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Nationaler Bildungsbericht: Länger gemeinsam lernen – oder Übergang stärker steuern? Lehrerverbände entfachen neue Strukturdebatte

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BERLIN. Der neue Nationale Bildungsbericht bestätigt einmal mehr die soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Bei der Frage, welche Konsequenzen daraus gezogen werden sollten, gehen die Einschätzungen von Lehrkräfteverbänden jedoch deutlich auseinander. Während der Deutsche Philologenverband (DPhV) die Befunde als Beleg für die Notwendigkeit verbindlicher Übergangsempfehlungen zum Gymnasium wertet, sieht der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hinweise darauf, dass eine spätere Aufteilung der Kinder auf unterschiedliche Schularten die Bildungschancen sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler verbessern könnte.

Die Frage aller Fragen (Symbolbild.) Illustration: Shutterstock

Damit rückt eine alte bildungspolitische Streitfrage erneut in den Mittelpunkt: Liegt die Antwort auf Bildungsungleichheit in einer stärkeren Steuerung des Übergangs in das gegliederte Schulsystem – oder in einer späteren Trennung der Schülerinnen und Schüler?

Der Deutsche Philologenverband, der vor allem Gymnasiallehrkräfte vertritt, sieht sich durch den Bericht vor allem in seiner Forderung nach verbindlichen Übergangsempfehlungen bestätigt. Nach Ansicht des Verbands zeigt der Bericht erneut, dass leistungsstarke Kinder aus Familien mit niedrigem sozioökonomischem Status beim Wechsel auf weiterführende Schulen benachteiligt werden.

Der Verband verweist dabei auf Befunde aus dem Bildungsbericht 2024, die nach seiner Darstellung durch die aktuellen Daten bestätigt werden. Demnach wechselten Kinder aus sozial benachteiligten Familien trotz vergleichbarer Leistungen und Noten deutlich seltener auf ein Gymnasium als Kinder aus privilegierten Elternhäusern. So schickten Eltern mit niedrigem sozioökonomischem Status nur 44 Prozent ihrer Kinder auf ein Gymnasium, obwohl 51 Prozent eine entsprechende Empfehlung erhalten hatten. Bei Eltern mit hohem sozioökonomischem Status lagen die Werte mit 58 beziehungsweise 59 Prozent nahezu gleichauf.

Tatsächlich halten die Autorinnen und Autoren des Nationalen Bildungsberichts im Schwerpunktkapitel zu Bildungsungleichheiten fest: „Die Gymnasialbeteiligung variiert mit der sozialen Herkunft. Ein Grund dafür ist, dass Kinder aus sozioökonomisch weniger privilegierten Familien seltener eine Übergangsempfehlung für ein Gymnasium erhalten. Dieser Unterschied hängt mit den nach sozialer Herkunft variierenden Schulleistungen zusammen, kann jedoch nicht vollständig dadurch erklärt werden. Das bedeutet, dass Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten auch bei gleichen Schulleistungen seltener eine Übergangsempfehlung für das Gymnasium erhalten.“ Zudem würden Kinder aus benachteiligten Familien „den Gymnasialübergang auch mit einer entsprechenden Empfehlung seltener“ realisieren.

Zusammenfassend zitieren die Bildungsforscher eine aktuelle Untersuchung mit der Feststellung, sozial privilegierte Kinder „erreichen höhere Kompetenzen, erhalten bei vergleichbaren Kompetenzen bessere Noten, erhalten bei gleichen Noten häufiger eine Gymnasialempfehlung und wechseln unabhängig davon auch häufiger auf ein Gymnasium“.

„Ist der Elternwille für den Übergang auf die weiterführende Schule allein entscheidend, profitieren erfahrungsgemäß eher ressourcenstarke Familien“

Nach Auffassung des Philologenverbands führt ein ausschließlich am Elternwillen orientierter Übergang dazu, dass vor allem ressourcenstarke Familien ihre Interessen durchsetzen können. Lin-Klitzing fordert deshalb eine stärkere Verbindlichkeit der Empfehlungen aus den Grundschulen: „Ist der Elternwille für den Übergang auf die weiterführende Schule allein entscheidend, profitieren erfahrungsgemäß eher ressourcenstarke Familien. Ziel muss es jedoch sein, für jedes Kind die passgenaue Schulart zu finden, die zur Begabung und zur individuellen Lernentwicklung passt – um Überforderung und Unterforderung zu vermeiden. Es braucht also eine verbindliche Übergangsempfehlung für die weiterführenden Schulen, die den Elternwillen und zugleich die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt!“ In keinem Bundesland müssen Schülerinnen und Schüler mit Gymnasialempfehlung zwingend ein Gymnasium besuchen.

Der DPhV deutet die sozialen Disparitäten damit nicht als Argument gegen das gegliederte Schulsystem, sondern als Hinweis darauf, dass dessen Übergänge stärker gesteuert werden müssten, um leistungsstarken Kindern aus benachteiligten Familien den Weg auf das Gymnasium zu erleichtern. „Daten und Befunde allein verändern nichts – sie entfalten ihren Wert erst dann, wenn die Bildungspolitik den Mut aufbringt, auf ihrer Grundlage verbindlich zu handeln“, erklärt die Vorsitzende.

Der Verband Bildung und Erziehung zieht aus denselben Befunden dagegen eine andere Schlussfolgerung. Auch der VBE sieht im Bildungsbericht einen Beleg für die fortbestehende Bildungsungleichheit in Deutschland. Der Verband verweist darauf, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien bereits vor dem Schuleintritt schlechtere Bildungschancen hätten und grundlegende Kompetenzen deutlich seltener erreichten. Nach Angaben des VBE verfehlen sie die Mindeststandards im Lesen zu fast 40 Prozent und in Mathematik zu fast 50 Prozent. Bei Kindern aus privilegierten Elternhäusern liegen die entsprechenden Anteile jeweils bei nur rund neun Prozent.

