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Große Zahl von Flüchtlingskindern setzt Schulen unter Druck

DÜSSELDORF. Die steigende Zahl an Flüchtlingen wirkt sich auch auf die Schulen aus. Denn für Flüchtlingskinder gilt die Schulpflicht. Die Hilfsorganisation UNICEF schätzt, dass jeder dritte nach Deutschland einreisende Flüchtling ein Kind oder Jugendlicher ist. Rund 65.000 Flüchtlingskinder lebten mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland. 

“Mein Vater wurde entführt, kam wieder frei und wir flohen über gefährliche Wege nach Deutschland”, erzählt Mana (Name geändert). Die 15-jährige Schülerin floh vor fünf Monaten mit ihren Eltern aus Aleppo in Syrien. Sie wohnt jetzt mit ihren Eltern bei Verwandten in Mönchengladbach. Mana ist nur eine von vielen.

Wie groß die aktuelle Dimension des Problems vor Ort ist, zeigt ein Blick in die Städte in NRW. Wie die “Rheinische Post” schreibt, seien von 1564 Flüchtlingen in Gelsenkirchen 641 nicht älter als 18 Jahre, in Dortmund seien 536 von 1870 minderjährig. In Düsseldorf lebten im September 621 Minderjährige in Flüchtlingsunterkünften. In Krefeld sind nach städtischen Angaben knapp 50 Prozent der Flüchtlinge minderjährig.

Es dürfe nicht vergessen werden, dass auch die Schulen auf Unterstützung angewiesen sind Foto: DFID - UK Department for International Development / Wikimedia Commons (CC-BY-2.0)

Schulen benötigen mehr Unterstützung für die Flüchtlingskinder. Foto: DFID – UK Department for International Development / Wikimedia Commons (CC-BY-2.0)

Unklar ist, wie viele der Flüchtlingskinder ihrer Schulpflicht nachkommen. Die Flüchtlingskinder leben mit ihren Familien oft jahrelang in Gemeinschaftsunterkünften ohne Privatsphäre. Medizinisch werden sie nur notdürftig versorgt. Bürokratische Hindernisse erschweren ihren Zugang zu Schulbildung, zählt UNICEF die Probleme auf.

Mana wurde von der Mönchengladbacher Arbeitsstelle für interkulturelle Bildung und Integration in eine Regelklasse einer Realschule vermittelt. Die Wege und Zuständigkeiten sind aber von Kommune zu Kommune unterschiedlich. Nach Recherchen der “Rheinischen Post” müssten sich etwa in Dortmund, neu zugereiste Familien über die Seiteneinsteigerberatung an einer Schule anmelden. Nach Absprache mit dem städtischen Schulamt würden die Schüler, je nach Umfang ihrer Sprachkenntnisse, einer Schule mit einer Auffangklasse oder direkt einer Regelschule zugewiesen. Immer mehr Kommunen böten solche Auffangklassen an. In Dortmund stünden an 48 Schulen und Berufskollegs 67 Auffangklassen zur Verfügung. In Gelsenkirchen seien es 49 Auffangklassen, in Duisburg 77, in Düsseldorf 66. Krefeld verzichtet auf Auffangklassen und setzt stattdessen auf Sprachförderung in Regelschulen. nin

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