigen Klassen” mit “Robotern, Chats und online Aufgaben” wie durch Zauberhand nicht mehr laut und unruhig sind, sondern effektiv lernen? Denn, seien Sie erstaunt: genau das ist das Ziel von Schule!
Erklären Sie einfach mal, wie genau Lernen Ihrer Ansicht nach erfolgen soll. Oder verlegen Sie Ihre Sockenpuppenspielwiese einfach woanders hin.
Der reale zwischenmenschliche Kontakt wird eh überbewertet. Man kann ja stattdessen regelmäßige “Kuschelparties” in den Schulen anbieten. Dann kann die restliche Bildung und Erziehung komplett von KI im Homeoffice oder von Robotern übernommen werden.. Wozu braucht man andere Menschen, die nerven eh nur. 🙂
Kuschelpartys gegen Einsamkeit – Warum wir uns manchmal einsam fühlen
Einsamkeit und Digitalisierung | Universität Tübingen
Ich bin mir ziemlich sicher, dass immer mehr Individualisierung, Digitalisierung, Homeoffice …. die psychischen Probleme der jungen Generation nicht verringern wird. Ich fürchte dagegen, die werden zunehmen. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht echte Kontakte zu anderen Menschen, zur echten Natur … im realen Leben,
Menschen – und dazu gehören entgegen landläufiger Meinung auch SuS – sind in erster Linie Kostenstellen mit zwei Beinen.
Menschliche Wärme entsteht in erster Linie durch Reibung. Sollen sich die lieben Kleinen doch unter einander reiben, ich für meinen Teil bin da raus (wäre ich noch aktiv vor Kreide).
Die Digitalisierung wird alles verbessern. Wir müssen nur ganz fest dran glauben und vor den Nachteilen die Augen und Ohren verschließen. Dazu fand ich folgenden alten Kommentar von mir in einem anderen thread bei n4t, mit einem ,mMn,. sehr interessanten link:
potschemutschka
24 Tage zuvor
Antwortet Redaktion
https://www.t-online.de/nachrichten/tagesanbruch/id_101193258/menschen-verstummen-digitale-kommunikation-verdraengt-worte-und-mehr.html
Schöne neue Welt? Sieht so die Zukunft aus? Wann erreichen wir den Punkt, an dem Menschen gar nicht mehr miteinander reden und sich verständigen (können)?
5
Antworten
potschemutschka
24 Tage zuvor
Antwortet potschemutschka
Ich beantworte mal selbst die Frage:
… dann, wenn alle im Homeoffice sitzen und die KI-Roboter alle sozialen Bereiche/ persönliche zwischenmenschliche Kontakte “abdecken”/ ersetzen!
macht die 4 Tage Woche und setzt Digitalisierung ein. Meine Frau wird mir danken. Warum soll sie 10 Stunden pro Woche länger schuften als ich udn andere?
Sind Sie Schnucki oder Hasi?
Haha! Wahrscheinlich beides!
Schuften? Lehrer? Ganz was neues.
Warum geht niemand von den armen Lehrern in die freie Wirtschaft?
Weil sie dort nicht lange durchhalten. Schichtbetrieb und auch am Wochenende arbeiten.
Ich erinnere mich, dass die Umstellung auf 5 Tage mich in Klasse 1/2 erschöpft hat. Erst Freude, nicht alle 14 Tage Samstag Schule zu haben. Dann aber auch nicht mehr die 3 – Stunden Tage, Samstag 2 Stunden. Katholisches Dorf, 2-3h zur Schule, war wie zu einem Hobby zu gehen und Freunde treffen und danach Mittagessen und dann ganz viel Zeit am Nachmittag. Fiel mir schon auf, dass die 5 Tage dann geballter waren. Zeitoptimierung. Bessere Funktion. Eigentlich dann ja freie Wochenenden. Aber die wollten die Erwachsenen dann ja auch zeitoptimieren . Und heute dann Ganztag. Da waren wohl die grauen Herren von der Zeitsparkasse zu Besuch. Michel aus Lönneberga ging doch in die Sonntags Schule? Auch ne Idee. Wochentags hat man doch besseres zu tun.
Bei uns war das anfangs so, dass der erste Samstag im Monat frei war.
Wir hatten samstags Mathe, Deutsch und Latein.
An den anderen drei Samstagen hatten wir dann vier sechzig-Minuten-Stunden.
MDLM / MDLD / MDLL – mit anderen Worten, wir haben zwar frei gehabt, die Stunden aber komplett nachgeholt.
Leider war nie Sport dabei….
Die 5-Tage-Woche wurde im Osten noch 1990 zuerst eingeführt, da die Eltern ihre Kinder am Samstag aus der Schule nahmen, um ihnen den damals schon dekadenten Westen statt Schulbildung als Vorzeigegesellschaft vorzuführen.
