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Internate in NRW: Schülerzahlen steigen wieder – außer an konfessionellen Schulen

DÜSSELDORF. Seit Jahren haben viele Internate mit sinkenden Schülerzahlen zu kämpfen. Zumindest in Nordrhein-Westfalen zeichnet sich nun eine Trendwende ab. Für die konfessionellen Schulen sieht es indes noch nicht rosig aus.

Nach langer Durststrecke verzeichnen viele Internate in Nordrhein-Westfalen wieder einen wachsenden Zulauf. Wie der Verband Deutscher Privatschulen NRW (VDP) mitteilte, seien die Schulen wieder gut ausgelastet und es gebe in diesem Jahr sogar Neugründungen von Internaten. Rund fünfzig Internate mit insgesamt 3000 Plätzen gibt es nach Verbandsangaben derzeit in NRW – 18 davon gehören zum VDP.

Ganztagschulausbau, Missbrauchsskandale und gesellschaftlicher Klimawandel: Keine leichten Zeiten für Internate. tohma / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Ganztagschulausbau, Missbrauchsskandale und gesellschaftlicher Klimawandel: Keine leichten Zeiten für Internate. (hier: CJD-Christopherusschule Königswinter). Foto: tohma / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Bei den katholischen und evangelischen Internaten sieht die Lage weniger positiv aus. Wie der Verband Evangelische Internate Deutschlands (EID) mitteilte, habe man in den vergangenen zehn Jahren bundesweit etwa ein Viertel der Plätze verloren. Alleine in NRW seien drei Internate geschlossen worden.

In den katholischen Internaten lag die Schülerzahl 2009 bundesweit noch bei rund 4000. Für das Jahr 2017 rechnet der Verband Katholischer Internate und Tagesinternate (VKIT) jedoch nur noch mit etwa 2800 Schülern. Allerdings sei zumindest die Schülerzahl bei den Tagesinternaten seit Jahren stabil.

Durch den Ausbau von Ganztagsschulen und die Debatte um sexuellen Missbrauch seit Ende der 90er Jahre ist die Zahl der Anmeldungen an vielen Internaten seit Jahren rückläufig. (dpa)

Kirchliche Internate in der Krise – immer mehr Einrichtungen müssen schließen

24 Kommentare

  1. Angelika Oetken

    Ein gegenläufiger Trend an konfessionellen Internaten: das spricht für ein gestiegenes Verantwortungsbewusstsein der Eltern. Den Geist der Übergriffigkeit zu verwandeln, um ihn zu überwinden, ist sehr schwer. Die Elternschaft von heute scheint dies den konfessionellen Trägern nicht zuzutrauen.

    • So, so, in konfessionellen Internaten herrscht also unisono der Geist der Übergriffigkeit, dessen Überwindung so schwer ist, dass die Elternschaft von heute dies den konfessionellenTrägern nicht zuzutrauen scheint.
      Man kann’s auch übertreiben, Frau Oetken, und damit den Eltern ein grundsätzliches Misstrauen gegen die Arbeit der Kirchen mit Kindern und Jugendlichen einimpfen.
      Wie ist es eigentlich mit den Kinderehen und dem Geist der Übergriffigkeit in islamischen Kirchen? Hier könnten Sie doch tätig werden, um den Mädchen lebenslange Traumata zu ersparen.

      • Angelika Oetken

        Misstrauen ist eine negative Einstellung anderen gegenüber @anonymus. Wer Kinder vor Missbrauch, Misshandlung und Gewalt schützen will, sollte an Stelle von fahrlässigem Vertrauen eine gute Portion gesunder Skepsis aufweisen. Und genau diese Haltung scheint die Mehrzahl der Eltern auszuzeichnen, die sich heutzutage entscheiden, ihr Kind in einem Internat unterzubringen.

        • Vielleicht aber auch so viel geld, dass die Erziehungszeit lästig sein kann und gegen Bezahlung von anderen übernommen wird. Geld kann den Charakter verderben…

          • Wenn man sich um die Erziehung seiner Kinder nicht kümmern kann oder will, dann sollte man sich besser keine Kinder anschaffen.

          • Im Prinzip stimme ich Ihnen zu, Herr Wrobel. Warum aber tut der Staat dann alles, um das elterliche Kümmern kleinzureden und kleinzumachen und seine institutionelle Kindererziehung durch Ganztagsangebote anzupreisen und auszuweiten? Abends, wenn alle müde sind und nachts, wenn alle schlafen, dürfte kaum mehr viel Kümmern stattfinden.

