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Interview mit GEW-Chefin: „Wir haben uns sehr gewundert über das CDU-Wahlprogramm“

HANNOVER. Der Zusammenprall war hart. Im niedersächsischen Landtag lieferten sich Regierung und Opposition in dieser Woche verbissene Wortgefechte um die Bildungspolitik, die wieder einmal zum Zankapfel zu werden droht. Im Interview kritisiert Niedersachsens designierte GEW-Chefin Laura Pooth die Polemik in der Debatte und setzt Pflöcke für den kommenden Landtagswahlkampf. Besoldung, Inklusion, Förderschulen, Lehrermangel – die bildungspolitische Agenda ist voll.

Bildungspolitik ist derzeit in aller Munde, Opposition und Koalition streiten heftig. Haben Sie Sorge, dass das Thema im jetzt beginnenden Landtagswahlkampf zum Zankapfel wird?

Ja, das nehme ich sehr stark wahr, es wird sehr polarisiert und polemisiert. So sagt beispielsweise die CDU: «Gar kein Problem, wir garantieren Unterricht.» Da fragen wir uns natürlich, wie es eine Unterrichtsgarantie geben soll, wenn es nicht genug Lehrkräfte gibt.

Vor allem die Abordnungen von Gymnasiallehrern an Grundschulen haben zum Schuljahresstart für Unruhe gesorgt. Wie sehen Sie die Situation?

Uns stört der späte Zeitpunkt, zu dem die Schulen informiert wurden. Es gab schon vor den Ferien eine Abordnungswelle, organisiert als Ringtausch: Gymnasiallehrer an Oberschulen, Lehrer von Oberschulen an Grundschulen, um eben nicht die Gymnasialkollegen direkt an die Grundschulen zu schicken. Das hat man dann wieder beendet. Und dann hieß es zum Schuljahresbeginn: Jetzt muss die Schule noch mal 100 Stunden abordnen an die Grundschule. So ein Eingriff in den laufenden Betrieb ist für alle Beteiligten schwierig. Für uns ist unverständlich, warum nicht die Zeit in den Ferien genutzt wurde, das in die Hand zu nehmen.

Verworrene Situation: Die Bundestagswahl steht an und der Landtagswahlkampf in Niedersachsen wirft seine Schatten voraus. (Symbolbild). Foto: Bernd Schwabe in Hannover / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Verworrene Situation: Die Bundestagswahl steht an und der Landtagswahlkampf in Niedersachsen wirft seine Schatten voraus. (Symbolbild). Foto: Bernd Schwabe in Hannover / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Warum sind diese Abordnungen überhaupt nötig?

Wir haben einen eklatanten Lehrermangel, vor allem in Grund-, Haupt- und Realschulen. Zum einen hat die schwarz-gelbe Landesregierung seinerzeit die Zahl der Studienplätze gekürzt. An den Standorten Göttingen und Hannover wird das Haupt- und Realschullehramt als Studienrichtung nicht mehr angeboten. Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurde zudem die Studienzeit verlängert. Daher haben wir in diesem Jahr nicht genug Absolventen – rund 400. Im kommenden Jahr werden es 1000 sein. Außerdem gibt es eine Pensionierungswelle. Die GEW hat vor allen diesen Entwicklungen seit 2007 gewarnt.

Wenn Sie Kultusministerin wären, welche Schritte würden Sie unternehmen, um den Lehrerberuf attraktiver zu machen?

Die erste Maßnahme muss sein: Die Besoldung sollte für alle Lehrer auf das Niveau angehoben werden, das jetzt Gymnasiallehrer erhalten. Die Studiengänge sind inzwischen gleich lang, zehn Semester plus eineinhalb Jahre Referendariat. Sowohl die Ausbildung als auch die Tätigkeit wurden in Rechtsgutachten als gleichwertig anerkannt. Trotzdem hat der Einsteiger im Lehramt am Gymnasium etwa 500 Euro brutto mehr und eine niedrigere Unterrichtsverpflichtung: Am Gymnasium sind es 23,5 Stunden, an der Grundschule 28 Stunden.

Gibt es schon Bundesländer, die Lehrer gleich besolden?

Ja, in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin wurde damit angefangen, auch in einigen östlichen Bundesländern. Unsere Forderung an die Politik ist, dass alle Lehrer, die zum 1. August 2018 in Niedersachsen anfangen, in dieser Besoldungsgruppe A13 starten.

Streit um bessere Besoldung – Minister Lorz lehnt Höherstufung von Grundschullehrern ab

Müsste man bei der Lehrerausbildung auch etwas ändern?

Das Haupt- und Realschullehramt wird nicht mehr angewählt, es scheint nicht mehr attraktiv zu sein. Wir brauchen eine neue Einteilung: Einerseits Lehramt für Grundschulen, andererseits Lehramt für Sekundarstufe eins und zwei, also Klasse 5 bis 13.

Wie fällt ihre Bilanz der Amtszeit von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt aus?

Ich nehme ihr ab, dass sie angetreten ist, um für Gerechtigkeit zu sorgen. Aber unser Bildungssystem ist chronisch unterfinanziert. Egal, was sie anpackt, es fehlt dann an einer anderen Stelle. Wir haben bildungspolitisch sehr viel erreicht. Das hat die rot-grüne Landesregierung umgesetzt: Stärkung der Gesamtschulen, Abschaffung von Sitzenbleiben, die Möglichkeit für Grundschulen, auf Noten zu verzichten. Das ist aus unserer Sicht positiv. Wir hätten uns aber mehr Signale gewünscht hin zur Verbesserung Bedingungen für die Beschäftigten.

Und was halten Sie von dem bildungspolitischen Programm des CDU-Spitzenkandidaten und ehemaligen Kultusministers Bernd Althusmann?

Wir haben uns sehr gewundert über das CDU-Wahlprogramm. Das hätte anders aussehen müssen, wenn ein Bildungsexperte am Werk ist. Die CDU will sogenannte Zusatzbedarfe streichen und alles, was nicht dem Unterricht zugute kommt, auf den Prüfstand stellen. Das Ergebnis wäre eine reine Paukanstalt, auch der Ganztag würde sich verschlechtern. Mit seinem Vorstoß «Moratorium in der Inklusion» hat Bernd Althusmann zwar einen Nerv bei vielen getroffen. Aber in der Öffentlichkeit kommt nicht an, dass es keine Vorschläge gibt, wie Inklusion besser funktionieren kann.

