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Immer mehr unentschuldigte Fehlzeiten: Länder wollen gegen Schwänzen vorgehen

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BERLIN. Immer mehr Kinder und Jugendliche bleiben dem Unterricht unentschuldigt fern – vielerorts melden Kommunen steigende Zahlen. Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder wollen deshalb gemeinsam konsequenter gegen Schulpflichtverletzungen vorgehen. Gleichzeitig betonen sie, dass die Ursachen des Problems besser verstanden werden müssen.

Und tschüss… (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer wollen konsequenter gegen Schulpflichtverletzungen vorgehen. Anlass sind steigende Zahlen unentschuldigter Fehlzeiten an Schulen in vielen Regionen Deutschlands. Auf Initiative Hessens stand das Thema nun auf der Tagesordnung eines Treffens der Länderchefs. Ziel ist es, Schulschwänzen stärker zu sanktionieren – zugleich aber auch die Ursachen genauer zu untersuchen.

In einer Beschlussvorlage, die nach Beratungen der Staatskanzleichefs vorbereitet wurde (und die der Welt vorliegt), heißt es, die Länder seien sich einig, „dass das Recht jedes Kindes und Jugendlichen auf Bildung entschieden durchgesetzt werden muss und Schulpflichtverletzungen konsequent sanktioniert werden sollen“. Zugleich sehen die Länder „die Notwendigkeit, die zentralen Ursachen für Schulpflichtverletzungen zu identifizieren und darauf abgestimmt präventive Konzepte zu entwickeln, die Familien entlasten und einem Rückzug aus dem Schulsystem wirksam entgegenwirken“.

Bundesweit einheitliche Zahlen gibt es bislang nicht, weil Bildungspolitik Ländersache ist und jedes Bundesland eigene Erhebungen vornimmt. Einzelne Kommunen melden jedoch deutliche Zuwächse. In Hannover etwa stiegen die registrierten Fehltage nach Angaben der Stadtverwaltung zwischen 2023 und 2024 um 14 Prozent. In Osnabrück lag der Anstieg bei 20 Prozent, in Oldenburg bei 22 Prozent und in Göttingen sogar bei 31 Prozent.

Auch Bußgeldverfahren wegen Schulschwänzens nehmen zu. In Nordrhein-Westfalen etwa erhöhte sich ihre Zahl innerhalb von fünf Jahren um 45 Prozent. Für das Jahr 2024 wurden dort 8076 Verfahren gemeldet. Allerdings greifen solche Verfahren meist erst dann, wenn pädagogische Maßnahmen zuvor erfolglos geblieben sind – die tatsächliche Zahl unentschuldigter Fehlzeiten dürfte deshalb deutlich höher liegen.

„Wer die Schule schwänzt, verliert seinen Zugang zu Bildung, Klassenkameraden und staatlichem Schutz“

Ein genauerer Blick auf Thüringen zeigt, wie sich das Problem entwickelt. Nach Angaben des dortigen Bildungsministeriums blieben im vergangenen Schuljahr sieben Prozent der Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen zumindest zeitweise unentschuldigt dem Unterricht fern. Im Schuljahr 2023/24 lag der Anteil ebenfalls bei sieben Prozent. Noch im Schuljahr 2022/23 waren es 6,3 Prozent gewesen. Ein deutlicher Anstieg zeigt sich im längeren Zeitvergleich: Im Schuljahr 2014/15 lag der Anteil bei 3,5 Prozent.

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Schularten. Während zuletzt 14,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler an Regelschulen unentschuldigte Fehlzeiten aufwiesen, lag der Anteil an Gymnasien bei lediglich 2,4 Prozent.

Das Ministerium unterscheidet außerdem nach der Dauer der Fehlzeiten. Ab elf unentschuldigten Fehltagen wird von beständigem Fernbleiben gesprochen, ab mehr als 20 Tagen von massivem und ab 40 Tagen von permanentem Fehlen. Insgesamt fehlten im vergangenen Schuljahr zwei Prozent der rund 210.000 Schülerinnen und Schüler in Thüringen mindestens elf Tage oder länger unentschuldigt. Auch dieser Anteil hat sich im Laufe der vergangenen Jahre erhöht; im Schuljahr 2014/15 lag er noch bei 0,9 Prozent.