            @Frau Oetken
            “eine gute Portion gesunder Skepsis” bedeutet nicht, die kirchlichen Erziehungseinrichtungen ständig mit Missbrauch in Verbindung zu bringen und das Kind mit dem Bade auszuschütten.
            Gesunde Vorsicht und Skepsis eines Radfahrers bedeutet auch nicht, vom Radfahren abzuraten und abzusehen und nur noch zu Fuß zu gehen oder andere Fortbewegungsmittel zu benutzen.
            Wer das tut, dem ist vorm Rad eine Heidenangst eingejagt worden, aber keine gesunde Vorsicht.

            “Gesunde Skepsis” hat m.E. nichts mit dem zu tun, was Sie immer wieder an Warnungen gegen kirchliche Kinderbetreuung loslassen. Das erinnert mich an die hysterische Medienkampagne gegen die kath. Kirche unter dem widerlichen Schimpfwort “Kinderfickersekte”, das ein Blogger in die Welt gesetzt hatte.

            Mich würde weiterhin interessieren, warum Sie sich niemals den Kinderehen und den Traumata vieler muslimischer Mädchen widmen.

          • Ich verbringe fast meine gesamte Freizeit mit meiner Familie.Die Unterbringung der Kinder im Kindergarten ermöglicht schließlich die Berufstätigkeit beider Eltern und dennoch nutzen wir intensiv die Zeit mit den Kindern.Es würde mir nie einfallen die Kinder in ein kirchliches oder ein privates Internat zu gebe. Zu unterschiedlich sind unsere Ansichten gegenüber diesen Organisationen. Ich könnte mich weder mit dem gegenreformatorischen Orden der Jesuiten, noch mit den den Ansichten eines Herrn Steiner anfreunden.Das sind beides extreme Varianten , die mir nicht liegen.

          • Ich wusste garnicht, dass es auch Waldorf-Internate gibt. Abgesehen davon gibt es nicht-konfessionelle Internate.

            Mir würde es aber auch im Traum nicht einfallen, meine Kinder in ein Internat zu stecken. Die Ganztags- und U3-Kindergärten gehen mir als ausdrücklicher Befürworter des Alleinverdienertums sogar schon zu weit. Das deutsche Rentensystem, der individuell gewünschte Lebensstandard und die Kurzlebigkeit zu vieler Beziehungen zwingt die Eltern allerdings in vielen Fällen dazu.

            Frau Oetken sieht in Internaten ihrer Aussage nach sexuelle Missbrauchsanstalten. Ja, die gibt es. Aber auch in den schlimmsten Zeiten am schlimmsten Internat dürften auch nur eine deutliche Minderheit der dort wohnhaften Kinder missbraucht worden sein und das auch nur von einem kleinen Teil der Internatsarbeiter.

            (Off Topic, bitte auf der Sachebene lesen: Bei einer Fortbildung wusste eine Referentin, dass 20% aller Schüler Suizidgedanken hatten. Gleichzeitig erlebte sie in ihrer bisher 20-jährigen Dienstzeit als Therapeutin eine handvoll tatsächlicher Suizide bei nicht einmal 100 Suizidversuchen. Und das als Therapeutin, die nur mit den gefährdetsten Schülern arbeitet, während Lehrer mit hunderten verschiedenen Schülern jedes Jahr Kontakt hat. Sicherlich hat sie eine Menge Suizide und Suizidversuche verhindert, aber trotzdem hat sie ein statistisch kaum, aber wenn sehr drastisches Problem vollkommen unberechtigt zu einer allgegenwärtigen Katastrophe hochgequatscht. Zugegebenermaßen wenig empathisch, aber um so aspergerischer, habe ich sie knallhart drauf angesprochen. Fand sie nicht so toll, weil sie so eine Frage wohl noch nie gestellt bekommen hat. Die Missbrauchsgeschichte von Frau Oetken geht für mich in dieselbe Richtung.)

      • Angelika Oetken

        Ich greife Ihre Analogie mit dem Radfahren auf @anonymus und übertrage Sie auf das Thema des Artikels.