Zur Person: Laura Pooth (39) ist stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Niedersachsen. Die Haupt- und Realschullehrerin soll Ende September den langjährigen Vorsitzenden Eberhard Brandt ablösen. (Interview: Doris Heimann, dpa)

Hintergrund: So verdienen die Lehrer in Niedersachsen

Das Land Niedersachsen sieht für Lehrer unterschiedlich hohe Gehälter vor. Während Gymnasial-, Förder- und Berufsschullehrer einen Beamtensold in Höhe von A13 bekommen, werden Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen nach A12 bezahlt.

Die Besoldung der verbeamteten Lehrer ist wie folgt geregelt:

  • Lehrer an GYMNASIEN und BERUFSSCHULEN, erstes Berufsjahr nach dem Referendariat: 3844,93 Euro. Plus allgemeine Stellenzulage in Höhe von 89,57 Euro. Macht insgesamt: 3934,50 Euro monatliches Gehalt.
  • Lehrer an FÖRDERSCHULEN bekommen auch A13, aber ohne die Zulage. Brutto: 3844,93 Euro.
  • Lehrer an GRUND-, HAUPT- UND REALSCHULEN: An diesen Schulformen liegt das Gehalt nach dem Referendariat bei 3427,53 Euro. Eine Zulage gibt es nicht.
  • An der GESAMTSCHULE richtet sich das Gehalt nach dem Studium. Wer Grund-, Haupt- und Realschullehramt studiert hat, bekommt A12. Wer für das Gymnasium ausgebildet ist, erhält A13 samt Zulage. Nur die Gymnasiallehrer unterrichten auch Schüler in der Oberstufe.
  • Lehrer bekommen in Niedersachsen kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Es wird aber ein Familienzuschlag gezahlt: Er variiert zwischen etwa 130 Euro (verheiratet, kein Kind) und etwa 980 Euro pro Monat (verheiratet, vier Kinder).
  • Vom Bruttolohn werden 20 bis 30 Prozent Steuern abgezogen. Hinzu kommen 200 bis 600 Euro für die private Krankenversicherung und etwa 100 Euro für die Pflegeversicherung. (dpa)

 

CDU-Chef Althusmann will Pause bei der Inklusion einlegen – Sozialverband ist „entsetzt“ und fragt: Pause bei einem Menschenrecht?

 

60 Kommentare

  1. Bernhard Färber

    Das ist lustig! Da echauffiert sich die stellvertretende GEW-Vorsitzende von Niedersachsen darüber, dass die Unterrichtsverpflichtung von Grundschullehrkräften um 4,5 Stunden niedriger liegt als die von Gymnasiallehrkräften, während im Gegensatz dazu die vor wenigen Monaten von ihrer eigenen Gewerkschaft durchgeführte Arbeitszeituntersuchung zu dem eindeutigen Ergebnis kam, dass trotzdem die Gesamtarbeitszeit von Gymnasiallehrern in Niedersachsen höher liegt als die von Grundschullehrkräften.
    Die GEW kann fordern, was sie will. Sie sollte aber nicht die Tatsachen verdrehen und die Leute
    für dumm verkaufen.

    • Sie sollten die Belastungsstudie auch in Ihr Urteil mit einbeziehen.

    • Da stimme ich Ihnen zu, Bernd. Wenn man schon sowas liest:
      “Die Studiengänge sind inzwischen gleich lang, zehn Semester plus eineinhalb Jahre Referendariat. Sowohl die Ausbildung als auch die Tätigkeit wurden in Rechtsgutachten als gleichwertig anerkannt.”
      Das erste Argument für gleiche Bezahlung war ja die Unterrichtsverpflichtung. Dass die tatsächliche Arbeitszeit aber ein anderes Bild liefert, wird aber ignoriert, wie Sie richtig ausführen.
      Dann ging es plötzlich darum, dass man die Studienzeit angeglichen hat. Dieses Argument ist meiner Ansicht nach so scheinheilig. Wie kann man plötzlich von gleicher Ausbildung sprechen? Was wird da berücksichtigt? Die Pädagogik und Didaktik hat beispielsweise in allen Schulformen an Komplexität gewonnen.
      Die Grundlage für die vergleichbare Tätigkeit möchte ich auch gerne nachvollziehbar begründet sehen. Wenn es mehr Unterricht gibt, warum sind die Tätigkeiten dann vergleichbar? Heißt weniger Unterricht, aber weniger Arbeitszeit nun Ausgleich?
      Während meines Studiums in NRW fand ich es schon immer sehr amüsant, dass in Teilen für Grund-, Haupt- und Realschulstudierende die fachlichen Inhalte des Hauptstudiums meinem Grundstudium entsprachen.
      Wer mehr Pädagogik als Ausgleich dazu sieht, sollte sich die entsprechenden Vorlesungen und Prüfungen gerne mal anschauen. Referate und Hausarbeiten, die mehr Fleiß sind als Anspruch, kann man sicherlich schwer mit einigen Fachwissenschaften vergleichen.
      Daher fürchte ich mich auch vor den weiteren Änderungen in der universitären Ausbildung.
      Wer glaubt denn, dass das fachliche Niveau des “Sek II-Studiums” erhalten bleibt, wenn alle Lehrkräfte ab Sek I ein entsprechendes Studium absolvieren sollen? Da wird Allgemeinpädagogik eingesetzt und Fachwissen gestrichen, wenn man mich fragt. Es wird nur konsequent das fortgesetzt, was mit der qualitativen Aushöhlung des Abiturs begann.

      • Die GEW redet gern mit gespaltener Zunge, damit sich jeder, der nicht genau hinguckt, von ihr verstanden fühlt und sie mit der Macht einer möglichst hohen Mitgliederzahl ideologische Schattenpolitik betreiben kann.

      • Während meines Studiums in NRW habe ich im Grundschullehramt mit Hauptfach Mathematik dieselben Vorlesungen besucht wie Sekundarstudis. Die Belege dafür gibt es noch. Mich k…. die Überheblichkeit der Sek-Lehrer nur noch an!

        • Ihre Aussagen widersprechen meinen nicht, Emil. Welche Vorlesungen haben Sie in welchem Teil denn besucht? Mein Grundstudium umfasste in Mathematik unter anderem Analysis I + II und Lineare Algebra I und II mit entsprechenden Leistungsnachweisen. Begleitet wurde ich dabei von Grund-, Haupt- und Realschulstudenten, für die das Teil des Hauptstudiums war, um später Mathematik unterrichten zu können. Ich schließe daraus, dass der fachwissenschaftliche Anspruch ein anderer ist.

          (Mein Studium liegt circa sechs Jahre zurück. Wie sieht es da bei Ihnen aus?)