Parallel dazu zeigen auch Verwaltungsstatistiken steigende Zahlen von Verfahren. In der Landeshauptstadt Erfurt wurden im Jahr 2024 insgesamt 113 Bußgeldverfahren wegen Schulpflichtverletzungen eingeleitet – 57 Prozent mehr als im Jahr zuvor, als 72 Verfahren registriert worden waren.

Nach deutschem Recht sind Kinder und Jugendliche grundsätzlich mindestens neun Jahre schulpflichtig. Unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar. Eltern sind verpflichtet, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder regelmäßig am Unterricht teilnehmen. In den meisten Bundesländern können Bußgelder von bis zu 1000 Euro verhängt werden; in Thüringen und Rheinland-Pfalz liegt die Obergrenze bei 1500 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bei bis zu 2500 Euro. In extremen Fällen können auch strafrechtliche Konsequenzen folgen.

„Gleichzeitig wollen wir Familien noch stärker unterstützen, damit Kinder und Jugendliche gar nicht erst aus dem System fallen“

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) begründet den Vorstoß der Länder mit der Bedeutung der Schulpflicht für die Bildungsbiografie junger Menschen. „Kinder brauchen verlässliche Strukturen im Alltag. Wer die Schule schwänzt, verliert seinen Zugang zu Bildung, Klassenkameraden und staatlichem Schutz“, sagte Rhein der Welt. „Die Schulpflicht ist kein unverbindliches Angebot, sondern die Basis für eine erfolgreiche Schulzeit von Kindern und Jugendlichen. Deshalb müssen wir Schulpflichtverletzungen noch konsequenter ahnden und die Ursachen früh bekämpfen.“

Zugleich betont Rhein, dass Sanktionen allein nicht ausreichen könnten. „Gleichzeitig wollen wir Familien noch stärker unterstützen, damit Kinder und Jugendliche gar nicht erst aus dem System fallen, sondern ihre Schulzeit als bereichernd, lehrreich und erfüllend empfinden.“

In den Beratungen zwischen den Ländern war allerdings umstritten, wie weit Sanktionen gehen sollen. Vertreter unionsgeführter Länder hatten vorgeschlagen, bei wiederholten Schulpflichtverletzungen auch Kürzungen von Sozialleistungen für Eltern zu prüfen. SPD-geführte Länder äußerten daran rechtliche Zweifel. Am Ende verständigten sich die Länder auf allgemeinere Formulierungen: Schulpflichtverletzungen sollten „konsequent sanktioniert“ und dafür „entsprechende Regelungen“ geschaffen werden. Wie genau diese ausgestaltet werden sollen, bleibt offen.

Die Ursachen für Schulabsentismus sind vielfältig. Nach Angaben von Bildungsministerien und Kommunen spielen familiäre Probleme, Angst vor Prüfungen oder Mobbing ebenso eine Rolle wie fehlende Motivation oder Konflikte in der Schule. Auch Eltern, die ihre Kinder etwa vor Ferienbeginn früher aus dem Unterricht nehmen, um günstiger verreisen zu können, tragen nach Einschätzung von Behörden teilweise zum Anstieg bei.

