HANNOVER. Jugendarrest wegen Schulschwänzens gilt in mehreren Bundesländern als letztes Mittel zur Durchsetzung der Schulpflicht. Die Zahl der betroffenen Jugendlichen steigt. Expert*innen halten die Praxis für wirkungslos – und warnen davor, pädagogische Probleme mit ordnungsrechtlichen Mitteln zu beantworten. GEW-Vorstand Bensinger-Stolze spricht sogar von einer „schulpolitischen und pädagogischen Bankrotterklärung“.

Noah sitzt auf einem Stuhl in der Jugendarrestanstalt Verden, etwas abgerückt vom Tisch, die Schultern nach vorn gezogen. Sein Bein wippt, die Hände sind im Schoß ineinander verhakt. Durch das bodentiefe Fenster fällt Licht, Gitterstäbe versperren den Blick nach draußen. Noah schaut ohnehin nicht hinaus. Er schaut auf die Tischkante vor sich. Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass der 15-Jährige hier sitzt. Sein Vergehen: Er ist nicht zur Schule gegangen.
„Kein Bock“, sagt Noah zunächst. Dann erzählt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland von dem langen Schulweg, einer Stunde Zugfahrt am Morgen, von einer Klasse, in der er sich unwohl fühlte. „Meine Klasse war ziemlich schlimm, meine Mitschüler waren ziemlich schlimm“, sagt er. Still sitzen könne er nicht, Schule habe für ihn „noch nie gut funktioniert“. Richtig schwierig sei es geworden, als er nachts kaum noch schlafen konnte. Dann habe er verschlafen oder den Schlaf im Unterricht nachgeholt. „Der Morgen ist nicht so meins“, sagt er leise. Oft habe er sich depressiv gefühlt. Wenn er schwänzt, schläft er oder geht spazieren. Freunde wohnen weit weg. „Wenn man über Schulschwänzer redet, wird immer vergessen, dass es um Menschen geht, die Probleme haben“, sagt Noah.
Der Staat reagiert auf solche Fälle mit einem abgestuften System aus schulischen Maßnahmen, Bußgeldern und – in einigen Bundesländern – mit Jugendarrest als letztem Mittel. Niedersachsen gehört zu den Ländern, in denen diese Eskalationskette besonders häufig bis zum Ende durchlaufen wird. Im ersten Halbjahr 2025 saßen dort nach einer Abfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland 241 männliche und 114 weibliche Jugendliche wegen Schwänzens im Jugendarrest, darunter auch Fälle aus Bremen. Andere Länder meldeten deutlich niedrigere Zahlen oder erheben keine gesonderten Daten zu Schulverweigerung im Arrest.
„Schulabsentismus ist meist die Folge einer anderen, dahinterliegenden Problematik“
Parallel dazu steigen bundesweit die Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die Schulpflicht. Recherchen der „Welt“ zeigen in mehreren Bundesländern teils deutliche Zuwächse. Bußgelder werden in der Regel erst verhängt, wenn schulische Gespräche und Erziehungsmaßnahmen ausgeschöpft sind. Sie markieren den Übergang von pädagogischer Intervention zu ordnungsrechtlicher Sanktion.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft kritisiert diesen Weg seit Jahren. GEW-Vorstandsmitglied Anja Bensinger-Stolze sagt gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland: „Dass Jugendliche wegen wiederholten Schulschwänzens für ein paar Tage ins Gefängnis müssen, ist im Prinzip eine schulpolitische und pädagogische Bankrotterklärung und außerdem, wie oft zu hören ist, weitgehend wirkungslos oder sogar kontraproduktiv.“ Der Fokus müsse auf Prävention liegen, auf frühzeitiger Unterstützung und auf der individuellen Betrachtung der Ursachen.
Was diese Ursachen sind – und warum Sanktionen wie Bußgeld oder Jugendarrest sie in der Regel nicht treffen –, beschreibt der Leipziger Erziehungswissenschaftler Prof. Heinrich Ricking im Interview mit dem Deutschen Schulportal. Ricking forscht seit rund 20 Jahren zu Schulabsentismus.
Schon beim Begriff macht er deutlich, wie heterogen das Phänomen ist. „Schulabsentismus heißt, dass eine Schülerin oder ein Schüler ohne rechtmäßigen Grund dem Unterricht fernbleibt“, sagt Ricking. „Den Zeitpunkt, wann Schulabsentismus schulrechtlich anfängt, definieren die Schulgesetze bzw. Verordnungen oder die Praktiken in den Schulen. Die sind überall verschieden, es gibt keine einheitlichen Regelungen.“
Ricking warnt davor, jede Form von unentschuldigtem Fehlen über einen Kamm zu scheren. „Ich würde nicht jedes Schwänzen dramatisieren, aber auch nicht bagatellisieren“, sagt er. „Schwänzen ist auch ein Entwicklungsphänomen, ein Ausdruck zunehmender Autonomie in der Adoleszenz. Aber bei manchen Schülerinnen und Schülern kann Schulabsentismus Ausdruck einer psychischen Krise, einer individuellen Notlage sein.“ Entscheidend sei: „Schulabsentismus ist meist die Folge einer anderen, dahinterliegenden Problematik.“
Diese Problemlagen beschreibt Ricking anhand von drei grundlegenden Mustern. Zum ersten Muster sagt er: „Angst: Die häufigste Reaktionsweise auf Angst oder eine Bedrohung ist Meidung. Und genau das passiert beim Absentismus. Die Ursachen für die Angst sind dabei unterschiedlich, häufig liegen sie in der Schule: Leistungsdruck, Versagensangst oder Mobbing. Die Ursachen können aber auch in der Familie liegen.“ Er ergänzt: „Nicht selten entwickelt sich aus einer Angststörung eine Depression, die dann die eigene Selbststeuerung und den Antrieb lahmlegen. Betroffene Kinder und Jugendliche kommen dann morgens einfach nicht aus dem Bett und schaffen es nicht, zur Schule zu gehen.“
Das zweite Muster beschreibt soziale Benachteiligung. „Schulabsentismus betrifft oft Schülerinnen und Schüler, die auf unterschiedliche Weise benachteiligt sind“, sagt Ricking. „Sie bekommen in schulischen Dingen wenig Unterstützung, ihr Elternhaus ist weit entfernt von Bildungsambitionen.“ Diese Kinder seien oft nicht ausreichend vorbereitet, „sie kommen mit den standardisierten Erwartungen zu Leistungen und Sozialverhalten nicht zurecht und versagen oft“. Als drittes Muster nennt Ricking das Zurückhalten durch Eltern. „Es gibt Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder aus unterschiedlichen Gründen von der Schule fernhalten“, sagt er. „Problemlagen wie Vernachlässigung oder Missbrauch sollen zum Beispiel verdeckt werden. Außerdem gibt es psychisch kranke Eltern, die ihre Kinder als Unterstützung bei sich haben wollen. Und es gibt Eltern, die die staatliche Schule ablehnen und die Kinder zu Hause selbst unterrichten wollen.“
Für Ricking ist entscheidend, dass Schulabsentismus selten plötzlich entsteht. „Gefährdete Kinder und Jugendliche sind vorher oft nur noch physisch im Klassenraum, aber gar nicht mehr bei der Sache“, sagt er. „Das ist der Vorhof des Absentismus.“ Häufige Verspätungen, Gleichgültigkeit oder Unterrichtsstörungen seien Warnsignale. Wenn darauf keine Reaktion folge, verstärke das das Problem. „Beim ersten Schwänzen haben Schülerinnen und Schüler vielleicht ein Druckgefühl“, sagt Ricking. „Aber wenn dann nichts passiert, sagen sie sich: Das ist denen doch sowieso egal, ob ich da bin.“
Auf die Frage nach Bußgeldverfahren und Jugendarrest äußert sich Ricking zurückhaltend. „Das ist wenig erforscht“, sagt er mit Blick auf Bußgelder. „Aber es gibt in der Fachliteratur, selbst in der Rechtsliteratur, keinen Aufsatz, der das unterstützt.“ Und weiter: „Auch Jugendarrest bringt aus meiner Sicht nichts, weil er keinen Bezug zu den Ursachen hat. Und die prekäre Situation der Kinder in der Schule ändert sich dadurch auch nicht.“
„Die Frage sollte doch sein: Wollen wir Abwesenheit bestrafen oder Anwesenheit verstärken?“
Ricking betont stattdessen die Bedeutung früher, beziehungsorientierter Maßnahmen. „Schon simple Maßnahmen zeigen enorme Wirkung“, sagt er. Er nennt Selbstbeobachtungsbögen, Mentorenmodelle und eine aktive Begleitung. Zentral sei eine andere Leitfrage: „Die Frage sollte doch sein: Wollen wir Abwesenheit bestrafen oder Anwesenheit verstärken?“ Das Forschungsprojekt „Jeder Schultag zählt“ habe gezeigt, wie wichtig es sei, Teilhabe am Unterricht zu fördern und Anwesenheit positiv zu verstärken.
Schulen könnten das nicht allein leisten, sagt Ricking. „Lehrerkollegien müssen sich zu multiprofessionellen Teams weiterentwickeln.“ International sei das Standard. „In Großbritannien sind noch etwa 60 Prozent Lehrkräfte. 40 Prozent sind Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher und Therapeutinnen und Therapeuten.“ Lehrkräfte müssten außerdem besser darauf vorbereitet werden, emotionale und soziale Signale zu erkennen. „Wenn ein Kind Angst hat oder resigniert, ist es in einer psychischen Situation, die effektive Lernprozesse gar nicht zulässt.“
Noah sitzt derweil im Arrest und sagt, er wolle keinen dritten Aufenthalt. Er will seinen Abschluss machen, seine Sozialstunden ableisten, eine Ausbildung beginnen. „Ich will im Leben weiterkommen“, sagt er. Und dann sagt er: Es helfe nicht, „wenn ich weiter hier drinsitze und die Schule verpasse“. Bei Noah hat sich etwas verändert. Er hat die Klasse gewechselt. Er hat einen Freund gefunden. „Das motiviert mich richtig zur Schule zu gehen“, sagt er. „Ich habe jetzt irgendwie keinen Grund mehr zu schwänzen.“ Ob das hält, ist offen – ebenso wie die Frage, ob Arresttage wirklich helfen können, wenn das eigentliche Problem weit außerhalb der Zelle liegt. News4teachers / mit Material der dpa
Immer mehr Fälle: Der Absturz von Jugendlichen beginnt häufig mit Schwänzen









Es macht nie Sinn, Forderungen aufzustellen, die man im Ernstfall nicht durchsetzt.
Dann ist es ein Appell. Dann soll man es so sagen: Wir appellieren an die Eltern, ihre Kinder zur Schule zu schicken.
Sie sollten den Link zum Deutschen Schulportal lesen. Da geht erheblich mehr einher als ein Appell 🙂
Die schärfste Waffe, die die Schule hat, ist die Einbeziehung des Jugendamtes. Wenn das aber nicht will oder nicht kann (Überlastung), dann kann Schule außer letztendlich wirkungsloser Placebo-Maßnahmen auch nichts machen. Dann muss man als Schule eben akzeptieren, das das Ganze genauso politisch gewollt ist.
Was ist mit den im Artikeln genannten Maßnahmen vom Bußgeld bishin zum Jugendarrest?
Über die Wirkung können wir gerne diskutieren, aber es sind Maßnahmen, WENN Lehrkräfte diese bemühen wollen
Maßnahmen, über die nicht die Schule entscheidet. Die Schule kann nur initiieren. Man kann nicht unendlichen Aufwand auf Seiten der Schule betreiben, bis Jugendamt und Co. endlich reagieren. Sie können als Lehrkraft nicht einen kompletten Arbeitstag oder mehr für irgendeinen Sch… aufwenden, um alles „rechtssicher“ zu dokumentieren. Wenn dann am Ende wahrscheinlich doch nichts passiert. Die Zeit hat keiner.
„Die Schule kann nur initiieren.“
Wie beschrieben erntete ich auf Nachfrage, wie Kolleg:inne im Forum auf das von ihnen geschilderte untragbare, nicht mehr steuerbare Verhalten von Schülern reagierten, meistens Schweigen oder Ausflüchte, warum sie damit nicht zur Schulleitung gingen – WENN sie sich überhaupt eine Rolle zuschrieben, solchem Verhalten Einhalt zu gebieten („Eigenverantwortung“ usw.)
Oh sweet summer child…wenn Lehrkräfte darüber ENTSCHEIDEN (das ist bei dem ganzen „duzi-duzi-kann-soll-müsste-mal“ der operative Begriff !) könnten, gäbe es das Problem nicht in relevanter Form.
So läuft das aber in der Praxis nicht.
Können Sie gerne mal ausprobieren.
„[…] wenn Lehrkräfte darüber ENTSCHEIDEN (das ist bei dem ganzen “duzi-duzi-kann-soll-müsste-mal” der operative Begriff!) könnten […]“
Nö, Sie KÖNNEN Bußgelder, polizeiliche Vorführung etc. anstoßen. Wer sonst? 😀
„So läuft das aber in der Praxis nicht.“
Warum beschließen Sie in Absprache mit Schulleitung und ggf. Schulsozialarbeit keine Bußgelder?
Ich machte dies und werde es weiterhin (natürlich mit Augenmaß und ob es zu einer Verhaltensänderung führt)
Warum machen Sie das in der Praxis nicht?
Zu viel „duzi-duzi-kann-soll-müsste-mal“ Ihrerseits?
Sie persönlich beschließen in Absprache mit der SL Bußgelder bzw. erlassen Bußgeldbescheide? In welchem Bundesland soll das denn sein, in welchem Lehrkräfte Bußgeldbescheide erlassen?
Das finde ich auch seeeehr interessant…..
Die Schule beschließt Bußgelder?
You made my day…
Er meint in die Wege leiten, ist doch klar.
Was für ein Gezicke immer unter euch.
Nein, Indra…..es müssen rechtliche Wege eingehalten werden….und genau darum geht es doch…
In Hessen gibt’s auch Knast für Eltern : https://verwaltungsportal.hessen.de/leistung?leistung_id=L100001_8968821
Und wie oft wurde das schon umgesetzt? Papiertiger?
Ganz am Ende steht da:
„Vor dem Ergreifen entsprechender Zwangsmittel sollte die Schule aber zunächst alle pädagogischen Maßnahmen ausgeschöpft haben.“
„Alle“ ist ein schöner Gummiparagraphsbegriff. In der Praxis können Sie niemals „alle“ Maßnahmen ausschöpfen. Das geht schon logisch nicht, da der mögliche Maßnahmenkatalog nicht begrenzt ist, die werden ja auch nicht im Schulgesetz (im Gegensatz zu Ordnungsmaßnahmen) abschließend beschrieben.
