Start Praxis Förderschulen werden ihrer Schülerschaft nicht mehr Herr: Verband schlägt Alarm

Förderschulen werden ihrer Schülerschaft nicht mehr Herr: Verband schlägt Alarm

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SAARBRÜCKEN. Förderschulen existieren als besondere Einrichtungen, um Schülerinnen und Schülern mit speziellen Bedarfen besser als an Regelschulen unterstützen zu können. Was aber, wenn Förderschulen dieser Kinder und Jugendlichen nicht mehr Herr werden? Der Verband Reale Bildung Saarland schlägt jetzt Alarm. Die Schülerschaft im Schwerpunkt Geistige Entwicklung habe sich „sowohl in der Quantität, aber auch in der Qualität“ deutlich verändert, erklärt die Vorsitzende Karen Claassen. Gewalt gegenüber Lehrkräften sei auch hier zunehmend ein Thema.

Kinder mit ADHS zeigen öfter auffälliges Verhalten. (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Die Lage erscheint zunehmend explosiv. „Die Schülerschaft an Förderschulen mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Die aktuellen Rahmenbedingungen tragen dieser Entwicklung nicht ausreichend Rechnung“, so heißt es in einer Stellungnahme des Verbands Reale Bildung (VRB) Saarland, der auch Lehrkräfte an Förderschulen vertritt.

Mit Blick auf aktuelle Meldungen, wonach die Gewalt gegenüber Lehrkräften in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist, weist Verbandsvorsitzende Karen Claassen darauf hin, dass „auch an den Förderschulen Geistige Entwicklung eine vermehrte Gewalt zu beobachten“ sei und sich die Schülerklientel „sowohl in der Quantität, aber auch in der Qualität“ verändert habe und weiter verändere. Eine zentrale Ursache sieht der Verband in „komplexen Beeinträchtigungen“, die zu „immer herausfordernden Situationen für die Lehrkräfte“ führten.

„Selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten, Weglauftendenzen, extrem lautes Lautieren oder Schreien über eine längere Zeit“

Bundesweite Daten verweisen auf die wachsende Bedeutung dieses Förderschwerpunkts. Nach Angaben der Kultusministerkonferenz ist die Förderquote im Bereich geistige Entwicklung von 0,6 Prozent im Jahr 1996 auf 1,4 Prozent im Jahr 2023 gestiegen. Damit hat sich der Anteil mehr als verdoppelt.

Wie sich diese Entwicklung im Schulalltag niederschlägt, beschreibt der Verband ausführlich. Förderschulen würden „zunehmend Bildungsorte für Schülerinnen und Schüler mit komplexen und vielfach unklaren Unterstützungsbedarfen“. Lehrkräfte berichteten dabei von „einer starken Zunahme von Kindern und Jugendlichen aus dem Autismus-Spektrum“ sowie von „steigenden Zahlen an Schülerinnen und Schülern mit herausforderndem Verhalten“. Konkret genannt werden „selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten, Weglauftendenzen, extrem lautes Lautieren oder Schreien über eine längere Zeit“.

Hinzu komme eine Verdichtung unterschiedlicher Problemlagen. In der Stellungnahme ist von „Schülerinnen und Schülern mit komplexen Mehrfachbehinderungen, schweren Verhaltensauffälligkeiten, psychischen Belastungen, Traumafolgestörungen sowie hohem Pflege- und Unterstützungsbedarf“ die Rede. Gleichzeitig wachse der psychosoziale Unterstützungsbedarf ebenso wie die sprachliche und kulturelle Diversität.

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Verbandsvorsitzende Claassen beschreibt auch die Folgen für die Arbeit in den Schulen. Die Entwicklung führe zu „einer steigenden emotionalen, physischen und körperlichen Belastung“ bei Lehrerinnen und Lehrern, die wiederum „zu erheblichen krankheitsbedingten Ausfällen und damit zu einer noch höheren Belastung der weiteren Lehrkräfte“ führe. Zudem komme es zu „einer erheblichen Rollenverschiebung der Lehrkräfte“ sowie zu „einer massiven Ausweitung von Kooperations- und Koordinationsaufgaben“.