          (Meine Ausführungen basieren auf Erfahrungen und Fakten. Wenn das für Sie Überheblichkeit ist, scheint die damit verbundene Übelkeit von einem Mangel an Argumenten zu stammen, jedenfalls kann ich das nur annehmen.)

          • kann ich bestätigen. primi- und hr-mäußchen waren im hauptstudium mit einer abgespeckten version einer linearen algebra 2 fachlich überfordert. das galt aber für jegliche Art von beweisen.

          • Sie waren doch alle einmal Schüler einer Klasse am Gymnasium. Da gab es wohl auch bessere und schlechtere in Mathematik. Mathematik für Sek II haben hoffentlich nur diejenigen gewählt, die am Gymi in Mathe gute Noten hatten. Ein anderer ist in anderen Fächern gut, also wird er eher diese studieren. Ich hätte mit Sicherheit auch nicht Mathematik für Sek. II studiert, aber Deutsch, Biologie und musische Fächer z.B. schon, wenn ich gerne dort unterrichtet hätte.
            In manchen Bundesländern ist das Studium der Primarstufe so, dass man Mathematik muss, weil man ja später als Allroundlehrer für nahezu alle Fächer eingesetzt wird. (In By hat man aktuell z. B. ein Hauptfach und studiert didaktisch D, M, HSU und ein musisches Fach neben den pädagogischen und psychologischen Fächern und was man sonst noch so braucht.) Aber ich habe keine Ahnung, warum diejenigen, die sich anscheinend mit Mathematik schwer taten, ausgerechnet das als Hauptfach gewählt haben, das entnehme ich zumindest Ihrer Aussage. Ich hätte es nicht gemacht, sondern ein anderes Hauptfach gewählt.
            Das mit den Primimäuschen dürfen Sie gestandenen Grundschullehrerinnnen nicht ins Gesicht sagen.

          • Mein Studium liegt 25 Jahre zurück und nebenbei habe ich als wissenschaftliche Hilfskraft den zahlreichen überforderten Sekundarstudis Nachhilfe und Übungsseminare gegeben, damit sie nach versemmelten Klausuren ev. doch noch eine Chance haben.
            Fachwissen, Intelligenz, logisches Denken und Auffassungsgabe ist keine Frage des Studienganges. Nur dass die Grundschullehrer nicht annähernd so überheblich sind. Dieser Charakterzug disqualifiziert eigentlich jeden Pädagogen!

          • @Emil, 6:39 Uhr: Überheblichkeit und Groß-/Kleinschreibung hin oder her, bei vorhandenem Fachwissen sollte eine Klausur vielleicht nicht gut, aber bestehbar sein. Ich weiß allerdings nicht, wie sehr das Niveau an den Universitäten nachgelassen hat, weil ich erst 5-10 Jahre nach Ihrem Studienende selbst angefangen habe zu studieren. Ich weiß nur, dass es mit Einführung des Bachelors massiv zurückgefahren wurde.

            @ysnp An der Universität mussten die angehenden Grundschullehrer ein Fach im gleichen Umfang studieren wie die angehenden HauptRealschullehrer ihre Fächer. Eine Möglichkeit war halt Mathematik. Etliche der im Übrigen den Vorurteilen voll entsprechenden Studenten waren schon mit elementarem Buchstabenrechnen überfordert. Beweise sind noch eine andere Hausnummer und gerade das Wesen des Faches Mathematik, auch wenn man es “nur” auf Sek I-Niveau studiert.

      • “Während meines Studiums in NRW fand ich es schon immer sehr amüsant, dass in Teilen für Grund-, Haupt- und Realschulstudierende die fachlichen Inhalte des Hauptstudiums meinem Grundstudium entsprachen.”

        Sehr mutig, für solch einen Satz erntet man hier auch mal gerne Schnappatmung. Falls Sie es noch nicht wissen. Es ist alles dasselbe! Kindergärtner, Grundschullehrer, Lehrer der Sek. I und Sek II, Professor. Da gibt es überhaupt keine Unterschiede!
        Jedoch bin ich der Meinung, dass bei weitere Angleichung die Sek 2-Absolventen auch bei A12 stehen sollten. Wenn man das Latinum in den Fremdsprachen nicht mehr fordert, ob sinnvoll oder nicht sei dahingestellt, vereinfacht man das Studium, man senkt den Anspruch, man gleicht sich an. 🙂 Und jetzt bitte: Shitstorm!

      • @ Peter Pan: Ich weiß nicht, ob sie die tatsächliche Arbeitszeit der Grundschullehrer richtig einschätzen. Nach mehreren Jahren in Klasse 3/4 habe ich jetzt wieder eine 1. Klasse und bin einen Großteil der Sommerferien damit beschäftigt, mein Klassenzimmer auf Anfangsunterricht umzustellen und einzurichten. Nebenbei bemerkt wird einiges aus eigener Tasche bezahlt, gebastelt, hergestellt, getauscht. Vieles wird zu Hause gemacht, aber 1 gute Woche brauche ich noch in der Schule während der Sommerferien, bis alles fertig ist. Ich unterrichte 28 Wochenstunden, habe 120 min Aufsicht pro Woche, 1-2 Zeitstunden pro Woche Besprechung mit Lernbegleitern, muss jeden Heftaufschrieb kontrollieren neben den Lernzielkontrollen, die zwar kürzer sind, aber in Klasse 4 hat man locker um die 40 Klassenarbeiten pro Schuljahr. Mehrfach differenziert vorbereiten muss ich auch. Die Arbeit ist eine andere, aber nicht weniger.

        • mississippi schrieb @ Peter Pan: “Ich weiß nicht, ob sie die tatsächliche Arbeitszeit der Grundschullehrer richtig einschätzen.”

          Selbst wenn Peter Pan sich verschätzt hätte, bliebe als einzig relevante Information das übrig, was die GEW auf ihrer Homepage als “Gerichtsfeste Fakten” präsentiert:

          “Die Gymnasiallehrkräfte haben die höchste Arbeitszeit von allen Schulformen. […]
          Die Niedersächsische Arbeitszeitstudie 2015/16 hat die Tätigkeiten außerhalb des Unterrichts exakt empirisch ermittelt. Und zwar gerichtsfest nach den Kriterien, die das OVG Lüneburg aufgestellt hat. Der reine Unterricht macht an Gymnasien […] 28,5 Prozent der Arbeitszeit aus.”

          http://arbeitszeitstudie.gew-nds.de/index.php/schulformen/gymnasien/272-50-000-stunden-unbezahlte-mehrarbeit-pro-woche

          Umso lächerlicher macht sich Frau Pooth, wenn sie jetzt versucht, diese klare Aussage wieder zu verwässern, weil ihr die letzten Gymnasial-Kollegen weggelaufen sind und auch die Grundschul-Lehrkräfte sich (zu Recht!) in ihren berechtigten Interessen schlecht vertreten fühlen.