Wenn man statt „alle“ „angemessene“ geschrieben hätte, dann könnte man diese Regelung vielleicht ernst nehmen…
Mit Jugendamt macht man es nur noch schlimmer!!!!
Genau so sieht die Praxis aus.
Das ist der Weg.
„Wenn das aber nicht will oder nicht kann (Überlastung), dann kann Schule außer letztendlich wirkungsloser Placebo-Maßnahmen auch nichts machen. “ (Realist)
„Das ist der Weg.“ (447)
Nur Ihrer ^^
Überlegen Sie sich doch beizeiten, ob Sie nicht mal etwas „wollen oder können“ in Betracht ziehen können oder wollen …
Putin nimmt sich die Ukraine, Trump marschiert in Venezuela ein, unsere Regierung punktet nur noch mit Abschiebungen, Behörden und andere Staatsdiener wollen am liebsten alle, die nicht im Gleichschritt funktionieren in den Knast bringen.
Bemerkt keiner diese schleichende Entwicklung…?
GEW?
Eine Lehrkräftegewerkschaft oder ein selbsternannter bildungspolitischen Player?
Warum äußert sich Frau Bensinger-Stolze nicht zu den Problemen, die Kinder und Jugendliche, die ihrer Schulpflicht illegal nicht nachkommen, ihren Lehrkräfte und Schulleitungen bereiten?
Ihre Fragestellung zeigt eine negative gesellschaftliche Entwicklung auf – die zunehmende Individualisierung und Fokussierung von Interessen einzelner Personen oder bestimmten Personengruppen. Es würde uns allen als Gesellschaft gut tun, wenn wir über unseren Tellerrand hinausschauen und zusammenstehen. Das Wohlergehen und der Bildungserfolg aller Kinder nutzt der gesamten Gesellschaft, unserer demokratischen Grundordnung, der Aufrechterhaltung des solidarischen Sozialprinzips ebenso wie der Wirschaft. Familien und ihre Kinder verdienen unser aller Unterstützung, sie sind die Basis unseres Wohlstands.
Unsinn! Informieren Sie sich über Stellung und Aufgaben einer Gewerkschaft!
Was Sie fabulieren, ist die eloquente Version von: „Es ist doch für die Kinder!“ Und leuchtende Kinderaugen sind eben nicht genug!
Inwiefern halten Sie Ihren Beitrag für sinnvoll ? Geht es Ihnen darum, die Aussagen von Frau von Bose herabzuwürdigen, indem sie diese auf ein fragwürdiges Fragment zu reduzieren versuchen ?
Sie teilen mit Frau von Bose offensichtlich romantisierende Gesellschaftsvorstellungen, wir leben in einer pluralen und liberalen Demokratie.
Wer sich Deutschland als Gemeinschaft wünscht, der knüpft am verschiedene sehr unschöne Traditionen an, eine Gewerkschaft ist eine Gewerkschaft ist eine Gewerkschaft.
Bitte um Verständnisermöglichung – trotz mehrfachen Lesens erschließt sich mir Ihr Beitrag leider nicht…wer teilt hier was und was hat „romantisch“ mit fehlender, sachlicher Kritik zu tun ? Und wo ist der Bezug zu Gewerkschaften? Fragen über Fragen.
Bitte: Frau von Boses Beitrag, den sie verteidigen, folgt dem Narrativ, dass die Beruf von Lehrerinnen und Lehrer über Bildung und in Erziehung in Schulen hinausginge, Lehrer (m/w/d) sind jedoch keine Ersatzeltern oder Mittagessensbegleiter und auch keine Heimerzieher, Sozialarbeiter oder Psychotherapeuten (was alles ehrenwerte Berufe sind).
Frau von Bose negiert offensichtlich die Entwicklung und Funktion von Gewerkschaften, vielleicht hängt das mit der Geschichte ihrer Vorfahren zusammen, die durch die Erhebung in einen angeblichen Adelsstand von der Ungleichheit profitierte, soviel zu „Solidarität“.
Bitte? Ich formulierte eine Aussage, und aus dieser können Sie oder jeder andere interpretieren, was immer Sie oder er möchte(n). Kein „Versuch“, keine adultpädagogische Aktion.
Dann sollten Sie die GEW vielleicht mal über ihre Stellung und Aufgaben informieren – ebenso wie alle anderen Vertretungen von Lehrkräften….Da läuft dann ja was gründlich schief, denn alle diese Organisationen – auch Schüler- und Elternvertretungen beteiligen sich rege am politischen Diskurs mit ihren Positionen. Ihre Kritik an meinem Beitrag kann ich nicht nachvollziehen. Sie müssen meine Positionen nicht teilen, es steht Ihnen frei meine Ausführungen als Schwafelei abzutun. Ich halte es für absolut unabdingbar die Prävention zu stärken, ein wirksames Präventionskonzept, dass Familien von Geburt an begleitet, berät und unterstützt, zu erarbeiten und zu installieren. Dann wird sich die Situation der Kinder und ihrer Familien verbessern, ebenso wie die Arbeit in der Schule.
Weil die GEW faktisch eine vorpolitische Organisation zum Managment der Lehrer ist und keine echte Gewerkschaft.
Vermutlich wird nur auf jemanden wie Sie gewartet, der endlich zeigt, wie „echte Gewerkschaft“ geht – aber delegieren und Phrasen schwingen ist halt bequemer…
Damit es jeder versteht, die Definition laut Wikipedia: „Eine Gewerkschaft ist eine Vereinigung der Interessenvertretung von abhängig beschäftigten Arbeitnehmern zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Interessen.“ Weitere (wissenschafftliche) Recherche obliegt Ihnen selbst, wenn Sie sich von den leuchtenden Kinderaugen abwenden können.
Zu und zu Nett, aber als altes Gewerkschaftsmitglied bzw. Nichtarbeitnehmende ist mir erstaunlicherweise bestens bekannt, warum und für was ich meine Beiträge aktiv zahle.
Ihren eigenartigen Kontext zu „leuchtenden Kinderaugen“ können Sie gern beibehalten, tut hier eh nichts zur Sache.
Herr oder Frau Achin stellt in seiner oder ihrer Einlassung mit dem 1. Wort „Bitte:“ den Kontext her. Weitere Stichworte: berufsimmanenter Altruismus, vermeintliches Berufsethos, Lehrkräfte als 24/7-Zuständige für alles und jeden für Gotteslohn btw. leuchtende Kinderaugen. Vielleicht wäre sinnentnehmendes Lesen vor dem Entgegnen gut?
Mic drop
Ich vermute, dass es der GEW komisch vorkommt, dass die Interessen der Lehrer nicht im Sinne der Schüler sind, im Gegenteil, und mitunter Nachteile der Schüler zum Vorteil der Lehrer sind. Vielleicht halten sie euch für zu gutartig? ^^…
Vielleicht sollte die GEW Schüler und Eltern als Feinde und Konkurrenten sehen, um euch angemessen zu vertreten?
Ihr Einlass setzt voraus, dass ausnahmslos alle Lehrer die gleichen Interessen haben, dass ausnahmslos alle Schüler die gleichen Interessen haben und alle zusammen ebenfalls die gleichen Interessen haben. Dem ist aber nicht so.
Für mich als Elternteil und Beschäftigter in der sozialen Arbeit sind die Aussagen der GEW ebenfalls oft fremd. Die GEW will die Einheitsschule. Ich möchte das nicht, 90% der mir bekannten Lehrkräfte möchte dies auch nicht. Viele Realschullehrer in BW würden gerne wieder an „echten“ Realschulen und nicht an der Gemeinschaftsschule, da sie in homogeneren Klassen viel besser fördern und auf die mittlere Reife vorbereiten können. Meine Kinder (Realschüler) hätten sich dies im Übrigen ebenfalls gewünscht. Deren Interessen vertritt die GEW schon mal nicht.
Das mag sein, doch dann stellte sich die Frage nach dem Warum und dem Ob bzw. der vermeintlichen Zwangsläufigkeit. Doch sind diese Fragen alle beantwortet.
Die hat eben mehr bildungspolitische als tarifpoltische Ziele.
In Großbritannien sind noch etwa 60 Prozent Lehrkräfte. 40 Prozent sind Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter, Erzieherinnen und Erzieher und Therapeutinnen und Therapeuten.“
Man sollte seine Argumente schon mit Bedacht wählen.
<>
https://table.media/bildung/professional-briefing/wie-ki-gegen-mint-abwaertstrend-helfen-koennte-schueler-engagement-in-gefahr-schulabsentismus-in-england#:~:text=Insgesamt%20ist%20die%20Entwicklung%20in,hei%C3%9Ft%20es%20in%20der%20Times.
Abseits dessen kann man sich die verschiedenen Ebenen und Aspekte des Kontrollverlust es auch schönreden:
„Sie bekommen in schulischen Dingen wenig Unterstützung, ihr Elternhaus ist weit entfernt von Bildungsambitionen.“ Diese Kinder seien oft nicht ausreichend vorbereitet, „sie kommen mit den standardisierten Erwartungen zu Leistungen und Sozialverhalten nicht zurecht und versagen oft“
Das kann man auch deutlich anders formulieren sowie komplett andere Schlüsse daraus ziehen, als es der Professor.
Eine Bankrotterklärung ist es, wenn keine Konsequenzen gezogen werden, was häufig genug auch geschieht.
Bei PISA 2022 gaben in England 26% der Probanden an sich an der Schule nicht wohl und fehl am Platz zu fühlen (DE = 14%) , 19% fühlten sich als Außenseiter / von Dingen ausgeschlossen (DE = 12%).
„Entscheidend sei: „Schulabsentismus ist meist die Folge einer anderen, dahinterliegenden Problematik.““
Große Zustimmung: WIR BRAUCHEN PRÄVENTION!
Wenn der Fall aber EINTRITT, hilft Prävention wenig/ nicht. Ich kann den Schüler*innen kein besseres Verhältnis zur Schule anbieten, Konflikte klären bzw. Täter*innen sanktionieren, wenn die Betroffenen nicht erscheinen.
Ich brauche einen Hebel, um die Schüler*innen in die Schule zu bekommen, um die Probleme aus dem Weg zu schaffen.
Keine Ahnung, was Jugendarrest da soll, aber Bußfelder könnten (!) hier die Familie bewegen, die Schüler*in nicht zu decken.
Sozialstunden könnten (!) die Schüler*in vor der schädlichen Schutzhaltung bewahren, anzunehmen, dass Vermeidung eine Lösungsstrategie ist und man sich jeglicher anderer Konsequenzen entziehen könnte.
Es ist nicht schön und ich las im Forum, dass nicht wenige Lehrkräfte sich die Mühe nicht machen wollen, solche Fälle mit Klassenkonferenz und Schulleitung zu besprechen.
Aber ich las bisher keine Optionen zu Bußgeldern, Sozialstunden bzw. polizeilicher Vorführung, die sich nach misslungener/ nicht erfolgter Prävention ergeben (außer Jugendarrest – WTF??)
„ Aber ich las bisher keine Optionen zu Bußgeldern, Sozialstunden bzw. polizeilicher Vorführung, die sich nach misslungener/ nicht erfolgter Prävention ergeben (außer Jugendarrest – WTF??)“
Das liegt ganz allein daran, dass Sie entweder die Artikel, welche Sie kommentieren, nicht lesen oder Ihnen die entsprechende Kompetenz zum Verstehen des Gelesenen leider immer noch fehlt.
Sie finden die Auflösung Ihres Zwiespaltes bereits im dritten Absatz des Artikels.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Der erste Absatz im dritten Absatz führt aus:
„ Der Staat reagiert auf solche Fälle mit einem abgestuften System aus schulischen Maßnahmen, Bußgeldern und – in einigen Bundesländern – mit Jugendarrest als letztem Mittel.…“
Ich habe die Ausführungen von Rainer Zufall nicht als Beschreibung eines Zwiespalt verstanden, sondern als ganz klaren Hinweis auf fehlende bzw. mindestens unzureichende präventive Maßnahmen! Und das ist aus meiner Sicht absolut richtig. Ich kann Ihre Kritik an dieser Stelle nicht nachvollziehen. Ich teile auch nicht alle Thesen, die ich von Rainer Zufall in den Foren von N4T lese, aber einige auf jeden Fall.
Sie beziehen sich auf „Selbstbeobachtungsbögen, Mentorenmodelle und eine aktive Begleitung“?
Wenn ein Schüler Angst hat in die Schule zu gehen wegen der Gründe z.B.wie bei Noah, was sollen diese Maßnahmen bewirken. Diese Maßnahmen wären Ignoranz gegen den Schüler… Bestrafung ist der Weg des geringsten Widerstands. Aber hier hilft Aufmerksamkeit, Zuwendung, professionelle Hilfe, Abschaffung der verursachenden Situation. Aufgrund von Fehlverhalten wie Mobbing soll das Opfer dann auch noch bestraft werden . Keine gute Lösung.
Ich halte diese Maßnahmen ebenfalls für nicht zielführend, daher bat ich um Alternativen, dass die Kinder in die Schule kommen, UM mit ihnen zu arbeiten.
Das Opfer soll nicht bestraft werden, helfen kann ich ihm aber nur, wenn es da ist 🙁
Wie immer: Nein, der Großteil im Forum hat die genannten Maßnahmen schon lange ausgeschöpft. Danach hat die Schule aber keine Möglichkeiten mehr, den Zustand zu ändern. Ihre Ignoranz ist einfach unglaublich.
„Nein, der Großteil im Forum hat die genannten Maßnahmen schon lange ausgeschöpft.“
Ich werde weiterhin nachfragen, wenn Kolleg*innen sich über das Verhalten der Schüler*innen aufregen, ob sie dies in der Klassenkonferenz mit Schulleitung besprechen.
Die letzten Antworten die ich dazu erhielt meinten, dass es sich nicht lohnen würde bzw. es nicht die Aufgabe der Lehrkraft wäre, sich um die Erziehung zu kümmern.
Warum Sie mich dann für ignorant halten, dass ich nach weiteren Handlungsoptionen frage, ist etwas irritierend – aber Hauptsache widersprechen, hm? 😉
Der Text greift mal wieder Beispiele raus, die eher dem Einzelfall gleich kommen. Wenn wir Familien mit Schulabstinenzlern begleiten, liegt das Schwänzen in den allermeisten Fällen an horrenden Bildschirmzeiten bis tief in die Nacht, sodass morgens Schlaf nachgeholt werden will oder es liegt an falschen Freundeskreisen, mit denen man lieber in der Stadt abhängt, anstatt in die Schule zu gehen oder es herrscht chronische Unlust. Man möchte nicht lernen, man möchte keine Leistung erbringen, man nimmt Schule nicht ernst.
