Startseite ::: Leben ::: Nach Kritik an Türkei: Kurdischer Jugendlicher von Mitschülern verprügelt

Nach Kritik an Türkei: Kurdischer Jugendlicher von Mitschülern verprügelt

MÜNCHEN. Trägt der sich zuspitzende Konflikt zwischen der Türkei und den Kurden Gewalt auch in deutsche Schulen? An einem Münchner Gymnasium haben türkischstämmige Schüler einen kurdischen Mitschüler verprügelt – weil der sich kritisch über die Rolle der Türkei im Kampf gegen den IS geäußert hatte. Dies berichtet die „Abendzeitung“.

Ein 16-jähriger Schüler, dessen Familie aus Kurdistan stammt, habe im Ethikunterricht ein Referat um den Islamischen Staat (IS) und den Krieg an der syrisch-türkischen Grenze gehalten. In seinem Vortrag äußerte sich der Zehntklässler dem Bericht zufolge auch zum Kampf um die kurdische Grenzstadt Kobane und die Weigerung der Türkei, den kurdischen Kämpfern Unterstützung zu gewähren. „Dafür hat der Scheißkurde Prügel verdient“, sollen nach dem Unterricht türkische Mitschüler gemeint haben – und zur Tat geschritten sein.

Sie lauerten ihm laut „Abendzeitung“ nach der Schule auf, am nächsten Morgen gleich noch einmal. Die Schulleitung soll dem Jungen daraufhin geraten haben, erstmal nicht mehr zum Unterricht zu kommen. Tatsächlich sei der Schüler seitdem nicht wieder in der Schule gewesen, heißt es. Sein Vater wundert sich über die mangelnde Unterstützung durch die deutschen Behörden: Der Junge könne ja jetzt nicht ewig zu Hause bleiben.

Bei Demonstrationen von Kurden unlängst in Hamburg und Celle war es unlängst zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit radikalen Muslimen, vermutlich Salafisten, gekommen. Es gab dabei zahlreiche Verletzte. News4teachers

8 Kommentare

  1. Das Verhalten der Schule entsetzt mich. Was ist denn das für eine Lösung? Das Opfer bleibt aus Angst zu Hause und dem Unterricht fern. Das ist ja fast wie ein angeratener Schulausschluss. Über die Täter wird kein Wort verloren. Kommen die ungestraft davon? Im Prinzip müsste gegen die Täter vorgegangen werden. Ich hoffe, die Schule hat das auch getan und die nötigen Schritte eingeleitet, denn, wenn nicht, signalisiert die Schule Angst vor den Tätern.

  2. deutet sich hier ein neuer Trend im Umgang mit anderen Kulturen an?

    • Glaube ich nicht. Hier geht es um die Kämpfe Jugendlicher, die unterschiedliche ausländische Wurzeln haben. Sog. importierte Gewalttätigkeit ist das. Sie findet auch auf Straßen und in Flüchtlingsheimen statt.
      Für die Deutschen gilt weiterhin: Willkommenskultur pflegen, andere Sitten und Gebräuche achten und akzeptieren, im Konfliktfall lieber eigene Interessen zurückstellen.
      Soweit ich das beobachte, deutet sich hier kein „neuer Trend im Umgang mit anderen Kulturen an“.
      Genauso wie „ysnp“ finde ich das Verhalten der Schule skandalös. Vermutlich hat das Lehrerkollegium Angst vor Vergeltung, wenn es gegen die gewalttätigen Jugendlichen vorgeht. Ähnlich wie in Politik und Justiz handelt es sich hier um Duldung und damit Stärkung von Unrecht durch feiges Nichtstun.

  3. Ein Trauerbild für die Schule, da sollte bzw. muss das KM einschreiten und solchen Schülern die Grenzen aufzeigen. Und die Schulen sollten gestärkt werden, damit sie vor solchen Radikalen nichts zu befürchten hat.

    Die Schüler (Täter) sind bereits radikalisiert und haben dem zufolge nichts mehr in der BRD verloren, da solche Jugendliche die nächsten IS-Mitglieder sind.