Die Rutschbahn war aber schon damals gebaut, war nur noch nicht so steil wie jetzt verlaufend.
Eines der reichsten Länder der Welt spart an Schulen und Personal vor Ort… Es darf eigentlich nicht wahr sein und ist schwer zu erklären. In Mannheim gibts daher auch einen Einstellungsstopp für die soziale Arbeit an Schulen.
“Eines der reichsten Länder der Welt…”
Was das Pro-Kopf-Einkommen angeht, spielen wir schon lange nicht mehr in der obersten Liga…
Bitte was? Bei Sozialarbeitern wird gespart? Gewalt rauf, psychische Probleme rauf – Sozialarbeiter runter? Wie dumm ist das bitte?
Sie wissen das, wir wissen das – aber die Kommune muss sparen.
“Reich” ist vielleicht die Verwaltungseinheit, statistisch faktengecheckt 😉 gesehen.
Die Bevölkerung als relevante Mehrheit gedacht (so nach dem Motto: Acht von Zehn) ?
Ich habe da so meine ganz krassen Zweifel.
Sie haben aber im Kern natürlich trotzdem recht – Geld ist an sich massig da, auch in “klammen” Kommunen.
Beispiel gefällig?
Unsere Gemeinde ist relativ kurz vor Haushaltssicherung – Bauaktivität am Bürgerhaus: Der Wartebereich für…Anspruchssteller…(Hartz, Unterhaltsvorschuss usw.) wird umgebaut, Wand rausgekloppt, Glaswände rein.
Maßgefertigte Größe nötig …
jede Platte – 24.000 (!!!!??!!!) Eurodollar.
Wie viele Platten ?
Na, 13 Stück.
Soll ja schön “hell” sein.
24.000 x 13 = ca. 312.000 Eurodollar rausgehauen, um genau WAS zu erreichen?
Dass die Leute beim Steuergeld abholen sich noch wohler fühlen?
Äääähhhhh, ja.
Also ja, Geld ist da.
Fragt sich nur immer, wofür.
Hm .. Pool-Lösung.. man müsste sowas wie Förderschulen erfinden, damit.. . Moment mal!!
Darum geht es gar nicht.
Die Pool-Lösung bezieht sich auf Schulbegleitungen oder Integrationshilfen.
Wenn eine alles erledigen soll, kümmert sich eine Person gleichzeitig um die Toilettenbegleitung, das Kind das mit Diabetes Hilfe benötigt, das Kind mit Hörschädigung, das die Arbeitsanweisung erneut erklärt bekommen muss, und mit den zieldifferent beschulten Kindern werden Aufgaben besprochen, Handlungsplanung angeleitet und eingeübt.
Die Alternative?
Alle diese Kinder könnten nicht in einer Regelschule beschult werden,
sie hätten etwa 1 Stunde Schulweg per Taxi – je Fahrt,
in der Förderschule bräuchte es ebenso Personal.
Um Lehrkräfte in Förderschulen ging es gar nicht,
und auch da ist der Lehrkräftemangel regional immens – an den Schulen und in der Inklusion.
Ach:
Ohne die symbolische Unterstützung durch lohngedumpte Hilfspädagogen für einzelne Kinder ( und zwar NUR für diese)
könnten Förderkinder nicht die Regelschule besuchen,
denn:
DANN wäre es sehr schlimm für sie dort.
So natürlich nicht.
“Inklusion“ bedeutet etwas ganz anderes, stimmt,
aber die Kinder mit Beeinträchtigungen ganz ohne Unterstützung in die Regelschulen zu schicken und dies als „Inklusion“ zu verkaufen, kann es ja auch nicht sein.
Wenn sie diese Lerngruppen allein Unterrichten können, komme ich gerne zum Hospitieren und gucke mir ab, wie es gehen kann: ohne Begleitung, ohne zweite Lehrkraft, ohne Sonderpädagog:innen, ohne Schulpscholog:innen, ohne BuFDi, … aber mit Lehrkräftemangel und ständiger Vertretung oder zumindest Betreuung zum Auffangen.
Den Lehrkräftemangel haben die Förderschulen auch, Klassengröße 16 Kinder.
Lehrkräftemangel? Wie wäre es mit weniger Teilzeit?
28 Deputatsstunden sind aber vom Dienstherren verordnete Teilzeit, da kann man nix machen.
Bei einer Vergrößerung der Kitagruppen oder teilweisem Ersatz durch unterqualifiziertes Personal gibt es zu Recht Proteste.