VBE-Bundesvorsitzender Tomi Neckov führt diese Entwicklung vor allem auf strukturelle Defizite zurück. Schulen seien mit Personalmangel, sanierungsbedürftigen Gebäuden und Defiziten bei der Digitalisierung konfrontiert, während zugleich immer mehr gesellschaftliche Aufgaben auf sie übertragen würden. „Dass dieser Spagat insbesondere bei der notwendigen individuellen Förderung betroffener Kinder Spuren hinterlassen muss, ist offensichtlich und wird vom VBE seit vielen Jahren angemahnt“, sagt Neckov.

Anders als der Philologenverband sieht der VBE jedoch gerade in den Aussagen des Bildungsberichts zur Schulstruktur einen Hinweis darauf, dass eine frühe Aufteilung auf verschiedene Schularten problematisch sein könnte. Der Verband verweist auf Ergebnisse, wonach der Zeitpunkt der Aufteilung einen relevanten Einfluss auf die mathematischen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Familien haben könnte. Sichtbar werde, dass deren Bildungschancen zunähmen, je später eine solche Aufteilung erfolge.

„In einer Reihe von Staaten aus verschiedenen Regionen, die in PISA hohe durchschnittliche Kompetenzwerte und relativ geringe soziale Disparitäten aufweisen, besuchen die Schüler:innen länger gemeinsam eine Schulart“

Der VBE stützt sich dabei auf einen Befund aus dem internationalen Vergleichskapitel des Bildungsberichts. Die Autorinnen und Autoren verweisen dort auf Zusammenhänge zwischen der Struktur von Schulsystemen und dem Ausmaß sozialer Bildungsungleichheiten. Wörtlich heißt es: „In einer Reihe von Staaten aus verschiedenen Regionen, die in PISA hohe durchschnittliche Kompetenzwerte und relativ geringe soziale Disparitäten aufweisen, besuchen die Schüler:innen länger gemeinsam eine Schulart: Etwa bis 15 Jahre in Japan, 16 Jahre in Finnland und 18 Jahre in Kanada. Diese längere gemeinsame Schulzeit steht in einem Zusammenhang mit geringeren sozialen Disparitäten des Kompetenzerwerbs.“

Die Bildungsforscher betonen zudem, dass „der Zusammenhang zwischen früher Stratifizierung und höheren Disparitäten auch in komplexen internationalen Analysen belegt“ sei. Zugleich schränken sie ein, dass sich die Unterschiede zwischen den Ländern nicht allein durch den Zeitpunkt der Aufteilung auf verschiedene Schularten erklären ließen, sondern auch von weiteren gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen beeinflusst würden.

„Dieses Ergebnis muss man sich gut ansehen. Es deutet zumindest darauf hin, dass die Förderung in der Grundschule besser gewährleistet werden kann. Warum ist das so? Braucht es eine andere didaktische Aufbereitung für Themen, auch noch für Kinder in der 5. und 6. Klasse?!“, fragt Neckov. News4teachers 

Nationaler Bildungsbericht: „Viele Reformen, wenig Fortschritt – das Bildungssystem ist blockiert“

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77 Kommentare
Michael Thomas
1 Tag zuvor

Alle ein, zwei Wochen wieder die gleiche Mär vom ungerechten Schulsystem und der bösen frühen Aufteilung. Ohne Kinder den Eltern wegzunehmen wird kein System der Welt absolute Chancengleichheit herstellen können und selbst mit dieser totalitär-dystopischen Maßnahme bliebe die Intelligenz noch ungleich verteilt. Das ist ungerecht, aber nicht zu ändern. In keinem Fall ist es gerechter Ergebnisgleichheit duch Absenken von Anforderungen und schlechtere Bildung für die Leistungsstarken herzustellen. Herr Professor Zierer ist ebenfalls dieser Meinung, s.u.

https://archive.is/nnJmG

Michael Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Schulbesuch ist in Deutschland kostenlos, die Wege bis zum Abitur (und sogar darüber hinaus) stehen jedem offen. Das ist (chancen-)gerecht. Maßnahmen darüber hinaus sind vereinzelt möglich und implementiert (Nachteilsausgleich bei LSR, Schulbegleiter usw.), doch im Allgemeinen wird jeder Versuch, den Nachteil der Geburt in einem bildungsfernen Haushalt auszugleichen, katastrophal scheitern und/oder das allgemeine Niveau absenken.

Susanne M.
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

„…schickten Eltern mit niedrigem sozioökonomischem Status nur 44 Prozent ihrer Kinder auf ein Gymnasium, obwohl 51 Prozent eine entsprechende Empfehlung erhalten hatten.“
Warum tun sie es nicht, ich meine, ihre Kinder dorthin schicken? Das Gymnasium kostet nicht einmal Schulgeld.

Ute
1 Tag zuvor
Antwortet  Michael Thomas

es muss umgebaut werden, wir brauchen mehr Videokonferenzen und online-Übungen.
Jedes Unternehmen bekommt das hin. Wir müssen es üben. Schreibaufgaben und Frontalunterricht klappt schon jetzt nicht mehr!

Maybe
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Soso – ich erwarte dringend Ihren Plan für 24h, bei xa 114 LK, bitte Blockunterricht berücksichtigen. Nebenher erklären Sie bitte noch unseren Betrieben die Sinnhaftigkeit des DU – ich zeige dann nämlich zB nur noch Lehrfilme über knx. Außerdem setzen Sie bitte durch, dass online erstellte Schulaufgaben, Exen, …gewertet werden dürfen, ohne dass ich mit einem Bein im Kittchen stehe.
Weitere Aspekte schiebe ich gerne bei Bedarf nach.

Erst real planen und nicht schon wieder den nächsten Wassindwirtollundfortschrittlich- Unfall bauen – zu Lasten aller Beteiligten.

Wissen Sie, bei uns hat rein technisch der DU in corona vom ersten Tag an gut funktioniert. Lediglich WLANmäßig spotzte es anfangs. Die Ergebnisse waren nicht überzeugend genug und: ohne Bildübermittlung der Schüler innen ist das Ganze vollkommen sinnfrei.
Was hätten wir in dem Alter wohl nebenbei so veranstaltet – also ich war ein kreativer Schüler, Sie nicht?