        Stellen wir uns vor, eine Institution bietet, unter dem Versprechen, ein besonders gutes Angebot zu haben, Fahrradkurse für Kinder und Jugendliche an. Diese Organisation nutzt ihren politischen und ökonomischen Einfluss, um von den Kostenträgern, mehrheitlich die Eltern der Radfahrschüler, einen besonderen Vorschuss an Vertrauen einzufordern. Verbunden mit der mehr oder minder unverholenen Aufforderung, der Organisation zusätzlich zu den Beiträgen kräftig Spenden zukommen zu lassen und dem stillschweigenden Konsens darüber, dass die Kurse nicht von außen kontrolliert werden. Erwachsen geworden, melden sich KursteilnehmerInnen und schildern, wie es wirklich zuging beim Radfahren lernen. Dass einige AnleiterInnen nahezu unbehelligt mit Wissen der institutionell Verantwortlichen ihre SchülerInnen sexuell missbrauchen und misshandeln durften. Nicht nur das: diese MissbrauchstäterInnen luden auch noch Gleichgesinnte von außen ein, sich an den Verbrechen an Kindern zu beteiligen. Anstatt nun die Vergangenheit aufzuarbeiten und Verantwortung zu übernehmen, nutzt der Anbieter seine exzellente Vernetzung, um die Aufklärung der Überschreitungen zu be-, bzw. verhindern. Insbesondere, indem er seine Medienabteilung aktiviert. Trotzdem, mit Hilfe der Medien nämlich, kommt mehr und mehr heraus. Nämlich, dass die Missbrauchskriminalität über Jahrzehnte systematisch vertuscht wurde und mit anderen Formen der Regelüberschreitung korrespondiert, von denen der Träger der Fahrradkurse sehr profitiert hatte.

        Wäre es den Eltern potentieller RadfahrschülerInnen zu verdenken, wenn sie fortan den Versprechungen und dem Image der Radfahrkursanbieter weniger Glauben schenken und statt dessen deren Angebot und Ruf kritischer prüft als Eltern es die Jahre vorher getan hatten? Und sollten wir nicht auch von den Personen, die staatlicherseits für die Kontrolle von Kinderfahradkursen zuständig sind erwarten, dass sie alle Anbieter gleich straff kontrollieren?

      • Angelika Oetken

        “Mich würde weiterhin interessieren, warum Sie sich niemals den Kinderehen und den Traumata vieler muslimischer Mädchen widmen.”

        Ich widme mich in meinen Kommentaren grundsätzlich den Themen dar Artikel @anonymus. Und hier geht es um den Rückgang der Schülerzahlen an konfessionellen Internaten.

        • Auch in früheren Kommentaren, in denen es vornehmlich um sexuellen Kindesmissbrauch ging, ließen Sie die muslimischen Kinderehen immer außen vor, obwohl sie bis heute an der Tagesordnung sind und alles in den Schatten stellen, was wir an Missbrauch von kirchlichen Trägern kennen.

          • Angelika Oetken

            Falls ich hier auf diesem Blog einen Artikel übersehen habe, in dem es um muslimische Kinderehen ging, freue ich mich über einen Hinweis von Ihnen @anonymus.

            “obwohl sie bis heute an der Tagesordnung sind und alles in den Schatten stellen, was wir an Missbrauch von kirchlichen Trägern kennen.”

            Darf ich fragen, worauf Ihre Einschätzung beruht?

        • @A. Oetken
          Es geht im Artikel um konfessionelle Schulen und deren Beliebtheitsverlust. Also geht es letztlich um die Kirchen als Träger, von denen Sie die katholische kräftig aufs Korn nehmen.
          Warum dann nicht die muslimische Kirche, die in vielen ihrer Moscheen die Kinderehe verteidigt und sogar gutheißt auch mit einbeziehen?
          Das Artikelthema als Begründung Ihrer Weigerung anzuführen, auch mal auf die konfessionell begründeten Kinderehen einzugehen, ist nicht stichhaltig und wirkt vorgeschoben.

          • Angelika Oetken

            Gibt es in Deutschland muslimische Religionsgemeinschaften, die Internate tragen und wegen Missbrauchskriminalität aufgefallen sind?

      • Angelika Oetken

        “Das erinnert mich an die hysterische Medienkampagne gegen die kath. Kirche unter dem widerlichen Schimpfwort „Kinderfxxxxxsekte“, das ein Blogger in die Welt gesetzt hatte.”

        Bei allem Verständnis für die berechtigte Wut, die einige Opfer der Katholischen Kirche angesichts dessen, was ihnen Kleriker und Ordensfrauen angetan haben empfinden, halte ich es weder für gesund, noch für zielführend, sich an den außerordentlich ordinären Taten und Haltungen der Täterinnen und Täter zu orientieren. Das gilt auch für die Sprache, welche die KindesmissbraucherInnen im Zusammenhang mit ihren sexuellen Übergriffen benutzten. Man sollte sich schon präzise ausdrücken, gerade, wenn es um Dinge geht, die die meisten Menschen sich weder vorstellen können, noch wollen. Aber dazu ist es nicht notwendig, sich auf vulgäre Weise mitzuteilen. Nicht mal, wenn man etwas zitiert.