Im Gesamtsystem übernehmen Förderschulen nach Darstellung des VRB zunehmend eine Auffangfunktion. Sie würden „immer häufiger zur ersten Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die im Regelsystem oder in anderen Förderschwerpunkten keine adäquate Förderung erfahren haben“.

Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick des Verbands auf die strukturellen Bedingungen. Die besondere Zusammensetzung der Schülerschaft erfordere „einen besonderen Zugang“, der jedoch „immer mehr Ressourcen in Personal und Räumlichkeiten“ notwendig mache. Gleichzeitig fehlten „viel zu kleine Räumlichkeiten und vor allem zu wenige, um Situationen auch zu entzerren“.

Daraus leitet der Verband eine klare Forderung ab: Es brauche „dringend eine Investition, um dem Bildungsauftrag auch weiterhin gerecht werden zu können“. News4teachers 

Verabschiedet sich Deutschland aus der Inklusion? Dutzende neue Förderschulen werden gebaut – trotz UN-Rüge

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unfassbar
1 Tag zuvor

Ich stelle mal eine naive Frage:
Wenn sogar Förderschulen mit Teilen ihrer Schülerschaft nicht mehr klar kommen, wie sollen das die Regelschulen mit derselben Schülerschaft und zusätzlich sozial ähnlich auffälliger Klientel ohne Förderbedarf?

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Naja, vom Anteil sind es erstmal weniger, Sie haben also sehr viele positive Vorbilder im Raum sitzen, ohne diese eventuell zuvor wahrgenommen zu haben.
Einfacher ein Kind am Modell lernen zu lassen, wenn nicht 1/3 der Klasse auffällig ist und sich 1/3 anstecken lässt.

Aber da Sie sich hier offensichtlich für eine Stärkung der Inklusion aussprechen, pflichte ich Ihnen ganz bei. Ich meine, was sonst? 🙂

Ulla
22 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich muss irgendwas grundsätzlich falsch machen. Bei mir lernen Kinder mit Förderbedarf nicht einfach so am positiven Vorbild.

Indra Rupp
20 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Bei uns ist Kind mit Förderbedarf das positive Vorbild.

Rainer Zufall
19 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Hospitieren Sie in einer Klasse der Förderschule. Im Verglekch merken Sie schnell, welche Kinder die ersten Jahre an einer Regelschule waren

potschemutschka
18 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wie unterscheiden sich diese von denen, die vorher nicht an einer Regelschule waren? Können Sie das bitte erläutern?

CMW
18 Stunden zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie waren schon vor der Einschulung (es geht hier um den Förderschwerpunkt gE) deutlich weniger beeinträchtigt, hatten im Kindergarten ganz gute soziale Einbindungen und man konnte sich vorstellen, dass diese Situation in der Grundschule wirksam sein könnte. Dann bekommen sie in der GS eine Schulbegleitung, lernen etwas Lesen und Rechne und gehören kognitiv zu den leistungsfähigeren SuS.
Leider können sie aber in der 5. Klasse noch nicht alleine zur Toilette gehen oder sich die Schuhe anziehen und häufig haben sie kaum gelernt, dass sie etwas können!

Inklusion ist großartig, wenn man es richtig macht. (20 Jahre Mobiler Dienst mit Überzeugung)

potschemutschka
17 Stunden zuvor
Antwortet  CMW

Danke für Ihre Antwort.
Aber mich hätte tatsächlich interessiert, was Rainer Zufall mit seinem Kommentar genau meinte.

Rainer Zufall
4 Stunden zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ihnen geht es offensichtlich nicht um die Sache.

Ulla
18 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Hab ich schon oft gemacht. Gehört für mich zum Job dazu.

Rainer Zufall
4 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Das freut mich aufrichtig.
Ich beobachtete häufiger eine Arbeitshaltung (“warum ich zur Schule gehe”, geordnet am Platz sitzen können), Ausdauer und Einhalten der Gesprächsregeln (Distanz halten, Geduld).

