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Verbeamtung von Lehrkräften stoppen? Clemens bekommt Unterstützung in der KMK

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BERLIN. Die KMK diskutiert in dieser Woche über die Verbeamtung von Lehrkräften, nachdem Sachsens Kultusminister mit der Forderung nach einer bundesweiten Streichung vorgeprescht war. Brandenburgs neuer Bildungsminister zeigt sich nun offen für den Vorschlag.

Einsparpotenzial (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Lehrer nicht mehr verbeamten? Brandenburgs neuer CDU-Bildungsminister Gordon Hoffmann ist offen für einen Vorstoß aus Sachsen. Hoffmanns Parteikollege, der sächsische Kultusminister Conrad Clemens, tritt für eine Abschaffung der Lehrerverbeamtung auf mittlere Sicht ein. Besonders Seiteneinsteiger an den Schulen sind in Brandenburg bereits als Angestellte beschäftigt.

Minister Hoffmann bewertet Vorstoß durchaus positiv

Das Bildungsministerium in Potsdam teilte auf Anfrage mit, der Minister stehe dem Ansinnen seines sächsischen Kollegen durchaus positiv gegenüber. Jedoch wäre dieser Weg nur dann erfolgversprechend, wenn er von allen Bundesländern gemeinsam gegangen werde (was auch schon Clemens als Bedingung genannt hatte).

Am Donnerstag soll sich auf Wunsch von Sachsen auch die Bildungsministerkonferenz im Rahmen der KMK mit dem Thema befassen. Brandenburgs Minister Hoffmann ließ aus seinem Haus mitteilen, Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis zu beschäftigen, sei nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 19. September 2007 rechtlich möglich und mit dem Grundgesetz vereinbar. «Doch macht das Angebot der Verbeamtung den Lehrerberuf attraktiver und ist ein gewichtiges Argument bei der Gewinnung von Nachwuchslehrkräften und Seiteneinsteigenden.»

Rund ein Drittel alle Lehrkräfte im Schuldienst Tarifbeschäftigte

Nach Angaben des Ministeriums sind im Schuljahr 2025/2026 in Brandenburg 31,1 Prozent aller Lehrkräfte im Schuldienst des Landes Tarifbeschäftigte und keine Beamte (Stand 30.09.2025). Das sind 6.792 Lehrkräfte. Darunter sind 19,7 Prozent Seiteneinsteiger. Im Schuljahr 2020/21 hatte der Anteil der Tarifbeschäftigten bei 24,2 Prozent gelegen.

In der Debatte um eine Verbeamtung der Lehrer hatte Sachsens Kultusminister Clemens auf die angespannte Finanzlage und die hohen Rückstellungen für die Altersvorsorge der Beamten verwiesen. «Zur Ehrlichkeit gehört, dass wir uns auf Dauer eine breite Verbeamtung bei dem Bedarf an Lehrkräften nicht mehr leisten können. Die Belastung der Haushalte ist einfach zu hoch», sagte er. Sachsen hat erst 2019 mit der Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern begonnen.

Keine Einigkeit im Berliner Senat – Finanzsenator vs. Bildungssenatorin

Die Berliner Bildungsverwaltung von Senatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU) sieht keinen Grund für eine neue Diskussion über die Verbeamtung von Lehrkräften – sie ließ den Vorstoß zurückweisen. Nach 18 Jahren Unterbrechung kehrte Berlin 2023 zur Verbeamtung von Lehrerinnen und Lehrern zurück. In allen anderen Bundesländern war die Verbeamtung damals bereits Standard.

Allerdings hat Berlins Finanzsenator Stefan Evers (CDU) durchaus Sympathien für den Vorstoß erkennen lassen. Er verwies auf laufende Abstimmungen zwischen den Ländern zur „Verbeamtungspraxis“ (offenbar wird hinter den Kulissen rege darüber gesprochen) und formulierte grundsätzliche Zweifel am eingeschlagenen Kurs: „Es kann nicht weitergehen wie bisher.“ News4teachers / mit Material der dpa

Kultusminister will Verbeamtung von Lehrkräften bundesweit abschaffen – KMK diskutiert den Vorstoß diese Woche

 

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laromir
1 Stunde zuvor

Nur kurze Frage bekomme ich dann auch mehr Geld für sie Einzahlung oder hab ich dann einfach Pech und am Ende weniger übrig? Nur mal so gerechnet, müsste ich ja dann ein viel höheres Brutto bekommen als jetzt, um beim gleichen Netto rauszukommen. Oder ist das dann einfach ne Kürzung?

