Prognos-Studie überrascht: Arbeiten (Vollzeit-)Lehrkräfte im Schnitt gar nicht zu viel?

115

DRESDEN. Lehrkräfte arbeiten deutlich länger, als sie müssten – in Unterrichtswochen. Die so anfallenden Überstunden werden jedoch in den Ferienzeiten wieder ausgeglichen. Außer bei Teilzeitkräften. Zu diesen Ergebnissen kommt eine von Sachsens Kultusminister bei der Unternehmensberatung Prognos in Auftrag gegebene Arbeitszeituntersuchung. Der kündigt Konsequenzen an.

Alles nur geträumt? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Sachsens Lehrer leisten in der Schulzeit durchschnittlich 2,5 Überstunden pro Woche. Das ist das Ergebnis der Arbeitszeituntersuchung, die das Kultusministerium im Schuljahr 2024/2025 durchführen ließ. Die Überstunden in Unterrichtswochen werden demnach in den Ferien ausgeglichen. Im Mittel arbeiten Vollzeitkräfte wie vorgesehen acht Stunden pro Arbeitstag. Das von den Forschern errechnete Durchschnitts-Soll von 33,3 Stunden pro Woche (inklusive Urlaubs- und Feiertagen) wird demnach um 0,6 Prozent oder knapp eine Viertelstunde unterschritten.

Untersuchungen in anderen Bundesländern, zuletzt in Berlin und Hamburg, waren zu anderen Ergebnissen gekommen. Danach liegt die tatsächliche Arbeitszeit von Lehrkräften durchgängig über dem Soll.

Teilzeitkräfte arbeiten deutlich mehr, als sie müssten

Bei Teilzeitkräften ergibt sich allerdings auch in Sachsen ein anderes Bild. In Schulwochen häufen sie fast vier Überstunden an. Mit dem Ausgleich in den Ferien ergeben sich 5,8 Prozent oder knapp anderthalb Stunden Mehrarbeit pro Woche. Schulleitungen liegen mit gut 2,5 Stunden ebenfalls deutlich über dem Soll.

Die Arbeitszeit ist unter den Lehrkräften jedoch nicht gleichmäßig verteilt. «Die Bandbreite ist unglaublich groß», sagte Kristina Stegner von Prognos bei der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse. Etwa die Hälfte der Vollzeitkräfte liegt über der vorgesehenen Arbeitszeit, die andere Hälfte darunter, bei Teilzeitkräften liegen 60 Prozent darüber.

Die individuellen Arbeitszeiten der Lehrkräfte wiesen große Spannweiten auf – im Minimum 15 Stunden Minderarbeit pro Woche, im Maximum bis zu 25 Stunden Mehrarbeit. Bei den Vollzeitarbeitskräften lag damit zwischen dem unteren und dem oberen Viertel der Lehrkräfte ein Unterschied von fast acht Stunden pro Woche.

«Im Verlauf des Schuljahres stieg die Belastung der Lehrkräfte an, mit den Sommerferien fiel sie deutlich ab», so berichtet das Kultusministerium. «Das subjektive Belastungsempfinden der Lehrkräfte wurde vor allem von strukturellen und organisatorischen Rahmenbedingungen geprägt. Die höchste subjektive Belastung entstand weniger durch didaktisch-pädagogische Kernaufgaben, sondern vor allem durch organisatorische Anforderungen, Ressourcenmangel, unklare Prozesse oder zusätzlich anfallende Aufgaben.»

Untersuchung mit rund 4.000 (verpflichteten) Teilnehmern

Die Untersuchung führte das Prognos-Institut im Auftrag des Kultusministeriums aus. An der repräsentativen Studie beteiligten sich 3.772 Lehrkräfte und 386 Schulleitungen. Das entspricht einem Anteil von 14 Prozent an allen Lehrkräften und 19 Prozent an allen Schulleitungen in Sachsen. Sie dokumentierten im gesamten Schuljahr 2024/2025 ihre Arbeitszeit. Zu verschiedenen Zeitpunkten befragten die Forscher sie zudem zu ihrem Belastungsempfinden. Die Auswahl erfolgte durch eine Zufallsstichprobe und war für die Ausgewählten verpflichtend.

«Diese Arbeitszeituntersuchung setzt mit ihrer Detailtiefe neue Maßstäbe. Erstmals liegt uns ein umfassendes und vor allem repräsentatives Bild der Arbeitszeit von Lehrkräften und Schulleitungen vor», erklärte Kultusminister Conrad Clemens (CDU): «Ein Expertengremium wird die Ergebnisse in den kommenden Monaten auswerten und Empfehlungen erarbeiten. Eine Schlussfolgerung zeichnet sich schon jetzt ab: Lehrkräfte, die mehr arbeiten wollen, sollen das langfristig nutzen können. Deshalb werden wir freiwillige Arbeitszeitkonten einführen, mit denen Lehrkräfte ihre Unterrichtsverpflichtung für drei Jahre freiwillig erhöhen und nach einem Wartejahr für drei Schuljahre im gleichen Umfang wieder reduzieren können.» News4teachers / mit Material der dpa

Hier lässt sich die vollständige Erhebung herunterladen. 

„Lehrkräfte erleben eine starke Entgrenzung ihrer Arbeitszeit!“ Studie: Nur noch jede fünfte würde den Beruf weiterempfehlen

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei

115 Kommentare
Älteste
Neuste Oft bewertet
Inline Feedbacks
View all comments
Ulla
1 Monat zuvor

Das ist ja ganz wunderbar, dass Lehrer, die weiterhin mehr arbeiten wollen, auch mehr arbeiten können. Und was ist mit denen, die das nicht wollen? Geben die dann nur der Hälfte der Klasse die Klausuren zurück?

Götz
1 Monat zuvor

“Differenzierung” ist doch angesagt – dieser Ansatz solle auch bei Lehrkräften angewandt werden, denn “mit deinen Fächern (E,D) ist der Beruf ja richtig Arbeit” sagte mir mal eine Kollegin mit Sport (w) und Religion (ev).

GriasDi
1 Monat zuvor
Antwortet  Götz

Es arbeiten eben nur noch diejenigen (mit entsprechenden Fächerkombinationen) Vollzeit, die es auch einigermaßen schaffen können.

Heike
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

In Sachsen ist Teilzeit nur möglich mit kleinen Kindern, zu pflegenden Angehörigen oder ärztlichem Attest. Wenn man seinen Arzt also nur 2 oder 3x im Jahr wegen eines Infektes o.ä. aufsucht und die beiden anderen Anlässe entfallen, sieht es halt schlecht aus.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Götz

Wir werden es erleben. Ich weiß nur, dass ich mir nach Einführung der Zeiterfassung notfalls bei der Korrektur mehr Zeit lassen muss, wenn mir andernfalls andere Mehrarbeit droht.

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Eben. So einfach kann man Arbeitszeit “statistisch exakt” ausweiten und schon stimmt die Rechnung wieder.

Samstag
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Danke für so viel Ehrlichkeit!

Anika von Bose
1 Monat zuvor
Antwortet  Samstag

Meinen Sie das ernst? Mich irritieren solche Aussagen und machen mich fassungslos. Ich finde das schlimm, aber Sie bestätigen alle Befürchtungen mit Blick auf eine „individuelle Arbeitszeiterfassung“.

Lera
1 Monat zuvor
Antwortet  Anika von Bose

Ich kann auch nicht verstehen, warum Leute sich nicht ausbeuten lassen wollen.

Unfassbar
1 Monat zuvor

Den Bundesländern gefällt das. Da einige 15 Stunden zu wenig arbeiten, können alle 15 Stunden Mehrarbeit leisten.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Als Vollzeitkraft juckt mich das nicht, berücksichtigt die Teilzeitkräfte angemessen!

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich würde mich nicht zu entspannt aus dem Fenster lehnen. Die Definition von Arbeitszeit wird das Land mit Sicherheit so treffen, dass die Arbeitsbelastung bestenfalls so bleibt wie bisher zuzüglich der Arbeit für die Erfassung.