Natürlich EHER, nicht perfekt (logischerweise), aber spürbar. Im Bereich Lernen ist dies meiner Meinung nach noch ausgeprägter.
Persönlich muss ich einräumen, dass ich bei den Kolleg*innen teils… unterschiediches Zeitmanagement feststellte (ist aber jetzt auch Jahre her). Zudem teile ich durchaus CMWs Kritik hinsichtlich lebenspraktischer Fähigkeiten (https://www.news4teachers.de/2026/04/foerderschulen-werden-ihrer-schuelerschaft-nicht-mehr-herr-verband-schlaegt-alarm/#comment-799602), daher fordere ich ja auch regelmäßig eine Verbesserung der Inklusion, anstatt das Nichtstun mit den Worten der zuständigen Politik zu entschuldigen, dafür weniger Geld auszugeben.

Randfälle würde ich eigentlich gerne auslassen, aber da muss ich Ihnen im Nachhinein insofern recht geben bzw. einräumen, dass sich auch im Bereich GEnt die Klientel wahrscheinlich nochmal veränderte (Snoozleraum in der Faustglotze und so)

Hans Malz
14 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das klingt jetzt aber mal wirklich interessant. Da hätte ich auch gerne etwas mehr Infos.

Mr X
1 Tag zuvor
Antwortet  unfassbar

Wieso es kommt doch eine Fachkraft in ein bis zwei Stunden in der Woche.
Geben Sie sich halt ein wenig Mühe.

Haltung ist gefragt!

Steißtrommler
23 Stunden zuvor
Antwortet  unfassbar

Mit multiprofessionellen Teams!

Muxi
18 Stunden zuvor
Antwortet  Steißtrommler

bestehend aus einer Person….

Nlra
18 Stunden zuvor
Antwortet  unfassbar

Schonmal darüber nachgedacht, dass unser super exlusiv sSchulssystem mit Bildungselite zu genau dieser Problematik führt?

Indra Rupp
1 Tag zuvor

Das zufällig mehr geistig behinderte Kinder geboren werden, ist eher unwahrscheinlich. Die Gesellschaft “macht” also zunehmend Kinder behindert.

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

So blöd das klingt, aber das vermutlich etwas wahres dran.

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich kann ja nur für meine Stadt, in der ich arbeite, sprechen, aber ganz allgemein fehlen seit längerer Zeit Förderplätze besonders für GE. Das führt dann dazu, dass alle minderschweren Fälle auf GL-Schulen untergebracht werden. Nur die wirklich gar nicht an Regelschulen beschulbaren Kinder werden an Förderschulen untergebracht. Das führt seit Jahren zu einer Verschiebung des Klientels an Förderschulen und macht deren Arbeit immer schwerer. Vorher hatten auch diese eine Durchmischung von leichten geistigen Behinderungen und schweren Behinderungen….

Unfassbar
1 Tag zuvor

Das erklärt aber noch nicht die steigende Anzahl besonders schwerer Fälle.

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ne, das stimmt. Dafür habe ich auch keine Erklärung….

Lehrer
1 Tag zuvor

Ich schon: Eltern!

Ulla
21 Stunden zuvor
Antwortet  Lehrer

Es ist ja auch so, dass immer mehr schwerbehinderte Kinder die Schwangerschaft und Geburt überleben. Das liegt auch an den Fortschritten in der Medizin und ist erstmal eine gute Nachricht. Aber die Förderschulen sind darauf vermutlich nicht eingestellt.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  Unfassbar

Es kann u.a. mit besserer medizinischer Versorgung zusammenhängen, mutmaße aber hier auch nur. Es könnten (!!) sich ja auch die Effekte hier durch bspw. das Recht auf Abtreibung ausgleichen.
(Es geht da ausdrücklich nicht um Wertung, sondern um die Feststellung des Bedarfs)

Frau
1 Tag zuvor
Antwortet  Unfassbar

Das kann an der Mediennutzung der Kinder und der Eltern und der damit einhergehenden mangelnden Förderung/kognitiven Verwahrlosung der Kinder liegen. Mit starker Unterstützung lassen sich Kinder um bis zu eine Standardabweichung von ihrem Basis-IQ nach oben ziehen, bei Verwahrlosung geht es um bis zu einer Standardabweichung nach unten…

Oli
19 Stunden zuvor
Antwortet  Frau

Um eine eine Standardabweichung nach oben durch Förderung? I am intrigued. Was an Forschungsliteratur habe ich verpasst? Durch schlimmste Verwahrlosung nach unten, aber ich habe bei Förderung meine Zweifel.