Cassiopeia66
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Die hatten alle Frontalunterricht. Wieso hat das damals geklappt?

Albert Einstein
Niels Bohr
Werner Heisenberg
Erwin Schrödinger
Max Planck
Wolfgang Pauli
Paul Dirac
Marie Curie
Max Born
Louis de Broglie

Sepp
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Stimmt, das deutsche Schulsystem ist keineswegs so gebaut, dass es die ganze Menschheit mitzunehmen.
Welches Schulsystem ist das denn?

Nick
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Online? Klar. Man kann da gern auf Australien schauen. Ähnliches wird dort mit der „School of the Air“ praktiziert.

Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Keiner macht das an 5 Tagen bis auf Informatiker.
Der Schnitt hat 2 Tage Homeoffice. 1. Wir müssen die Arbeitsbedingungen für Lehrer verbessern-> 35 Std. Woche, 1 Homeofficetag, 4 Tage Woche
und wir müssen die digitalen Fähigkeiten ausbauen und vor allem üben, üben, üben!

Katze
1 Tag zuvor

2026 zeigt der Bildungsbericht ein Schulsystem, das sich vom Leistungsprinzip fast vollständig verabschiedet hat. Übergänge werden nicht mehr gesteuert, sondern dem Elternwunsch überlassen, Standards wurden jahrelang abgesenkt, Anforderungen verwässert, und die Folgen sind überall sichtbar: Überforderung, Unterforderung, Orientierungslosigkeit.
Der Philologenverband beschreibt das nüchtern und völlig zutreffend:
„Ist der Elternwille für den Übergang auf die weiterführende Schule allein entscheidend, profitieren erfahrungsgemäß eher ressourcenstarke Familien… Es braucht eine verbindliche Übergangsempfehlung… die den Elternwillen und zugleich die Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt.“
Und dann kam die große Kompetenzwelle: Als man Lern‑ und Bildungsziele zu „Kompetenzen“ umetikettierte, wurde aus Bildung ein Output‑Management. Inhalte, Fachwissen, solides Können – alles wurde zweitrangig, solange am Ende irgendein Kompetenzkürzel als „erfüllt“ galt. So entstand ein System, das nicht mehr umfassend fachlich bildet, sondern sich mit schöngefärbter Kompetenzrhetorik selbst betrügt. Easy peasy – Learning for the test – aber Supi-Noten für immer weniger konkrete individuelle kognitive Leistung und fachliche Fähigkeiten.
Wer hat diesen Kurs eigentlich so lange durchgewunken?
Auch die Philologen haben diesen Weg viel zu lange mitgetragen.
Zu lange gehofft, dass man mit Appellen, Gesprächsrunden und „konstruktiver Zusammenarbeit“ etwas retten könne, während die Substanz gymnasialer Bildung Stück für Stück erodierte. Jetzt schaut man auf die Reste dessen, was einmal ein anspruchsvoller gymnasialer Bildungsgang war — und auf ein inflationiertes Abitur, das für viele SuS alles bescheinigt, nur keine Studierfähigkeit mehr.
Denn was ist das Abitur 2026?
Ein Abschluss, der nur noch formal „Hochschulreife“ heißt.
Ein Dokument, das Erwartungen weckt, die das System längst nicht mehr erfüllen kann.
Ein Zertifikat, das politisch aufgebläht wurde, bis es seinen Kern verloren hat.
Und jetzt, wo die Folgen unübersehbar sind, ruft man nach „verbindlichen Empfehlungen“, „klaren Standards“, „ehrlichen Noten“ und „stärkerer Steuerung“.
Nur ironisch, dass genau diese Instrumente noch in den 1990ern selbstverständlich waren – bevor man sie ausgerechnet mit dem Argument abschaffte, sie seien den Kindern und Jugendlichen nicht mehr zuzumuten.

Katze
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielen Dank für den Ausflug in die 1990er.
Nur schade, dass Sie dabei ausgerechnet die Schülerleistungen jener beiden Bundesländer ausblenden, in denen die damals „selbstverständlichen“ Instrumente tatsächlich länger weiter galten: Sachsen und Bayern.
Die einzigen, die damals wie heute „bessere“ Ergebnisse liefern – inzwischen allerdings auch nur noch Einäugige unter den zunehmend Erblindenden.
Genau das bestätigt ja meine Aussage:
Dort, wo man die klassischen Steuerungsinstrumente lange noch gegen den Befall mit Reformitis (hohe Ansteckungsgefahr) verteidigt hat, blieb das Niveau wenigstens erkennbar.
Dort, wo man sie eher preisgab und auf die „Bestellungen des neuen Normals“ abfuhr, setzte der Leistungsabstieg auch eher ein.
Die Vergangenheit gab es also sehr wohl.
Man muss sie nur vollständig betrachten – nicht selektiv.

GenervterVater
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

„… Hinweise darauf, dass eine spätere Aufteilung der Kinder auf unterschiedliche Schularten die Bildungschancen sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler verbessern könnte.“

„Hinweise“ und „könnte“, das stimmt natürlich immer, Prinzip Hoffnung. Fragt sich aber auch, was mit den gemessenen Testwerten passieren würde, wenn man so verfahren würde. Wer garantiert, dass sie sich bessern? Und ob dann nicht die Chancen anderer sinken „könnten“, auch bildungsnaher Migranten, die sich von den „Benachteiligten“ lieber absetzen würden. Die Bundesländer mit späterer Aufteilung schneiden bei den großen Tests keineswegs besser ab. Berlin ist im Vergleich zu Hamburg nicht besser.

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber ist nicht Heterogenität ganz toll für Leistung und Schule?

(Würde das btw. nicht mal ausschliessen – nur sollte sich „Redaktion“ dann halt mal für eine Linie entscheiden)

Bla
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist halt dann wohl ein generelles Problem als Transfer?
So lange nicht alle getesteten Bildungssysteme gleich sind. Dazu eben auch die Sozialisierung … Ist und bleibt ja das Vergleichsproblem erhalten.

Wie war es nach den „Anpassungen“?
Kurzfristig „Besserung“ der Daten/Ranking.

