BREMEN. Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung, aber in Erstaufnahme-Einrichtungen für Geflüchtete gibt es trotzdem häufig keine oder unzureichende Bildungsangebote. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie.

Die Ergebnisse der Untersuchung von Johanna Funck (Universität Bremen) und Markus Ciesielski (htw saar) zeigen deutliche Defizite: 38 Einrichtungen (19 Prozent) machten keinerlei Bildungsangebote – obwohl in der Hälfte von ihnen Kinder und Jugendliche oft über Monate lebten. Bei 82 Einrichtungen (40 Prozent) bestand das Bildungsangebot ausschließlich aus schulalternativen Bildungsmaßnahmen oder Deutschkursen, die meist in den Einrichtungen selbst angeboten wurden, deren Qualität stark variierte und die nicht in allen Fällen von Beginn an zugänglich waren.
In 83 Einrichtungen (41 Prozent) war ein Zugang zur Regelschule möglich, allerdings häufig nur eingeschränkt, mit Wartezeiten oder für bestimmte Altersgruppen. Auffällig ist zudem, dass Bundesländer, die Asylsuchende nicht von der Schulpflicht ausschließen, tendenziell bessere Bildungsbedingungen schaffen als jene, die geflüchtete Kinder und Jugendliche von der Schulpflicht zeitweise ausnehmen.
Brüche in Bildungsbiographien setzen sich in Deutschland fort
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine längere Unterbringung in Aufnahmeeinrichtungen ohne schnellen Zugang zu qualitativ hochwertiger schulischer Bildung ein erhebliches Risiko für den weiteren Bildungsweg der Kinder und Jugendlichen darstellt. Bildungsbiografische Brüche entstehen somit nicht nur auf der Flucht, sondern setzen sich in Deutschland fort. Die Studie betont, dass eine inklusivere Ausgestaltung der Schulpflicht ein zentraler Hebel ist, um das Recht auf Bildung verlässlich umzusetzen. Eine verbindliche Schulpflicht für alle – unabhängig vom Aufenthaltsstatus – stärkt die Verantwortung der Länder und erfordert entsprechende finanzielle, personelle und strukturelle Investitionen in Bildung.
Die Studie „Bildungsrechte und Schule für geflüchtete Kinder und Jugendliche in Erstaufnahmeeinrichtungen“ (BiSKE) wurde federführend im Arbeitsbereich Bildung in der Migrationsgesellschaft der Universität Bremen verantwortet. Sie liefert erstmals einen Überblick darüber, wie verfügbar und zugänglich schulische Bildung für geflüchtete Kinder und Jugendliche in den ersten Monaten nach ihrer Ankunft in Deutschland ist.
In allen Bundesländern ermittelten die Forschenden, welche Bildungsangebote es in Aufnahmeeinrichtungen für 6- bis 18-Jährige gibt und inwiefern sie Zugang zu regulären Schulen haben. Zwischen November 2024 und Mai 2025 führten die Forschenden standardisierte Befragungen in bundesweit 203 Aufnahmeeinrichtungen durch. Damit liegt erstmals eine vollständige, systematische Erhebung zur Bildungssituation in deutschen Aufnahmeeinrichtungen vor. News4teachers
Studie: “Willkommensklassen” hemmen (Sprach-)Lernerfolg von Flüchtlingskindern









Sagen wir doch, wie es ist: Das Bildungssystem ist in keinem der Bundesländer auf geflüchtete Menschen ausgelegt. Als Russland mit dem Ukrainekrieg begann, wurden plötzlich Willkommensklassen aufgemacht – aber ohne das dafür ausgebildete Personal (da nicht vorhanden). Plötzlich saßen da 30 Kinder im Alter zwischen 8 und 17, ein Teil musste alphabetisiert werden. Von wem? Wie? Es gab und gibt kein Konzept. Lehrer und Schulsozialarbeit taten ihr Möglichstes, um der Lage Herr zu werden. Anerkennung bekamen weder wir, noch die Lehrkräfte. Dabei wird es bleiben.
“Als Russland mit dem Ukrainekrieg begann, wurden plötzlich Willkommensklassen aufgemacht”
Nein, das war erst der zweite Schritt. Der erste war bekanntlich “Stuhl dazustellen”:
“«Wenn in jeder Klasse ein zusätzlicher Stuhl steht für ein Kind mit entsprechender Ausstattung, ist das zu verkraften», sagte Giffey. «Das machen wir, das bereiten wir vor.» Die Willkommensklassen seien eine Perspektive für die Zeit danach.”
https://www.news4teachers.de/2022/03/bald-wieder-willkommensklassen-bildungsminister-stimmen-schulen-auf-fluechtlingswelle-aus-der-ukraine-ein/
Die Probleme mussten von den Schulen anfangs ohne Unterstützung “von oben” gelöst werden. Alles andere ist Geschichtsklitterung.
“Willkommensklassen” werden zudem aktuell wegen des Lehrermangels wieder abgebaut, trotz immer noch stark vorhandener Migrationsbewegungen (nicht nur aus der Ukraine).
Es hat sich wenig geändert, man lässt die Schulen mit den Problemen der Migration alleine und gibt ihnen dann die Schuld, wenn es nicht funktioniert. Sündenbock eben.
Das ist so nicht ganz richtig. Man gibt vor allem den Migranten die Schuld, wenn es nicht funktioniert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion