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Studie: Deutsche Auslandsschulen genießen international hohe Anerkennung

BERLIN. Die mehr als 140 Deutschen Auslandsschulen leisten aus Sicht von Experten in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden einen wichtigen Beitrag zum Ansehen Deutschlands in der Welt. Ausbildung und Abschlüsse der Schulen genießen international hohe Anerkennung. Als Sprach- und Bildungsbotschafter spielen die Schulen eine bedeutende Rolle in der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Deutsche Unternehmen, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, profitieren stark von den schulischen Angeboten. Dabei können die Schulen den Meinungsbildnern zufolge in Zielkonflikte geraten, etwa zwischen Gemeinnützigkeit und Marktorientierung oder nationaler und globaler Ausrichtung. Bund, Länder und freie Träger der Deutschen Auslandsschulen müssen gemeinsam mit diesen Spannungsfeldern umgehen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer Untersuchung des Weltverbands Deutscher Auslandsschulen (WDA) und der Universität St.Gallen zum gesellschaftlichen Wertbeitrag der Schulen, die jetzt im Rahmen des Weltkongresses Deutscher Auslandsschulen in Berlin vorgestellt wurde.

Eine der ersten deutschen Schulen im Ausland war die Schule in China, Tsingtau.- Einweihung des neuen Schulhauses am 2. September 1901 in Tsingtau. (Foto: Bundesarchiv)

Eine der ersten deutschen Schulen im Ausland war die Schule in China, Tsingtau.- Einweihung des neuen Schulhauses am 2. September 1901 in Tsingtau. (Foto: Bundesarchiv)

Die „Studie zum Public Value der Deutschen Auslandsschulen“ untersucht den gesellschaftlichen Nutzen der Auslandsschulen anhand verschiedener Dimensionen wie Wirtschaftlichkeit, Bildung und sozialem Zusammenhalt. „Die Studie ermöglicht den Deutschen Auslandsschulen eine gesellschaftliche Standortbestimmung, dies es so bisher nicht gab“, sagt Professor Timo Meynhardt, Managing Director des Center for Leadership and Values in Society an der Universität St.Gallen. „Sie zeigt, wie wertvoll die Schulen für Gesellschaft und Wirtschaft sind. Das stärkt den Rückhalt in der Öffentlichkeit, die bisher nur zum Teil wahrnimmt, welche Aufgaben die Deutschen Auslandsschulen erfüllen.“

„Die Untersuchung soll die gemeinsame Identität der Schulen nach innen stärken. Zugleich geht es darum, ihre gesellschaftlichen Wertbeiträge selbstbewusst nach außen zu vermitteln“, sagt Detlef Ernst, Vorstandsvorsitzender des WDA. „Die Schulen stärken den Standort Deutschland und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung – seit Generationen, für Generationen. Basis dafür ist die ehrenamtliche Arbeit der Vorstände, in der Regel die Eltern von Schülern an den Deutschen Auslandsschulen.“

Für die Studie hat der WDA repräsentative Meinungsbildner und Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Verbänden in Deutschland interviewt. An einer parallel durchgeführten Onlinebefragung beteiligten sich 285 Vorstände, Schul- und Verwaltungsleiter der Deutschen Auslandsschulen weltweit. Die Untersuchung gleicht also die Außenperspektive des gesellschaftlichen Umfelds mit der schulischen Innensicht ab.

Folgende Leistungen der Auslandsschulen schätzen die befragten internationalen Schulvertreter am stärksten ein: Förderung der deutschen Sprache, Qualität der Ausbildung, Unterstützung der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik. Weniger stark schätzen die Schulen sich ein, wenn es darum geht, ihre Rolle in der deutschen Öffentlichkeit zu vermitteln und Impulse im Bildungssystem zu setzen.

Die Experten in Deutschland sehen die Auslandsschulen dagegen als Impulsgeber. Zugleich betonen sie die wichtige Rolle der Auslandsschulen als „Motor der Integration“ im Sitzland. Der charakteristische Begegnungscharakter der Schulen darf aus ihrer Sicht nicht gefährdet werden. „Finanzielle Zwänge können die Integrationskraft der Auslandsschulen schwächen – die Studie verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen“, sagt WDA-Vorstandsvorsitzender Ernst.

Weitere Informationen und Download der Studie:
www.auslandsschulnetz.de/publicvalue

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