Manchmal liegt es auch an erwerbslosen Eltern, die selbst bis mittags im Bett liegen und das Kind für die Schule nicht wecken (wollen).
Ob Arrest Sinn macht? Sicher in vielen Fällen nicht. In BW gibt es diese Form meines Wissens auch gar nicht, sondern allenfalls Bußgelder, die aber sehr selten vollstreckt werden. Meistens ist von diesen Familien nämlich gar nichts zu holen. Zudem bin ich der Meinung, dass man gerade Jugendliche auch mal zu ihrem Glück zwingen muss. Problematische Klasse, mobbende Mitschüler…ja, auch das gibt es natürlich alles. Doch dann müssen vor Ort, also mit Schule und Sozialarbeit, Lösungen gefunden werden. Dem Kind muss klar gemacht werden, dass Schwänzen Konsequenzen hat und man nur unterstützend tätig werden kann, wenn man miteinander spricht.
Alles korrekt. Dann geht das Kind wieder für 3 Wochen in die Schule und schwänzt danach wieder und der Prozess geht von vorne los. Bei vielen ist man leider sogar froh, wenn sie fehlen, weil man dann mit den anderen Schülern besser arbeiten kann.
Ein weiteres Problem ist dass geringe Zeitbudget für solche Fälle, gerade wenn ich 2-3 Klassenleitung en habe.
Ihr letzter Absatz zeigt: der Wille ist bei vielen da, aber selbst Hand- Kopfstand helfen ob der wenigen möglichen „gehörtnurdenSchülern-Zeit“ nicht.
Mit 2 geschulten! Kräften im Klassenzimmer gings besser – Luxus? Nein zeitgemäße Notwendigkeit – träumen darf man ja
Zustimmung!!
Mir fällt dazu folgendes Bonmot ein:
„Schon wieder Perlen!“ sagten die Schweine am Trog und verweigerten das Fressen.
Ich denke alle Fälle von Schulabsentismus sind Einzelfälle. Ich kenn drei Kinder, die Probleme mit der Schule haben oder hatten und sie passen alle drei nicht in Ihre beschriebenen Muster.
Wieso akzeptiert man bei Erwachsenen Erwerbstätigen, dass sie z.B in einen Burnout sein können, bei Kindern ist es Faulheit, Bewusste Entscheidung nicht lernen zu wollen, usw.
Bei Kindern werden nur „einfache“ Erklärungen gezogen. Betroffene Eltern und Kinder werden verurteilt.
Alle drei Kinder die ich kenne, kommen aus normalen, eher guten Haushalten. Geschwisterkinder gehen „normal“ zur Schule und die betroffenen Kinder selber fallen auch nicht durch besonders schlechte Leistungen oder schlechtes Verhalten auf.
Es gibt Neurodivergenzen mit denen das Lernen in einem Klassenverband im „Gleichschritt“, bei ständig wechselnden Lehrern und Fachstunden, fehlender motivierenden, positive Beziehungen zu den Lehrern (von denen man als Kind letztendlich abhängig ist), damit fehlendes Gefühl von Sicherheit, eine erhebliche Belastung darstellt. Das Nervensystem ist quasi unter ständiger Anspannung um die Anpassungsleistung zu erbringen. Und irgendwann bricht das System zusammen. Manchmal spontan, machmal über die Zeit mit wachsendem Vermeidungsverhalten.
Alles sind Symptome des Selbstschutz vor Überlastung. Bei Erwachsenen im Berufsleben wird das eher akzeptiert, das nicht jeder Job der richtige ist. Bei Erwachsenen akzeptiert man, dass einige besser alleine in leiser Umgebung arbeiten und andere gut in Großraumbüros, oder in Teams, oder wieder andere besser Handwerklich praktisch oder sozial mit Menschen arbeiten oder oder oder.
Kinder müssen aber alle in das selbe Schulsystem passen, nur Leistungsmäßig abgestuft, aber grundsätzlich sonst ähnlich.
Dass es auch Kinder gibt die unterschiedliche Umgebungen brauchen, wird nicht gesehen.
Syndrome wie Autismus und ADHS sind Spektrum, d.h. es gibt alles in unterschiedlicher Ausprägung und auch Mischformen. Darüber hinaus gibt es viele Menschen mit erworben anders funktionierenden Nervensystemen, z.B. durch Trauma und Bindungsstörungen o.ä . Die Wahrnehmung und Verarbeitung von Sinneseindrücken ist bei allen Menschen unterschiedlich und nicht alle passen gut in Gemeinschaftseinrichtungen, so wie sie heute geführt werden.
Es gibt genug Ansätze z.B. Traumapädagogik oder für Neurodivergenzen angepasste Unterrichts- oder Betreuungsmethoden, von denen auch neurotypische Menschen profitieren würden.
Dafür braucht es aber auch Zeit und Energie sich damit auseinander setzen zu können. Ein in verschiedenen Punkten überlastetes eher starres Schulsystem ist zu unflexibel, um sich entsprechend zu ändern. So landen hoch intelligente Kinder auf Förderschulen, die auch nicht wirklich passen oder Falken durch das Schulsystem.
Ich empfehle u.a. die Reportage von Hirschhausen zu ADHS so als kleiner Einblick in Neurodivergenz. Oder alles zu dem Thema Traumapädagogik, um die Sicht auf Menschen die durch unser Hilfesystem fallen, zu öffnen.
Vielen Dank! Stimme voll zu…und kenne ebenfalls solche Fälle wie Hochsensibilität oder soziale Phobien, die einfach starke Probleme in unserem Schulsystem haben und auf die Null Rücksicht genommen wird ( oder werden kann). Alles ist starr und unflexibel. Auch das kann zu Schulangst und dann zu Schulabsentismus führen. Da fallen völlig unnötig z. T. sehr intelligente SuS durchs Raster.
Endlich ein guter Kommentar!
Es ist erschreckend, wie oberflächlich ein Sozialarbeiter, wie Herr Vehrenkamp, seine Klienten verurteilt.
Ich bin Ihnen 15 Jahre Erfahrung in diesem Beruf voraus. Das ist keine Verurteilung, sondern Realität.
Woher wisse Sie, ob nicht erst das Problem in der Schule da war und sich dann dadurch der Medienkonsum steigerte und nicht umgekehrt?
Tja, was war zuerst da? Henne oder Ei? Meist bedingt sich beides. Da aber der durchschnittliche Jugendliche auch ohne Schulabstinenz Bildschirmzeiten von bis zu 7 Stunden täglich aufweist (mit einer Steigerung innerhalb der letzten Jahre), ist es der Medienkonsum, der weitere Problemefelder, insbesondere im schulischen Umfeld, öffnet.
Sie reden sich raus.
Weil ALLE zuviel zocken, kann man es den Schulabstinenzlern praktischerweise in die Schuhe schieben und braucht nicht tiefer blicken um andere Ursachen auszumachen?
Sie suchen einen Schwänzer Zuhause auf, sehen ihn schlafen oder am Handy und wissen Bescheid, dass der nur lieber zocken als lernen wollte? Und der Jugendliche lässt den Eindringling natürlich nicht tief in seine Seele blicken, sondern bleibt cool oberflächlich und bestätigt Sie.
Bedenken Sie außerdem Ihre, der Situation und Aufgabe geschuldete Gefahr der suggestiven Manipulation.
Familien und Jugendliche könnten es als Erleichterung empfinden, Ihrem Weltbild zu entsprechen oder sich dumm zu stellen, wenn Sie für etwas kritisiert werden, das sie einfach nicht verbessern können (ich dachte, Sie kümmern sich, keine Ahnung, das hat mir keiner gesagt, blabla) – > sagt man meistens, um Ruhe zu haben.
Was soll zB ein Messi machen, wenn ihn zum einundachzigsten Mal vorgeschlagen wird, er könne doch mal aufräumen? Da greift irgendwann der Selbstschutz, was Sie vermutlich als Gleichgültigkeit interpretieren würden.
Danke! Stimme voll zu!
Darf ich fragen, wie viele Schulabstinenzler mit deren Familien Sie bereits im Rahmen sozialer Arbeit unterstützt und begleitet haben? Mit Ihren Ausführungen sitzen Sie auf einem hohen Ross und maßen sich an, mir zu sagen, wie ich meine Arbeit mache bzw. zu machen habe.
Nochmal: All die von Ihnen genannten Punkte werden natürlich berücksichtigt und hinterfragt. In den meisten Fällen liegt eben KEINE seelische Belastung vor. Das mag jetzt nicht ihrem Weltbild entsprechen, doch die meisten Schulschwänzer sind weder neurodivergent, noch traumatisiert. Bei den meisten ist es in der Tat so einfach: Sie haben keinen Bock und sind sehr freizeitaffin.
Sie kennen drei Fälle, ich kenne im Rahmen meiner Tätigkeit in der sozialen Arbeit seit über 15 Jahren knapp an die 100. Die von Ihnen genannten Dinge gibt es, sind aber Ausnahmen und nicht die Regel.
Zudem wird mit solchen Diagnosen seit gut fünf Jahren ordentlich um sich geschmissen. In einem Klassenzimmer mit 25 Schülern hat mehr als die Hälfte inzwischen irgendeine Diagnose. Und wenn Arzt A sie nicht ausstellt, ist es eben Arzt B, der das im Zweifel tut. Und was passiert dann? Eltern und Kind ruhen sich meist darauf aus. Das Kind hat LRS? Der Nachteilsausgleich und das Aussetzen der Noten wird gefordert, der Besuch spezieller Therapien wird aber abgelehnt. Das Kind möchte nicht und zockt nachmittags lieber an seiner Playstation. Das Kind hat ADHS? Selbes in grün: Man gibt ihm vielleicht Ritalin. Und das wars. Der Begriff „Neurodivergenz“ ist inzwischen eine Ausrede dafür geworden, sich nicht an gesellschaftliche Normen anpassen zu müssen. Auf alles und jeden soll jederzeit Rücksicht genommen werden. Spoiler: Spätestens, wenn die Schulzeit dann mal vorbei ist, ist damit Schluss. Der bevorzugte Arbeitgeber sucht sich nämlich Leistungsträger aus und holt in der Regel niemanden ins Haus, dem man erst einmal das Zimmer rosa streichen muss, weil er die weiße Wandfarbe nicht erträgt.
Es gibt die von Ihnen genannten Kinder. Diese werden auch speziell betreut und von uns begleitet. Aber es sind und bleiben – gerade im Falle von Schulabstinenz – die absoluten Ausnahmen.
„Sie kennen drei Fälle, ich kenne im Rahmen meiner Tätigkeit in der sozialen Arbeit seit über 15 Jahren knapp an die 100. Die von Ihnen genannten Dinge gibt es, sind aber Ausnahmen und nicht die Regel.“
Was pöbeln Sie den Experten vor Ort vor? Oder waren Sie zufällig auch dort und wissen es besser? Als Kritiker des Elfenbeinturmes sollten Sie sich vielleicht etwas zurück halten, sonst müssten Sie eines Tages noch Erkenntnisse anderer Expert:innen berücksichtigen 😉
Herr Zufall, Sie mögen es kaum glauben, aber die Experten vor Ort sind meine Kollegen und ich. Wir sind nah dran an diesen Kindern, wir sind nah dran an diesen Familien. Ursachen zu erkennen ist Teil unserer Aufgabe. Wenn wir ein Kind mit oben angesprochener Neurodivergenz haben, wird es speziell betreut. Es finden Förderplangespräche mit allen Beteiligten, inklusive der Schule, statt – auch unter Einbezug von Schulpsychologen. Es sind und bleiben Einzelfälle.
Der „Standardschwänzer“ hat einfach nur keinen Bock und/oder hört nicht auf das, was die Eltern ihm sagen. Meist hat dies die Vorgeschichte, dass er oder sie im Laufe seiner Kindheit zu sehr verwöhnt wurde oder dass es den Eltern einfach egal war, was schulisch aus dem Kind wird. Meist decken solche Eltern ihre Kinder noch und reagieren gereizt, wenn wir plötzlich vor der Tür stehen und helfen sollen.
Das wollte ich mit meinem Post oben sagen: Es gibt nicht den „Standardschwänzer“!
Sie sind vielleicht der „Experte“ für die „Teilansicht“ auf das Kind in der Schule. Wenn aber „standardmäßig“ den Eltern die Kompetenz abgesprochen wird, findet kein Austausch auf Augenhöhe zum Wohl des Kindes statt. Und ihre Sicht bleibt nur eine Teilansicht.
Richtig, den “ Standardschwänzer“ gibt es nicht – oder vlt für Standardbetreuende, die keine Zeit, keine Lust, unterbesetzt, frustriert, deprimiert…..joberledigend unterwegs sind.
Deshalb, danke, dass Sie darauf hinweisen.
Ich bin kein Schulsozialarbeiter, ich begleite Familien und Jugendliche im Rahmen der sozialen Arbeit bei einem freien Träger im Rhein-Neckar-Raum, der oft im Auftrag des Jugendamtes tätig wird.
Ich spreche niemandem irgendwelche Kompetenzen ab. Aber ich gehe mal davon aus, dass Sie (zurecht) nur den Blick auf Ihre Kinder haben. Ich habe in über 15 Dienstjahren einiges durch, was das Thema angeht. Wir kommen ja auch nur bei den schwereren Fällen. Und da dürfen Sie nicht davon ausgehen, dass Sie hier immer Eltern haben, die mitarbeiten wollen. Oder die sich kümmern. Oder deren Kinder irgendwelche Regeln befolgen. Und hier muss ich Ihnen sagen: Doch, es gibt den Regelfall bei Schulabstinenz und er zeigt immer ähliche Muster (siehe meine Ausführungen oben). Und wissen Sie was? Das ist auch gut so, denn so schafft man Ressourcen für die spezielleren Fälle, beispielweise bei Kindern mit Neurodivergenz.
Das heißt, die Sozialarbeiter wissen Bescheid und die Ärzte nicht? 😉
Nein. Das heißt, dass Ärzte manche Diagnosen sehr leichtfertig ausstellen. Und es heißt, dass manche Familien auf Diagnosen beharren, um sich dann in eine Opferrolle begeben zu können. Manchmal besuchen sie dazu mehrere Arztpraxen, bis endlich die gewünschte Diagnose vorliegt.