Hanno Nymous
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

…und dann werden sie klagen, dass keiner den Job mehr machen will (außer die wirtschaftliche Lage wird noch schlechter)

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Hanno Nymous

Darüber klagen sie auch jetzt schon.

Hans Malz
1 Monat zuvor

Na dann steht der individuellen Arbeitszeiterfassung ja nichts mehr im Wege, oder?
Wer kann denn von Kultusministerseite jetzt noch dagegen sein? Oder traut man der Studie vielleicht nicht, da es die einzige mit dem Ergebnis ist?

Hanno Nymous
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Das ist die einzig Relevante…,weil sie aus Sicht der KMK das richtige Ergebnis liefert

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

“Etwa die Hälfte der Vollzeitkräfte liegt über der vorgesehenen Arbeitszeit, die andere Hälfte darunter, bei Teilzeitkräften liegen 60 Prozent darüber.”

Das ist an Schulen ein offenes Geheimnis. Ob jemand über oder unter der vorgesehen Arbeitszeit liegt, hängt stark von den Untuerrichtsächern ab. Lehrkräfte, die Nebenfächer ohne Korrekturen unterrichten, kommen kaum auf 41 Stunden pro Woche. Und wer hauptsächlich in Korrekturfächern eingesetzt wird, arbeitet deutlich mehr als 41 Stunden pro Woche. Auch unter Einbezug der Ferien, da auch in den Ferien korrigiert wird. Zumindest wenn man viel in der Oberstufe unterichtet.

Diese ungleiche Verteilung sind wahrscheinlich auch der Grnd, weshalb die Verbände und Gewerkschaften sich nur so zögerlich für die Zeiterfassung einsetzen. Jeder zweite Gewerkschaftler weiß, dass er mit der Zeiterfassung ein schlechtes Geschäft machen würde.

Mein Gruß geht an die Sport- und Erdkundelehrer.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Wer hat denn keine Korrekturen? In den Nebenfächern gibt es bei uns auch Klausuren, außer vielleicht in Sport. Und klar, wer Abi und Co hat ist immer mehr belastet.
Und man könnte den Unterricht und die ander n Aufgaben dann eben anders verteilen. Zudem gibt es ja noch für jeden etliche Zusatzaufgaben.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Ein NRW-spezifisches Problem: dort werden nur in wenigen Fächern Klausuren geschrieben, in anderen BL in quasi allen Fächern.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Ah okay. Hab mich gewundert. Und in der Sek ll ist es eh egal, da schreiben alle gleich bis auf die LK.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  laromir

Auch in der SEK II gibt es einen Unterschied zwischen dne Fächern. In Deutsch, Englisch und Mathematik müssen alle Schüler Klausuren schreiben, egal ob es für sie auch Prüfungsfächer sind. Sonst werden Klausuren nur in den Prüfungsfächern geschrieben. (Abgesehen davon sind diese Fächer auch häufiger Prüfungsfächer als andere Fächer.)

Es gibt auch in der Oberstufe Lehrkräfte, die gar keine Klausuren korrigieren müssen. An unserer Schule sind das regelmäßig die Lehrkräfte für Sport und Religion. In Philosophie werden nur sehr wenige Klausuren geschrieben. In anderen Kursen (Latein, Physik) sind häufig nur um die 10 (oder weniger ) Schüler, was auch zu geringeren Korrekturbelastungen führt. In Englisch Mathematik und Deutsch liegen die Kursgrößen zwischen 20 und 30 Schülern, weil jeder die Fächer belegen muss.

Das führt in NRW gerade in der Oberstufe dazu, dass die Lehrkräfte der sogenannten Hauptfächer deutlich mehr belastet sind als die Lehrkräfte der Nebenfächer.

Lateinlehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

In Bayern in der Oberstufe in ausnahmslos allen Fächern (ohne “quasi”). Auch in Sport, Kunst und Musik. Zusätzlich zu den Klausuren mit sehr viel Theorie gibt es in diesen Fächern auch praktische Prüfungen.

Realist
1 Monat zuvor

Auf der einen Seite haben wir die Studie einer kommerziellen Unternehmensberatung, die im Auftrag der Landesregierung arbeitet und feststellt, dass es Lehrkräfte gibt, die zu wenig arbeiten.

Auf der anderen Seite haben wir mehrere Studien von nicht-kommerziellen Instituten an Universitäten, die feststellen, dass Lehrkräfte zu viel arbeiten.

Kann sich letztendlich jeder selbst aussuchen, wem er mehr glaubt…

Ulrike M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Natürlich. Jeder glaubt nur der Studie, die ihm gefällt.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

Marlboro- und Monsanto-Studien lassen grüssen…follovv teh SiEnCe!

Lera
1 Monat zuvor

Oh, wie praktisch – da kommt die Auftragsstudie der privatwirtschaftlichen Unternehmensberatung passend zur Diskussion um die AZE um die Ecke und tadaa: Entgegen aller bisherigen Studien arbeiten Lehrer im Durchschnitt plötzlich sogar zu wenig.

Ich finde das gar nicht verdächtig und habe da auch gar keine weiteren Fragen.

Karl Heinz
1 Monat zuvor

Schwierig

Der MDR zitiert Conrad Clemens (sächsischer Kultusminister): 

Es gibt viele Lehrkräfte, die über dem Soll arbeiten, aber es gibt eben auch viele Lehrkräfte, die unterhalb der 40 Stunden sind”

Das ermöglicht nun wieder den politisch Verantwortlichen alles so zu drehen, wie es ihnen am meisten Geld spart…

MarHat
1 Monat zuvor

„… glaube keiner Statistik, welche du nicht selbst gefälscht hast. „
Urlaubstage und Krankheitstage wurden nicht erfasst und gehen so als Tage ein, wo nicht gearbeitet wurde.

Hanno Nymous
1 Monat zuvor

Wer denkt, ein Sprachenlehrer, z.B. Deutsch/Englisch Kombination, arbeitet nicht zu viel, der ist entweder ein Heuchler oder ist ein paar Mal vom Wickeltisch gefallen.
Hier gehört eine Differenzierung her.

Das gleiche trifft auch auf Teilzeitkräfte zu. Deren Teilnahme an Sitzungen kann man leider nicht reduzieren. Jedoch ist das auch Teil der Arbeitszeit.

Zu den Ferien…erstens sind das keine Ferien, sondern unterrichtsfreie Zeit. Dort sind auch oft irgendwelche Sachen zu machen wie z.B. Korrekturen.

Zu allerden arbeiten Beamte auch 41h pro Woche, um die Ferien zu “kompensieren”.

Ça me fatigue
1 Monat zuvor
Antwortet  Hanno Nymous

Da stimme ich zu!

Ich kenne keine Lehrkraft, die während der gesamten Schulferien Urlaub macht.

Wo sind eigentlich die Wochenendzuschläge und die Zuschläge für verpflichtende Abende außerhalb der üblichen Arbeitszeiten?

Wo sind die Zuschläge für Klassenfahrten Betreuung und Bereitschaft / Verantwortung rund um die Uhr 24 h pro Tag Montag 7 Uhr bis Freitag 15 Uhr ohne Pausen???

Wo ist der Ausgleich für eine Arbeitsumgebung mit permanenter Lautstärke (gesundheitsschädlich)?

Die Zuschläge könnte man auch als Freizeit bekommen.

Die Arbeitsbedingungen sind nicht vergleichbar mit einem Bürojob.

Ich kann auch nicht einfach auf die Toilette gehen, das muss schon in eine Pause fallen, in der ich keine anderen Verpflichtungen habe wie eine Pausenaufsicht oder Schlichtungsgespräche oder Gespräche über problematische SuS oder Förderprobleme oder Schlange stehen am Kopierer oder Materialien für die nächste Stunde bereitstellen oder … oder … oder

Wenn unsere Stundenzahlen mit den Arbeitszeiten anderer Landesangestellten verglichen werden, dann bitte ganzheitlich und unter gleichen Bedingungen!