Dann kam eben:
– Vermehrter Mangel [Lehrkräfte]
– Beibehaltung von Mangelstau [Sanierungen, Ressourcen]
– Beibehaltung und Verschlechterung von Rahmenbedingungen [Personalmanagement, Ref, Studiumstruktur, Klassenteiler]
– Neue Aufgabenprofile und -felder [Inklusion, vermehrte Migration, Heterogenität]
– Krisen und Pandemie
– Gesellschaftlicher Wandel [Familie, Sozialebene, social Media, Arbeit als stetige Priorisierung, …]

Wenn man bei einem „Grenzsystem der Belastung“ immer mehr weiter belastet, aber nicht für Entlastung sorgt … Dann klappt ein System zwangsläufig ein. Das ist „kein Wunder“, das ist „keine Überraschung“ das ist kein „Hokuspokus“ – das konnte man erwarten. So wie man auch jetzt weiterhin eben erwarten kann, dass es zu einem System(bildungs)kollaps kommen wird in grob 10-15 Jahren.
Das ist absehbar, wenn „wir“ so weiter machen. Ist sogar die logische Konsequenz.

Also: Bei Belastung in einem Kantenmodell – muss Entlastung her.

Da ist es egal, ob 1.-3. Klassenstufe [meiner Meinung mach empfehlenswert] gemeinsam. Oder 1.-6. Klasse gemeinsam [Wäre dann bspw. eben Richtung Montessori-Konzept].
Oder 1.-6. als Schulart gemeinsam.
Oder oder.
Das wird alles nicht ganzheitlich etwas lösen.
Die Frage ist nur: Belastet es? Wo, wen und wie?
Und dann: Gibt/Stellt man dazu Ressourcen, Rahmenbedingungen und Ausgleich?
Und schon wird man den Erwartungswert anpassen können. Ansonsten scheitert sowas so oder so schon an Basisbedingungen.

Wir puhlen oft in solchen Themen … Aber ohne Grundstrukturen … Sind sie eben Nebenschauplatz.
Unterrichtsbeginn? Ab 8 Uhr fragwürdig. Passt das in den „sonstigen Rahmen“ [Arbeitszeit der Eltern]? Ja. Also machen …
Was soll man denn dazu sagen. Kompromiss auf Kosten von Potentialen.

Also stellen sich politisch die Fragen primär:
– Kann man durch 1.-6. Klasse einen „Unterrichtsausfall“ besser entgegnen?
– Ist hier ein Mangelbereich „akzeptabel“ und „schiebt auf“?
– Sind genügend Lehrkräfte (rein theoretisch – praktisch ja Wurst …ob vorhanden) „begründbar“ [Lehrerüberschuss, Stimmung wird ja bereits gemacht…]?
– Können wir etwas einsparen? [Oder verursacht es mehr Kosten: Dann nein]

Es geht doch primär nur bedingt um tatsächliche Qualität und Sinnhaftigkeit.

Mal meine „Behauptung“ bzw. Gedanken dazu.
Mag jetzt sehr pessimistisch klingen. Mag auch „nicht so sein“. Allerdings kann man doch mal etwas überlegen, wohin uns bestimmte Sachen führen und warum so politisiert wird, wie es wird.

Daher … Wenn es ins Bild passt, wird man ggf. Nutzen als Staat tragen. Wenn nicht, stellt man sich halt weiterhin quer.

Da kann man mit Statistiken und TIMSS und sonstigen Erfassungen noch so oft ankommen. Wenn keine Grundbasis stattfindet. Und das fängt schon im „jungen Alter“ an … Was will man sich denn wundern.

HarneEinrichson
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Aus dem nicht-erfassen auf einen geringen Anteil zu schließen halte ich für sehr gewagt.
Ich behaupte mal die Nicht-Erfassung hat eher den Grund, dass man keine zusätzlichen Ressourcen bereitstellen möchte.

Ute
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

wir dürfen uns nicht vom Leistungsprinzip verabschieden, müssen Unterricht aber neu definieren und Schule auch. Mit KI, Internet und tablets erleben wir eine neue Welt von Arbeit. Unterricht als Frontalsitzung oder Schreibaufgaben sind schon nicht mehr möglich. Wir müssen Videokonferenzen üben, wir müssen Vorstellungsgespräche online üben und über mehr online Übungen nachdenken.
Jedes Unternehmen hat online Sitzungen und Homeoffice! Anders geht es heute nicht mehr!

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Ich nehme Ihre Aussage mal ernst:
Haben Sie schon mal ein Onlinekonferenz geführt mit 20 Erwachsenen Leuten? Wissen Sie eigentlich, wie unfassbar anstrengend das ist? Wie viel Disziplin es von jedem einzelnen verlangt? Wie viele Regeln es Bedarf, damit am Ende auch produktiv gearbeitet wird? Wie viel Vorbereitung es bedarf und Struktur? Haben Sie schon mal versucht mit einer Großgruppe online ein anregendes Gespröch zu führen?
Und jetzt überlegen Sie, wie man das mit Kindern durchführen könnte.
Ich halte viele Male im Jahr Onlinekonferenzen (LKs und Schulpflegschaften/Schukos) und das ist sehr fordernd und in der Vorbereitung weitaus aufwändiger als jede Präsenzveranstaltung. Mit Kindern würde ich sowas niemals tun……und mir auch nicht antun….

Rüdiger Vehrenkamp
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Mit KI werden viele Bürojobs in einigen Jahren obsolet. Was Herr Müller heute noch im Homeoffice macht, erledigt in naher Zukunft eine KI. Die Kinder brauchen also mehr Fertigkeiten außerhalb der Onlinewelt. Dies betrifft vor allen Dingen Kids im Haupt- und Realschulbereich.

