Startseite ::: Politik ::: Berliner Lehrer streiken wieder – „Wir wollen endlich einen Tarifvertrag“

Berliner Lehrer streiken wieder – „Wir wollen endlich einen Tarifvertrag“

BERLIN. Erneut haben mehrere tausend Lehrer in Berlin die Arbeit niedergelegt und den Unterricht ausfallen lassen. Rund 2500 angestellte Pädagogen trafen sich bei strömendem Regen zum Warnstreik auf dem Potsdamer Platz, wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mitteilte. Sie forderten einen Tarifvertrag und bessere Arbeitsbedingungen.

Auch Lehrerinnen und Lehrer der Fritz-Karsen-Schule in Berlin-Neukölln beteiligten sich an dem Warnstreik. Foto: GEW Berlin

Auch Lehrerinnen und Lehrer der Fritz-Karsen-Schule in Berlin-Neukölln beteiligten sich an dem Warnstreik. Foto: GEW Berlin

Berliner Lehrer traten damit laut GEW zum achten Mal in diesem Schuljahr in den Warnstreik. Ihre Forderung: Angestellte Lehrer sollen genauso viel Geld bekommen wie ihre verbeamteten Kollegen. Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos) drücke sich um Verhandlungen und verstecke sich hinter der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TDL), in dem er auf deren Zuständigkeit verweise, so der Vorwurf. „Seit sieben Jahren hält die TdL die GEW allerdings hin – ohne ernsthafte verhandelbare Angebote auf den Tisch zu legen. Wir haben diese Hinhaltetaktik satt und fordern endlich Tarifverhandlungen. Ohne spezielle Regelungen für Berlin wird es keinen Schulfrieden in der Stadt geben“, sagte die Berliner GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik.

Möglicherweise gibt es bald Bewegung auf Seiten der TdL: Noch im Herbst könne es neue bundesweite Tarifverhandlungen geben, hatte der Vorsitzende, Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD), kürzlich angekündigt.

Bei Eltern und Schülern schwinde inzwischen das Verständnis für den Streik, so heißt es in einem Blog von Lehrern, die sich an der Aktion beteiligen, auf der Seite des „Tagesspiegel“. „Wir dulden es, aber wir haben nicht mehr so viel Verständnis“, so wird die Landeselternsprecherin Lieselotte Stockhausen-Döring auf der Seite zitiert. An vielen Berliner Schulen hätten die Telefone nicht still gestanden: „Fällt Unterricht aus? Wann sollen unsere Kinder kommen, ist ihre Betreuung gesichert?“, so haben Eltern wissen wollen.

Die an der Demo beteiligten Lehrer zeigten sich unverdrossen. „Wir wünschen uns einen Tarifvertrag, in dem festgeschrieben ist, was wir verdienen und in dem alle Lehrkräfte von Berlin eingeschlossen sind, auch die Kollegen, die nur ein Fach unterrichten oder nicht grundständig studiert haben“, so wird eine Pädagogin wiedergegeben, die Deutsch für sehbehinderte und sprachbehinderte Schüler in Charlottenburg unterrichtet. News4teachers

Zum Bericht: „Lehrertarife: Verhandlungen in Sachsen – Warnstreik in Sachsen-Anhalt“

 

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*