Start Nachrichten IGLU-Studie – neue Auflage: Wie steht es mittlerweile um die Lesekompetenz?

IGLU-Studie – neue Auflage: Wie steht es mittlerweile um die Lesekompetenz?

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DORTMUND. In der letzten sogenannten IGLU-Studie von 2021 zur Lesefähigkeit von Grundschülern hatten die schwachen Ergebnisse schockiert. Nun startet in Deutschland eine neue Erhebungsrunde bei Viertklässlern.

„Fundierte Daten“: Professorin Nele McElvany. Foto: IFS

Für die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung – kurz IGLU – beginnen nun in Deutschland die Erhebungen bei Viertklässlerinnen und Viertklässlern für die nächste Analyse. Laut Bildungsforscherin Prof. Nele McElvany, die für IGLU Deutschland die wissenschaftliche Leitung innehat, wird sich zeigen, ob die seit 2021 ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen. Die letzte Studie hatte damals eklatante Schwächen bei Viertklässlerinnen und Viertklässler gezeigt: Rund 25 Prozent konnten demnach nicht richtig und sinnerfassend lesen.

Deutschlandweit nehmen an der heute startenden Haupterhebung rund 4.000 Grundschülerinnen und Grundschüler des vierten Jahrgangs in 240 Klassen an zufällig ausgewählten Schulen in allen 16 Bundesländern teil. Im Fokus stehe die Lesekompetenz, die in Tests erhoben werde, durchgeführt an digitalen Geräten, schilderte McElvany, Direktorin des Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Uni Dortmund. Neben Testung und Befragung der Schülerschaft würden auch Angaben von Lehrkräften, Schulleitungen und Eltern erfasst.

Letzte IGLU-Studie hatte schockiert

Vor fünf Jahren hatte sich bei der bedeutenden Analyse gezeigt, dass in Deutschland Kinder aus sozial benachteiligten und zugewanderten Familien besonders von der schwachen Lesefähigkeit betroffen waren. Lesekompetenz gilt als Schlüsselqualifikation und Voraussetzung für einen erfolgreichen Bildungs- und Lebensweg.  Das IFS betonte, neben individuellen Lebenschancen sei es auch für den Standort Deutschland im zunehmend globalen Wettbewerb entscheidend, dass alle Kinder den Mindeststandard schaffen und möglichst viele Spitzenleistungen erreichen.

Die nun anstehende Erhebung für 2026 erfasse die Entwicklungen über ein Vierteljahrhundert hinweg. Die Untersuchung werde insgesamt mit mehr als 400.000 Schülerinnen und Schülern in rund 60 Staaten und Regionen durchgeführt.

Kompetenz soll im internationalen Vergleich verortet werden

Ziel sei es zudem, Unterschiede zwischen Schülergruppen zu erfassen und Ergebnisse im internationalen Vergleich einzuordnen, hieß es in Dortmund. «Mit IGLU werden fundierte Daten darüber gewonnen, wie gut Kinder vor dem Übergang auf die weiterführenden Schulen Texte verstehen und nutzen können, aber auch zentrale Informationen über die Lernbedingungen in Schulen oder Veränderungen in der Schülerschaft.» Es gehe also konkret etwa um Digitalisierung oder Unterrichtsqualität, international vergleichend untersucht.

Expertin McElvany betonte, die Ergebnisse der alle fünf Jahre stattfindenden Studie führten zu wichtigen Erkenntnissen und Maßnahmen – wie etwa mehr Leseförderung, flächendeckende Diagnostik-Konzepte zu Beginn und während der Grundschule oder auch frühere Sprachförderung.

«Die internationale Perspektive ist dabei besonders wichtig.» Viele Länder stehen der Forscherin zufolge vor ähnlichen Herausforderungen wie Deutschland, haben Erfahrungen mit bestimmten Strategien und Praktiken gesammelt. Das könne wichtige Impulse für das deutsche Schulsystem bringen. News4teachers / mit Material der dpa

Zwei Jahre nach dem IGLU-Schock: Warum Deutschlands Kinder immer schlechter lesen – Forscher ermitteln Ursachen

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1 Kommentar
Palim
25 Tage zuvor

Expertin McElvany betonte, die Ergebnisse der alle fünf Jahre stattfindenden Studie führten zu wichtigen Erkenntnissen und Maßnahmen – wie etwa mehr Leseförderung, flächendeckende Diagnostik-Konzepte zu Beginn und während der Grundschule oder auch frühere Sprachförderung.“

Bestimmt wird dieses Mal zur Absicherung dieser Erkenntnisse auch erhoben, wie gut die generelle Unterrichtsversorgung ist und wie die konkrete an den Umfrage-Schulen zumindest im vergangenen Jahr war, eine Auswertung der Vertretungssituationen wäre da zielführend und sicher aussagekräftiger als die Versorgungsstatistik zu Beginn des Schuljahres.
Sonst könnte man ja Konzepte, wie DaZ-Förderung in den Raum stellen, die jedoch stets gestrichen wurden, weil sie dem Lehrkräftemangel zum Opfer fielen. Am Ende käme heraus, dass die Förderung nicht effektiv genug ist, dabei konnte sie gar nicht stattfinden.