Voraussetzung SchulbegleiterInnen: Hauptschulabschluss, Führungszeugnis und Weiterbildung, Bildungsagentur reicht. Keine Erfahrung oder Ausbildung für Gruppen, kein pädagogisches Fachwissen zu Gruppenprozessen, nicht bezüglich Regelschülern und schon gar nicht zu Förderschülern. Das sind keine qualifizierten, erfahrenen pädagogischen Mitarbeiter, viele haben zwar Lebenserfahrung und eigene Kinder mit diversen Förderanforderungen, aber es bleiben Menschen, die damit angefangen haben, sich um ein einziges Kind zu kümmern, eine Beziehung aufzubauen. Plötzlich wird daraus eine Gruppe, mit der einzigen Gemeinsamkeit, im gleichen Unterricht zu sitzen – im besten Fall. Dann schafft das Ganze ab, das ist ehrlicher.
Die anderen Pläne sind auch nichts anderes als eine Fortsetzung und Verschärfung der Unterversorgung, Sprachförderung reicht heute schon nicht.
Alle die bei diesem Thema schon wieder weniger Stunden, 4 Tage und Homeoffice fordern: Schämt euch! Wenn ihr nicht wisst warum, umso schlimmer.
Ihr fordert es nicht gegen Lehrermangel, ihr fordert es für euch selbst.
“Alle die bei diesem Thema schon wieder weniger Stunden, 4 Tage und Homeoffice fordern: Schämt euch! Wenn ihr nicht wisst warum, umso schlimmer.
Ihr fordert es nicht gegen Lehrermangel, ihr fordert es für euch selbst.”
Natürlich für mich selbst!
Wer Berufung oder das Kindeswohl als Vorwand für Selbstausbeutung nutzt, hat das Beamtentum nicht verstanden. Laut § 34
BeamtStG schulde ich Dienst, keine Selbstaufgabe.
Schämen sollten sich eher die Kollegen, die jede Arbeitsverdichtung klaglos schlucken: Ihr seid keine Helden, sondern die besten Gehilfen des Lehrermangels, weil ihr ein kaputtes System durch Selbstaufopferung kaschiert. Ich bin Profi, kein Märtyrer – meine Miete zahle ich mit Besoldung, nicht durch strahlende Kinderaugen…
Sorry, aber hier ist sehr oft das sogenannte Argument ‘4-Tage-Woche gegen Lehrermangel für mehr Attraktivität’ zu lesen, nur sehr wenige geben zu, dass es Eigeninteresse ist. Aufopferung erwartet niemand, wie wäre es mit vereinbarten Arbeits- bzw Dienstbedingungen? Wer die nicht mag, in der Gewerkschaft gibt es vor jeder Tarifrunde Diskussionsgelegenheiten zu den Forderungen, sogar online. Kein Mitglied, lieber ‘ich will aber’, ohne Abwägen, ohne Prioritäten zu diskutieren? Anschließend darüber klagen, dass die Angestellten nicht genug erstreikt haben? Es gibt zwischen Selbstaufopferung und der Idee, möglichst wenig Zeit ‘live’ zu arbeiten noch einige Nuancen.
Wenn das System so kaputt ist, wenn es nur noch schwarz und weiß gibt, warum dann bleiben?
Deputate ‘runter, kleinere Klassen, mehr Zeit für Kontakte und Beziehungen. Auch eine Idee, aber das Gegenteil von ‘bloß weg hier, möglichst wenig Zeit in dem Laden’. Keine Selbstaufopferung, aber Entlastungen ohne vor der Kernaufgabe wegzulaufen.
Meine Miete zahle ich mit meinem Gehalt, ohne Anpassung wegen ‘Abstandsgebot’, nach TVL §44 immer noch mit gleichen Verpflichtungen, aber das betrifft unseren AG und mich, strahlende Kinderaugen haben damit nichts zu tun.
“Auch eine Idee, aber das Gegenteil von ‘bloß weg hier, möglichst wenig Zeit in dem Laden’.”
tolle Anekdote… nur das hat überhaupt niemand gefordert!
“Es gibt zwischen Selbstaufopferung und der Idee, möglichst wenig Zeit ‘live’ zu arbeiten noch einige Nuancen.”
Genauso wie es zwischen der Unterstellung möglichst wenig Zeit im dem Laden verbringen zu wollen und der Forderung nach einen Tag Homeoffice noch etliche weitere Nuancen gibt…
“wie wäre es mit vereinbarten Arbeits- bzw Dienstbedingungen?”
Und diese Arbeits- bzw Dienstbedingungen schreiben zwingend einen 100% Vorortbetreuung vor?
Aber keine Sorge, selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass es eine Tag Homeoffice für Lehrer geben sollte, es wird sie bestimmt niemand zwingen zuause zu bleiben!
Vielleicht können Sie sogar noch ein paar der Kontakt und Beziehungsaufgaben Vorort an forderte Front übernehmen –> das wäre doch eine Win/Win Situation für alle?
“Meine Miete zahle ich mit meinem Gehalt, ohne Anpassung wegen ‘Abstandsgebot’, nach TVL §44 immer noch mit gleichen Verpflichtungen, aber das betrifft unseren AG und mich, strahlende Kinderaugen haben damit nichts zu tun.”