WICHTIG: Ernsthaft erkrankte Kinder meine ich hier ganz sicher nicht! Die gibt es!!! Aber nicht so häufig, wie es uns inzwischen suggeriert wird.
Und Lehrer schon gleich gar nicht.
Doch ein bisschen schon – zumal mit fast 40 Jahren Berufserfahrung – ich lebe noch 😉
„Diese“ Kinder werden häufig nicht speziell und zielführend betreut. Sie gelangen genau so in die Mühlen des Verwaltungsapparates wie die „anderen“ Kinder und Familien.
Das ist meine Erfahrung mit den „nur“ drei Fällen im näheren Umfeld.
Ungeachtet der Geschichten, von denen man hört, wenn man offen kommuniziert.
Ich sag es mal so: Jede Schule, jeder Träger, jede Kommune, jeder Psychologe, jeder Sozialarbeiter hat nur bestimmte Ressourcen und Zeit zur Verfügung. Wir tun unser Möglichstes. Dass das manchmal nicht genug ist, ist leider wahr.
Stimme voll zu. Ich füge noch Dyskalkulie hinzu. In knapp der Hälfte der Bundesrepublik wird sie nicht anerkannt. Laut Broschüre der Schulbehörde verschwindet Rechenschwäche von selbst zum Ende der 6. Klasse. Und dann wundern sie sich, warum so viel Schulabstinenz!
Dyskalkulie wächst nicht aus und verschwindet nicht. Im Gegenteil sie wird durch psychische Belastungen noch erschwert.
Wir brauchen ein vernünftiges Präventionskonzept, dass Familien von Geburt an berät und unterstützt – bevor „das Kind in den Brunnen fällt“ und die Kinder in den Kindergarten und in die Schule kommen. Ja, das kostet Geld, viel Geld! Aber es ist notwendig und würde sich nachhaltig rentieren. Der Fingerzeig und die Appelle an die Verantwortung der Erziehungberechtigten ihre Kinder zum Bildungserfolg zu führen sind keine Lösung. Die Nutzung sozialer Medien und damit verbundener steigender Bildschirmzeiten sind Teil des Problems und haben massive Auswirkungen, nicht nur auf unsere Kinder. Und bis jetzt haben wir noch keine Lösung der Regulierung oder andere Wege gefunden diesem Problem wirksam zu begegnen. Aber Probleme zu beschreiben und zu beklagen oder Appelle das Betroffene sie bitte doch selbst lösen sollen, wird zu keiner Lösung führen.
Gehen Sie bitte nie davon aus, dass Familien, die es nötig hätten, Beratung und Unterstützung immer annehmen, denn dies setzt Mitarbeit und die Bereitschaft, Dinge im Alltag zu verändern, voraus.
Viele Familienbegleitungen scheitern daran, dass Eltern und Kinder unsere Tipps und Hinweise entweder als eine Art Angriff von außen sehen oder dass sie wieder in alte Muster fallen, nachdem wir die Maßnahme eigentlich für beendet erklärt haben. Ich vergleiche das immer gerne mit Fernsehformaten wie dem „Restauranttester“, der in schlecht laufende Lokale kommt, um diese vor dem Untergang zu bewahren. Einige Betreiber nehmen die Hilfe an und stellen sich wirklich so um, dass ihr Geschäft künftig erfolgreich läuft. Andere finden bereits den Besuch unangenehm oder gehen dann trotzdem ein halbes Jahr später pleite.
„Nie“ und „immer“ sind so Worte ….
Es soll schon mal beratende Personen geben, die meinen mit Standard-Floskeln den großen Hub der Veränderung in einem komplexen Gefüge bewirken zu können und die dann erstaunt oder enttäuscht sind, dass betroffene Eltern nicht sofort Hurra schreien. Denn es gibt auch schon mal reflektierte Eltern mit manchmal jahrelanger Erfahrung mit ihrem Kind , die sich die tollen Tipps schon selber vorher erarbeitet und angewendet haben, die sie dann aber im Erfahrungsschatz als „in diesem Fall nicht passend und Wirksam“ abgehakt haben.
Aber bei so Beschreibungen und Ausführungen, die mit den Worten „immer“ und „nie“ beginnen, landet man auch als Familie schnell in der „Standard“Schublade.
Auch diesen Spieß kann ich ob der Diskussion bis hierhin umdrehen, denn meine jahrelange Erfahrung im Beruf möchten Sie mir ebenfalls absprechen.
Gut, streichen Sie oben gerne das Wort „nie“. Dann würde da stehen, dass uns jede Familie freudig begrüßt und unsere Vorschläge mitträgt. Das entspricht aber nicht der Realität. Wenn wir aber MIT Familien arbeiten, lassen wir diese nicht mit einem Maßnahmenkatalog zum Abhaken alleine, sondern wir erfragen natürlich, was eventuell bereits stattgefunden hat und was nicht. Doch auch hier dürfen Sie (leider – und jetzt kommt das böse Wort erneut) NIE davon ausgehen, dass Sie a) alles gesagt bekommen und dass b) unsere daraus resultierenden Vorschläge beachtet werden. Am Ende sind WIR dafür aber auch nicht verantwortlich, sondern die Eltern und natürlich das Kind selbst. Wir bieten Unterstützung und Hilfe zur Selbsthilfe. Wir sind keine Therapeuten – doch selbst die geraten an ihre Grenzen, wenn Termine und Absprachen nicht eingehalten werden.
…und genau an diesem neuralgischen Punkt bricht es gewollt immer: Der Punkt, wo aus „müsste“ (der ewige pädagogische Konjunktiv) ein „muss“ werden würde.
Zeitgeist halt.
In leichter Verfremdung: „Jetzt fehlen sie halt.“
Im Regierungsbezirk Arnsberg müssen Anträge auf Bußgeld wegen Fehlzeiten bis spätestens Ende März abgegeben werden. Ansonsten werden sie nicht mehr bearbeitet, weil bis zur Ausstellung des Bußgeldbescheides das Schuljahr vorbai ist. Natürlich muss zuvor der gesamte Prozess der erzieherischen Maßnahmen und Ordnungsmaßnahmen nach § 53 eingehalten werden und die Ferienzeiten dabei berücksichtigt werden. Kurz gesagt: Bußgeld ist Quatsch.
Die Schulpflicht ist in NRW im § 41 des Schulgesetzes geregelt. Ein regelmäßiger Verstoß gegen die Schulpflicht kann behördliche Ordnungsmaßnahmen (zwangsweise Zuführung, Ordnungsgeld, Meldung an das Jugendamt) nach sich ziehen. Dies beantragt die Schule, nachdem andere Einwirkungen (in der Regel Gespräche und Briefe mit und an die Erziehungsberechtigen) keinen Erfolg gezeigt haben.
Mit erzieherischen Einwirkungen und Ordnungsmaßnahmen (§ 53) hat dies nichts zu tun.
Bußgelder verhängt übrigens der Schulträger und nicht das Schulamt (geht aber natürlich über den Tisch der Schulaufsicht).
In unserer Stadt müssen Anträge auf Bußgeld zeitnah gestellt werden werden und dürfen immer nur einen Zeitraum von zwei Wochen umfassen.
Und die anderen Einwirkungen von denen Sie schreiben sind in §53 geregelt. So sieht es Arnsberg und unser Schulträger.
Bußgeld ist in sofern kein Quatsch, als dass es genau da wehtut, wo es wehtut soll.
Unsere Schule hat da bereits einige Erfolge bei Eltern erzielt, denen die Schulpflicht bis zum Zeitpunkt des Bußgeldbescheides eher egal war….
Eine Mutter, die bei uns den 5 ten Bußgeldbescheid erhielt und nicht zahlen konnte oder wollte (hat sich einfach „tot“ gestellt), erhielt dann ein Einfuhrbescheid…..das war dann wirklich heilsam….
Quatsch wie so vieles in NRW im Schulsystem. Die Hürden für extrem viele Sachen werden so hoch gemacht, dass die Fallzahlen automatisch sinken. Am Ende zahlen wir alle für diese Vorgehen.
Also, ich weiß jetzt wirklich nicht, wo ausgerechnet da der Aufwand ist…..der KL führt bei regelmäßiger Absens ein oder evt auch mehrere Gespräche mit den Eltern, um herauszufinden, woran es liegt. Sollte sich herausstellen, dass Krankheitsgründe eben nicht der Grund sind und das Kind fehlt weiter auffällig oft, kommt ein Brief von der Schule, indem die Eltern ganz offiziell auf die Schulpflicht mit den möglichen Folgen eines weiteren regelmäßigen Absentismus aufmerksam gemacht werden. Beigefügt ist ein Vordruck für einen Arzt, worin um ein jeweiliges Attest gebeten wird. (Vordruck….macht die Sekretärin)
Der nächste Schritt ist dann der Bußgeldantrag, der genau 10 Minuten in Anspruch nimmt…. (Vordruck….macht die Sekretärin)
Fertig…..den Rest macht der Schulträger….
Also bis auf die Gespräche, die auch im Rahmen von turnusmäßigen Gesprächen stattfinden können, ist doch der Aufwand wirklich gering…..
Also in Sachsen geht es nicht ohne Schulleitung. Und wenn diese keinen Bock draf hat, dann können Sie als Lehrer nichts tun.
Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn dann noch die Post aus der Schule nach Hause mindestens 2 Wochen benötigt, weil es im Sekretariat keine Briefmarken gibt sondern alles erst gesammelt zum Frankieren zur Stadt- bzw. Kreisverwaltung geschickt wird, schafft man die ganzen Eskalationsstufen des §53 Schulgesetz NRW eh nicht.
Das ist eben der Weg der Sabotage – wenn eine BzReg WOLLEN WÜRDE, würde das ganz fix gehen.
Aber „man“ will halt einfach nicht, also werden Gründe gesucht und gefunden.
Alles was Herr Ricking vorschlägt findet schon statt. Angststörung oder Depression – ja, wir sehen tatsächlich auch die Möglichkeit, dass es klinisch relevante medizinische Gründe gibt, Beratung der Familie, zum Psychologen zu gehen. Soziale Probleme – sehr häufig, Beratung der Familie, Gespräche zusammen mit Sozialpädagogen, Jugendamt, Familienhilfe und was es noch alles gibt. Zurückhalten durch Eltern – Gespräche mit den Eltern, Jugendamt, Ordnungsamt, Abholen durch Lehrer oder Sozialarbeiter, Schulbegleitung.
Fällt etwas auf? Eltern, Familie…die sind aber auch überfordert. Warnsignale werden schon gesehen, auch entsprechend angesprochen, warum ist mehr als 1/3 der Arbeit kein Unterricht? Die Zeit reicht trotzdem nicht, wir haben zu große Klassen, zu wenig Leute, nicht genügend externe Hilfe und zu wenig Zeit. Simple Maßnahmen und Beziehungsorientierung sind ein schöner Rat, aber unter den genannten Bedingungen? Ohne dass Verbesserungen in Sicht wären? Jugendarrest ist wohl kaum eine Lösung, aber vielleicht, ganz vielleicht, ein verzweifelter Hilferuf aus dem ‚System‘. Nicht nur Schüler senden Warnsignale.
Meine SL hat mich vor einigen Jahren aufgefordert, einen schulabsenten Schüler aus meiner damaligen Klasse morgens von zuhause abzuholen … das sei ja nur ein kleiner Umweg und für mich doch sicherlich kein Problem – ich hätte ja ein Auto (gut 6km) … das sollte ich als engagierter Klassenlehrer doch wohl zu leisten bereit sein.
Habe sie dann gefragt, ob sie das ernst meinen würde und ihr Ansinnen strikt abgelehnt … und ihr dann ein paar dienstrechtliche und versicherungstechnische Gründe für meine Verweigerung benannt.
Sie fand meine Haltung nicht akzeptabel und hat mir ihr Missfallen deutlich zum Ausdruck gebracht … dass sie mich nicht anweisen konnte war ihr aber offensichtlich klar.
Den Weg über die Schulbehörde wollte sie aber nicht gehen – das sei ja nicht zweckdienlich und da die Familie eh nichts habe (Flüchtlingsstatus) ließe sich da auch nix holen.
Sie haben eine coole SL……nicht….
Als ich damals an meine jetzige Schule kam, hatten wir noch eine IK…..und unser sozialpädagogische Fachkraft, die dort tätig war, holte jeden Morgen ein Kind von zuhause ab…..Soll heißen, sie schlug dort auf, weckte die Familie, sorgte dafür, dass sich das Kind fertig machte und schmierte derweil Brote für das Kind….
Ich dachte, ich träume…..und nach eingehenden Gesprächen über die Grenzen ihrer Tätigkeit, stellte sie dies ein…..
Vielleicht kennen sich meine Kollegin und ihre SL?
Es gibt Grenzen und wir als Institution Schule tun gut daran, diese nicht zu überschreiten….meine Meinung…..
In Familienbegleitungen übernehmen wir solche Dinge tatsächlich, aber nur für kurze Zeit. Ziel ist immer „Hilfe zur Selbsthilfe“. In Woche eins schmieren wir vielleicht noch die Brote, in Woche zwei schauen wir den Eltern dabei über die Schulter, in Woche drei muss das alleine laufen und wir warten vor der Haustüre auf das Kind.
Sie sind aber auch keine Sozialpädagogische Fachkraft für die Schuleingangsphase, die Kinder in der Schule unterstützen soll…..
Korrekt. Ich wollte nur veranschaulichen, dass es selbst solche Hilfen für Familien gibt.
Klarer Fall einer Schulbegleitung. Diese kann und darf das Kind „von Zuhause“ abholen. Das ist dann sogar eine der Primärfunktionen.
Abholung – Busbegleitung. So albern das dann auch ist … Kann das schnell Wirkung zeigen, da nicht jedes Kind/Jugendlicher wirklich „Bock“ drauf hat, dass eine erwachsene Person hier begleitet. Je nach Einschätzung und Bedarf auch „an der Hand“.
Die Probleme:
– Fachkräftemangel auch bei Schulbegleitungen
– Oft recht „starr“ bürokratisch und kommunikativ
– Einsparungen [Man geht weg von Schulbegleitungen nach und nach – zumindest hier in Bayern. Siehe Zusammenlegungen]
– Die Eltern müssen einwilligen [was eine „Druckposition“ oft verlangt … Daher ist das bei Privatschulen DEUTLICH einfacher – allerdings auch „Konfliktpotential“ mit unterschiedlichen Stellen]
– Falls zudem fachliche Defizite entstanden sind/wäre: Müsste die Schulbegleitung ebenfalls diese „entgegenwirken“ können [Fachlicher/Qualitativer Anspruch hier nochmal etwas mehr ggf.]