Wurde das alles berücksichtigt in der Studie?

Burnout
1 Monat zuvor

Ist es denn akzeptabel, dass man während der Schulzeit ständig am Burnout kratzt, weil man in den Ferien weniger arbeitet? Soll es wirklich akzeptabel sein, dass man die Schulwochen über leidet, weil “es sich ja ausgleicht”? Das ganze System muss geändert werden!

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Burnout

Und was ist Ihr Lösungsvorschlag? Weniger “Überstunden” in der Unterrichtszeit und dafür kein Ausgleich in den Ferien? Wie sollte das organisiert werden? Verpflichtende Fortbildungen in den Ferien und Aushilfe in der Ferienbetreuung der Schüler??? Bringen Sie bloß niemanden auf diese Ideen!

Samstag
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Diese Ideen liegen nahe.
Ich möchte ergänzen: Arbeitserbringung zwischen 8 und 17 Uhr
Verkürzung der Ferien wäre die Konsequenz – und keine so verkehrte noch dazu!

blau
1 Monat zuvor
Antwortet  Burnout

Bei mir gleicht sich da gar nichts aus. Aber ja, man kann wirklich sagen, dass ich während der Schulwochen leide und meine Kinder gleich mit. Von wegen familienfreundlicher Job – nur in den Ferien habe ich Zeit für meine eigenen Kinder!

Lateinlehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Ich tatsächlich auch. Ich unterrichte zwei Fremdsprachen am Gymnasium. Man kratzt wirklich permanent am Burnout. Seit ich eigene Kinder bekommen habe, musste ich in Teilzeit gehen. Nur so war die anfallende Arbeit einigermaßen zu stemmen. Ich mag meine Fächer sehr gerne, aber aus heutiger Sicht würde ich sie auf gar keinen Fall mehr auswählen.

Kohlroulade
1 Monat zuvor

Nun gibt es eine Studie, deren Ergebnis nicht gefällt und ich warte nur darauf, warum das nun alles nicht stimmt.

Wie schon oft gesagt wurde, kann eine Arbeitszeiterfassung auch nach hinten los gehen. Ältere brauchen deutlich weniger Zeit als jüngere Lehrkräfte. Hinzu kommt der Korrekturaufwand, den einige haben und andere nicht. Und ist man Klassenlehrer, hat man definitiv auch außerunterrichtlich mehr zu tun als wenn nicht.

Bislang haben wir eine gerundete pauschale Arbeitszeit in Unterrichtsstunden, zu denen pauschal hinzugerechnete Vor- und Nachbereitung kommen und der Ausgleich in den Ferien, der eben auch bei jedem anders ist. 28 Unterrichtsstunden a 45 Minuten + 28×15 Minuten, die zur vollen Stunde fehlen ( = 7 Zeitstunden) + 12 Zeitstunden wöchentlich, die zur 40-Stunden-Woche fehlen. Das macht 19 Zeitstunden wöchentlich.

Also rund 4 Zeitstunden täglich sind in einer vollen Stunde neben der Unterrichtsverpflichtung schon drin. Nehmen wir 1 Zeitstunde weg wegen Aufsicht usw., bleiben 3 Zeitstunden täglich zuhause.

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

*… sind in einer vollen Stelle schon drin

Horst
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Und was ist mit den Rüstzeiten?
Meine Aufsichtpflich beginnt 15 Minuten vor der 1. Stunde, zwischen den Stunde stehen idR Raumwechsel, Schülergespräche, Last-Minute-Kopien, Aufsichten, Absprachen mit KollegInnen, … Im Endeffekt bin ich dann für eine 45 Minuten-Stunde mehr als 60 Minuten beschäftigt.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Gut, dann führen Sie doch bei der Arbeitszeiterfassung Arbeitszeiteinheiten als Bruchteil einert 60-minütigen Arbeitsstunde ein, wie sie typisches Abrechnungsmerkmal in jeder Kfz-Werkstatt ist.

Öwes
1 Monat zuvor

Easy, Leute, easy.

Die Arbeitszeiterfassung kommt. Und vorher noch die 48-Stunden-Woche. Nur ein Bösewicht würde denken, dass das irgendwie im Zusammenhang steht.
Gleichzeitig wird alle Verwaltungsarbeit mit KI – bzw. digitaler Lösung zumindest oberflächlich bereinigt.
Und das Sahnehäubchen, die Klassen erhalten mehr Stunden zum “eigenverantwortlichen” Lernen. Am besten auch noch mit irgendeiner KI Lösung.

Also sobald das steht, kommt die Arbeitszeiterfassung. Bis dahin gilt für alle die Gesunderhaltungspflicht… mit der Fürsorgepflicht des Dienstherrn ist’s ja nicht so weit her.
Also nicht Arbeitszeitbetrug, Gesunderhaltung und Lohndiebstahls-Ausgleich.

Für meine Zukunft, H.Ü.s und Tests, Hefte einsammeln und Portfolios, Klassenarbeiten … Alles vor den Ferien, und dann in den Ferien endlich Zeit, um ordentlich zu korrigieren.

Bleibt gesund

Tigrib
1 Monat zuvor

Hätten die mal mich gefragt. Ich hab die letzten 4 Wochen mal meine Arbeitszeit erfasst und jede Woche mit Elterngesprächen, Konferenzen usw. 8 bis 12 Überstunden gehabt. Dabei hatte ich noch keine Klausuren zu korrigieren…

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

Dann haben Sie ja eigentlich keine Überstunden gemacht, denn je nach Schulart gehören zu Ihrer Arbeitszeit 24-28 Unterrichtsstunden und dazu noch mindestens (siehe meine Rechnung oben) 12-16 Zeitstunden wöchentlich für die Arbeit zuhause.

Wie haben Sie denn gerechnet? Unterrichtsstunden sind 100% der Arbeitszeit eines Lehrers und jede weitere Stunde ist Überstunde?

Oder Unterrichtsstunden + 12-16 Zeitstunden Arbeitszeit zuhause + 24-28x 15 Minuten, die an einer vollen Zeitstunde fehlen, und dann haben Sie nochmal 8-12 Überstunden gemacht??? Wie geht das?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Ich weiß nicht, wo da das Problem ist.
Man beginnt morgens und geht irgendwann am Mittag oder Nachmittag aus dem Schulhaus hinaus, um das Schulgelände zu verlassen. Dazwischen hat man Unterricht, Aufsichten (eine Menge) und pädagogische Kommunikation, Vor- und Nachbereitungen – Pause hat man in der Regel nicht.

Zu Hause beginnt man irgendwann mit weiteren Tätigkeiten und arbeitet dann noch mal eine gewisse Zeit.

Beides kann man erheben und festhalten und kommt dadurch auf eine Anzahl an Arbeitsstunden.

Wenn ich meinen Unterricht beende, gehe ich nahtlos in die Aufsicht über, die ich nicht nur als Hofaufsicht führe, sondern auch vor und nach dem Unterricht, im offenen Anfang, in der 5 min Pause zwischen den Stunden, zum Frühstück, währenddessen man in der Regel auch pädagogisch arbeitet.
Mit diesen vielen Pausenzeiten deckt das Land die Betreuungszeit von mindestens 5 Zeitstunden ab, ansonsten müsste dafür ja anderes Personal eingestellt werden und die Lehrkräfte wären nicht zuständig für alles, was außerhalb des Unterrichts auf dem Schulgelände geschieht.
Nach den 5 Unterrichtsstunden der Schüler:innen sind 5 Zeitstunden vergangen, in denen die Lehrkräfte Unterricht und Aufsicht geführt haben.

Bleiben also am Tag noch 3 Stunden für weiteren Unterricht und alles, was man als Lehrkraft noch zu erledigen hat – bei einer 40-Stunden-Woche,
will man die Ferienzeit vorabeiten, sind es mehr Stunden.
Für die Studien, die die Uni Göttingen durchgeführt hat, ist dies gut aufgeschlüsselt und dargestellt worden.