Im Grunde kann die KI nahezu jede Schulaufgabe erledigen. Ich nenne das mal Gehirn-Outsourcing, zumal Jugendliche einfach eins zu eins übernehmen, was der KI-Bot ausgespuckt hat. Solche Mitarbeiter braucht später kein Betrieb.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor

Wie damals die Schüler*innen mit Wikipedia… und davor die mit Taschenrechner… und die davor mit Büchern…

„Solche Mitarbeiter braucht später kein Betrieb.“
Für Aufgaben, die durch Bücher, Taschenrechner, Wikipedia und KI schneller erledigt werden können. Vielleicht sind Sie da tatsächlich einer Sache auf der Spur, aber die Frage richtet sich möglicherweise mehr an Schulen und Lehrkräfte denn die Schüler*innen selbst…

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

„Unterricht als Frontalsitzung oder Schreibaufgaben sind schon nicht mehr möglich.“
Woran liegt das denn ?

Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

weil die digitale Welt viel zu schnell ist und die Schule seit über 50 Jahren nichts verändert hat.

Kristine
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Das hatte ich für einen Irrweg, der die Kinder eher dümmer als schlauer macht. Die Schüler sollen Zusammenhänge begreifen, Probleme lösen können – das lernt man nicht im Internet.

Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  Ute

Ute, es stimmt. Wir müssen es üben und digitale Tage sind dabei hilfreich.
Auch Kinder können das, oft besser als alte Menschen.
Rottenmeier liegt da sowas von daneben.

Fräulein Rottenmeier
17 Stunden zuvor
Antwortet  Thomas

Und das wissen Sie woher?

Ulla
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Au weia, wer hat diese Unterlagen denn schlecht eingescannt?

Ulla
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe schonmal darauf hingewiesen, dass es nicht besonders klug ist, sich an Japan und Südkorea ein Beispiel zu nehmen. Sicher erbringen die Kinder dort bessere Leistungen, aber unter wesentlich größerem Druck.

Ulla
22 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielen Dank für die Informationen. Da steht aber nichts Neues drin. Ich bin trotzdem nicht von den asiatischen Schulsystemen überzeugt.

Kristine
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Ihr wisst schon, dass in Asien gebimst wird ohne Ende. Schule bis zum späten Nachmittag und dann noch eine Menge Hausaufgaben. Alles zentriert auf eine staatliche Prüfung, die den weiteren Weg der Jugendlichen entscheidet.

Nick
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

Auch der Elternwille hat dazu geführt, dass die Gymnasien wie Pilze aus dem Boden geschossen sind. Viele Schüler=viele lukrative Planstellen dort für Lehrer.

Stiller Beobachter
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

„Und dann kam die große Kompetenzwelle: Als man Lern‑ und Bildungsziele zu „Kompetenzen“ umetikettierte, wurde aus Bildung ein Output‑Management“

Wo soll das denn sein? In meiner Welt werden weiterhin ein völliges Übermaß an Klausuren geschrieben, alles anhand des Outputs benotet statt tatsächlich entlang der persönlichen Entwicklung zu arbeiten und zu benoten und anstatt Kompetenzen auszubilden wird abgefragt, wie die verschiedenen Teile einer Pflanze heißen – reines, vom Kontext völlig losgelöstes Auswendiglernwissen…

Katze
1 Tag zuvor

In meiner Welt sieht das leider ganz anders aus. Ich würde wieder gern Sek II- unabgespeckte Klausuren mit Anspruch schreiben dürfen.
Und außerdem – Häää?
„… anstatt Kompetenzen auszubilden, wird abgefragt, wie die verschiedenen Teile einer Pflanze heißen … reines Auswendiglernen …“
Da stellt sich unweigerlich die Frage, in welchem anspruchsvollen botanischen Paralleluniversum Sie unterwegs sind.
Wurzel, Sprossachse, Blatt, Blüte — ist das Sachkunde Klasse 2?
Oder ein Spaziergang mit der kompetenten Oma.
Oder schlicht: ein Kind schaut auf eine Pflanze und erkennt, dass oben nicht unten ist und die Pflanzenorgane auch Namen haben.
Wenn das in Ihrer Welt bereits als „vom Kontext völlig losgelöstes Auswendiglernen“ gilt, dann möchte man gar nicht wissen, wie dort das PSE erklärt und Vokabeln in den Fremdsprachen „verinnerlicht“ werden sollen — vermutlich wäre das dann eine unzumutbare Gedächtnisprüfung.

447
1 Tag zuvor
Antwortet  Katze

Unzumutbare Gedächnisprüfung?
Gut, dass Sie fragen!

Die örtliche Propagan…äh, Verständigungskompetenzförderungsdrohneder Bildungsinitiative ‚Schland-2035 hilft sofort weiter:

– Vokabeltests sind nicht vorgeschrieben, also werden sie nicht geschrieben (und müssen daher nicht korrigiert werden)
– Vokabel gelernt wird in der „Vokabellernzeit“ gelernt (dazu werden ganz tolle, motivierende Lerntechniken dargeboten), denn Kinder wollen ja intrinsisch motiviert lernen, dies ist bildungswissenschaftlich gesicherter Fakt. (Irgendwann muss der Portfoliocheck erfolgen, bei daytrading auch öfter!)

Mit schülerorientierten Grüßen,
Ihr Schwebebot 447

Maybe
20 Stunden zuvor
Antwortet  Katze

Liebes Katzerl,
welch veraltetes Vorgehen.
Die Kids bekommen alle ‚Terra incognita‘ (App) aufs jeweilige Gerät, lernen gute Aufnahmen zu machen, wenn da giftig steht, surfen sie weiter und kennen bald jedes einzelne Merkmal, jeden noch so kleinen Pflanzenbestandteil, mit dem man zB nervige Lehrers oder andere Störfaktoren um die Ecke bringen könnte.
Halbwitz
Man spart Zeit und es kann auch ohne Mord und Totschlag richtig Spaß machen, bei Kleinen und Großen.

Stephan
1 Tag zuvor

Ich sehe in der aktuellsten Entwicklung das Problem in den Erziehungsberechtigten.