          Wer so “argumentiert” wie Frau Pooth und die GEW, der muss sich nicht wundern, wenn er in der Öffentlichkeit nicht ernst genommen und mit dem Hinweis auf die eigenen Verlautbarungen widerlegt wird, wie es Bernhard Färber getan hat.

          Dass außer ihm auch andere merken, wie sie von der GEW für doof verkauft werden, kann man z.B. momentan bei NDR.de nachlesen, wo zum selben Thema diskutiert wird.

  2. Das macht er aber allzugerne, der yyy.

  3. Nachher heißt es wieder, wir hätten Minderwertigkeitskomplexe und fühlten uns nicht ernst genommen. Das kommt ja nicht von ungefähr. Aber rumschreien, wenn man in die Grundschule muss. Ich habe überhaupt kein Mitleid mehr. Am besten gehen die mit den ganzen Mathescheinen hin und kämpfen mal mit den Kleinen im Zahlenraum bis 20.

  4. @xxx
    Lernen Sie doch erstmal Groß- und Kleinschreibung und das Wort Mäuschen. Als Grundschullehrer gebe ich Ihnen gerne Übungsmaterial an die Hand.
    Sorry, aber das ist nur eine Anpassung an Ihr Niveau….

  5. Zitat xxx 8:13
    “An der Universität mussten die angehenden Grundschullehrer ein Fach im gleichen Umfang studieren wie die angehenden HauptRealschullehrer ihre Fächer.”
    Mein Studium liegt über 25 Jahre zurück, ähnlich wie bei Emil. Ich finde okay, dass man mindestens ein Fach intensiv studiert. Ich habe 2 Unterrichtsfächer intensiv studiert (damals GHS- Lehrer) und meine beiden Zulassungsarbeiten für die jeweiligen Staatsprüfungen in diesen Fächern geschrieben, die erste war bis zu 80 Prozent wissenschaftlich orientiert; dafür habe ich mir ein Semester Zeit genommen und während dieser Zeit kaum Vorlesungen belegt. (Damals gab’s noch kein Computer und kein Internet, da hielt man sich viel in den Unibibiotheken auf.) Das vertiefte wissenschaftliche Studium hat mir neben den ganzen anderen pädagogischen Fächern viel gebracht. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einem Fachgebiet, zu dem man guten Zugang hat, gibt einem ja auch ein Handwerkszeug und eine Strategie für Fachfremdes, was man dann wieder verstärkt in den Schularten braucht, wo man alles unterrichten muss. Was ich übrigens gerne mache, weil ich sehr gerne Klassenlehrerin bin und das meine oberste Priorität ist. Bei Schularten, wo alles machen muss, braucht man zusätzlich ein gewisses Knowhow, wie der Unterricht in Fächern, die man nicht so intensiv studiert hat, gelingen kann.

    • Das ist meine Meinung. Jeder Lehrer sollte zumindest im Spezialfach bzw. den beiden Unterrichtsfächern zumindest während des Studiums ein gehöriges Stück über den Tellerrand hinausgeschaut haben. Man kann natürlich darüber diskutieren, wie weit man “gehöriges Stück” fasst. Für GHR-Lehrer sollte es der gesamte Schulstoff des Faches bzw. der Fächer bis zum Abitur inkl. ihrer Grundgerüste sein, Für GyGe-Lehrer auch noch ein gutes Stück darüber hinaus.

      Leider passiert das in diesen Qualifikationskursen, mit denen Sek I-Lehrer die Oberstufenberechtigung nachholen können, um sich nicht ausschließlich mit anstrengenden Mittelstufenklassen herumplagen zu müssen, meiner Erfahrung nach nicht. Allerdings haben sich diese Dozenten auch einen sehr schlanken Fuß bei der Vorbereitung gemacht (Mathematik, NRW) …

      • Ich finde schon, dass ein fachwissenschaftliches Studium einiges über das Abiturwissen hinausgehen soll, bei allen Lehrern. Ich hätte das langweilig gefunden, wenn ich im Studium nur den Gymistoff wiederholt hätte. Man will ja auch in seinem Fach weiterkommen.
        Bei uns war klar, dass ein Studium weit über den Abistoff hinausgeht bzw. daran anschließt, aber ich habe in einer anderen Generation studiert (Ende der 70iger, Anfang der 80iger). Es war eher so, dass man sich in einigen Fächern erst einmal an das hohe Niveau gewöhnen musste im Vergleich zum Gymi.
        Außerdem galt, wer in der GH unterrichtet, der kann vom fachwissenschaftlichen Niveau her alle Fächer, weil er die ja bis zum Abi oder fast zum Abi hatte und da so oder so einen Wissensvorsprung hatte bzw. erwartete man, dass er sich mit dem gymnasialen Hintergrundwissen einarbeiten konnte. Das didaktische Knowhow hat man dazu zur Genüge im Studium gelernt. Doch damals hat man anscheinend oder angeblich auch mehr am Gymi gelernt wie man immer liest.

  6. ZITAT: “… während im Gegensatz dazu die vor wenigen Monaten von ihrer eigenen Gewerkschaft durchgeführte Arbeitszeituntersuchung zu dem eindeutigen Ergebnis kam, dass trotzdem die Gesamtarbeitszeit von Gymnasiallehrern in Niedersachsen höher liegt als die von Grundschullehrkräften.”

    Auf diese GEW-Studie wurde schon mehrfach von verschiedener Seite hingewiesen. Sie wird in der Regel ignoriert oder kleingeredet. Naja, so macht man das halt, wenn einem ein (trifftiges) Argument nicht passt.

  7. ZITAT (missis): “Nachher heißt es wieder, wir hätten Minderwertigkeitskomplexe und fühlten uns nicht ernst genommen.”

    … schreibt die, die permanent jammert, dass Grundschullehrer nicht ernstgenommen und von der Allgemeinheit geringgeschätzt werden (“bisschen basteln und malen”) und behauptet, das würde alles automatisch besser, wenn Grundschullehrer mehr Geld verdienen würden.

    Nach dem Motto: Haste was, biste was! (Was für eine Lebenseinstellung vermittelt so jemand eigentlich an seine Schüler?!?)