Schwarzwald
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Neben 5 Stunden Unterricht haben Sie noch 5 Stunden für Unterricht und Aufsicht? Und dann noch 3 Stunden für weiteren Unterricht und Sonstiges. Ich bin selbst Lehrerin. Das ist ein Witz, was Sie da schreiben. Da müssen Sie sich nicht wundern, wenn keiner den Angaben der Lehrer mehr glaubt. Nur maßlose Übertreibungen und Endlosgejammer. Sie sind verantwortlich für das Bild vom “faulen Lehrer” in Teilen der Öffentlichkeit!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Schwarzwald

Je kleiner die Kollegien und je größer die Schulgelände desto häufiger die Einteilung zur Aufsicht.
Ich habe immer in großen Systemen mit 80 bis 90 VZ-Stellen gearbeitet, da gehörten dann in VZ drei unentgeltliche Aufsichten dazu. Für die halbe Zeitstunde Mensa- und Außenaufsicht in der Mittagspause gab es die hälftige Anrechnung auf das Deputat. Dasselbe für die eingeplanten Bereitschaften für die ersten beiden Stunden des Schultages.
Davon können Lehrkräfte an GS aber allenfalls träumen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Da haben Sie aber Glück! In BB per Gesetz bis zu 100min Aufsicht pro Woche, ohne dass da irgendwas angerechnet wird…
Mag sein, dass das im Schwarzwald anders ist.
Ich komme regelmäßig auf 47 plus x Stunden pro Woche, PLUS Arbeit in den Ferien. Nix mit Ausgleich…

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Geht mir auch so.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Bundesland wechseln.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Sorry, familiär gebunden.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Nicht umziehen, Berlin einverlaiben und ein neues Bundesland gründen, dass natürlich nicht Borussia heißen darf.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Danke.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Schwarzwald

Einfach Klappe halten, wenn man keine Ahnung hat:

In der GESAMTEN Zeit der schulischen Anwesenheit MUSS man ansprechbar sein und ist (auch juristisch) voll VERANTWORTLICH.

Das können Sie sich mit einem unfassbar einfachen Gedankenexperiment klarmachen:

Wenn nun ausgerechnet IHR Abkömmling heulend mit aufgeschlagenem Knie mich in einer sogenannten “Freistunde” anspricht, muss selbstverständlich ICH mich kümmern.

Wäre es KEINE ARBEITSZEIT müsste ich garnicht drauf reagieren und würde meine Stulle futtern bzw. Pause machen und maximal sagen: “Schulsani da drüben!”.

Unsere Schule hat ca. 1400 SuS und ist offiziell schon 20% unterbesetzt, in echt also noch viel mehr.
Den Rest können Sie sich hoffentlich selber denken.

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Allzu viel Ahnung haben Sie aber auch nicht, oder? Was Sie schreiben, ist Ihre persönliche Meinung (Hoffnung) ohne schulrechtlichen Hintergrund, richtig? Jemand mit Ahnung, Schultrechtsexperte Günther Hoegg, verweist nämlich auf ein Gerichtsurteil, nach dem eine Stunde, in der keine Vertretung zu geben ist (und in der man auch sonst nicht unterrichtet hat), NICHT auf die Arbeitszeit anzurechnen ist.

Anders als Ärzte oder Polizisten, die in ihrer “Bereitschaft” im Gebäude bleiben müssen, dürfen Lehrer nämlich in ihren Freistunden machen, was sie wollen (meine Wortwahl). Sie dürfen auch in den Supermarkt um die Ecke oder schnell noch mal nach Hause fahren.

Freistunde gilt nicht als Arbeitszeit! Da haben Sie sich aber sehr weit unflätig aus dem Fenster gelehnt. Vielleicht besser erst einmal informieren?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Die Freistunde gilt nicht als Arbeitszeit im Sinne von Unterricht.

Wenn ich in dieser Zeit aber Unterricht vorbereite, ist es durchaus Arbeit. Wenn in der Zeit Kolleginnen Beratung benötigen, ist es Arbeitszeit.
Wenn ich in der Zeit korrigiere, ist es Arbeitszeit.

An meiner Schule sind Freistunden sehr selten. Wir sind so schlecht versorgt, dass immer jeder im Unterricht steckt.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Auf der Basis des Deputatmodells ist die Freistunde natürlich keine Arbeitszeit, nicht einmal eine Arbeitsunterbrechung.
Der Punkt ist doch, dass beim Deputatsmodell nur die Stunden gezählt werden, die mit einer Unterrichtsgruppe zugebracht werden, und Zeiten die über festgelegte Regelungen als Ermäßigung oder Entlastung angerechnet werden. Dazu kommen dann noch Faktoren in welchem Umfang die Stunden auf das Deputat angerechnet werden. Alle anderen außerunterrichtlichen Tätigkeiten werden folglich pauschal abgegolten.

Arbeitszeitunterbrechungen müssen natürlich auch bei einer AZE-Regelung erfasst werden und es muss aus- und anschließend wieder eingestampft werden.

Sandkatze
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Genau. Wieso bestreiten das hier so viele?

Ulrike M.
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Das ist aber ein bisschen sehr viel Unsinn auf einmal.

Das können Sie sich mit einem unfassbar einfachen Gedankenexperiment klarmachen:

Nach dem Unterricht gehen Sie über den Schulhof. Sie haben Feierabend. Sie wollen nach Hause. Ihre “Schul-Arbeitszeit” ist offiziell zu Ende.

Auf dem Weg über dem Schulhof kommt ein Kind zu Ihnen, das sich verletzt hat und bittet um Hilfe. Sagen Sie dann, Sie wären nicht mehr zuständig, das Kind solle zu jemand anderem gehen?

Nein (hoffentlich). Es wäre wohl ein grobes Dienstvergehen. Sie müssen helfen, auch wenn Sie es NICHT IHRE ARBEITSZEIT ist.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

In dem Moment, in dem ich dem Kind helfe, wird es aber zu meiner Arbeitszeit.

Marq Baumgard
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

Und auch das wäre dann meiner Auffassung nach wieder Arbeitszeit. Ebenso wenn man mit Kindern, die etwas ausgefressen haben nach Dienstschluss noch 2 Std. in der Schulleitung sitzt.

Ich verstehe nicht warum bei Lehrkräften das übermäßige Verlangen besteht, möglichst viel aus der Arbeitszeit rauszurechnen. Am besten zählt zur Arbeitszeit, nur die Zeit in der aktiv der Stift gehalten und benutzt wird. Alles rundherum wird ignoriert. In anderen Berufen wird das auch nicht so gehandhabt. Warum zählt man Arbeitszeit also nicht ab Betreten bis Verlassen des Arbeitsortes. Als würde man sich dort freiwillig aufhalten.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

Wenn es nicht meine Arbeitszeit ist, kann es kein Dienstvergehen sein.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das unterscheidet ein Dienst- von einem Arbeitsverhältnis.

Sandkatze
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Heißt vielleicht nur anders? Der Beamte z.B. ist auch außerhalb der Schule immer “Amtsträger” und kann ggf. zur Verantwortung gezogen werden. Egal, wie man das dann nennt.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

Nee, das betrifft angestellte Lehrkräfte genauso. Und wenn während meiner Anwesenheit in der Schule dort verbrachte Zeit keine Arbeitszeit ist, bin ich keine Arbeitsleistung – hier: Aufsicht und Betreuung – schuldig. Jetzt muss man sich mal beim Beispiel der sich in meiner Freistunde prügelnden Kinder entscheiden: zur Aufsicht und Betreuung verpflichtet – Arbeitszeit, oder keine Arbeitszeit: dann auch nicht zur Betreuung und Aufsicht verpflichtet. Dann kann mir das Geschehen herzlich egal sein.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Schwarzwald

Ich habe mehr als 5 Stunden Unterricht täglich.
Ich habe mehr als 3 Aufsichten in der Woche.

Offener Anfang – täglich 15 min
Frühstück – täglich 10 min
kleine Pausen – täglich 10 min
… sind schon täglich 35 min,
dazu die Hofaufsichten.
Dachten Sie, das wäre meine Freizeit?