Schön das wenigsten einer mit dem Tarifvertrag noch zufrieden ist!
Geht es immer nur um Geld?
Schlecht verdienen lehrer doch nicht.
Schlecht bestimmt nicht, aber wie Karlsruhe schon gesagt hat, nicht amtsangemessen.
“Alle die bei diesem Thema schon wieder weniger Stunden, 4 Tage und Homeoffice fordern: Schämt euch! Wenn ihr nicht wisst warum, umso schlimmer.
Ihr fordert es nicht gegen Lehrermangel, ihr fordert es für euch selbst.”
Lehrermangel ist zu allererst einmal ein Versagen der Arbeitgeber: Macht die Arbeitsbedingungen attraktiver, schafft die Stellen und gebt das Geld nicht für andere, “wichtigere” Dinge aus, verhöhnt die Beschäftigten nicht Jahr für Jahr mit realen Nullrunden oder sogar Reallohnverlusten!
Wer sich da als Lehrer selbst verantwortlich fühlt: Stockholm-Syndrom
Übrigens: Neueste Studien (Telekom) zeigen, dass Lehrer nur noch ein Drittel der Arbeitszeit mit Unterricht verbringen. Warum sollte da die 4-Tage-Woche mit Umorganisation des Unterrichtsbetriebes nicht möglich sein? Warum bei horrenden Mobilitätskosten ohne “Energeprämie” Tag für Tag für vielleicht nur zwei Unterrichtststunden über die Dörfer pendeln? Das ist nicht nur eine Missachtung der Lebenszeit der Beschäftigten sondern auch Energieverschwendung und schlecht für die Klimabilanz. Und öffentliche Ladesäulen für E-Autos sind immer noch verdammt teuer… wird ja nicht jeder im Eigenheim mit Solardach und Wallboxen gepampert…
Ja, die 4 Tage für Lehrer wird es geben. Gelebt wird sie schon, bei so viel TZ.
Aber TZ bietet weniger Einkommen.
Stimme Ihnen vollkommen zu, realist.
Vier Tage frei und ein Tag Unterricht in Präsenz – super
Viele Nichtlehrer haben weitere Wege zur Arbeit.
Nur werden die betrieblich bedingten Fahrten als Arbeitszeit angerechnet.
Ich kann diese ganzen Beiträge zur 35-Stunden-Woche, Homeoffice usw. eigentlich nicht ernst nehmen, wäre da nicht diese bösartige Penetranz, mit der sich die Verfasser in jedes Thema drängen. Es ist für mich im Übrigen zweifelhaft, ob die Verfasser überhaupt authentisch sind, deshalb bleibt dies auch mein einziger Kommentar zu diesem Unsinn.
wäre für meine frau aber fair. Warum soll die 10 Stunden pro Woche länger arbeiten und dann noch 1 ganzen Tag mehr?
Homeoffice ist ne Wucht
Weil die eine super rundumversorgung hat
Fordern, man müsse sich schämen wenn man etwas für sich selbst fordert.
Der typische deutsche Erziehungsstil von anno dazumal hält sich besonders gut dort, wo Dominaz ausgeübt werden kann, oder?
“Plötzlich wird daraus eine Gruppe, mit der einzigen Gemeinsamkeit, im gleichen Unterricht zu sitzen”
Eine bizarre Entwicklung. Und jetzt alle: 1..2..3 .. die UN-Behindernrechtskonvention gibt aber vor dass..
Ach, das Verständnis…
Hier haben wir einen Artikel, in dem es um weniger Unterstützung für benachteiligte Gruppen geht. Erste Reaktion: Ich will aber…
Ja, das ist peinlich, das ist maßlos egoistisch, das ist das reflexhafte ‘im Übrigen bin ich der Meinung’. ‘Typisch deutscher Erziehungsstil’ ist der lächerliche Versuch, Schubladen aufzumachen und damit verbundene Klischees zu aktivieren. Fordert was ihr wollt, liebe ‘KollegInnen’, an dieser Stelle, unter diesem Thema ist es zum Fremdschämen.
‘Ceterum censeo’ – das war Cato, ist der das Vorbild? Immer wieder fordern, ob es zum Thema passt oder nicht, er hatte am Ende auch Erfolg? Leider heißt der letztendliche Erfolg nicht, dass das Ziel ehrenwert und moralisch vertretbar ist – sein Erfolg war Völkermord.
Danke, für diese deutlichen Worte!
In dem Artikel geht es auch um eine massive Arbeitsverdichtung für Lehrer! Das wird die meisten hier konkret durch eine Mehrbelastung treffen, die bis ins Privatleben schneidet!
Nur weil Sie sich in antiker Pose als moralischer Wächter inszenieren, gibt Ihnen das nicht das Recht, sich zum Richter über die Belastungsgrenzen Ihrer Kollegen aufzuschwingen.