„Meine“ Lösung:
Es ist die „Verschiebung des Problems“. Also die Bildungspflicht, statt Präsenzpflicht.
Warum? Weil man „dieses“ Problem der Schulabstinenz sowieso nicht langfristig und sinnstiftend lösen kann, wenn sich eben diese und andere „Bedingungen/Parteien“ sträuben.
Das führt häufig dann dazu, dass diese SuS sich weiterhin verweigern und/oder stören. Dadurch „nerven“ sie sowohl ihre Mitschüler, als auch ihre Lehrkräfte.
Die Frage ist … Kann und muss „Schule“ alles lösen?
Meine Meinung: Nein.
Erweiterte Meinung: Mit den uns vorliegenden Rahmenbedingungen und Rahmen sowieso nicht.
Sorry … „Dieser Kampf“ ist verloren meiner Meinung nach.
AUẞER: Man investiert massiv Geld. Förderungen. PR. Fachkräfte/Multiprofessionalität. Kleinere Klassen. Doppelbesetzungen/Mehrfachbesetzungen (mit Sinn). Kleineres Deputat. Fortbildungen (Zeit dazu, Angebote, Qualität). Juristische und praxisnahe Umsetzungsmöglichkeiten (auch vor Ort). Tatsächliche Pflicht der Einbeziehung von Eltern UND in Pflichtnahme [wie auch immer … Und sei es – ja erschlagt mich dafür … Ein „Elternführerschein“ als Bedingung von/für Kindergeld. Wer den macht. Passt. Wer nicht. Bekommt halt nichts.].
Ein Kind – gerade heutzutage – ist „Luxus“ und „massive Verantwortung“. Das MUSS einem einfach klar sein und/oder klar gemacht werden. Es ist kein „den/die hol ich mir mal – und dann schauen wir mal“.
Darüber hinaus: Verstärkung von Ehrenamt und ehrenamtlicher Tätigkeiten und co. -> Sportvereine, THW, freiwillige Feuerwehr, Pfadfinder usw. Usf.
Klingt utopisch? V. A. aus aktueller Situation und „Trend“?
Naja … Dann versteht man vielleicht … Aber auch nur vielleicht… Inzwischen meine Ansicht/Meinung und Sicht in Bezug auf Bildungspflicht.
Nicht, weil ich diese „gut/besser“ finde, als Präsenzpflicht. Ganz im Gegenteil. Mir sind die massiven Nachteile und Konsequenzen bewusst.
Die haben und sehen wir allerdings bereits jetzt (und vor Jahren als Tendenz/Prozess). Glaubt wirklich jemand (noch) daran, dass sich dies jetzt ad hoc v. A. „bessert“? Wunschdenken hilft leider auch nicht. Es ist und bleibt ein systemisches Multiproblem. Und der Weg, den wir fahren … Ist mit voller wucht und stetiger Beschleunigung gegen die Wand. Fette Wand.
Es gibt auch den Hunde Führerschein. Ist einfach nur Geldmacherei und hat keinerlei anderen Wert. Wenn ich mich mit Cocker Spaniel nicht mit Kampfhunden auskenne, kann ich durchfallen und die verdienen dann nochmal 70 Euro beim nächsten Versuch.
Bezüglich Kinder sieht man ja auch an manch studierten Pädagogen, das dies nicht zwangsläufig die Empathie verbessert. Auch Lehrer + Nazi sein ist möglich.
Helfen kann nur das gute Elternhaus mit dem richtigen Bauchgefühl aufgrund eigener guter Kindheit.
Teufelskreis!
Verstehe Ihren Punkt.
Sezieren wir ihn mal … Und weiten ihn aus:
– Das würde bedeuten, dass KEINE Ausbildung „sinnvoll“ und „nötig“ wäre … Mit dem Argument könnte man dieses (Ausbildungs)Bildungssystem komplett „abschalten“
-> Es gibt genug Menschen ohne Ausbildung XY, die ABER könnten
-> Es gibt genug Menschen mit Ausbildung XY, die aber nicht können
Weiterführend wäre das bei allem so …
Führerschein? Geldmache.
Motorbootschein? Geldmache.
Taucherschein? Geldmache.
Rettungsschwimmer? Geldmache.
Usw. Usf.
Sie verstehen hoffentlich das Problem und weshalb Ihre Argumentationslinie nicht wirklich … Sinnvoll ist.
Auch wenn „Wahrheit“ enthalten.
Beim Hundeschein ist das auch so. Natürlich.
Aber: Rechtliche Sicherheit? Zumindest „besser als nicht“?
Und dann kommen wir auch beim Hunde Führerschein durchaus auf …
Ja, sinnvoll.
Ja, sinnvoll.
Gerade und insbesondere bei Wachhunden, Personalschutz, Zoll, Schulhunden, Blindenhunden usw.
Die Schule/ Klassenlehrer hat/ haben bei unserem Kind bei neun Monaten Absentismus kein mal einen persönlichen Kontakt zu unserem Kind gesucht. Trotz Messenger usw. Es hat vorher schon starkes Vermeidungsverhalten gezeigt. Und wie haben schon vorher versucht eine Zusammenarbeit mit den Zuständigen in der Schule zu bekommen.
Nach einem misslungenen pädagogischen Gespräch (zwei (Klassen)Lehrer gegen über dem Kind alleine!), ist es dann gar nicht mehr zur Schule gegangen.
Ein von uns Eltern erbetenes kurzfristiges Gespräch mit den Klassenlehrern, um die Situation zu klären und auf eine positive Beziehung und ein Gefühl von Sicherheit für unser Kind zu erwirken, hat mehr als zwei Wochen gedauert.
Aber ohne Probleme konnte nach neun Monaten, ein falsch ausgestelltes Zeugnis ohne Noten (da Kind nicht bewertbar war) aber mit Versetzung in die nächste Klasse (was so nicht stimmen konnte), innerhalb von zwölf Stunden nachdem ich darauf hingewiesen habe, persönlich vom Klassenlehrer bei uns zu Hause abgeholt werden. Und das in der ersten Ferienwoche! 100% Engagement für den Verwaltungsprozess, 0% für Verständnis und gute persönliche Beziehung. Diese Haltung war auch in den persönlichen Gesprächen klar ersichtlich.
„dienstrechtliche und versicherungstechnische Gründe“
Mitnahme von Schülern im eigenen PKW bedarf aus versicherungsrechtlichen Gründen der Genehmigung durch den Schulleiter. Haben Sie die bekommen? Schriftlich?
Zudem: Gleich als Dienstfahrt abrechnen. Große Wegstreckenentschädigung.
Kommt mir so bekannt vor. Waren wir vielleicht in derselben Schule?
Noah kämpft mit echten Problemen: eine Stunde Zugfahrt am Morgen, eine Klasse, in der er sich unwohl fühlte, Mitschüler, die „ziemlich schlimm“ waren, und die Erkenntnis, dass Schule für ihn „noch nie gut funktioniert“ hat. Ein Beispiel dafür, wie Schulabsentismus aussehen kann, wenn er tatsächlich aus einer Notlage entsteht.
An Gymnasien hingegen hat der Satz „Schulabsentismus heißt, dass eine Schülerin oder ein Schüler ohne rechtmäßigen Grund dem Unterricht fernbleibt“ oftmals einen faden Beigeschmack. Denn „rechtmäßige Gründe“ werden bei einer stetig steigenden Anzahl von Schülern im Akkord produziert – telefonisch, schriftlich, mit Attest, Stempel oder väterlicher Autorität.
„Es gibt Erziehungsberechtigte, die ihre Kinder aus unterschiedlichen Gründen von der Schule fernhalten.“ Diese Gründe heißen in der Praxis erstaunlich oft Klassenarbeit, Klausur oder Test. Unangekündigte Leistungskontrollen hingegen führen logischerweise zu keinen Entschuldigungen, weshalb man sie eigentlich wieder häufiger durchführen müsste. Stattdessen müssen immer mehr Nachschreib‑Termine organisiert werden, an denen Lehrkräfte nachmittags Aufsicht schieben (müssen), damit jene, die den Ersttermin „verpasst“ haben, in Ruhe nachschreiben können. Manche Eltern liefern die Entschuldigungen dafür so zuverlässig wie Amazon Prime, besonders wenn Papa Arzt, Anwalt oder bestens vernetzt ist. Die Vermeidung beginnt also lange vor dem Schwänzen – nämlich bei der heiligen Entscheidung, unbedingt den gymnasialen Weg einzuschlagen, egal ob das Kind dafür gemacht ist oder nicht.
Natürlich darf der pädagogische Pflichtsatz nicht fehlen: „Aber bei manchen Schülerinnen und Schülern kann Schulabsentismus Ausdruck einer psychischen Krise, einer individuellen Notlage sein.“ Richtig! Nur erstaunlich, wie viele dieser Notlagen exakt dann auftreten, wenn eine Leistungsüberprüfung ansteht. Jede Klausur verwandelt sich bei einigen Schülern inzwischen zuverlässig in eine „psychische Krise“, die nur durch sofortige häusliche Schonung abgewendet werden kann.
Dabei sind viele dieser überforderten Gymnasiasten keineswegs Opfer von Mobbing in ihren Klassen oder Kursen. Statt sich auf Unterricht zu konzentrieren, investieren sie ihre Energie lieber in das soziale Drama auf Social Media: mobben, lästern, blockieren, entfolgen, entblocken – ein Paralleluniversum, in dem man je nach Tagesform Täter oder Opfer sein kann. Unterricht läuft irgendwie nebenbei bis eben zur nächsten Leistungsüberprüfungspsychonotfallkrise mit Mama und Papa als Kriseninterventionsteam.
Gymnasiallehrkräfte versuchen derweil, Unterricht zu gestalten, während sie gegen eine Kultur der Vermeidung, Demotivation, Ablenkung und digitalen Nebenkriegsschauplätze ankämpfen. Eltern, die unbedingt ein Abitur für ihr Kind wollen, unabhängig von dessen Neigungen oder intellektueller Begabung, verstärken das Ganze noch, indem sie den bösen Leistungsdruck zum Feind erklären.
Während Noah tatsächlich Unterstützung bräuchte, wird an anderer Stelle fleißig am System vorbeioptimiert. Und am Ende trifft es oft die Falschen: Jugendarrest bekommen nur die Noahs dieser Welt.
Die anderen sind formal legitim absent, perfekt entschuldigt und durch wohlwollende elterliche Schutzschirme gegen jede Konsequenz immunisiert.
Aha, nur Noah kämpft mit echten Problemen, die Probleme der anderen Kinder sind unecht?!
Woher wollen Sie wissen,dass die Probleme die andern Kinder nicht echt sind? Haben sie einen tieferen Einblick in die Strukturen der Familien oder der Nervensysteme der Kinder. Wieso denken Sie das die anderen Kinder mit der Schule, wie sie so ist eigentlich gut klar kommen müssten? Und dass die Kinder nur an dem übersteigerten Ehrgeiz der Eltern für den gymnasialen Weg liegt?
Ich finds ein bissel irritierend: eine Zugfahrt von einer Stunde bis zur nächsten weiterführenden Schule? Hier braucht die Regionalbahn für eine Strecke von gut 50km nicht mal 40 Minuten. Ich frag mich schon, wo in Deutschland weiterführende Schulen egal welcher Art so weit vom Wohnort entfernt sind, dass man mehr als 50km mit dem Zug dahin zurückzulegen hat. Wir haben SuS, welche aus 30km Entfernung kommen: die machen das aber, weil sie unbedingt zu uns wollen – sie könnten jedoch durchaus wohnortnah eine Schule des gleichen Typs besuchen.
Manchmal wird auch nur oberflächlich beschrieben. Vermutlich ist es eine Mischung aus Fuß-Bus-Umsteig-Zugstrecke.
Grundlegende Probleme, die letztlich zu Schulabsentismus führen, finden sich zu einem sehr hohen Anteil im Elternhaus der Kinder. Dort braucht es Kooperation, die Brreitschaft Hilfen anzunehmen und umzusetzen. Hier reden wir von Erwachsenen Menschen, deren Aufgabe es ist, sich angemessen um die eigenen Kinder zu kümmern. Natürlich sind auch die Eltern oft mit ihrem Latein am Ende und mit den Nerven runter. Leider führt das bei zu vielen Eltern dann aber nicht dazu Hilfen anzunehmen oder gar etwas an der eigenen Haltung zu ändern. Hier wäre der Gesetzgeber gefordert.
Gleiche Haltung sehe ich als betroffenes Elternteil aber auch bei der Schule (mindestens in unserem Fall).
Die Schule hat sich frühzeitig jeder Verantwortung für eine gelingende Rückkehr des Kindes entzogen.
Gemäß einer mir vorliegenden Handreichung zu Schulabsentismus des Schulpsychologischen Dienstes unseres Landkreises
„wird eine Rückführung ohne Verantwortungsübernahme von Eltern und (!) Schule keinen Erfolg haben!“
Und „eine Willensbekundung und Verantwortungsübernahme des betroffenen Schülers ist keine Erfolgsgarantie!“
D.h. auch Schule hat die Verantwortung Kontaktangebote gegenüber dem Schüler zu machen und den Weg zurück zu begleiten und zu unterstützen. In Zeiten von Messengern o.ä. können da doch schon relativ einfach Anfragen und Kontakt- sowie Hilfsangebote gemacht werden. Bei uns blieben sie aus, obwohl wir als Eltern darauf hingewiesen haben, dass es unserem Kind helfen würde, wenn die (Klassen)Lehrer in freundliche Kommunikation mit unserem Kind gehen würden, um ihm ein Gefühl von Sicherheit zu geben.
Leider wurden diese einfachen Dinge nicht gemacht. Es wurden statt dessen Mitschüler gefragt, ob sie wüssten wie es unserem Kind geht. Eine einfache direkte Anfrage per Messenger bei unserem Kind erfolgte nie! Eine einfache Aufforderung, ob es nicht bei dem Besuch des Berufsinformationszentrum mitkommen wolle, oder überhaupt die Info, das es einen „Ausflug“ dahin gibt, oder zu anderen Aktivitäten erfolgte nicht.
Wenn ein Kind, aus welchen Gründen auch immer, Hürden hat die Schule zu besuchen, wäre doch eine einfache Nachricht als Brücke schön, wie z.B. „ich habe dich in der Schule gesehen, toll, würde mich freuen, wenn Du auch mal in meinen Unterricht kommst“und. Oder „deine Mitschüler würden sich freuen….“
Solche kleinen Brücken können eine Rückkehr erleichtern, aber nichts ist geschehen.