Ich wüsste auch nicht, warum die reinen Unterrichtszeiten als Arbeitszeit gerechnet werden sollten. Wer führt denn die Aufsicht und wer erledigt die anderen Aufgaben neben dem Unterricht, wenn Lehrkräfte es nicht machen?

Pastor:innen arbeiten auch nicht nur sonntags auf der Kanzel.

Es gibt ein EU-Recht, nach dem die Arbeitszeit zu erfassen ist.
Das beinhaltet eine Erfassung der tätsächlich geleisteten Arbeitszeit – also keine Modelle oder anderes. Ausgeschlossen ist auch, dass die Arbeitszeit über einen Vertrag festgelegt wird oder durch den Umfang der zugeteilten Aufgaben dargestellt wird.
Und es ist der Arbeitgeber, der nicht nur das Erfassen der Arbeitszeit zur Verfügung stellen muss, sondern auch die Höchstarbeitszeiten und die Ruhezeiten im Blick behalten muss.

Es geht also nicht um Modelle und nicht darum, Aufgaben mit Zeitkontingenten zu versehen, sondern darum, die tatsächlich aufgewendete Arbeitszeit zu erfassen.
Und dies gilt auch in Deutschland und auch für Lehrkräfte.
Alles andere entspricht nicht dem Recht, die Bundesländer widersetzen sich also dem EU-Recht.

Wenn Sie, @Schwarzwald, als Lehrkraft die Arbeit an anderen Schulformen nicht wahrnehmen können, ist eine solche Form der Arbeitszeiterfassung noch viel dringender, denn wie sollen Menschen, die nicht als Lehrkraft arbeiten, dann die viele Mehrarbeit nachvollziehen können?

Das Bild der “faulen Lehrkraft” teile ich nicht mit der Öffentlichkeit. Fragen Sie gerne in “der Öffentlichkeit” nach.

Zudem habe ich es nicht nötig, über meine Arbeitzeit Übertreibungen oder Lügen zu verbreiten. Ihre Behauptungen führen dazu, das Ansehen der Lehrkräfte zu beschädigen und eine Arbeitszeiterfassung in Zweifel zu ziehen, da sie Lehrkräfte (und andere Arbeitnehmer) in den Generalverdacht des Betruges stellen.

Sandkatze
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Offener Anfang – täglich 15 min
Frühstück – täglich 10 min
kleine Pausen – täglich 10 min
… sind schon täglich 35 min,
dazu die Hofaufsichten.
Dachten Sie, das wäre meine Freizeit?

Da haben wir’s. Sogar den “offenen Anfang”, also die Zeit, in der die Kinder so nach und nach eintrudeln, aber noch gar nicht unterrichtet werden, rechnen Sie als Arbeitszeit ab. Es sei Ihnen gegönnt. Sie müssen ja anwesend sein. Ich widerspreche gar nicht.

Auch das Frühstück in der Unterrichtszeit, in der Sie nicht unterrichten, sondern das Essen und Trinken der Kinder beaufsichtigen, rechnen Sie als Arbeitszeit ab. Haben Sie’s gut! Ja, Sie machen dann Aufsicht. Aber Sie machen keinen Unterricht. Zum Glück fällt ja selten mal Unterricht aus. Sind diese Frühstückspausen bei Ihnen verpflichtend? Warum machen Sie Frühstückspausen eigentlich nicht in den Pausen?

Alles Zeiten ohne Unterricht, die Sie wie selbstverständlich bezahlt bekommen (wollen). Weil Sie einfach nur da sind. Brauchen Sie dafür eigentlich auch die pauschale Vor- und Nachbereitungszeit und Ausgleich in den Ferien?

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

@Sandkatze

“Auch das Frühstück in der Unterrichtszeit, in der Sie nicht unterrichten, sondern das Essen und Trinken der Kinder beaufsichtigen, rechnen Sie als Arbeitszeit ab. Haben Sie’s gut!”

Na dann bezahlen wir doch
– Busfahrer von z.B.Linienbussen nur noch für die reine Fahrtätigkeit. Muss er an roten Ampeln ect. stehen: Pech, gell? 😉
– Kassiererin: Wenn Kunden gerade ihr Zahlungsmittel aus der Tasche nesteln, sitzt die ja auch volle faul rum, gell? 😉
– Klugsch… bezahlen wir gar nicht mehr, weil … 😉

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

Nein, die Pausen sind eben nicht „einfach nur da“, sondern entstanden, als die die Schulen 5 Stunden verlässliche Betreuung erfüllen sollten. Dazu mussten die Stunden neu eingeteilt werden, damit mit 5 Unterrichtsstunden (45 min) die Betreuung für 5 Zeitstunden (60 min) gewährleistet werden kann. Diese Betreuung und Aufsicht haben also die Lehrkräfte und die Zeit ist verpflichten.
Wollten Sie die Kinder sich selbst überlassen?

Frühstückspausen sind Zeiten, in denen man gerne in der eigenen Klasse ist, um Klassenangelegenheiten zu regeln: Absprachen und Ansagen, die man dann nicht in der sonstigen Unterrichtszeit tätigen muss. Die meisten GS-Lehrkräften pflegen zudem Rituale in der Zeit.

Gleiches gilt für den Offenen Anfang, der bei uns bereits offene Lernzeit ist, also Zeit am Kind und Lernzeit. Sie, @ Sandkatze, mögen das nicht als „Unterricht“ lesen, weil es nicht in Ihr Schema der 45min-Stunden passt, ich lese und sehe es anders und natürlich ist das Arbeitszeit, ob ich einem Kind zuhöre oder helfe, ob ich mein Material bereitlege oder bereits Hausaufgaben sichte. Ja, das kann ich mir meistens selbst einteilen, aber es bleibt Arbeit.

Es ist schon erstaunlich, dass man einzelne Aspekte diskutieren will und den Lehrkräften unterstellt, sie würden Zeiten generieren, wo keine sind. Und ich finde dazu auch schräg, dass man ein Bild von Lehrkräften hat, die vorwiegend 45 min Unterricht erteilen und dazwischen der Freizeit frönen. Stellen Sie sich Schule wirklich so vor?

Die außerunterrichtlichen Aufgaben sind hingegen viel höher, als die meisten annehmen. Auch da hilft ein Blick in die Studien der Uni Göttingen. Diese Aufgaben werden zudem durch den Deckeneffekt begrenzt, viele Lehrkräfte sagen, dass die Zeit (des Tages) nie für die notwendigen Aufgaben ausreicht. Und diese außerunterrichtlichen Aufgaben sind auch nicht auf Korrekturen beschränkt. Genau deshalb bildet das Deputatsmodell die Arbeitszeit nicht ab, um so weniger, je mehr zusätzliche Aufgaben nebenher zu erledigen sind.

Wir könnten Personal für die Betreuung einstellen, gerne, oder, wie in NL, Eltern für die Aufsichten einsetzen, gerne, das würde einen Teil der Arbeitszeit der Lehrkräfte entlasten. Das Personal kann im Anschluss zum Fördern mit in den Unterricht gehen und würde dort zwingend benötigt. Gerne können wir das als Ausbildungsberuf, parallel zur Assistenz in anderen Berufsfeldern (Medizin, Pharmazie, Jura).
Wir können auch andere Aufgaben verlagern, bitte, mehr Zeit für unterrichtsnahe Tätigkeiten, die Lehrkräfte dringend benötigen. Diese Diskussion müssen wir ohnehin führen, wenn wir Lehrkräfte entlasten wollen, andernfalls müssen wir mehr Lehrkräfte einstellen und für alle bessere Bedingungen schaffen.

Aber um eine Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit müssen wir nicht diskutieren, sie ist bereits EU-Recht, wir können uns dafür einsetzen, dass dies endlich umgesetzt wird.
Dafür braucht es keine Studien und keine Begründungen, sondern konkrete Schritte.