        • Ich halte Zitieren für wichtig und unverzichtbar, wenn es um das Aufzeigen einer verbalen Ungeheuerlichkeit geht, die sowohl eine Institution als auch ihre Mitglieder in übelster Weise verleumdet.

          • Angelika Oetken

            Deshalb habe ich diesen Ausdruck, den ich niemandem zumuten möchte, “verixelt” @anonymus. Jeder normale Erwachsene wird trotzdem wissen, um was es geht.

            Stichwort “Sekte”: tatsächlich gibt es innerhalb kirchlicher Institutionen sektenartige Formationen. In einigen davon wurde über lange Zeiträume hinweg organisiert missbraucht. Manchmal bis heute. Selbstverständlich kommt so etwas in jedem Milieu vor. Aber bei christlichen Sekten scheint es sich um besonders günstige Tatorte zu handeln.

  2. Angelika Oetken

    Apropos “vulgär”: wer sich darüber informieren möchte, wie es an einer vom Jesuitenorden getragenen Schule mit angeschlossenem Internat, die jahrzehntelang als “vorzüglich” galt zuging, möge das hier vorgestellte Buch lesen http://www.zeit.de/2010/09/Interview-Ostrowski

    Es dauert mindestens genauso lange, die ordinäre, von Menschenverachtung getragene Haltung, die eine solche Institution kennzeichnet zu überwinden, wie sie zu etablieren.

    • Wie passt das zusammen? Erst verurteilen Sie vulgäre Begriffe (auch als Zitate), dann empfehlen Sie ein von der ZEIT vorgestelltes Buch über eine vom Jesuitenorden getragene Schule, das offenbar gespickt ist mit solchen Ausdrücken.
      Ich kann nur einen Unterschied entdecken: Wenn ich die Kirche vor einer infamen und vulgären Allgemeinverurteilung in Schutz nehme, wollen Sie von dem Schimpfwort nichts wissen und lehnen auch seine Zitierung ab.
      Wenn aber Vulgärausdrücke dazu dienen, die kath. Kirche und ihre Orden querbeet als Pädophilenhochburgen darzustellen, dann verweisen Sie gern auf ein Buch über eine vom Jesuitenorden getragene Schule mit Vulgärzitaten.
      Vulgärbegriffe lehnen Sie also nicht per se ab, sondern nur dann, wenn Sie Ihnen nicht ins Konzept passen.

      Frau Oetken, auch wenn Sie Kinder vor sexuellem Missbrauch bewahren wollen (außer in Kinderehen) und sich als Expertin für Kinderschutz verstehen, so sehe ich doch Ungereimtheiten und Ausweichmanöver (auch durch frühere Kommentare), die mich vermuten lassen, dass Sie nebenher noch andere Interessen verfolgen.

      • Angelika Oetken

        Ich lehne sexuelle und sexualisierte Übergriffigkeiten ab, auch solche in verbaler Form @anonymus. Das Buch, auf das ich hingewiesen habe, ist laut der Einschätzung von Ehemaligen des Aloisiuskollegs authentisch, insbesondere, was das Vulgäre angeht, das den die Schule tragenden Zirkel kennzeichnete. Ich fand es in einigen Passagen schwer erträglich. Nicht so sehr wegen ordinärer Ausdrucksweisen, sondern wegen der Kaltherzigkeit und Lieblosigkeit, die, folge ich den Schilderungen des Autors, an der Einrichtung geherrscht hat. Gegenüber einigen Opfern schlug sie dort in sadistische Aggression und Menschenverachtung um. Die Fahrlässigkeit, die die Schulverantwortlichen gegenüber den Jungen und Mädchen walten ließen, hat bei mir Betroffenheit ausgelöst.

        Ich finde es z.B schwer nachvollziehbar, dass Fotografien von Jungen, die Menschen mit normalem Empfinden als kinderpornografisch einstufen, für alle sichtbar im Schulgebäude ausgestellt und in den Jahresheften veröffentlicht wurden. Eltern, Personal und Besucher gingen daran vorbei, ohne dass irgendwer intervenierte.

