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Philologenverband hält PISA-Studien für Geldverschwendung

MAINZ. Der Philologenverband Rheinland-Pfalz hält weitere Auswertungen von PISA-Studien zum Bildungssystem für Geldverschwendung. «Dass Mitgliedsstaaten der OECD weiterhin Geld für die Durchführung der aufwendigen PISA-Studien zahlen, ist in Anbetracht der Banalität der Ergebnisse eine Beleidigung für jeden Steuerzahler», betonte die Vorsitzende des Landesverbandes in Mainz, Cornelia Schwartz, am Montag.

In der vergangenen Woche hatte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Studie mit Daten der PISA-Tests von 2003 bis 2012 veröffentlicht. Ein Ergebnis war, dass trotz spürbarer Verbesserungen noch jeder fünfte fünfzehnjährige Schüler in Deutschland zumindest teilweise leistungsschwach ist. Schwartz sagte, unter anderem sei herausgekommen, dass mehr Lehrer dem Bildungssystem gut täten. Das sei eine Banalität. Es müsse mehr auf den Menschenverstand der Experten an den Schulen gesetzt werden.

Finnland etwa habe in frühen Pisa-Studien sehr gut abgeschnitten. Das sei auf das längere gemeinsame Lernen dort zurückgeführt worden. Später habe sich herausgestellt, dass die guten Ergebnisse finnischer Schüler auch auf den bis 2000 praktizierten traditionellen Unterricht zurückzuführen seien. Offene Unterrichtsformen seien nicht «allein seligmachend», betonte Schwartz. dpa

Zum Bericht: PISA-Zusatzstudie: Krasses Schulversagen bleibt in Deutschland ein Problem – trotz insgesamt besserer Leistungen

15 Kommentare

  1. Endlich sagt das mal jemand. Jetzt müssten es noch die Politiker hören.

    • Das werden die Lobbyisten, Gender Mainstreamer, sexuelle Bildungsaufklärer und BWL-Anzugträger schon zu verhindern wissen. Letztere aus rein finanziellen Gründen, weil ihnen eine lukrative Einnahmequelle bei gleichzeitig wenig arbeit abhanden käme. Die Lernstandserhebung könnte man gleich mit abschaffen.

      • Welch seltsam einfache Sichtweise auf unser Bildungssystem. Zurück in die Zukunft – in die 70er Jahre!
        Frau Schwartz schwätzt von etwas, von dem sie wohl nichts versteht. Ich habe es in anderen Foren schon deutlich ausgedrückt: PISA hat im dt. Bildungswesen viel bewegt – und zwar in den Bereichen, die diese Studie untersucht: Mathematik und Naturwissenschaften. In diesen Fächergruppen gibt es seit gut 15 Jahren ein „Umdenken“ in Richtung „Förderung der Kompetenzen“, sei es bei den Methoden, der Aufgabenentwicklung oder der individuellen Förderung. Wesentlich ist, dass diese Reformen in die Lehrerausbildung „durchgeschlagen“ haben (Aufwertung der Fachdidaktiken) – nicht an allen Unis, aber nach meinem Kenntnisstand an sehr, sehr vielen. In meinen Augen ausgesprochen positiv einer didaktischen Professionalisierung, die sich nicht nur aus dem jeweiligen Fach ableitet.

        PS Diesen Beitrag in einem Kommentar mit „Lobbyisten, Gender Mainstreamer, sexuelle Bildungsaufklärer und BWL-Anzugträger“ in einen größeren Verschwörungszusammenhang zu bringen – erschreckend für einen xxx-Lehrer.

        • Woher nehmen Sie die Annahme, Frau Schwartz verstehe nichts von PISA?
          Als Mathematiklehrerin hat sie von MARKUS bis zum letzten PISA-Aufguss alles miterlebt und vermutlich wie viele andere Mathe-Lehrer gesehen, dass sich im Gymnasium alles verändert, aber wenig gebessert hat. Die Orientierung auf „Förderung der Kompetenzen“ hat alles sehr nebulös gemacht, in den Naturwissenschaften noch mehr als in Mathe.