Die Arbeitszeiterfassung durch die Uni Göttingen, die in NDS erfolgt ist, ist 10 Jahre her, sie ist vom Land anerkannt und gilt als gerichtsfest. Entlastungen wurden vorgeschlagen, aber nie umgesetzt, weil der Lehrkräftemangel zu groß war und es keine zusätzlichen Ressourcen gab. 10 Jahre danach ist es nicht besser, stattdessen wurden weitere Aufgaben in die Schulen gespült, ohne eine Entlastung zu schaffen.

Hier wird die Arbeit der Lehrkräfte von einigen Usern in Abrede gestellt. Warum?
Was ist der Grund, dass man Lehrkräfte diskreditiert?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Schwarzwald

“Neben 5 Stunden Unterricht haben Sie noch 5 Stunden für Unterricht und Aufsicht? Und dann noch 3 Stunden für weiteren Unterricht und Sonstiges.”

Das wurde SO nicht geschrieben. Das ist ein Strohmann-Argument. Dazu dann anschließend ein Ad Hominem auf Basis Ihres selbst gemachten und “weitergesponnenen Strohmanns”.

Was wurde denn geschrieben?

“Nach den 5 Unterrichtsstunden der Schüler:innen sind 5 Zeitstunden vergangen”

Oh … Klingt auf einmal ganz anders, oder?
Bei Ihnen:
5 Stunden + 5 Stunden (+3 Stunden)
–> 13 Stunden

Tatsächlich geschrieben und gemeint:
5 Stunden [tatsächliche Zeitstunden, davon 5 Unterrichtsstunden inkludiert – also 5*45 Minuten + 5*15 Minuten] (+3 Stunden)
–> 8 Stunden

Ad Hominem zurück:
Also entweder Sie haben – obwohl Sie selbst Lehrkraft sind … – ein miserables Leseverständnis oder Sie sollten etwas im Bereich “einfache Mathematik” sich fortbilden. Oder … Beides.
Und/Oder Sie haben den Beitrag nicht anständig gelesen – und/oder konnten Ihn nicht “überreißen”. Egal was … Es liegt hier dann an Ihnen und nicht an “Palim”.

Und tatsächlich war der Beitrag Palims nicht sonderlich schwer zu verstehen … Ebenfalls rein logisch betrachtet müsste man doch bei Ihren Angaben skeptisch sein, wie Palim auf “40 Stunden” bei 13 Stunden/Tag als Ansatzberechnung käme …

Also hier wäre das “Weltbild des (faulen) Lehrers” in der “Öffentlichkeit” meines Erachtens nach an ganz anderer Stelle … Wenn Sie solchen Stuss hier von sich geben.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Danke!

Tigrib
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Ich arbeite Teilzeit, das wären bei mir 30 Stunden Arbeitszeit.
Täglich bin ich 6 Stunden in der Schule, Teilzeit heißt bei uns viele Hohlstunden, die wunderbar mit Vertretungsstunden, Elterngesprächen oder Zusatzaufgaben gefüllt werden.
Zuhause dann ca. 3 Stunden täglich Arbeit am Schreibtisch. Und dann noch ein paar Stündchen am WE.

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

Siehe meinen Kommentar zu 447

Ulrike M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Tigrib

Ein Beamter in Berlin (die meisten Lehrer gehören nun wieder dazu) hat eine Arbeitszeit von rund 40 Stunden bei einer vollen Stelle. Davon hat der verbeamtete Grundschullehrer in Vollzeit 28 Stunden “am Kind” (Unterricht). Also hat er 12 Stunden Arbeitszeit zu Hause. Sie lägen als verbeamteter Vollzeit-Grundschullehrer in Berlin also vollkommen im Soll.

genervte Leserin
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulrike M.

nein, das stimmt nicht und ich hoffe, sie sind keine Mathelehrerin! Wenn eine Grundschullehrerin 28 Stunden Unterricht hat, dann sind das 28×45 Minuten Arbeitszeit, d.h. es bleiben noch 28×15 min + 12 Stunden Arbeitszeit übrig für Pausenaufsicht, Unterrichtsvor- und -nachbereitung, Konferenzen, Elternarbeit, …. d.h.3,8 Stunden Arbeitszeit pro Tag bzw. 19 Stunden. Dazu kommen dann noch die Ferien, die eingearbeitet werden müssen, wenn man nicht in den Ferien auch 40 Stunden arbeiten will, das sind dann noch mal 5 Stunden pro Woche. Der Grundschulkollege in Berlin muss also 24 Stunden außerhalb des Unterrichts arbeiten. Erst was über diese Zeit geht, kann als Überstunde gezählt werden!

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  genervte Leserin

Okay dröseln wir das mal auf:
– 28 U-Stunden entsprechen 21 Zeitstunden
– 1,5 Stunden Aufsicht
– 2 Stunden Team in der Woche
– umgerechnet 1 Stunde LK
– umgerechnet 1 Stunde Fako, AG in der Woche
– ca 5 – 10 Stunden Vorbereitung / Nachbereitung (mit Korrekturen) in der Woche (eher mehr)
– 5 Stunden Besprechungen (Eltern, Runde Tische, JA, etc)
– 1 Stunde umgerechnet Events (Elternabende, Veranstaltungen, Sportfeste, Elternsprechtage….) auch eher mehr….

Da sind wir bereits grob unterschätzt bei 42,5 Stunden in der Woche…..unvorhergesehnes nicht inbegriffen….

Kohlroulade
1 Monat zuvor

Ich staune über Ihre Aufdröselungen.

Sie haben jede Woche Elternabend, Sportfest, Elternsprechtag?
Sie haben jede Woche 2 Stunden Teambesprechung?
Sie haben jede Woche 5 Stunden Elterngespräche?
Sie haben jede Woche Fachkonferenz?
Ihre AG wird nicht schon auf Ihr Stundensoll angerechnet???

Ich finde das unseriös. Sie haben nicht aufgedröselt, sondern pauschalisert und zusammengeschmissen und massiv übertrieben.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Vielleicht beachten Sie das Wort „umgerechnet“ also im Sinne von „umgelegt“ Oder „hochgerechnet“…..
Ich dachte, das wäre verständlich…..

Und ja, wir haben jede Woche 2 Stunden Teambesprechung (Klassenteam und Jahrgangsteam). Hier wird der Unterricht grob geplant, Klassendinge besprochen, Korrekturabsprachen getroffen, kollegiale Fallbesprechungen durchgeführt…..ich wundere mich gerade, dass das nicht an jeder Grundschule Standart ist….die Dauer ist übrigens festgelegt (es ist Anwesenheitspflicht)
Und ja, wir haben jede Woche zahlreiche Gespräche, denn unser Klientel macht dies nötig. Zu diesen Gesprächen gehören auch die nötigen vorbereitenden Gespräche, denn niemand stolpert bei uns in schwierigere Gespräche einfach so rein….die sind sorgfältig geplant…..und das ist einfach aufwändig.
Und die beschriebene AG ist eine Arbeitsgemeinschaft, in der pädagogische Themen kollegial bearbeitet werden, ähnlich einer FaKo (hier mit Fachbezug)

Wenn Sie meinen, dass sei übertrieben, bitte schön….ich weiß, dass es hinkommt….mehr noch, ich weiß, dass es in den meisten Wochen noch untertrieben ist….

Sandkatze
1 Monat zuvor

Wir haben 3 Fachkonferenzen a 90 Minuten im Schuljahr. Wie kommt man da umgerechnet auf 1 Zeitstunde pro Woche? 40 Wochen = 40 Zeitstunden für FaKo’s?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

Grundschule, jede Lehrkraft unterrichtet nahezu alle Fächer, da es in der Regel Kl-unterricht gibt.
Weiterführende Schulen, die Lehrkräfte haben 2 Fakulten a 3 Fakos a 90 Minuten. 540 Minuten in 40 Schulwochen sind immer noch knapp 15 Minuten je Woche.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Sie haben „umgerechnet“ überlesen. Elternversammlungen dauern deutlich länger als 60 Minuten, vorbereiten und nachbereiten sollte man diese auch. Im Mittel passt das schon, was Fräulein Rottenmeier schreibt.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Umgerechnet verstehen Sie aber schon, oder?

