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„A13 für alle“ rückt näher: Gebauer kündigt Reform der Lehrerbesoldung an – GEW und VBE fordern konkreten Zeitplan

DÜSSELDORF. „A13 für alle!“ (strenggenommen: A13/EG13 für alle) – mit diesem Slogan trommeln GEW und VBE schon seit mehreren Jahren für eine Gleichbezahlung aller Lehrkräfte. Nachdem das Land Berlin bereits beschlossen hat, Grundschullehrer künftig wie Sek.-II-Lehrer zu honorieren, scheint nun Nordrhein-Westfalen als zweites Bundesland Konsequenzen aus dem Lehrermangel insbesondere an Grundschulen zu ziehen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) kündigte heute vor dem Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags an: Ungerechtigkeiten in der Lehrerbesoldung sollen in NRW beseitigt werden. Die schwarz-gelbe Landesregierung werde besoldungsrechtliche Konsequenzen aus der schon 2009 reformierten Lehrerausbildung ziehen, sagte Gebauer.

Die Landesregierung werde besoldungsrechtliche Konsequenzen aus der schon 2009 reformierten Lehrerausbildung ziehen, sagte Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Die Landesregierung werde besoldungsrechtliche Konsequenzen aus der schon 2009 reformierten Lehrerausbildung ziehen, sagte Yvonne Gebauer. Foto: Magubosc / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Seitdem haben Lehramtsanwärter für alle Schulformen nämlich eine gleich lange Ausbildung, sie werden aber weiterhin unterschiedlich bezahlt. Nach Gewerkschaftsangaben liegt der Unterschied in der Eingangsstufe bei rund 500 Euro monatlich. Lehrerverbände fordern seit langem, die ungleiche Besoldung aufzuheben. Eine Änderung des Besoldungsgesetzes würde aufgrund des Eingruppierungstarifvertrages nicht nur für Beamte gelten, sondern auch für die Tarifbeschäftigten in den jeweiligen Schulformen. Darauf wies die GEW hin.

Zusätzlich kündigte Gebauer an: „Und wir wollen die Gerechtigkeitslücke bei der Konrektorenbesoldung an Grund- und Hauptschulen umgehend schließen.“ Im vergangenen Jahr hatte noch das rot-grüne Landeskabinett beschlossen, die Besoldung von Rektoren an Grund- und Hauptschulen um jeweils eine Stufe anzuheben – die Konrektoren dabei aber „vergessen“. Hunderte von Schulleitungsstellen an Grund- und Hauptschulen sind in Nordrhein-Westfalen unbesetzt.

GEW: Nicht zu früh freuen

Die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer nannte die Ankündigungen von Gebauer einen „Schritt in die richtige Richtung“ – warnte aber davor, sich zu früh zu freuen. „Das sind schöne Pläne, aber an vielen Stellen fehlen noch konkrete Maßnahmen“, sagte sie. „Die GEW NRW wird sich in die Ausgestaltung der Änderung des Besoldungsgesetzes selbstverständlich einbringen“, kündigt Schäfer an. Realität könnten diese Pläne jedoch frühestens im Haushalt 2019 werden.

GEW-Landeschefin Schäfer fordert zum Schuljahrebeginn in NRW: Bessere Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte (und A13 für alle)!

„Eine gerechte Besoldung aller Lehrkräfte wäre ein entscheidender Schritt gegen Lehrermangel und für mehr Gerechtigkeit im Schulsystem’, erklärte VBE-Vorsitzender Udo Beckmann und begrüßte auch die Ankündigung, Konrektorinnen und Konrektoren an Grund- und Hauptschulen künftig besser zu bezahlen. Beckmann: „Die Landesregierung folgt damit unseren Forderungen. Wir erwarten, dass es nicht länger bei Absichtserklärungen bleibt, sondern ein klarer Zeitplan für die Umsetzung vorgelegt wird.“ Es sei ein überfälliger Schritt, die ungerechte Bezahlung zu beenden. „Die Bezahlung der Lehrkräfte an der Schuhgröße ihrer Schüler zu orientieren, passt nicht mehr ins 21. Jahrhundert“, meint der VBE-Chef. N4t / mit Material der dpa

A13 für Grundschullehrkräfte – warum die Berliner Entscheidung bundesweit Schule machen wird

