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“Wer nicht rast, zeigt Reife”: Schulprojekt soll Jugendliche vor Autorennen warnen

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SPEYER. Mit drastischen Unfallbildern und klaren Botschaften will das Land Rheinland-Pfalz Jugendliche für die Risiken illegaler Raserei sensibilisieren.

Geschwindigkeitsrausch. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Ein geplatzter Reifen, Trümmer auf der Straße und trauernde Angehörige: Mit solchen Szenarien will Rheinland-Pfalz Schülerinnen und Schüler für die Gefahren illegaler Autorennen sensibilisieren. Dazu hat der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber (SPD) das Präventionsprojekt «#Verantwortung stoppt Vollgas» gestartet.

«Illegale Autorennen sind gefährlich und enden immer wieder tödlich», sagte Teuber einer Mitteilung zufolge an der Integrierten Gesamtschule Georg Friedrich Kolb in Speyer. Ziel sei es, junge Menschen früh zu erreichen und ihnen ein deutliches Stoppschild gegen Raserei zu setzen.

Woher die Idee stammt

Das Programm wurde in Nordrhein-Westfalen entwickelt und dort nach Angaben des Ministeriums erfolgreich eingesetzt. Rheinland-Pfalz übernimmt das Konzept und setzt es an Schulen ein, die Jugendliche im Alter des Führerscheinbeginns erreichen. Unterricht, Filme mit drastischen Unfallbildern, Gruppenarbeiten und juristische Aufarbeitung von Fällen gehören demnach zum Ansatz.

Die Materialien sollen nicht schockieren, sondern nach Einschätzung des Ministeriums realistisch verdeutlichen, welche Folgen riskantes Verhalten im Straßenverkehr haben kann.

Was die Schulleiterin sagt

Teuber sagte, Prävention sei oberstes Gebot. Man wolle Jugendliche stärken, ihnen Selbstbewusstsein vermitteln und sie mit einer Botschaft konfrontieren: Autorennen im öffentlichen Straßenraum seien verantwortungslos. «Wer nicht rast, zeigt Reife», sagte er demnach.

Auch Petra Fischer-Wolfert, Schulleiterin der IGS in Speyer, zeigte sich überzeugt von der Wirksamkeit des Projekts. Das Video sei schmerzhaft anzusehen, aber pädagogisch sinnvoll. Das Programm berühre Jugendliche direkt, rege zur Reflexion an und könne im besten Fall Unfälle verhindern. News4teachers / mit Material der dpa

Junge Männer pflegen traditionelle Rollenbilder (viele legitimieren sogar Gewalt gegen Frauen)

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Rainer Zufall
2 Monate zuvor

“Das Programm wurde in Nordrhein-Westfalen entwickelt und dort nach Angaben des Ministeriums erfolgreich eingesetzt.”
Woran wurde gemessen, dass es ein Erfolg war? Gingen die Zahlen im Vergleich zu vor 2 Jahren so deutlich zurück?

Walter Hasenbrot
2 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Es ist ja leider bei sehr vielen Projekten an Schulen der Fall, dass der Erfolg kaum überprüft werden kann. (Und auch nie überprüft wird, auch wenn es eigentlich geht.)

Sie werden trotzdem durchgeführt, weil Schulleitungen und Minister:innen zeigen wollen, dass sie aktiv sind oder weil Kollegen dringend eine Beförderung wollen. In der Schreibdidaktik der Grundschulen galt ein Konzept als erfolgreich, weil es von vielen Lehrkräften angewendet wurde. Leider stellte sich dann heraus, dass es für die Schüler eher schädlich war.

Dieses Projekt halte ich aber tatsächlich für sinnvoll. Über die Gefahren des Rasens zu warnen, kann nicht schaden. Der Zeit- und Kostenaufwand des Projekts ist gering (Ich glaube, es handelt sich um eine Doppelstunde.) und mir ist kein besseres Konzept bekannt.

Rainer Zufall
2 Monate zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich halte es auch für gut und richtig und würde ausdrücklich begrüßen, dass dies über Langzeit wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird.

Finde es nur anstrengend, dass nun schon von Erfolg gesprochen wurde – dann sind alle erfolgreich -__-

Gugelhupf
2 Monate zuvor

Hm, mir ist noch ein wenig unklar, wie das Programm “Wirksamkeit” zeigt…..

TaMu
2 Monate zuvor

Mir wäre es recht, wenn man die Warnung vor dem Rasen nicht auf illegale Autorennen begrenzen würde. Der allgemeine Alltagsraser benötigt keinen weiteren Raser, um gefährlich schnell zu fahren und zu überholen. Da genügt ein unscheinbares Alltagsauto, das plump genau so fährt, wie es auf der jeweiligen Strecke angemessen und auch geboten ist: maximal 70 km/h und ein Warnschild „Wildwechsel“ in einem Wald mit gelegentlichen Feldern bei Dämmerung im Herbst. Das ist für den allgemeinen Alltagsraser nicht zu ertragen. Er überholt aus innerer Not getrieben gerne auch vor Hügelkuppen und vor Kurven.
Er hupt auch in der Stadt, wenn jemand vor ihm am Zebrastreifen anhält, weil ein Fußgänger zügig darauf zuläuft, aber noch einen Meter entfernt ist. Da hätten seiner Meinung nach noch zwei Autos durch gepasst. An der nächsten zweispurigen Ampelkreuzung nutzt er die Rotphase, um den vermeintlichen Deppen, der am Zebrastreifen angehalten hat, nach dessen Kompetenz im Straßenverkehr zu fragen.
Auf dem Supermarkt- Parkplatz fährt er mindestens im 3. Gang.
Vom Vorrang der geradeaus laufenden Fußgänger gegenüber dem abbiegenden Straßenverkehr hat er noch nie etwas gehört.
Er überholt genauso oft rechts wie links.
Die meisten verkehrsgefährdenden Raser fahren keine illegalen Autorennen. Unfälle und Stress verursachen sie dennoch. Wenn schon darüber gesprochen werden soll, dann hoffentlich für die ganze Bandbreite.