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Hier noch mal genauer:
– alle drei Wochen eine LK (Dauer 3 Stunden) macht umgerechnet 1 Stunde in der Woche

– die letzten Tage in den Sommerferien haben wir einen Schilf Tag dabei (8 Stunden), hinzukommen noch drei Fakos im Schuljahr (6 Stunden), hinzu kommen noch 2 Schilftage im Schuljahr (nur die Nachmittage gerechnet 8 Stunden), hinzukommen noch zwei pädagogischen Nachmittage (8 Stunden)…..machen insgesamt 30 Stunden…..die restlichen 10 Stunden gehen für die Anfangs-LK, für die Teambesprechungen am Ende der Sommerferien drauf (Anwesenheitspflicht)…..

Sandkatze
1 Monat zuvor

Was ist eine LK?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

Lehrkräftekonferenz

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

Eine Lehrerkonferenz…..

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

“Sie haben jede Woche…”

Ja, ich auch.

“AG” steht vermutlich für “ArbeitsGruppe”, da hat man ja viel Auswahl und sitzt in der Regel in mehreren.
Die FK wird nicht nur gehalten, sondern auch vorbereitet, anderes ebenso.
Elternkommunikation ist bei mir etwas weniger, das fülle ich aber mit Dokumentation auf.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  genervte Leserin

Nicht mit eingerechnet sind die 40 bis 50 Stunden, wenn man ein neues erstes Schuljahr bekommt und dafür alles vorbereitet……

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Und die Klassenfahrt habe ich auch vergessen….

Palim
1 Monat zuvor

Und das Ein- und Ausräumen des Klassenraumes,
und die Dokumentationen und Gutachten samt Vorbereitung,
und das Umsetzen neuer Vorschriften – Konzepte und Curricula
und …

Komisch, dass andere das nicht sehen (wollen).

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Die Steuergruppensitzungen, die LR-Sitzungen, Die FV-Sitzungen, die Schulpflegschaften und Schukos sind auch nicht mit eingerechnet (betrifft auch nicht alle Kollegen) und die ganztägigen oder nachmittäglichen Fobis einiger Kollegen sind auch nicht mit drin….

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  genervte Leserin

Wie, Sie sind in den Wechselpausen nicht verantwortlich, wenn Kinder sich prügeln, den Raum demolieren, das Schulgelände verlassen wollen, rauchen etc.? Sie dürfen das ignorieren und in Ruhe Pause machen? Ich nicht, meine Kollegen ebenfalls nicht. Sie können also die Zeit zwischen den einzelnen Stunden schon mal zur Arbeitszeit zählen. In Freistunden habe ich regelmäßig dienstlich zu tun: Vor- und Nachbereitung, Elterngespräche, Bürokratie und und und.
Wenn ein Grundschullehrer 28h unterrichtet, kommt der locker! auf 28×75 Minuten mit Vor- und Nachbereitung. Dazu 100min Pausenaufsicht plus Wechselpausen (in denen ist man aufsichtspflichtig): wieder rund 5h dazu. Sind wir bei 40h. Dazu Organisation, Elternarbeit, Schulveranstaltungen, Konferenzen, Klassenfahrten nebst Vorbereitung und Abrechnung derselben, Förderausschusssitzungen, Hilfeplangespräche…
Es gibt Gründe, warum bis auf diese Auftragsstudie des KM alle Studien ergeben haben, dass Lehrkräfte mehr als die vertraglich geschuldete Arbeitszeit leisten.

Sandkatze
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

In den Wechselpausen sind die Kinder doch meistens alleine. Ein Lehrer geht, der andere kommt, dazwischen ist keiner im Raum. Viele bei uns betreten den Raum erst mit dem Klingelzeichen oder kurz danach. Wie ist das denn eigentlich mit:

“…verantwortlich, wenn Kinder sich prügeln, den Raum demolieren, das Schulgelände verlassen wollen, rauchen etc.?”

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

In den Wechselpausen wechsle ich als Lehrkraft den Raum, die Kinder bleiben, wo sie sind.
Ach ja, unsere Schüler:innen rauchen in der Regel nicht, aber wenn sie meinen, dass sie toben müssten, stehe ich direkt wieder im Raum – im alten oder neuen, das können Sie sich aussuchen.

Ihre Vorstellung, dass sich die Lehrkraft in die Raucherecke verdrückt oder genüsslich in der Kaffeeküche ein Heißgetränk genehmigt, zieht nicht … es gibt nämlich keine Kaffeeküche … und keine Pause für Lehrkräfte.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Sandkatze

Bei uns wechseln die SuS den Raum. Und ja, ich geh in der Pause auch mal aufs Klo. Je nach Alter der Klasse und Vernunft der SuS müssen die SuS dann vor dem abgeschlossen Raum warten und werden durch die Kollegen im Flur mit beaufsichtigt, oder ich lasse sie dann nach Belehrung allein im Raum.

Eddi
1 Monat zuvor

Erstmals liegt uns ein umfassendes und vor allem repräsentatives Bild der Arbeitszeit von Lehrkräften und Schulleitungen vor.“

Das klingt für mich eher nach: „Erstmals liegt uns ein umfassendes Ergebnis vor, dass unserer Vorstellung vom faulen Lehrer entspricht, alle bisherigen Studien waren natürlich nicht aussagekräftig, weil nicht das dabei heraus kam, was ich mir gewünscht hätte.

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Eddi

Warum finden Sie jemanden faul, der jede Woche mehrere Überstunden macht, die er dann in den Ferien zurecht “abbummeln” darf?

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Wo kommt das in den Ferien abbummeln eigentlich her? Ich arbeite in allen Ferien Minimum eine Woche ganz normal Arbeitszeit, denn anders geht es einfach nicht. Wo soll man denn Vorbereitung und Korrektur hinstopfen, außer noch in die Ferien? Außer im Sommer nehme ich in alle Ferien Korrekturen mit. Im Sommer startet dafür die Vorbereitung und Konferenzen des neuen Jahres. Da bleiben max. 1 Woche im Herbst. Weihnachten und Ostern übrig und im Sommer dann vielleicht 4. Macht 7 Wochen. Ich müsste somit bei 30 Tagen Urlaub genau eine Woche einarbeiten. Das geht bei Teilzeit ziemlich fix.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Lesen Sie meinen Kommentar einfach richtig, dann wüssten Sie, dass ich persönlich überhaupt nicht geschrieben habe, dass ich jemanden faul finde.

Kohlroulade
1 Monat zuvor
Antwortet  Eddi

Umgekehrt ist es doch nun auch so, Ihnen passt dieses Ergebnis nicht und deshalb reden Sie es schlecht.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  Kohlroulade

Offenbar bin ja nicht nur ich dieser Meinung, sonst würde es nicht mittlerweile einen eigenen Titelbeitrag dazu geben:

Methodische Zweifel an der Untersuchung der Arbeitszeit von Lehrkräften – frühere Studien zeigen ganz andere Belastungsbilder
Von schlecht reden kann also keine Rede sein, in meiner Welt hebt eine einzige Studie auch nicht etliche andere vorher gemachte auf.

Canishine
1 Monat zuvor

Wenn ich die Systematik der Studie richtig verstehe, orientiert sie tendenziell an einem typischen Arbeitszeitmodell, welches zu jeder Tätigkeit die entsprechende Zeit erfasst. Es wird also z.B. nicht (man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege) generell die Anwesenheitszeit in der Schule erfasst.

Xenonatmer
1 Monat zuvor

Nichts wesentlich Neues. Nur scheinbar offen, dass erst eine Kommission zur Auswertung gebildet werden muss. Jahresarbeitszeit versteht jeder, fehlt hier gegenüber durchsichtigeren früheren Untersuchungen jedoch. Die übliche Art der Verkomplifizierung, gespickt mit Banalitäten ( nimmt während der großen Ferien ab ( wer hätte auch das geahnt)?)

Stefan
1 Monat zuvor

In BW müssen Lehrkräfte (Volldeputat) rechnerisch 41 Stunden pro Woche arbeiten. Wer neben den sechs Wochen Urlaub noch weitere freie Tage möchte, muss in den Schulwochen also dementsprechend mehr arbeiten, um dann (fiktiv) Tage abzugleiten. Möchte ich im Extremfall also in den Ferien nicht arbeiten, dann müsste ich in der Schulzeit über 50 Stunden pro Woche netto arbeiten. Das sind 10 Stunden pro Tag ohne Pause also 11 Stunden inklusive Pausen. Wie realistisch das ist kann ich nicht beurteilen.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  Stefan

50 Stunden pro Woche bei 40 Schulwochen? Das wären 2000 Stunden pro Jahr, das ist sowas von der tarifvertraglichen Wirklichkeit in Deutschland entfernt wie nur irgendwas, Durchschnitt sind ca. 1780 Stunden pro Jahr, IG Metall sogar nur ca. 1500 Stunden (35-Stunden-Woche).

Korrekt ist folgende Rechnung: 52 Wochen – 6 Wochen tarifvertraglicher Urlaub – 10 gesetzliche Feiertage, die in den “Ferien” liegen, also 2 Wochen = 44 Wochen.

Das Schuljahr hat 40 Wochen. Selbst bei 41 Stunden für Beamte in eingen Bundesländern wären das ca. 45 Stunden pro Unterrichtswoche, falls die Ferien (alle Ferien!) komplett frei wären (also KEIN Handschlag für die Schule, nichts, kein Telefonat, keine E-Mail, keine Korrektur, keine Unterrichtsvorbereitung).

Rechnen wir etwas realistischer: Tarfivertraglich noch eine Woche Bildungsurlaub (Fortbildung, die Lehrkräfte sonst so “nebenbei”, unbezahlt in der “Freizeit” erledigen dürfen), und Krankheit im Urlaub, was zum “Nachholen” dieses “ausgefallenen” Urlaubs führt (Bundesurlaubsgesetz!). in unserer “Vorzeigebranche” Automobilindustrie sind das 15% Krankenstand (wahrscheinlich wegen der krankmachenden 35-Stunden-Woche), also 15% von 6 Wochen sind noch einmal eine knappe Woche.

Unter dieses realistischen Bedingungen sind das 42 Wochen, also 42/40 * 41 Stunden = 43 Stunden Arbeitszeit pro Woche, wenn in den Ferien NICHTS getan wird.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  Stefan

Kein Lehrer hat die kompletten Ferien frei, schon allein wegen der Ferienkonferenzen nicht. Bei fast allen Lehrern kommen noch Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen hinzu. Ihre Rechnung mit den 50 Stunden während der Unterrichtszeit geht also nicht auf.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Drei in NRW verbindlich vorgeschriebene Vorbereitungstage am Ende der Sommerferien.

Alex
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Diese 3 Tage sind aber mit Ganztagsfobi und allgemeinen Konferenzen gefüllt. Da ist für meinen Unterricht noch rein gar nichts vorbereitet.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Alex

Probieren Sie es mit Autodidaktik.
Sie wissen schon, auf der Fahrt zur Schule ist Zeit genug.

Chris
1 Monat zuvor

Ich frage jetzt mal ganz doof: Warum müssen Lehrer die Schulferien eigentlich rausarbeiten? Im Arbeitsrecht ist es immer noch so geregelt, dass der Arbeitgeber die Arbeitsleistung abzunehmen hat (=Holschuld) und der Arbeitnehmer eben nicht zu Überstunden in dem Umfang verpflichtet werden kann. Dann muss der Arbeitgeber eben dafür sorgen, dass entsprechend Schüler für den Unterricht da sind. Wie er das macht ist nicht das Problem des einzelnen Lehrers.

Hochhaus
1 Monat zuvor

Die Studie belegt und bekräftigt und das ist sehr gut, dass Lehrer nicht unverdientermaßen in den Ferien “frei” haben, sondern ihnen diese “freie Zeit” als Ausgleich für Mehrarbeit zusteht. Anderenfalls müsste all diese Mehrarbeit ja bezahlt werden!

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Hochhaus

Ja, und eine Arbeitszeiterfassung würde darlegen, wie viel der Mehrarbeit gar nicht abgebummelt werden kann, sodass sie bezahlt oder ausgeglichen werden muss.

Mathe Zauberer
1 Monat zuvor

Viele Oberstufenlehrer mit Korrekturfächern arbeiten nur Teilzeit, damit sie ihre Arbeit schaffen. Heißt, sie arbeiten eigentlich Vollzeit, aber bei halbem Gehalt! Lehrer, die engagiert sind, arbeiten erheblich zu viel, aber davon lebt eine gute Schule! Da stimmt das System nicht. Es müsste freie Gelder geben, die als Bonuszahlungen eingesetzt werden können. Aber in Schule ist so etwas nicht vorgesehen.

Reisky
1 Monat zuvor

Also klar, höhere Arbeitszeiten bei Lehrkräften über dem Durchschnitt, die in den Ferienzeiten sinken. Ergo, diese Überstunden werden in der Ferienzeit mit kompensiert. Und: das sollte in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Auch um dem Argument vorzubeugen, Lehrkräften hätten zu viel frei. Und es wären unbedingt Arbeitszeitkonten erforderlich, nicht nur für Lehrkräfte die mehr arbeiten wollen. Sondern generell um die Möglichkeit zu haben, Mehrstunden regulär abzubauen in welchen Modellen auch immer. Um einheitlich vorzugehen und die Stunden transparent im Blick zu haben.

Katrin Löwig- Pension ruft :-)
1 Monat zuvor

Was regen wir uns auf? Jede:r muss selbst sehen, was er:sie sich zumuten kann und will. Selbstfürsorge heißt das dann. Aber Lehrers verzehren sich lieber nach leuchtende Kinderaugen, rechtfertigen sich vor Wintergemüse, zerfleischen sich gegenseitig, wer denn die größere Belastung habe und denken, wenn die AZE kommt, würde alles besser. Einen Sch…ß würde es.
Dann loggt man sich in der Schule morgens ein, beim Verlassen wieder aus und daheim in einem Portal ebenso. Am Tag werden 8 bis max. 10h angerechnet, Pausenzeit von 30-45 Minuten automatisch abgezogen. Das gilt auch für Ferienzeiten, es sei denn, es wurden welche der 30 Urlaubstage eingetragen oder man macht Zeitausgleich geltend. Und in der eingeloggten Zeit wird erledigt, was zu tun ist: Unterricht, Sitzungen, Aufsichten, Korrekturen, Vorbereitung, Orga. Wer es in seinem vorgegebenen Zeitkontingent (ca. 40 Wochenstunden) schafft, bei dem:der passt es. Wer mehr Zeit braucht, hat Pech. So ist’s auch in anderen Branchen, die z. B. teilweise Homeoffice anbieten.
In Zukunft müssen die Schulen ohnehin auch Betreuung für die Ferien und den Freitagnachmittag organisieren und gewährleisten, die gesetzliche Regelung für die Grundschule ist gerade angelaufen.
Kolleg:innen, bitte nicht blauäugig sein!

Ebbot
1 Monat zuvor

Achso, die schulfreie Zeit besteht nun doch aus Ferien. Dann freuen sich die Lehrkräfte sicher, wenn sie diese in Zukunft auch frei wählen dürfen und bei Krankheitstagen in den Ferien neue Ferientage angerechnet bekommen. Sollte ja kein Problem für den Arbeitgeber sein, wenn es Ferien sind.

KrisKris
1 Monat zuvor

Komisch, alle, wirklich alle anderen Studien kommen zu dem letztlichen Ergebnis, dass ein Großteil der KuKs insgesamt an Jahresarbeitszeit zuviel arbeitet. Nur diese Studie nicht. Warum wohl? Frage für einen Freund….