 

46 Kommentare

  1. Die Ankündigung ist begrüßenswert, hoffentlich folgen auch Taten. Der Lehrermangel an Grundschulen ist mittlerweile so weit gediehen, dass erste Klassen mit 35-37 Schülern gebildet werden. Darunter sind dann auch im Rahmen der Inklusion Kinder, die eigentlich einen I-Helfer benötigten, aber nicht mal Unterstützung einer Förderpädagogin bekommen, weil schlicht das Personal fehlt. Und Konrektoren, die an Verbundschulen an ihren Standorten dasselbe Pensum wie Rektoren zu absolvieren haben, sollten nicht nur mehr Gehalt bekommen, sondern auch mehr Bürostunden bzw. weniger Unterrichtsverpflichtung. Es wundert mich nicht, dass niemand den Job machen möchte, denn eigentlich läuft er aufgrund der Mehrbelastung effektiv auf eine Gehaltskürzung hinaus (vom Stundenlohn ausgehend).
    Was sich dann noch Schulleitungen von aufgebrachten Eltern und Schülern teilweise anhören müssen trägt nicht gerade zur Motivation bei, dieses Amt zu bekleiden. Was ja an der Statistik sichtbar wird.

    • Und – wo ist das Problem? Dafür gibt es andernorts Kleinstgruppen von 14 Dorfkindern, um die Zwergschulen zu erhalten. Im Schnitt sind dann (36+14)*0,5 Kinder in den beiden Klassen …

      Die Ministerin hat halt Angst einen entsprechenden Prozess zu verlieren. Folglich werden die Neueinstellungen zu A13 eingruppiert. Die Altfälle bleiben erst einmal außen vor. In einem zweiten Schritt werden diejenigen, die bereits im Dienst sind, aber eine 10-semstrige Regelstudienzeit lt. PO hatten höhergruppiert. Der Rest unterliegt der biologischen Lösung des Problems.

  2. Krokodilstreichler

    A13 für alle Lehrkräfte ist leider zu hoch. Um den Staatshaushalt auf solide Füße zu stellen, ist es notwendig, dass alle Lehrer bundesweit mit E9 starten und als Angestellte beschäftigt werden. Im Ausgleich dafür sollte die Praxis, Lehrer in den Sommerferien in die Arbeitslosigkeit zu schicken, aufhören. Damit die E9-Entlohnung in das Ausbildungssystem passt, müssen zukünftige Lehrer auf Fachhochschulen ausgebildet werden. Da kann man die Lehrer dann wie die gehobenen Verwaltungs-und Finanzbeamte auch schon während des dreijährigen Studiums entlohnen und so mehr Abiturienten in den Lehrerberuf bringen, gerade für junge Leute aus einkommensschwachen Familien ist dies hochattraktiv.

    • “gerade für junge Leute aus einkommensschwachen Familien ist dies hochattraktiv.”

      Und warum sollten diese jungen Leute mit Abitur kein universitäres Studium absolvieren und einen entsprechenden Beruf ergreifen?

      • Krokodilstreichler

        Ein Universitätsstudium kostet viel Geld, ganz einfach.

        • Ehrlich jetzt? Sind die Studiengebühren inzwischen so hoch und muss man sich so viele Bücher kaufen? Was ist mit dem Bafög? Haben sich die Zeiten so verändert? Ich bin mit wenig Geld, Bafög und kleinem Zuverdienst über die Runden gekommen und war mit dem zufrieden, was ich mir “leisten”konnte. Zum Leben und zufrieden sein hat es gereicht.

          • Krokodilstreichler

            Miete, Zwangsgebühren für Fernsehen und den öffentlichen Nahverkehr, Kopien, Nahrungsmittel, Kleidung etc. kosten schon einiges. Wenn man an der Universität 600 bis 700 Euro pro Monat aufwenden muss und an einer FH ein Studium mit 900 bis 1000 Euro im Monat bezahlt wird, was ist dann attraktiver für Studenten gerade aus einkommensschwachen Familien?

