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Minderjährige Studenten stellen Unis vor Herausforderungen

MÜNSTER/KÖLN. Die Universitäten  müssen sich künftig auf mehr minderjährige Studenten einstellen. Wenn 2013 etwa die ersten jungen Menschen in Nordrhein-Westfalen das Abitur nach zwölf statt nach 13 Schuljahren machen, sind viele von ihnen noch nicht volljährig und damit auch nur eingeschränkt geschäftsfähig. Das stellt die Hochschulen vor Herausforderungen. «Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die Minderjährigen alles machen können, was ihr Studium mit sich bringt», sagte der Jurist der Universität Münster, Richard Weiß.

Ändert wegen minderjährigen Studenten ihre Einschreibeordnung: Universität Münster; Foto: WWU Münster/Peter Grewer

Ändert wegen minderjährigen Studenten ihre Einschreibeordnung: Universität Münster; Foto: WWU Münster/Peter Grewer

Zum Beispiel brauchen die 17-Jährigen eine Unterschrift der Eltern, um sich einzuschreiben, für Prüfungen anzumelden oder die Bibliothek zu nutzen – und sogar, um einen Internetzugang über die Hochschule zu bekommen: «Theoretisch könnte man damit ja auch jugendgefährdende Inhalte abrufen», sagte Weiß. Zudem könne die Universität keine Aufsichtspflicht ausüben.

Deshalb ändert die Universität Münster, die zum Wintersemester 2013/2014 mit rund 300 minderjährigen Studierenden rechnet, ihre Einschreibeordnung. «Wir verlangen einmal eine Unterschrift der Eltern», sagte ein Sprecher. Sie soll den Studenten die volle rechtliche Handlungsfreiheit verleihen.

Die Überlegungen laufen aber nicht an allen Hochschulen gleich. Ein Sprecher der Kölner Universität sagte: «Eltern können heute schon eine Generalvollmacht ausstellen.» Änderungen plant die Universität wegen der Unter-18-Jährigen zunächst nicht. Immer mehr Studenten brächten ohnehin etwa zu Studienberatungen ihre Eltern mit. «Und wir gehen von einem sehr, sehr geringen Anteil an Minderjährigen aus.»

Studienanfänger unter 18 gibt es an den Hochschulen schon heute – laut dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium aber in einer sehr überschaubaren Zahl. In Münster sind es momentan etwa ein Dutzend. «Für uns und alle anderen Unis wird das aber jetzt eine größere Geschichte», sagte der Münsteraner Universitäts-Sprecher. Durch die neue Regelung sehen die Verantwortlichen aber keine Schwierigkeiten auf ihre Hochschule zukommen. Und: «Die Studenten sind ja nur für ganz kurze Zeit minderjährig», sagte Weiß. dpa

(26.5.2012)

 

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