  • Ganz außen sind die Abgehängten. Kulturell und sprachlich mit dem „deutschen Wesen“ völlig überfordert, aber scheib egal, weil Bürgergeld, Hilfsprogramme und Dolmetscher regelt ja irgendwie schon.
  • In der Mitte dann die Perspektivlosen und Doppelverdiener. Früher gab es halt eine Mama daheim, jetzt die gute Ganztagsbetreuung. Leute die zu viel Geld für den Sozialstaat, aber zu wenig für alles andere haben. Eltern die keine Zeit mehr haben, weil die moderne Arbeit dich nach 40h einfach fertig macht, und man einfach keine Lust mehr hat sich wie die eigenen Eltern dann in der Freizeit zu 100% um die Kinder zu kümmern.
  • Und dann drinnen. Die Helikoptereltern, mit dem gebündelten Fachwissen aus 2 Wochen KI-Chats, das Kind hat mindestens 3 verschiedene Lernschwächen ärztlich attestiert. Sich hinsetzten und pauken, klassisch mit Heft und Abfrage, das ist ja „nadsi“.

Vielleicht liegt die fehlende Erkenntnis ja darin, dass es eben nicht das Bildungsproblem gibt, sondern JEDE EINZELNE soziale Schicht in der Schule der letzten 10 Jahre von der Politik gekonnt gegeneinander ausgedribbelt wurde. Weil Schüler haben fast keine Lobby. Und die Lehrer spielten zu oft ungewollt mit.

Wir sind ein viel diverseres Volk als 1990. Und dann kann die Lösung doch nicht noch mehr Gleichmacherei sein. Wir müssen einsehen, dass es eben KEINE 66% Abiturquote (im Sinne von Studiums- (in eigentlichen Sinne, nicht BWL Bachelor) vorbereitung) braucht. Der Schüler braucht wieder Perspektiven, Traumberufe, Vorbilder. Aber was hat er: Eine Welt am Abgrund (Krise – Pandemie – Wandel), ein LGBTQAI* Lehrerin die in der Pause Instagram postet, Eltern denen der Beruf keinen Spaß macht.
Literatur und Medien. Wo sind Berufe und Ziele da heute hin? Entweder biste „Pop“-star oder Opfer.

Diese unbequeme Wahrheit, deren Lösung so gegen alles spricht was und von rechts-außen abgrenzt, will nicht gesehen werden. Und deswegen wird es auch keine Lösung geben.

Katze
1 Tag zuvor
Antwortet  Stephan

„Und die Lehrer spielten zu oft ungewollt mit.“
Ja — leider viel zu viele.
Und die wenigen, die nicht mitspielen wollten, wurden behandelt wie Betriebsstörer im pädagogischen Daueroptimismus: Wer nicht nach Drehbuch lieferte, galt sofort als Problemfall im System, das sich selbst für die Lösung hält — und zahlte dafür nicht selten mit psychischer und physischer Ruinanz.
Ich denke an einen geschätzten MINT‑Kollegen, der immer sagte:
„Ich will doch noch in den Spiegel schauen können.“
An seinem letzten Tag (Renteneintritt) stand er dann im Lehrerzimmer, schaute einmal in die Runde und sang:
„Wehrt euch, leistet Widerstand – gegen die Verblödung hier im Land.“
Ein Abgesang, der treffender war als jede pädagogische Jahresplanung.

Stiller Beobachter
1 Tag zuvor
Antwortet  Stephan

„Ich sehe in der aktuellsten Entwicklung das Problem in den Erziehungsberechtigten.“

Ja, genau darum geht es. Dass alle die gleichen Chancen haben (nicht gleiches Ergebnis oder kein Ergebnis…)

„Weil Schüler haben fast keine Lobby.“
Auch das ist korrekt. Kinder haben überhaupt keine Lobby und werden politisch völlig vernachlässigt.
Dagegen gibt es eine stimmgewaltige und im Vergleich durchauch homogene Gruppe am anderen Ende des Altersspektrums, die bestimmt, wo es lang geht und die ganzen Vorteile abgreift.

Ich dachte ja wirklich „Mensch, toller Kommentar. Da bin ich wirklich dabei.

Wäre da nicht der homophobe und fremdenfeindliche Mist im Kommentar versteckt. Oh man…

Bla
1 Tag zuvor

„Ja, genau darum geht es. Dass alle die gleichen Chancen haben (nicht gleiches Ergebnis oder kein Ergebnis…)“

Dazu müsste man jedoch dann reine Schulinternate als System machen.
Oder man verwendet immens viel mehr Ressourcen zum Ausgleich. Dann tritt aber halt „Chancengerechtigkeit“ als Begriff auf.
Dazu würde vermehrt wohl auf „aber die XY nehmen die Ressourcen, wir müssen dafür selbst ausgleichen“ eine erweiterte Diskussion und Kritik entstehen. Absehbar ist und wäre das ja jetzt schon. Die Meinung(en) gibt es faktisch schon stellenweise.

„Wäre da nicht der homophobe und fremdenfeindliche Mist im Kommentar versteckt. Oh man…“

Versteckt? Der ist doch recht offensichtlich finde ich.

Levski
1 Tag zuvor

Machen wir uns mal ehrlich: Die Bildungspolitik ist unterm Strich gescheitert. Und da diese Bildungspolitik hauptsächlich rot-grün gefärbt ist, ist die damit verbundene Bildungs-Ideologie gescheitert.

Ich sehe es täglich selbst: Wenn Eltern sich nicht kümmern, erreichen die Kinder ihre Potentiale nicht.

Inklusion verhaltensauffälliger Kinder, dauerkranke Beamte, Gleichmacherei, Bürokratie und schlechte Bezahlung nicht verbeamteter Lehrer geben den Schülern den Rest.