          • Studiengebühren gibt es z.B. an der PH Freiburg und an der Uni München nicht mehr, so mal gegoogelt. Ich kann mich noch erinnern, dass wir bestimmte Bücher anschaffen mussten, außerdem zahlte ich damals erschwingliche Studiengebühren pro Semester. An große Ausgaben, die mein Studiem betrafen, kann ich mich nicht erinnern. Jetzt hat man sogar die Studiengebühren abgeschafft.
            Wo liegen denn neben den Lebenshaltenskosten die hohen Kosten an der Uni oder der PH, die Sie anführen?

          • Hast du es nicht gemerkt, ysnp?
            Das ist das bereits bekannte Lied vom mehr Netto vom Brutto.

            Damit ein sehr gut Verdienender bloß nicht noch mehr Steuern bezahlen muss, verweist er die sozial Schwachen der Uni.

            Ich bin auch mit wenig zurecht gekommen, es gab GEZ-Befreiung für Bafög-Bezieher und das Zimmer war eben winzig.

    • Erstens, es gibt keine Fachhochschulen mehr.
      Zweitens, Studiengänge schließen egal ob Hochschule für angewandte Wissenschaften oder Universität/Hochschule entweder mit einem Bachelor- oder einem Master-Grad ab.
      Drittens, die Einteilung in gehobenen und höheren Dienst ist historisch bedingt, aber im internationalen Vergleich nicht mehr tragfähig.
      Viertens, der Abschluss mit Master-Grad ist unabhängig von der Regelstudienzeit Grundvoraussetzung für die Übernahme in den Vorbereitungsdienst des höheren Dienstes – in einigen Bundesländern auch 2. Einstiegsamt der 2. Laufbahngruppe bzw. Qualifikationsebene 4 – als Referendar.

      • Krokodilstreichler

        Die Fachhochschulen Dortmund, Münster, Aachen gibt es zumindest noch. Andere heißen jetzt Hochschule, sind aber trotzdem keine Universitäten. Aber mal davon abgesehen ist es trotzdem kein Problem, das Lehrerstudium und die Lehrerausbildung in 9 Trimestern an einer pädagogischen Fachhochschule/Hochschule stattfinden zu lassen. Das ist ja nur eine Organisationsfrage.

        • … eben nur alle mit dem Zusatz “university of sciencesapplied”.

          btw die RWTH ist ebenfalls eine Uni und keine TH – nur wegen der eingetragenen Marke wird die Bezeichnung nicht geändert.

          • Krokodilstreichler

            FH ist FH, auch wenn der Name geändert wurde. Raiders heißt jetzt Twix, schmeckt aber genauso. Schon bei den FHs war die Anwendung Programm, geändert hat sich das ja nicht.

          • OMG – es geht nicht um die Bezeichnung der Hochschule sondern um die Abschlüsse, die sie vergibt. Und alle Hochschulen vergeben sowohl Bachelor- als auch Masterabschlüsse. Die erreichten Abschlüsse sind Grundlage für die Einstellung in den Vorbereitungsdienst.

    • Da wird immer wieder die Qualität der Lehrer beklagt und dann sollen das Nieveau der Ausbildung/des Studiums noch weiter gesenkt werden, in dem man sie nicht mehr auf Unis schickt.

      Das Studium ist ja jetzt schon für einige Schulformen zu flach, wie folgende Untersuchung zeigt:
      http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/paedagogen-pisa-wehe-wenn-der-mathelehrer-rechnen-muss-a-689146.html

      • Heinz-Harald Forkemeier

        Die Qualität wird dadurch nicht gesenkt, sondern erhöht. Irgendwelche theoretischen Genderkonzepte und psuedowissenschaftliches Blabla, der am besten noch mit einem Doktortitel in vergleichender Anglistik bringt halt nix, wenn man die Klasse nicht durch einfachste rhetorische Mittel und mäßigen Menschenverstand bändigen kann.

  3. Den Artikel kenne ich. Er bezieht sich auf das fachwissenschaftlich sehr geringe Anforderungsniveau beim Studium für Sek I- und Grundschullehramt. Wenn Studenten an der Uni noch Probleme mit dem Buchstabenrechnen haben, belegen sie das falsch Fach. Dabei meine ich noch nicht einmal Beweise, nur das formale Rechnen mit Buchstaben.