Es wurden statt dessen Mitschüler gefragt, ob sie wüssten wie es unserem Kind geht. Eine einfache direkte Anfrage per Messenger bei unserem Kind erfolgte nie!
Ich weiß nicht, wie es bei Ihnen ist, aber Messenger wie WhatsApp dürfen bei uns nicht verwendet werden, wir dürfen offiziell nichtmal die Handynummern der Schüler haben. So „einfach“ ist das dann doch eben nicht…
Was Sie ankreiden, nämlich dass Mitschüler gefragt werden, wie es Ihrem Kind geht, ist eigentlich positiv. Offenbar interessieren sich die Lehrkräfte (noch) dafür…
Eine einfache Aufforderung, ob es nicht bei dem Besuch des Berufsinformationszentrum mitkommen wolle, oder überhaupt die Info, das es einen “Ausflug” dahin gibt, oder zu anderen Aktivitäten erfolgte nicht.
Ich kenne die Situation Ihres Kindes nicht, denke aber gerade an einen unserer Schüler:
Der macht, „was er will„, hält sich an keine Absprachen und Regeln, wenn er keinen Bock hat – geht er, alles gedeckt von den Eltern.
Den Jungen würde ich auch nicht mit auf einen Ausflug nehmen, weil er einfach nicht zuhört oder entsprechend reagiert. Diese Verantwortung für eine außerschulische Veranstaltung würde ich nicht übernehmen wollen, zumal ich ja auch für alle anderen Schüler verantwortlich bin.
…wäre doch eine einfache Nachricht als Brücke schön, wie z.B. “ich habe dich in der Schule gesehen, toll, würde mich freuen, wenn Du auch mal in meinen Unterricht kommst”und. Oder “deine Mitschüler würden sich freuen….”
Auch unabhängig von der Rechtmäßigkeit der Messenger können geschriebene Worte auch immer unterschiedlich interpretiert werden. Ihren ersten Satz würde ich eindeutig als (passiv-)aggressiv interpretieren, nach dem Motto:
„Du hast es ja mal endlich in die Schule geschafft, komm gefälligst auch zu meinem Unterricht!“.
Ein Schüler, den ich als Fachlehrer in meinem Unterricht habe, schwänzt seit über einem Jahr. Die Klassenlehrkräfte kommen nicht weiter. Meine wiederholten Kontaktversuche sind ins Leere gelaufen und auch die Eltern haben auf mehrere Anfragen von mir gar nicht erst reagiert.
Da unsere Ressourcen begrenzt sind, kümmere ich mich doch eher um die Schüler, die mit Problemen vor mir stehen, als um diejenigen, die ich gar nicht erreichen kann…
Es gibt Messenger-Systeme extra für Schulen z.B. Untis-Messenger
Ist ihnen jemals die Idee gekommen, die Lehrer könnten extrem vorsichtig sein? Indirekte Fragen, weil jeder direkte Kontakt als Druck empfunden werden könnte, der nur wieder in das Ausweichverhalten führt? Ein ‚kümmern‘, wie sie es sich wünschen, erfordert dauerhaft Zeit, Zeit die für die Probleme von 29 anderen dann fehlt. Das klingt vielleicht hart, aber immer wieder, jederzeit, kleine Brücken zu bauen hält auf Dauer kaum ein Lehrer durch. Ein Besuch im BIZ erfordert auch Vorbereitung, Ausflug ist die falsche Bezeichnung. BIZ bedeutet vermutlich Jahrgang 8 oder 9, da haben sogar scheinbar problemlose Kinder massive Probleme mit sich und der Welt, mit entsprechendem Gesprächsbedarf.
Nach dem was sie zu anderen Beiträgen schreiben, sind die KL nicht böswillig, eine Nachfrage über Mitschüler zeigt neben Interesse auch, ob es da noch Kontakte gibt, sehr wichtig für eine Rückkehr. Sie schreiben von Versetzung, obwohl keine Noten gegeben wurden. Das ist ein beträchtlicher Aufwand, eine rein pädagogisch begründete Versetzung bei Absentismus braucht viel guten Willen und Hoffnung. Ich kann die Elternsicht nachvollziehen, aber was sie erwarten ist nicht zu leisten. Sie kennen ihr Kind und wissen, dass es Aufmerksamkeit und Verständnis sucht, man eigentlich gut unter vier Augen mit ihm reden kann. Möglich, dass das auch mit den KL passen könnte, aber die können nicht immer bereitstehen. Ein Grund dafür, dass wir oft auf außerschulische Hilfen hinweisen müssen, was leider viele Eltern nicht in Erwägung ziehen wollen (keine Aussage über ihre Situation beabsichtigt!). Erziehungsberatung, Familienhilfe, Psychologe? Dann doch lieber ‚Aufgabe der Schule‘, das klingt alles so stigmatisierend.
Die Klasse hatte zu dem Zeitpunkt gerade mal 23 Schüler, es ist ein Klassenlehrerteam, das sich die Arbeit teilt.
Ich habe das Wort „Ausflug“ extra in Anführungsstriche gesetzt.
Und wir haben explizit darauf hingewiesen, dass wir glauben das eine positive Beziehung zu den Lehrern unserem Kind die nötige Sicherheit für eine Rückkehr geben kann.
Wir wissen aus der Historie unseres Kindes, dass es ein Gefühl von Sicherheit braucht. Und wenn es diese Sicherheit nicht sieht, diese sich durch Kontrolle schafft. Manchmal mit Mal adaptiven Strategien. Es gibt schon mal Hintergründe.
Wir wurden aber nur belächelt. Was soll man da machen, wenn man gegen eine Wand von Vorverurteilung spricht!
Ihr Nebensatz beim Thema Schulpsychologischer Dienst, ‚…nur bis Klasse 6 Gymnasium zuständig‘ hat bei mir einige Lämpchen angehen lassen. Leider passen ihre Erfahrungen zu dem, was es in (eher wenigen) Gymnasien noch gibt: „wer nicht lernen will gehört hier nicht hin“, wir sind für die da, die lernen wollen, irgendwann ist Schluss. Vielleicht sitzen sich hier zwei Seiten gegenüber, die beide den Eindruck haben, bis an die Grenzen des Möglichen und darüber hinaus zu gehen. Wir haben an einer Gesamtschule (leider) sehr viel Erfahrung mit schwierigen Fällen, das geht teilweise weit über Schulabsentismus hinaus. Nicht aufzugeben, lästig zu sein, klare Absprachen mit beiderseitigen Verpflichtungen, auch über Hilfszusagen zu treffen, das ist normal. Ich bezweifle, dass das an allen Gymnasien so ist. Ohne Moderation einer dritten, unbeteiligten Stelle, ist die Situation vermutlich nicht lösbar.
Haben Sie als betroffenes Elternteil persönlichen Kontakt zu Klassen- und Fachlehrern, zur Schulleitung, zum Schulpsychologen … gesucht? Hat keiner von denen Hilfen angeboten? Wenn dem so wäre, hätten Sie als Elternteil die nächsthöhere Dienststelle ansprechen müssen. Es geht doch um Ihr Kind – da setzt man doch alles in Bewegung und wartet nicht ab, dass andere etwas unternehmen.
Wir haben vorher schon Hilfen für unser Kind und uns gesucht und angenommen. Wir haben schon vor dem kompletten Schulaustieg Kontakt mit dem JA aufgenommen, KJPs aufgesucht, zum Glück haben wir aktuell eine unterstützende und hilfreiche KJP gefunden.
Wir haben Kontakt zu Klassen- und Fachlehrern gehabt, haben damit auch positives gemeinsam bewirkt. Daher haben wir ja auch die Erfahrung, dass Gespräche und positive Beziehung helfen.
Wir haben auch mit dem Schulpsychologischen Dienst gesprochen, der bei uns jedoch nur bis einschl. Klasse 6 des Gymnasium zuständig ist.
Mit der nächsthöheren Dienststelle, bzw. der Schulaufsicht hatte ich auch Kontakt. Aber natürlich überlegt man es sich gut, ob man Beschwerde einlegt, wenn man gleichzeitig auch abhängig von der Schule ist (u.a. bei der Beantragung von Hilfen) oder hofft, dass das Kind wieder an die Schule zurückkehrt.
Mit dem letzten Klassenlehrerwechsel wurde die Zusammenarbeit gekündigt. Danach ist das Kind, das zuvor „immerhin“ zu 70 % in der Schule war, gar nicht mehr gegangen. Wir hatten seit dem das Gefühl, mit einer Wand von Vorurteilen zu kommunizieren.
Und wenn ich hier in den Kommentaren auf diese selbst erlebte „Vorverurteilung“ stoße, würde ich gerne die Personen „wachrütteln“.
„Mit der nächsthöheren Dienststelle, bzw. der Schulaufsicht hatte ich auch Kontakt. Aber natürlich überlegt man es sich gut, ob man Beschwerde einlegt, wenn man gleichzeitig auch abhängig von der Schule ist (u.a. bei der Beantragung von Hilfen) oder hofft, dass das Kind wieder an die Schule zurückkehrt.“
Das sollten Sie anders sehen und den Kontakt intensivieren. Es geht doch gar nicht um Beschwerden über die Schule, sondern um ein Hilfegesuch, um das Aufzeigen von Möglichkeiten. Bestenfalls kommt ein runder Tisch dabei rum, bei dem alle Möglichkeiten der Hilfe und Unterstützung ausgelotet werden….
Der Punkt ist: Realistisch gesehen, kann man niemanden wirklich zwingen, regelmäßig die Schule zu besuchen. Man kann nur unterstützen und sanktionieren, damit es möglichst wenige Abweichler/ Schwänzer gibt.
Man kann Geldstrafen verhängen, niedrigschwellige Förderangebote bieten, Leute zuhause aufsuchen, in Kleingruppen unterrichten, Belohnungssysteme für regelmäßiges Kommen aufstellen, mehr Psychologen einstellen…
Aber wenn ein Jugendlicher mit Polizei in die Schule gebracht werden würde und nach einer Stunde halt einfach wieder geht, was will man dann machen? Die Schule ist eben kein Gefängnis und ab irgendeinem Punkt verliert auch Jugendarrest (im Gefängnis) seine Verhältnismäßigkeit und Sinnhaftigkeit. Ich meine, wenn kurzer Arrest eben zu keiner Besserung führt.
Es gibt sicher Jugendliche, die eindeutige Konsequenzen wie z.B. eine Geldstrafe brauchen, um nicht zu Schwänzen. Es gibt aber eben auch Menschen, die sich durch derartiges blosgestellt, herabgesetzt oder zu einem Machtkampf herausgefordert fühlen. Und diesen Machtkampf kann man als Lehrer oder Polizist nicht gewinnen. Mal abgesehen davon, dass dann gar keine Basis mehr für einen pädagogischen Zugang zum Jugendlichen vorhanden ist.
Bei chronischen Schwänzern, die keine erkennbaren psychischen Krankheiten haben, wäre ich dafür, z.B. 1x pro Monat ein Gespräch durchzufüheren und immer eine Option, irgendwo weiterzumachen, offenzuhalten. Keine weiteren erzwungenen Interventionen. Vielleicht müssen manche Leute einfach mit der Zeit selbst erfahren, dass ihr Verhalten auf längere Sicht schadet (keine Ausbildung/ Zukunftsperspektive).
Mit dauerhaftem Zwang bildet man niemanden aus. Die Ressourcen, die hier verwendet werden, wären bei Hilfsangeboten, die auch jemand annehmen will, besser aufgehoben. (z.B. LRS-Förderung auch für grenzwertige Fälle, Begabtenförderung, sozialpädagogisch betreute Freizeittreffs…)
Sowas gab es früher an jeder Schule, nannte sich „Karzer“.
In NRW ist „Schule-Schwänzen“ ein riesengroßes Problem. Bei uns gibt es mittlerweile im Schnitt in jeder Klasse 2-3 Schüler, die in der Regel keine einzige volle Woche mehr in der Schule schaffen.
Das Problem ist dabei nicht, dass wir Lehrer dies nicht erkennen. Wir erkennen die Vorboten in der Regel bereits in der 5. Klasse und wissen genau worauf es hinausläuft, machen können wir aber nichts. Das Problem sind zum größten Teil die Elternhäuser und die zunehmende Anzahl an psychischen Erkrankungen bei Kindern. Eltern kümmern sich teilweise garnicht, falsch oder sind total überfordert und ducken sich über mehrere Jahre weg, bis dann das Kind in den Brunnen fällt und kurzfristig sich auch nichts mehr beheben lässt.
Wie gesagt das Problem ist nicht, dass Lehrer dies vorher nicht erkennen, das Problem sie die fehlenden Handlungsmöglichkeiten und im Übrigen auch die fehlende Zuständigkeit. Lehrer haben nicht die Befugnis und es ist auch nicht deren Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Schulpflicht eingehalten wird, sondern es ist lediglich die Aufgabe, die Schulpflicht zu überwachen. Wenn aber alles, was danach kommt entweder total überlastet ist, oder keinen Bock hat, oder Angst hat Maßnahmen könnten im Nachhinein wieder einkassiert werden, dann bringt die Überwachung halt garnichts.
Wir erkennen schon in der Grundschule die eindeutigen Anzeichen für späteren verfestigten Absentismus. Auch bei uns gibt es schon die „Montagskrankheit“….und natürlich versuchen wir gegenzusteuern…..leider ist es genau, wie Sie beschreiben. Die Kinder werden von den Eltern von der Schule ferngehalten…..und schreiben fix eine Entschuldigung für den Tag…..
Eltern erkennen oft nicht, welchen Schaden sie anrichten…..
… ich finde den Absentismus als nicht so tragisch, er trägt vor allem dazu bei, dass nicht andauernd weitere Stühle dazu gestellt werden müssen. Die SuS gewöhnen sich auf diesem Wege auch an das in der freien Wirtschaft übliche Desktop-Sharing. Jedes deutsche Unternehmen hat eine 14%-Quote kranket/abwesender Mitarbeiter*innen. Nur bei SuS kriegen alle heftigen Schluckauf und fangen am Hyperventilieren an.
Da Betreuung vor Wissens- äh Kompetenzerwerb steht, ist das staatliche 24/7-Angebot doch sehr positiv zu sehen. Es sollte also dringend geprüft werden, ob dieses staatliche Angebot nicht ausgeweitet werden kann. Das Thema ferienzeiten könnte dann ja über entsprechende Regelungen zum Freigang/offener Vollzug gelöst werden.