Der Bildungsforscher Heinrich Ricking von der Universität Leipzig weist allerdings seit Jahren darauf hin, dass die Datenlage insgesamt unzureichend ist. „Bei diesem Thema haben wir bundesweit eine völlig unzureichende Bildungsdokumentation“, sagte Ricking (News4teachers berichtete). Jedes Bundesland erhebe unterschiedliche Zahlen, die kaum vergleichbar seien und häufig auch gar nicht veröffentlicht würden. „Es fehlt eine systematische Datenerhebung und das ist sehr, sehr bitter und zeugt von einer unzureichenden Haltung.“

„Die Schule muss klar Haltung zeigen, dass sie sich um ihre Schüler kümmert und sich um sie sorgt, wenn sie fehlen“

Zugleich sieht Ricking mehrere strukturelle Ursachen für Schulabsentismus. Eine wichtige Rolle spielten Angststörungen, die seit der Corona-Pandemie deutlich häufiger geworden seien. Daneben gebe es das klassische Schulschwänzen als „Ausweichbewegung von der Schule weg hin zu interessanteren Orten“, häufig verbunden mit Erfahrungen von Versagen oder fehlenden Perspektiven auf einen Schulabschluss.

Reine Strafmaßnahmen hält der Erziehungswissenschaftler deshalb für wenig wirksam. „Kinder und Jugendliche wollen sich an ihrer Schule wohl und sicher fühlen“, sagte Ricking. Entscheidend seien ein gutes Schulklima, klare Unterstützungssysteme und die Erfahrung, dass Schule sich aktiv um Schülerinnen und Schüler kümmere, wenn diese fehlten. „Die Schule muss klar Haltung zeigen, dass sie sich um ihre Schüler kümmert und sich um sie sorgt, wenn sie fehlen.“ News4teachers / mit Material der dpa

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Rüdiger Vehrenkamp
1 Tag zuvor

An anderer Stelle hab ich es bereits geschrieben: Das immer häufigere Schwänzen hängt mit immer weniger Konsequenzen zusammen. Einige meiner Kollegen, aber auch einige Lehrkräfte sagen inzwischen gar, dass man doch lieber froh sein solle, wenn das Kind denn mal für ein, zwei Tage auftaucht. Positive Bestärkung fürs Kommen anstelle echter Konsequenz fürs Schwänzen. Das sehen andere Schüler natürlich und ahmen dieses Verhalten nach.

Erneut möchte ich echte psychische Probleme hinter Schulabstinenz nicht kleinreden. Aber – und auch da wiederhole ich mich – das betrifft vielleicht 10% der fehlenden Schüler. Alle anderen machen sich den faulen Lenz, schlafen aus, zocken Videospiele, verbringen ihre üblichen 5-8 Stunden am Handy und freuen sich darüber, das System umdribbelt zu haben, das im Prinzip keine Handhabe hat.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor

“Positive Bestärkung fürs Kommen anstelle echter Konsequenz fürs Schwänzen.”
Dann sollten Sie mal mit Ihrer Kolleg*in darüber sprechen, dass dies kein Gegensatz ist und außer Ihr – soweit ich weiß – keiner diese Logik verfolgt.

“und freuen sich darüber, das System umdribbelt zu haben, das im Prinzip keine Handhabe hat.”
Bußgelder (ggf. Sozialstunden) und/oder polizeiliche Vorführungen haben bei Ihnen echt keinerlei Effekt?

Götz
1 Tag zuvor

Da ist primär die Polizei gefordert und weniger die Schule.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  Götz

Auch, aber die Bußgelder können ganz schön zusetzen, bzw. Sozialstunden für Schüler*innen mit Bürgergeld oder woauchimmer das jetzt heißt

Muxi
1 Tag zuvor

Hm, irgendwie habe ich den Verdacht, dass der Umgang mit Schulschwänzen bei der FFF-Demonstrationen nicht vergessen ist.
Könnte jetzt ein Bumerang werden. Ich möchte nicht in der Situation eines Lehrers sein, der zu FFF-Zeiten zum “Streiken” aufgerufen hat.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  Muxi

Ui! Wird die Politik also nun Klimaschutz betreiben? Dann haben sich die Demos ja gelohnt und wir wissen ganz genau, wie wir die Schüler*innen zurück in die Schule bekommen 😀