    Trotzdem sollten fertige Mathematiklehrer die gestellten Schulaufgaben auch ohne Musterlösung und weitgehend ohne Taschenrechner in einem Bruchteil der Zeit lösen können, die sie ihren Schülern geben, insbesondere wenn es reine Trainingsaufgaben sind (Päckchenrechnen oder Grammatikübungen in den Sprachen) und nicht alte Abituraufgaben oder — in anderen Fächern — umfangreiche Analysen sind.

    Bei mindestens dem gleichen Stundenumfang und Studieninhalt kann man das Lehramt auch an Fachhochschulen verlegen. Die Qualifikation sollte das nicht verschlechtern, das Einstiegsgehalt aber bitte auch nicht, weil ja der Mangel beseitigt werden soll. Die Politik könnte mal ein Programm ins Leben rufen, bei dem der Lehrer mal nicht zum Fußabtreter und Mangelverwalter der Nation dargestellt wird. Das ist aus meiner Sicht das Hauptproblem.

    • Warum sollte man das Studium dann auf FHs verlegen? Ich finde, dass ein Lehrer, der seine Schüler auf ein Studium vorbereiten soll auch selbst ein solches Studium absolvieren sollte.

      • Es gibt hier im Form einzelne Menschen, die massiv gegen A13 für Grundschullehrer sind (sie selbst wollen natürlich A13 behalten). Um dem Dilemma zu entgehen, dass gleiche Ausbildung gleiches Gehalt bedeutet, kam die Idee auf, dass Grundschullehrer eh kein Studium brauchen.

        Kann ja eh jeder und kleines 1×1 reicht.
        Und die Welt ist eine Scheibe.

        • Ich bin auch dafür:
          Gleiche Ausbildung gleiches Gehalt. Also: Ausbildungen angleichen!!!

          • Krokodilstreichler

            Die Ausbildung an der Universität ist für Wissenschaftler gedacht. Lehrer sind aber Praktiker und müssen praktisch ausgebildet werden und den Stoff lernen, der in der Schule wichtig ist, nicht den, der bloß in der Forschung gebraucht wird. E9 für alle Lehrer (auch Gymnasial-, Berufsschul- und Förderschullehrer) ist ferner die Lösung, um die Staatsausgaben zu senken.

          • Sie können mir aber nicht erzählen, dass Gender Studies auch nur ansatzweise etwas mit Wissenschaft zu tun haben. Man muss sie leider ernst nehmen, weil sie die gesamte Politik unterwandern.

          • Sind eigentlich Ärzte auch Praktiker, sobald sie in der Praxis oder im KKH ihren Dienst antreten?
            Sollte man deren Ausbildung an die FH verlegen, und an den Unis nur Medizinwissenschaftler im Aufbaustudiengang antreten lassen?

          • Axel von Lintig

            Krokodilstreichler

            Arzt sind reine Praktiker, ebenso wie Juristen, und beide Berufsgruppen werden an Universitäten ausgebildet.Das letzte Jahr ist dann das Praktische Jahr.Vorher leistet man mindestens 1/2 Jahr Famulaturen.
            Aber auch die Hochschulprofessoren der Ärzte haben den ständigen praktischen Bezug zu Patienten.
            Derartiges kenne ich im Lehramtsbereich nur von der Uni Freiburg, wo Frau Prof. Röber Uni eigene Schulklassen begleitet.

          • Axel von Lintig

            Korektur Ärzte

          • Zitat:
            “Die Ausbildung an der Universität ist für Wissenschaftler gedacht. ”

            Wie groß ist denn der Anteil derjenigen, die an der Uni studieren und anschließen Wissenschaftler werden???

            Bau-Ingenieur, Elektrotechniker, Informatiker und und und, alles Wissenschaftler???

          • Physiker, Germanisten, Kunsthistoriker…

            … japp, die dann über den Quereinstieg in die Schulen kommen. 😉

      • Ich habe mich bei der Verlegung auf die FH auf einen Kommentar vom Krokodil von 8.10. um 12:41 bezogen. Allerdings bereitet heutzutage kein Lehrer mehr seine Schüler auf ein Hochschulstudium vor, zumindest nicht, wenn er sich ausschließlich an den Lehrplan hält. Schüler werden heutzutage auf das Bestehen der zentral gestellten Abiturprüfungen vor. Mit einer Studierbefähigung hat das nur noch rudimentäre Gemeinsamkeiten.