Wer berechtigte Kritik mit Cato und Völkermord-Vergleichen kommentiert, will nicht debattieren, sondern sich nur moralisch aufspielen.
Wer sich zum Verteidiger eines Systems macht, das die eigene Berufsgruppe verschleißt, verwechselt Kadavergehorsam mit pädagogischem Ethos. Das ist das eigentliche Fremdschämen hier.
“Wer sich zum Verteidiger eines Systems macht, das die eigene Berufsgruppe verschleißt, verwechselt Kadavergehorsam mit pädagogischem Ethos. Das ist das eigentliche Fremdschämen hier.”
Nur dass das hier niemand tut. Sie haben es allerdings nicht gemerkt.
Es ist nämlich nicht das System, das die Berufsgruppe verschleißt, sondern die Bedingungen. Und diese kritisieren hier alle.
Gerne.
Das System SETZT die Bedingungen!
Ein Staat, in dem “finanziell klamme” Kommunen 312.000 Eurodollars dafür raushauen, damit Leute beim Abholen von Transferleistungen schön “hell” haben, der KÖNNTE das Personalproblem und die “Bedingungen” ganz leicht lösen!
Ich bin keiner der Lehrerkollegen hier, möglicherweise vermuten sie das. Ich kommentierte, weil ich ihren Ausgangskommentar sehr zutreffend fand, mich dann aber die letzten beiden Sätze irritierten. Da wollte ich mal nachfassen.
„Wut ist der Affekt, der entsteht, wenn Scham blockiert wird. Scham ist der Affekt, der entsteht, wenn Wut blockiert wird.“ das war Tomkins.
“Ihr fordert es nicht gegen Lehrermangel, ihr fordert es für euch selbst.”
Homer Simpson: “Ach ja?”
Und JA, tue ich.
Denn ich arbeite nicht für lau.
Wie sieht es denn bei Ihnen aus – Sie verlangen doch hoffentlich für Ihre Arbeit kein schnödes, ekeliges, kapitalistisches Geld? Denken Sie an die Kinder!©
Es ist gerade Samstag – Sie arbeiten hoffentlich gerade unbezahlt an ein paar Sozialfällen?
Ihr Gehalt über ca. 1400 Eurodollar spenden Sie natürlich?
Denn das ist ja der Lebenserhaltungssatz, Sie häufen doch nicht etwa “Übergewinne” an?
…
..
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“Purity test” (“Wer die wahre, edelmütige Gesinnung hat, macht X!”) ist niemals ein Argument.
Wirklich niemals.
“Den Kindern wird die Möglichkeit zur individuellen Teilhabe genommen. Kinder mit Behinderungen und Kinder ohne Handicaps könnten unter deutlich schlechteren Bedingungen oder gar nicht mehr zusammen lernen.”
Und da solle jemand noch sagen, die Politik würde nicht auf die Gesellschaft hören.
Wenn die Wissenschaft es nicht nachweisen kann, dann schaffen wir uns halt selbst die Zustände, mit denen wir künftig die Inklusion als nicht unsetzbar verteufeln – wie jetzt schon hinsichtlich der fehlenden Ressourcen, die als Ausrede, nicht als Auftrag verstanden werden…
Habe das Reformpaket nicht gelesen, aber… da wir inzwischen bei Kindern (u.a. mit Behinderung) massiv kürzen… Superreiche werden bei der Erbschaftssteuer nicht mehr geschont, ja? … ja?
https://www.deutschlandfunk.de/erbschaftsteuer-gerechtigkeit-100.html#Politik
“Hallo localdrone, stelle bitte eine Liste für die letzten ca. 10 Jahre über die gesamten Steuereinnahmen des Staates BRD zusammen. Berücksichtige keine institutionellen Unterschiede. Schätze bei widersprüchlichen Angaben eher zu tief. Nutze ausschluesslich seriöse Quellen, insbesondere staatliche Veröffentlichungen. Schliesse die Publikationen BILD, Die Zeit, Focus und “Welt” aus der Recherche aus.
******************************************”**
Hier ist die Liste der jährlichen Gesamtsteuereinnahmen von 2016 bis 2025:
· 2016: ca. 778,2 Milliarden Euro【15†L6】
· 2017: ca. 799,6 Milliarden Euro【15†L8】
· 2018: ca. 825,3 Milliarden Euro【15†L9】
· 2019: ca. 841,6 Milliarden Euro【15†L10】
· 2020: ca. 739,7 Milliarden Euro【15†L11】
· 2021: ca. 833,2 Milliarden Euro
· 2022: ca. 915,8 Milliarden Euro【16†L7】
· 2023: ca. 915,8 Milliarden Euro
· 2024: ca. 947,7 Milliarden Euro
· 2025: ca. 989,8 Milliarden Euro
Das Steueraufkommen bezieht sich auf die Einnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden vor der Steuerverteilung. Die Werte für 2016 bis 2020 sind z. T. auf Basis von Tabellen und Artikeln des Statistischen Bundesamtes recherchiert, während die Angaben für die Jahre 2021, 2022 und 2023 auf Statista-Daten sowie auf Meldungen des BMF und des Statistischen Bundesamtes basieren. Für 2025 liegt ebenfalls eine offizielle Veröffentlichung des Statistischen Bundesamtes vor【17†L22】.