          • Beispiel: eine der Kompetenzen für NAWi in RLP für Klasse 5 ist Papierflieger basteln und ihre Eigenschaften untersuchen – lesen Sie’s nach!

          • Papierflieger basteln und die Flugeigenschaften untersuchen steht in vielen Bundesländern im LP Klasse 5 im Fach Nawi oder bei uns Mensch-Natur-Technik (Klasse 5/6).
            Was haben Sie gegen diesen Ansatz, sich dem wissenschaftlichen Problem des Fliegens (in Natur und Technik) auf diesem handlungsorientierten Wege zu nähern bzw. dieses zu bearbeiten zu erkunden zu erforschen? Das ist doch ein toller Weg, es kann z.B. Otto Lilienthal thematisiert werden oder die Bionik des Fliegens oder moderne Fluggeräte oder oder … …

            Und alles über das eigene Konstruieren von eigenen Papierfliegern, die manchmal gut und dann wieder überhaupt nicht stabil fliegen.
            So kann forschend-entwickelnd unterrichtet werden, so kann – wenn der L. dafür aufgeschlossen ist – schon in Klasse 5 das Wesen der Nawi (wissenschaftspropädeutisches Lernen, experimentelles Arbeiten, …) von Schülern sinnvoll „erfahren“ werden.

            Ich denke mal, Sie sind fachfremd und haben Ihren Einwand ohne Tiefgang mal eben so eingebracht. Lassen Sie sich doch einfach mal fortbilden. 😉

          • Ich habe NAWI nach dem alten (von unserer Schule entwickelten) und nach dem neuen Konzept unterrichtet; habe auch nichts gegen Papierflieger, aber dies als „Kompetenz“ – die natürlich nur in der Schule entwickelt werden kann und nicht etwa zuhause im Spiel entsteht – in einer offizielle Verordnung zu schreiben wirft doch ein sehr eindeutiges Licht auf das angestrebte Niveau, oder?
            Auch in Ihrem Beitrag schimmert die Tendenz durch, eher simple Sachen durch das passende fachdidaktische Vokabular aufzuwerten; genauso wie ich es auf den Fortbildungen und in den Handreichungen vorfand. Arbeiten Sie beim PL?

        • Für Sie erschreckend, für mich nicht. Es kommt auf die Perspektive an und da haben Sie sicher eine andere als ich oder xxx.
          Wenn Sie sich erschrecken möchten, bitte sehr. Formulieren Sie aber fairer Weise Ihren Schrecken so, dass jedem klar ist, dass er Sie betrifft und vereinnahmen Sie mit Ihren Formulierungen nicht auch mich und andere.
          Und die immer beliebter werdende Abqualifizierung anderer Meinungen als „Verschwörungstheorien“ schminken Sie sich besser auch gleich ab. Nach einiger Zeit fällt immer auf, welche Bezeichnungen aus bestimmten Lagern gerade in Mode sind, um andere als „Spinner“ oder sonstwas darzustellen.

          • ich habe den Begriff „Spinner“ nicht benutzt – wenn Sie sich „abqualifiziert“ sehen, dann ist es ganz allein Ihr Problem. Ich habe sachlich auf einen nicht stimmigen Kausalzusammenhang hingewiesen (PISA schlecht – Lobbyisten, Gender Mainstreamer, sexuelle Bildungsaufklärer und BWL-Anzugträger verhindern etwas). Hat natürlich nichts mit Verschwörung zu tun?! Sagen Sie mal, für wie dumm halten Sie mich eigentlich? Unerhört Ihr Beitrag!