Unfassbar
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Mehr Diagnose bedeutet mehr Förderstellen.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  Unfassbar

Durchaus!
Im Bereich GEnt widerspreche ich Ihnen da nicht, wobei ich hier auch weniger glaube, dass Kinder durchgewunken werden

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nach meiner Erfahrung liegt es z. T. auch bei diesen Kindern an der Erziehung und den Rahmenbedingungen. Die meisten GE-Kinder, die ich kennengelernt habe, haben sich nicht so benommen, wie oben beschrieben. Auch und gerade diese Kinder brauchen und akzeptieren (in den meisten Fällen) gesetzte Regeln, wenn diese konsequent und verständlich eingesetzt werden. Feste Strukturen und feste Bezugspersonen sind für sie und auch für viele andere Fö-Bedarfe (besonders Lernen und ESE) enorm wichtig für die Orientierung im Alltag (zu Hause, in der Schule und im öffentlichen Raum).

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Nach meiner Erfahrung liegt es z. T. auch bei diesen Kindern an der Erziehung und den Rahmenbedingungen.”
Sie haben dies nach Ihrer Erfahrung nicht beobachtet (augenroll)
“Die meisten GE-Kinder, die ich kennengelernt habe, haben sich nicht so benommen, wie oben beschrieben.”
Sie sind im Ruhestand, der Artikel beschreibt eine Veränderung. Also….

“Auch und gerade diese Kinder brauchen und akzeptieren (in den meisten Fällen) gesetzte Regeln, wenn diese konsequent und verständlich eingesetzt werden.”
Uneingeschränkte Zustimmung!

potschemutschka
12 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ach so, diese gravierende Veränderung gab es erst in den letzten 3 Jahren (seit meinem Ruhestand). Was ist denn in dieser kurzen Zeit so dramatisches passiert? 🙂

Rainer Zufall
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Unsere Gesellschaft hat seit ein paar Jahrzehnten aufgehört, sich dieser Kinder zu … entledigen 🙁
Zudem hat sich die medizinische Versorgung deutlich verbessert, was wohl niemand ankreiden würde.

“Die Gesellschaft “macht” also zunehmend Kinder behindert.”
Die Gesellschaft könnte da durchaus bessere und verbindliche Angebote schaffen, aber wie wäre es stattdessen, soch kostenlos über “Eigenverantwortung” aufzuregen und sonst nichts zu ändern?

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wie “macht” das die Gesellschaft?

Indra Rupp
19 Stunden zuvor
Antwortet  potschemutschka

Handy, keine persönliche Kommunikation, ungesunde Ernährung, Mangelernährung, Verwahrlosung, keine Anreize, keine Kreativität, keine Selbständigkeit, keine Erfahrungen zB draußen, kein selbst erproben, alles abnehmen und in Watte packen,…
Es ist ja durchaus erstaunlich, wen man so alles kennt, der GE attestiert bekam. Mitunter nach dem Kiga auch wieder aberkannt und in LE umgewandelt.
Ein geringer IQ muss wohl eh schon vorhanden sein. Kann mir nicht vorstellen, dass ansonsten Handy und dergleichen reicht, dass daraus GE wird. Aber wenn der IQ schon grenzwertig niedrig ist…
Und dann sind da noch viele Migranten Kinder. Die Sprache machts noch schwerer, Flucht vielleicht traumatisch. Das dann in Verbindung mit oben genannten.
Sind extrem viele Migranten Kinder – und Jungs an Förderschulen. Kann nicht genetisch sein, also müssen die ja dazu “gemacht” werden und die Einordnung gehört auch auf den Prüfstand.

potschemutschka
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

https://www.msdmanuals.com/de/heim/gesundheitsprobleme-von-kindern/lern-und-entwicklungsst%C3%B6rungen/geistige-behinderung
Ich weiß nicht, ob und welche, im Artikel genannten, Ursachen zugenommen haben (sollen). Mir fällt erst einmal nur die höhere Überlebensquote von extrem Frühgeborenen als evtl. Grund der Zunahme ein. Dann würde der medizinische Fortschritt diese Kinder behindert machen (früher haben diese Frühchen nicht überlebt).