  8. ZITAT (xxx): “Das ist meine Meinung. Jeder Lehrer sollte zumindest im Spezialfach bzw. den beiden Unterrichtsfächern zumindest während des Studiums ein gehöriges Stück über den Tellerrand hinausgeschaut haben. Man kann natürlich darüber diskutieren, wie weit man „gehöriges Stück“ fasst. Für GHR-Lehrer sollte es der gesamte Schulstoff des Faches bzw. der Fächer bis zum Abitur inkl. ihrer Grundgerüste sein, Für GyGe-Lehrer auch noch ein gutes Stück darüber hinaus.”

    Genau. So ist es auch gedacht !

    Deshalb ist die Ausbildung der verschiedenen Lehrämter auch bestenfalls formal gleich (Länge + Abschluss) und eben nicht inhaltlich.

    • Nein, so ist es eben nicht gedacht. Das mag ja in Ihrer Sozialisation so gewesen sein, in meiner nicht. Und es mag ja mit Ihrem Geschichtsbewusstsein passen, mit meinem nicht.

      Auch ich habe meine Fächer weit über Abiturniveau studiert, das war nämlich den Profs damals wichtig, die sich selbst nicht als Grundschul-Profs degradieren lassen wollten, und auch ich habe mein Examensarbeiten in diesen Fächern geschrieben, wenn auch am PC. Im übrigen habe ich damals schon bemängelt, warum Theologen ihr 1. Examen als Diplom anerkennen lassen konnten, Lehrämtler aber nicht. Auch war die Studienleistung der Lehrämtler damals weit höher als die anderer Diplom-Studiengänge, wenn man Studienordnungen, Nachweise, Facharbeiten u.a. miteinander verglich.
      Und ja, es gab tatsächlich Studierende im Lehramt, die ihre Examensarbeit über “Das Meerschweinchen” geschrieben haben. Aber es gab auch einzelne Profs die solche Themen vorgeschlagen haben. Ausnahmen gibt es immer, die wird es auch unter Mathe-Dozierenden und Mathe-Studierenden geben.

      Am Ende bleibt es dabei:
      Die Sorge der Philologen, sie hätten was weniger, wenn die Arbeit der Grundschullehrkräfte entsprechend gewürdigt würde, das Treten auf die, die jüngere Kinder unterrichten, um sich selbst zu erhöhen (so viel zum Thema Minderwertigkeitskomplexe), führt letztlich dazu, dass durch dieses Gerede die Anerkennung und Achtung der Lehrkräfte an Grund- und SekI-Schulen in der Gesellschaft weiter sinkt, damit zugleich die Bereitschaft der AbiturientInnen, diesen Studiengang zu wählen, weil gerade die, die besonders qualifiziert sind, auf ewige Vorhaltungen, sie seien minder begabt und hätten deshalb nicht NaWi fürs Gym studiert, verzichten können.
      Was ist eigentlich mit den Sprachenlehrern am Gym? Ob die wohl die Mathe-Klausuren in der Uni geschafft hätten? Gerade die Gymnasiallehrkräfte sind doch am weitesten davon entfernt, über den Tellerrand ihrer eigenen Fächer schauen zu müssen. Wer nur Sprachen kann, macht eben nur Sprachen und Sport und Erdkunde sind auch schöne Fächer. Und wer Mathe liebt, kann eine Niete in Deutsch sein und am Gym auch nicht in die Not kommen, es unterrichten zu müssen.

      Die Philologen bekommen einfach weiterhin ihre SuS aus Schulen mit dummen, ungebildeten Lehrkräften, die nichts können und faul sind. Sie selbst machen das natürlich alles viel besser. Weil die SuS in den Grundschulen bei den dummen LuL nichts lernen, beklagen die Philologen das niedrige Niveau – gerne auch im Abi, für das ja die GS-LuL immer noch herhalten dürfen, auch wenn die SuS weit länger am Gym waren als an der GS. (Warum geben SekII-Lehrkräfte eigentlich ihr A13-Gehalt nicht ab oder unterrichten mehr Stunden, wenn sie gar nicht in der SekII eingebunden sind? Werden sie an eine HS/RS o.ä. abgeordnet, müssen sie ja dort auch entsprechend der Vorgaben für die SekI. mehr Stunden erteilen.)

      In der SekI können die Gymnasiallehrkräfte jedenfalls ganz überheblich weiter hinunter schauen und aussieben,…
      … das verschlankt dann eben die Gymnasien und und immer mehr Philologen mit ihren herausragenden Fähigkeiten werden den Unterricht in den Grundschulen bereichern.

      Wie wäre es, wenn wir an den Gymnasien gleich Grundschulklassen einrichten?
      Dann können Sie sich Ihre SchülerInnen selbst vorbereiten und natürlich werden darunter nur glänzende MathematikerInnen sein. Aber die Bedingungen sind denen der anderen Grundschulen gleichgesetzt: gleich viel Unterricht, gleicher Prozentsatz an sozial Schwachen und I-Kindern, gleiche Anzahl an Aufsichten etc. und keine Verlagerungsstunden für irgendwas. Vielleicht bewirkt die Erfahrung dann, dass Philologen verstehen lernen, dass an der Grundschule bei nur zwei Arbeitsstunden weniger die Anforderungen und Belastungen der Lehrkräfte doch erheblich höher sind, man deshalb aber nicht minderwertig arbeitet, weil man die 2 Algebra-Scheine aus dem Studium nicht mehr hochhalten kann.

      • @Palim
        Studienniveau:
        Jetzt wird mir einiges klar, woher diese Ideen kommen. Es hat wohl – leider – etwas damit zu tun, wie man vor der Wende in der DDR und der BRD zum Lehrerberuf kam. Da gab es wohl große Unterschiede. Ich bin da schon für die (westliche) Variante, wie wir sie erfahren haben und die in dieser Richtung nach meinem Dafürhalten weiterhin durchgeführt wird. Für mich war das bisher überhaupt kein Diskussionspunkt, irgendetwas am Niveau herunterzuschrauben.

      • Sehr gut ! Stimme Ihnen voll zu!

  9. @xxx und sofawolf:
    Da muss ich doch noch einmal nachfragen:

    Ist das die private Meinung, dass ein Hauptfach im GHR- Bereich nur bis Abiturniveau studiert werden soll?
    (Das würde sich ja selbst ad absurdum führen, denn das wäre kein weiterführendes Studium, sondern nur eine Wiederholung. Für so etwas würde ich mich nicht hergeben.)

    Oder ist das schon Tatsache? (Was ich mir jetzt schlecht vorstellen kann.)