          • Verschwörungstheoretiker gelten als Spinner, die Gespenster sehen. Das wissen Sie ebenso gut wie ich. Und es fällt auf, wie oft neuerdings Leute in die spinnerte Ecke von Verschwörungstheoretikern geschoben werden, um ihre Aussagen als Einbildung abzutun.
            Und was xxx schrieb, hat in der Tat nichts mit Verschwörungstheorie zu tun, die Sie daraus machen wollen.
            Wenn Sie mich schon fragen, für wie dumm ich Sie halte, dann kann ich nur sagen: Für reichllich dumm. Jedenfalls so dumm, dass Sie glauben, mit Erschrockenheitsgetue und angriffslustigen, leeren Behauptungen überzeugen zu können.

  2. Seltsam, BaWü geht im neuen Lehrplan für die GS mehr weg von der „Förderung der Kompetenzen“ und setzt wieder mehr auf die Vermittlung von Lerninhalten….

    • @g.h.

      na dann haben Sie Ihren Standpunkt ja noch einmal nachdrücklich kundgetan. Und alle haben diesen verstanden, ich meine das, was ich dazu gesagt habe.

      Schönen Abend noch

  3. @Pälzer

    „habe auch nichts gegen Papierflieger,“ Ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin mag ich diese auch nur als Kinderbelustigung, aber darum geht es im Nawi-Unterricht ja nicht.

    „aber dies als „Kompetenz“ – die natürlich nur in der Schule entwickelt werden kann und nicht etwa zuhause im Spiel entsteht“
    Der Papierflieger steht nicht als Kompetenz irgendwo, sondern dieser soll als ein Bspl. – aus der Lebenswelt mit hochmotivationaler Ladung (bin ich auch skeptisch!) – genutzt werden, um fächerübergreifend ein wichtiges Thema zu erschließen. Deswegen auch meine obigen Ausführungen, wie dieses erfolgen könnte. Für mich jedenfalls – auch nach meinen Erfahrungen in Schulen und Fobis – ein sehr guter Weg.

    „wirft doch ein sehr eindeutiges Licht auf das angestrebte Niveau, oder?“

    Nein, das sehe ich anders, auch da es nicht nur um Papierfalten und Fliegen-Lassen gehen soll, sondern um physikalische Grundprinzipien oder die Verknüpfung mit der Natur (Bionik wie erst schon mal gesagt). Wie fliegen Vögel, wie Samen von Pflanzen, warum machen diese das denn überhaupt. Sie sehen: Grundsätzliche nawi Fragen können mit einem Papierflieger altersgerecht thematisiert werden.

    „Auch in Ihrem Beitrag schimmert die Tendenz durch, eher simple Sachen durch das passende fachdidaktische Vokabular aufzuwerten; genauso wie ich es auf den Fortbildungen und in den Handreichungen vorfand. Arbeiten Sie beim PL?“

    Das tut mir leid, wenn das so „rüberkommt“ – aber die Sachen sind gar nicht so simpel und ich will auch nichts aufwerten durch fachdidaktisches Vokabular. Ich rede nur von meinen Erfahrungen und von dem, was ich seit vielen Jahren auch selbst mache. Das Theme dieses Forums (Pisa etc) passt so sehr!

    Was oder wer ist PL?????

    • PL (Entschuldigung, wieder ein Effekt der Landeshoheit im Bildungswesen!) = Pädagogisches Landesinstitut in Rheinland-Pfalz (so heißt es seit der letzten Umbenennung).
      Es wär‘ reizvoll, die Papierflieger und unsere Unterrichtserfahrung damit weiter zu besprechen, aber wir kommen sehr weit vom Artikel weg!

      • aber den „Papierflieger“ haben Sie schon in die Diskussion eingebracht.
        😉

        OK, jetzt weiß ich endlich was PL ist – habe schon lange gegrübelt! (Ist das da in Speyer? Da war ich auch schon mal – als Externer. Nettes Örtchen und schöne Bauten (neu- Fobistätte und alt- römisch!! klasse)

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