DerechteNorden
1 Tag zuvor

Hier die Gründe für den Anstieg in SH: Man kann jeder Zeit eine Entschuldigung nachreichen. Im September gefehlt? Da reicht man eine Entschuldigung oder ein Attest im Januar nach. Kurz vorm Eintragen der Zeugnisnoten. Ärzte stellen Atteste auch Monate später noch aus.
Da kommt man schon mal durcheinander.
Auch das digitale Klassenbuch (WebUntis) macht oft Schwierigkeiten. Als Erleichterung wird es an meiner Schule nicht wirklich empfunden. Da flutschen so einige Kids durch. Und bis das dann aufgeklärt ist …
Echte Konsequenzen gibt es nicht, da niemand abgeschult werden kann. Die 20/30-Regel ist auch nicht praktikabel.

Fazit: Die Politik hat es möglich gemacht, dass die Kids gelernt haben, dass Schwänzen kein Problem ist.

ed840
20 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

dass die Kids gelernt haben, dass Schwänzen kein Problem ist.

Wenn man die Zahlen im Text vergleicht, scheint es bei dabei bei SuS an Gymnasien einen eklatanten Lernrückstand zu geben.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bei WebUntis ist es bei uns die Pest, Fehlzeiten Wochen später zu entschuldigen.
Heftiger finde ich es nur, dass Ärzt*innen (zumindest in meinem Umkreis mitmachen).
Das Kind ist ernsthaftig so häufig und lange Zeit krank? Dann beantragen Sie, Herr/ Frau Doktor doch bitte einen Platz an einer Klinikschule – Sie sind sich ja sicher

Realist
1 Tag zuvor

„Die Schule muss …”

Sorry, wenn ich so etwas schon wieder lese: Dann bitte auch die entsprechenden Ressourcen (Personal: Psychologen, Verwaltungskräfte, Sozialpädagogen, …) bereitstellen. Meine Arbeitszeit ist bis oben hin und darüber hinaus ausgefüllt.

Ich “muss” gar nichts mehr, es sei denn jemand sagt mir, was ich dann nicht mehr “muss”!

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Volle Zustimmung bei der ersten Hälfte!
Bei der zweiteren, kann ich als Beamter nicht mitziehen, aber ich unterstütze voll, wenn Sie mit Ihrer Forderung auf die Straße gehen – mache dann nichtmal nen Aufriss, dass Sie das nach Ihrer Arbeitszeit machen sollten 😉

Heinz
18 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Richtig. Schule muss lediglich dokumentieren, feststellen und ggf. melden.

nachdenklich
1 Tag zuvor

Eigentlich sind eher die entschuldigten Fehlzeiten das Problem. Es dürften 10x mehr “falsche Entschuldigungen” sein als das einfache Schwänzen. Eltern müssen keine Begründung angeben, aber selbst wenn, dann schreiben sie einfach, das Kind sei krank gewesen und alles ist gut. Was können wir machen? Zum Amtsarzt schicken? Das geht auch nicht so einfach. Und wie will der feststellen, dass das Kind am Morgen keine Bauchschmerzen, keine Kopfschmerzen etc. hatte?

Rüdiger Vehrenkamp
20 Stunden zuvor
Antwortet  nachdenklich

Das passt doch zum Zeitgeist, wo jedwedes Bedürfnis sofort erfüllt werden muss. Man möchte doch nicht arme, neurodivergente Kinderseelen mit so etwas wie dem alten Modell von Schule quälen… Wobei es am Ende auf die Anzahl der Fehltage im Schuljahr ankommt.

Ab der Oberstufe durften wir uns übrigens Anfang der 2000er schon selbst entschuldigen. Natürlich gab es (einzelne!!!) Tage, an denen ich auch mal keinen Bock hatte. Da schrieb ich ebenfalls “Kopfschmerzen” auf den Bogen. “Kein Bock” wäre mir nicht entschuldigt worden. Man brachte mir also bei, dass ich lügen muss, wenn ich keine unentschuldigten Fehlstunden im Zeugnis haben möchte.

ed840
20 Stunden zuvor

Man brachte mir also bei, dass ich lügen muss, wenn ich keine unentschuldigten Fehlstunden im Zeugnis haben möchte.”