    • Ich kann für Mathematik sprechen/schreiben:

      Auch Grundschullehrer sollten wissen, weshalb eine Kurvendiskussion so abläuft, wie sie abzulaufen hat, was hinter dem Grenzwertbegriff steckt, was ein (abstrakter) Vektorraum ist und wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung aus der Sicht der Mathematik aufgebaut ist. Konkret für die Grundschule kommt noch der Aufbau des Zahlsystems dazu und die Begründung, weshalb die Algorithmen beim schriftlichen Rechnen so funktionieren. Das ist übrigens alles andere als trivial.

      Im Endeffekt ist das alles Mathematik, die mit Schulmathematik bis zum Abitur prinzipiell geleistet werden kann, wenn die geistige Entwicklung der Kinder und die Mathe ist doof-Mentalität dem nicht entgegen stünden. In Klasse 3 oder wenn das “richtige” schriftliche Addieren gemacht wird, macht es keinen Sinn mit den Peano-Axiomen und vollständiger Induktion zu kommen.

      Ich denke, das dürfte Ihre Frage klären. Vollkommen unabhängig davon ist natürlich, wie viel von dem Stoff bis zum Ende des Studiums oder nach Abschluss des Moduls hängen bleibt.

      Bei Deutsch kommt die “Theorie der Sprache”, wie ich sie mal nenne, dazu, also das, was eine Sprache allgemein ausmacht, Lautschrift, Phonetik. Unmengen an Romanen, Dramen, Gedichten usw. IM ORIGINAL, was je nach Verfasser durchaus Sütterlin und aus heutiger Sicht ungewohnte Rechtschreibung ausmacht. Die angehenden Lehrer sollen die Vielfältigkeit der Sprache leben und an die Kinder vermitteln. Die Verrohung der Sprache durch YouTube, WhatsApp, Anglizismen usw. kommt noch früh genug.

      @ Sprachenlehrer: Ich hoffe, ich liege damit nicht allzuweit daneben. Ansonsten bitte korrigieren, war nicht beabsichtigt.

      In wie fern der fachwissenschaftliche Anteil nur noch einem besseren Schulwissen entspricht, kann ich nicht beurteilen. Die Naturwissenschaftler an den Universitäten sind diesbezüglich wesentlich konservativer als die Geisteswissenschaftler. Müssen sie aber auch, weil man als Ingenieur mit reinem Schulwissen nicht die Statik einer Brücke vorhersagen oder untersuchen kann. Mit einer Ausbildung zum Buchhändler, also weder Studium noch irgendwie technisch, kann es aber für eine Kanzlerkandidatur reichen. Es herrscht aber keine Gefahr für Leib und Leben, wenn ein Buchhändler sich irrt.

  10. Sofawolf ist ja der Meinung, dass Grundschullehrer kein Studium brauchen. In seiner DDR reichte es ja, linientreu zu sein.

  11. @ missis. (ZITAT),

    ——————————————————————–
    mississippi
    21. August 2017 um 18:28

    Sofawolf ist ja der Meinung, dass Grundschullehrer kein Studium brauchen. In seiner DDR reichte es ja, linientreu zu sein.
    ——————————————————————–

    Ach, das muss ich mir mal festhalten. Die kleine “Mehr-Geld-Clique” disqualifiziert sich selber mehr und mehr. die missis. sagt nun also, dass alle Lehrer mit DDR-Ausbildung linientreu gewesen sind. Na, damit treten Sie mal öffentlich und ohne Pseudonym auf. 🙂

    Ansonsten, doch, selbstverständlich waren Sie es, die immer wieder jammerte, wie die Grundschullehrer geringgeschätzt werden und eben DARAUS ableitete, sie müssten mehr verdienen !!! Worin soll denn da der Zusammenhang bestehen, wenn Sie nicht glaubten, die Wertschätzung würde steigen, wenn es mehr Geld gäbe.

    • PS: Wieso glauben Sie eigentlich, missis, dass alle, die im Osten Deutschlands als Lehrer arbeiten, eine DDR-Lehrerausbildung haben?

    • Die Vergleichsstudien zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen Schülern nach der Wi3dervereinigung ergaben deutlich bessere Ergebnisse der ostdeutschen Schüler gegenüber den westdeutschen Schülern.Alle durchliefen strukturierte Schreiblehrgänge,Förderunterricht erfolgte sehr früh gezielt und die nicht alle Grundschullehrer hatten ein Studium abgeschlossen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands glichen sich die Ergebnisse wieder an
      P.S. Allen DDR-Lehrern Linientreue vorzuwerfen ist sehr stark vereinfachend.

    • Zur Linientreue ist ja das eine und andere zu finden. Z.B. das:
      http://www.moz.de/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1109257/

      Ich selbst hatte zu DDR Zeiten Kontakte mit Mitgliedern der Jungen Gemeinde, die ich heute noch pflege. Genau von diesen weiß ich, dass sie eben aufgrund ihrer Mitgliedschaft in einer kirchlichen Vereinigung nur ganz wenig Auswahl zum Studieren hatten, wenn es überhaupt erlaubt wurde schon 2x nicht Lehramt machen durften. Einer Bekannten von mir hat man ein Studium der Ingenieurwissenschaften erlaubt, wenn sie die Jugendweihe machen würde. Das war eines der Themen bei unseren damals nicht ganz legalen, wahrscheinlich von der Stasi beobachteten Treffen!

  12. Ja, missis, in der DDR konnte man Grundschullehrer werden, ohne studieren zu müssen.

    Dass das weniger wert sei und dass das demzufolge schlechtere Lehrer/innen seien, ist einzig und alleine Ihre zu folgernde Meinung. Nicht meine.

    Im Grunde genommen werten Sie damit jegliche Lehrerausbildung ab, die nicht nach bundesdeutschem Schema erfolgt ist. Wiederum empfehle ich Ihnen, das man öffentlich und ohne Pseudonym zu äußern.

    Sie disqualifizieren sich und Ihre kleine Clique hier immer mehr !

    • Und Sie heißen Sofa Wolf? Oder Wolf Sofa?

    • Wer sich hier disqualifiziert, können Sie getrost den Lesern überlassen. Dass Sie ein erstraniger Kanidat dafür sind, weiß jeder hier.
      Ihre Beiträge tiefen vor Arroganz und Überheblichkeit!

      • Axel von Lintig

        Emil ,so geht das nicht.
        Bitte verhalten Sie sich etwas kollegialer zu Sofawolf.