Mariechen
22 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Bildungspolitik war in den letzten Jahren klar ,rot-grün gefärbt‘. Gerade bis 2023 war das eindeutig der Fall. Einige Regierungswechsel (NRW, zuletzt RLP) kamen zustande, nachdem das Bildungssystem von den beiden oben genannten Parteien gegen die Wand gefahren wurde. Ich hoffe auf eine Verbesserung der Bildungspolitik in RLP. Wird aber ein langer Weg…

GenervterVater
19 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

„Die allermeisten Kultusminister stammten und stammen aus Reihen der Union.“
Das hat sich durch Wahlen in jüngster Zeit erst geändert (NRW, BW, RhP, Berlin). Geprägt (oder gefärbt) wurde die Bildungspolitik aber vorher. Und sie wirkt immer nur langfristig, nie ruckartig.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  Levski

„Inklusion verhaltensauffälliger Kinder, dauerkranke Beamte, Gleichmacherei, Bürokratie und schlechte Bezahlung nicht verbeamteter Lehrer geben den Schülern den Rest.“
Dann fordern Sie doch Verbesserungen, anstatt sich eine Zeit vor diesen Herausforderungen zurück zu phantasieren 😉

“ da diese Bildungspolitik hauptsächlich rot-grün gefärbt ist, ist die damit verbundene Bildungs-Ideologie gescheitert.“
Achja, damals als die linksgrün versifften CDU und CSU die Behindertenrechtskonvention ratifizierten….
Dies und Ihre Behauptung, diese Grundrechte wären „Ideologie“, vielleicht möchten Sie mal in den Spiegel schauen. Möglicherweise sind nicht alle anderen (einschließlich der Union) linksideologisch, sondern Ihre Ansichten rechtsextrem? 😉

Die Balkon
1 Tag zuvor

„Länger gemeinsam lernen“ ist gelogen. Man lernt länger an der gleichen Schule, aber die besseren und schnelleren ziehen entweder davon oder werden ausgebremst und aktiv verdummt.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  Die Balkon

Das schreit ja förmlich nach guter Inklusion! Stimme Ihnen da voll zu – nicht, dass Sie sich wünschen, die Kinder würden an getrennten Schulen davonziehen 😉

potschemutschka
17 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Definieren Sie bitte mal „gute Inklusion“. Schön wäre – einmal unter optimalen Bedingungen, mit allen benötigten Ressourcen (träumen erlaubt!) und einmal unter jetzigen Bedingungen.

Ulla
1 Tag zuvor

Es gibt sicher Argumente für längeres gemeinsames Lernen. Diese funktionieren aber nicht, wenn die Klassen zu groß sind und wir zu wenig qualifiziertes Lehrpersonal haben. Wer der Meinung ist, dass Vielfalt ausschließlich eine Bereicherung ist, kann gerne mal in einer 30-köpfigen Grundschulklasse im Ruhrgebiet hospitieren. 10 verschiedene Nationen und Sprachen, Kinder mit unterschiedlichen Förderbedarfen, Kinder mit Hochbegabung… Und dann wird die Klasse noch mit einer Parallelklasse zusammen gelegt, weil die Kollegin krank ist. Läuft.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Ulla

„kann gerne mal in einer 30-köpfigen Grundschulklasse im Ruhrgebiet hospitieren.“

Warum sind die GS-Klassen in NRW so groß?

Nimmt man dort mit den Spruch „bei einer gute Lehrkraft ist die Klassengröße egal“ für bare Münze? ?

Labrat
1 Tag zuvor
Antwortet  ed840

„Warum sind die GS-Klassen in NRW so groß?“

Weil kaum ein Lehrer freiwillig an diese Schulen möchte, ein großer Teil des Kollegiums besteht aus Abgeordneten.
Wenn ursprünglich zwei- bis dreizügige Schulen plötzlich fünf- bis sechszügige Jahrgänge haben, dann wird es eng. Man versucht gegenzusteuern aber muss trotzdem vieles auf Sparflamme machen.
In den Klassen sind Schüler mit mehr oder weniger guten Deutschkenntnissen, wobei das nicht nur auf die fremdsprachigen Kinder zutrifft…
Die Kindergärten versuchen im Vorfeld schon viel abzufedern aber die haben die gleichen Personalprobleme und nicht jedes Kind geht vor der Schule dort hin.

Einen Gruß aus Gelsenkirchen

Ulla
22 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

Natürlich ist nicht jede Klasse so groß. Aber es gibt sie. Man startet mit 27 Kindern, dann kommen Kinder durch Umzug oder Zuwanderung hinzu, dann wiederholen Kinder eine Stufe. Schon ist man bei 30.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

„Nimmt man dort mit den Spruch „bei einer gute Lehrkraft ist die Klassengröße egal“ für bare Münze?“
Ist das Ihres Wissens nur ein Spruch?
Naja, so wie Sie diese Aussage einbringen, haben Sie den eigentlichen Sinn überhaupt nicht verstanden?

Ich meine, Sie wären ja nicht so hinterfotzig, sowas vorsätlich zu unterschlagen, nachdem Sie schon Hatties Geburtsort allein anführten, da es Ihnen an jeglichen Argumenten fehlt….
Aber ne, so verzweifelt sind Sie nicht 😉

ed840
18 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ist das Ihres Wissens nur ein Spruch?

Ja , und das bleibt bei mir auch so bis mir jemand „wissenschaftliche Belege“ erbringt, dass Kinder aus der sozial-benachteiligten Schicht, die während ihrer Grundschulzeit in Klassen mit max. 18 SuS unterrichtet wurden, keine signifikant höheren Bildungserfolge erzielten als SuS aus der Kontrollgruppe in Klassen mit normaler Stärke.

Bla
1 Tag zuvor
Antwortet  Ulla

„kann gerne mal in einer 30-köpfigen Grundschulklasse im Ruhrgebiet hospitieren“

Hospitieren?
Nene, selbst mal eine Woche in die Praxis und Unterricht halten.
Wenn das Refs im 1. Studienjahr – auf sich gestellt – zugemutet werden kann, dann anderen doch auch? Nur stehen diese halt normalerweise länger als eine Woche vor der Klasse.

Ich finde durchaus, dass jemand der (Mit)Entscheidungsfähig ist und sowas fordert … Auch mal in die Praxis darf. Man könnte auch sagen „muss“.