        • “Das Buch, auf das ich hingewiesen habe, ist laut der Einschätzung von Ehemaligen des Aloisiuskollegs authentisch”

          Zur Authentizität: Die ungeheuerliche Behauptung, die kath. Kirche sei eine “Kinderfickersekte” brauchten Sie nicht zu verpixeln, denn dieser Ausdruck hat eine Zeit lang die Schlagzeilen der Medien bestimmt und ein Gericht beschäftigt, war also ausgesprochen authentisch.

          Was soll außerdem die sympathische Rücksichtnahme auf dass sittliche Empfinden der Leser bei Vulgärausdrücken einerseits und die Empfehlung eines Buches voller Anstößigkeiten (auch noch in Form von Fotos) andererseits?
          Aber dazu habe ich in meinem vorigen Beitrag schon einiges gesagt.

          Meinem Eindruck nach, scheint Ihnen alles erlaubt und sogar empfohlen, wenn es denn nur die kath. Kirche als jene Sekte darstellt, deren Namen zu sagen Sie ablehnen, aber alles dafür tun, um ihn als berechtigt zu bestätigen.

          • Angelika Oetken

            Der Autor des Buches schildert auf Weise, was er während seines Aufenthaltes im Internat des Aloisiuskollegs erlebt hat. Wenn das abstoßend wirkt, dann nur, weil es die Zustände in dieser Einrichtung widerspiegelt.

  3. Angelika Oetken

    Beim Aloisiuskolleg in Bonn Bad Godesberg handelt es sich um einen verhältnismäßig gut untersuchten institutionellen Tatort. Von den 50er Jahren bis jetzt trieben dort nach Angaben von Opfern mindestens 21 klerikale und 6 weltliche Täter ihr Unwesen. Ein Täter sticht wegen seiner prominenten Stellung und seines klaren Täterprofils besonder hervor. Es handelt sich um einen mittlerweile verstorbenen, mutmaßlich sadistisch gestörten Jesuitenpriester, den die Verantwortlichen über Jahrzehnte unbehelligt Jungen misshandeln und sexuell ausbeuten ließen. Pater Ludger S. leitete lange Jahre die Schule und das Internat, wohnte auf dem Gelände und verließ es auch nicht, nachdem er nach 35 Jahren dort in den Ruhestand ging. Ludger S. galt als Fotonarr, der exzessiv halbnackte oder unbekleidete Jungen ablichtete. Auf Kosten der Schule hatte dieser Pater sich ein sehr hochwertiges Fotolabor eingerichtet, zu dem außer ihm als einziger sein Lieblingsschüler Matthias von W. einen Schlüssel besaß. http://www.jesuiten.org/fileadmin/Redaktion/Downloads/Abschlussbericht_AKO_Zinsmeister.pdf (im Bericht als Pater „Georg“ bezeichnet, ab S. 55)

    Die Sache mit den Photos und den Filmen von nackten oder halb bekleideten Jungen wurde von den Verantwortlichen und der Mehrheit der Alumni lange herunter gespielt. Nach und nach ergaben sich aber immer mehr Indizien, dass die – scheinbar harmlosen- Photos, die Pater S. auch öffentlich ausgestellt hatte und die in Jahrbüchern abgedruckt wurden, nur die Oberfläche von etwas weitaus Drastischerem waren. Einige der Opfer des Pater S. hatten seinen Hang zu Sadismus und Gewalt zu spüren bekommen, den dieser Mann hinter einer jovialen Fassade verbarg.

    Schon 2007 gab es einen sehr ernsten Hinweis, was sich dahinter vebarg. Matthias von W., längst erwachsen, wurde in den USA wegen Besitzes übelster Kinderpornografie verhaftet. Ich nutze für sowas lieber den Begriff Missbrauchsabbildungen. Die Filme zeigten die sexualisierte Misshandlung von Kleinkindern und Kinder, die in gefesseltem Zustand missbraucht wurden. Außerdem fand man bei Matthias von W. Chatprotokolle, in denen er den Wunsch äußert, ein kleines Mädchen sadistisch zu quälen. Matthias von W. wurde zu acht Jahren Haft verurteilt. Inzwischen soll er seine damals schwangere Freundin geheiratet haben und gemeinsam wieder in Deutschland leben
    http://www.nydailynews.com/news/crime/nab-hamptons-broker-piles-kid-porn-article-1.217504
    http://www.sueddeutsche.de/panorama/kinderpornos-bei-adligem-gefunden-man-sah-ihn-immer-mit-schoenen-frauen-1.854015

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