        • Gerne und sofort, wenn seine Beiträge außer Beleidigungen mal etwas anderes beinhalten!

          Aber ich gebe das gerne weiter:

          Sofawolf, bitte verhalten Sie sich kollegiale zu allen Grundschullehrern 🙂

        • Für Ausdrücke wie “Mehr-Geld-Clique”, s.o., kann man im Übrigen kein kollegiales Verhalten erwarten….

  13. Ob man dafür wirklich ein vollwertiges Studium benötigt, sei auch mal dahingestellt. Ich will da gar nichts abwerten, aber ein stringenter, auf Pädagogik ausgerichteter Bachelor sollte doch eigentlich auch reichen. Bei gleichem Gehalt und verkürzter Ausbildungsdauer würden das auch wieder zu mehr Studenten führen.

    • Da frage ich mich, warum Philologen dann nicht in der Grundschule arbeiten können.
      Die haben doch auch einen Bachelor und einen Anteil an Pädagogik geschafft.

      Sie verkennen vollkommen die Inhalte und Anforderungen an Grundschullehrkräfte.

    • Ach, jetzt haben wir die Lösung für den Lehrermangel! Ein kürzeres Lehramtsstudium für Primarstufe! Ganz Deutschland, inklusive aller Politiker und Eltern werden Ihnen ewig dankbar sein, dass Sie die Lösung gefunden haben!
      Ich kann immer kaum glauben, wie abstrus so manches ist, was die Lehrer der gehobenen Laufbahn hier so von sich geben….

  14. Oh mein Gott. Das Niveau der Diskussion ist ja mal wieder lächerlich hoch 3!

    Wenn ich so Begriffe wie: “Primimäuschen” höre könnt ich schon wieder kotzen. Wie heißen denn dann männliche Lehrkräfte an Grundschulen??

    Diese arrogante Art und die mangelnde Praxiserfahrung der SEK II – Lehrer im Grundschulbereich zeigen einfach, dass diese keine Ahnung vom Alltag an Grundschulen haben. Selbstverständlich ist der fachliche Inhalt geringer, desto höher sind aber die Anforderung im Bereich der Pädagogik und Didaktik. Bei der kulturellen Vielfalt und den heftigen sozialen Unterschieden der Kinder in der GS heutzutage kommt es auf andere Kompetenzen einer Lehrkraft an. Ich freue mich schon auf die Rückmeldungen (Berichte) der an die GS abgeordneten Lehrkräfte. Ich möchte gern mal zusehen, wie eine Lehrkraft eine neue erste Klasse mit 30 Kindern auf den Weg des Lernens begleitet und basale Fähigkeiten vermittelt.

    Hinzu kommt noch, dass der überwiegende Teil der Grundschulen ohne kontinuierliche Leitung und gute Organisation durch eine Schulleitung auskommen muss! So kommt es auch schon mal vor, dass in 2 Jahren 3 neue Chefs auf der Matte stehen. Und jeder kocht sein eigenes Süppchen und tickt anders.

    Also: Bevor hier mit platten Sprüchen rumgeworfen wird, sollten sich die ganzen Großkotze bitte erstmal ein Bild der Situation an der Basis machen!

    • Bernhard Färber

      Am höchsten sind doch die pädagogischen Anforderungen für die Beschäftigten an den Kitas und in den Kindergärten. Warum nicht E13 oder A13 für alle dort Tätigen? Fachhochschulausbildung wird von der GEW schon dafür gefordert, was übrigens dazu führt, dass ein weiteres Berufsfeld für Absolventinnen und Absolventen von Haupt- und Realschulen kaputt gemacht wird.
      Da braucht sich dann keiner mehr wundern über Akademisierungswahn und Abiturfixierung.

      • Da gebe ich Ihnen Recht.
        Allerdings dauert die Ausbildung Kitapädagogen jetzt schon 4 Jahre. Und das gezahlte Gehalt heute entspricht wirklich nicht dem Wert der Arbeit. Es wird von außen immer nur gesehen (oberflächlich), was getan wird (mit Kindern spielen, singen etc.). Dass diese Kinder aber mal die Zukunft eines Landes/Staates sind und ein Recht auf individuelle Bildung vom Kindergarten an haben, wird nicht berücksichtigt. In manchen Gruppen tummeln sich 20 Kinder oder mehr und nicht nur die Pädagogen sind einem Lärm jenseits der 120 Dezibel über 9h täglich ausgesetzt. Hinzu kommt die Versorgung von unter einjährigen Kindern (Windeln etc.).

        Auch hierhin könnte man so manchen SEK-Kollegen abordnen lassen ;). Mal sehen wie lange die durchhalten.

  15. Die GEW-Tante kommt mir vor wie das Sprachrohr der aktuellen Landesregierung: Schuld ist die CUD, obwohl eine (fast) ganze Legislaturperiode schon die SPD-Ministerin im Amt ist. Sollte man an Lehrervertretung nicht wenigstens ein winziges Feigenblatt der Unparteilichkeit tragen?

    Und mal was anderes: Ganz viele der Beiträge unter diesem Artikel sind zum fremdschämen! Weden können Gymnasiallehrkräfte die Belastungen der Grundschullehrkräfte wirklich nachvollziehen noch können Grundschullehrkräfte die Arbeitszeiten der Gymnasiallehrkräfte richtig einschätzen.
    Diese ganze Orgie an Unterstellungen und Geringschätzungen auf beiden Seiten finde ich weder lesenswert noch in irgendeiner Weise hilfreich.

    • Bernhard Färber

      Gerade bei Letzterem, was Sie schreiben, gebe ich Ihnen hundertprozentig recht. Gegenseitige Pauschalierungen, Unterstellungen und Vorwürfe bringen gar nichts. In meinem Bekanntenkreis befinden sich mehrere Lehrerehepaare, er oder sie Gymnasiallehrkraft, sie (er eher weniger) an der Grundschule.
      Da gibt es kaum Streit oder gegenseitige Vorurteile untereinander, warum? Weil jeder Partner genau weiß, was der andere leisten muss.
      Worin sich beide Teile in diesen Beziehungen aber auch einig sind: Wenn man als Frau am Gymnasium tätig ist, wären wegen des viel häufigeren Nachmittagsunterricht und der starken Korrekturbelastung Beruf und Familie weniger vereinbar als wenn man an der Grundschule arbeitet, wo sich die eigentliche Belastung auf den Unterricht selbst konzentriert.

      • Sie treffen den Nagel auf den Kopf!