Susanne M.
1 Tag zuvor

So ganz habe ich jetzt den Artikel nicht verstanden..Ist das Problem, dass Kinder aus armen Familien weniger Gymnasium empfehlungen erhalten oder schickten Eltern mit niedrigem sozioökonomischem Status ihre Kinder trotz Empfehlung nicht dorthin?

vhh
1 Tag zuvor

Ganz wilder Ansatz: Hat schon einmal jemand daran gedacht, den immer größeren ’sozioökonomischen Unterschieden‘ mit kleineren Gruppen zu begegnen? Deutlich leichtere Gruppenbildung und Klassengefühl, mehr Zeit für die Schwächeren, mehr positive Verstärkung für die Stärkeren, gemeinsame Arbeit an Problemen mit unterschiedlichen Voraussetzungen als Weg zur sozialen Entwicklung?
Nein, wir streichen lieber Lehrerstellen, achten darauf, nur nicht die 100% theoretischen Versorgungsgrad bei maximal erlaubtem Klassenteiler zu überschreiten. Wenn in der längeren gemeinsamen Zeit keine annähernd zielführende Pädagogik mehr möglich ist, wird das Ergebnis vielleicht besser sein als bei früherer Trennung. Wo steht geschrieben, dass es deshalb schon gut ist? Jede Diskussion über ‚länger gemeinsam lernen‘ ignoriert, dass bei einer überall auseinander driftenden Gesellschaft in Klassen mit 30 Jugendlichen/Kindern eine für alle faire Förderung unmöglich ist. Introvertiert, extrovertiert, neurodivergent, sprachbegabt, sportlich, digitale Überforderung, kein eigenes Smartphone, alleinerziehend, Alleinverdiener, Schichtarbeit, Einzelkind, fünf Geschwister….Das gab es schon immer, richtig, aber die Unterschiede speziell in den persönlichen Erfahrungen sind viel extremer geworden. Eine prinzipiell unlösbare Aufgabe wird weder durch bessere Bezahlung noch durch leichte Änderungen des Ablaufs auf einmal lösbar(dazu gehören auch ‚mehr Videokonferenzen’…).

ed840
1 Tag zuvor

Ich frage mich, warum die Experten nur nach Vorbildern im Ausland suchen.

Es gibt ja auch in DE Bundesländer, in denen die Kinder länger gemeinsam beschult werden.

Könnte man ja dann die entsprechenden IQB-Daten mit den BL vergleichen, die bereits nach der 4. Klasse selektieren.

ed840
1 Tag zuvor
Antwortet  Redaktion

Laut Schulstatistik 204/25 besuchten in Berlin in der Tat 2.084 SuS in der 5. Klasse ein Gymnasium, bei 30.312 Fünftklässlern insgesamt.

Das müsste man natürlich statistisch mit berücksichtigen.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  ed840

„Ich frage mich, warum die Experten nur nach Vorbildern im Ausland suchen.“
Weil Preisträger*innen, Vorzeigeschulen und Leichtturmprojekte von Schwachmat*innen zerredet werden, welche Schülerorientierung, Individualisierung, Inklusion, die wissenschaftliche Methode, selbst das Grundgesetz regelmäßig nicht auf die Kette bekommen wollen, solange sie glauben, wen zu haben, auf den sie noch herabblicken können?

Aber hauen Sie gerne einen Vorschlag raus, was Ihrer Meinung nach Schule machen sollte – sofern es nicht damit zerredet wird, dass die heutigen Ansprüche zu niedrig wären 😉

ed840
18 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

 selbst das Grundgesetz regelmäßig nicht auf die Kette bekommen wollen

Sie meinen Leute, die behaupten die Grundrechte im GG würden für alle Menschen gelten?

GenervterVater
16 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Und das soll nun eine wissenschaftlich fundierte Antwort auf den Vorschlag von ed840 sein, „… die entsprechenden IQB-Daten mit den BL vergleichen, die bereits nach der 4. Klasse selektieren“ ?
Es fällt auf, dass ein Vergleich mit dem Ausland manchmal erwünscht ist, manchmal aber als „Whataboutism“ abgelehnt wird. Entsprechend beim Vergleich zwischen Bundesländern. Wer hat die Kompetenz, das zu entscheiden?

Slideking02
1 Tag zuvor

Alle Foristen haben Ihren Standpunkt und vermeintlich (gute) Gründe für diese Position. Nichtsdestotrotz dreht sich die Welt weiter und es gibt diverse Entwicklungen innerhalb und außerhalb Deutschlands, die man zur Kenntnis nehmen muss und im Sinne der jungen Menschen annehmen und durchdenken muss. Wenn ständig darauf hingewiesen wird, was, warum und überhaupt nicht funktioniert, kommen wir nicht weiter.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor

„Liegt die Antwort auf Bildungsungleichheit in einer stärkeren Steuerung des Übergangs in das gegliederte Schulsystem – oder in einer späteren Trennung der Schülerinnen und Schüler?“
Naja… ich sehe da ehrlichgesagt erstmal keinen Widerspruch…

Auch Beobachter
1 Tag zuvor

Passend dazu, der entsprechende „Resepkt“- Artikel in der BZ

https://www.berliner-zeitung.de/article/bildungskrise-in-berlin-10047468

„.. Wenn Jugendliche ihre Schule und die dort arbeitenden Menschen nicht mehr respektieren, gehen grundlegende zivilisatorische Standards verloren. .. „

Nach meiner Wahrnehmung wird Respekt regelmäßig falsch verstanden. Respekt bedeutet eben nicht alle unabhängig von dem was sie tun oder wer sie sind zu „respektieren“. Doch das ist was in der aktuellen Debatte immer eingefordert wird. Es lässt sich jedoch nicht erzwingen oder einfordern, die Leute erspüren schon recht genau wem wahrer Respekt gebührt und wem nicht.

Denn es bedeutet im eigentlichen Sinne Hochachtung für moralisches Verhalten, bzw. für Personen und Institutionen die sich entsprechend verhalten.

Ich möchte an dieser Stelle gern auf die „Pippi Langstrumpf“ Herausforderung hinweisen- .

https://www.news4teachers.de/2026/06/der-kernpunkt-der-arbeit-muss-der-unterricht-sein-wie-sich-die-philologen-den-lehrerberuf-in-zehn-jahren-vorstellen/#comment-812012

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