  4. Der Vorfall an dem Münchner Gymnasium erinnert mich an eine Meldung aus dem Juli. Der stellvertretende Chefredakteur der Bild am Sonntag, Nicolaus Fest, hatte folgende Zeilen geschrieben:
    „Ich bin ein religionsfreundlicher Atheist. Ich glaube an keinen Gott, aber Christentum, Judentum oder Buddhismus stören mich auch nicht.
    Nur der Islam stört mich immer mehr. Mich stört die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen mit muslimischem Hintergrund. Mich stört die totschlagbereite Verachtung des Islam für Frauen und Homosexuelle.
    Mich stören Zwangsheiraten, ‚Friedensrichter’, ‚Ehrenmorde’.
    Und antisemitische Pogrome stören mich mehr, als halbwegs zivilisierte Worte hergeben.
    Nun frage ich mich: Ist Religion ein Integrationshindernis? Mein Eindruck: nicht immer. Aber beim Islam wohl ja. Das sollte man bei Asyl und Zuwanderung ausdrücklich berücksichtigen!
    Ich brauche keinen importierten Rassismus, und wofür der Islam sonst noch steht, brauche ich auch nicht.“

    Der Chefradakteur Kai Diekmann distanzierte sich umgehend von den Worten seines Stellvertreters und der Grünen-Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu verurteilte Festes Islamkritik am nächsten Tag in einem Gastkommentar für das Boulevardblatt. Er habe seinen Augen nicht getraut, als er die „Hasstiraden“ des Autors gelesen habe. Der Kommentar sei „Rassismus pur“ und schüre Vorurteile, Ängste und Menschenfeindlichkeit.
    Nicolaus Fest hat inzwischen ohne Bekundung von Reue den Dienst bei der „Bild am Sonntag“ quittiert. Hut ab vor ihm! Wenn ich nicht irre, arbeitet er heute als freier Journalist.
    Wenn das, was er gesagt hat, als „Hasstiraden“ und „Rassismus pur“ bezeichnet wird und ein Journalist deswegen bundesweit diffamiert wird, kommt mir das Grausen. Unsere „Willkommenskultur“ stellt sich mir als Einladung zu Gewalt und Entschuldigung von Gewalt dar, allerdings nur für Angehörige fremder Kulturen, insbesondere denen des Islams.
    Wundert es da, dass sich türkische Jugendliche ermuntert fühlen, Gewalt gegen kurdische oder auch deutsche Mitschüler auszuüben?

    • Interessant ist auch die politisch im höchsten Maße unkorrekte Serie South Park:

      Alle Folgen, bei denen das Christentum, das Judentum, die Mormonen, Scientology usw. teilweise sehr derb durch den Kakao gezogen oder auch bloß gestellt wird, sind online abrufbar. Die drei Folgen, in denen Mohammed thematisiert, aber auch dargestellt wird, wurden aus dem Netz genommen, weil sich die muslimische Welt darüber echauffiert hat. Ich bin davon überzeugt, dass ein großer Teil der muslimischen South Park-Fans diese Folgen herrlich finden.

  5. Als ich die Sachverhaltsschilderung las und wie die Schule reagiert haben soll, fiel mir spontan der Titel einer CD zum Thema Zivilcourage ein: „Weggeschaut ist mitgemacht“. Oder anders formuliert: Schweigen wird als Zustimmung gewertet.

    Unverständlich, dass das Opfer der Schule fernbleiben soll und nicht die Täter – das Schulrecht sieht sehr differenziert sowohl pädagogische als auch Ordnungsmaßnahmen bei Gewalthandlungen mit Schulbezug vor. Allerdings fürchte ich, dass etwaige wohlbedachte Sanktionen – wenn sie denn überhaupt schulseits getroffen werden -, von Juristen (bei den Aufsichtsbehörden oder den Verwaltungsgerichten) wieder aufgehoben oder gemildert werden.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*