      • Vielleicht kommt das auf das Stundenmaß an. Lehrer – egal welcher Schulart – können ja aus familienpoltischen Gründen nur wenige Stunden arbeiten, was Frauen gerne nutzen, so lange die Kinder noch klein sind.

        Ich wollte die Arbeit eines Gymilehrers auch nicht machen, weil es mir nicht liegen würde von Stunde zu Stunde in eine andere Klasse zu hetzen und man außerdem nervige Korrekturen in einigen Fächern machen muss.

        Das Korrigieren von Arbeiten hat mir am Anfang Spaß gemacht, inzwischen finde ich sie total lästig, vor allem wenn ich Deutschaufsätze korrigieren muss. Wenn das eine Hauptarbeit eines Gymnasiallehres im Fach Deutsch ist, kann ich das voll verstehen. Mir hat einmal eine Deutschlehrerin am Gymnasium kurz vor der Pensionierung gesagt, sie sei froh, dass sie jetzt keine ellenlange “geistige Ergüsse” der Schüler mehr lesen muss.

        Dennoch muss ich sagen, dass mich wundert, was Sie über die gehörte Arbeitszeit der GS- Lehrer sagen. Ich habe in der Regel eine 50 Stunden Woche plus (unterrichte im Prinzip alle Fächer querbeet), erwachsene Kinder und einen verständnisvollen, viel beschäftigten Partner. Meine Kolleginnen, die kleine Kinder haben, arbeiten oft von der Zeit an, wo die Kids im Bett sind bis Mitternacht.
        Was für mich immer ein Muss neben der Vorbereitungen und anderen schulischen Aufgaben ist, ist die tägliche Korrigiererei der Hausaufgaben und schulischen Übungen, was ich – zugegebenermaßen – als Pflicht sehe, aus der ich nicht aussteigen kann und will. Dazu bin ich viel zu genau. ; – )

      • Nachtrag: In Bezug auf den Nachmittagsunterricht und Familienfreundlichkeit gebe ich Ihnen recht, das betrifft die ganze Sekundarstufe. Da ist es schwierig rmit Kindern. Bei uns haben Mütter mit kleinen Kinder oft Probleme, wenn wir eine nötige Teambesprechung, die ja immer am Nachmittag stattfinden, ansetzen.
        Ausnahme zum Einsatz: Man unterrichtet in der Grundschule im gebundenen Ganztag. Wer dort arbeitet, hat ein Problem mit den eigenen Kindern. (Ich blieb übrigens zuhause, als meine Kinder noch klein waren, aber das ist heute für fast alle keine Option mehr.)

      • Korrekturbelastung hin oder her – die Arbeitszeitstudie hat ergeben, dass Grundschullehrkräfte wie auch Gymnasiallehrkräfte im Durchschnitt eine 45-50 Std.-Woche haben- beide, mit einem Unterschied von ca. 2 Std. pro Woche.
        Wo da die freien Nachmittage herkommen sollen, ist mir nicht klar.

        Bei einem Durschnittswert wird es immer Menschen geben, deren Wert unter dem Durchschnitt ist, und andere, die darüber liegen. Das zeigt die Studie aber auch.

        Und es gibt noch die Möglichkeit, Teilzeit zu wählen. Auch das wurde erhoben und in der Studie zum Ausdruck gebracht. In der Belastungsstudie wird deutlich, dass an der Grundschule mehr Lehrkräfte in Teilzeit arbeiten, als an anderen Schulen – das könnte am höheren Anteil von Frauen liegen, die sich dann um die Familie kümmern, oder aber daran, dass unter Ehepartnern der geringverdienende diese Aufgaben übernimmt und der besser verdienende die volle Stelle behält.
        Aber auch unter Lehrkräften an allen Schulen gibt es Alleinerziehende, Alleinverdiener, Menschen mit krankem Partner oder Paare, die sich die Belastung und auch die Elternzeit teilen.

        • Bernhard Färber

          Eine kurze Anmerkung zur Teilzeit und zum hohen Teilzeitanteil an Grundschulen: Nach meiner Beobachtung sind Teilzeitlehrkräfte das größte Geschäft für den Staat. Diese arbeiten nämlich deutlich mehr für die Schule als sie entsprechend ihrem Teilzeitmaß müssten.
          Die einen nennen das Berufsethos und Pflichtbewusstsein, die anderen freiwillige Selbstausbeutung.
          Tatsache ist, dass Vollzeitler diesen Aufwand für Unterrichtsvor- und nachbereitung, wie ihn viele Teilzeitlehrkräfte betreiben, gar nicht leisten könnten.

          • Dazu kommen noch die Konferenzzeit und die Elternsprechtagszeit, die für Voll- und Teilzeitkräfte sehr ähnlich sind.

          • Richtig. Ich habe auch kein volles Deputat wie viele meiner KollegInnen, die es eigentlich von der familiären Situation her machen könnten. Wir haben alle aus Belastungsgründen ein paar Stunden reduziert. Nur, die aus finanziellen Gründen müssen, da Hauptverdiener, machen bei uns voll. Mit vollem Deputat wäre mir die Belastung zu hoch.

          • Ich sehe das auch so.
            Und in Grundschulen arbeiten viele Lehrkräfte in Teilzeit, somit mehr als bezahlt, insgesamt verteilt sich die viele Arbeit gerade an kleinen Schulen dadurch häufig nicht auf 4 oder 8 Schultern, sondern auf ein paar Schultern mehr, was sich auf die Belastungssituation des einzelnen deutlich auswirkt.
            Speziell an meiner Schule ist es anders, fast alle arbeiten (inzwischen wieder) Vollzeit: alleinstehend, alleinerziehend, Hauptverdiener,
            aber ich kenne auch viele Lehrkräfte in Grundschulen, die ein halbes Deputat leisten und die dann auch mal einen Nachmittag frei haben.
            Es kann und sollte doch aber nicht so sein, dass die Aufgaben nur zu schaffen sind, wenn man aus Belastungsgründen Teilzeit wählt und dennoch erheblich mehr arbeitet, als eine Vollzeitstelle in Anspruch nehmen würde.
            Genau deshalb wäre es sinnvoller, wenn alle Lehrkräfte gemeinsam dafür eintreten würden, dass die Situation verändert wird. Der Staat hat nämlich auch Vorteile davon, dass die Lehrkräfte sich untereinander nicht einig sind und nicht gemeinsam für etwas einstehen und gemeinsam eine deutliche Grenze setzen.

  16. Da gebe ich Ihnen voll und ganz recht.

    Leider zeigt das gleichzeitig erst recht die Brisanz der Situation Grundschullehrer(innen) !!!

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