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Bonusfrage für Umverteilungsfans:
Wie viel Steuergeld soll der Staat eigentlich noch runterschlingen?
Bei immer mieserer Leistung?
Sollen wir mal ‘nen LLM so ungefähr die GLEICHZEITIG noch ZUSÄTZLICH hemmungslos aufgenommenen Schulden schätzen lassen?
“Wie viel Steuergeld soll der Staat eigentlich noch runterschlingen?”
Ich finde es nur bezeichnend, wenn in Krisenzeiten den Reichsten geltende Steuern geschenkt (!) werden, da wird nichts geschlungen – im Gegenteil XD
https://www.fr.de/wirtschaft/erbschaftsteuer-als-dummensteuer-dieser-erbe-will-das-aendern-zr-93926318.html
Die Kritik gilt SteuerGESCHENKEN in Krisenzeiten. Ich hoffe mich, Ihnen gegenüber verständlicher machen zu können
Dem würde ich zustimmen.
Über den unsagbaren Unsinn, nationale Sicherheitsreserven an Sprit nicht etwa (WENN man das ohne Krieg oder bundesweite Katastrophe denn überhaupt anrührt!) an Bürger auszugeben, sondern an Konzerne, die daraufhin noch mehr….*piep-piep* Selbstzensuralarm aktiviert *piep-piep*
Da müssen Sie sich wohl selbst zentsieren, niemand anderes tut es. Aber wenn Sie es für verboten halten, was sogar die Heute-Show raushaut, wünsche ich Ihnen alles Gute im Untergrund 😉
Geundsätzlich bin ich bei vielem ja bei Ihnen, auch was die Verteilung von Steuermitteln angeht, wenn ich den Umbau eines Wartebereiches weniger als “Goodie” für die “Kundschaft” dort halte. Aber wenn man neben die Steuereinnahmen das BIP zum Vergleich setzt, so ist da nichts spektakuläres zu finden:
Die Angaben sind ebenfalls von statista entnommen, in Klammern hinter den Beträgen finden Sie noch die prozentualen Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr bei den Steuereinnahmen (links) und dem BIP (rechts).
Ich sehe hier jetzt nicht unbedingt, dass der Staat seinen Anteil immer weiter vergrößert. Das ist in einzelnen Jahren der Fall, aber über die Gesamtzeit ist der Anteil von 2016 bis 2025 kleiner geworden.
Mir geht es eher um die…
1) an sich schon immer absurder werdenden Höhen
2) bei GLEICHZEITIGER permanenter Schuldenaufnahme
3) bei gleichzeitig immer teurer/schlechter werdender Ausführung der genuinen Staatsaufgaben
Testfrage: Bei welcher staatlichen [Zwangs]Dienstleistung ist in den letzten zehn Jahren für normale produktive Bürger irgendwas billiger und/oder schneller geworden?
Ob Müllabfuhr, Ausweisverlängerung, Führerschein…irgendwas?
Oder Sie reden am Thema vorbei, dass an die Reichsten SteuerGESCHENKE rausgegeben werden, während wir bei den Schwächsten Basisleistungen kürzen….
Viel Geld geht für beamte drauf
Und erst für Angestellte.
Ich habe Inklusion mehrfach an unserer Schule erlebt. Kaum Hilfe, der Sozialpädagoge war einmal im Monat anwesend und die Termine waren schnell vergeben, eine Ergebnissicherung hatte man nicht.
Letztendlich blieb das Ganze an uns Lehrern hängen, bei einer fast Gehörlosen hatten wir eine 2 Stündige Einführung von einem Betreuer, wie wir das Ganze zu bewerkstelligen haben. Jede Menge Mehrarbeit, aber der Betreuer wurde nie wieder gesehen. Ein von sozialen Medien Abhängiger durfte keine digitalen Medien mehr benutzen, aber die Therapie wurde nach 1 Jahr immer noch nicht genehmigt. Man muss mit Epilepsie, Schizophrenie, eklatanten Lernbeeinträchtigungen umgehen, ohne irgendeine Hilfe. Vom Ministerium kommt nur lapidar, “man müsse im Zuge der Inlkusion mit dieser Problematik umgehen können”. Ja, und wo bleiben die versprochenen Unterstützungen und Voraussetzungen? Wo bleiben die gezielten Schulungen für solche Inklusionsfälle? Wenn jetzt “Streichungen” kommen, dann fühlt sich das so an, als ob es nie anders gewesen ist. Habe fertig.