Kristine
1 Tag zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Heute überleben Frühchen mit einem Geburtsgewicht von 200 g – das geht selten ohne irgendeinen Schaden aus. Auch sonst sind die medizinischen Möglichkeiten heute für Kinder mit komplexen vorgeburtlichen Schädigungen sehr viel besser als vor 30 -40 Jahren. Gerade an Schulen für körperliche und motorische Entwicklung gibt es mehr Kinder mit komplexen Syndromen, sehr großem Pflegeaufwand, mit Beatmung, es muss sondiert werden – solche Kinder galten früher noch als nicht beschulbar. Autismus wird heute einfach mehr und früher diagnostiziert – ich habe in meinem Bekanntenkreis aus Menschen zwischen 60 und 70 einige, die ich seit über 40 Jahren für eindeutig autistisch halte. Sie haben sich halt irgendwie angepasst und man hat ihre Eigenheiten als Teil ihrer Persönlichkeit wahrgenommen. Der Anteil der Kinder mit schwerem, frühkindlichem Autismus ist meine Meinung nach gleichgeblieben.
Was die psychischen Probleme angeht, gebe ich dir recht und natürlich besuchen durch die Inklusion auch eher die schwerer beeinträchtigten Kinder die Förderschulen. Auf jedem Fall gehen die Kollegen schon lange auf dem Zahnfleisch, wobei all die neuen Erlasse und guten Ideen aus Saarbrücken nicht hilfreich sind.

vhh
18 Stunden zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Inklusion, Menschenrechte, Untersuchung bei Auffälligkeiten – seit längerer Zeit wird daran gearbeitet, ‘Behinderung’ nicht mehr zu stigmatisieren. Dass es Förderung gibt, dass der ‘natürliche Weg’ nicht nur Förderschule ist, wissen inzwischen sehr viele Beteiligte. Vielleicht sind die zunehmenden Zahlen ein Zeichen von abnehmender Scham. Vor Jahren war GE noch gleichbedeutend mit ‘wird nie allein zurechtkommen oder irgendetwas erreichen’, da war vielen Eltern ‘hat die Schule nicht geschafft’ noch lieber. Wikipedia (keine Ahnung woher und wie belastbar) schreibt dazu, 2-3% der Weltbevölkerung fielen in den Bereich geistige Behinderung. Da bleibt viel Raum für unerkannte Dunkelziffern, auch ohne krankmachende Gesellschaft.

Rainer Zufall
1 Tag zuvor

“immer häufiger zur ersten Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die im Regelsystem oder in anderen Förderschwerpunkten keine adäquate Förderung erfahren haben”
Jup. Dies ändert aber nichts an den Herausforderungen, welche sich den Sonderpädagog*innen heute ergeben, bspw. haben die Kids den persönlichen Snoozleraum nur eine Hosentasche entfernt… Da sollten die Baustellen klar abgegrenzt werden.

Was mich in BW wurmt, ist der Aufholbedarf der Strukturen: Verhaltensauffälligkeit und GEnt lassen werden hier arg getrennt, da – meiner Meinung nach nicht zu Unrecht – Ursachen häufig auf die kognitiven Ressourcen zurückzuführen sind, mögliche Werkzeuge aber aus Prinzip ausgeschlossen werden. Ein Unterrichtsausschluss sollte als pädagogische (!) Maßnahme auch hier möglich sein, um Kindern zu verdeutlichen, dass eine Linie überschritten wurde. (Nur meine private Meinung dazu)

potschemutschka
16 Stunden zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“…Verhaltensauffälligkeit und GEnt lassen werden hier arg getrennt, da – meiner Meinung nach nicht zu Unrecht – Ursachen häufig auf die kognitiven Ressourcen zurückzuführen sind…”
Können Sie diesen Teil Ihres Kommentars bitte noch einmal in verständlicher Sprache formulieren und genauer erläutern, was Sie meinen? Danke!

Rainer Zufall
4 Stunden zuvor
Antwortet  potschemutschka

In BW schließen sich die Förderbereiche GEnt und ESEnt aus, gleiches gilt bspw. für einen Unterrichtsausschluss nach §90 im Schulgesetz (soweit ich weiß).