        • Falsch, er bereitet eben auf ein Hochschulstudium, nicht aber auf ein wissenschaftliches Hochschulstudium vor. Der Bachelor ist ein berufsqualifizierender, akademischer Abschluss, der von allen Hochschulen entsprechend der geltenden Prüfungsordnungen vergeben werden kann. Der Masterabschluss befähigt zu wissenschaftlichem Arbeiten, das dann im Rahmen eines Promotionsverfahrens durch eine Dissertation nachgewiesen werden muss.

          Die AHR bescheinigt dem Inhaber ja lediglich, dass er in der Lage ist, ein Studium aufnehmen, nicht aber ein Studium erfolgreich abschließen zu können.

          • schrieb ich ja : Berechtigung und nicht Befähigung. abgesrhen davon wird von mintstudenten von Anfang an Befähigung vorausgesetzt, auch für den Bachelor.

          • Dann darf keiner mehr studieren, es bringt ja keiner mehr Fähigkeiten und fertigkeiten sondern Kompetenzen mit:)

  4. Sprach der Theoretiker.

  5. ZITAT: “Bei mindestens dem gleichen Stundenumfang und Studieninhalt kann man das Lehramt auch an Fachhochschulen verlegen. Die Qualifikation sollte das nicht verschlechtern, das Einstiegsgehalt aber bitte auch nicht, weil ja der Mangel beseitigt werden soll. Die Politik könnte mal ein Programm ins Leben rufen, bei dem der Lehrer mal nicht zum Fußabtreter und Mangelverwalter der Nation dargestellt wird. Das ist aus meiner Sicht das Hauptproblem.”

    Gut gesagt !

  6. ZITAT (GriasDi):

    “Da wird immer wieder die Qualität der Lehrer beklagt und dann sollen das Nieveau der Ausbildung/des Studiums noch weiter gesenkt werden, in dem man sie nicht mehr auf Unis schickt.”

    Diesen Zusammenhang sehe ich so nicht.

    (1.) Die DDR hat vorgemacht, dass man sehr gute Grundschullehrer ( = Unterstufenlehrer) ausbilden kann, ohne dass die dafür studieren müssen. Das gab es früher in Westdeutschland auch; das gibt es für bestimmte Fächer in einigen westdeutschen Bundesländern immer noch.

    (2.) Wenn ein Studium Garantie für Qualität wäre, dann würde es ja automatisch bedeuten, dass alle nicht-studierten Berufe mit geringerer Qualität einhergehen.

    Wer hat denn hier gerade einen “Standesdünkel” (das geht nicht an Sie, GriasDi)?!

    • Ich bin nur aus einem Grunde dafür, Grundschullehrer nicht mehr unbedingt studieren zu lassen, weil ich davon ausgehe, dass man den Beruf dann auch ergreifen kann, wenn man keine Studierfähigkeit erworben hat. Dennoch sollte das an Mindeststandards (Abschlussnoten) gebunden sein, z.B. nicht schlechter als … in Mathe, Deutsch, Englisch usw.

    • Ich könnte ja sagen, Westdeutschland hat vorgemacht, dass man Grundschullehrer studieren lassen kann und die Leistungen der Kinder doch immer schlechter und schlechter werden. 😉

      Nein, ich sage das nicht. Ich sage, dass es auf die Inhalte sowie auf die vermittelten / propagierten Methoden ankommt und natürlich auf jeden einzelnen Lehrer selbst, wie gut er später mal ist. Und natürlich kommt es auch auf die Bedingungen drumherum an, wie gut man sein kann.

      Alles hängt mit allem zusammen. Auch in dieser Frage.

      • Achso, was ich eigentlich sagen wollte, für die Qualität des Lehrerseins bürgt ja nicht die universitäre Ausbildung. (Wenn ich von Studium rede, meine ich Uni.)

        Wie viele haben studiert und sind trotzdem schlechte Lehrer?
        (Das ist natürlich auch nicht an ein Lehramt gebunden.)