Und darum fordern Sie nun BESSERE Inklusion, anstatt Steuergeld in Förderschulen investiert zu sehen?
Unglaublich jetzt würd noch an den wenigen Kindern, die wir haben, gespart. Von der Inklusionskraft profitiert die ganze Klasse, wenn ohne sie der Unterricht gar nicht möglich ist
Die sogenannte “Pool-Lösung” ist tatsächlich ein Problem.
Dieses bürokratieträchtige Symbol von Unterstützung kann man gerne streichen, nur bitte nicht ersatzlos!
Wir brauchen stattdessen feste Assistenten in jeder Klasse. Und lasst diese ganzen halbseidenen Pseudoträger weg, die ihre Leute wie den letzten Dreck behandeln. Gebt den Assistenten feste Stellen im öffentlichen Dienst! Dann sind sie auch flexibel einsetzbar und nicht auf einzelne Kinder abonniert. Vertraut einfach mal den Lehrern, dass sie die Assistenten gut zu nutzen wissen.
Die Schulbegleiter*innen sind ja Kindern je nach Bedarf stundenweise zugewiesen (zumindest in BW). Da fand ich es durchaus günstig, wenn die Stunden sinnvoll verteilt werden konnten, gerade wenn es den langdamen Abbau der Unterstützung betrifft.
Pädagogische Assistenz ist schon toll, aber ob die sich so einfach einem einzigen Kind zuweisen lässt, ohne dass sich das Amt um weitere Kräfte zu drücken versucht…
„Die Schulbegleiter*innen sind ja Kindern je nach Bedarf stundenweise zugewiesen“
Genau das ist das Problem.
Ich bin irritiert, ich dachte die Pool-Lösungen wären Ihrer Meinung nach das Problem?
Wenn das Geld erst einmal bei Rheinmetall ist, dann kann es nicht anderswo ausgegeben werden.
Von den Gewerbesteuerzahlungen kann die Landeshauptstadt aber einigermaßen über die Runden kommen.
Warum sind Sie bei Rheinmetall, wenn wir erheblich sinnlosere Ausgaben bei klimaschädlichen Subventionen, Steuergeschenken oder der “Befreiung” von Steuern für Superreiche abnicken?
Militärische Sicherheit ist derzeit durchaus an Anliegen von Schüler*innen…
https://www.spiegel.de/ausland/schule-in-kursk-dutzende-menschen-nach-angriff-in-truemmern-eingeschlossen-a-909d77a5-9308-4d9f-9163-abdcc5e8373d
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/iran-angriff-maedchenschule-100.html
Das Problem:
Das Geld wird NICHT für aktuelle, leistungsfähige Waffensysteme und/oder ein tatsächlich einsatzfähiges Militär ausgegeben.
Es versickert im Verwaltungs-/Lobby-/Beschaffungssumpf.
… oder per Tankrabatt bei den Mineralölkonzernen.
Wie sollen wir an einer Regelschule mit vollen Klassen bitteschön eine Inklusion stattfinden lassen … ohne irgendwelche Unterstützung? Soll ich als KL einer ersten Klasse mit meinem Autisten auf Toilette gehen? Oder meine zwei verhaltensorigenelle Kinder während dem Unterricht einfangen gehen, weil sie mal wieder keine Lust auf Schreibschrift haben? Oder mit dem Schüler, der die Kita nicht besucht hat, Übungen zur Mengenerfassung machen während die Klasse schon beim Einmaleins ist? Ach ja … ich habe auch keine Teamkollegin, die mich unterstützt. Alle Bildungspolitiker sollten mal eine Woche an einer Grundschule arbeiten, dann würden sie vielleicht mal was merken ….
Bei uns steht die Überprüfung an und es herrscht große Aufregung. Die Aufgaben sind für die Kinder noch viel zu schwer! Das sollte eigentlich nicht so sein, aber warum ist das so? Weil die Kinder nicht zum Lernen kommen, weil die Klassenlehrerin genau das macht, was Sie beschreiben. Ein Kind zur Toilette komplimentieren, rumlaufende Kinder an ihre Plätze bitten, irgendwie für Ruhe sorgen… ein vernünftiger Unterricht scheint kaum möglich… Und dann wundern wir uns, wenn das Niveau immer weiter zu sinken scheint… wie soll es so auch besser werden.
Das tut mir leid. Haben Sie eine Schulbegleitung für das Kind beantragt?
“ein vernünftiger Unterricht scheint kaum möglich…”
Wie oft muss dieses Kind auf Toilette? ^^
Es wäre schön, wenn Sie vorm Kommentieren genauer lesen würden.
Kolleg*in @asablau beschreibt eine Situation, in der mindestens drei Dinge gleichzeitig erledigt werden müssen. Ein Kind muss zur Toilette gebracht werden, während andere Kinder herumlaufen und es sehr laut und unruhig ist.
Vielleicht haben Sie ja eine Lösung für: Wie kann man ein Kind zur Toilette begleiten und gleichzeitig im Klassenraum für Ruhe und Ordnung sorgen? Sie zweiteilen?
Ich weiß nicht, wie es in anderen Bundesländern so ist, aber in SH beantragen nicht die Lehrkräfte Schulbegleitungen, sondern die Eltern bzw. Sorgeberechtigten. Wenn Eltern das nicht wollen, dann gibt es auch keine Schulbegleitung.
“Wie kann man ein Kind zur Toilette begleiten und gleichzeitig im Klassenraum für Ruhe und Ordnung sorgen?”
Inwiefern passt da meine Frage nicht, ob für das Kind eine Schulbegleitung beantragt wurde?
asablau schrieb nichts davon, dass Eltern keine Schulbegleitung beantragen wollen :/
Wir hatten bald 20 Jahre Zeit darüber nachzudenken…
Aber ich nehme an, Sie beführworten nun eine Stärkung und Verbesserung der Inklusion? Immerhin sind Sie ja direkt betroffen
Wer ist “wir”? Und welche Resultate brachte? das Nachdenken diesen “wir”
asablau scheint sich diese Frage in gebrochenem Deutsch nicht zu stellen
LOL!
“Wir hatten bald 20 Jahre Zeit darüber nachzudenken…”
Dieser Satz stammt von Ihnen! Schon vergessen?
Und wieso attestieren Sie asablau gebrochenes Deutsch?
” asablau scheint sich diese Frage in gebrochenem Deutsch nicht zu stellen”
Der Kommentar von ihm/ihr war vollkommen verständlich. Von vielen Ihrer Kommentare kann man das übrigens nicht behaupten!
… und übrigens – diese abwertende Bemerkung “gebrochenes Deutsch” (oder “radebrechen”) nutzt man meist für Nicht-Muttersprachler. Wollen Sie sich also selbst erhöhen, wenn Sie anderen gebrochenes Deutsch unterstellen? Welche und wie viele Sprachen sprechen und schreiben Sie selbst denn völlig fehlerfrei? Deutsch jedenfalls schon mal nicht! (sonst gäbe es nicht ständig so viele Nachfragen, nicht nur von mir, was Sie eigentlich sagen wollen!)
Radebrechen – Wikipedia
Und, falls Sie mich mit dem gebrochenen Deutsch meinen sollten – ein verrutschtes Fragezeichen ist für Sie gebrochenes Deutsch?
Dann jetzt noch einmal meine Frage in korrektem Deutsch, mit Bitte um Antwort:
Wer ist “wir”? Und welche Resultate brachte das Nachdenken diesen “wir”?
“Dann jetzt noch einmal meine Frage in korrektem Deutsch, mit Bitte um Antwort”
Schaffen Sie das auch, ohne Beleidigungen voraus zu schicken?
Welche Beleidigungen? Das sind Beobachtungen, die nicht nur ich, hier im Laufe der Zeit, anhand Ihrer zahlreichen Kommentare gesammelt habe, bzw, die ich aus Ihren Kommentaren herausgelesen habe.
Das ist erst ein Vorgeschmack dessen, was in unserem Land uns noch bevorsteht. Das Geld ist einfach nicht mehr da, so dass es zu ganz unschönen Einschnitten im sozialen Bereich kommen muss, einfach weil das alles nicht mehr finanzierbar ist.
Für einen – weitgehend sinnlosen – Tankrabatt reicht es aber. Gerne hier nachlesen: https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen-anhalt/inflation-steuern-tanken-spritpreise-diskussion-fakt-ist-102.html
Herzliche Grüße Die Redaktion
“Befreiung” von der Erbschaftssteuer ist noch drin? Wenn wir noch den Allerreichsten Geld schenken können, ist es wohl noch nicht so schlimm – nur ungerecht 😉
Hier würde ich auch gerne auf meine obige Antwort an 447 verweisen. Das ist Blödsinn. Man möchte das Geld das umgesetzt wird nur nicht dafür ausgeben.
Gehe ich zu 90% mit….plus:
Das den normalen Bürgern in immer grösseren Summen bei immer schlechter werdenden Leistungen abverlangte Geld…
Da gehen die nächsten PISA Plätze flöten.
Die inklusionshelfende Frau an unserer Schule ist nett. Aber ich bedaure sie, sitzt stundenlang neben ihrem betreuten Kind, kann ihm nur im Rahmen des für die ganze Klasse ablaufenden Unterrichts hier und da was helfen, unterstützen, mahnen … wie viel mehr könnte sie erreichen und nützen, wenn mehrere Kinder mit Unterstützungsbedarf in einer eigenen Klasse gezielt unterrichtet und gefördert werden könnten!
Richtig