Auf dem wege entstünden neue Arbeitsplätze im ÖD der Länder und Eltern schulpflichtiger Kinder könnten dem als HR in großer Zahl zur Verfügung gestellt werden.
„Schulabsentismus ist meist die Folge einer anderen, dahinterliegenden Problematik“. Wieder mal eine schwachsiinnge Feststellung, die seit Ewigkeiten bekannt und allen denkenden Lehrpersonen bewusst ist. ALlerdinsg werden die Schulen mutterseelen alleingelassen mit dem Problem: Und zwar von Schulämtern, Jugendämtern und auch Familiengerichten. Alle ducken sich hier sehr gerne und sehr geübt weg. Mal ein Beispiel: Ich habe ein Kind aus der Klasse 5 entlassen. Normal begabt, die Schulpflicht war erfüllt. Es konnte in den Jahren vorher oft nicht versetzt werden, weil ganze Halbjahre nicht anwesend. Das Einschalten des Familiengerichtes war mir eine Leh(e)re, denn das Spießrutenlaufen fing dann an – für mich.
Nicht nur die Schulen werden alleine gelassen, auch Eltern und Familien. Aus eigener Erfahrung – man wird vom System gezwungen wirkungslose Hilfen anzunehmen, um kooperativ zu sein. Z.B. wöchentliche 1,5 Stunden-Besuche von Erziehungshilfen die zum Kaffeetrinken vorbei kommen, aber nicht wirklich helfen und nur noch zusätzlich Zeit kosten und selber an der Situation verdienen!
Ggf. wirksame Hilfen sind aber nicht greifbar, weil überlaufen oder im ländlichen Raum nicht vorhanden. Die Suche nach passenden Therapeuten und fähigen Psychiatern gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen.
Lehrer mit Privatpatienten-Status gegen davon aus, dass man innerhalb von kürzester Zeit auch als Kassenpatient gute Behandlung bekommt.
Unfähige AmtsärztInnen stellen nach einem einstündigen Gespräch nutzlose Gutachten aus, die nur den Druck erhöhen aber keine Hilfe bringen
Ich kann endlos fortfahren….
Ich habe jetzt alle Beiträge von Ihnen gelesen und glaube abschließend, dass es sich bei Ihnen um ein riesiges Problem handelt, was sich nicht einfach lösen lässt.
Auch schreiben Sie immer von Ihren Ansprüche an andere und was die alles nicht leisten und verbocken…..was tragen Sie bei, damit etwas in Bewegung kommt?
Wir haben konkrete Erziehungshilfen (mit einem speziellen SchwerpunktThema) beantragt, Therapeuten, Elternberatung bei der KJP
(jetzt bei der zweiten endlich eine die das System versteht gefunden und wertvolle umsetzbare Tipps erhalten), Homeoffce zu Hause, damit immer ein schneller Ansprechpartner für D hule da ist.
Und in der Familie haben Sie genau was getan, um zu helfen? Verstehen Sie mich nicht falsch, aber in Ihrer Familie läuft etwas falsch, was nur Sie lösen können und müssen….Leute von außen können nur behilflich sein, aber die Ursache liegt bei Ihnen….
Und das können Sie beurteilen, dass die Ursache in der Familie liegt?
Nur weil ich hier bewusst keine sehr persönlichen Romane aus der (Kranken)Geschichte unseres Kindes und unserem Familienleben schreibe! Wir haben eine Menge an der Beziehungsarbeit geändert. Und zu Hause hat sich vieles gebessert. Aber alles, was wir von den gewonnenen Erfahrungen in Gespräche mit der Schule eingebracht haben, wurde belächelt.
Wieso gehen Sie davon aus, dass Eltern grundsätzlich untätig und unfähig sind?
Mit genau dieser Haltung sind keine Gespräche auf Augenhöhe möglich!
Ich gebe mal zu denken:
Im Gegenzug müssen vom Schulsystem bzw. den Bedingungen überlastete Lehrer auch nur ihr Familienleben neu strukturieren und anpassen, damit sie den Schuldienst mit den aktuellen Strukturen schaffen??? Das ist doch Ihre Aussage?
Wie oft lese ich hier im Forum, dass das System die Lehrer ausbeutet und überlastet. Das will ich gar nicht in Frage stellen!
In dem selben überlasteten System müssen aber auch die Schüler funktionieren!
Manche können das, aber nicht alle!
Und wenn das nicht klappt, ist grundsätzlich die Familie schuld?
Zurück zur Diskussion, ob Jugendarrest ein passendes Mittel bei Schulabsentismus ist: Ich denke auf keinen Fall!
Ich gehe weder davon aus, dass Eltern untätig und unfähig sind, noch gehe ich davon aus, dass die Probleme von außen (allein) lösbar sind.
In der Summe Ihrer Beiträge stellen Sie allerdings immer wieder die Unwilligkeit der Schule und anderer Akteure in den Fokus, so dass der Eindruck entsteht, dass Sie die Schuld dort suchen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich leider, wie hilflos sich Eltern bei psychischen Problemen der eigenen Kinder fühlen können und wie mühsam es ist, die Kinder aus diesem Tal heraus zu begleiten….und deshalb weiß ich auch, dass die Schule alldieweil nur Verständnis zeigen kann…..wirklich helfen kann sie nicht.
Jede empfohlene ‚wirkungslose Hilfe‘ ist ein Versuch, es gibt keine Patentlösungen. Wenn das sinnlos erscheint, Rückmeldung geben. Mit Begründung, mit konkreten Mängeln, aber das kostet ebenfalls Zeit, sogar noch mehr als 1,5 h Kaffeetrinken. Die Menschen, die es zunächst so versuchen, verdienen nicht ‚an der Situation‘, es gäbe noch eine lange Warteliste, denen geht die Arbeit nicht aus.
Ja, Therapeuten und Psychologen stehen ebenfalls nicht Schlange, um endlich Patienten zu bekommen. Aber es ist ihr Kind! Zählt da wirklich Zeitaufwand oder gute Erreichbarkeit? Die Termine werden auch nicht nach Wunsch vergeben, das weiß ich als Lehrer und Kassenpatient gut genug. Die Privatversicherten haben nur unwesentlich geringere Probleme, auch hier: nein, es hat sich nicht die ganze Welt gegen sie verschworen.
Warum unfähige Amtsärztin? Weil nicht die Freisprechung von jeder Bedeutung und Verantwortung des Elternhauses darin stand? Pädagogik wirkt nur, wenn der eigene Wille zur Veränderung oder zum Lernen da ist, das kann schon einmal in so einem Gutachten stehen
Nach ihren Beiträgen geschieht inzwischen ziemlich viel, was sollte noch passieren? Irgendwann gibt es keine pädagogischen Möglichkeiten mehr, da bleibt nur der klinische Weg und/oder Schulwechsel mit der Hoffnung, dass die persönliche Entwicklung weitergeht. Keine Anwesenheit, keine Noten, kein Zeugnis, kein Abschluss, massive Einstiegsprobleme in einen Beruf, komplizierte Wege zur Wunschzukunft, die viel Eigeninitiative brauchen…manchmal wird das nach der Pubertät einigen klar. Es ist auch eine Frage der Fairness gegenüber allen anderen, Schulen sind Kompromisse, in vieler Hinsicht unbefriedigende, aber was erwarten sie, das mit den vorhandenen Mitteln zu leisten wäre? 10% sind bezüglich Noten oder Verhalten stark auffällig und bekommen 90% der Zeit. Alle wissen, dass die anderen auch Probleme haben, 50% davon sogar offensichtliche, aber für Prävention ist keine Zeit. Irgendwann stellt sich die Frage, um wessen Problem es hier geht: Schüler kommt nicht, erfüllt Schulpflicht nicht. Hilfsangebote gab es, die ganze Palette, aber Ursachenforschung und -behebung? Lehrer sind keine Therapeuten, wollen und dürfen es auch nicht sein. Psychotherapeutische Lern- und Schulbegleitung ist nicht zu leisten.
Ich schreibe nur noch einmal und will mich nicht in unnützen Rechtfertigungen verlieren.
„Unfähige/r Amtsarzt/in“ unter anderem deshalb, da in dem nach einem kurzen Gespräch erstellten Gutachten, neben unseren Ausführungen insbesondere die vorher mit deutlich mehr Zeitaufwand bei Fachärzten erstellten Diagnosen und mitgelieferten Empfehlungen ignoriert wurden.
Dass ist doch das, was ich Beschreibe. Es geben so viele Personen ihren (ich sage jetzt mal dipektierlich) Senf in dem Hilfeprozess dazu, teilweise „vom Schreibtisch aus“ und kommen manchmal mit vorgefertigten „Kochrezepten“ für die so genannten „Standardschwänzer“, die manchmal (oder oft) in den eh schon belasteten Familien nur weiter Druck aufbauen und nicht helfen. Ich glaube dass die Mehrzahl der Familien schon erheblichen Druck spüren, wenn ein Kind nicht zur Schule geht, Abschlüsse in weite Ferne rücken und die Angst um Zukunft (und Gesundheit) des Kindes immer größer wird.
Wie glaubt man mit immer mehr Druck positive Veränderung bewirken zu können?
Klappt das bei Erwachsenen im Arbeitsleben? Wie steigert man (intrinsische) Motivation?
Indem man Familien durch Druck aus dem aktiven Handeln ins reine reagieren auf Beschlüsse und Bescheide drängt, quasi in den Überlebensmodus?
Das Thema hier geht doch um Jugendarrest als letztes Mittel der Wahl!
Und meine Meinung ist, dass es das nicht ist!
So das war jetzt mein letzter Kommentar zu dem Thema!
Bestrafen allein hat noch nie etwas gebracht! Die Ursache zu finden ist viel wichtiger. Im Fall Noah blutet mein Mutterherz…..hier liegen die Ursachen auf der Hand und ein Arrest schadet hier nur noch mehr . Ich wünsche Noah alles Gute.
„Lehrerkollegien müssen sich zu multiprofessionellen Teams weiterentwickeln.“
Ich kann es mittlerweile nicht mehr lesen. Verstehen denn alle, die nicht direkt in der Schule tätig sind, aber ständig ihren Senf dazugeben denn nicht, dass das nicht passieren wird.
Es kostet 1. Geld und 2. gibt es zu wenig qualifizierte Bewerber. Da hilft es auch nicht, wenn man das ständig runterbetet.
Dass es zu wenig Bewerber*innen gäbe, ist eine unbelegte These: Wo es keine Stellen gibt, kann es keine Bewerbungen geben. Wir wüssten nicht, warum es nicht möglich sein sollte, bislang freiberuflich tätige Lerntherapeut*innen, Logopäd*innen, Gesundheitsfachkräfte, Verwaltungsassistenten etc. zu finden.
Schon die neue Aktivrente böte immense Möglichkeiten, Unterstützungskräfte für Schulen zu finden.
Das ist wie bei der Inklusion: Man geht sie niemals ernsthaft an – und behauptet dann, damit bewiesen zu haben, dass sie nicht funktioniert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Leider verstehen die KuMis unter MPTs Schulbegleiter, Sozialarbeiter und evt noch SoFas…..die von Ihnen angesprochenen Professionen fallen leider nicht darunter…..
Richtig. Das verstärkt nochmal den Kommentar der Redaktion.
1. Wird nicht „gestellt/gesucht“
2. Bedarfsgerecht sowieso nicht
Ganz im Gegenteil:
Schulbegleitungen werden gekürzt in Bayern. Zudem gibt es Zusammenlegungen. Will man dann als „Konzept“ auch noch verkaufen …
Sozialarbeiter, Sonderfachkräfte, Sonderpädagogen, Soz-Päds. und co. haben oft bedingtes Deputat, Rollenverständnis ist … Schwierig. Dazu Mehrfacheinsatz an Schulen.
Dementsprechend „beratende Funktion zum großen Teil“.
Staatliche Psychologin wurde bei uns den Privatschulen sogar „abgezogen“. Da zu starke Überlastung.
Ich weiß ja echt nicht … Woher man die jetzt „herfantasiert“, wenn man schlichtweg weder Attraktivität schafft, noch bedarfsgerecht effektiv sucht.
Auch bei uns wird die Zusammenlegung von mehreren Schülern für eine Schulbegleitung als „der heiße Scheiß“ angesehen und im kommenden Schuljahr für einige Schulen als Projektphase angeboten…..
Es mag auch tatsächlich für einige Schulen gut sein, denn dort tummeln sich bis zu 6 Erwachsene (Schulbegleiter, Lehrer und Sofas) in den Klassen….was natürlich vollkommen drüber ist….
Und ja, die Hürden, überhaupt eine Schulbegleitung genehmigt zu bekommen, ist immens und dauert ewig….(aber wir haben den Trick mit der fachlichen Stellungnahme jetzt raus 🙂 )
Was sind Sofas? 🙂
Dasselbe wie Kaffeetrinker?
Die „Sessel“ sind aber in den Behörden!
Sozialpädagogische Fachkräfte für die Schuleingangsphase….SoFa….
Ein ernsthaftes Angehen erfodert aber einen politischern Willen, der nicht vorhanden ist. Denn es kostet dauerhaft viel Geld. Da reicht es eben nicht befristet Stellen auszuschreiben, sondern es muss eine langfristige Perspektive geben. Da müssen Strukturen aufgebaut werden.
Gesundheitsfachkräfte haben ganz andere Möglichkeiten, als an Schulen zu arbeiten. Da haben sich die Zeiten ziemlich geändert. Andere Menschen mit dem entsprechenden Studium und einer soliden psychologlischen Weiterbildung bekommen überall den roten Teppich ausgerollt, nur nicht an den Schulen.
Ich geben Ihnen da recht, dass diese Dinge nicht ernsthaft angegangen werden, aber ich möchte mal die öffentliche Reaktion sehen, wenn dann die wirklichen Kosten auf den Tisch kommen. Wenn man diese Dinge will, dann geht es nicht anders, aber ich werde mich als Lehrer nicht für die momentanen Sparpakete aufreiben.
Aktivrente zur Akquise von Unterstützungskräften? Das brächte höchstens dann, was, wenn es ehemalige Erzieher, Sozialarbeiter oder Lehrkräfte wären. Die meisten davon sind aber sicher eher froh darüber, dass sie dem aktuellen Schulsystem endlich den Rücken kehren durften. Opa Gerd, 67, früher Bauarbeiter, hat vielleicht den Pathos, aber nicht die notwendige Expertise, um mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.