Horstino
1 Stunde zuvor
Antwortet  laromir

Die Pension nicht vergessen. Das höhere Gehalt muss es möglich machen, genug für die Rente zurückzulegen.

Realist
58 Minuten zuvor
Antwortet  laromir

«Zur Ehrlichkeit gehört, dass wir uns auf Dauer eine breite Verbeamtung bei dem Bedarf an Lehrkräften nicht mehr leisten können. Die Belastung der Haushalte ist einfach zu hoch»

Also, da steht doch die Antwort: Es wird keinen Ausgleich geben, da die Lehrkräfte aktuell “zu teuer” sind. Neue Lehrkräfte werden dann automatisch zu Angestellten und sind damit in derselben Situation wie alle angestellten Lehrkräfte jetzt: Zu wenig Geld für zu viel Arbeit. Der einzige “Vorteil” ist das Streikrecht, dass dank Verdi (= schafft es seit Jahrzehnten(!) nicht, für angestellte Lehrkräfte angemessene Bedingungen im Vergleich zum restlichen ÖD zu erreichen -> wohl kein echtes Interesse, da man aus Sicht von Verdi mit E13 und Co. sowieso zu den “Besserverdienenden” gehört) und der Pseudo-GEWerkschaft (= immer leuchtenden Kinderaugen und bildungspolitische Traumtänzereinen fest im Blick) im schulischen Bereich praktisch nichts wert ist.

Wer jetzt schon verbeamtete Lehrkraft ist, wird den Status wohl behalten, da “auf Lebenszeit”, aber Politik und Gerichte sind ja kreativ, also 100% sicher ist das auch nicht. Notfalls interpretiert man die “hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums” einfach neu und dem politischen Zeitgeist entsprechend, so nach dem Motto “waren ja nie “echte” Beamte, da keine hohheitlichen Aufgaben”…

Am Ende geht es ums Geld, der Staat will und muss sparen, also sucht er sich zuerst die leichtesten “Opfer”, also dort, wo die öffentliche Zustimmung am höchsten ist.

Canishine
52 Minuten zuvor
Antwortet  laromir

Nur kurze Antwort: Es soll ja gespart werden.
(Aber wahrscheinlich wird man nicht an bestehenden Verbeamtungen rütteln.)

Osterhase
47 Minuten zuvor
Antwortet  laromir

Es wäre in erster Linie eine Systemumstellung: Bei einem Wechsel vom Lehrerdasein würde sich hinsichtlich der Altersversorgung nichts ändern, weswegen ein solcher Wechsel leichter fallen würde. Auch würde die Beihilfe durch den üblichen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung ersetzt. Die PKV würde gewissermaßen ausgetrocknet.
Ich habe schon Kommentare über die Schweiz gelesen wo immer bei guter Konjunktur die Lehrer für MINT-Fächer in die Wirtschaft wechseln, weil sie da höhere Gehälter bekommen können und weil sich an ihrer Altersversorgung nichts ändert.
Man kann davon ausgehen, dass die Anziehungskraft des Lehrer-Daseins abnehmen würde. Zumal Herr Lauterbach (SPD) gerade mit Gerechtigkeitsargumenten auch noch empfohlen hat, die höheren Renten zu kürzen zugunsten der sozial Schwachen. Mit E13/14/15 wären ja wohl höhere Renten fällig. Ein Lehrerehepaar hätte zusammen wohl noch eine ausreichende Rente.

Omg
7 Minuten zuvor

Es geht nicht im die, die jetzt Beamte sind. Die bleiben es. Viel spannender: Haben alle die Länder, die jetzt Haushalts-Mimimi- spielen auch schön in die eigentlich verpflichtende Versorgungsrücklage eingezahlt???? Ich frage da für viele Freunde.