  7. Krokodilstreichler

    Ärzte forschen auch, natürlich nicht alle, aber doch so einige. Für Juristen gilt das ebenso. Letztlich ist es besser, die Lehrer werden an einer Einrichtung ausgebildet, die sich ihren Bedürfnissen anpasst, anstatt an der Universität das fünfte Rad zu sein und die angehenden Lehrer Vorlesungen für angehende Forscher belegen müssen, aber gleichzeitig zu wenig praktisch Relevantes mitbekommen. Der Staat bildet seine Kommissare und Finanzbeamte ja auch nicht an den Unis aus.

  8. Kuschelpädagoge

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wo würdet ihr denn eine Fachpraxislehrkraft einordnen. Eine Meisterausbildung und ein Studium als Betriebswirt wird einem ja auch nicht einfach so hinterhergeworfen. Dafür muss viel Zeit und Geld aufgebracht und nebenbei noch ein Betrieb geführt werden. Ist das dann weniger wert? Vor allem wenn man bedenkt, dass ein FPL fast immer nur mit verhaltensauffälligen Schülern arbeitet die einen erhöhten Förderbearf haben. Wo viele studierte Lehrkräfte schnell das Handtuch werfen.

  9. Eine Gleichstellung von A13 würde das Problem nicht lösen,sondern verschieben. Besonders in Naturwissenschaften ist das Studium für Sek II erheblich anspruchsvoller als für Sek I. Wer will das dann noch machen? In einigen Jahren haben wir dann Fachlehrermangel für Sek II, weil niemand für Sek II studieren will.

    Zusätzlich sind die Arbeitszeiten und Vor- und Nachbearbeitung , inkl. Korrekturen in der Grundschule bspw. wesentlich attraktiver, wenn alle den gleichen Lohn bekommen…

    • Ja, das “fürchte” ich auch.

      Und etwas, was ich noch nicht (so oft?) gesagt habe: Mit einer deutlichen Erhöhung der Lehrergehälter (die ja sehr gut sind) schaden wir uns selbst. Warum? Personalkosten sind bekanntlich die höchsten Kosten. Wenn gespart werden soll, dann versuchen die Privaten wie die Staatlichen daher immer zuerst, beim Personal zu sparen. Noch teurere Lehrer (aus Arbeitgeber-Sicht) wird alle möglichen Fantasien befördern, diese Kosten an anderer Stelle einzusparen, z.B. durch Erhöhung des Stundensolls, durch Erhöhung der Klassenfrequenzen usw.

      Wollen wir das? Wollten nicht eigentlich etwas anderes? Wollten wir nicht nicht nur mehr Geld verdienen, um schlechte Arbeitsbedingungen zu ertragen? Wollten wir nicht bessere Arbeitsbedingungen, um wieder besser und erfolgreicher arbeiten zu können?

    • “Zusätzlich sind die Arbeitszeiten und Vor- und Nachbearbeitung , inkl. Korrekturen in der Grundschule bspw. wesentlich attraktiver, wenn alle den gleichen Lohn bekommen…” Leider ist dem nicht so, denn als GS-Lehrer habe ich eine um 4 Stunden höhere wöchentliche Unterrichtsverpflichtung, und diese Stunden müsen natürlich auch vor- und nachbereitet werden. Auch sehe ich z.B. keinen wesentlichen Unterschied, wenn ich mir die Klassenarbeiten unserer 4. Klassen ansehe und mit den Arbeiten der 5. Klasse des benachbarten Gym vergleiche. Da hält sich der Unterschied im Korrekturaufwand doch sehr in Grenzen.

      • Ist das nicht eine etwas sehr verkürzte Sicht, Marie?

        Wenn Sie sich einen Aufsatz einer 4. Klasse und einen Aufsatz einer 10. Klasse anschauen? Oder die Klassenarbeit einer 4. Klasse und die Klassenarbeit einer 10. Klasse?

        Und dabei geht es nicht nur um die “reine Länge” (Seitenanzahl).

        • Nein, die Sichtweise von Marie ist nicht verkürzt sondern Fakt.

          Zudem kommt, dass fast alle Aosf in der Grundschule durchgeführt werden, dass die Grundschule fast keine Anrechnungsstunde hat, dass Grundschullehrer fast täglich Aufsicht haben statt Pause, dass es keinerlei Beförderungsstellen gibt, etc. etc. . Marie hat also völlig Recht.

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