Um Schulleitungen oder Lehrkräfte bei Verwaltungsaufgaben zu entlasten, muss man kein Erzieher, Sozialarbeiter oder Lehrer gewesen sein.
Warum hängen Sie die Anspruchslatte immer so hoch, dass garantiert niemand hinüber kommt? Selbstverständlich könnte auch Opa Gerd – nach entsprechender Anleitung – sinnvolle Hilfsdienste in Schulen leisten. Passiert auch (und wird von den Schulen sehr gut angenommen): https://www.seniorpartnerinschool.de/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es kommt eben auf das Profil und die Erwartungen an.
Natürlich kann jemand, der/Die lesen kann … Vorlesen.
Natürlich kann Opa Gerd eventuell im Bereich „Technik“, „Gestalten“, „Werken“ und „Berufsbildung“ eingesetzt werden.
Natürlich kann …
Warum denn so wehement dagegen wittern?
Wir haben EMA – Elternmitarbeit.
Hier kann/könnte man natürlich Eltern gut einsetzen. Wird auch stellenweise bei uns gemacht.
Das sind mitunter Fragen von Zeit und „Kosten“ auch. Auch das muss man klar im Kopf haben und nennen, sowie bedenken.
Generell sollte man es allerdings eben bedenken und überlegen.
Der Kostenfaktor würde aber gegen Null tendieren, wenn die Senioren das ehrenamtlich machen. Die machen das für leuchtende Kinderaugen (zum Glück gibt es das).
Ich weiß. Kenne ein „Projekt“, welches regelmäßig als Schule ein Altenheim [„Partnerschaft“] besucht.
Win – Win – Situation könnte man sagen.
Motiviert auch zum Vorlesen durchaus … Auch alte Menschen freuen sich darüber.
Tolle Sache tatsächlich.
Warum werden keine Stellen an den Schulen ausgeschrieben? Der Bedarf/Wunsch für qualifizierte Fachkräfte ist doch offensichtlich. Woran hakt es denn? Die Gründe dafür würden mich wirklich interessieren.
Geld. Herzliche Grüße Die Redaktion
Vielleicht auch Klassismus und sonstige Vorurteile?
Lehrer, scheint mir, können es nicht haben, wenn man etwas kann , ohne Unterricht (vs Ausbildung ect) gehabt zu haben. Man brauchte dafür also keinen Lehrer – ganz schlimm! Das geht denen irgendwie gegen die Lehrerwürde .
Also an meiner Schule hätten wir Lehrer uns über qualifizierte einen festen Schulpsychologen, Logopäden, Schulkrankenschwester, Ergotherapeuten …gefreut. So wie wir uns über die ehrenamtlichen Lesepaten und Jugendtrainer gefreut haben. Aber für bestimmte Dinge braucht es eben qualifizierte Fachkräfte, die wissen was zu tun ist.
Ergänzung: Gerade wenn es um die Arbeit mit psychisch belasteten Schülern und deren Familien geht (wie hier bei Schulabsentismus), sollten die damit beauftragten Unterstützer mMn. besonders gut ausgebildet sein. Sozialpädagogen und Sonderpädagogen sind dafür, nach meiner Erfahrung, meist etwas besser ausgebildet, aber auch die sind keine Psychologen/Neurologen/Therapeuten. Denn, wie jemand hier schrieb – es gibt nicht den Standard-Schwänzer und die Standard-Familie oder den Standard-Betreuer … für diese Schüler. Oft braucht es dafür mehr als einen Spezialisten, oder zumindest einen, der eine umfangreiche Ausbildung hatte (das muss kein Lehrer sein!). Was bei einem „Schulschwänzer“ hilft, kann bei dem anderen das genaue Gegenteil bewirken, also noch mehr Schaden anrichten. Deshalb bin ich klar dagegen, dafür irgendwelche (wenn auch sehr engagierte) Hilfskräfte einzustellen. Das hat nichts mit Klassismus oder Standesdünkel zu tun!
Ich glaube übrigens, dass die meisten Lehrer nichts dagegen hätten, von Profis unterstützt zu werden. Aber sie möchten auch nicht irgendwelchen Hilfskräften die Arbeit, die diese tun sollen, kleinschrittig (und bei jedem neuen Kind von vorn) erklären müssen, denn das ist dann keine Ent- sondern eine zusätzliche Belastung. Es gibt allerdings auch (selten) Naturtalente unter den „Schulhelfern“. So einen hatten wir auch einmal. Derbrauchte keine detaillierte Anleitung, wusste meist von allein, was zu tun war und war eine wirkliche Unterstützung, nicht nur für die 2 Schüler, sondern für die Klassen und fürs Kollegium.
Ist denke das ist jetzt auch etwas zu pauschal von Ihnen.
Natürlich würde man das – systemische gewollt und sinnvoll aufgebaut – unterstützen in der Masse.
Meine Behauptung.
Warum? Weil das tatsächlich massiv entlasten KANN. Sinnvoll und systemisch gut gemacht würde es das auch.
Das mag vielleicht „früher“ so gewesen sein. Da gehe ich noch etwas mit. Aber inzwischen? Würde ich dagegen wetten.
Nun ja, solange die Ungelernten die entsprechenden Aufgaben tatsächlich beherrschen und anforderungsgerecht ausführen: alles schön. Wenn aber nicht, dann mache man sich bewusst, dass hier am lebenden Objekt gearbeitet wird.
„UPS, dumm gelaufen“ hinterlässt im schlimmsten Fall traumatisierte Kinder. Wer will sowas verantworten? Ich auf gar keinen Fall!
Würde mich ja freuen, wenn dafür Stellen geschaffen würden. Im Moment werden in BB jedoch Lehrerstellen eingespart,,Klassen größer gemacht, Kurse zusammengelegt und auf 30 ausgereizt. Mir fehlt der Glaube, dass unter diesen Voraussetzungen Stellen für die von Ihnen benannten Berufsgruppen geschaffen werden – es sei denn, die Leute arbeiten für lau.
„Würde mich ja freuen, wenn dafür Stellen geschaffen würden. Im Moment werden“
Nene, wir geben kein Geld dafür aus, darum können wir keine neuen Stellen und deren Finanzierung planen! – so funktioniert die Logik im Forum 😉
So funktioniert die Logik in der Politik, Herr Zufall. Arbeiten Sie wirklich in der Realität? Die Stadt Mannheim hat den Ausbau der Schulsozialarbeit beispielsweise jüngst erst gestoppt, da man mehrere hundert Millionen Euro einsparen muss. Hier spart man zwar am falschen Ende, aber das ist dem Kämmerer erst mal egal.
Und…
– freiberufliche, hochqualifizierte
und
– (wenigstens aktuell plus die nächsten 10 Jahre) HOCH NACHGEFRAGTE Berufe
– mit aus allen Nähten platzenden Praxen
– wie Logopäden, (echte) Lerntherapeuten usw. werden sich dann …
– in unseren Ranzgebäuden (siehe: Realzustand normale Schulen)
– mit Ranz-Arbeitsmitteln (siehe: Ganz banal nur „WLAN funktioniert“)
– zu absoluten Ranz-Gehältern (siehe Beamtenneiddebatte, siehe faktische Nettogehälter von allen Personen im Schulwesen, die nicht verbeamtete Lehrer sind)
– in Scharen einfinden
– um ohne Einwirkungsmöglichkeit(en) (siehe: Schulsystem halt)
– auf ein häufig beratungsresistentes, aufmuckerisches Klientel (denn genau die haben die meisten Probleme und bräuchten Hilfe)
… da „multiprofessionelle Teams“ zu bilden ?
Ja, das wäre sicher super.
Wird nur (ausser vielleicht an ein paar Leuchtturmschulen) nicht stattfinden.
Und ja, das hat es mit echter Inklusion (statt Fakelusion wie aktuell) gemeinsam.
Offenbar reichen die Bedingungen, um Sie zu binden. Herzliche Grüße Die Redaktion
Das glaube ich eher nicht….mal abgesehen von den Schulbegleitungen, SoFas und Schulsozialarbeitern, die noch recht passabel im System Schule verdienen….
Ja, klingt total verlockend… Davon abgesehen haben wir in diesen Berufsständen schlicht auch gesetzliche Vorgaben. Therapeuten dürfen nur auf ärztliche Anweisung (Rezept) arbeiten und haben Vorgaben zu Räumlichkeiten und Material – von der Fenstergröße über die Deckenhöhe bis hin zu Therapiespielarten/-mengen. Sprich: Man braucht Praxisräume! Ich darf zwar unter bestimmten Umständen vereinzelt mal ein Kind als Hausbesuch daheim oder in der Kita behandeln ein-/zweimal pro Woche, darf aber nicht täglich x Kinder in der Schule therapieren! Dafür bräuchte es ein ganz anderes System wie etwa in der Schweiz.
„Es kostet 1. Geld und 2. gibt es zu wenig qualifizierte Bewerber.“
Und das seit Jahren… Warum kritisieren Sie dann nicht lieber die Verantwortlichen, als jene, deren Beobachtungen Sie eigentlich zustimmen könnten?
Hab ich gemacht (übrigens nicht nur hier im Forum), nützt aber nix. Und jetzt?
Mehr Ganztagsschule wird die Anzahl der Schulverweigerer sicher noch erhöhen.
Woher nehmen Sie diese Sicherheit?
Bellypedia? 😛
Hallo Kinder einsperren bringt nichts,
was noch schlimmer ist das Eltern fürs schwenken bezahlen müssen.
Alle Eltern sagen Ihnen jeden Morgen das es wichtig ist zur Schule zu gehen und ein Abschluss zu haben.
Aber Behörden denken wirklich die
Eltern sind Schuld und dann muß man Geld ohne Ende zahlen obwohl
viele von Bürgergeld abhängig sind.
Anstatt nach den wirklichen Problemen zu schauen die in den
Schulen sind (Mobbing, hohe Ausländerzahl, Lehrer die sich nicht
durchsetzen können bzw. nur Ihr gleichen Stoff den Sie schon immer
Lehren durch zu führen.kleinere Klassen.)
Das sollte man ändern dann brauch man auch kein Bestrafen bzw. Geld
nehmen.
Ich bin Lehrerin an einer Schule in der es viele Schüler gibt, die entweder selten kommen oder völlig desinteressiert sind. Selbst guten Unterricht wissen sie nicht zu schätzen. Sie möchten bestraft werden, so sagte mir das ein Sus. . Und genießen es, die Lehrer an ihre Grenzen zu bringen. Offensichtlich haben sie zuhause keine Grenzen bekommen. Nach Richtlinien zu unterrichten ist nicht möglich, da sie bei normalen Themen gar nicht mehr zuhören. Ich bin der Meinung, dass wenn jemand nicht lernen möchte, man ihn nicht dazu zwingen kann und denke, dass eine Schulpflicht für alle eine Qual ist.
Schulen benötigen Psychologen. Die Sozialarbeiter können bei dieser Art Schülerschaft nichts mehr bewirken finde ich.
Stimmt nicht ganz. Hin und wieder gelingt selbst uns das Husarenstück. Doch natürlich haben Sie recht, dass wir bundesweit mehr Psychologen benötigen würden. Nur leider gibts diese nicht in ausreichender Menge. Laut ChatGPT kommen auf einen Schulpsychologen circa 5400 Schüler.
Und ChatGPT hat immer recht.
Es steht Ihnen völlig frei, die Zahl durch Lesen von Statistiken selbst zu kontrollieren. Wenn ich sehe, wie schwierig es für Kinder in unserer Betreuung ist, an entsprechende Termine zu kommen, ist die Zahl wahrscheinlich eher noch untertrieben.
Wir haben zumindest eine Schulpsychologin, deren Job es eigentlich sein sollte, zu diagnostizieren und die Schüler zu entsprechenden Therapieangeboten weiterzuleiten.
Stattdessen ist sie aber damit beschäftigt, selbst mit den Kindern zu arbeiten, weil es eben in absehbarer Zeit keine Therapieplätze gibt. Die ganze Kinder- und Jugend-Psychologie ist völlig überlastet. Wir sollten als Gesellschaft dringend aufwachen und merken, dass unsere ach so moderne Erziehung und der Alltag der Kinder einfach nicht gut laufen.
Schulschwänzen ist in jedem individuellen Fall Ausdruck eines Hilferufs. Schulschwänzer sind, -auf zwei Kategorien reduziert-, entweder starke SchülerInnen, die als Heranwachsende mit zunehmendem Autonomiestreben ihren eigenen Weg suchen, oder notleidende SchülerInnen, die unter Versagensangst, Selbstzweifeln, Mobbing und und… leiden oder unter belastenden Lebensumständen im Elternhaus.
Ihre Schulverweigerung ist ein Hilferuf aus dem Zwangslernsystem der Untertanen-Schule, in der sie als Lernobjekt behandelt werden.
In jedem Fall brauchen sie Verständnis.
Stattdessen werden sie mit dem Zuchtmittel des Jugendarrestes des Jugendstrafgesetzes traumatisiert.
Die traumatischen Erfahrungen während des Jugendarrests stören durch negative neurologische und psychische Auswirkungen die normale Gehirnentwicklung der Jugendlichen, da ihr Gehirn sich noch in der Entwicklung befindet.
Gegenüber diesen neurologischen Erkenntnissen stellt die juristische Erziehungsmaßnahme des Jugendarrestes eine kontraproduktive unverhältnismäßige Bestrafung dar.
In einer liberalen Demokratie ist die den Jugendarrest legitimierende Schulpflicht ein störender Fremdkörper, der auszumerzen ist (Ulrich Oevermann).
Schulverweigerer brauchen Freiheit, – Freiheit, wie sie die basisdemokratisch organisierte Alemannenschule Wutöschingen als eine Schule liberaler Demokratie ihren SchülerInnen mit „autonomem Lernen“ (Peter Fratton) seit zehn Jahren gewährleistet.
Dem freien Geist liberaler Demokratie entspricht Bildungspflicht im Sinne von Bildungsfreiheit. Bildungsfreiheit respektiert den Heranwachsenden als Subjekt seiner Bildung durch „autonome Selbstbestimmung“ (Immanuel Kant).
Was der Jung mindestens benötigt, ist eine ADHS Diagnostik. Und einen kürzeren Schulweg sowie spätere Anfangszeiten, wie Schule generell.
Die Lösungen sind einfach: Mehr Sozialarbeiter und Psychologen an die Schulen.
Einziges Problem: Es kostet Geld!?
Was hat die Politik nicht für die Bildung: Geld!?
Denn die Bildung darf was nicht: Geld kosten!?
Werte Politiker und auch die Gesellschaft bekommt, was bestellt wurde.