Eine genaue Diagnose zu verlangen, wäre heutzutage wegen Datenschutz vermutlich unzulässig.

Ich könnte mir vorstellen, dass es eigentlich reichen müsste anzugeben, dass man vorübergehend nicht in der Lage ist am Unterricht teilnehmen zu können

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor

“Man möchte doch nicht arme, neurodivergente Kinderseelen mit so etwas wie dem alten Modell von Schule quälen… ”
Bendenken Sie, wie viel Ihr Arbeitgeber Ihnen an Rücksicht entgegenbringt, die Schuld auf “faule” Eltern und “den Elfenbeinturm” zu schieben und auf einen alten Zeitgeist zu warten, den es so nie gab, anstatt sich zu überlegen, wie es Vorwärts gehen soll 😉

Alese20
19 Stunden zuvor

“Man möchte doch nicht arme, neurodivergente Kinderseelen mit so etwas wie dem alten Modell von Schule quälen”

Sorry, aber sind Sie wirklich Sozialpädagoge? Ziemlich abwertende Aussage für jemanden, der eigentlich zum Wohle der Kids agieren sollte. Ja, es gibt neurodivergente SuS und ja, diese haben massive Probleme im unflexiblen Schulsystem!

Hans Malz
1 Tag zuvor

Können die Lehrer die nicht zu Hause abholen? Natürlich nur, wenn sie freiwillig mitkommen, ist doch klar. Nicht, dass noch jemand traumatisiert wird.
Aber versuchen kann man es doch mal. Kurz vor dem Unterricht ne Runde durch die Stadt … sollte doch leistbar sein.

Xyz
1 Tag zuvor

Das Problem bei uns ist, dass wir versuchen ein Recht durch eine Pflicht zu begründen. Andersrum wäre es logisch.

Minna
21 Stunden zuvor

Ach ja? Gleichzeitig um die 20 % Long Covid Fatigue bei Jugendlichen. Selbst wenn temporär, die Jugendlichen stecken in einem System in dem längere Rekonvaleszenz nicht vorgesehen ist und Stress Endothelschäden fördert. Es gibt keinerlei Verständnis für die SchülerInnen, nur Druck und Verdrängung. Erbärmlich.

Heute ist übrigens Long Covid Awareness Day, vielleicht einfach mal 5 Studien zum Thema beachten.

Rüdiger Vehrenkamp
20 Stunden zuvor
Antwortet  Minna

20% aller Jugendlichen haben also Long Covid Fatigue? Also dazu hätte ich gerne eine Quelle. Wir haben Kontakt zu mehreren Schulen aller Schularten im Raum Rhein-Neckar. Mir ist kein einziger Schüler bekannt, auf den das zuträfe.

Heinz
18 Stunden zuvor
Antwortet  Minna

War klar, dass da jetzt auch wieder Corona dran Schuld ist. Wie viele Jahre wollen wir das noch machen? Ich gebe Ihnen mal einen Tipp, wenn sie wollen, können sie noch 10 Jahre lang behaupten, dass Corona an allem Schuld ist, das wird allerdings kein einziges Problem lösen.

Der Druck entsteht übrigens vor allem dadurch, dass jeder meint, sein Kind an Schulformen anmelden zu müssen, für die sie nicht geeignet sind und vielfach auch keine Empfehlung für haben. Da haben viele Kinder dann die ersten Misserfolge in ihrem Leben, weil man sie vorher vor allem beschützt hat … ist doch klar, warum diese damit nicht umgehen können.

laromir
21 Stunden zuvor

Wir haben Eltern, die entschuldigen alles. Plus, Gespräch, Androhung Attest Pflicht, Aussprechen der Attest Pflicht, Eltern mit Ärzten im Freundeskreis die Atteste ausstellen. Kinder mit Problemen, bei denen sich die Eltern nicht kümmern und man als Schule nix machen kann. Wenn Eltern nicht zum Arzt gehen, Diagnostik, Therapie usw. ablehnen, was soll man da machen, außer Fehlzeiten dokumentieren? Am Ende steht dann alles entschuldigt, Note nicht feststellbar und pädagogische Versetzung. Also was bitte sollen wir tun? Es gibt kaum Handhabe, Amtsarzt, Polizei, Schulbegleitung ggfs. Strafzahlungen für Eltern, das wären mittel. Sei 3. Klassenkonferenz ist es jedenfalls nicht.