Da nicht einsichtsfähig, keine dieser Maßnahmen. Persönlich fände ich es als Signal an Kind und Familie sehr wichtig, aufzeigen zu können, dass manche Verhaltensweisen nicht in eine Schulgemeinschaft passen, UM Einsicht zu unterstützen 🙁

Naaaja
22 Stunden zuvor

Das ist seltsam:
«immer häufiger zur ersten Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die im Regelsystem oder in anderen Förderschwerpunkten keine adäquate Förderung erfahren haben»
«Schüler mit komplexen und vielfach unklaren Unterstützungsbedarfen»

Was genau soll ein unklarer Unterstützungsbedarf sein? Und sind diese Kinder und Jugendlichen, die in anderen Förderschwerpunkten nicht angemessen gefördert werden können, überhaupt intelligenzgemindert?

Überraschung: Man fördert Kinder mit normaler Intelligenz und massiven Verhaltensstörungen nicht, wenn man sie auf dem inhaltlichen Niveau einer Schule für geistig behinderte Kinder unterrichtet.

Ulla
21 Stunden zuvor
Antwortet  Naaaja

Wo steht denn, dass alle Kinder an der Förderschule intelligenzgemindert sein müssen? Wenn ein Kind aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten nicht in der Regelschule unterrichtet werden kann (z.B. weil es wegläuft, weil es sowohl Mitschülern als auch Lehrern gegenüber aggressiv ist), braucht es eine spezielle Förderung. Aber natürlich bekommt es da nicht die gleichen Aufgaben wie ein geistig behindertes Kind.

dickebank
21 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Lernen und geistige Entwicklung sind meines Wissens nach die Förderbedarfe, die eine zieldifferente Unterrichtung bedingen. Alle anderen werden zielgleich unterrichtet.

Ulla
18 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Genau. Es gibt Förderschwerpunkte und dafür wiederum verschiedene Schulen.

potschemutschka
16 Stunden zuvor
Antwortet  Ulla

Eine Zeit lang gab es auch mal sogenannte Beo(bachtungs)- Klassen an GS für verhaltensauffällige (ESE, nicht-gruppenfähige) Kinder.
Das wurde weitgehend wieder abgeschafft, da zu teuer, obwohl ein Großteil der Kinder nach einer gewissen Zeit erfolgreich in Regelklassen zurückgeführt werden konnte (zielgleiche Beschulung in Kleinklassen mit ausgebildeten Sonderpädagogen und manchmal noch mit Sozialpädagogen).

Katharina
16 Stunden zuvor

Wir haben mittlerweile wöchentlich die Polizei im Haus. Keine KJPP/KJP oder sonstige Einrichtungen unterstützen uns bei stark gewalttätigen Jugendlichen mit geistiger Behinderung. Alle schieben die Verantwortung von sich.
Ob es nur in Sachsen-Anhalt so ist?
Wie sieht es in den anderen Bundesländern aus?

Indra Rupp
15 Stunden zuvor
Antwortet  Katharina

Was will man bei geistiger Behinderung mit der Polizei?
Gibt es geistig Behinderte im Knast? ZB mit Down-Syndrom? Kann ich mir genauso wenig vorstellen, wie Kindergarten Kinder im Knast.

Susanne M.
15 Stunden zuvor

„auch an den Förderschulen Geistige Entwicklung eine vermehrte Gewalt zu beobachten“ sei und sich die Schülerklientel „sowohl in der Quantität, aber auch in der Qualität“ verändert habe und weiter verändere. Eine zentrale Ursache sieht der Verband in „komplexen Beeinträchtigungen“, die zu „immer herausfordernden Situationen für die Lehrkräfte“ führten.”
Tut mir Leid, mir ist das zu viel Geschwurbel um den heißen Brei: ” Behinderte Kinder, die nun eine andere Quantität als auch Qualität ” haben? Werden also mehr behinderte Kinder geboren? Sind die Behinderungen gravierender geworden? Woran liegt es- mangelnde Früherkennung, schlechteres Gesundheitssystem, schlechtere Versorgung von Neugeborenen, Kinderarmut, vergiftete Umwelt….? Was für komplexe Beeinträchtigungen sind das genau? Waren die Kinder früher nur intelligenzgemindert und jetzt sind sie auch noch zusätzlich autistisch?