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CSU-Politiker sieht Abiturientenquote als Fehlentwicklung

BERLIN. Der Bildungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Albert Rupprecht, will die Stärkung des dualen Systems zum Schwerpunkt der Bildungspolitik in der kommenden Leislaturperiode machen.

In Deutschland gibt es nach den Worten  Rupprechts inzwischen zu viele Studenten – und zu wenige Lehrlinge. «Wenn für nur 20 Prozent der Stellen auf dem Arbeitsmarkt ein akademischer Abschluss erforderlich ist, brauchen wir nicht 50 Prozent Studienanfänger pro Altersjahrgang», sagte der CSU-Politiker. Es sei eine «Fehlentwicklung», dass das Abitur in der Bundesrepublik zum eigentlichen «Haupt»-Schulabschluss geworden sei. Rupprecht sagte: «Immer mehr junge Menschen streben heute eine akademische Ausbildung an. 2012 gab es fast so viele Studienanfänger wie betriebliche Ausbildungsverträge. Im Jahr 2000 waren es erst halb so viele.»

Lehrlinge

Nach Meinung des CSU-Bildungsexperten Albert Rupp sollen sich junge Menschen besser über den Wert einer betrieblichen Ausbildung informieren. Foto: BIBB

Der CSU-Bildungspolitiker forderte die jungen Menschen auf, sich besser über den Wert einer betrieblichen Ausbildung zu informieren. Rupprecht: «Wir wollen in der Bildungspolitik keine starren Quoten oder Zielvorgaben vorschreiben – etwa wie viele junge Menschen das Abitur machen oder ein Studium aufnehmen dürfen.» Aber es müsse zum einen «klare Qualitätskriterien» geben, zum anderen müsse die berufliche Bildung wettbewerbsfähiger in Konkurrenz zum Gymnasium und zur Hochschule gemacht werden.

Die Stärkung des dualen Systems mit der Kombination von betrieblicher Ausbildung und Berufsschule werde deshalb in der kommenden Legislaturperiode für die Unionsfraktion in der Bildungspolitik «an erster Stelle stehen», kündigte Rupprecht an. Auch die Möglichkeiten eines «dualen Studiums», also die Kombination von betrieblicher Ausbildung und Studium an einer Hochschule, sollten erweitert werden.

Für die Betriebe werde es heute immer schwerer, geeignete Auszubildende zu finden, sagte Rupprecht. Der CSU-Politiker verwies darauf, dass laut Berufsbildungsbericht 33 000 Lehrstellen unbesetzt geblieben sind. (Karl-Heinz Reith, dpa)

(30.06.2013)

zum Bericht: Der Wirtschaft gehen die Lehrstellenbewerber aus

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