Alese20
21 Stunden zuvor

Ich finde es aus Elternsicht immer schwieriger, die Schulpflicht als etwas Positives anzusehen. Die Schulen sind immer schlechter ausgestattet, die Bedingungen werden für LuL und SuS immer schlimmer. Niemand hat die Ressourcen auf die Bedarfe von SuS einzugehen. Da spreche ich nicht von dem hier so gern genanntem Fühli-Fühli, sondern von einfachen Dingen wie sauberen Toiletten, ruhiger Lernatmosphäre, keine Gewalt, kein Mobbing, LuL, die überhaupt die Zeit und Kraft haben, sich wirklich um SuS zu kümmern. Zudem noch die lausigen Bedingungen für I-SuS.
Nun weiß man als Eltern vielleicht, dass es dem Kind dort nicht gut geht und muss es trotzdem dorthinschicken – ist ja Schulpflicht. Und selbst wenn das Kind beginnt, Symptome wie Bauch- und Kopfschmerzen zu entwickeln, kann man nur wenig tun. Meistens gibt es nämlich keine besseren Alternativen.

Wie sieht es eigentlich mit der Pflicht des Staates aus, für gute Schulen zu sorgen, wenn schon die SuS verpflichtet sind, dorthin zu gehen?

Fräulein Rottenmeier
20 Stunden zuvor
Antwortet  Alese20

„Wie sieht es eigentlich mit der Pflicht des Staates aus, für gute Schulen zu sorgen, wenn schon die SuS verpflichtet sind, dorthin zu gehen?“

Gute Frage. Wie wäre es mit Mindeststandarts, die eingeführt werden und unbedingt eingehalten werden müssen?

Rüdiger Vehrenkamp
20 Stunden zuvor
Antwortet  Alese20

Für einige der genannten Punkte sind Schüler jedoch mitverantwortlich. Gewalt und Mobbing sind ja Themen, auf die Schüler direkt einen Einfluss haben – nämlich indem sie nicht gewalttätig sind und niemanden mobben. Vandalismus auf Schultoiletten ist ebenfalls ein Problem, das seit Jahren auf dem Vormarsch ist.

Wenn Schüler von Erwachsenen und Medien ständig gesagt kriegen, wie doof Schule heutzutage ist, nehmen die das natürlich so wahr und agitieren dagegen. Positive Bestärkung in Sachen Schule beginnt im Elternhaus. Wenn Mama und Papa mir ständig sagen, dass alle Lehrer doof sind und das System ebenfalls Mist ist – mit welchen Gedanken gehe ich wohl täglich in die Schule?

Götz
18 Stunden zuvor
Antwortet  Alese20

Eventuell wäre es wirklich besser, wenn die Schulpflicht aufgegeben würde und nur noch kommt, wer will und sich etwas vom Schulbesuch verspricht. Man könnte auch eine gewisse Kostenbeteiligung verlangen, denn bekanntlich wird Kostenloses wenig geschätzt.

Omg
18 Stunden zuvor

Uns Armin ist gerade im Sparmaßnahmen (für wen oder was will er sich profilieren??? Es macht Angst) . Er wird sicher auf den Trichter kommen, dass jeder Lehrer je Woche einen Hausbesuch zu machen hat. Da er als ausgesprochen motivierter Lehrer bekannt war, wäre das Ironie pur. Er lebt vor was es heisst: Wasser predigen, Wein trinken